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GRUNDKURS ARCHITEKTUR

Texte zur Vorlesung Entwurf + Konstruktion I/II

Tomografie
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Prof. Andrea Deplazes

Der „unsichtbare“ Baustoff


Eva Geering, Andrea Deplazes
aus: Architektur konstruieren - Ein Handbuch, 4. Auflage, S. 141-144
Birkhäuser 2013

Systeme Wärmedämmung
aus: Architektur konstruieren - Ein Handbuch, 4. Auflage, S. 148
Birkhäuser 2013

Zum Problem von Wärmefluss und Dampfdiffusion


aus: Architektur konstruieren - Ein Handbuch, 4. Auflage, S. 346
Birkhäuser 2013

ETH Zürich, Departement Architektur, Professur Andrea Deplazes


BAUSTOFFE – MODULE Dämmung
Einführung

Der «unsichtbare» Baustoff

Eva Geering, Andrea Deplazes Vom Verbergen und Herzeigen im gemässigten Kontinentalklima Europas wären, je nach
Nach der Energiekrise der siebziger Jahre und der darauf Jahreszeit, Wärmeerhalt und Wärmegewinn erwünscht.
folgenden Einsicht zur notwendigen Reduktion des Ener- Ein Versuch, diesem materialimmanenten Paradox Rech-
gieverbrauchs wird der bauphysikalisch «mehrschichtige nung zu tragen, ist die Entwicklung der so genannten
Wandaufbau» entwickelt. Die äusserste Lage der in transparenten Wärmedämmung (TWD). Die aus mehreren
Schichten aufgelösten Mauer dient dazu, die meist insta- Komponenten zusammengesetzte Dämmung sperrt Licht
bile Dämmung vor Witterung zu schützen. Die Dämmung und somit Wärme nicht ab, sondern lässt sie nach innen
wiederum umhüllt die innere, tragende Struktur des gan- an eine speicherfähige Mauer eindringen. Die TWD ist
zen Gebäudes, an der sie befestigt ist, wie ein Wollman- nicht nur für Licht und Wärme durchlässig, sondern auch
tel. Durch diese technisch einleuchtende Entwicklung ent- optisch transparent. Dies zeigt sich insbesondere beim
steht eine neue gestalterische Fragestellung: Wie sieht Direktgewinnsystem, bei welchem die transparente
aussen innen eine gedämmte Wand aus? Kann oder soll ihr Ausdruck Wärmedämmung als Hüllenelement ohne dahinter lie-
der plastischen Wirkung einer monolithischen Mauer ent- gende Wand eingesetzt wird. Diese Art der Anwendung
sprechen? Eine nahe liegende Lösung dieses Dilemmas von TWD ähnelt einem nicht völlig durchsichtigen Fenster.
ist die Ausbildung der äusseren Schutzschicht als selbst- Nicht nur die äussere Schutzschicht dieses Wandaufbaus
tragende Schale aus Backstein oder Beton. Dadurch er- ist transparent, wie wir dies vom Suva-Gebäude kennen,
scheint die mehrschichtige Wand als vermeintlich mas- sondern die Dämmung selbst ist annähernd unsichtbar.
sive Mauer. Fast so, als hätte es die Energiekrise nie ge- Sie ist gleichsam nicht vorhanden und erlaubt die Illusion
geben. Sogar wenn die Dämmung, um den baulichen Auf- der bauphysikalischen Sorglosigkeit. (siehe TWD «Trans-
wand zu verringern, nur mehr durch eine dünne Putz- parente Wärmedämmstoffe»).
schicht geschützt ist, ergibt sich ein täuschend massives
Bild. Jedenfalls so lange, wie wir die Mauer nicht tastend Synthetische Baustoffe
prüfen. Hinterlüftete Systeme verzichten auf diese Täu- Ob sichtbar oder unsichtbar, die beschriebenen Formen
schung und übertragen einer leichten Verkleidung, sei sie der Wärmedämmung sind Teil eines aufwändig zu erstel-
Abb. 1: Mehrschichtiger Wandaufbau aus Holz, Blech oder Eternitschindeln, eine schützende lenden Systems sich ergänzender und voneinander
Temperaturverlauf innerhalb der Schichten
und bekleidende Funktion. Auch diese Konstruktion ka- abhängiger Schichten.
schiert die notwendige Dämmschicht und nutzt sie nur in- Den Wunsch nach einfacherer Verbaubarkeit erfüllen syn-
direkt als Auslöser für eine gestalterische Erneuerung. thetische Baustoffe wie Dämmmauerwerk oder Dämm-
Kaum verwunderlich ist, dass in den siebziger Jahren, beton. Die Industrie bietet inzwischen eine breite Palette
entgegen den Dogmen der Moderne, Architektur wieder
Bedeutungsträger sein darf und die Bekleidungstheorie
Gottfried Sempers neue Aktualität gewinnt.
Herzog & de Meuron verfolgen beim Suva-Gebäude in
Basel eine dem Verbergen entgegengesetzte Strategie.
Da die Dämmung durch eine transparente, gläserne Haut
geschützt wird, zeigt sich, was nicht zum Vorzeigen be-
stimmt war. Doch während die Moderne aller Dekoration
entsagt und die «Wahrheit der Konstruktion» proklamiert,
geht es bei diesem Vorzeigen des Dämmstoffes nicht um
ein didaktisches Herleiten konstruktiver Details. Vielmehr
geht es um den konstruktiven Tabubruch und die Faszi-
nation für «hässliche» Materialien. Insbesondere hinter-
fragt die Verwendung ungewohnter Materialien kulturelle
Konventionen und offenbart die Schönheit ihrer Schäbig-
keit. Aus der Spannung zwischen Bedeutung und Wirkung
ergibt sich eine Poetik des Materials: «Wie zeigt sich Po-
etik? Sie zeigt sich darin, dass ein Wort als Wort empfun-
den wird und nicht als blosser Ersatz für die Sache, die es
bezeichnet.» (Roman Jakobson, Questions de poétique)

