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Klonen: Die Fakten

Fortschritte in der Biomedizin machen vieles mö glich, was vor wenigen Jahren noch undenkbar schien: das
Vervielfä ltigen von Tieren und bald vielleicht auch Menschen. Das Zü chten von Zellen und Geweben(ткань) im
Reagenzglas mit dem Ziel, Krankheiten zu heilen. Die Mö glichkeiten, die sich den Forschern dabei auftun, werfen auch
ethische Fragen auf. In Wissenschaft, Politik und Gesellschaft tobt(бушеваь) eine heftige Debatte.
Unser Artikel bewertet die Forschung an Stammzellen und Klonen aber nicht moralisch, sondern erklä rt, was eigentlich
gemacht wird.

1. Was bedeutet Klonen?


Biologen verstehen unter einem Klon ein Lebewesen, das die gleichen Gene, also Erbanlagen, besitzt wie ein anderes. In
der Natur entstehen Klone durch ungeschlechtliche Fortpflanzung, zum Beispiel bei Pflanzen. Wenn Sie als
Hobbygä rtner(садовод-любитель) Ihre Rosen durch Stecklinge vermehren oder Ihre Erdbeeren durch Ableger,
erzeugen Sie Klone der Mutterpflanze(плодоносящее растение).
Bei Tieren und Menschen ist die geschlechtliche Fortpflanzung die Regel. Ei- und Samenzelle kommen zusammen, dann
werden die Gene von Vater und Mutter gemischt, und es entsteht ein einzigartiges Individuum, das keinem
Elternteil(один из родителей ) vollkommen(полный ,совершенный ) gleicht.
Doch es gibt auch beim Menschen natü rliche Klone — eineiige Zwillinge. Sie entstehen so: Bald nach der Befruchtung
beginnt sich im Mutterleib die befruchtete Eizelle zu teilen. Aus ihr entstehen zwei, vier, acht Zellen und so weiter. Im
Ausnahmefall kann der Zweizeller so auseinander fallen, dass sich aus jeder der beiden Zellen
eigenstä ndige(самостоятельный ) Embryonen entwickeln: Zwillinge aus einem Ei. Sie haben die gleichen Gene und
ä hneln sich deshalb stark. Wissenschaftler haben bereits kü nstliche Klone von Tieren erzeugt. Am bekanntesten ist das
Schaf Dolly. Der schottische(шотландский ) Embryologe lan Wilmut und seine Kollegen haben Dolly im Reagenzglas
geschaffen. Sie entnahmen(брать, заимствовать) bei Operationen mehreren Mutterschafen(овцематка) Eizellen. Aus
jeder Eizelle entfernten sie mit winzigen Pipetten(пипетка) die Trä ger des Erbguts, die Chromosomen. In diese
„entkernte" Eizelle wurde nun die Erbinformation einer Zelle eingefü gt, die ursprü nglich aus dem Euter(вымя) eines
anderen Schafs stammte. Der Kern der Euterzelle und die Eizelle wurden durch einen kleinen Stromstoß(импульс
тока) verschmolzen.
So entstand ein kü nstlicher Embryo mit dem Erbgut des Schafs, von dem die Euterzelle stammte. Er wurde einem
weiteren Schaf in die Gebä rmutter(матка) gepflanzt, und am 5. Juli 1996 wurde Dolly geboren.

