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Modifikation der Handlung

Die Modalverben bezeichnen oft das Verhalten des Subjekts des Satzes zu dem Vorgang, der
durch den Infinitiv ausgedrückt wird. Dabei sind alle Modalverben vieldeutig; jedes hat eine
Grundbedeutung und einige Nebenbedeutungen.

Das Verb können bezeichnet:


1. eine Möglichkeit (bzw. Unmöglichkeit), die durch verschiedene Umstände bedingt ist
(physische Kraft, Fähigkeit, Wissen, Erlaubnis): Ich kann gut schwimmen.;
Das Verb dürfen bezeichnet:
1. eine Möglichkeit, die durch eine Erlaubnis, ein Recht bedingt ist: Jetzt darfst du ins Kino
gehen.;
2. ein Verbot (immer mit einer Negation): Hier darf man nicht rauchen.;
Das Verb mögen bezeichnet:
1. einen Wunsch; dabei kann es sowohl im Indikativ als auch im Konjunktiv stehen: Ich möchte
jetzt spazieren gehen.;
2. eine Einräumung (in Konzessivsätzen sowie in einem zusammengesetzten Satz, dessen einer
Bestandteil einräumende Bedeutung hat): Mag es auch regnen, wir fahren sowieso aufs Land.
3. eine indirekte Aufforderung (nur im Präsens Konjunktiv): Peter bittet, Olga möge ihm
helfen. Der Arzt: Der Nächste möge hereinkommen.
Das Verb mögen kann auch selbständig als transitives Verb in der Bedeutung „gern haben“,
„lieben“ gebraucht werden.
Das Verb müssen bezeichnet:
1. eine zwingende Notwendigkeit, bei der eine Nichterfüllung nicht geduldet wird: Das muss
ich bis morgen machen.;
Merken Sie sich:
Die russische Wendung „НЕ НУЖНО“ kann auf zweifache Weise ins Deutsche übersetzt
werden, je nachdem, was gemeint ist:
а) не обязан – Ich muss ja gar nicht auf dich warten!
б) нет необходимости – Ich brauche nicht in die Bibliothek zu gehen, ich habe dieses Buch.
Die Grundbedeutungen des Verbs sollen sind:
1. eine Notwendigkeit, bei der eine Nichterfüllung nicht ausgeschlossen ist: Wir sollen
pünktlich kommen.;
2. eine Aufforderung; eine Bitte, einen Befehl (oft an dritte Personen): Die Mutter befiehlt dem
Sohn, er solle nach dem Unterricht gleich nach Hause gehen.;
3. eine abschwächende Aufforderung, einen Rat, eine Empfehlung (im Präteritum Konjunktiv):
Du solltest das Rauchen aufgeben.
Das Verb wollen bezeichnet:
1. einen Wunsch, eine Absicht: Jetzt will ich endlich schlafen gehen.;
2. die Zukunft: Es will regnen.;
3. eine Aufforderung an eine anwesende Person: Willst du endlich schweigen!
4. eine Aufforderung, wobei der Sprechende mit inbegriffen ist: Wollen wir ins Kino gehen!;
5. eine Notwendigkeit (mit der Fügung sein + Partizip II): Das Gerät will gut gepflegt sein/
werden.;

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Übung 22. Lesen Sie folgende Situationen durch. Welche Bedeutung drücken die schräg
gedruckten Modalverben darin aus? Ordnen Sie die oben stehenden Bedeutungen der
einzelnen Situationen zu.

a) Straßenverkehrsordnung (StVO), § 25
Fußgänger
(1) Wer zu Fuß geht, muss die Gehwege benutzen. Auf der Fahrbahn darf nur gegangen
werden, wenn die Straße weder einen Gehweg noch einen Seitenstreifen hat. Wird die Fahrbahn
benutzt, muss innerhalb geschlossener Ortschaften am rechten oder linken Fahrbahnrand
gegangen werden…

b) Das sechste Gebot


Du sollst nicht töten.
Das siebte Gebot
Du sollst nicht ehebrechen.
Das achte Gebot
Du sollst nicht stehlen.
Das neunte Gebot
Du sollst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen.

c) Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Grippeschutzimpfung für alle Personen ab 60


Jahren. Geimpfte sollten unbedingt beachten, dass eine Impfung gerade bei geschwächtem
Immunsystem keinen hundertprozentigen Schutz bietet. Wer typische Symptome entwickelt,
sollte sofort zum Arzt gehen.

d) Ruhezeiten – im Extremfall droht die Kündigung


Auch der Vermieter muss eine fortgesetzte Unruhe in seinem Haus nicht tatenlos hinnehmen. In
Extremfällen hat er das Recht, das Mietverhältnis mit dem Ruhestörer fristlos zu kündigen.
Aber soweit muss es nicht kommen. Wer eine Party plant und ahnt, dass sie länger und lauter
wird, sollte vorher die Nachbarn informieren. Das gilt auch für Renovierungsarbeiten, die sich,
etwa beim Umzug, über Wochen hinziehen und manchmal auch in Ruhezeiten nicht vermeiden
lassen.

Müssen vs. sollen:


Das Verb müssen bezeichnet eine objektiv bestehende oder subjektiv als zwingend
aufgefasste Notwendigkeit; ein Nichterfüllen ist unmöglich oder wird als ausgeschlossen
betrachtet.
Das Verb sollen bezeichnet eine Notwendigkeit, deren Verwirklichung nicht als verbindlich
hingestellt wird (im Gegensatz zu müssen), oder es werden verschiedene Möglichkeiten für
deren Verwirklichung gelten gelassen: „Ich glaube, du solltest es tun, Berthold“, sagte sie,
auffallend leise. „Solltest, solltest“, höhnte Martin. „Er muss es tun…“ (L. Feuchtwanger)

Wiederholen Sie selbstständig den Unterschied zwischen können und dürfen!

Übung 23. Drücken Sie passende modale Bedeutungen mit entsprechenden Modalverben
in der richtigen Form aus.
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a) Wählen Sie zwischen dem Ausdruck der Notwendigkeit und des fremden Willens / der
abgeschwächten Aufforderung / der Zukunft. (Manchmal sind beide Interpretationen möglich.)
1. Ich ... das Telex meinem Chef persönlich übergeben. 2. In diesem Stadtbezirk ... drei
Hochhäuser gebaut werden. 3. Meine Garderobe ... dringend erneuert werden. 4. Auch die
Fußgänger ... die Verkehrsregeln beachten. 5. Du ... dich beeilen, wenn du den Zug noch
erreichen willst. 6. Geht nach Hause, wir aber ... noch ein paar Stunden im Lesesaal bleiben. 7.
Unsere Gruppe ... die Referate zum 15. Dezember abliefern. 8. Welches Thema ... wir zum
nächsten Seminar vorbereiten? 9. Bis zur Durchführung der Diskussion ... noch vieles getan
werden. 10. Ich ... Ihnen sagen, dass ich morgen leider nicht kommen kann. 11. Du bist krank.
Du ... zu Hause bleiben.

b) Wählen Sie zwischen dem Ausdruck der Möglichkeit / der Fähigkeit und der Erlaubnis.
(Manchmal sind beide Interpretationen möglich.)
l. Es ist heute recht warm. Die Kinder ... baden gehen. 2. Fast alle Menschen ... sehen, aber
wenige beobachten. 3. Von der ganzen Gruppe ... nur er die Prüfung glänzend ablegen. 4. Ich ...
keine Karte zum Fußballspiel bekommen. 5. Sie ist herzkrank und ... nicht Sport treiben. 6. ...
ich Ihnen behilflich sein? 7. Hunde ... nicht mit ihren Besitzern das Geschäft betreten. 8. Er ...
sehr komisch andere Menschen kopieren. 9. Sie wurde ohnmächtig und ... sehr lange nicht
wieder zu sich kommen. 10. Ich zweifelte, ob ich sie danach fragen ...