Wärmeverlust versus Wärmegewinn


Dämmung schützt gegen Wärmeverlust von innen, aber
auch gegen Wärmeüberschuss von aussen. Je nach Abb. 2: Alt- und Neubau werden durch isolierende Glasfassade verbunden,
oben flächig auf der Strassenseite, unten Übereck im Hof
Klima ist die eine oder andere Wirkungsrichtung relevant; Herzog & de Meuron: Suva-Wohn- und Geschäftshaus, Basel (CH) 1991–93

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BAUSTOFFE – MODULE Dämmung
Einführung

von Baustoffen an, die sowohl tragen als auch dämmen. sind sie vollständig miteinander verschmolzen. Die ar-
In dieser Dualität liegt auch die physikalische und stati- mierte Dämmschicht dient als «verlorene» Schalung für
sche Schlüsselfrage. Das tragende Material ist so stark eine dünne Verfestigungs- und Schutzschicht aus Beton.
mit lufteinschliessenden Poren durchsetzt, dass es ge- Die Konstruktionsmethode des Gate House beruht auf ei-
rade noch genügend Tragfestigkeit aufweist und gleich- nem italienischen Patent, mit dem Johnson von seinem
zeitig, durch die in den Poren eingeschlossene, schlecht Tragwerksplaner Ysrael A. Seinuk vertraut gemacht wur-
leitende Luft, dämmende Wirkung hat. Die dämmende de. In der konventionellen Anwendung dieser Bauweise
Funktion ist also stets diejenige, die das tragende Material werden Paneele aus zwei parallelen Lagen Armierungs-
schwächt, wobei das Verhältnis von Festigkeit und gittern und einer dazwischenliegenden Schicht Dämmung
Dämmfähigkeit fallweise bestimmt werden muss. Die Un- aus Polyurethan-Hartschaum zur Erstellung von billigem
schärfe, ob es sich um einen mit Dämmung durchsetzten Wohnraum errichtet und mit einer dünnen Schicht Spritz-
tragenden Baustoff oder um einen tragenden Dämmstoff beton überzogen. Es werden keine Schalungselemente
handelt, kennzeichnet diese Materialien. Synthetische wie beim herkömmlichen Betonierverfahren benötigt. Um
Baustoffe, besonders das poröse und spröde Dämmmau- die komplexen Formen des Gate House zu errichten, wur-
erwerk, erfordert eine sorgfältige Verarbeitung auf der den die horizontalen Schnitte des Gebäudes als hölzerne
Baustelle und muss konstant vor Feuchtigkeit geschützt Schablonen gebaut und mit Hilfe eines Gerüsts positio-
werden. Um den notwendigen Witterungsschutz zu ge- niert. Mit dieser Führung, ähnlich den Hilfslinien auf einem
währleisten, müssen synthetische Baustoffe hydropho- Plan, wurde das Gebäude aus den vorab fabrizierten Hart-
biert oder verputzt werden. schaum-Paneelen zusammengestellt. Die teilweise fla-
chen, teilweise gerundeten oder gebauchten Teile wurden
Polyeruthan als tragende Schalung dabei auf der Baustelle wie Puzzlestücke aneinander ge-
Bei den in der Folge beschriebenen Beispielen kommt fügt. Zu diesem Zeitpunkt konnte die Form des Gebäudes
