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Ausbildungs- und

Karrieremöglichkeiten
im Handwerk
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Inhalt

Deine Karriere im Handwerk Nach dem Praktikum


4 Berufeliste 17 Wege in eine Ausbildung

6 Karriere im Handwerk 18 Wie läuft eine duale Ausbildung im Handwerk ab?

Betriebspraktikum Anhang 
11 Betriebspraktikum Arbeitsblätter zur Vorbereitung
– Ein erster Blick in die Praxis

12 Praktikumsplatz
Nützliche Informationen im Web

13 Praktikum - Die richtige Vorbereitung ist alles

14 Wissenswertes für die Zeit während des Praktikums


Kleidung und Arbeitssicherheit

15 Checkliste rund ums Praktikum

HWK-KN/Inka Reiter
©
16 Rechtliche Regelungen für das Betriebspraktikum

www.amh-online.de
©
4 Deine Karriere im Handwerk Deine Karriere im Handwerk 5

Im Handwerk warten mehr


als 130 Berufe auf dich!

Änderungsschneider/-in Fahrradmonteur/-in Kraftfahrzeugmechatroniker/-in Steinmetz/-in und Steinbildhauer/-in


Anlagenmechaniker/-in für Sanitär-, Fahrzeuglackierer/-in Kürschner/-in Straßenbauer/-in
Heizungs- und Klimatechnik Feinoptiker/-in Land- und Baumaschinenmechatroniker/-in Stuckateur/-in
Augenoptiker/-in Feinwerkmechaniker/-in Maler- und Lackierer/-in Systemelektroniker/-in
Ausbaufacharbeiter/-in Feuerungs- und Schornsteinbauer/-in Maschinen- und Anlagenführer/-in Technische/-r Modellbauer/-in
Automobilkaufmann/-frau Flechtwerkgestalter/-in Maskenbildner/-in Technische/-r Produktdesigner/-in
Bäcker/-in Fleischer/-in Maßschneider/-in Technische/-r Systemplaner/-in
Baugeräteführer/-in Fliesen-, Platten- und Mosaikleger/-in Maurer/-in Textilgestalter/-in im Handwerk
Bauten- und Objektbeschichter/-in Fotograf/-in Mechatroniker/-in Textilreiniger/-in
Bauwerksabdichter/-in Fotomedienfachmann/ -fachfrau Mechatroniker/-in für Kältetechnik Thermometermacher/-in
Behälter- und Apparatebauer/-in Friseur/-in Mechatroniker/-in für Reifen- Tiefbaufacharbeiter/-in
Bestattungsfachkraft Gebäudereiniger/-in und Vulkanisationstechnik Tischler/-in (Schreiner/-in)
Beton- und Stahlbetonbauer/-in Geigenbauer/-in Mediengestalter/-in Digital und Print Trockenbaumonteur/-in
Bodenleger/-in Gerüstbauer/-in Mediengestalter/-in Flexografie Uhrmacher/-in
Böttcher/-in Glasapparatebauer/-in Medientechnologe/-in Druck Verfahrenstechnologe/-technologin in der Mühlen-
Bogenmacher/-in Glasbläser/-in Medientechnologe/-in Siebdruck und Futtermittelwirtschaft (Müller/-in)
Bootsbauer/-in Glaser/-in Metallbauer/-in Vergolder/-in
Brauer/-in und Mälzer/-in Glas- und Porzellanmaler/-in Metallbildner/-in Wärme-, Kälte- und
Brunnenbauer/-in Glasveredler/-in Metallblasinstrumentenmacher/-in Schallschutzisolierer/-in
Buchbinder/-in Goldschmied/-in Metall- und Glockengießer/-in Werksteinhersteller/-in
Büchsenmacher/-in Graveur/-in Modist/-in Weintechnologe/-in
Bürsten- und Pinselmacher/-in Handzuginstrumentenmacher/-in Oberflächenbeschichter/-in Zahntechniker/-in
Chirurgiemechaniker/-in Hochbaufacharbeiter/-in Ofen- und Luftheizungsbauer/-in Zerspanungsmechaniker/-in
Dachdecker/-in Hörgeräteakustiker/-in Orgel- und Harmoniumbauer/-in Zimmerer/Zimmerin
Drechsler/-in (Elfenbeinschnitzer/-in) Holz- und Bautenschützer/-in Orthopädieschuhmacher/-in Zupfinstrumentenmacher/-in
Edelsteinfasser/-in Holzbildhauer/-in Orthopädietechnik-Mechaniker/-in Zweiradmechatroniker/-in
Edelsteingraveur/-in Holzblasinstrumentenmacher/-in Parkettleger/-in
Edelsteinschleifer/-in Holzspielzeugmacher/-in Polster- und Dekorationsnäher/-in
Elektroniker/-in (Energie- und Gebäudetechnik, Informationselektroniker/-in Raumausstatter/-in
Automatisierungstechnik, Informations- und Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker/-in Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker/-in
Telekommunikationstechnik) Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement Sattler/-in
Elektroniker/-in für Maschinen und Antriebstechnik Keramiker/-in Schilder- und Lichtreklamehersteller/-in
Estrichleger/-in Kerzenhersteller/-in und Wachsbildner/-in Schneidwerkzeugmechaniker/-in
Fachkraft für Holz- und Bautenschutzarbeiten Klavier- und Cembalobauer/-in Schornsteinfeger/-in
Fachkraft für Lagerlogistik Klempner/-in Schuhmacher/-in
Fachkraft für Lederherstellung und Gerbereitechnik Konditor/-in Segelmacher/-in
Fachverkäufer/-in im Lebensmittelhandwerk Konstruktionsmechaniker/-in Seiler/-in

