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SATZPERSPEKTIVE

Die Äußerung, der Satz

Die minimale sprachliche Einheit, in der unsere Gedanken geprägt und ausgedrückt
werden können, ist der Satz. Oft äußert der Mensch seine Gedanken in mehreren Sätzen. In
diesem Fall ist der Satz eine Komponente der Äußerung. Der Satz gehört sowohl zur Sprache
als auch zur Rede. Konkrete Sätze werden jedes Mal in der gegebenen Sprechsituation nach
den Gesetzen der jeweiligen Sprache neu gebildet und sind somit Einheiten der Rede. Das
Konstante an den Sätzen sind aber die Struktur der einzelnen Satztypen (die Satzmodelle), die
Arten der syntaktischen Verbindung zwischen den Wörtern im Satz, die syntaktischen
Kategorien des Satzes. Die konstanten Merkmale des Satzes gehören zum Sprachsystem.
Der Satz als Redeeinheit wird vor allem durch die grammatischen Kategorien des Verbs
geformt: Person, Numerus, Zeit, Modus und Genus.
Der deutsche Satz weist drei wichtige Eigenschaften auf:
 die Zweigliedrigkeit (enthält beide Hauptsatzglieder – das Subjekt und das Prädikat);
 den nominativischen Charakter (das Subjekt ist in der Regel ein Substantiv oder
Pronomen im Nominativ);
 den verbalen Charakter (das Prädikat enthält ein finites Verb).

Prädikat, Subjekt, Objekt vs. Handlung, Handelnde und Betroffene


Die Handlung, der Handelnde und der Betroffene können aus verschiedenen Perspektiven
dargestellt werden. Das Subjekt des Satzes kann den Träger einer Handlung, eines Zustandes,
eines Merkmals nennen, aber das Subjekt kann auch einer Tätigkeit ausgesetzt sein, es ist
dann kein Handlungsträger, es ist inaktiv. In passivischen Sätzen geben den Urheber der
Handlung die präpositionalen Fügungen mit von und durch an. In den Sätzen ohne
Handlungsträger wird das unpersönliche Pronomen es als Scheinsubjekt gebraucht: Es gibt
nichts Neues. Es dämmert.
In den passivischen Sätzen kann auch die Partikel es als Platzhalter an Stelle des Subjekts bei
gerader Wortfolge erscheinen, der Satz ist aber eingliedrig, die Partikel es verschwindet bei
einer Änderung der Wortfolge: Es wird gebaut. Hier wird gebaut.

Übung 1. Finden Sie Subjekte in den Sätzen des folgenden Auszugs. Wodurch werden sie
ausgedrückt? Sind diese Subjekte Handelnde, Betroffene oder ist es ein Scheinsubjekt,
wenn der Handlungsträger im Satz fehlt?
Es wurde früher als gewöhnlich zu Mittag gegessen, und das Abendbrot nahm man ebenfalls
zeitiger als sonst, im Klavierzimmer, weil im Saale schon Vorbereitungen zum Balle getroffen
wurden: auf so festliche Art war alles in Ordnung gebracht. Dann, als es schon dunkel war und
Tonio Kröger in seinem Zimmer saß, ward es wieder lebendig auf der Landstraße und im
Hause. Die Ausflügler kehrten zurück; ja, aus der Richtung von Helsingör trafen zu Rad und zu
Wagen noch neue Gäste ein, und bereits hörte man drunten im Hause eine Geige stimmen und
eine Klarinette näselnde Übungsläufe vollführen...
Alles versprach, dass es ein glänzendes Ballfest geben werde.
Nun setzte das kleine Orchester mit einem Marsche ein: gedämpft und taktfest scholl es herauf:
man eröffnete den Tanz mit einer Polonäse. Tonio Kröger saß noch eine Weile still und

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lauschte. Als er aber vernahm, wie das Marschtempo in Walzertakt überging, machte er sich
auf und schlich geräuschlos aus seinem Zimmer. (Th. Mann)

Sätze mit Handlungsträger


Die Handlungen, die vom Handlungsträger ausgeführt werden, werden in den meisten Fällen
durch aktivische Sätze wiedergegeben. Das Prädikat kongruiert in solchen Fällen mit dem
Subjekt in Person und Numerus.

