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Vektorviren als Plattform 

Nicht replizierende virale Vektoren

INHALT

Für nicht replizierende virale Vektorplattformen verwendet man verschiedene Viren wie ein
modi ziertes Schimpansen-Adenovirus (ChAdOx1), einen Adenovirus-Typ-5-Vektor (Ad5), einen
Adenovirus-Typ-26-Vektor (Ad26), einen simianen Adenovirus-Vektor, einen pockenviralen
Vektor (Modi ed-Vaccinia-Ankara-Virus, MVA) und das Parain uenzavirus. Diese wurden so
verändert, dass sie sich im Körper der Geimpften nicht mehr vermehren können. 

Derzeit wird laut WHO an 18 Impfsto andidaten nach diesem Prinzip gearbeitet, von denen
sich zwei bereits in klinischer Entwicklung be nden. Dies ist zum einen ein Projekt eines
Konsortiums der University of Oxford mit Astra-Zeneca und dem Serum Institute of India, das
auf Basis von ChAdOx1 den Impfsto ChAdOx1 nCoV-19 (AZD1222) entwickelt, der derzeit in der
klinischen Phase I/II beziehungsweise IIb/III getestet wird. Zum anderen entwickelt eine
Kooperation aus CanSino Biological Inc. und dem Beijing Institute of Biotechnolog einen
Impfsto auf Basis des Adenovirus-Typ-5-Vektors (Ad5-nCov), der ebenfalls in Phase I/II klinisch
getestet wird.

Wie aktuell berichtet wurde, haben sich verschiedene EU-Länder, darunter auch Deutschland,
gemeinsam 300 Millionen Dosen des Corona-Impfsto s ChAdOx1 nCoV-19 gesichert. Dass die
Wahl gerade auf diese Impfsto entwicklung el, erscheint nachvollziehbar, da dieses Projekt
einer Zulassung bisher am nächsten gekommen ist. Allerdings muss auch hier die wichtigste
Hürde für eine Zulassung in Form einer erfolgreichen Phase-III-Studie erst noch genommen
werden.

Problem Vektor-spezi sche Immunantwort


In einem Beitrag der Zeitschrift »trillium immunologie« beschreiben Dr. Janine Kimple und Dr.
Christof Geldmacher ein Problem mit Vektor-spezi schen Immunantworten, das es zu beachten
gilt. So könnte es sein, dass eine durch Antikörper und/oder T-Zellen vermittelte spezi sche
Immunität gegen das Vektorvirus das Sicherheitspro l des Impfsto s beein ussen könnte. Eine
Lösung, die bereits bei Impfsto en gegen Malaria erprobt wurde, ist die Verwendung
heterologer Prime-/Boost-Kombinationen.

Dabei kann der Kombinationspartner entweder ein weiterer viraler Vektor sein oder es können
nicht virale Impfsto e (DNA, RNA, Proteine oder Peptide) verwendet werden. Zusätzliche
Sicherheit könnte der Einsatz von Virusgenotypen sein, die beim Menschen nicht oder nicht
verbreitet vorkommen. Dazu zählen beispielsweise seltenere Adenovirus-Serotypen wie Ad26
und Ad35. Ein auf einem nicht replizierenden

Ad26-Vector basierender Impfsto andidat gegen SARS-CoV-2 wird derzeit von Janssen
Pharmaceutical Companies entwickelt. Dieser Impfsto be ndet sich allerdings noch in der
präklinischen Phase.

Generell ist es im Menschen jedoch wenig erforscht, wie lange und wie stark sich Vektor-
spezi sche Immunität auf Folgeimpfungen auswirkt. So kann häu g nach einem längeren
Zeitraum mit einem Vektor eine bereits existierende Pathogen-spezi sche Immunantwort, die
mit demselben Vektor induziert wurde, nochmals geboostet werden.

Unter Umständen, etwa bei hoher präexistierender Immunantwort gegen den Impfvektor, kann
es sogar zu vermehrten Infektionen in geimpften Personen kommen. Daher kann eine Vektor-
spezi sche Immunantwort (präexistierend oder durch die Immunisierung induziert)
möglicherweise die Sicherheit von viralen Vektoren beein ussen.

Pandemie-Impfsto e
Selten wurde intensiver an einem Impfsto gearbeitet als derzeit an einer Vakzine gegen
SARS-CoV-2. Mehr als 120 Impfsto andidaten be nden sich bereits in der Entwicklung.
Dabei werden unterschiedliche Ansätze verwendet – von klassisch bis hochmodern. Diese
stellt die PZ jetzt in einer Artikelserie vor, deren zweiter Teil dieser Artikel ist. Teil 1 befasste
sich mit Ganzvirus-Vakzinen.

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Seit 2002 sind Coronaviren auch Nicht-Fachleuten bekannt. Vertreter dieser Virusfamilie
lösten damals eine Pandemie aus: SARS. Ende 2019 ist in der ostchinesischen
Millionenstadt Wuhan eine weitere Variante aufgetreten: SARS-CoV-2, der Auslöser der
neuen Lungenerkrankung Covid-19. Eine Übersicht über unsere Berichterstattung nden Sie
auf der Themenseite Coronavirus.

STA R T S E I T E ÜBERSICHT "MEDIZIN" S E I T E N A N FA N G

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