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Just a Kiss (2004)

Just a Kiss ist ein britischer Liebesfilm von Ken Film


Loach aus dem Jahr 2004.
Deutscher Titel Just a Kiss
Originaltitel Ae Fond Kiss
Inhaltsverzeichnis Produktionsland Großbritannien
Handlung Originalsprache Englisch, Panjabi
Produktion Erscheinungsjahr 2004
Kritiken
Länge 100 Minuten
Auszeichnungen
Altersfreigabe FSK 6
Weblinks
JMK 12[1]
Einzelnachweise
Stab
Regie Ken Loach
Handlung
Drehbuch Paul Laverty
Die Familie Khan kommt aus Pakistan, doch lebt Produktion Rebecca O’Brien
sie bereits seit 40 Jahren in Großbritannien. Tariq
und Sadia haben drei Kinder: Die älteste Tochter Musik George Fenton
Rukhsana hat studiert und wird möglicherweise in
Kamera Barry Ackroyd
Kürze den promovierten Amar heiraten. Der einzige
Sohn Casim ist ebenfalls studierter Buchhalter, Schnitt Jonathan Morris
verdient sich sein Geld jedoch als DJ und hofft, mit
seinem Freund Hammid eine eigene Disko eröffnen Besetzung
zu können. Seine Eltern haben für ihn die Heirat mit
seiner Cousine Jasmine vorgesehen, die in einigen Atta Yaqub: Casim Khan
Wochen stattfinden soll. Nach ihrem Willen wird Eva Birthistle: Roisin Hanlon
Casim auch danach weiterhin bei der Familie Ahmad Riaz: Tariq Khan
wohnen, so plant sein Vater eine Erweiterung seines
Hauses um einen Anbau mit Räumen für die Shamshad Akhtar: Sadia Khan
zukünftige Familie. Die jüngste Tochter Tahara Shabana Akhtar Bakhsh: Tahara Khan
wiederum geht noch zur Schule, träumt jedoch
Ghizala Avan: Rukhsana Khan
davon, Journalismus zu studieren. Während
Rukhsana streng nach muslimischem Glauben lebt Shy Ramsan: Hammid
und auch bereit ist, die von den Eltern geplante Ehe Emma Friel: Annie
mit Amar einzugehen, versuchen sich Casim und
David McKay: Wee Roddie
Tahara, langsam von den Eltern zu lösen.
Raymond Mearns: Big Roddie
Als Tahara eines Tages von Klassenkameraden
Gary Lewis: Danny
belästigt wird, verfolgt sie sie aufgebracht durch die
gesamte Schule. Casim eilt hinter ihr her, und am Karen Fraser: Elsie
Ende landen alle im Musikraum von Roisin Hanlon, John Yule: Schulleiter
die gerade Gesangsstunden gibt. In dem Chaos geht Ruth McGhie: Mary Nolan
eine Gitarre zu Bruch. Am nächsten Tag bringt
Gerard Kelly: Gemeindepriester
Casim Roisin, die ihm sofort aufgefallen war, eine
neue Gitarre und fährt Roisin nach Hause, wobei David Wallace: Pater David
sie sich vor Leuten, die Casim kennen könnten, im Dougie Wallace: Hausmeister
Wagen verstecken muss. Mit Freunden organisiert
er später einen Klaviertransport für sie und lädt sie Jacqueline Bett: Jacqueline
schließlich ein, mit ihm auszugehen. Sie willigt ein. Pasha Bocarie: Amar
In der Disko sieht Casim seine kleine Schwester Foqia Hayee: Amars Mutter
und ist aufgebracht. Was er darf, ist ihr verboten: Er
schickt sie nach Hause. Casim und Roisin enden in Abdul Hayee: Amars Vater
ihrer Wohnung und verbringen die Nacht Sunna Mirza: Jasmine
zusammen.
Balquees Hassan: Jasmines Mutter
Roisin, die bisher halbtags als Musiklehrerin
gearbeitet hat, wird eine Vollzeitstelle an ihrer katholischen Schule angeboten. Sie könnte sie nach den
Sommerferien antreten und muss dafür nur noch eine Unbedenklichkeitserklärung ihres Gemeindepfarrers
vorlegen. Roisin geht hochgestimmt in die Sommerferien und bucht spontan einen mehrtägigen Aufenthalt in
Spanien, zu dem sie Casim mitnimmt. Er behauptet vor der Familie, er müsse beruflich nach London. Die
Tage in Spanien verlaufen harmonisch und voller Liebe, doch gesteht Casim Roisin nach einiger Zeit, dass er
nach dem Willen der Eltern seine Cousine heiraten muss. Roisin ist verletzt, glaubt sie doch, dass er in ihr nur
ein Abenteuer gesehen hat. Casim hinterfragt seine Gefühle zu Roisin und entschließt sich, die geplante Heirat
aufzulösen, auch wenn er damit den Familienfrieden gefährdet. Zurück in Glasgow eröffnet Rukhsana ihm,
dass sie sich mit Amar verlobt hat. Casim bespricht sich mit seinem Freund Hammid, der ihm davon abrät,
eine Beziehung mit Roisin zu beginnen, würde er doch so seine Familie zerstören. Casim trennt sich von
Roisin.