2. Was sind die Chancen und Risiken des Klonens?


lan Wilmut und seine Kollegen betreiben(заниматься) das Klonen nicht als Selbstzweck(самоцель). Sie wollen
gentechnisch verä nderte Schafe zü chten: Schafe, deren Milch Eiweißstoffe(белки) enthä lt, die zum Beispiel bei der
Behandlung von Mukoviszidose (муковисцидоз), einer erblich bedingten(условный , относительный )
Stoffwechselkrankheit, eingesetzt( азначать)werden kö nnten. Zwar konnte man auch schon vor Dolly die
Erbanlagen(гены, наследственные факторы) von im Reagenzglas gezeugten Tieren manipulieren. Doch dieser Weg
ist sehr mü hsam. Klont man die Tiere, geht es leichter. So schufen Wilmut und Kollegen im Jahr 1997 Polly, das erste
gentechnisch verä nderte Klonschaf.
Auch andere Anwendungsgebiete werden verfolgt: die gezielte(целенаправленный ) Erzeugung von „Elitetieren", zum
Beispiel Rindern(крупный рогатый скот), die besonders viel Milch geben. Einige Biologen wollen das Klonen auch fü r
den Artenschutz(охрана видов) einsetzen(ввести в дей ствие): Gewebeproben gefä hrdeter(находящий ся под
угрозой ) Tiere kö nnten eingefroren(замораживать) werden, um auf diese Weise ihre Gene zu bewahren und sie
durch Klonen in Zukunft wieder erstehen(приобретать, покупать) zu lassen.
Doch das Klonen von Tieren ist nicht so einfach. lan Wilmut berichtet, dass — um eine Dolly zu klonen — 277 Versuche
nö tig waren; 276 Embryonen gingen zugrunde(гибнуть, погибать).
Der deutschstä mmige Biologe Rudolf Jaenisch aus Cambridge (USA) warnt: „Etwa 95 Prozent aller bisher geklonten
Tiere sind abnorm. Sie sind viel zu dick, kö nnen nicht richtig atmen, haben Herzprobleme und sterben noch im
Mutterleib oder nach der Geburt. Das Unheimliche(жуткий , тревожный ) ist, dass man manche Defekte von außen
nicht erkennt." So befü rchtet man, dass Dolly schneller altern wird als ein normales Schaf.

3. Kann man Menschen klonen?


Im Prinzip kann man Menschen nach der Dolly-Methode klonen. Doch wegen der Risiken und aus ethischen
Ü berlegungen(рассуждение) warnen die meisten Fachleute davor, es zu versuchen. „Menschen zu klonen wä re vö llig
unverantwortlich", sagt Dollys Schö pfer lan Wilmut. Und der Prä sident der Deutschen Forschungsgemeinschaft,
Professor Ernst-Ludwig Winnacker, nennt solche Ankü ndigungen(объявление, сообщение) „unsinnig und hochgradig

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verwerflich".
Wissenschaftler warnen vor den psychischen Auswirkungen: Wie fü hlt sich ein Kind, das seiner Mutter oder seinem
Vater wie ein jü ngerer Zwilling gleicht? Welche Erwartungen setzen Eltern in solch ein Kind? Steht es nicht unter dem
Druck(испытывать давление), das Leben seines Erzeugers noch einmal zu leben, nur besser und erfolgreicher?
Auch die derzeit schlechte Erfolgsrate(вероятность успеха) des Klonens hat gravierende Konsequenzen(отягчающие
последствия): Um ein einziges, vielleicht nicht einmal gesundes Klonkind zu erzeugen, mü ssten bis zu 40
Eispenderinnen einer Hormonbehandlung und einer Operation zustimmen, damit 400 Eizellen gewonnen werden
kö nnten. Bis zu 50 Leihmü tter mü ssten sich einen im Labor gezeugten Embryo in die Gebä rmutter einsetzen lassen,
damit es zu etwa zehn Schwangerschaften kommt, von denen die meisten in einer Fehlgeburt(выкидыш) enden
wü rden. Trotzdem: Es gibt Freiwillige und Ä rzte, die es versuchen wollen.