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(Bäckerei, Fleischerei, Konditorei) Kosmetiker/-in Silberschmied/-in

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6 Deine Karriere im Handwerk 7

Deine Karriere im Handwerk

Betriebsleiter/-in, Unternehmer/-in
HWK-KN/Inka Reiter
©

Eine duale Ausbildung in einem der 130 Ausbildungsberufe des Handwerks ist
Studium die perfekte Chance zur sicheren Zukunftsgestaltung und eine Alternative zum
Naturwissenschaftliches/Technisches Studium
Kaufmännisches Studium Studium. Bist du erst mal im Handwerk angekommen, stehen dir viele Aufstiegs-
und Weiterbildungsmöglichkeiten offen.

Schulabgänger/-in:  W
 enn du deine Ausbildung erfolgreich
Fort- und Weiterbildung
Nach deinem Schulabschluss stehen dir im abgeschlossen hast, stehen dir viele Weiter- Tipp! Schülerpraktikum:
Handwerk alle Türen offen! Los geht’s mit einer bildungsmöglichkeiten offen und die große Mit einem Schüler-
Ausbildung in einem handwerklichen Ausbil- Karriere kann losgehen. praktikum kannst du
dungsberuf. Eine Liste mit allen Ausbildungs- das Berufsleben in
Ausbildung der Praxis testen. Du
berufen findest du am Anfang dieser Broschüre. Einjährige Berufsfachschule
Meister/-in plus findest heraus, welcher
In manchen Ausbildungsberufen besuchst du
Fachhoch- Berufsausbildung: die einjährige Berufsfachschule als Vorberei-
Beruf zu dir passt. Gleich-
zeitig verbessern
schulreife tung auf die praktische Berufsausbildung im sich deine Chancen auf
Mit der Berufsausbildung startet deine Karriere. Handwerk. Die einjährige Berufsfachschule eine Ausbildung.
Die meisten Berufsausbildungen in Deutsch- vermittelt berufliche Grundbildung und ist
Fort- und Weiterbildung
land werden im dualen System durchgeführt. Berufsvorbereitung.
Das heißt, du erwirbst die notwendigen prak- Bei erfolgreichem Abschluss kannst du dir die
tischen Kenntnisse und Fertigkeiten in deinem einjährige Berufsfachschule in Absprache mit
Ausbildungsbetrieb. Ergänzt wird dies durch deinem Ausbildungsbetrieb und der zustän- www.gut-ausgebildet.de
fachtheoretischen und allgemeinbildenden digen Handwerkskammer als erstes Aus- www.ausbildung-bw.de
Berufsausbildung zum Gesellen/zur Gesellin Unterricht in der Berufsschule. bildungsjahr anerkennen lassen und steigst www.meslek-bw.de
Gewerblich-technische Ausbildung – Kaufmännische Ausbildung Eine Ausbildung endet mit der Abschluss- bzw. dann direkt im zweiten Ausbildungsjahr in die
Gesellenprüfung. Ausbildung ein.
Diese Kombination aus Betriebspraxis und
Berufsschulunterricht bietet viele Vorteile: Verkürzung der Ausbildungszeit
Erwerb von Zusatzqualifikationen,  Deine Ausbildung ist abwechslungsreich Deine Ausbildungszeit kann aus unterschied-
evtl. Besuch einer Berufsfachschule und interessant. lichen Gründen vor Ausbildungsbeginn ver-
Die Tabelle auf der
 Deine Ausbildung ist praxisnah und du kürzt werden. Dies bietet dir die Möglichkeit, nächsten Seite gibt
lernst im Betrieb moderne Arbeitsprozesse frühzeitig als voll qualifizierte/-r Geselle/-in dir einen Überblick
und den Umgang mit der aktuellen Technik. ins Berufsleben einzusteigen. über mögliche
Schulabgänger/-in  Du verdienst schon während der Ausbil- Voraussetzung ist, dass dein Ausbildungsbe- Verkürzungsgründe
Hauptschule/Werkrealschule – Realschule – Förderschule – und Verkürzungs-
dung dein eigenes Geld. trieb mit der Verkürzung einverstanden ist und
dauern.
Gemeinschaftsschule – Gymnasium  Durch eine Ausbildung im dualen System die Mindestausbildungszeit eingehalten wird.
verbessern sich deine Chancen auf einen
sicheren Arbeitsplatz.