Übung 2. Zeigen Sie in den folgenden Sätzen, dass die Handlungen vom Agens
ausgeführt werden, indem Sie passende Verben im Präsens Indikativ Aktiv einsetzen.

fahren, arbeiten, aufstehen, abheben, bleiben, spazieren gehen, anrufen, umstellen, mitbringen,
einladen, sagen, gehen, erschrecken, fragen, zurückkommen, rufen*2, machen, fahren

1. Der Herr … ein Taxi und … zum Bahnhof.


2. … ihr die Möbel wirklich einmal im Monat?
3. Ich … Eva und … sie zum Essen.
4. Der Herr …. den Hörer und … seinen Namen.
5. Du … drei Tage in Berlin und dann … ich nach Bonn.
6. Der Mann … laut und das Kind … sehr.
7. Der Bauer … schon in der Frühe auf dem Feld.
8. Wann … denn Frau Meier aus Hamburg?
9. Meine Eltern … eine Reise und … nach Italien.
10.Wir … Frau Meier Blumen und eine Vase.
11.… ihr trotz schlechten Wetters?.
12.Der Polizist … mich nach meinem Führerschein.
13.Ich … fast jeden Morgen um 6 Uhr.

Es gibt verschiedene sprachliche Möglichkeiten, den Handelnden direkt nicht zu nennen:


Passiv, Pronomen man und jemand, Passiversatzformen, Funktionsverbgefüge. Die
Indefinitpronomen man, jemand, niemand, alle, etwas, nichts, alles stehen für unbestimmte,
unbekannte oder nicht näher bestimmte Personen oder Sachen.
Bei allgemeinen Aussagen über Handlungen, die für beliebige Personen gelten, verwendet
man das unpersönliche Pronomen man (im Akkusativ / Dativ: einen / einem): Manchmal
vergisst man, wie gut es einem geht.
Das Pronomen jemand wird verwendet, wenn es um eine einzelne Person geht, die nicht
genauer bekannt ist oder die beispielhaft für etwas steht. Im weiteren Textverlauf wird dann
stattdessen er verwendet: Wenn jemand motiviert ist, bedeutet das nicht, dass er über die
erforderlichen Kompetenzen verfügt, ein Ziel zu erreichen.

Übung 3. Setzen Sie eines der folgenden Pronomen ein: man, jemand, niemand, einer,
keiner, jedermann, etwas, alles, jeder, mancher, alle, nichts.

a) 1. Von der Straße herauf konnte ... den Lärm hören. 2. ... von euch wird sicher der
Ansicht sein, ... brauchte sich über dieses Problem nicht zu unterhalten. 3. Da kann ... sich nur
wundern. 4. Was ... nicht kennt, kann es nicht beurteilen. 5. ... tut seine Pflicht. 6. ... der Bücher
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ist sehr spannend. 7. ... hat die Möglichkeit zu lernen. 8. ... behandelt das Problem der
kosmischen Medizin. 9. ... muss sich um Ordnung bemühen. 10. ... hat nach dir gefragt. 11. ...
muss ihm doch davon gesagt haben. 12. ... muss er davon gehört haben. 13. ... ist getan, was ...
tun konnte. 14. ...wird als Held geboren. 15. ... wird nicht als Soldat geboren.

b)
 Guten Tag, Frau Klein. Was machen Sie denn hier?
 Ich suche ….
 Wen suchen Sie denn?
 Otto, Otto Klein.
 Tut mir Leid, die Kollegen sind … in der Kantine Mittag essen. Hier ist zurzeit … .
Kommen Sie doch in einer Stunde wieder.
 Dann gehe ich in die Kantine, vielleicht finde ich Otto dort.
 Hallo Otto, ich habe dich gesucht. Weißt du schon … über das neue Projekt?
 Nein, ich habe noch … gehört. Aber frag doch mal Frau Köhler. Die weiß immer …

c)
 Herr Minister, stimmt das Gerücht, dass die Steuern erhöht werden?
 Tja, dazu kann ich konkret noch … sagen. Dazu sagen wir … nach der Wahl.
 Aber dass der Staat kein Geld mehr hat, das stimmt doch?
 Sehen Sie, wir … müssen sparen. Das ist beim Staat genauso wie in der Familie. …, der
viel Geld hat, kann auch viel Geld ausgeben. …, der kein Geld hat, kann … ausgeben.
Und der Staat hat im Moment kein Geld.
 Wie wollen Sie denn dann regieren - ohne Geld?
 Wir müssen sparen, sparen, sparen. Es gibt natürlich Leute in der Opposition, die immer
… besser wissen – aber auch die haben keine Lösung.