4. Wann ist mit dem ersten Menschenklon zu rechnen?


Ginge es nach dem skandalumwitterten italienischen Frauenarzt Professor Severino Antinori, wä re es bereits in naher
Zukunft so weit. Antinori wurde berü hmt, weil er einer 62-Jä hrigen durch kü nstliche Befruchtung zu einem Baby
verholfen hat. Zusammen mit mehreren Mitstreitern(соратник) ist er entschlossen, Menschenklone herzustellen. Sie
sollen unfruchtbaren(бесплодный ) Mä nnern zu einem genetischen Ebenbild(точная копия) verhelfen. Den Ort der
Versuche, die in den meisten Lä ndern illegal wä ren, hä lt Antinori geheim.
Viele Experten zweifeln an seinem Erfolg. Insbesondere Entwicklungsbiologen wie Rudolf Jaenisch und seine Tü binger
Kollegin Professor Christiane Nüsslein-Volhard, Nobelpreisträ gerin von 1995, kritisieren die Klonplä ne des Italieners.
Jaenisch: „Wenn eine befruchtete Eizelle zu einem Sä ugetier(млекопитающее) heranwä chst, lä uft Schritt fü r Schritt ein
Programm ab, das in den Genen festgeschrieben ist. Beim Klonen wird nun das Programm einer bereits
ausgewachsenen Zelle zurü ckgespult bis zum Start." Das klappe aber im Tierversuch nur ä ußerst selten. Bei Menschen
wä re es zu riskant.
Die internationale Gesellschaft der Entwicklungsbiologen hat sich aus diesem Grund im Juli 2001 vorerst gegen das
Klonen von Menschen ausgesprochen.

5. Was sind Stammzellen?


Schon immer trä umen Menschen davon, unsterblich zu sein. Dazu gehö rt die Vision(видение), dass von Unfä llen oder
Krankheiten zerstö rte Organe nachwachsen(отрастать, вновь вырастать) kö nnten. Doch abgesehen von einigen
Ausnahmen — zum Beispiel Hautwunden und Knochenbruchstellen(место излома кости) — wachsen zerstö rte
Gewebe bei Erwachsenen nicht mehr nach. Zellen, die jung und teilungsfreudig und noch nicht so spezialisiert sind wie
gewö hnliche Muskel- oder Nervenzellen, sollen die Vision von der Organerneuerung wahr machen. Die Biologen
nennen diese Zellen Stammzellen. Sie kommen in Embryonen, aber auch in ausgewachsenen Tieren und Menschen vor.
Die befruchtete Eizelle ist sozusagen die „Mutter aller Stammzellen". Da aus ihr noch ein vollstä ndiges Lebewesen mit
all seinen verschiedenen Organen hervorgehen(происходить, выходить) kann, nennt man sie „totipotent" —
lateinisch fü r „zu allem fä hig". Aber auch in frü hen Teilungsstadien eines Embryos sind die Zellen noch sehr vielseitig.
Durch Experimente hat man herausgefunden, dass sie sich je nach der Umgebung, in die man sie bringt, zu den
unterschiedlichsten Zelltypen entwickeln kö nnen. Diese Tausendsassas(мастер на все руки) nennt man embryonale
Stammzellen, kurz: ES-Zellen, und kennzeichnet sie als „pluripotent", also „zu vielem fä hig".
Auch ein bereits geborener Mensch besitzt sein ganzes Leben lang noch Stammzellen, die so genannten „adulten"
Stammzellen. Sie finden sich zum Beispiel im Knochenmark(костный мозг), im Blut und im Gehirn. Sie sind ä lter,
weniger teilungsfreudig und stä rker spezialisiert als ES-Zellen, aber — wie neueste Befunde(состояние) aus
verschiedenen Labors zeigen — ebenfalls recht wandlungsfä hig: Aus Stammzellen des Knochenmarks zum Beispiel
gehen nicht nur Blut bildende Zellen hervor, sondern auch Blutgefä ße(кровеносный сосуд), Leber-, Fett- und
Knochenzellen.
Eine weitere Quelle fü r Stammzellen ist das Blut aus der Nabelschnur(пуповина) neugeborener Babys. Weltweit
wurden bisher rund 2000 Patienten mit Stammzellen aus Nabelschnurblut behandelt. Bei Leukä miekranken kann diese
Behandlung eine Knochenmarktransplantation ersetzen. Manche Ä rzte empfehlen jungen Mü ttern aus diesem Grund,
Nabelschnurblut ihrer Kinder in Blutbanken einlagern zu lassen, um sie fü r eine spätere Behandlung der Kinder bereit
zu halten. Anders als bei Spenderorganen oder gespendetem Knochenmark gibt es bei diesem Verfahren keine
Abstoßungsreaktionen(реакция отторжения).