eine weitere Strategie zum Zug: Die Dämmung ist nicht noch verändert werden, wovon Johnson ausgiebig Ge-
mehr Applikation oder Implikation der Tragschicht, son- brauch machte; die Öffnung für die Tür wurde ausge-
dern die Dämmschicht ist Tragschicht. schnitten, die Flächen und Kanten in die gewünschte
Zur Dämmung von druckbelasteten Bauteilen wie Form gebracht. Die erste Schicht Spritzbeton steifte die
Flachdächern oder Parkdecks für Lastwagen wurden Assemblage der Paneele aus und erlaubte es, den Grosst-
druckfeste Dämmstoffe entwickelt. Philip Johnson eil der Schablonen und des Gerüsts zu entfernen. Die
machte sich diese technische Entwicklung für das Gate zweite Betonschicht sorgte für die gewünschte Stärke der
House in New Canaan (Massachusetts, USA) gestalterisch Wand und die nötige Überdeckung der Bewehrung. Das
zu Nutze. Resultat dieses umgedrehten Verfahrens, bei dem das
Das Gate House wurde in einem komplementären Ver- Schalungsmaterial plötzlich innen liegt, ist eine scheinbar
fahren, mit Hilfe herkömmlicher Materialien erstellt: monolithische, dünnwandige Betonschale. Ihre Konstruk-
Dämmstoff, Beton, Armierung. Ihr Zusammenspiel aber ist tionsweise, die gestalterische Manipulationen während
nicht einfach zu entschlüsseln. Weder ergänzen sich die des Bauprozesses zulässt, macht den Traum vom pla-
Komponenten im fertiggestellten Gebäude lediglich, noch stisch formbaren, gedämmten Beton möglich.

«Mauern» aus Stroh


Stroh ist purer Dämmstoff. Durch Kompression kann dar-
aus jedoch ein tragender Baustoff werden. Auch hier sorgt
die umschlossene Luft, nicht das Material der Halme, für
dämmende Wirkung. Um 1800 begann in den USA die
Entwicklung von Strohballenpressen. In Gegenden, in de-
nen viel Getreide angebaut wurde und die abgeernteten
Felder bald wie von überdimensionalen Ziegeln übersät
waren, brauchte es nur geringe Phantasie, um diese Ele-
mente für provisorische Unterkünfte zu verwenden. Es
stellte sich heraus, dass die temporären Bauten ihre ge-
plante Lebensdauer schadlos überstanden, sogar den ex-
tremen Sommer- und Wintermonaten Nebraskas trotzten
und dass in ihrem Innern während des ganzen Jahrs ein
Abb. 3: Skizzen Wandaufbau in Grundriss
oben: Die Dämmung aus PU-Hartschaum, zwischen zwei Lagen Armierungs- angenehmes Klima herrschte.
gitter, dient als «verlorene» Schalung Unter neuen Vorzeichen, mit dem Ziel des nachhaltigen
Unten: PU-Hartschaum-Paneel mit zwei Schichten Spritzbeton überzogen
Philip Johnson: Gate House, New Canaan (USA) 1995 Bauens, wird heute diese alte Strategie beispielsweise

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BAUSTOFFE – MODULE Dämmung
Einführung

1 Mit Hilfe eines Gerüsts positionierte und festgehaltene horizontale Schablonen aus Holz. 2 Auf der linken Seite bereits angebrachte Hartschaum-Paneele.