Übung 24. Bestimmen Sie, welche modale Bedeutung jeweils ausgedrückt wird. Füllen Sie
die Lücken mit dem richtigen Modalverb in der richtigen Form.
1. Hans schaltet die Waschmaschine an, weil er seine Hemden waschen ____________. Es ist
aber kein Strom da. Er ____________ also nicht waschen und ____________ deshalb mit
einem ungewaschenen Hemd ausgehen.
2. Wenn das Rauchen hier verboten ist, ____________ Sie keine Zigarette anzünden. Sonst
____________ Sie am Ende noch Strafe zahlen.
3. Wenn Sie in der Dunkelheit Angst haben, ____________ ich Sie ja nach Haus bringen, das
heißt, wenn Sie von mir heimgebracht werden____________.
4. Im Studentenheim____________ Pedro kein Zimmer bekommen; darum____________ er
sich jetzt an einen Wohnungsmakler wenden.
5. „Was ____________ Sie bitte?“, sagt die Verkäuferin, „was ____________ ich für Sie tun?“
6. „Warum bist du so neugierig? Wozu ____________ du alles wissen?“

Erinnern Sie sich an die Regeln für den Gebrauch der analytischen Formen der Modalverben in
zusammengesetzten verbalen Prädikaten.

Übung 25. Bestimmen Sie, um welche modalen Bedeutungen es sich in folgenden Sätzen
handelt, und geben Sie sie mit passenden Modalverben auf Deutsch wieder. Gebrauchen
Sie dabei a) das Futur für die Zukunft; b) das Perfekt für die Vergangenheit.
Muster: Мы не сможем / смогли спасти животных. – (Möglichkeit) Wir werden / haben die
Tiere nicht retten können.
a) 1. Скоро я не смогу читать без очков. 2. На этой неделе тебе нужно будет поехать в
командировку. 3. Нам будет необходимо еще раз проверить чертежи. 4. Скоро я смогу
вполне прилично играть в теннис. 5. Мне нужно будет самому поговорить с
начальником.
b) 1. Пешеход должен был перейти улицу при зеленом свете. 2. Он должен был
соблюдать правила движения. 3. Но он не хотел ждать зеленого света. 4. Регулировщик
3
движения вынужден был остановить пешехода и заставить его вернуться на тротуар. 5.
Регулировщик сказал ему при этом: «Вы должны были знать, что нарушать правила
движения опасно для себя и других. Вы должны были подумать об этом».

Übung 26. Äußern Sie Ihre Meinung bzw. fragen Sie Ihre(n) Partner(in) über die Inhalte
in der rechten Spalte, indem Sie Satzgefüge bilden. Ihr(e) Partner(in) muss Ihre Aussage
bestätigen oder verneinen. Behalten Sie die Zeitform des Modalverbs und achten Sie auf
die Wortfolge im Nebensatz.
Muster: Er hat es tun können. – Glaubst du, dass er das hat tun können? – Nein, ich glaube
nicht, ...
Wir werden uns an der Diskussion beteiligen müssen.
- Mir scheint, dass ... Die Kollegen werden sich noch an unser letztes Treffen erinnern
- Es ist möglich, dass ... können.
- Glaubst du, dass ... ? Dein Freund hat noch ein paar Tage in New York bleiben wollen.
- Weißt du, dass ... ? Der Lehrer hatte noch etwas sagen wollen.
- Hast du denn nicht Wir haben die Telefongespräche sofort bezahlen müssen.
gewusst, dass ... ? Du hast die Telefonnummer im Telefonbuch suchen sollen.
Ich habe mit dem Dozenten nur deutsch sprechen müssen.

Da die Modalverben mehrdeutig sind, entsteht oft die Notwendigkeit, eine modale Bedeutung
genauer auszudrücken. Vor allem gilt das für die schriftliche Rede. Dafür werden
Umschreibungen mit lexikalischen Mitteln (Verben, Adjektive, Funktionsverbgefüge u. a.)
verwendet.

Übung 27. Bestimmen Sie, mit welchen Umschreibungen man die Grundbedeutung der
Modalverben wiedergeben kann.

1. Lust haben 22.die Berechtigung haben


2. in der Lage sein 23.Begabung haben
3. bereit sein 24.vermögen
4. gewillt sein 25.es empfiehlt sich
5. unerlässlich sein 26.gezwungen sein
6. fähig sein 27.entschlossen sein
7. den Wunsch haben 28.nicht brauchen … zu
8. die Aufgabe haben 29.machbar sein
9. notwendig 30.es gehört sich nicht
10.die Absicht haben 31.es ist ratsam
11.geeignet sein 32.das Bedürfnis haben
12.Gelegenheit haben 33.berechtigt sein
13.sich etwas vornehmen 34.imstande sein
14.es wird erwartet 35.sich machen lassen
15.das Recht haben 36.gestattet sein
16.einen Rat bekommen 37.untersagt sein
17.es bleibt nichts anderes übrig 38.die Möglichkeit haben
18.die Erlaubnis haben 39.erforderlich sein
19.vorgesehen sein 40.entschlossen sein
20.den Plan haben 41.etwas vorhaben
21.Befugnis haben 42.zulässig sein
4
43.es gehört sich 44.genehmigt sein

müssen: notwendig, …
sollen: die Aufgabe haben, …
wollen: Absicht, …
mögen: Lust haben, …
können: Möglichkeit, …
dürfen: gestattet sein, …

Übung 28. Fassen Sie sich kurz, wie es in der mündlichen Rede üblich ist, und ersetzen
Sie die fettgedruckten Wendungen durch Modalverben, ändern Sie, wenn nötig, den
Satzbau.

1. Ich habe Lust, heute Abend zur Disko zu gehen. 2. Jeder hat die Erlaubnis, diesen
Sportklub unentgeltlich zu besuchen. 3. Den Autofahrern ist verboten, in der Stadt schnell zu
fahren. 4. Wir bekamen den Auftrag, die Ergebnisse des Experiments zu überprüfen. 5. Jeder
hat sich an die Verkehrsregeln zu halten. 6. Jeder hat die Möglichkeit, mehrere
Fremdsprachen zu erlernen. 7. Ich habe die Absicht, Marketing zu studieren. 8. Er war
gezwungen, seinen Urlaub zu verschieben. 9. Ich bin nicht imstande, in dieser kurzen Zeit die
Arbeit zu schaffen. 10. Es ist verboten, hier zu rauchen. 11. Es war nötig, ein neues
Computerprogramm zu erstellen. 12. Der Student bekam die Erlaubnis, die Prüfung im
nächsten Semester abzulegen. 13. Er hatte den Wunsch, sich mit diesem Manager
bekanntzumachen. 14. Es ist unmöglich, so viele Ziffern zu behalten! 15. Nach dem ersten
oder zweiten Studienjahr sind Prüfungen zu absolvieren. 16. Universitäten in Deutschland
haben das Recht, Promotionsverfahren durchzuführen. 17. Es ist ratsam, einen
Internationalen Studentenausweis zu beantragen und eine Auslandskrankenversicherung
abzuschließen. 18. In Zeiten immer knapper werdender Ferienjobs ist für viele Studenten eine
eigene Wohnung nicht mehr finanzierbar. 19. Die Lernmotivation der Schüler lässt sich ohne
moderne Medien wie den PC kaum erhöhen. 20. Es empfiehlt sich, die vorlesungsfreie Zeit
nicht nur für Urlaub, sondern auch für die zusammenhängende Wiederholung der
Lehrveranstaltungen des vergangenen Semesters zu nutzen.

Übung 29. Beantworten Sie die Fragen Ihres Gesprächspartners, gebrauchen Sie dabei
Modalverben, wie dies in der mündlichen Rede üblich ist.
1 Haben Sie den Wunsch, einmal mit dem Fallschirm zu springen? 2. Haben Sie Würstchen
gern? 3. Was hat man dir in der Bibliothek gesagt? 4. Ist dieses Thema wirklich leicht zu
verstehen? 5. Hast du diese Arbeit zu erledigen? 6. Welchen Auftrag haben Sie von Ihrem Chef
bekommen? 7. Warum steht das Fenster offen? 8. Warum bist du gestern zu Hause geblieben?
9. Ist es erlaubt, hier zu parken? 10. Ist es möglich, eine Fremdsprache in drei Monaten zu
erlernen? 11. Besteht wirklich so eine Notwendigkeit, auf Dienstreise zu fahren? 12. Wann
findet die Konferenz statt? 13. Haben Sie das Recht, die Vorlesungen frei zu besuchen? 14.
Was planst du für die Sommerferien? 15. Was wünschst du dir im kommenden Jahr?

Übung 30**. Folgende Informationen stammen aus einer Broschüre (schriftliche Rede).
Vereinfachen Sie diesen Text für die mündliche Wiedergabe, indem Sie die kursiv
gedruckten Umschreibungen durch passende Modalverben ersetzen und die Sätze, wenn
nötig, entsprechend anpassen. Erzählen Sie den Text nach.

