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Seneca

Seneca - der Philosph


Seneca sah sich selber als Philosph an, der sich in die Richtung der Stoa
bewegte. (Stoa = philosphische Richtung) In diesem Gebiet setzte er seiner
Zeit eigene Erkenntnisse, die ihm sein Leben lang Nutzen brachten. Meistens
hatte Seneca, wenn er seine Werke aufschreiben wollte Leute vor Augen, an
die sich seine Werke richteten. So schrieb er zahlreiche Briefe, oft an seine
Freunde gerichtet, welche sehr unter Lebenszweifeln litten.

In neuzeitlicher Zeit ist man machmal ins zweifeln gekommen, ob Seneca


tatsächlich ein Philosoph war, denn die Probleme der Logik behandelte er
beispielsweise gar nicht und die Naturphilosophie kommt bei ihm nur in
einem Werk vor: dem Naturales Quaestiones und das ohne jegliche
philosophische Traditionen. Deswegen wird Seneca häufig als
Popularphilosoph bezeichnet.

Immer wieder betond Seneca, dass die Philosophie nicht auf wohldesagten
Worten beruht, sondern auf aufrichtigen Taten. Man sollte, laut Seneca, sein
ganzes Lben lang lernen und zwar wie man eben dieses Leben gestalten soll.

Seneca hat also sein ganzes Leben lang hauptsächlich mit der Ethik
verbracht. (Ethik = praktische Philosophie)

Seneca - Lehrer individueller Tugend, gemeinnützigen


Engagements und weltbürgerlicher Orientierung
Wie bereits gesagt, befasste sich Seneca hauptsächlich mit der Ethik, aber
auch mit den vornehmlichen Fragen der richtigen Lebensführung. Während er
sich mit der Philosophie befasste, war er immer voller heiterer Gelassenheit
und Seelenruhe, was die Stoiker damals unter Glück verstanden.

Seneca setzte sich dafür ein, dass die Menschen damals im Einklang mit der
Natur lebten und dass jene Menschen auch unterscheiden konnten, zwischen
dem, was unabwendbar ist, und dem, worauf die Menschen Einfluss nehmen
konnten. Außerdem begrüßte Seneca es, wenn die Menschen politisch aktiv
waren und ihre Freundschaften pflegten. So sagte er: „Es kann niemand
ethisch verantwortungsvoll leben, der nur an sich denkt und alles
seinem persönlichen Vorteil unterstellt. Du musst für den anderen
leben, wenn du für dich selbst leben willst. Wenn diese Verbindung
gewissenhaft und als heiliges Gut gepflegt wird, so trägt sie
besonders dazu bei, den genannten Bund, also die Freundschaft, zu
fördern."

Andererseits betonte Seneca, dass es am Besten wäre, wenn man Einsamkeit


und Geselligkeit andauernt abwechseln würde. Denn in der Einsamkeit sehnt
man sich nach Geselligkeit und anders herum. Wenn man dieses geschickt
abwechseln würde, dann würde kein Hass oder Eifersucht enstehen. Folglich
wären dann alle glücklich.

Seneca war mit folgender Erklärung auch mehr oder weniger gegen den Adel:
„Dieselben Anfänge haben alle Menschen, denselben Ursprung;
niemand ist vornehmer als ein anderer, außer wenn er sich durch
eine aufrechte und aufgrund guter Charaktereigenschaften bessere
Gesinnung auszeichnet"

Wer ein glückliches Leben führen wollte, der musste laut Seneca nicht nur an
sich selbst denken, sondern er musste viele Freunde, darunter sich selbst,
haben. Unter Freunden seien aber nur jene zu nennen, die sich um ihre
Freundschaften kümmerten, in dem sie sich z.B. des Öfteren mal blicken
ließen oder seine Freunde mit Kleinigkeiten erfreuen. Wenn man nun also
seinen Freunden etwas schenken will, dann sollte das, laut Seneca, möglichst
genauso übergeben werden, wie wir es gerne übergeben haben wollen: gerne
schnell und ohne Zögern.

Seneca lehnte jede Form von Mitleid ab, denn seiner Meinung nach würde
das nur seine Seelenruhe stören. Einst sagte er: „Mitleid ist ein seelisches
Leiden wegen des Anblicks fremden Elends oder Trauer auf Grund
fremden Unglücks. Seelenleid aber befällt einen weisen Mann nicht.“

Als gutes Schlusswort einer Rede oder eines Briefes sagte Seneca: „Daher
sind wir Stoiker nicht auf die Mauern einer einzigen Stadt
beschränkt, sondern stehen im Austausch mit dem gesamten
Erdkreis und erkennen in der ganzen Welt unser Vaterland: So
wollen wir für unsere sittlichen Bestrebungen ein größeres
Betätigungsfeld gewinnen.

Seneca - Vordenker von Weißheit


Senecas Meinung nach ist das Lebensglück relativ leicht zu haben: „Wer die
Einsicht besitzt, ist auch maßvoll; wer maßvoll ist, auch gleichmütig;
wer gleichmütig ist, lässt sich nicht aus der Ruhe bringen; wer sich
nicht aus der Ruhe bringen lässt, ist ohne Kummer; wer ohne
Kummer ist, ist glücklich: also ist der Einsichtige glücklich, und die
Einsicht reicht aus für ein glückliches Leben!" Also musste man nur
einsichtig sein, um an das Lebensglück zu kommen. Doch später zeigten sich
dabei einige Probleme: es klappte irgendwie nicht mit Senecas Glücksformel.
Also meinte Seneca, dass man erst ganz mit sich und der Natur im Einklang
befinden muss und so folglich der Verstand vollkommen sein müsste, damit
seine Lebensglücktheorie in der Praxis klappen kann.

Seneca selbst hatte manchmal ein paar Probleme an sein Ziel zu kommen
oder mit sich im Gleichklang zu sein. So sagte er sich, dass doch immerhin
ein Großteil des Fortschritts darauf beruht, den Willen zum Fortschritt zu
haben. So hörte man hin und wieder von ihm den Satz: "Dessen aber bin
ich mir gewiss: dass ich will, und zwar mit ganzer Seele.“

Senecas Werke umfassen auch die Tatsache, dass die Unabhängigkeit des
Denkens eine ganz andere ist, als die Unabhängigkeit der Meinung des
Volkes.

Seneca wollte niemals dem Volk gefallen. Denn was er wusste, galt seiner
Meinung nach nichts dem Volk, und was dem Volk etwas galt, das
interessierte Seneca nichts.