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8 Deine Karriere im Handwerk Deine Karriere im Handwerk 9

Das MiH-Sondermodell für Abiturienten: Fort- und Weiterbildung:


Verkürzungsgrund Verkürzungsdauer 3 Abschlüsse auf einmal
Wenn du das „Abi“ (Hochschulreife, Fachhoch- Neben der Meisterprüfung gibt es für fast alle
Erfolgreicher Abschluss der ein- oder Verkürzung um bis zu
schulreife) schon in der Tasche hast, kannst du Handwerksberufe eine Vielzahl von Fort- und
zweijährigen Berufsfachschule zwölf Monate möglich Als besonders begabte/-r
als Zusatzteil der Ausbildung „Management Weiterbildungen, mit denen du deine Kennt-
Auszubildende/-r mit
Realschulabschluss bzw. Fachschulreife Verkürzung um bis zu im Handwerk“ (MiH) absolvieren. An Stel- nisse auf dem aktuellsten Stand halten und sehr guten Leistungen
sechs Monate möglich le allgemeinbildender Fächer treten in der dich stetig weiterentwickeln kannst. Hier nur kannst du dich auf ein
Berufsschule die Fächer Management im einige Beispiele: Stipendium bewerben.
Fachhochschulreife bzw. Allgemeine Verkürzung um bis zu
Handwerksunternehmen, Englisch sowie EDV.  Betriebswirt/-in im Handwerk – ergänzt
Hochschulreife zwölf Monate möglich
Mit dem MiH verbesserst du deine Berufs- das Wissen aus der Meisterprüfung:
www.sbb-stipendien.de
Abgeschlossene Berufsausbildung bzw. Verkürzung um bis zu perspektiven nachhaltig. Du erhältst am Ende Diese Fortbildung baut auf der Meister-
Wechsel der Berufsausbildung nach der zwölf Monate möglich deiner Ausbildung gleich 3 Qualifikationen prüfung auf und vermittelt Wissen, das für
Grundausbildung in eine ähnliche Berufs- auf einmal: Berufsabschluss, Management- die Betriebsführung wichtig ist, wie bei-
ausbildung Assistent/-in und ein europaweit anerkann- spielsweise Personalwesen, Kalkulation
tes Sprachzertifikat. Natürlich trägst du keine und Marketing.
Lebensalter von über 21 Jahren Verkürzung um bis zu
zusätzlichen Kosten, vielmehr erhältst du eine  Gebäudeenergieberater/-in im Handwerk
zwölf Monate möglich
monatliche Ausbildungsvergütung. – dringend gesucht!
Gute Leistungen in der Ausbildung Möglichkeit, die Aufgabe des/der Gebäudeenergiebera-
Abschluss- bzw. Gesel- ters/-in ist es, Immobilienbesitzer/-innen
Meister/-in:
lenprüfung um ein hal- zu beraten und wirtschaftliche Konzepte
www.amh-online.de
© bes Jahr vorzuziehen Du wolltest schon immer dein eigener Chef zur energiesparenden Modernisierung
sein? Eigene Ideen und Vorstellungen umset- älterer Gebäude zu entwickeln. Diese Fort-
Auslandsaufenthalte Möglichkeiten einer Teilzeitausbildung zen? Du möchtest verantwortlich sein für bildung spricht vor allem Berufsgruppen
Egal ob während oder nach der Ausbildung - Sofern persönliche Umstände wie etwa die andere? Dann stehen dir im Handwerk alle an, die im Bau- und Ausbaugewerbe tätig