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Wahlen in Deutschland
1. In einer Demokratie ist es notwendig, dass in regelmäßigen Abständen Wahlen stattfinden.
2. Die Bürger haben dann die Möglichkeit, unter verschiedenen Parteien oder Personen zu
wählen, d. h., jeder erwachsene Bürger ist berechtigt, seine Stimme der von ihm bevorzugten
Partei oder dem von ihm gewünschten Kandidaten zu geben.
3. Zu diesem Zweck ist es erforderlich, im Wahllokal einen Stimmzettel auszufüllen. Die
Bürger sind aber nicht unbedingt dazu verpflichtet. Wer nicht gewillt ist zu wählen, wird auch
nicht dazu gezwungen. Jeder hat das Recht zu Hause zu bleiben.
4. Dennoch wird jedem empfohlen von seinem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Wer das
18. Lebensjahr vollendet hat, ist dem Grundgesetz nach wahlberechtigt. Und wer die
Volljährigkeit erreicht hat, ist auch wählbar.
5. Von einer lebendigen Demokratie spricht man vor allem dann, wenn möglichst viele Bürger
bereit sind, selber zu kandidieren. In diesem Fall ist der Wähler dann auch in der Lage, seine
Wahl unter einer ausreichenden Zahl von Kandidaten zu treffen.
6. Möglich ist auch, sich an der Briefwahl zu beteiligen. In diesem Fall ist es empfehlenswert,
sich die Wahlunterlagen rechtzeitig zu besorgen und den ausgefüllten Stimmzettel innerhalb der
festgelegten Frist abzuschicken.
7. Die Briefwahl hat den Vorteil, dass sich der Wähler am Wahltag nicht an seinem Wohnort
aufzuhalten braucht. Vielleicht hat er vor, gerade an diesem Tag zu verreisen oder einen
anderen Termin wahrzunehmen.

Übung 31. Übersetzen Sie ins Deutsche. Gebrauchen Sie in jedem Satz eine synonyme
Konstruktion.

1. До завтра нужно подготовить реферат. 2. Можно мне зайти? 3. Это задание нужно
выполнить до понедельника? 4. Здесь разрешено ехать только со скоростью 60 км/ч. 5.
Тебе следовало бы бросить курить. 6. Мама просит, чтобы дочь помогла ей с уборкой. 7.
Я собираюсь поехать завтра в Гродно. 8. Я люблю играть в компьютерные игры. 9. Я не
могу позволить себе отдельную квартиру. 10. Нам поручили встретить группу немецких
студентов с вокзала. 11. После школы я не собирался поступать в вуз, но этого захотели
мои родители и я был вынужден выполнить их желание. 12. В деканате сказали, что на
следующей неделе все должны принести справки из поликлиники. 13. Здесь нельзя
парковаться. 14.Тебе следовало бы быть более внимательным. 15. За месяц выучить
иностранный язык невозможно. 16. Я должна быть на работе вовремя. 17.У кого в твоей
группе свободное посещение занятий? 18. Вам помочь? 19. Теперь мы можем идти
домой. 20. Я действительно должен ехать в командировку?

Übung 32. a) Sie haben vor, eine Wohnung zu vermieten. Lesen Sie die Hausordnung und
erklären Sie Ihrem Mieter, was man laut dieser Hausordnung machen muss und was man
nicht machen darf.

AUS DER HAUSORDNUNG


Ruhe im Haus
Zu jeder Tageszeit sind Geräusche, welche die Ruhe der Mitbewohner beeinträchtigen können,
zu vermeiden. Ruhestörende Haus- und Gartenarbeiten sind montags bis freitags von 8-12 Uhr
und 15-19 Uhr auszuführen. Das Abspielen und Abhören von Rundfunkgeräten sowie das
Hausmusizieren ist auf Zimmerlautstärke zu beschränken. Auch auf den Zugängen zum
Grundstück ist jegliche Lärmverursachung zu vermeiden. Zum Teppichklopfen sind
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ausschließlich die dafür bestimmten Vorrichtungen zu benutzen. Entstauben und Klopfen auf
Balkonen, Loggien, Laubengängen und aus den Fenstern ist untersagt.
Außenanlagen
In den Außenanlagen dürfen keine Ablagerungen erfolgen. Das Abstellen von Fahrzeugen auf
dem Hof, den Gehwegen und Grünflächen ist nicht erlaubt. Kraftfahrzeuge dürfen innerhalb der
Wohnanlagen nicht gewaschen werden. Ölwechsel und Reparaturen an Fahrzeugen sind nicht
gestattet. Firmentafeln, Reklameschilder und ähnliche Schilder, ferner Außen- und
Dachantennen sowie Satellitenschüsseln dürfen ohne vorherige Zustimmung der Vermieterin
nicht angebracht bzw. aufgestellt werden.

b) Ergänzen Sie weitere Punkte der Hausordnung, gebrauchen Sie dabei folgendes
Wortmaterial:
Zu jeder Jahreszeit lüften, Tauben von der Wohnung aus nicht füttern, Abfall getrennt
sammeln, jeden Freitag die Haustreppe reinigen, den Hauseingang von Schnee freihalten, bei
drohendem Unwetter alle Fenster des Hauses geschlossen halten, beim Gießen der Pflanzen auf
Balkonen darauf achten, dass das Gießwasser nicht auf Fenster bzw. auf Passanten tropft,
Schäden und Mängel in der Wohnung der Vermieterin sofort melden, Hunde an der Leine
führen und von Spielplätzen fernhalten, Verunreinigungen sofort beseitigen, Haustüren
geschlossen halten und nicht absperren, beim Auszug der Vermieterin sämtliche Schlüssel
übergeben.

Übung 33. Ihre kleinere Schwester hat vor, an unserer Universität zu studieren. Erklären
Sie ich, welche Regeln es an unserer Uni gibt: was darf man, was muss man bzw. soll man
tun usw.?

Änderung der Handlungsrichtung

Übung 34. Lesen Sie die Buchvorstellung eines Krimis. Was ist in dieser Geschichte
passiert und was erfahren Sie über Täter und Opfer?

Jan Seghers: Die Akte Rosenherz


In einer heißen Augustnacht des Jahres 1966 wird in Frankfurt Karin Rosenherz ermordet.
Vierzig Jahre später: An einem nebligen Morgen kommt es im Frankfurter Stadtwald bei einem
Kunsttransport zum Raubüberfall. Hauptkommissar Marthalers Freundin Tereza wird dabei
schwer verletzt.
Robert Marthaler wird von den Ermittlungen ausgeschlossen und erhält von einem
Informanten den entscheidenden Tipp: Es besteht eine Verbindung zu einem vierzig Jahre alten
Verbrechen, dem Mord an Karin Rosenherz.
Marthaler sieht sich gezwungen, mit der jungen Journalistin Anna Buchwald
zusammenzuarbeiten, die im Besitz der Akte Rosenherz ist. Die beiden geraten bald in ein Netz
aus Intrigen, Korruption und Gewalt. Es scheint, als solle die „Akte Rosenherz“ für immer
geschlossen bleiben.
Werden in der Buchvorstellung des Krimis Handelnde und Betroffene genannt? Warum?

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Ein besonders wichtiges Mittel, um den Blick auf die Handlung oder auf den /die von der
Handlung Betroffene(n) zu richten ist das Passiv. Der Handelnde kann weggelassen werden,
aber – wenn nötig – auch genannt werden: Tereza wurde schwer verletzt. – Tereza wurde von
dem Täter schwer verletzt.

Bei der Umformung des Aktivs in das Vorgangspassiv wird das Akkusativobjekt des aktivischen
Satzes zum Nominativsubjekt des passivischen Satzes. Genitiv-, Dativ- und
Präpositionalobjekte bleiben dagegen von der Passivtransformation unberührt, so dass in
diesen Fällen – beim Fehlen eines Akkusativobjektes im aktivischen Satz – subjektloses Passiv
entsteht:
Der Lehrer liest das Buch.- Das Buch wird (von dem Lehrer) gelesen.
Der Lehrer hilft dem Schüler. - Dem Schüler wird (von dem Lehrer) geholfen.
Der Lehrer sorgt für die Schüler. – Für die Schüler wird (von dem Lehrer) gesorgt.