Übung 4. Setzen Sie das Pronomen man in richtiger Form ein:


Wenn ...
1. Wenn einem das Portemonnaie gestohlen wird, muss man zur Polizei gehen.
2. Wenn ................ der Chef nervt, sollte ................ ganz ruhig bleiben.
3. Wenn ................ die Arbeit zu viel ist, sollte ................ sie besser organisieren.
4. Wenn ............... schlecht geschlafen hat, fühlt ........ sich am nächsten Morgen wie gerädert.
5. Wenn ............... nicht mehr weiter weiß, sollte ................ sich Rat holen.
6. Wenn ................ langweilig ist, sollte ................ sich ein kreatives Hobby suchen.
7. Wenn ................ alles zu viel wird, sollte …....... Urlaub machen.
8. Wenn ................ unwohl ist, muss ................ die Temperatur messen.
9. Wenn ................ etwas nicht gelingt, so ärgert es ................ .
10.Wenn ................ zum Arzt kommt, so wird ................ zuerst untersucht.

Sätze ohne Handlungsträger


Die Umwelt des Menschen, verschiedene Naturerscheinungen können in Form von
unpersönlichen Sätzen geschildert werden. Dazu dienen unpersönliche Verben (regnen,
schneien, donnern, nieseln, dämmern u.a.), manche persönlichen Verben (klopfen, schellen,
läuten usw.) und manche prädikativ gebrauchten Adjektive bzw. Substantive (hell, dunkel
u.a.). Das unpersönliche Pronomen es erfüllt im Satz eine strukturell-grammatische Funktion:
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durch das es-Scheinsubjekt wird der Satz formell zu einem zweigliedrigen: Es ist Winter. Es ist
hell. Es dämmert.

Übung 5. Übersetzen Sie die eingeklammerten Wendungen, beachten Sie die


Unterschiede in den Subjekt-Prädikat-Beziehungen zwischen dem Deutschen und dem
Russischen.

1. Der Himmel ist mit schweren Wolken bedeckt, (идет дождь) den ganzen Tag. 2. Im März
scheint die Sonne hell, am Tage (подмораживает) selten. 3. In einem ungeheizten Raum
(холодно). 4. Der Ofen ist gut, im Zimmer (душно). 5. Im Mai (все цветет) in unserem
Garten. 6. Im Juni (темнеет) es erst um zehn Uhr abends. 7. Beim Gewitter (гремит гром,
сверкает молния). 8. Im Spätherbst (идет снег) oft. 9. Im Sommer (светает) schon um drei
Uhr morgens. 10. Vor dem Beginn der Stunde (звенит звонок). 11. Punkt um Mitternacht
(часы бьют 12). 12. Wenn das Holz gut brennt, (в печи потрескивает).

Übung 6. Was für ein Tag! Beschreiben Sie das heutige Wetter, gebrauchen Sie dabei
folgende Wörter und Wendungen:
heiß sein • sonnig sein • windig sein • stürmisch sein • ... Grad sein • stürmen • donnern •
blitzen • regnen • die Sonne scheint • Wolken ziehen auf • ein Sturm kommt auf
Beachten Sie dabei, ob im Satz ein Handlungsträger vorhanden ist oder ob der Satz nur
ein Scheinsubjekt enthält.

Das seelische und körperliche Befinden des Menschen kann in Form von unpersönlichen
Sätzen geschildert werden. Die betroffene Person wird dabei durch ein Personalpronomen
bzw. Substantiv im Akkusativ oder Dativ gekennzeichnet.
Im Falle der Inversion verschwindet oft das unpersönliche Pronomen es bei der Bezeichnung
der seelischen und körperlichen Empfindungen, z.B. Es hungert mich. Mich hungert.

