Sie sind auf Seite 1von 2

Was ist Kaufsucht(шопоголизм, магазинная зависимость)?

Unter Kaufsucht versteht man den inneren Zwang, kaufen zu müssen, die ständige Wiederholung der
Kaufhandlung (акт купли-продажи) .
Suchtkriterien sind: Kontrollverlust, Zwang zur Wiederholung, Dosissteigerung,
Entzugserscheinungen(абстинентный синдром, ломка) wie etwa Schweißausbrüche(обильное потение),
Zittern(дрожь), innere Unruhe und Depressionen. Hinzukommen Schuldgefühle, dass man sich nicht im Griff
hat(набить себе руку).
Durch die mit dem zwanghaften(навязчивый) Kaufen verbundenen Geldausgaben(денежные расходы) kommt
es häufig zu hohen Schulden bis hin zur Privatinsolvenz(банкротство физического лица),
Partnerschaftsproblemen und Arbeitsplatzproblemen.
Zu Beginn glaubt der Süchtige, durch den Kauf Anerkennung zu finden und wichtig zu sein. Das Kaufen
löst(вызывать, послужить причиной) kurze Glücksgefühle aus. Danach folgt meist der Absturz(падение) in
Depressionen, Existenzängste(страх перед завтрашним днём), Scham- und Schuldgefühle. Der
Betroffene(пострадавший, жертва) lügt und kapselt sich ab(замкнуться, уйти в себя).
Die Kaufsucht ist eine Krankheit, vergleichbar mit anderen stofflichen(материальный) und nichtstofflichen
Süchten (Internetsucht, Spielsucht).

Wie entsteht eine Kaufsucht?


Wie hinter jeder Sucht steckt auch hinter der Kaufsucht eine Sehnsucht(страстное желание, стремление) - die
Sehnsucht nach Anerkennung und Bestätigung(подтверждение, утверждение), der Wunsch, positive Gefühle
zu verspüren und die Betäubung(состояние одурманенности; дурман) negativer Gefühle wie einer inneren
Leere. Der Betroffene kommt in einen Teufelskreis(порочный круг): Der Drang(стремление, влечение) nach
Anerkennung und Bestätigung oder Gefühle wie Ärger und Stress verführen(соблазнить) zum Kaufen. Das
Kaufen führt nach kurzer Zeit zu Schuldgefühlen und Depressionen. Diese unangenehmen Gefühle versuchen
Betroffene dann wieder mit Konsum zu betäuben.
Die Wurzeln für das Suchtverhalten liegen in der Kindheit: Mangel an Zuwendung(внимание) und Anerkennung,
Mangel an Liebe und Geborgenheit. Betroffene mussten sich die Zuwendung der Eltern verdienen, durften
Gefühle nicht frei äußern. Sie haben erlebt, dass sie als Person nicht wichtig sind. Als
Entschädigung(возмещение, компенсация) gab es vielleicht Spielzeug.
Als Erwachsene haben sie nicht gelernt, sich selbst ein gesundes Selbstwertgefühl(чувство собственного
достоинства) zu verschaffen(приобрести). Der Konsum ist für Kaufsüchtige der vergebliche Versuch,
Minderwertigkeitsgefühle(чувство неполноценности) zu betäuben.
Untersuchungen zeigen: Je geringer das Selbstwertgefühl, desto eher lassen sich Menschen zum Kaufen
verführen. Das hat damit zu tun, dass das Kaufen das Belohnungssystem(система вознаграждений) aktiviert
und wir durch das Kaufen mit guten Gefühlen belohnt werden. Manche Menschen haben als Kind auch unter
materieller Entbehrung(нужда) gelitten und werden aus diesem Mangelempfinden heraus kaufsüchtig. Der Kauf
bedeutet einen Ersatz an Zuwendung.
Kaufsuchtkranke haben auch nicht gelernt, sich mit Konflikten auseinanderzusetzen(преодалевать). Probleme
in der Familie, Sorgen um den Arbeitsplatz, eine quälende(мучительный) innere Leere,
Frustrationen(разочарование) oder Einsamkeit werden mit Konsum verdrängt(вытеснять, замещать).
Besonders Frauen wollen mit dem Kaufen von Kleidung, Make-up und Schmuck ihre Unzufriedenheit mit ihrem
Äußern bekämpfen - Männer häufen(накапливать, награмождать) eher technische Geräte, wie Kameras und
Computer, an.
Auch gesellschaftliche Bedingungen spielen eine Rolle: Das Kaufen ist gesellschaftlich akzeptiert und wird
gefördert. Kreditkarten erleichtern das Geldausgeben ebenso wie die Möglichkeit, 24 Stunden am Tag, 7 Tage
die Woche Bestellungen über das Internet zu tätigen(совершать, осуществлять).

Wer ist betroffen?


60 Prozent sind Frauen, vor allem jüngere Frauen zwischen 20 und 30 Jahren. Die Sucht geht durch alle
Schichten. Nach einer Untersuchung der Universität Hohenheim sind 9 Prozent der Bundesbürger kaufsüchtig,
und 23 Prozent stark kaufsuchtgefährdet. Betroffene haben ein schwaches Selbstwertgefühl und
Selbstvertrauen(самоуверенность) und neigen zu Depressionen.