Übung 35. Formen Sie folgende aktivische Sätze in das Vorgangspassiv um!
(1) Der Kraftfahrer hat den Fußgänger überfahren.
(2) Der Fußgänger hat die Straße an einer unübersichtlichen Stelle überquert.
(3) Die Passanten helfen dem verunglückten Fußgänger.
(4) Der Kraftfahrer beschuldigt den Fußgänger der Unvorsichtigkeit.
(5) Die Passanten sorgen für den Abtransport des Verletzten ins Krankenhaus.
(6) Die Polizei untersucht die Ursachen des Unfalls.
(7) Das Gericht klagt den Kraftfahrer der mangelnden Rücksichtnahme an.
(8) Das Gericht entzieht ihm den Führerschein.
(9) Die Angehörigen des Verletzten drängen auf eine Bestrafung.
(10) Die Polizei antwortet auf die Briefe der Familie.
(11) Sie danken der Polizei für die Aufklärung des Falles.

Übung 36. Formen Sie folgende Sätze aus dem Vorgangspassiv in das entsprechende
Aktiv um!
(1) Die Kinder werden von der Lehrerin genau beobachtet.
(2) Die Arbeiten wurden von den Kindern während der Klassenarbeit ausgetauscht.
(3) Vor der Arbeit ist das Sprechen, Abschreiben und Austauschen von der Lehrerin verboten
worden.
(4) Den Anforderungen der Lehrerin wird von den Schülern nicht Folge geleistet.
(5) Von einigen Schülern wurde über die Anordnungen sogar gelacht
(6) Nun werden die Schüler von der Lehrerin des Betrugs bezichtigt.
(7) Die Arbeiten der Schüler werden von der Lehrerin als nicht bewertbar befunden.
(8) Von den Schülern wird auf eine Wiederholung der Arbeit gehofft
(9) Erhitzt wird nicht in das Wasser gesprungen.
(10) Es wurde von den Kollegen im Nebenzimmer laut gelacht.
(11) Während der Unterrichtsstunde wird nicht gegessen.
(12) Während des Essens ist nicht gesprochen worden.
(13) Es wurde in der Sitzung von niemandem geraucht
(14) Im Nachbarzimmer wurde geschnarcht.

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Nicht jeder Akkusativ im aktivischen Satz kann durch die Umwandlung ins Passiv zum
Subjektsnominativ werden. Ein Akkusativ bleibt von der Passivtransformation unberührt,
wenn er kein Objekt, sondern eine Adverbialbestimmung ist:
Die Bibliothekarin liest den neuen Roman. – Der neue Roman wird von der Bibliothekarin
gelesen.
Aber:
Der Schüler hat den ganzen Urlaub gelesen. – Den ganzen Urlaub ist von dem Schüler gelesen
worden.

Eine Passivtransformation ist ausgeschlossen, wenn der Akkusativ ein Reflexivpronomen ist,
wenn er bei Verben der Haben-Relation (z. B. bekommen, besitzen, haben) steht, wenn er
einen Betrag oder Inhalt (bei Verben wie kosten, enthalten, gelten, umfassen, wiegen) oder
etwas Vorhandenes (bei es gibt) ausdrückt, z.B.: Das Buch kostet zehn Mark.

Übung 37. Formen Sie folgende Sätze mit Akkusativ – wenn möglich – in das Passiv um
und erklären Sie – im negativen Falle –, warum das nicht möglich ist!
(1) Die Studenten diskutierten den ganzen Abend.
(2) Der Schüler hat sich gründlich gewaschen.
(3) Der Roman umfasst drei Teile.
(4) Das Auto erfasste den Fußgänger.
(5) Die Flasche hat einen Liter gefasst.
(6) Der Briefträger hat der Frau das Päckchen gegeben.
(7) In diesem Sommer hat es sehr viel Regen gegeben.
(8) Wir haben einen langen, aber nicht sehr strengen Winter gehabt.
(9) Der Institutsdirektor hat den Gast nicht empfangen.
(11) Der Lehrer hat die Altersgrenze erreicht;
(12) Die Stammgäste haben die besten Plätze besetzt.
(13) Der Vater hat ein neues Buch bekommen.
(14) Die Couch kostet 500 Euro.
(15) Der Koch kostete die Suppe.
(18) Das Paket wiegt zwei Kilo.
(19) Die Verkäuferin wog das Fleisch.
(20) Der Student erhielt für seine Diplomarbeit einen Preis.

Ein subjektloses Passiv kann nur gebildet werden von Verben, deren Subjekt ein Agens (ein
aktiver persönlicher Täter) ist (a), nicht aber von solchen Verben, deren Subjekt kein Agens
ist (b):
(a) Der Sohn hilft dem Vater. – Dem Vater wird vom Sohn geholfen.
(b) Der Sohn ähnelt dem Vater.

Übung 38. Formen Sie folgende aktivischen Sätze — wenn es möglich ist — in subjektlose
passivische Sätze um!
(1) In dieser Fabrik arbeitet man besonders rationell.
(2) Das Gras wächst bei diesem Regen sehr schnell.
(3) Die Fußballspieler kämpfen um ein Tor.
(4) Der Direktor gratuliert dem Lehrer zum Geburtstag.
(5) Das junge Mädchen gefällt dem Studenten.
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(6) Die Frau gehört zur Gewerkschaftsleitung.
(7) Man antwortet den Messebesuchern auf ihre Fragen.
(12) Der Patient dankt dem Arzt für die schnelle Hilfe.
(13) Der Klassenlehrer sorgt für seine Klasse.
(14) Der Wein schmeckt uns nicht besonders gut
(15) Der Prüfling genügte nicht den Anforderungen.
(16) Das Buch entsprach unseren Erwartungen.
(17) Wir haben viel über dieses Buch diskutiert.

Übung 39. Übersetzen Sie ins Deutsche, gebrauchen Sie dabei passivische Sätze (Denken
Sie an den Schwund des unpersönlichen Pronomens es bei der Inversion!)
1. Ночью спят, днем работают. 2. Во всех комнатах моют, чистят, убирают. 3. В
спортзале ежедневно занимались гимнастикой, бегали, прыгали. 4. Летом часто ходят в
походы и путешествуют. 5. Достаточно молчали, теперь будут говорить. 6. Начали
работать в шесть часов, работали до полудня. 7. В кружке рисовали карандашом и
красками, шили, вязали и вышивали. 8. В саду кричат и свистят.

Das Aktiv-Subjekt wird im Vorgangspassiv mit Hilfe der Präpositionen von oder durch
angeschlossen, die im Allgemeinen austauschbar sind, bei denen nur dann ein
Bedeutungsunterschied erkennbar wird, wenn sie im gleichen Satz erscheinen (dann
bezeichnet von das Agens, den Urheber oder die Ursache, durch das Mittel oder den Ver-
mittler):
Er wurde von den Freunden / durch die Freunde überzeugt. – Ich wurde von meinem Freund
durch einen Brief verständigt
Außerdem steht von vornehmlich bei Personen, auch bei Abstrakta und seltener bei Sachen,
umgekehrt durch vor allem bei Sachen, auch bei Abstrakta und seltener bei Personen.

Übung 40. Setzen Sie die folgenden Sätze ins Vorgangspassiv und schließen Sie das Aktiv-
Subjekt mit der richtigen Präposition an!
(1) Der Arzt untersucht den Patienten sehr gründlich
(2) Die Studentengruppe besuchte die Kunstausstellung.
(3) Wir überreichten dem Jubilar Blumen.
(4) Die Schwester übermittelte uns eine Nachricht von dem Arzt.
(5) Sein Benehmen erheiterte die Gäste.
(6) Der Direktor schickte den Brief durch einen Boten.
(7) Der Unfall hat die Straße unpassierbar gemacht
(8) Er hat durch seinen Unfall die Straße unpassierbar gemacht.

In manchen Fällen erscheinen in passivischen Sätzen auch Präpositionalgruppen mit den


Präpositionen in, bei, seitens, mit, auf u.a., die subjektfähig sind, scheinbar das Agens
ausdrücken, oft aber dann die Bedeutung leicht schattieren:
In der Grammatik wird dieses Problem anders dargestellt. – Die Grammatik stellt dieses
Problem anders dar.

Übung 41*. Setzen Sie folgende Sätze ins Aktiv, diskutieren Sie über verschiedene
Schattierungen, die Sie erhalten, je nachdem, ob der Satz richtig umgeformt wird oder ob
Sie falsch das Agens gedeutet haben!
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(1) Von den Bauarbeitern wird eine harte Arbeit geleistet.
(2) Durch das Erdbeben wurde die Stadt zerstört.
(3) Das Geld ist im Automaten gewechselt worden.
(4) Er ist mit dem Auto angefahren worden.
(5) In der Philosophie wurde eine andere Auffassung vertreten.
(6) Bei vielen Kriminalschriftstellern werden die gleichen Motive verwendet.
(7) Seitens der Gewerkschaftsleitung wurde ein Vorschlag eingebracht.
(8) Auf dem Geschwindigkeitsmesser wurden 100 Stundenkilometer angezeigt.