speziell für Beschäftigte im Handwerk gibt es Pflege eines kranken Angehörigen oder die Türen offen. Nach der Abschluss- und Gesel- sind, wie zum Beispiel Zimmerer und
www.mobilitaetscoach.de
www.x-change-info.net viele Programme, mit denen du die Möglichkeit Erziehung eines Kindes vorliegen, kannst du lenprüfung kannst du die Prüfung zum/zur Stuckateure.
www.goforeurope.de hast, für einige Zeit in deinem Beruf im euro- gemeinsam mit deiner zuständigen Hand- Meister/-in ablegen und deinen eigenen  Gestalter/-in im Handwerk
www.euregio.de päischen oder im internationalen Ausland zu werkskammer und deinem Ausbildungsbe- Handwerksbetrieb leiten sowie Auszubildende Als Gestalter/-in im Handwerk bist du Profi
arbeiten. trieb eine Teilzeitausbildung vereinbaren. ausbilden. für die kreative Ausgestaltung unterschied-
Dabei kann deine betriebliche Wochenarbeits- licher Erzeugnisse. Gearbeitet wird in fast
Ausbildungsmöglichkeiten für Jugendliche zeit reduziert werden, der Berufsschulunter- Der Clou: Bei einer Meisterausbildung allen Bereichen des Handwerks wie z.B. bei
mit Behinderung richt findet weiterhin vollzeitschulisch statt. wird dir MiH als Teil III der Meisterprüfung Raumausstattern oder Fotografen sowie in
Solltest du eine Behinderung haben, stehen dir anerkannt!
Friseur-, Schreiner- und Goldschmiedebe-
grundsätzlich alle Ausbildungsberufe offen. Mittlerer Bildungsabschluss „9 + 3“ trieben.
Zusammen mit deiner zuständigen Hand- Wenn du nach deinem Hauptschulabschluss  Betriebsinformatiker/-in – auch im Hand-
werkskammer kannst du klären, welche Unter- eine Berufsausbildung abschließt und in werk nicht wegzudenken!
stützungsleistungen du für eine Regelaus- deinem Hauptschulabschlusszeugnis, dem EDV-Anwenderkenntnisse, fundiertes Wis-
bildung bekommen kannst. Wenn aufgrund Berufsschulabschlusszeugnis sowie der Kam- sen über die Einrichtung kleinerer Netz-
deiner Behinderung keine Regelausbildung in merprüfung eine Durchschnittsnote von 2,5 werke und Fertigkeiten in der Konzeption
Frage kommt, kannst du eine theoriereduzier- erreichst, werden dir die Abschlüsse als mitt- und Erstellung anspruchsvoller Daten-
te Ausbildung (in sogenannten Fachpraktiker- lerer Bildungsabschluss anerkannt. Dieser bankanwendungen zeichnen den/die
Berufen) beginnen. Der Unterrichtsstoff in der Abschluss ist gleichwertig mit dem Realschul- Betriebsinformatiker/-in (HWK) aus.
Berufsschule ist in diesen Ausbildungen leich- abschluss.
ter. Ein Wechsel in eine Regelausbildung ist
jederzeit möglich. Ausbildung plus Fachhochschulreife
Durch Belegung von Zusatzkursen an der
Berufsschule oder Besuch eines dualen Berufs-
kollegs hast du die Möglichkeit, zusammen
mit dem Ausbildungsabschluss die Fachhoch-
schulreife zu erwerben.

