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HARDOX

Was ist HARDOX?

Was macht dieses Material so besonders?

Wo wird HARDOX eingesetzt?

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HARDOX ist ein sehr verschleißfestes Stahlblech, welches von der schwedischen
Firma SSAB hergestellt und weltweit exportiert wird. HARDOX wird auch als
Verschleißblech bezeichnet, da es sich auch unter starker mechanischer
Belastung nur langsam abnutzt. Dies ist besonders für kies- und
sandfördernde Unternehmen interessant, da zum Beispiel aus HARDOX gefertigte
Baggerschaufeln wesentlich länger halten.

Dieses Material zeichnet sich durch eine gleichmäßige Ebenheit, hohe Härte und
hohe Festigkeit aus. Durch diese erhöhte Festigkeit können dünnere Bleche
verwendet werden, wodurch sich das Gewicht der Konstruktion verringert.
HARDOX verliert auch bei niedrigen Temperaturen nicht seine Schlagfestigkeit.

Diese Bleche verfügen über sehr gute Schweiß- und Bearbeitungseigenschaften.


Dadurch sind auch spätere Reparaturen problemlos möglich.

HARDOX-Verschleißbleche gibt es je nach Verwendung in unterschiedlichen


Härtestufen von 450 / 500 und 600 HBW.

Durch die Wahl von Verschleißblechen mit höheren Härtestufen kann das
Gewicht der Konstruktion bis zu 15 % reduziert werden. Schon eine Steigerung
um 50 Brinell verlängert die Lebensdauer des Werkstückes um 50 bis 80 Prozent.

HARDOX ist ein vergüteter Stahl. Aus der Vergütung der Bleche resultieren die
hervorragenden Eigenschaften, die bei falscher Verarbeitung verloren gehen
können. Deshalb sind beim Biegen, Schweißen, Schneiden und Schleifen
Vorsichts- und Schutzmaßnahmen zu treffen.

Biegen und Kanten

Verschleißbleche mit hohen Festigkeiten können durch Kanten und Rundbiegen


geformt werden. Durch die höhere Festigkeit müssen jedoch Faktoren
sichergestellt werden, damit das Kanten und Rundbiegen mit der
höchstmöglichen Qualität durchgeführt werden kann.

Faustregeln

Mit zunehmender Festigkeit nimmt auch die anzuwendende Biegekraft zu.

Blech mit höherer Festigkeit federt beim Kanten stärker nach als normale
Stahlbleche.

Umso härter und fester das Blech ist, desto größer müssen Stempelradius und
Gesenkweite gewählt werden.

Blechoberfläche

Defekte und Rostablagerungen können die Biegsamkeit verringern. Deshalb sind


vor dem Abkanten und Biegen solche Defekte abzuschleifen. Beim Kantprozess
sollte sich der Maschinenbediener seitlich der Abkantpresse aufhalten, da es bei
der starken Krafteinwirkung auf das hochfeste Stahlblech zu Rissen in der
Oberfläche kommen kann und Teile der Werkstückoberfläche in Biegerichtung
abgesprengt werden können.
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Stempelradius

Bei HARDOX 450 und 500 wird ein Stempelradius verwendet, der etwas kleiner
ist als der zu kantende Biegeradius. Bei festeren Stählen werden Stempel
verwendet, die größer oder mindestens gleich groß wie der Biegeradius selbst.

Rückfederung

Bei weicheren Verschleißblechen federt das Material zwischen 10 bis 18 %


zurück. Bei härteren Stählen kann der Wert zwischen 12 bis 20 % liegen. Aus
diesem Grund wird das Material überbogen, um die Rückfederung um die
entsprechende Gradzahl auszugleichen. Bei Rime kann das Kanten von Blechen
an der Maschine simuliert werden. So kann die optimale Absenktiefe des
Stempels optimal eingestellt werden.

Schneiden mit der Schlagschere

Hochfeste Stahlbleche lassen sich auch mit der Schlagschere schneiden. Hier
gelten die gleichen Regeln wie beim Kanten. Desto höher die Festigkeit des
Materials umso mehr Kraft ist zum Scheren des Bleches notwendig. Ebenso sind
gute Werkzeuge eine wichtige Voraussetzung

Schneidspalt

Ein richtig eingestellter Schneidspalt ist für ein gutes Schneidergebniss wichtig.
Ist der Spalt zu klein, kann durch die höheren Krafteinwirkungen zu Schäden an
der Schlagschere kommen. Ist der Schneidspalt zu groß gewählt, kommt es zu
schlechten Schnittflächen, die bei nachfolgenden Arbeitsschritten hinderlich sind.
Bei hochfesten Stahlblechen sollte der Schneidspalt größer gewählt werden, um
die Belastung der Maschinen zu minimieren.

Schnittwinkel

Wird des Oberwerkzeuges in einen Winkel zum Unterwerkzeug eingestellt, kann


dies die anzuwendende Kraft beim Scheren verringern. Das Justieren des
Oberwerkzeuges erfordert viel Erfahrung. Ist der Winkel zu groß, erfolgt das
Scheren zwar mit weniger Kraft, jedoch kommt es aufgrund des Verhältnisses
zwischen Winkel und Scherkraft zu Deformationen des Werkstückes. Hier ist zu
beachten, dass sich schmale Werkstücke stärker verdrehen.

Bohren

HARDOX Verschleißbleche können mit Schnellstahl- oder Hartmetallbohrern


bearbeitet werden. Die Wahl ist von der vorhandenen Maschinentechnik
abhängig. Hochfeste Stahlbleche sind extrem widerstandsfähig, was auch auf die
mechanische Bearbeitung mit Werkzeugen zutrifft. Durch die
Widerstandsfähigkeit kann es beim Bohren zu starken Vibrationen kommen. Eine
Beschädigung des Bohrers oder der Maschine ist deshalb nicht auszuschließen.

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Um Vibrationen und Schäden zu vermeiden, können folgende Maßnahmen
empfohlen werden:

- geringer Abstand zwischen Bohrer und Maschinensäule


- spannen Sie das Werkstück fest ein
- legen Sie kein Holz unter das Werkstück
- Verwenden Sie kurze Bohrer und Maschinenspindeln, um den Abstand zwischen
Bohrerspitze und Ausleger zu minimieren
- Entspannen Sie die Bohrmaschine kurz vor dem Durchstoßen, indem Sie den
Vorschub
kurz ausschalten. Dadurch wird der Bohrer vor Beschädigungen bewahrt.
- Verwenden Sie reichlich Kühlflüssigkeit!

Gewindebohren

HARDOX-Bleche können auch mit Gewinden ausgestattet werden. Zum


Gewindebohren sollten jedoch 4-schneidige Bohrer zum Einsatz kommen, da
diese die großen Drehmomente besser aufnehmen können. Zum Unterstützen
des Bohrprozesses ist die Anwendung von Gewindeöl zu empfehlen.

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