Neben dem Vorgangspassiv (mit Hilfsverb werden + Partizip II) gibt es im Deutschen noch das
Zustandspassiv, das einen statischen Zustand ausdrückt, der das Resultat eines
vorhergehenden – dynamischen – Prozesses ist: Zuerst wird das Fenster geöffnet (Vorgang —
Vorgangspassiv), im darauf folgenden Resultat ist es geöffnet (Zustand — Zustandspassiv).

Übung 42. Bilden Sie Sätze mit Vorgangs- und Zustandspassiv:


das Haus verschließen (am Abend, in der Nacht) — Am Abend wurde das Haus verschlossen.
—- In der Nacht war das Haus verschlossen.
(1) den Brief schreiben (am Vormittag, gegen Mittag)
(2) die Gardinen waschen (in der vorigen Woche, jetzt)
(3) den Fußballspieler verletzen (beim Oberligaspiel, beim Länderspiel)
(4) die Plätze reservieren (im vorigen Monat, vor Antritt der Fahrt ins Ausland)
(5) die Batterie laden (vorgestern, heute)
(6) die Sekretärin anstellen (im Juli, im September)
(7) den Dieb verhaften (in der Nacht, heute)
(8) die Patientin impfen (im vorigen Jahr, jetzt)

Übung 43. Übersetzen Sie ins Deutsche, gebrauchen Sie dabei das Passiv bzw. Das Stativ
sowie eine alternative Variante im Aktiv:
1. Тебя ждут в понедельник.
2. Ему нельзя напоминать об этом.
3. За выполнение этой работы всех премировали.
4. Я не хочу, чтобы мне мешали.
5. Тебя всюду ищут.
6. Всех просят прийти без опозданий.
7. Он сделал все, что от него требовали.
8. От школьников сейчас требуют больше, чем раньше.
9. Вас просят к телефону.
10. Меня, к сожалению, не пригласили на ее день рождения.
11. Дом был построен к концу зимы.
12. Дом был построен за три года.

Passivumschreibungen sind Ersatzformen für das Passiv und werden diesem häufig
vorgezogen.

Vom Passiv unterscheiden sich die Passivumschreibungen dadurch, dass sie zwar passivische
Bedeutung, aber aktivische Verbformen haben. Mit dem Passiv gemeinsam haben sie, dass das

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Subjekt nicht Urheber oder Verursacher (causant) (auch: “Täter”), sondern Objekt der
Handlung, also identisch mit dem Akkusativobjekt des Aktivsatzes ist.

Es gibt Passivumschreibungen mit Modalfaktor (=mit modaler Bedeutung) und ohne


Modalfaktor.

Funktionsverbgefüge (Streckformen) sind feste Wendungen, die aus einem Verbalsubstantiv


(einem von einem Verb abgeleiteten Substantiv) und einem Funktionsverb (einem Verb fast
ohne eigene Bedeutung) bestehen. Funktionsverbgefüge haben meist die gleiche Bedeutung
wie das Verb, von dem das Substantiv abgeleitet ist.

Der nominale Teil des Funktionsverbgefüges kann oft mit verschiedenen Funktionsverben
verbunden sein, so entstehen auch die Unterschiede im Handlungsverlauf: Sie stellen das
Problem zur Debatte. Das Problem steht zur Debatte. Die verschiedenen Funktionsverben
können dem Funktionsverbgefüge eine aktivische oder eine passivische Bedeutung verleihen.
Vor allem Verbindungen mit folgenden Verben haben passivische Bedeutung: erfahren,
finden, stehen, stoßen, unterliegen.

Funktionsverbgefüge werden vor allem in der Verwaltungs-, Nachrichten-, Fach- und


Wissenschaftssprache gebraucht. Sie wirken offizieller als die entsprechenden einfachen
Verben.

Übung 44. Ordnen Sie die folgenden Verben den Funktionsverbgefügen zu:
riskieren – bestätigt werden – versprechen – unterstützt werden – entschließen – verantworten –
ausdrücken – gefährden – verstanden werden – sich wehren

a) Unterstützung erfahren
b) Verständnis finden
c) zum Ausdruck bringen
d) sich zur Wehr setzen
e) Bestätigung erfahren
f) den Entschluss fassen
g) das Versprechen geben
h) aufs Spiel setzen
i) Verantwortung tragen für
j) in Gefahr bringen

Übung 45. Ersetzen Sie die Funktionsverbgefüge durch das entsprechende Verb
aus der Übung 44. Achten Sie dabei auf das verbale Genus sowie das richtige Tempus:

Viele Menschen bringen ihre Abneigung gegen Rauchen in der Öffentlichkeit deutlich zum
Ausdruck. Sie sagen, dass das passive Rauchen ihre Gesundheit in Gefahr bringt. Diese Klage
hat durch wissenschaftliche Untersuchungen schon lang Bestätigung erfahren. Schon seit den
70er versuchen sich Nicht-Raucher durch organisierte Initiativen zur Wehr zu setzen. Die
Nicht-Raucher erfahren seit einigen Jahren durch verschieden starke Rauchverbote in den
Bundesländern Unterstützung von den Landesregierungen. Außerdem wurde 2007 der
Entschluss gefasst, das Rauchen in Taxis, öffentlichen Gebäuden und in Zügen bundesweit zu
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verbieten. Seitdem tragen Raucher Verantwortung für ordnungswidriges Handeln. Denn wer
sich an diesen Orten trotzdem eine Zigarette anzündet, der setzt eine Geldstrafe bis zu 1000
EUR aufs Spiel. Das findet natürlich bei vielen kein Verständnis, da sie das Rauchverbot als
Eingriff in ihre Privatsphäre empfinden. Doch das Bundesgesundheitsministerium hat das
Versprechen gegeben, die Gesundheit aller Bürger zu schützen.

Übung 46. Wie lassen sich folgende Sätze mit Passiv formulieren?
1. Dieses Problem unterliegt einer besonderen Behandlung.
2. Die Waren unterliegen einer strengen Kontrolle.
3. Dabei wird besonders beachtet, dass die Frau als Mutter besonderen Belastungen unterliegt.
4. Der Mann hatte eine Erniedrigung erfahren.
5. Der Betrieb hat eine Erweiterung erfahren.
6. Die Produktion wird im nächsten Jahr eine Steigerung um zehn Prozent erfahren.
7. Das Buch erfuhr in der neuen Auflage eine wesentliche Verbesserung.
8. Der neue Kollege fand bei niemandem Gehör.
9. Das Buch fand reißenden Absatz.
10.Viele Tierarten stehen unter dem gesetzlichen Schutz.
11.Dieses Problem steht zur Diskussion.

Übung 47. Ist das Subjekt einer Tätigkeit ausgesetzt oder geht der Vorgang von ihm aus?
Passiv oder intransitive Verben mit sich? Übersetzen Sie:
Экологическая ситуация постоянно ухудшается. Воздух, вода и почва загрязняются
предприятиями и транспортом. Вредные вещества накапливаются в растениях и
попадают в организм человека. Мусор не собирается раздельно и не перерабатывается, а
сжигается или разлагается на свалках. Леса вырубаются, болота осушаются, сточные
воды спускаются в реки. Приближается экологическая катастрофа.

Eine Alternative zum Passiv sind Konstruktionen mit den Verben bekommen, erhalten oder
kriegen (ugs.) und dem Partizip II von Verben, die sich an einen Empfänger richten, z. B.
anbieten, aushändigen, ausstellen, auszahlen, bescheinigen, bieten, bringen, in die Hand
drücken, erklären, ersetzen, erstatten, leihen, liefern, mitteilen, schenken, schicken,
überreichen, verleihen, verordnen, zeigen, zuerkennen, zusprechen, zustellen. Der Empfänger
(= Adressat) wird in solchen Strukturen zum Subjekt. Das Akkusativobjekt, die Sache, bleibt
Akkusativobjekt. Der "Täter" oder Urheber kann genannt werden.
Die Verlage schicken den Lehrern Bücher zu. Den Lehrern werden (von den Verlagen) Bücher
zugeschickt.= Die Lehrer bekommen (von den Verlagen) Bücher zugeschickt.