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10 Deine Karriere im Handwerk Betriebspraktikum 11

Hochschulstudium
– auch ohne Abitur:
Betrieb erweiterst du deine Einsatzmöglich-
keiten im Handwerk und bist auf Führungs-
Betriebspraktikum
Als Geselle/-in mit einigen Jahren Berufserfah-
aufgaben perfekt vorbereitet. Nach Abschluss
des Studiums kannst du als selbstständige/-r
– ein erster Blick in die Praxis!
rung erwirbst du automatisch die „fachgebun- Unternehmer/-in, als Geschäftsführer/-in oder
dene Hochschulreife“. Das heißt, dass du im als Führungskraft tätig werden. Bald ist es soweit, denn der Schulabschluss steht vor der Tür! Was aber willst du wirklich?
Bereich deiner Ausbildung ein Studium auf-
Worin bist du gut und was liegt dir weniger? Eine tolle Möglichkeit bei der Suche nach
nehmen kannst. Die Meisterprüfung gilt – wie Unternehmer/-in:
das Abitur   –   als „Allgemeine Hochschulzugangs- deinem Beruf ist das Betriebspraktikum!
berechtigung“ und ermöglicht dir den Zugang Einen Betrieb selbstständig führen? Ja genau!
zu Universitäten und Hochschulen. Du kannst Nach der Ausbildung, Weiterbildungskursen
Vollzeit oder berufsbegleitend studieren und und/oder der Meisterprüfung machst du dich
dich für ein berufsnahes Studium wie Betriebs- fit für deine Karriere als Unternehmer/-in. Das Wichtigste zum Betriebs- Das Ferienpraktikum
wirtschaftslehre oder Maschinenbau einschrei- Deine Handwerkskammer hilft dir dabei, einen praktikum in Kürze:
ben oder dich in englischer Literatur weiterbilden bestehenden Betrieb zu übernehmen oder Du kannst auch in den Ferien ein Betriebsprak-
– dir stehen alle Möglichkeiten offen! einen neuen Betrieb aufzubauen.  Du
 kannst jederzeit im Jahr ein Praktikum tikum machen. Das ist eine gute Übung für
in einem Betrieb beginnen! deine spätere Ausbildungsplatzsuche, denn
Duales Studium:  Dein Praktikum kann unterschiedlich lange hier musst du dich um alles selber kümmern:
Als Abiturient/-in oder nach erfolgreich abge- Kontaktiere deine zuständige Hand- dauern - beispielsweise auch nur einen Tag.  Du suchst deinen Praktikumsbetrieb, stellst
schlossener Ausbildung und Meisterprüfung
erfüllst du die Hochschulzugangsberechti-
werkskammer zu weiterführenden  Du arbeitest im Betrieb mit und bekommst
konkrete Einblicke in die Arbeitswelt. So
dich dort vor und besprichst mit dem
Betrieb alles Wichtige selbst.
gung für ein Duales Studium. Du studierst und Informationen. Eine Liste der kannst du testen, ob der Beruf deinen Vor-  Neben der Erfahrung bringt dir das
stehst zugleich im vertraglichen Ausbildungs-
verhältnis. Mit der wissenschaftlichen Grund-
Ansprechpartner/-innen findest du stellungen entspricht.
 Erweitere deine Erfahrungen mit einem
Betriebspraktikum kräftige Vorteile bei
deiner Bewerbung für einen Ausbildungs-
lage und der praxisbezogenen Anwendung im auf www.handwerks-power.de. oder mehreren Ferienpraktikum/-praktika platz. Schließlich kennt dich dein/-e
in anderen Berufen. Allein im Handwerk gibt zukünftige/-r Chef/-in schon und weiß,
es über 130 verschiedene Berufe. Du findest was du kannst. Das zählt oft mehr als nur
sie auf den ersten Seiten dieser Broschüre. ein gutes Zeugnis. Und auch bei späteren
Bewerbungen ist es immer gut, wenn man
Das Schülerbetriebspraktikum Zeugnisse aus verschiedenen Praktika mit-
schicken kann.
Dieses Praktikum ist ein Angebot deiner Schule
und gibt dir die Möglichkeit mindestens ein-
mal während deiner Schulzeit einen Beruf aus- Wusstest du schon…
zuprobieren.   … was ein/-e Konstruktions- Nein? Spannende
Details zu allen Hand-
 Deinen Praktikumsplatz solltest du nach mechaniker/-in macht?
werksberufen findest
Möglichkeit selbst suchen. Wenn du auf  …welche Arbeiten ein/-e Anlagen-
du unter
eigene Faust nichts findest, hilft dir dein/-e mechaniker/-in für Sanitär-, Heizungs- www.handwerk.de.
Lehrer/-in bei der Suche. und Klimatechnik ausführt?
 Die Schule entscheidet, ob der Betrieb für  … oder was der/die Elektroniker/-in
dein Praktikum geeignet ist. für Maschinen- und Antriebstechnik
  Das Schulpraktikum ist eine Ergänzung zur aufbaut?
Berufsvorbereitung im Unterricht und
findet daher in der Schulzeit statt.

www.amh-online.de
©
12 Betriebspraktikum 13

Wie finde ich einen Praktikumsplatz?


Du hast schon her-
ausgefunden, wo
deine Stärken und
Interessen liegen
und welche Berufe
zu dir passen? Hier
findest du Hand-
werksbetriebe, die
Praktikumsplätze
anbieten: ©
www.amh-online.de