Casim erlebt kurz darauf, wie sein Vater Tahara verbietet, ein Journalistikstudium in Edinburgh aufzunehmen,
soll sie doch wie ihre Geschwister in Glasgow studieren. Casim stellt sich einsilbig auf die Seite der Eltern und
wird von Tahara als Heuchler beschimpft. Als sie gegangen ist, stellt sich Casim auf Taharas Seite und teilt
seiner Mutter mit, dass er nicht heiraten werde. Am gleichen Tag zieht er aus der elterlichen Wohnung aus und
kommt bei Hammid unter. Er trifft Roisin später zufällig in einem Café, doch weicht sie ihm aus. Sie erfährt
später von Tahara, dass Casim nicht heiraten wird und ausgezogen ist. Sie nimmt die Beziehung zu ihm
wieder auf und er wohnt nun bei ihr.

Kurz vor Beginn des neuen Schuljahres will sich Roisin beim Gemeindepriester die
Unbedenklichkeitserklärung holen. Der Priester verweigert die Erklärung, da er erfahren hat, dass Roisin mit
einem Moslem zusammenlebt und mit ihm außerehelichen Geschlechtsverkehr hat. Da Roisin geschieden ist,
gilt sie für die katholische Kirche zudem noch als Ehefrau. Roisin ist auf die Gesellschaft und die
Engstirnigkeit des Priesters wütend, erhält die Vollzeitstelle jedoch auch ohne die Erklärung, da der Schulleiter
ihre Liebesbeziehung als Privatsache ansieht. Die Familie Khan und die gesamte muslimische Gemeinde
haben unterdessen von der Beziehung Casims zu Roisin erfahren. Die Familienehre ist zerstört, was unter
anderem dazu führt, dass Amars Familie die Verlobung zu Rukhsana auflöst. Die sucht Roisin auf und bittet
sie, Casim zu verlassen, doch Roisin lehnt ab. Roisin wiederum wird mitgeteilt, dass sie von der Schulbehörde
über den Kopf ihres Schulleiters hinweg mit sofortiger Wirkung an eine konfessionslose Schule
zwangsversetzt wurde. Für sie bricht eine Welt zusammen. Als Casim aufgrund beruflicher Verpflichtungen
nicht bei ihr bleiben kann, sperrt sie ihn aus der gemeinsamen Wohnung aus. Am nächsten Tag versucht
Casim vergeblich, sie telefonisch zu erreichen. Seine Mutter hatte ihn zu erreichen versucht, und weil er bei
einem Anruf zu Hause kurz Tahara am Apparat hatte, der Anruf jedoch unterbrochen wird, fährt er zum Haus
seiner Eltern. Rukhsana bittet unterdessen Roisin in ihren Wagen, weil sie ihr etwas zeigen will. Sie fährt sie
zum Haus der Familie Khan. Hier sieht Roisin, wie Casim einer jungen Frau vorgestellt wird. Es handelt sich
um Jasmine, die ohne Casims Wissen nach Glasgow eingeflogen wurde. Rukhsana berichtet Roisin, dass die
Verlobung nie aufgelöst wurde, und sie flieht verzweifelt. Casim wiederum ist empört, dass seine Eltern
Jasmines Familie nie etwas von seinem Entschluss erzählt haben und ihn nun zur Heirat zwingen wollen.
Tahara gelingt es, Casim von Roisins Anwesenheit zu unterrichten und er eilt ihr nach. Dass sein Vater droht,
ihn zu verstoßen, ist ihm egal. Auch Tahara hat nun den Mut, auf ihrem Studium in Edinburgh zu bestehen.
Sie wird zudem in jedem Fall den Kontakt zu Casim aufrechterhalten.