Übung 7. Beantworten Sie folgende Fragen:


Was macht man: 1. wenn es einen hungert; 2. wenn es einen dürstet; 3. wenn es einem
schwindelt; 4. wenn es einen friert; 5. wenn es einem übel wird; 6. wenn es einem schwül wird;
7. wenn es einem kalt wird; 8. wenn es einem heiß wird; 9. wenn es einem traurig zumute wird;
10. wenn es einem fröhlich zumute ist; 11. wenn es einem schlecht geht; 12. wenn es aus allen
Ritzen zieht; 13. wenn es wie aus Kannen gießt; 14. wenn es keine Erfolge im Studium gibt?

Übung 8. Ersetzen Sie die folgenden persönlichen Ausdrücke durch entsprechende


unpersönliche:
Muster: Ich friere. – Es friert mich.

1. Ich fröstelte. 2. Ihm fehlt der Mut. 3. Ich habe Hunger. 4. Ich will schlafen. 5. Die Rede in
diesem Artikel ist von einer alten Dame. 5. Er hatte Durst. 6. Ich habe Angst. 7. Uns mangeln
die Worte. 8. Im Erdgeschoss befindet sich die Bibliothek. 9. In der Nacht ging ein starker
Regen nieder. 10. Heute ist der Schnee gefallen. 11. Im Winter beginnt die Dämmerung sehr
früh. 12. In den tropischen Ländern bricht die Dunkelheit plötzlich herein.

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Übung 9. Im folgenden Dialog fehlt das Wort es elfmal (ohne das Beispiel). Finden Sie,
wo?
 Guten Tag, Herr Kaiser. ES freut mich, Sie zu sehen. Wie geht Ihnen?
 Danke, mir geht gut.
 Wie war die Fahrt?
 Oh, die Fahrt war schrecklich. Gab ziemlich viel Stau auf der Autobahn und wir
 haben heute für die Strecke über zwei Stunden benötigt.
 Das ist wirklich viel. Kommt nicht so oft vor, dass die Straßen hier in der Gegend
 für eine ganze Stunde gesperrt sind.
 Ich glaube, gab einen Unfall.
 Ah, das war sicher der Grund dafür. Ist schon spät und der nächste Termin steht
 gleich auf meinem Plan. Lassen Sie uns anfangen. Was genau können wir für Sie tun?
 Geht um ein neues Projekt, das ich Ihnen gerne vorstellen möchte.
 Handelt sich um die Entwicklung eines neuen Softwareprogramms für die Verwaltung?
 Ja genau, darum geht. Vielleicht kann ich Ihnen kurz erläutern.
 Gerne, ist für uns sehr wichtig, dass die Verwaltung mit einem Programm arbeitet, das für
die Mitarbeiter zeitsparend ist und gleichzeitig detaillierte Buchungen ermöglicht...

Übung 10. Setzen Sie man oder es ein:


1. kann dieses Problem auf verschiedene Weise lösen.
2. … wird mitgeteilt, dass in der nächsten Woche eine internationale Konferenz stattfindet.
3. … dämmerte, … wurde dunkel, … begann zu tropfen. Dann regnete … . … war sehr
windig. Plötzlich stürmte … .
4. Er schreckte zusammen, hatte … geklopft?
5. Wenn … etwas gern tut, so ist … nicht schwer.
6. … ist Abend. Die Sonne geht unter. … wird feucht.
7. Wenn … während des Sprechens unterbrochen wird, verliert … oft den Faden.
8. … hat aufgehört zu regnen, … kann nach Hause gehen.
9. … ist spät, ich habe … eilig.
10. … ist Frühling. … taut.

Übung 11. Übersetzen Sie ins Deutsche, gebrauchen Sie dabei passende Sätze. Beachten
Sie, ob im Deutschen persönliche oder unpersönliche Sätze gebraucht werden:
1. В зале было душно, одной женщине стало плохо. 2. Целый день идет снег, но нам не
холодно. 3. Здесь слишком жарко, мальчику хочется пить. 4. Мне хочется есть, но голова
у меня не кружится. 5. Становится холодно, ты не мерзнешь? 6. Когда у человека
кружится голова, ему не радостно. 7. Ты печальная, тебе не плохо? 8. Зимой холодно,
часто идет снег. 9. Вчера целый день дождь лил как из ведра. 10.Как у тебя дела? 11.
Ему хотелось пить. 12. Ребенку было весело. 13. Светает. 14. Мне не спится. 15. Пришло
сто человек. 16. Отца не было дома. 17. Мне холодно. 18. Сильный сквозняк. В комнате
стало холодно. Закрой форточку, а то простудишься. 19. Как обстоят дела с твоей
дипломной работой? 20. Мне не хватает опыта и знаний.

