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Botschaft des Volkes

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von Belarus in E-mail: germany@belarusabroad.org
Deutschland

26.02.2021

Deutsches Rotes Kreuz e.V.


DRK-Generalsekretariat
z.H. Frau Gerda Hasselfeldt, Präsidentin
Carstennstraße 58
12205 Berlin

Das Demokratische Belarus fordert von dem International Committee of the Red Cross (ICRC)
konkrete Maßnahmen

Sehr geehrte Frau Hasselfeldt,

Wir als Vertreter der Botschaft des Volkes von Belarus in Deutschland möchten Sie hiermit
bitten, unsere Forderung gegenüber dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz zu
unterstützen und auf das IKRK - Präsidium einzuwirken, dass konkrete Maßnahmen im
Zusammenhang mit der Mitschuld des Belarusischen Roten Kreuzes an der Fälschung der
Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen in Belarus eingeleitet werden.

Am 9. August 2020 fanden in Belarus Präsidentschaftswahlen statt. Nach zahlreichen


Zeugnisaussagen, numerischen Daten und statistischen Analysen wurden die Wahlergebnisse
vorsätzlich gefälscht, ohne jegliche Rücksicht darauf, wie die Menschen tatsächlich gewählt
hatten.

Die Golos-Plattform, die von den Wählern freiwillig zur Verfügung gestellte Daten sammelte und
überprüfte, berechnete, dass in mehr als 400 Wahllokalen die Anzahl der für die Kandidatin
Swetlana Tichanowskaja abgegebenen Stimmen die Anzahl der Stimmen aus den Protokollen der
Wahlkommissionen überstieg, was ein unanfechtbarer Beweis für Datenfälschung ist.

Die Belarusische Gesetzgebung sieht die Bildung von Wahlkommissionen durch die Exekutive unter
den von öffentlichen Organisationen nominierten Kanditat*innen vor. Alle Mitglieder der
Wahlkommissionen bei den Wahlen 2020 wurden von Organisationen nominiert, die vom
herrschenden Regime kontrolliert werden (sogenannte GONGOs, Government-Operated Non-
Governmental Organizations).

Eine dieser Organisationen ist das Belarusische Rote Kreuz (BRK), Mitglied des Internationalen
Komitees vom Roten Kreuz (IKRK). Die gesetzlichen Dokumente beider Organisationen erklären
den Grundsatz der Neutralität und Unparteilichkeit.

Die Daten zur Beteiligung des Belarusischen Roten Kreuz an den Wahlkommissionen zeigen:

Die Mehrheit der Wahlkommissionen besteht aus einem Leiter der Organisation und ihm gegenüber
rechenschaftspflichtigen Untergebenen. Um jedoch den Anschein von Vielfalt zu erwecken, werden
die Mitarbeiter*innen von verschiedenen GONGOs nominiert. 2998 Personen des Belarusischen
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von Belarus in
Deutschland

Roten Kreuzes nahmen an der Arbeit der Wahlkommissionen teil. Diese Personen wurden auf 2996
Wahlbezirke verteilt.

Zum größten Teil handelt es sich dabei um Personen, die nichts mit den Aktivitäten des BRCs zu
tun hatten, sondern den vom Regime abhängigen staatlichen Sektor repräsentieren (Beamt*innen,
Lehrer*innen, Militärpersonal, Ärzt*innen).
Von diesen waren 2.532 zuvor in den Wahlkommissionen der (ebenfalls manipulierten)
Parlamentswahlen 2019 vertreten, wurden aber von anderen GONGOs nominiert. So wurde das
Belarusische Rote Kreuz zum Strohmann, um vom Regime "verifizierte" Personen für die
Wahlkommissionen zu nominieren.

In 362 Wahllokalen von denjenigen, in denen die von dem Belarusischen Roten Kreuz nominierten
Personen Mitglieder der Wahlkommissionen waren, hat die Plattform Golos die Tatsachen der
Fälschung bewiesen (die Anzahl der foto-überprüften Stimmen für Tichanowskaja übersteigt die
Anzahl der Stimmen für sie in den Kommissionsprotokollen). Keines der BRK-Mitglieder der
Kommissionen weigerte sich in diesen Wahllokalen, an der Datenfälschung teilzunehmen. Das
Belarusische Rote Kreuz war also direkt an der Datenfälschung beteiligt. (Siehe Daten im Anhang)

Die unter Beteiligung des Belarusischen Roten Kreuzes organisierte Fälschung der Ergebnisse der
Präsidentschaftswahlen führte zum bewaffneten Machterhalt des Lukaschenko-Regimes und hatte
eine in der postkommunistischen Geschichte Europas beispiellose Kampagne von Gewalt und
Terror gegen belarusische Bürger*innen zur Folge, die außergerichtliche Hinrichtungen, Folter und
willkürliche Verhaftungen einschloss. In diesem Zusammenhang fordern wir, dass das
Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) aktiv wird, wie folgt:

• Einleitung einer Untersuchung zur Beteiligung des Belarusischen Roten Kreuzes (BRK) an der
Fälschung der Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen in Belarus

• Ausschluss des BRKs aus dem IKRK wegen Verstoßes gegen den Grundsatz der Neutralität und
Unparteilichkeit

• Ergreifung von konkreten Maßnahmen, um die tatsächliche Unabhängigkeit der IKRK-


Mitgliedsorganisationen von den herrschenden Regimen in allen IKRK-Mitgliedsländern
sicherzustellen

Mit freundlichen Grüßen,

Mihail Taube, Berlin

Irina Saslawskaja-Ahlers, Berlin