www.amh-online.de
Das Praktikum – Die richtige
©

 w  ww.handwerks-power.de:
Interessante Links
Auf der Nachwuchsseite des baden-würt-
tembergischen Handwerks kannst du in
zur Berufsvorbereitung: Vorbereitung ist alles
ganz Baden-Württemberg nach Prakti-  www.jobboerse.arbeitsagentur.de:
kums- und Ausbildungsstellen in einem Jobbörse der Agentur für Arbeit Du hast eine Praktikumsstelle in einem Beruf gefunden, der dich interessiert? Perfekt.
bestimmten Beruf und an einem bestimm-  www.planet-beruf.de:
Damit das Praktikum für dich zu einer guten Erfahrung wird und du dir Frust ersparst,
ten Ort suchen. Danach musst du dich nur Seiten der Bundesagentur für Arbeit
noch beim Betrieb deiner Wahl melden.  www.abimagazin.de: solltest du dich gut darauf vorbereiten.
Seite des gleichnamigen
 www.lehrstellen-radar.de:
 Berufswahlmagazins
Eine App mit Praktikums- und Ausbildungs-  www.girlsday.de: Im Vorstellungsgespräch
plätzen im Handwerk. Website zum „Mädchen-Tag“ mit punkten
Informationen und Praktikumstellen
 T  ag der offenen Tür von Betrieben  www.boys-day.de:  u hast ein Vorstellungsgespräch beim
D Bist du erst mal im Vorstellungsgespräch, ist es
und Ausbildungsmessen: Webseite zum „Jungen-Tag“ mit Wunschbetrieb? Kein Grund zur Panik, denn nicht nur wichtig, gute Antworten zu geben.
Im Anhang findest
Handwerksbetriebe präsentieren ihr Unter- Informationen und Praktikumsstellen hauptsächlich geht es dem Betrieb darum, Zeige Eigeninitiative und Interesse, indem du
du Arbeitsblätter,
nehmen oft an einem „Tag der offenen Tür“. dich kennenzulernen und rauszufinden, wie auch dem Betrieb Fragen stellst. Frag nach, mit denen du dein
Nutze diese Möglichkeit und informiere Deine Bewerbungsunterlagen du so drauf bist. welche Arbeiten du machen kannst und was Praktikum vorberei-
dich direkt vor Ort über den Betrieb und von dir erwartet wird – nur so weißt du, ob das ten kannst.
eine Ausbildung. Auf Ausbildungsmessen Auf der Seite   www.handwerks-power.de Mit folgenden Fragen solltest du dich vor dem Praktikum was für dich ist oder ob du dir lieber
in deiner Region kannst du mit Handwerks- findest du Tipps, wie du ein Anschreiben und Vorstellungsgespräch beschäftigen: noch einen anderen Betrieb anschauen willst.
betrieben in Kontakt kommen. deinen Lebenslauf erstellen kannst.  Was ist dir in deiner Ausbildung wichtig? Und der Betrieb kann erkennen, dass du dir
 Was kannst du deiner Meinung nach Gedanken gemacht hast und dich wirklich für
 Ö  rtliches Branchenbuch/Internet: besonders gut? den Beruf interessierst.
Im örtlichen Branchenbuch oder Internet  Warum willst du gerade diesen Beruf
kannst du nach Betrieben suchen, die dich lernen?
interessieren und diese dann persönlich
kontaktieren.

14 Betriebspraktikum 15

Checkliste rund ums Praktikum


Vor dem Praktikum  Beim Schülerbetriebspraktikum besucht
dich dein/-e Lehrer/-in wenn möglich an
 Informiere dich über Berufe, deinem Arbeitsplatz und du kannst live
die dich interessieren. berichten, was du zu tun hast, wie es dir
 Suche selbstständig nach gefällt, etc.
einem Praktikumsplatz.  Kläre vor deinem Praktikum ab, wann
Bewerbung und Vorstellungsgespräch dein/-e Lehrer/-in dich besucht.
www.amh-online.de
©
 Welche Arbeitszeiten gelten für  Frage dich selbst: Macht das Praktikum
mich in meinem Praktikumsbetrieb? Spaß, gefällt es dir in dem Betrieb und

Wissenswertes für die Zeit  Wann und wo muss ich mich am


ersten Tag melden?
könntest du dir vorstellen, später dort zu
arbeiten? Dann gib deine Bewerbung für

während des Praktikums  Welche Kleidung trägt man im einen Ausbildungsplatz dem/der

»
Praktikumsbetrieb? Wird sie mir zuständigen Ansprechpartner/-in
zur Verfügung gestellt? (meistens der/die Betriebsinhaber/-in) ab.
Jeans oder Minirock – Kleidung  Welche Sicherheits- oder Hygiene-
beim Praktikum Unternimm keine Aktionen auf vorschriften gelten?
Nach dem Praktikum
Natürlich weißt du, dass du zum Vorstellungs-
eigene Faust. Frag immer erst bei  Für alle Fälle: Notiere dir die Telefon-
nummer deines Lehrers/deiner Lehrerin  Bei Betreuer/-in, Chef/-in und Kolle-
gespräch mit schicken oder zumindest ordent- deinem/-r Betreuer/-in oder bei und deines Betreuers/deiner Betreuerin gen/-innen bedanken und verabschieden!
lichen Klamotten erscheinen musst.
Aber was ziehst du während des Praktikums
Kollegen/-innen nach. im Betrieb!  Ausgeliehene Unterlagen, Schutzkleidung,
Firmenausweis usw. wieder zurückgeben!
Die Anweisungen der Betriebs-

