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San Andrés y Sauces


San Andrés y Sauces (Eigenbezeichnung auch Villa y Ciudad de San Andrés y Sauces) ist eine der
14 Gemeinden der Kanareninsel La Palma.

Inhaltsverzeichnis
Geografie
Los Tilos
Geschichte
Cuevas del Tendal
Zuckerrohranbau
Wirtschaft
Bevölkerung und Orte der Gemeinde
Bevölkerungsentwicklung
Weblinks
Einzelnachweise

Geografie
Die Gemeinde San Andrés y Sauces befindet sich im Nordosten La Palmas und grenzt im Norden an die
Gemeinde Barlovento und im Süden an die Gemeinde Puntallana. Beide Orte sind geografisch voneinander
getrennt. Im städtischen Los Sauces befindet sich eine der größten Kirchen La Palmas, die Nuestra Señora de
Montserrat aus dem 16. Jahrhundert, welche flämische Kunstschätze beherbergt. Gegenüber der Kirche liegt
der Park Antonio Herrera mit seinen Gärten.

Der ältere Ort San Andrés mit seiner historischen Altstadt liegt direkt an der Küste zwischen großen Bananen-
Plantagen. Bereits wenige Jahre nach der Eroberung der Insel erhielt San Andrés Stadtrechte und war lange
Zeit administratives Zentrum im Nordosten La Palmas. An der gepflegten Plaza befindet sich die Kirche San
Andres Apostol, die zu Ehren des Schutzheiligen im Jahre 1515 erbaut wurde.[2]

Nördlich von San Andrés liegen das Naturschwimmbecken Charco Azul und der kleine Fischerhafen Puerto
Espíndola.

In den Ortsteilen Las Lomadas und Los Galguitos befinden sich die Wallfahrtskapellen San Pedro Apostol
und San Juan Bautista, beide aus der Zeit kurz nach der spanischen Eroberung.

Los Tilos

Los Tilos, ein 511 Hektar großer Lorbeerwald in der Gemeinde, wurde 1983 von der UNESCO zum
Biosphärenreservat La Palma ernannt. La Palma war somit die erste spanische Insel, die diese wichtige
internationale Anerkennung erhielt. 1998 wurde das Gebiet auf eine Fläche von 13.000 Hektar erweitert, die
etwa 16 %
der
Gemeinde San Andrés y Sauces
Inselfläche Karte der Kanarischen
abdeckt. Wappen
Inseln
Damit
wurden die
nordöstliche
Gemeinden
der Insel,
Barlovento,
Puntallana,
San Andrés y
Sauces und
Alte Straße in San Andrés teilweise auch
Basisdaten
Santa Cruz de
La Palma Autonome
eingebunden.[3] Kanarische Inseln
Gemeinschaft:

Der Wasserreichtum in der Region Los Tilos Provinz: Santa Cruz de Tenerife
schuf über einen Jahrmillionen anhaltenden
Erosionsprozess die tiefen Schluchten des Koordinaten 28° 48′ N, 17° 46′ W
Barranco del Agua mit einer üppigen Höhe: 260 msnm
Vegetation, die heute aus einer der größten
noch zusammenhängenden Lorbeerwälder der Fläche: 42,75 km²
Erde besteht. Hier wachsen neben großen
Farnen zahlreiche, teils endemische Einwohner: 4.141 (1. Jan. 2019)[1]
Lorbeerarten. Da vor etwa 100 Jahren im
Bevölkerungsdichte: 96,87 Einw./km²
oberen Bereich des Barrancos das
Quellwasser abgeleitet wurde, ist dieser Postleitzahl: 38720
Erosionsprozess weitgehend zum Stillstand
gekommen. Das tief eingeschnittene Flussbett, Gemeindenummer (INE): 38033
das durchwandert werden kann, ist noch
Verwaltung
Zeuge dieses vergangenen Prozesses.[2]
Francisco Javier Paz
Das Gebiet Los Tilos besitzt ein kleines Bürgermeister:
Expósito (PSOE)
Besucherzentrum, angelegte Wanderwege und
Aussichtspunkte. www.sanandresysauces.es
Website: (http://www.sanandresysau
ces.es/)
Geschichte
Lage der Gemeinde

Cuevas del Tendal

Im Barranco de San Juan der Gemeinde San


Andrés y Sauces befinden sich die
weiträumigen Guanchenhöhlen Cuevas del
Tendal mit ehemals 16 Räumen der
Anwohner sowie zwei Sammelgrabhöhlen
(Nekropole). Im Umfeld der Höhle befanden
sich mehrere Hüttendörfer.[4][5]
Auf der Südseite des Barrancos wurde das Informationszentrum El
Tendal errichtete, das neben der Höhle Belmaco in Mazo und Zarcita
Zarza in Garafía die dritte prähispanische Stätte auf La Palma ist.[6]

Zuckerrohranbau

Bereits kurz nach der Eroberung La Palmas durch die Spanier im 16.
Jahrhundert wurde in den fruchtbaren und wasserreichen Gebieten
Platz an der Kirche San Andrés
von San Andrés y Sauces und in Argual und Tazacorte großflächig
Apóstol
Zuckerrohr angebaut. Über den Río de Los Sauces (Fluss von den
Weiden) verfügte San Andrés y Sauces reichlich über Wasser.
Erfahrungen mit dem bereits praktizierten Zuckerrohranbau und der
Verarbeitung auf Madeira und Gran Canaria wurden von den
holländischen und katalanischen Landbesitzern auf La Palma genutzt.
Der Export des begehrten Zuckers nach Europa bescherte den
Landbesitzern Reichtum, der in den stattlichen Herrenhäusern von
San Andrés heute noch erkennbar ist.[7]

Der kleine Hafen Puerto Espíndola wurde für die Verschiffung des
Zuckers nach Übersee eigens angelegt, da es zu der Zeit noch keine
Charco Azul (März 2017)
befahrbare Landverbindung nach Santa Cruz mit seinem Hafen gab.