Worin besteht der eigentliche Kick(особый соблазн) beim Kaufen?


Die Formel heißt: Ich kaufe, also bin ich wer. Kaufen vermittelt das Gefühl, sich etwas Gutes zu tun. Kaufen wird
zum Erlebnis. Beim Kaufen erlebt der Betroffene, beachtet und umworben(досаждаемый) zu werden. Er fühlt
sich aufgewertet(улучшенный), sein Selbstwertgefühl steigt. Die Stimmung hellt sich(прояснить) wie bei der
Einnahme einer Droge kurzfristig auf, weil durch das Kaufen das Belohnungszentrum im Gehirn aktiviert wird.
Oder das Kaufen wirkt als Beruhigung bei unguten Gefühlen. Das Selbstwertgefühl wird gestärkt. Es entsteht der
Eindruck, Kontrolle über das Leben zu haben.

Sind Kaufsucht, zwanghaftes(принудительный, вынужденный) Geldausgeben und


Verschwendungssucht(расточительность) dasselbe?
Die Grenze zwischen Kaufrausch und dem Zwang(принуждение) zum Kaufen sind fließend(ровный). Viele
Menschen gehen ab und zu zum Einkaufen, um sich zu trösten, kaufen aus Lust, Unzufriedenheit (Frustkäufe)
oder Langeweile. Solange dies nur anfallsweise(приступообразный) auftritt, handelt es sich um ein normales
Kaufverhalten und es besteht keine Kaufsucht. Es ist eher ein Kaufrausch oder eine Kauflust, die unter Kontrolle
sind.

Wie pflegen Kaufsüchtige ihre Kaufsucht zu begründen & verschleiern(скрывать)?


Vor sich und anderen begründen Betroffene ihren Konsum mit Worten wie: Es sind nur Sonderangebote. Ich
habe viel Geld gespart. Das Geld ist selbstverdient. Ich lasse mir keine Vorschriften machen, wofür ich mein Geld
ausgebe. Schulden mache ich keine. Ich habe die Kontrolle über meine Käufe. Ich wollte nur mal bummeln und
schauen gehen. Dafür spare ich jetzt in nächster Zeit.
Viele Kaufsüchtige verstecken ihre Einkäufe aus Schuldgefühlen, Scham oder Angst, für ihr
ungezügeltes(необузданный) Konsumverhalten kritisiert zu werden oder verschenken(раздартвать) das
Gekaufte.

Neigen Kaufsüchtige auch zu anderen Süchten?


Ja, wenn man Kaufsüchtigen die Möglichkeit nimmt, einkaufen zu gehen und die Ursachen (siehe oben) nicht
beseitigt, werden sie sich ein anderes Suchtverhalten zulegen.

Was tun, wenn man unter Kaufsucht leidet?


Wer kaufsüchtig ist, schafft es in der Regel nicht, aus eigenen Kräften davon loszukommen. Dem Kaufzwang zu
widerstehen erleben die meisten Betroffenen als zu schwer. Deshalb ist eine psychotherapeutische
Unterstützung und/oder der Besuch einer Selbsthilfegruppe(группа взаимопомощи) meist die einzige
Möglichkeit, eine Kaufsucht zu überwinden. Der Kaufzwang verschwindet, wenn die Ursachen –
frustrierende(разочаровывающий) Arbeitsbedingungen, schwierige Beziehung, Konflikte mit den Eltern, vor
allem aber das negative Selbstwertgefühl – in einer Therapie beseitigt werden.
Die Leitfrage lautet dabei: Was brauche ich wirklich? Was fehlt mir? Zuwendung, Bestätigung,
Selbstbewusstsein(чувство собственного достоянства), eine sinnvolle Aufgabe? Wie kann ich mich mehr
befriedigt und ausgefüllt(заполненный) fühlen, ohne zu shoppen und Geld auszugeben?
Auf jeden Fall muss man sich zuerst eingestehen(признать, сознать), dass man süchtig ist und mit seiner Sucht
etwas kompensieren will. Erst dann ist der Weg frei für eine Heilung.
Betroffene sollten ihre Kredit- und Kundenkarten abschaffen(ликвидировать), nur mit Einkaufszettel(список
покупок) und Bargeld einkaufen, Spontankäufe vermeiden, den Dispositionskredit (кредит на перерасход
счёта) herabsetzen(сокращать), nur in Begleitung des Partners einkaufen.
Hilfreich ist es auch, Konsumgüter(потребительские товары) für einige Stunden oder einen Tag zurücklegen zu
lassen und die Kaufentscheidung nochmals zu überschlafen (отложить до утра (принятие какого-л.
решения)).
Wie bei jedem Suchtverhalten ist der Weg zweigleisig:
1. Unterbrechen des Suchtverhaltens
2. die Ursachen des Suchtverhaltens beseitigen(устранить) durch z.B.:
• Erarbeitung eines gesunden Selbstwertgefühls
• Erlernen von Konfliktlösestrategien
• Aufbau von befriedigenden Freizeitaktivitäten
• Erlernen von Selbstbehauptungsstrategien