Angabe der Handlungsrichtung

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Man unterscheidet subjektive und objektive Verben. Die subjektiven Verben nennen einen
Vorgang, der vom Handlungsträger ausgeht und sich auf keine andere Person bzw. kein
anderes Ding richtet: Die Bäume blühen. Diese Verben lassen sich mit keinem Objekt
verbinden.
Die objektiven Verben nennen eine Handlung, die sich auf eine Person bzw. ein Ding richtet:
Ich warte auf die Freundin. Das Objekt bezeichnet Dinge und Lebewesen, auf die die Handlung
bzw. ein Zustand bezogen werden oder die selbst das Ergebnis einer Handlung sind.

Übung 12. Sind diese Verben subjektiv oder objektiv? Bilden Sie kurze Sätze:
1. erscheinen, entdecken (neue Krankheiten)
2. genesen, heilen (Kranke)
3. gelangen, ausstoßen (die Abgase, in die Luft)
4. geraten, leiten (Abwässer, in die Flüsse)
5. aussterben, ausrotten (Tierarten)
6. vernichten, verschwinden (Pflanzen)
7. zerstören, zerfallen (Gebäude)
8. stellen, stehen (die Bücher)
9. setzen, sitzen (die Puppe)
10.brennen, verbrennen (das Haus)
11.sterben, töten (der Alte)
12.wecken, erwachen (die Tochter)

Übung 13. Die folgenden Verben sind objektiv und haben ähnliche Bedeutung,
unterscheiden sich aber in der Handlungsrichtung. Bestimmen sie, wer der Handelnde
ist, und wer der Betroffene. Bilden Sie kurze Sätze:
1. bewundern, begeistern (ich, das Bild)
2. verlieren, verloren gehen (ich, das Geld)
3. kränken, übel nehmen (ich, seine Worte)
4. erschrecken (das Kind, der Hund)
5. lehren, lernen (das Kind, das Schreiben)
6. gehören, besitzen (der Vater, das Buch)
7. kosten, schmecken (die Mutter, die Suppe)
8. sich erinnern, einfallen (der Student, die Ausnahme)
9. stattfinden, durchführen (die Konferenz)
10.bemerken, auffallen (das Mädchen, der Fehler)

Übung 14. Folgende Verben können sowohl subjektiv, als auch objektiv sein. Bilden Sie
Sätze, veranschaulichen Sie beide Möglichkeiten mit Beispielen:
(an)halten, stoppen, zerbrechen, anfangen, stürzen, passieren, scheitern, schmelzen, fahren
kochen
Bringen Sie weitere Beispiele für ähnliche Verben.

Viele objektive Verben sind transitiv (=verlangen ein Akkusativobjekt): Ich rufe dich morgen
an. Das sind die Verben mit dem Präfix be- (außer bedürfen, begegnen, sich bedienen, sich
beschweren, sich beklagen), sowie viele Verben mit den Präfixen er-, ver-, zer-, z.B.
benutzen, belegen, zerbrechen, erlernen, verlernen, verhören).
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Oft haben transitive Verben Synonyme unter den objektiven intransitiven Verben, z.B.
bezweifeln etw. Akk., zweifeln an etw. Dat.