«
an? Gerade in Handwerksberufen ist oft eine Während des Praktikums  Telefonnummern und Ansprech-
spezielle Schutzkleidung notwendig. In einer
mitarbeiter/-innen musst du partner/-innen aufschreiben.
Werkstatt ist es oft recht laut und du brauchst Das Wichtigste: Mit offenen Ohren

  Praktikumsbescheinigung (der Schule)
einen Gehörschutz. Oder es werden spezielle genau befolgen. und Augen durch den Betrieb gehen, vom Betrieb ausfüllen lassen.
Schuhe benötigt, weil mit schweren oder nachfragen, Interesse zeigen!  Abschlussbericht schreiben und bei
scharfkantigen Gegenständen gearbeitet wird.  Notiere deine Erfahrungen in einem deinem/-r Lehrer/-in abgeben.
Kläre vor dem Praktikum, welche Schutzkleidung kleinen Berichtsheft (siehe Beilage).  Mit Freunden/-innen und Mitschülern/-innen
man im Praktikumsbetrieb trägt. über eure Erfahrungen austauschen.

Arbeitssicherheit
– das Wichtigste zum Schluss
Bei deinem Praktikum bist du eine besondere
Person im Betrieb. Du kennst dich im Betrieb
nicht aus und hast auch keine Erfahrung mit
den Maschinen und Werkzeugen. Deshalb
darfst du nur unter Aufsicht arbeiten. Auch als
gefährlich eingeschätzte Aufgaben wie zum
Beispiel Gerüstbau, Bedienen großer Maschi-
nen oder Arbeit mit Chemikalien darfst du
nicht übernehmen. Es ist am sichersten, wenn
du dir am ersten Tag deines Praktikums genau
erklären lässt, worauf du aufpassen musst.
von Lieres / Fotolia.com

Falls du etwas nicht verstanden hast, frag’


nach. Schreib dir alles auf und bring den Zettel
jeden Tag mit zur Arbeit.

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16 Rechtliche Regelungen Nach dem Praktikum 17

Rechtliche Regelungen für das Betriebspraktikum

Hier eine Zusammenstellung der wesentlichen Regelungen für ein Betriebspraktikum:

Schülerbetriebs-  D as Schülerbetriebspraktikum ist eine Schulveranstaltung.


praktikum  Haftpflicht- und Unfallversicherung laufen über die Schule. Unfälle während des
Praktikums oder auf dem Weg dorthin sind also über diese Versicherung der Schule
abgedeckt.
 Im Krankheitsfall müssen Schule und Betrieb informiert werden.
 Die Fahrtkosten zum Betrieb übernimmt meist die Schule.
Freiwilliges Praktikum Es ist eine Absprache mit dem Betrieb und den Eltern nötig, über wen
in den Ferien die Haftpflichtversicherung läuft.
Sozialversicherung Allgemein gilt, dass für ein unbezahltes Praktikum keine Sozialversicherungs-
beiträge bezahlt werden müssen.
Wochenarbeitszeit  F ür Schüler/-innen bis 15 Jahre: höchstens 7 Stunden/Tag und 5 Tage/Woche bzw.
höchstens 35 Stunden/Woche. HWK KN / Inka Reiter
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 Für Schüler/-innen über 15 Jahre: höchstens 8 Stunden/Tag und 5 Tage/Woche bzw.


40 Stunden/Woche.
 Die Angaben beziehen sich auf die reine Arbeitszeit – Pausen sind hier noch nicht
eingerechnet. Wege vom Betriebspraktikum
in eine Ausbildung
Arbeitszeit  G
 enerell darf die Arbeitszeit morgens nicht vor 6 Uhr beginnen, abends nicht länger
als 20 Uhr dauern.
 Samstags, sonntags und feiertags darf im Praktikum nicht gearbeitet werden.
 Für manche Branchen wie Gaststätten oder landwirtschaftliche Betriebe gibt es Aus-
nahmen. In den restlichen Arbeitsblättern kannst du deine Erfahrungen aus dem Praktikum doku-
Pausen Praktikanten/-innen müssen nach 4,5 Stunden mindestens 15 Minuten Pause machen. mentieren und bekommst einen guten Überblick, was du dazu gelernt hast oder was dir
Bei einer täglichen Arbeitszeit über 6 Stunden beträgt die Pausenzeit insgesamt 1 Stunde.
Bei weniger Arbeitsstunden beträgt die Pausenzeit am Tag nur 30 Minuten. noch fehlt. Du kannst auch festhalten, was dir gefallen hat und was nicht.