Übung 48. Erzählen Sie über die Schulabschlussfeier, gebrauchen Sie dabei
Konstruktionen mit den Verben bekommen, erhalten oder kriegen

Schulabschlussfeier
1. Der Rektor händigt den Schulabgängern die Abschlusszeugnisse aus.
2. Dem Jahresbesten verleiht er den Schulorden.
3. Er überreicht jedem Schulabgänger ein Buch zur Erinnerung an die Schulzeit.
4. Die Schüler bieten dem Lehrerkollegium ein abwechslungsreiches Programm.
5. Sie führen den Lehrern den Schulalltag aus der Schülerperspektive vor Augen.
6. Sie lesen den Lehrern auf witzige Art die Leviten.
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7. Sie bescheinigen nicht allen Lehrern pädagogische Fähigkeiten.
8. Dem beliebten Vertrauenslehrer drücken zwei Schüler einen großen Blumenstrauß in die Hand.

Übung 49. Was alles bekommen Patienten im Krankenhaus gemacht? Sagen Sie es anders.

Im Krankenhaus
1. Einem Patienten werden Röntgenbilder vorgelegt.
2. Ihm wird strenge Bettruhe verordnet.
3. Ihm wird täglich eine Spritze verabreicht.
4. Einer Patientin wird die Therapie erklärt.
5. Ihr werden Medikamente verschrieben.
6. Ihr wird ein Attest ausgestellt.
7. Ihr wird eine Überweisung an den Hausarzt ausgehändigt.
8. Den meisten Patienten werden die Krankenhauskosten voll erstattet.

Übung 50. Was haben Sie zum Geburtstag geschickt/geschenkt/... bekommen? Erzählen
Sie Ihrem Gesprächspartner darüber:
Muster: Ich habe ein Glückwunschtelegramm geschickt bekommen.

Übung 51. Übersetzen Sie ins Deutsche, gebrauchen Sie dabei verschiedene passivische
Konstruktionen:
1. Виктор получил книгу в подарок.
2. Мне вчера доставили новый компьютер.
3. Клиенту прислали счет домой.
4. Известный политик получил Нобелевскую премию мира.
5. Моей сестре сделали короткую стрижку.
6. Сертификат будет выслан Вам по почте.
7. В книге студентам предлагается множество упражнений.
8. Дополнительные расходы Вам будут возмещены (zurückerstatten).
9. Отсутствующим будет сообщена новая дата экзамена.
10. Больному была выдана справка.

Auch andere grammatische Konstruktionen können der Aussage eine passivische Bedeutung
verleihen, dabei haben manche von ihnen auch eine modale Bedeutung.

Passivumschreibungen ohne Modalfaktor


Umschreibung mit lassen
(1) Der Richter veranlasst, dass der Einbrecher verhört wird. = Der Richter lässt den Einbrecher
verhören.
(2) Der Einbrecher nahm es widerstandslos hin, dass er festgenommen
wurde.= Der Einbrecher ließ sich widerstandslos festnehmen.
(3) Der Einbrecher ließ zu, dass ihm seine Pistole von einem Polizisten
abgenommen wurde.= Der Einbrecher ließ sich seine Pistole von einem Polizisten abnehmen.
Die Passivumschreibung jmdn./sich/etw. lassen +Infinitiv wird nur verwendet, wenn es sich
um Personen handelt. Der „Täter" oder Urheber kann genannt werden (3).

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lassen + Infinitiv hat zweierlei Bedeutung: veranlassen/verlangen/erwarten/dafür sorgen, dass
(von jmdm.) etw. getan wird (1) bzw. zulassen/erlauben/dulden/hinnehmen, dass (von jmdm.)
etw. getan wird (2) (3).

Übung 52. Sagen Sie mit Hilfe des Verbs lassen + Infinitiv, was bei einer
Gerichtsverhandlung veranlasst wird.

Der Richter veranlasst,


1. dass ein Pflichtverteidiger bestellt wird.
2. dass er mit dem Dienstwagen abgeholt wird.
3. dass der Zeuge rechtzeitig zur Gerichtsverhandlung geladen wird.
4. dass der Angeklagte in den Gerichtssaal geführt wird.
5. dass dem Angeklagten die Handschellen abgenommen werden.
6. dass ihm alle Beweisstücke vorgelegt werden.
7. dass der Angeklagte auf Zurechnungsfähigkeit untersucht wird.
8. dass die Zeugenaussagen protokolliert werden.
9. dass die Öffentlichkeit von der Verhandlung ausgeschlossen wird.
10. dass ihm von einem Justizbeamten weitere Unterlagen gebracht werden.

Übung 53. Erzählen Sie das folgende Märchen in Sätzen mit lassen + Infinitiv.

Aschenputtel
Ein reicher Mann heiratete nach dem Tod seiner Frau ein zweites Mal und für seine Tochter
kamen mit der Stiefmutter zwei Stiefschwestern ins Haus. Da begann für die Tochter, jetzt
Aschenputtel genannt, eine böse Zeit. Doch am Ende ging für Aschenputtel alles gut aus und
die Stiefschwestern bekamen ihre Strafe.
Aschenputtel ließ zu,
1. dass sie wie eine Küchenmagd behandelt wurde.
2. dass ihr alle schweren Arbeiten aufgebürdet wurden.
3. dass ihr ihre schönen Kleider weggenommen wurden.
4. dass ihr ein grauer alter Kittel angezogen wurde.
5. dass sie von den Stiefschwestern gekränkt und verspottet wurde.
6. dass sie von den Stiefschwestern herumkommandiert wurde.
7. dass sie von den Stiefschwestern ausgenutzt wurde.
8. dass sie von einem Königssohn auf sein Schloss entführt wurde.
9. dass sie bei ihrer Hochzeit von den Stiefschwestern auf dem Gang zur Kirche
begleitet wurde.
10. Die Stiefschwestern mussten ertragen, dass ihnen von Vögeln die Augen
ausgepickt wurden.

Übung 54. Antworten Sie auf die Fragen Ihres Gesprächspartners. Gebrauchen Sie dabei
das Verb lassen.
Muster: Hat sich die Frau die Haare selbst gemacht? – Nein, die Frau hat sich die Haare
machen lassen.
1. Hat sich der Vater selbst rasiert? 2. Hast du dich selbst frisiert? 3. Hat Karl die Mutter selbst
zum Bahnhof gebracht? 4. Hat Ihre Familie das Reiseprogramm selbst ausgearbeitet? 5. Hat die
Oma die Tasche selbst gepackt? 6. Hat der Autor den Roman selbst ins Deutsche übersetzt? 7.
Haben Sie selbst den Arzt geholt? 8. Hat die Mutter solche schönen Blumen selbst gepflanzt? 9.
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Hat der Bruder das Zimmer selbst tapeziert? 10. Hat der Lehrer die Kreide selbst geholt?

Passivumschreibungen mit Modalfaktor


Umschreibung mit sich lassen
Die Passivumschreibung sich lassen + Infinitiv drückt eine Möglichkeit aus. Der „Täter" kann
nicht genannt werden. Das Satzsubjekt kann nur ein Nichtlebewesen sein.
Streitigkeiten lassen sich nicht immer vermeiden. = Streitigkeiten können nicht immer
vermieden werden.

Übung 55. Sagen Sie, was sich nicht/nur schwer machen lässt.
Muster: Die Tür klemmt, (sie / nur mit Mühe öffnen)
Die Tür klemmt. Sie lässt sich nur mit Mühe öffnen. (= Sie kann nur mit Mühe geöffnet
werden.)
1. Die Kaffeemaschine ist kaputt. (sie / nicht mehr reparieren)
2. Das Schloss ist abgebrannt. (es / originalgetreu nicht wieder aufbauen)
3. Der Mantel ist zu kurz. (er / nicht verlängern)
4. Das Unwetter kam überraschend. (es / nicht vorhersehen)
5. Das Bild gefällt mir gut. (es / nur schwer beschreiben)
6. Er ist an seinem Unglück selbst schuld. (das / nicht leugnen)
7. Sie hat vorgefasste Meinungen. (sie / nicht beeinflussen)
8. Proteste können nicht verhindert werden. (sie / nicht verhindern)
9. Die Sauce war zu dick. (sie / schwer verdünnen)
10. Die Leinenhose war faltig. (sie / schwer bügeln)

Übung 56. Ergänzen Sie die Sätze.