Übung 15. Setzen Sie das fehlende Relativwort ein (reiner Akkusativ /
Präpositionalkasus), beachten Sie, ob die Verben transitiv oder intransitiv sind:
Muster: Es gibt in seiner Erzählung manches, was ich bezweifle / woran ich zweifle.
1. Der Assistent nannte uns einiges, … wir bei dem Experiment denken müssen / … wir bei
dem Experiment bedenken müssen. 2. Die Reinheit der Substanzen ist das Wichtigste, … wir
bei dem Experiment achten müssen / … wir bei dem Experiment beachten müssen. 3. In der
Prüfung wurde kaum etwas gefragt, … ich nicht antworten konnte / … ich nicht beantworten
konnte. 4. Die Clown-Nummer war das, … die Kinder vor allem gewartet hatten / … die
Kinder vor allem erwartet hatten. 5. In dem Dichternachlass gibt es einiges, … noch niemand
bearbeitet hat / … noch niemand gearbeitet hat. 6. Die Reisekosten sind das erste, … wir
sprechen müssen / … wir besprechen müssen. 7. Mein Freund hat lange nicht geschrieben, …
mich wundert / … ich mich wundere. 8. Die Schülerin kommt sehr oft zu spät, … sich alle
ärgern / … alle ärgert. 9. Der Kollege hat uns am Wochenende besucht, … ich mich gefreut
habe / … mich gefreut hat. 10. Er hat ein Geschenk mitgebracht, … mich überrascht hat / …
ich überrascht war. 11. Es gab in ihrem Brief etwas, … mich ärgert / … ich mich ärgere.

Auch Funktionsverbgefüge können ihrer Bedeutung nach den subjektiven oder den objektiven
Verben ähnlich sein: aus der Fassung kommen – jmdn. aus der Fassung bringen; in
Verlegenheit geraten – jmdn. in Verlegenheit versetzen, bringen, stürzen.

Übung 16. Geraten oder bringen?


1. Der neue Leiter hat den Betrieb wieder in die Höhe …
2. Es muss etwas Entsetzliches sein, was ich außer sich …
3. Als er das erfahren hat, ist er ganz aus seinem Gleichgewicht …
4. Mit deiner Tat hast du die Kollegen in Gefahr …
5. Mit diesem Projekt sind wir leider in Schwierigkeiten …
6. Mit seiner Bemerkung hat er den Mitarbeiter in Verlegenheit …
7. Peter ist mit dem Gesetz in Konflikt …
8. Viktor hat sich einen neuen Wagen gekauft und ist somit in Schulden …
9. Wir kommen mit diesem Auftrag nicht mehr zurecht, wir sind in Verzug …
10.Dieses Ereignis wird an erster Stelle mit dem Unglück in Verbindung ...

Eine besondere Gruppe der transitiven Verben bilden die bewirkenden (kausativen) Verben,
die meist von dem jeweiligen intransitiven Verb abgeleitet sind: legen – liegen; setzen –
sitzen; stellen – stehen; verschwenden – verschwinden; senken – sinken usw.

Übung 17. Ergänzen Sie die Verben „steigen“ oder „steigern“ in der richtigen Form:
1. Die Produktion war gegenüber dem Vorjahre um sieben Prozent … . 2. Die Produktion von
Atomstrom soll weiter … werden. 3. Bis 2030 will das Land den Anteil der Windenergie an
der gesamten Stromerzeugung von derzeit 4,3 Prozent auf 25 Prozent … . 4. Das Flugzeug …
bis zu 12.000 Meter. 5. Obwohl ein immer größerer Anteil der Bevölkerung erwerbsfähig ist,
… die Zahl der tatsächlich Erwerbstätigen kaum an. 6. Die Europäische Union will den Anteil
junger Menschen mit Abitur … . 7. Der Hauswirt hat die Miete … . 8. Der Dichter … seine
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gestalterische Kraft. 9. Schon vor hundert Jahren nahmen Menschen Medikamente, um ihre
beruflichen Leistungen zu … . 10. Durch den überhöhten Einsatz von Düngemitteln ist die
Produktion … worden.

Übung 18. Ergänzen Sie die Verben „sinken“ oder „senken“ in der richtigen Form:
1. Die Temperatur ist … . 2. Die Preise für mehrere Industriewaren wurden erneut … . 3. Die
Preise zeigen eine … Tendenz. 4. Der Wert des Geldes … weiter. 5. Die Steuern für untere
Einkommensgruppen wurden … . 6. Die Leistungen des Schülers sind stark … . 7. Durch die
Weltwirtschaftskrise sank der Lebensstandard im Land. 8. Die Unfallziffer muss … werden. 9.
In den USA … zum Beispiel die Geburtenraten bis 1976 und stiegen danach wieder an. 10.
Jedes Land soll neue Technologien einsetzen, um seine Emissionen zu … .