3 Fertiggestellte Assemblage der Hartschaum-Paneele. 4 Ausschnitt für die grosse Öffnung des Eingangs (man beachte die Veränderung zu 3).
Durch zusätzliche Armierungseisen verstärkte Kanten.

5 Gebäude mit der ersten Betonschicht überzogen. 6 Gereinigtes und für den Farbanstrich vorbereitetes Gate House.

Abb. 4: Baufortschritt
Philip Johnson: Gate House, New Canaan (USA) 1995

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BAUSTOFFE – MODULE Dämmung
Einführung

1 Leibungen für die Öffnungen auf Betonfundament montiert. 2 «Aufmauern» der Strohballen im Verband.
Erste Strohballen gesetzt.

3 Positionierung der hölzerne Zwischenlage als Auflager für Decken und 4 Fast fertiggestellter Rohbau. Die schützende Putzschicht fehlt noch.
Leibungen des zweiten Geschosses. Gut sichtbar sind die vertikalen Gurten.

Abb. 5: Baufortschritt
Werner Schmidt, Haus Tscheppa, Disentis 2002

durch Werner Schmidt für das Haus Tscheppa in Disentis Öffnungsleibungen des zweiten Geschosses. Nachdem
(GR) wieder aufgenommen. Um Feuchtigkeitsproblemen sich das Strohhaus endgültig gesetzt hat, kann es verputzt
vorzubeugen, wird ein Betonfundament erstellt, das als und damit vor Verwitterung geschützt werden. Aus kon-
Auflager für Strohballen und die hölzernen Leibungen der struktiv zwingenden Gründen entsteht so ein Haus mit
Öffnungen dient. Die Strohballen werden wie Backsteine meterdicken, plastisch formwirksamen Mauern. Ganz läs-
im Verband «aufgemauert». Mit Hilfe von vertikalen Gur- sig scheint die Strohmauer das Dilemma zu lösen, das die
ten, die während des kurzen Bauprozesses mehrfach Energiekrise ausgelöst hat. Was hier als ökologisches
Abb. 6: Simonton Haus in Purdum, Nebraska nachgezurrt werden, kann Stroh so dicht zusammenge- Experiment angesetzt wurde, könnte architektonisch zu
1908
aus Strohballen erbaut presst und somit verfestigt werden, dass daraus sogar ein einer neuen «barocken Plastizität» führen – das Spiel ist
zweigeschossiges Gebäude errichtet werden kann. Höl- eröffnet.
zerne Zwischenlagen dienen als Auflager für Decken und

Literatur
- Gottfried Semper: Der Stil in den technischen und tektonischen Künsten,
Frankfurt a. M. 1860–63
- Prof. Dr. Martin Steinmann: Die Unterwäsche von Madonna, Vortrag, 1996, publi-
ziert im Rahmen des Alcopor-Preisausschreibens 2000
- Roman Jakobson: Questions de poétique, Paris 1973
- Jeffrey Kipnis, Philip Johnson: Architectural Monographs No 44, London 1996
- Herbert Gruber und Astrid Gruber: Bauen mit Stroh, Staufen 2000
- Die Südostschweiz, «Im Stroh schlafen», 27. 11. 2002, S. 19

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BAUSTOFFE – MODULE Dämmung
Systeme

Systeme Wärmedämmung
Übersicht

Komplementärsysteme Synthetische Systeme


Merkmal der Komplementärsysteme ist ein hierarchi- Synthetische Systeme sind hierarchielos, einzelne Ele-
scher Funktionssplit aus monofunktionalen Komponen- mente übernehmen Mehrfachfunktionen wie Tragen und
ten. Die Gebäudehülle wird nach dem Schichtenprinzip in Dämmen oder Dämmen und Schützen. Die Gebäudehülle
die Funktionen Tragen, Dämmen, Schützen aufgeteilt, ist entweder weitgehend homogen (z. B. bei Einstein-
wobei die einzelnen Schichten in ihrer Abwicklung konti- mauerwerk) oder als «Blackbox» entwickelt, deren
nuierlich sein müssen. Der so genannte Schichtenriss Komponenten einen untrennbaren Verbund bilden (z. B.
dient dabei als Werkzeug zur konstruktiven Analyse eines bei Holztafelbau). Synthetische Systeme werden oft mit
Baus und zur Bestimmung der Schlüsseldetails. Komplementären Systemen ergänzt, da gewisse Stellen
Ausgehend von der Lage der statischen Elemente in sonst konstruktiv nicht lösbar sind (z. B. Sockelbereich
Bezug zur Dämmschicht werden zwei Prinzipien von und Übergang Wand-Dach bei Einsteinmauerwerk). Die
Komplementärsystemen unterschieden: Anwendung des Schichtenrisses ist deshalb nicht sinn-
voll.
Synthetische Systeme können in zwei Untergruppen
unterteilt werden:

Tragschicht innen Kompaktsysteme


– Zweischalenkonstruktion in Mauerwerk und/oder – Einsteinmauerwerk mit/ohne Dämmputz (5)
Beton (1) – Dämmbeton
– Hinterlüftete Konstruktion mit leichter oder schwerer
Verkleidung (2)
– verputzte Aussendämmung (3)

Abb. 22
1 2 3 5

Tragschicht Aussen Sandwich-Systeme


– Sichtbeton aussen mit monolithischem oder getrenn- – Holzrahmenbau (6)
tem Deckenanschluss (4) – Holztafelbau (7)
– Sichtmauerwerk aussen
– Strickbau mit Innendämmung

Abb. 23
4 6 7

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Konzepte

STRUKTUREN Bauphysik, Energie


Konzepte

Zum Problem von Wärmefluss und Dampfdiffusion

Schutzschicht Dämmschicht Tragschicht

Temperaturgefälle

Taupunkt

aussen – 10°C innen +20°C

Dampfsperre/-bremse
Abb. 12: Wärmefluss im Wandquerschnitt
(Fassade)
Dicke (m)

Phänomen Dampfdiffusion Zur Bezeichnung der Dampfsperre in der Planzeichnung


Kalte Luft enthält wenig Wasserdampf wird die Strichlinie als Symbol («Verkehrssignal») ver-
(aussen – trockene Luft), wendet:
warme Luft enthält viel Wasserdampf
(innen – hohe Luftfeuchtigkeit). Massnahmen
Konkrete technische Massnahmen zur Verhinderung von
Kondensat in der Konstruktion und insbesondere in der
Trifft warme Luft auf kalte Luft oder wird schnell abge- Wärmedämmung sind:
kühlt, kondensiert Luftfeuchtigkeit zu Wasser (Taupunkt).
Dies kann aufgrund des Temperaturgefälles in der Massnahme 1
Dämmschicht (Δt = 21.1°C) innerhalb der Konstruktion Tragschicht innen aus dampfdichtem Baumaterial, z. B.
passieren. Ortbeton, verleimte Panels (Sandwich im Holzbau), Innen-
Feuchtigkeit in der Konstruktion führt zu Bauschäden: beplankung in Stahlblech
- Fäulnis (Holz),
- Pilzbildung, oder
- Zerstörung der Mikrostruktur (Material),
- Zerstörung der Tragstruktur, Massnahme 2
- feuchte Wärmedämmung ist unwirksam. Dampfsperre-Folie, warmseitig direkt vor der Wärme-
dämmung
Kondensation innerhalb der Konstruktion muss also
verhindert werden, oder alle Feuchtigkeit muss wieder oder
wegtrocknen können.
Massnahme 3
Konstruktive Grundregeln Wärmedämmung aus dampfdichtem Dämmmaterial, z. B.
Zur Verhinderung von Kondensation muss eine «Dampf- Schaumglas
sperre/Dampfbremse» eingeführt werden. Zwei Regeln
sind zu beachten: oder
- Die Dampfsperre/Dampfbremse muss warmseitig vor
der Wärmedämmung angebracht werden. Massnahme 4
- Die Dampfdichte der Werkstoffe muss von innen nach Hinterlüftung zwischen Dämmschicht und Schutzschicht
aussen abnehmen. «Tragschicht innen dicht, Schutz- Bedingung: gute Luftzirkulation (Thermik) in der Luft-
schicht aussen dampfdurchlässig.» schicht/Dimension Luftschicht: 3–4 cm

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