1. Eine schlechte Ware lässt sich…
2. Das Problem lässt sich in der Diskussion…
3. Der Mantel lässt sich…
4. Diese These lässt sich…
5. Darüber lässt sich…
6. Die Frage lässt sich…
7. Über den Geschmack lässt sich…
8. Die Regel lässt sich…

Übung 57. Berichten Sie in Sätzen mit sich lassen über einen Gerichtsprozess.
1. Der Mordfall konnte erst nach Monaten aufgeklärt werden.
2. Aber die Tatumstände konnten fast vollständig rekonstruiert werden.
3. Für die Schuld des Angeklagten konnten genügend Beweise gefunden werden.
4. Aufgrund der Zeugenaussagen konnten viele Details geklärt werden.
5. Die Zeugenaussagen konnten am Tatort überprüft werden.
6. Das harte Urteil kann in einem Revisionsverfahren unter Umständen nicht aufrechterhalten
werden.
7. Gegen die Beweisführung kann nichts eingewendet werden.
8. Eine Vorverurteilung des Angeklagten in den Medien konnte nicht verhindert werden.

Übung 58. Antworten Sie auf die Fragen Ihres Gesprächspartners. Gebrauchen Sie dabei
sich lassen.
Muster: Ist der Text leicht zu übersetzen? – Ja, der Text lässt sich leicht übersetzen.
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1. Ist dieses Gedicht leicht zu lernen? 2.Kann man diesen Stoff schnell wiederholen? 3. Kann
man dieses Kleid noch reinigen? 4. Kann man diesen Roman ohne Wörterbuch lesen? 5. Ist
diese Aufgabe leicht zu erfüllen? 6. Ist diese Torte schnell zu backen? 7. Kann man diese
Arbeit ohne Hilfe der Lehrer machen? 8. Können noch die Theaterkarten für die Uraufführung
gekauft werden? 9. Ist ein Hotelzimmer noch zu buchen? 10. Ist das Taxi leicht zu bestellen?

Übung 59. Übersetzen Sie ins Deutsche. Gebrauchen Sie dabei das Verb lassen. Bilden Sie
in jedem Satz eine synonyme Konstruktion.
1. Позвольте мне пройти. 2. Могу я оставить здесь не только пальто, но и шапку? 3.
Книга легко читается. 4. Не заставляй меня повторять это несколько раз. 5. За цветами
трудно ухаживать. 6. Позвольте мне пойти домой, я плохо себя чувствую. 7.
Холодильник уже нельзя починить. 8. Шёлк трудно шить. 9. Она даже не дала мне слово
сказать. 10. Он оставил свет включенным, так как ребенок боялся темноты. 11. Мою
подругу трудно уговорить на сомнительные приключения. 12. Длинное платье можно
укоротить. 13. Пусть тебе скажут новый номер телефона. 14. Громкость телевизора
можно отрегулировать. 15. Почему ты позволяешь так с собой обращаться?

Die Passivumschreibung sein + Adjektiv auf -bar drückt wie das Modalverb können eine
Möglichkeit aus: Radiowecker können als Radio und als Wecker verwendet werden.=
Radiowecker sind als Radio und als Wecker verwendbar.
Manche Adjektive auf -bar kommen nur mit dem Negationspräfix un- vor; sie können nur
einen verneinten Passivsatz umschreiben: Die Vorteile eines solchen Geräts können nicht
geleugnet werden. = Die Vorteile eines solchen Geräts sind unleugbar.
Adjektive auf -bar können auch nicht von allen Verben gebildet werden. Der „Täter" oder
Urheber kann nicht genannt werden.
Die Suffixe -fähig, -lich, -sam sowie -abel, -ibel haben nur manchmal passivische Bedeutung,
z.B.: transportfähig, erträglich, unaufhaltsam, diskutabel, disponibel; keine passivische
Bedeutung haben z.B.: arbeitsfähig, ärgerlich, sparsam, spendabel.

Übung 60. Wie nennen Sie die Eigenschaft des Gegenstandes kürzer?
Muster: Eine Kamera, die man schwenken kann. = Eine schwenkbare Kamera.
1. Einen Fernseher, den man tragen kann.
2. Einen Sonnenschirm, den man waschen kann.
3. Einen Tisch, den man aufklappen kann.
4. Batterien, die man auswechseln kann.
5. Koffer, die man verschließen kann.
6. Stühle, die man in der Höhe verstellen kann.
7. Heizungen, die man elektrisch regulieren kann.
8. Gummikissen, die man aufblasen kann.
9. Videorecorder, die man programmieren kann.
10. Preise, die man nicht akzeptieren kann.

Übung 61. Stimmen Sie Ihrem Gesprächspartner zu, gebrauchen Sie in Ihrer Antwort
Adjektive auf -bar bzw. -abel.

Muster: Die Vorteile eines solchen Geräts können nicht geleugnet werden. – Ja, das stimmt, die
Vorteile sind unleugbar.
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Radiowecker
1. Die Vorteile von Radioweckern können nicht bestritten werden.
2. Der Preis von Radioweckern kann akzeptiert werden.
3. Die Helligkeit der Anzeigentafel kann verstellt werden.
4. Die Lautstärke kann stufenlos reguliert werden.
5. Der Weckton kann nicht überhört werden.
6. Die Batterien können ausgewechselt werden.
7. Die meisten können leicht programmiert werden.
8. Radiowecker können jederzeit repariert werden, was sich aber meist nicht lohnt.

Übung 62. Umschreiben Sie jetzt die Bedeutung der Adjektive auf -bar und -lich mit
Passivsätzen.

Ein mittelalterlicher Turm


1. Der verfallene mittelalterliche Turm ist restaurierbar.
2. Die eigentliche Bauzeit ist nicht mehr genau bestimmbar.
3. Ein Teil der alten Bausubstanz ist allerdings nicht mehr verwendbar.
4. Die hohen Kosten für die Restaurierungsarbeiten sind gerade noch vertretbar.
5. Wegen der hohen Baukosten sind Eintrittsgelder in Zukunft unverzichtbar.
6. Die Wendeltreppe ist bald wieder begehbar.
7. Die Aussichtsplattform ist dann durch eine Luke erreichbar.
8. Das Herumklettern auf der Mauer ist allerdings unverantwortlich.
9. Die Freude der Schulkinder an dem Projekt ist unbeschreiblich.
10. Der Turm ist wegen seiner typischen Form unverwechselbar.

Umschreibung mit reflexiv gebrauchten Verben


Nicht jedes Material kann problemlos verarbeitet werden.= Nicht jedes Material verarbeitet
sich problemlos.
Die Passivumschreibung mit reflexiv gebrauchten Verben drückt häufig, aber nicht immer
(oder nur abgeschwächt) eine Möglichkeit aus. Bei modaler Bedeutung kann diese Umschrei-
bung ohne Bedeutungsunterschied um das Verb sich lassen erweitert werden: Nicht jedes
Material lässt sich problemlos verarbeiten. Das Subjekt kann nur eine Sache sein. Der „Täter"
oder Urheber kann nicht genannt werden. Diese Passivumschreibung lässt sich nur von relativ
wenigen Verben bilden.

Übung 63. Sagen Sie mit reflexiv gebrauchten Verben was sich von selbst versteht.
1. Nicht alle Produkte können problemlos vermarktet werden.
2. Nicht jeder Verdacht kann bei näherem Hinsehen bestätigt werden.
3. Nicht jeder Kriminalroman kann gut verkauft werden.
4. Nicht alle Wohnungen können schnell vermietet werden.
5. Nicht jeder Teppich kann leicht gepflegt werden.
6. Nicht jedes Haar kann gut frisiert werden.
7. Nicht jeder verlorene Gegenstand wird wieder gefunden.
8. Nicht jedes Auto kann so gut gefahren werden wie unseres.

Übung 64. Sagen Sie es kürzer.


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Muster: Im Leben lassen sich nicht alle Wünsche erfüllen. Im Leben erfüllen sich nicht alle
Wünsche.
1. Viele Probleme lassen sich mit der Zeit klären.
2. Auf Anhieb ließ sich ein Ausweg finden.
3. Dieser Roman lässt sich ziemlich flüssig lesen.
4. Manche Silben lassen sich schlecht aussprechen.
5. Viele verloren geglaubte Gegenstände lassen sich irgendwann wieder finden.
6. Im Stehen lässt es sich nur schlecht essen.
7. Nicht alle Probleme lassen sich von selbst lösen.
8. Im Sommer lassen sich Wintersportgeräte gewöhnlich schlecht verkaufen.
9. Es lässt sich in klimatisierten Räumen gut arbeiten.
10. Seine Artikel lassen sich immer leicht lesen.
11. Mit diesem Kugelschreiber lässt es sich gut schreiben.
12. Eine gute Wohnung lässt sich schlecht finden.