6. Woher nehmen Forscher embryonale Stammzellen?


James Thomson von der Universitä t von Wisconsin, USA, hat 1998 zum ersten Mal Stammzellen aus einem Menschen-
Embryo entnommen und in einer Zellkultur vermehrt. Er benutzte dazu Embryonen, die bei der Retortenzeugung ü brig
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Elternpaare, die ihren Kinderwunsch bereits erfü llt oder ihn aufgegeben hatten, vermachten(завещать) ihm 14
tiefgekü hlte Embryonen fü r die Forschung. Diese waren zum Zeitpunkt der Zellentnahme vier bis fü nf Tage alt und ein
zehntel Millimeter groß. Danach waren sie nicht mehr lebensfä hig und wurden deshalb weggeworfen. Ebenfalls 1998
gelang es Thomsons Kollegen John Gearhart, Stammzellen im Labor zu vermehren, die er aus abgetriebenen Fö ten
isoliert hatte. Inzwischen verfü gen nach einer Zä hlung der amerikanischen Gesundheitsbehö rde elf Institutionen
weltweit ü ber insgesamt 72 „Zelllinien" aus menschlichen Embryonen. Diese Kulturen lassen sich immer weiter
vermehren und werden von Labor zu Labor weitergereicht.
Wissenschaftler aus Universitä ten und Biotechnik-Firmen experimentieren zurzeit an diesen embryonalen
Stammzellen in den Lä ndern, in denen es der Gesetzgeber erlaubt. Dort werden auch neue Zelllinien aus neuen
Embryonen angelegt.

7. Haben embryonale Stammzellen Vorteile?


„Wir verstehen ihre Biologie viel besser", antwortet der Australier Dr. Peter Mountford auf diese Frage. Er mö chte
verschiedene Zelltypen heranzü chten, die fü r eine Transplantation in geschä digte(поражённый ) Organe in Frage
kommen. Beispiel: Mit implantierten Bauchspeicheldrü senzellen(клетки поджелудочной железы), die Insulin bilden,
kö nnte womö glich(возможно) in Zukunft Diabetes geheilt werden.
Auch der Bonner Neurologe Oliver Brüsde setzt auf embryonale Stammzellen. Brüstle hat aus ES-Zellen von Mä usen die
Vorstufen bestimmter Hirnzellen gewonnen und diese mit Erfolg erbkranken Ratten eingepflanzt, denen die natü rliche
Schutzhü lle der Nervenfasern, das Myelin, fehlte. Seine Forschungen zielen darauf, ES-Zellen fü r die Behandlung von
Parkinson, Multipler Sklerose und Epilepsie einzusetzen. Nun mö chte er seine Methode rasch auf Menschen ü bertragen
und fordert den Import embryonaler Stammzellen nach Deutschland.
Eine Einstellung(установка) der Forschung an ES-Zellen zugunsten(в пользу) adulter(взрослый ) Stammzellen lehnt
Brüstle ab; „Zwar zeigen Transplantationsexperimente an Versuchstieren, dass adulte Stammzellen großes
Wandlungspotenzial aufweisen. Fü r eine medizinische Anwendung muss es jedoch gelingen, die Zellen gezielt
umzuprogrammieren und zu vermehren. Diese Probleme sind noch ungelö st." Brüstle plä diert(настаивать) fü r eine
parallele Forschung an embryonalen und adulten Stammzellen.
Auch mit adulten Stammzellen haben Mediziner schon ermutigende(ободряющий ) Ergebnisse erzielt. Ä rzte aus
Dü sseldorf und Rostock haben bereits adulte Stammzellen aus kö rpereigenen Knochenmarkszellen in die geschä digten
Herzen von zwei Patienten verpflanzt. Diese erholten sich rascher als gewö hnlich. Die Ä rzte vermuten deshalb, dass die
Stammzellen im Herzen zu Herzgewebe geworden und dort angewachsen sind. Dem plastischen Chirurgen Professor
Björn Stark aus Freiburg ist es sogar mit traditioneller Zellkulturtechnik — also ohne gezielte Isolierung von
Stammzellen — gelungen, Ersatz fü r menschliche Haut, Knochen und Knorpel(хрящ) zu zü chten. In seinem Labor wird
an weiteren Zelltypen geforscht.
„In unserem Bereich haben wir keinen Bedarf an embryonalen Stammzellen", sagt Stark. „Denn wir arbeiten ja bewusst
mit autologen Zellen, also Zellen des jeweiligen Patienten. Bei Geweben aus embryonalen Stammzellen sind die
Probleme der Tumorbildung und der Abstoßung noch nicht geklä rt."