Casim sucht den ganzen Tag nach Roisin und trifft sie schließlich zu Hause an. Sie befürchtet, dass er seine
Sachen packen wird, doch macht er ihr klar, dass er bleiben wird – und zwar bis ins hohe Alter.

Produktion
Just a Kiss wurde in Glasgow und in Nerja, Málaga, gedreht. Der Film erlebte am 13. Februar 2004 auf der
Berlinale seine Premiere und kam am 17. September 2004 in Großbritannien in die Kinos. In Deutschland lief
der Film am 11. November 2004 an. Im Jahr 2005 erschien er auf DVD.

Der Original-Filmtitel geht auf das Lied Ae Fond Kiss von Robert Burns zurück, das im Film gesungen wird.

Kritiken
„Mit der genau beobachteten Milieu- und Mentalitätsstudie erweist sich Ken Loach einmal nicht als
schonungsloser Kritiker ökonomischer Ungerechtigkeit, sondern er erzählt mit Feingefühl und Humor über
soziale und kulturelle Spannungen“, schrieb der film-dienst, und nannte Just a Kiss eine „berührende ‚Romeo-
und-Julia‘-Geschichte“.[2]

Cinema hob die Leistung des Regisseurs Ken Loach hervor, der „mit dieser rauen wie anrührenden
Geschichte einer verbotenen Liebe Höchstform [beweist]. Mitreißendes Kino für Herz und Hirn.“[3] Der
Spiegel lobte den Film, der das Herz wärme, und fasste zusammen: „Wenn der Proleten-Filmer Loach eine so
beschwingte Romanze hinkriegt, kann Ingmar Bergman auch ‚Die Hard 4‘ drehen.“[4]

Auszeichnungen
Auf der Berlinale 2004 erhielt der Film den Preis der Gilde deutscher Filmkunsttheater sowie den Preis der
Ökumenischen Jury.[5] Der Film lief zudem im Wettbewerb um den Goldenen Bären.

Auf der Semana Internacional de Cine de Valladolid gewann Ken Loach 2004 für Just a Kiss den
Publikumspreis. Der Film lief zudem im Wettbewerb um die Goldene Ähre. Bei den British Independent Film
Awards erhielt der Film drei Nominierungen. Paul Laverty war 2004 in der Kategorie Bestes Drehbuch für
einen Europäischen Filmpreis nominiert. Bei den Irish Film and Television Awards wurde Eva Birthisle mit
dem IFTA Award als Beste Darstellerin ausgezeichnet.

Im Jahr 2005 gewann Just a Kiss einen César als Bester europäischer Film. Er teilte sich den Preis mit Emir
Kusturicas Das Leben ist ein Wunder. Eva Birthisle wurde bei den London Critics’ Circle Film Award mit
dem Preis in der Kategorie Beste britische Darstellerin ausgezeichnet. Der Film war für drei weitere ALFS-
Awards nominiert.

Weblinks
Just a Kiss (https://www.imdb.com/title/tt0380366/) in der Internet Movie Database (englisch)

Einzelnachweise
1. Alterskennzeichnung (https://jmkextern.bmb.gv.at/app/detail.aspx?FILID=15849) für Just a
Kiss. Jugendmedienkommission.
2. Just a Kiss. (https://www.filmdienst.de/film/details/523263) In: Lexikon des internationalen
Films. Filmdienst, abgerufen am 2. März 2017.
3. Vgl. cinema.de (http://www.cinema.de/film/just-a-kiss,1313471.html)
4. Premieren: Just a Kiss. In: KulturSpiegel, Nr. 11, 2004, S. 52.
5. Vgl. Übersicht der Preisträger (http://www.berlinale.de/media/pdf_word/service_7/vor_55_ifb/54
_IFB_Preise_2004.pdf) (PDF; 1,5 MB) auf berlinale.de

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Diese Seite wurde zuletzt am 11. August 2019 um 23:14 Uhr bearbeitet.

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