Mit dem Anbau der Zuckerrübe in Europa im 19. Jahrhundert kam


die Zuckerrohrgewinnung weitgehend zum Erliegen und nahm San
Andrés eine bedeutende Einnahmequelle. Zuckerrohr wird jedoch bis
heute in San Andrés und Barlovento zur Destillation von Rum
angebaut.

Die Zuckerrohrproduktion auf La Palma betrug 1914 etwa 250


Tonnen in San Andrés und Barlovento und etwa 290 Tonnen in
Argual und Tazacorte. 2003 wurden in San Andrés und Barlovento
etwa 150 Tonnen Zuckerrohr gewonnen.[8][9] Brücke von Los Tilos

Über mehrere Generationen ist ein Familienbetrieb in San Andrés in


der Rumgewinnung tätig, der eine Zuckerrohrmühle und
Destilliergeräte betreibt. Die Besonderheit des Rums zeichnet sich
durch die „direkte Destillation“ des frischen Zuckerrohrsaftes aus.

Geschichte und Produktionsverfahren werden im Zuckerrohr- und


Rummuseum, das sich im Gebäude der Destilerias Aldea befindet,
dargestellt.[10][11]

Wirtschaft Lorbeerwald Los Tilos

Der Haupterwerbszweig der Gemeinde ist die Landwirtschaft. Das


vorherrschende Anbauprodukt ist seit Anfang des 20. Jahrhunderts die Banane, deren Plantagen große
Landflächen der Gemeinde bis zu einer Anbauhöhe von 300 Metern überdecken.[2]

Bevölkerung und Orte der Gemeinde


Die Bevölkerungszahlen in Klammern stammen aus dem Jahr
2013.[12]

Los Sauces (2.317)


San Andrés (267)
Quinta Zoca (255)
Hoya Grande (235)
Guanchenhöhle Cueva del Tendal
Garachico (249)
Verada de Las Lomadas (225)
Verada Bajamar (154)
El Cardal (104)
El Tanque (133)
Llano El Pino (122)
Ramirez (71)
Orotava (73)
Bermudez (77)
Llano La Palma (62)
San Juan (43) Puerto Espíndola
El Roque (42)
San Pedro (28)
Fuente Nueva (16)

Bevölkerungsentwicklung

Seit den 1960er-Jahren nimmt die Bevölkerung nahezu kontinuierlich


ab (1960–2013: −27,9 %).

Destilerias Aldea in San Andres, im


Hintergrund Puerto Espíndola

Jahr Einwohnerzahl Veränderung Jahr Einwohnerzahl Veränderung


1900 3.409 1970 5.399 −809
1910 3.977 +568 1981 5.345 −54
1920 4.160 +183 1990 5.492 +147
1930 4.616 +456 2001 5.263 −229
1940 5.568 +952 2005 5.086 −177
1950 5.990 +422 2013 4.473 −613
1960 6.208 +218

Weblinks
Commons: San Andrés y Sauces (https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:San_Andr%C3%
A9s_y_Sauces?uselang=de) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Einzelnachweise
1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero (htt
p://www.ine.es/dynt3/inebase/es/index.html?padre=517&dh=1). Bevölkerungsstatistiken des
Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
2. Rolf Goetz: La Palma, Aktivurlaub auf der grünsten der Kanarischen Inseln. 5. Auflage. Peter
Meyer Reiseführer, Frankfurt am Main 2000
3. Weltbiosphärenreservat La Palma. (http://www.lapalmabiosfera.es/de/biosfera) In:
lapalmabiosfera.es. Abgerufen am 15. Dezember 2017.
4. Martin Macho: El conjunto prehistórico El Tendal es clave para conocer el pasado aborigen de
las Islas. Canarias/La Palma 2012. El yacimiento estrella (http://www.eldiario.es/canariasahor
a/politica/yacimiento-estrella_0_42346362.html)
5. Ayuntamiento de la Villa y Ciudad de San Andrés y Sauces, Casco histórico de la villa de San
Andrés (http://sanandresysauces.es/turismo/sitios-de-interes)
6. Las Cuevas del Tendal (http://www.palmerosenelmundo.com/san-andr%C3%A9s-y-sauces/)
7. Ayuntamiento de la Villa y Ciudad de San Andrés y Sauces (http://sanandresysauces.es/munic
ipio/historia)
8. José Luis Sánchez Perera: Los Ingenios Azucareros (https://historiavillalba.wordpress.com/el-
agua-y-los-ingenios-azucareros/).
9. El azúcar y su cultura en las islas atlánticas: escenarios, arquitecturas y organización espacial
en los ingenios de caña dulce (http://mdc.ulpgc.es/cdm/ref/collection/MDC/id/175919), Vol. 2.
10. Ines Dietrich: Das Zuckerrohr- und Rummuseum von San Andrés. (http://la-palma.travel/de/zuc
kerrohr-rummuseum-san-andres-ron-aldea-cana-museo/) In: la-palma.travel. 29. September
2015, abgerufen am 29. Oktober 2017.
11. Historia de Destilerías Aldea en San Andrés y Sauces (http://sanandresysauces.es/municipio/h
istoria)
12. INEbase (Datenbank des Instituto Nacional de Estadística) (http://www.ine.es/nomen2/ficheros.
do)

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Diese Seite wurde zuletzt am 21. November 2020 um 20:39 Uhr bearbeitet.

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