8. Was versteht man unter therapeutischem Klonen?


Das therapeutische Klonen ist sozusagen die Kombination der Dolly-Technik mit der Stammzellenzü chtung. In der
Theorie lä uft es so: Einem Erwachsenen wird eine Kö rperzelle entnommen. Deren Kern wird in eine entkernte Eizelle
eingesetzt. Daraus wird aber kein Mensch großgezogen, sondern nur ein Embryo mit einigen hundert Zellen. Aus ihm
werden Stammzellen entnommen und vermehrt. Diese werden dann dazu gebracht, sich zu einem bestimmten Zelltyp
weiterzuentwickeln.
Mit diesem Verfahren kö nnten Abstoßungsreaktionen vermieden werden: Die geklonten Stammzellen sind ja genetisch
mit dem Empfä nger identisch. So kö nnte sich der ehemalige Boxchampion Muhammad Ali, der an der Parkinson-
Krankheit(болезнь Паркинсона) leidet, mithilfe einer gespendeten Eizelle eine embryonale Kopie seiner selbst
erzeugen lassen - wenn es eines Tages klappt. Und aus den Zellen der Kopie kö nnte dann Nervengewebe-Ersatz fü r Alis
Gehirn gewonnen werden.
Ethisch fragwü rdi(сомнительный )g ist, dass ein mö glicherweise lebensfä higer Menschenkeim(зародыш) erzeugt
wü rde, der nach einigen Tagen bewusst getö tet wird. In der Praxis wurde das therapeutische Klonen bisher nur am Tier
ausprobiert, nicht am Menschen.

9. Was von alledem ist nun eigentlich erlaubt?


In den meisten Lä ndern der Welt ist das Klonen von Menschen zum Zwecke der Fortpflanzung(размножение)
verboten, weil es nach mehrheitlicher(прятый большинством голосов, в большинстве) Auffassung(понимание,
восприятие) gegen die Menschenwü rde(человеческое достоинство) verstö ßt(нарушать). In Deutschland droht nach

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dem Ernbryonenschutzgesetz von 1990 dafü r eine Freiheitsstrafe von bis zu fü nf Jahren. Das therapeutische Klonen ist
ebenfalls nicht erlaubt, weil bei diesem Vorgang zumindest fü r kurze Zeit ein lebensfä higer Embryo entsteht, der ein
Klon eines anderen Menschen ist. Das deutsche Embryonenschutzgesetz ist auch in anderer Hinsicht(отношение)
streng und erlaubt die Reagenzglasbefruchtung nur zur Erzeugung von Embryonen, aus denen Babys werden sollen.
Fü r Forschungs- oder Heilzwecke dü rfen Embryonen nicht erzeugt und nicht verwendet werden, also kö nnen deutsche
Mediziner keine Kulturen embryonaler Stammzellen anlegen.
Ob ES-Zellen aus dem Ausland importiert werden dü rfen und dann in Deutschland an ihnen geforscht werden darf, ist
noch umstritten. In Ö sterreich ist der Embryonenschutz nicht in einem eigenen Gesetz geregelt, jedoch verbietet das
Fortpflanzungsmedizingesetz von 1992 die Erzeugung von „entwicklungsfä higen Zellen" fü r andere Zwecke als das
Herbeifü hren einer Schwangerschaft. Damit ist auch das therapeutische Klonen ausgeschlossen. Auch Ö sterreich fü hrt
zurzeit eine Debatte ü ber die Embryonenforschung. Im Juli 2001 wurde eine nationale Bioethik-Kommission eingesetzt.
Auch in der Schweiz, in der viele Pharmafirmen ansä ssig sind, dreht sich die ö ffentliche Diskussion um die Forschung
an embryonalen Stammzellen. Nach gä ngiger Rechtslage gilt sie als „Missbrauch der Fortpflanzungsmedizin" und ist
nicht erlaubt. Gesetzesä nderungen stehen aber an.