Übung 19. Setzen Sie das jeweils richtige Verb im Partizip II ein.
1. verschwenden - verschwinden
Eine Kommission soll feststellen, ob Geld … worden ist.
Viele Millionen Euro sind unkontrolliert ....
2. schwemmen - schwimmen
Bei der Überschwemmung hat der Rhein viel Schlamm in die Häuser ....
Viel Schmutz ist auf der Wasseroberfläche …
3. sprengen - springen
In Berlin hat ein Sprengmeister eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg …
Er ist schnell zur Seite ....
4. senken - sinken
Die Politiker haben die Steuern nicht …
Die Realeinkommen sind weiter …
5. steigern - steigen
Der Sportler hat seine Leistungen…
Dadurch sind seine Siegeschancen …
6. erschrecken
Die Nachricht von einer Steuererhöhung hat die Bürger…
Sie sind ... , als sie die Gehaltsabrechnung bekamen.
7. fällen - fallen
Der Richter hat ein mildes Urteil ....
Die Entscheidung ist ihm nicht leicht ....

Reflexive Verben nennen eine Handlung, die auf die handelnde Person zurückgeht: Sie zog
sich sorgfältig an.
Die reziproken Verben nennen eine Handlung, die zwei oder mehr handelnde Personen
voraussetzt: sich küssen, sich streiten usw. Die Handlung richtet sich jeweils auf die andere
handelnde Person: Haben sie sich gezankt?
In vielen Fällen erfüllt die Partikel sich eine wortbildende Funktion, mit sich werden
intransitive Verben gebildet: sich bewegen, sich vorbereiten usw. Davon sind transitive Verben
zu unterscheiden, die das Reflexivpronomen sich im Dativ bei sich haben können: sich D.
etwas Akk. ansehen, sich D. etwas Akk. merken usw.

Übung 20. Übersetzen Sie ins Deutsche, beachten Sie dabei ob den russischen Verben
reflexive oder nicht reflexive Verben entsprechen:
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1. Я часто смотрюсь в зеркало.
2. Что ты увидел в зеркале?
3. Я смотрю фильм.
4. Ребенок одевается.
5. Девочка надевает платье.
6. Я умываюсь.
7. Я мою руки перед едой.
8. Я слушаю новый текст.
9. Мы часто встречаемся.
10.Вчера я встретил Виктора.
11.Вчера я встречался с Виктором.
12.Звучит хорошо.
13.Ты уже запомнил новое правило?
14.Инна готовится к занятиям.
15.Она готовит реферат к завтрашней паре.

Übung 21. Mit oder ohne sich: Ergänzen Sie, wo es nötig ist, das Reflexivpronomen sich:
1. Dieses Mikroskop kann … den Gegenstand zweihundertfach vergrößern. 2. Der Mann
verdient trotz steigender Löhne nicht genug, weil … die Lebensunterhaltungskosten vergrößert
haben. 3. Die Anbaufläche musste … jetzt um ein Drittel verkleinert werden. 4. Die Zahl der
Ministerien könnte … vielleicht noch verringert werden. 5. Die Zahl der Erwerbstätigen
verringerte … um fast 3 Millionen auf 6,9 Millionen. 6. Seine Aussichten auf Erfolg haben …
nach diesem Skandal verringert. 7. Eine Steigerung der Ausgaben um eine Milliarde Dollar
kann … die Arbeitslosigkeit um 0,5 bis 0,75 Prozent verringern. 8. Die Zahl der Hochschulen
ist … beträchtlich vermehrt worden. 9. Wenn die Temperaturen bis zum Jahr 2100 um vier
Grad ansteigen, wächst auch das Risiko, dass … viele Krankheitserreger bei uns vermehren.
10. Deutschland, Tschechien und Belgien haben … ihren Anteil erneuerbarer Energien
besonders stark erhöht. 11. Die Zahl der Ausbildungs- und Praktikumsplätze soll … erhöht
werden. 12. Die Zahl der Unglücksopfer hat … auf 34 erhöht. 13. Die Produktion dieses
Gebrauchsgegenstandes hat … verdoppelt. 14. In den vergangenen vier Jahren hat das
Unternehmen seine Umsätze verdoppelt.