Passivumschreibungen mit den Modalfaktoren „müssen "/„sollen"


Umschreibung mit es gilt, es heißt, stehen und gehören
(1) Viele Aufgäben mussten bewältigt werden. = Viele Aufgaben galt es zu bewältigen.
(2) Eine Regierungskrise musste/sollte vermieden werden.= Es hieß eine Regierungskrise zu
vermeiden.
(3) Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit musste leider befürchtet werden.= Ein Anstieg der
Arbeitslosigkeit stand leider zu befürchten.
(4) Eine solche Handlungsweise muss/sollte bestraft werden.= Eine solche Handlungsweise
gehört bestraft.
Die Passivumschreibungen es gilt + Infinitiv mit zu (1), es heißt + Infinitiv mit zu (2), stehen +
Infinitiv mit zu (3) und gehören + Partizip II (ugs.) (4) drücken eine Notwendigkeit (müssen),
eine Forderung (sollen im Indikativ) bzw. eine Empfehlung (sollen, auch im Konjunktiv II) aus.
Das Subjekt dieser Passivumschreibungen kann nur es (1) (2) bzw. eine Sache sein (3) (4). Ein
„Täter“ oder Urheber wird nicht genannt. stehen wird nur in Verbindung mit den Verben
erwarten, hoffen, befürchten gebraucht.

Übung 65. Nach der deutschen Wiedervereinigung im Jahre 1990 gab es viel zu tun.
Verwenden Sie in Ihrem Bericht die in Klammern angegebenen Verben.
1. Die Probleme mussten energisch angegangen werden. (es heißt)
2. Die Infrastruktur musste verbessert werden. (es gilt)
3. Es musste befürchtet werden, dass hohe Investitionen notwendig werden. (stehen)
4. Es mussten Häuser instand gesetzt werden. (es gilt)
5. Die Eigentumsverhältnisse mussten schnell geklärt. (es gilt)
6. Das Verkehrsnetz musste ausgebaut werden. (es gilt)
7. Umweltprobleme mussten in Angriff genommen werden. (es gilt)
8. Die Verwaltung musste aufgebaut werden. (es gilt)
9. Die Arbeitslosigkeit musste bekämpft werden. (es gilt)
10. Es musste tüchtig gespart werden. (es heißt)

Passivumschreibungen mit den Modalfaktoren „müssen "/„sollen "/„können "/ „nicht


dürfen"

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Umschreibung mit sein, bleiben, es gibt
(la) Für die Sicherheit im Labor muss/soll/ kann noch viel getan werden. = Für die Sicherheit im
Labor ist noch viel zu tun.
(lb) Unfälle können nicht hundertprozentig vermieden werden.= Unfälle sind nicht
hundertprozentig zu vermeiden.
(lc) Mit gefährlichen Stoffen darf nicht gespaßt werden.= Mit gefährlichen Stoffen ist nicht zu
spaßen.
(2) Für die Sicherheit muss/sollte/kann noch viel getan werden. = Für die Sicherheit gibt es
noch viel zu tun.
(3) Was noch getan werden muss/sollte/ kann, ist in einem Katalog festgelegt.= Was noch zu
tun bleibt, ist in einem Katalog festgelegt.
Die Passivumschreibungen sein + Infinitiv mit zu (1), es gibt + Infinitiv mit zu (2) und bleiben +
Infinitiv mit zu (3) drücken eine Notwendigkeit (müssen), eine Forderung (sollen im Indikativ)
bzw. eine Empfehlung (sollen, auch im Konjunktiv II), eine Möglichkeit (können) oder
manchmal ein Verbot (nicht dürfen) bzw. eine eingeschränkte Erlaubnis (nur dürfen) aus. Wel-
che modale Bedeutung die Passivumschreibung hat, muss aus dem Kontext erschlossen wer-
den, ist aber nicht immer eindeutig. Der „Täter" oder Urheber wird selten genannt. Wenn die
passivische Konstruktion sein + Infinitiv mit zu eine Notwendigkeit oder Forderung ausdrückt,
dann entspricht sie der aktivischen Konstruktion haben + Infinitiv mit zu .

Übung 66. Berichten Sie über die Sicherheit im Labor in Sätzen mit sein + Infinitiv mit zu.
1. Manche Sicherheitsvorschriften können nicht so ohne weiteres eingehalten werden.
2. Sie sollten aber trotzdem ernst genommen werden.
3. Absolute Sicherheit kann allerdings nicht garantiert werden.
4. Fluchtwege müssen gekennzeichnet werden.
5. Sie müssen von Schränken und sonstigen Möbeln freigehalten werden.
6. Brennbare Gase müssen in einem Mindestabstand von zwei Metern gelagert werden.
7. Kühlschränke mit brennbaren Chemikalien müssen vor Explosionen geschützt werden.
8. Giftige Chemikalien müssen mit besonderer Vorsicht behandelt werden.
9. Sie müssen deshalb in einem abgeschlossenen Schrank aufbewahrt werden.
10. Alle Sicherheitsvorrichtungen müssen in regelmäßigen Abständen überprüft werden.

Übung 67. müssen, sollen, können oder dürfen; Beschreiben Sie im Passiv, was bei
Baumaterialien zu beachten ist.
1. Im Bausektor sind viele "Krankmacher" leider nur schwer zu ersetzen.
2. Beim Einkauf von Baumaterialien, Farben und Lacken ist deshalb Verschiedenes zu
beachten.
3. Beim Gebrauch dieser Stoffe sind Gefahren für die menschliche Gesundheit nicht
auszuschließen.
4. Deshalb ist, wo immer möglich, unbedingt auf schadstoffarme Produkte zurückzugreifen.
5. Sie sind an besonderen Aufschriften und Umweltzeichen zu erkennen.
6. Holzschutzmittel sind mit größter Vorsicht zu behandeln.
7. Aber manchmal ist die Verwendung solcher Mittel nicht zu vermeiden.
8. Von der Verwendung chemischen Holzschutzes ist dringend abzuraten.
9. Seine gesundheitsschädigende Wirkung ist auf keinen Fall zu verharmlosen.
9. Holz ist auch mit ungefährlichen Lacken und Farben zu schützen.
10. Genaueres dazu ist der einschlägigen Fachliteratur zu entnehmen.
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Zusammenfassende Übungen
Übung 68. Übersetzen Sie ins Deutsche. Gebrauchen Sie in jedem Satz eine synonyme
Form.
1. Это сложно описать словами.
2. Температура повысилась на 3 градуса.
3. В Минске строится много домов.
4. Преподаватель задал студентам сочинение.
5. По выходным не работают.
6. Лекция закончилась.
7. Конференция состоится 15 октября.
8. Плохую отметку сложно исправить.
9. Мой друг получил в подарок словарь.
10. Моя сестра сшила пальто в ателье.

Übung 69. Ersetzen Sie die kursiv markierten Wendungen durch synonyme
Modalverben. Ändern Sie entsprechend die Sätze.
1. Diese Aufgabe lässt sich ohne PC kaum erfüllen.
2. Es ist ratsam, einen Internationalen Studentenausweis zu beantragen.
3. Es ist möglich, mit dem Zug nach Köln zu fahren.
4. Es ist vorgeschrieben, die Jahresarbeit bis zum 1. April abzugeben.
5. Du bist ja imstande, das selbst zu machen.
6. Erlaubst du mir, dein Telefon zu benutzen?
7. Ich bin gezwungen, dich zu bitten, das Land nicht zu verlassen.
8. Hast du Würstchen gern?
9. Ihm ist es gestattet, nach Hause zu gehen.
10. Morgen habe ich viel zu tun, darum habe ich vor, heute früher schlafen zu gehen.

Übung 70. Wie lassen sich folgende Strukturen mit modaler Bedeutung ins Deutsche
übersetzen?
a) - Аня, смотри, тут пятно. Что мне делать? Как его вывести?
- Это платье нельзя стирать! Тебе нужно отнести его в химчистку. Можно
попробовать постирать его средством для деликатных тканей, но лучше не рисковать.
Пятно может не отстираться.
b) Чтобы успешно учиться, необходимо посещать занятия, регулярно выполнять
домашние задания, читать дополнительную литературу.
c) Прежде чем писать реферат, необходимо составить его план, найти необходимую
литературу, изучить ее.

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