Grundsätzlich Akkordarbeit und tempoabhängige Arbeiten und Arbeitsaufträge, die zu schwer oder
verboten zu gefährlich sind, sind grundsätzlich verboten.
Betriebliche Auch Praktikanten/-innen unterliegen der betrieblichen Schweigepflicht Vom Betriebspraktikum
Schweigepflicht – vertrauliche Dinge des Betriebs dürfen nicht weitererzählt werden. zum Ausbildungsvertrag
Mindestlohngesetz Im Rahmen der Berufsorientierungsphase vor
Wenn dir dein Praktikum in dem Betrieb gefallen hat  D
 er Betrieb erstellt zusammen mit der Handwerks-
Aufnahme einer Ausbildung sind Praktikums-
und du dir eine Ausbildung in dem Beruf vorstellen kammer deinen Ausbildungsvertrag. Im Ausbil-
verhältnisse nicht mindestlohnpflichtig.
kannst, sind es nur noch wenige Schritte bis zu deinem dungsvertrag sind unter anderem folgende Informa-
Ärztliche Vor Beginn einer Ausbildung ist laut Ausbildungsplatz. tionen geregelt:
Erstuntersuchung Jugendarbeitsschutz-Gesetz eine  Erkundige dich im Betrieb nach der/dem zuständi-  dein Ausbildungsberuf
ärztliche Erstuntersuchung notwendig. gen Ansprechpartner/-in für die Ausbildung. Dort  dein Berufsschulort
kannst du deine Bewerbungsunterlagen abgeben.  deine Ausbildungsdauer
 deine Ausbildungsvergütung.

Wenn du weitere Informationen zu diesen


Themen brauchst, hilft dir die Handwerks-
kammer in deiner Region.

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DDRockstar / Fotolia.com
18 Nach dem Praktikum

Wie läuft eine duale Ausbildung


im Handwerk ab?

Eine duale Ausbildung findet an zwei Lernorten statt:


in deinem Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule.

Duale Ausbildung

Betriebliche Ausbildung
Du wirst schrittweise an die Aufgaben des Ausbildungs-
betriebes herangeführt und erwirbst dadurch praktische Berufsschule
Kenntnisse und Fertigkeiten in deinem Ausbildungs- Das praktische Wissen aus deinem Ausbildungsbe-
betrieb und in der Berufsschule. trieb wird durch fachtheoretischen und allgemein-
bildenden Unterricht an der Berufsschule ergänzt.
Überbetriebliche Ausbildung
In der überbetrieblichen Ausbildung kannst du in Bildungs-
zentren des Handwerks spezielle Arbeitstechniken erlernen
oder vertiefen.

Dein Weg zur Abschluss- bzw. Gesellenprüfung im Handwerk:

Duale Ausbildung

Abschluss- bzw. Gesellenprüfung

Betriebliche und
Berufsschule
Dauer der Ausbildung

überbetriebliche Ausbildung
2 – 3,5 Jahre

Zwischenprüfung
Betriebliche und
Berufsschule
überbetriebliche Ausbildung
Ausbildungsvertrag
zwischen Betrieb und Auszubildendem/Auszubildender
Bismarckallee 6 Webersteig 3 Heilbronner Straße 43
79098 Freiburg 78462 Konstanz 70191 Stuttgart
Telefon: 0761 218 00-0 Telefon 07531 205-389 Telefon 0711 1657-256
Fax: 0761 218 00-333 Fax 07531 205 6-389 Fax 0711 1657-887
ausbildung@hwk-freiburg.de nachwuchswerbung@hwk-konstanz.de berufsorientierung@hwk-stuttgart.de
www.hwk-freiburg.de www.hwk-konstanz.de www.hwk-stuttgart.de

Allee 76 B1, 1-2 Olgastraße 72


74072 Heilbronn 68159 Mannheim 89073 Ulm
Telefon 07131 791-0 Telefon 0621 18 002-0 Telefon 0731 1425-0
Fax 07131 791-200 Fax 0621 18 002-199 Fax 0731 1425-9000
info@hwk-heilbronn.de info@hwk-mannheim.de nachwuchswerbung@hwk-ulm.de
www.hwk-heilbronn.de www.hwk-mannheim.de www.hwk-ulm.de

Friedrichsplatz 4-5 Hindenburgstraße 58


76133 Karlsruhe 72762 Reutlingen
Telefon 0721 16 00-0 Telefon 07121 2412-260
Fax 0721 16 00-199 Fax 07121 2412-426
info@hwk-karlsruhe.de ausbildung@hwk-reutlingen.de
www.hwk-karlsruhe.de www.hwk-reutlingen.de Arbeitsgemeinschaft
Heilbronner Straße 43
70191 Stuttgart
Telefon 0711 26 37 09-0
Fax 0711 26 37 09-100
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