1O. Wie sieht es rechtlich in anderen Ländern aus?


An Embryonen zu forschen, die bei der Retortenbefruchtung ü brig geblieben sind, erlauben mit Auflagen derzeit
Schweden, Finnland, die Niederlande, Spanien, Kanada, Japan und einige Bundesstaaten Australiens. In den USA
fö rdert der Staat nur die Forschung mit „ü brigen" Embryonen, privat finanzierte Forschung ist gä nzlich frei. Israel
erlaubt therapeutisches Klonen mit Einschrä nkungen. Die Gesetzeslage in Großbritannien ist umstritten. Die Regierung
mö chte therapeutisches Klonen erlauben, nicht aber das Klonen von Menschen.
„Stammzellen sind das Spannendste, was die Zellbiologie derzeit zu bieten hat", sagt Ernst-Ludwig Winnacker, Prä sident
der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Dem kann man zustimmen, doch ü ber die ethischen Grenzen muss gestritten
werden. Gut zu wissen, worum es dabei geht!

Beantworten Sie folgende Fragen.

1. Was machen Fortschritte in der Biomedizin mö glich?


2. Wie reagiert die Gesellschaft auf die Mö glichkeiten, die sich den Forschern auftun?
3. Was versteht man unter einem Klon?
4. Wie entstehen Klone in der Natur?
5. Was ist die geschlechtliche Fortpflanzung?
6. Gibt es beim Menschen natü rliche Klone? Wie entstehen sie?
7. Was wissen Sie ü ber den ersten kü nstlichen Klon von Tieren?
8. Zu welchem Zweck werden Klone erzeugt? Nennen Sie andere Anwendungsgebiete des Klonens.
9. Warum ist das Klonen von Tieren nicht so einfach?
10. Welche Bedenken halten die meisten Fachleute davon ab, Menschen nach der Dolly-Methode zu klonen?
11. Welche psychischen Auswirkungen kö nnen bei geklonten Menschen eintreten?
12. Wie hoch ist die Erfolgsrate des Klonens?
13. Wann ist mit dem ersten Menschenklon zu rechnen?
14. Warum zweifeln viele Forscher am Erfolg des Klonens bei Menschen?
15. Was sind Stammzellen? Wodurch unterscheiden sie sich von anderen Zellen?
16. Was bezeichnet man als die "Mutter aller Stammzellen"?
17. Was sind die "adulten" Stammzellen?
18. Was stellt eine weitere Quelle fü r Stammzellen dar?
19. Wo nehmen die Wissenschaftler embryonale Stammzellen (ES-Zellen)?
20. Warum zü chten die Wissenschaftler verschiedene Zelltypen heran?
21. Welche Erfolge konnte der Bonner Neurologe Oliver Brü sde erzielen?
22. Welche Nachteile haben die "adulten Stammzellen" gegenü ber den embryonalen Stammzellen? Erzä hlen Sie von
positiven Experimenten mit adulten Stammzellen.
23. Was ist "therapeutisches Klonen"? Beschreiben Sie schrittweise dieses Verfahren.
24. Welche Vor- und Nachteile hat das "therapeutische" Klonen?
25. Ist das Klonen in Deutschland erlaubt? Wie sieht es rechtlich in anderen Ländern aus?

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