Sie sind auf Seite 1von 26

-1-

1 Einleitung

Das Kapital ist Karl Marx‘ wissenschaftliches Hauptwerk. Es ist eine äußerst
umfangreiche, systematische und detailreiche Analyse und Kritik der poli-
tischen Ökonomie. Marx versucht in seiner Analyse hinter die versteckten
Funktionsweisen des Kapitalismus zu kommen. Dabei behandelt er Begriffe
wie Wert, Geld und Kapital. Das erste Band des Hauptwerkes („Der Produk-
tionsprozess des Kapitals“) erschien 1867. Nach Marx‘ Tod veröffentlichte
Friedrich Engels, mit Hilfe der Manuskripte von Karl Marx, zwei weitere
Bände.

Veröffentlichung der Kapital-Bände1:


1867 Das Kapital. Erster Band. Der Produktionsprozess des Kapitals.
1885 Das Kapital. Zweiter Band. Der Zirkulationsprozess des Kapitals.
1894 Das Kapital. Dritter Band. Der Gesamtprozess der kapitalistischen
Produktion.

In der vorliegenden Hausarbeit werden die Kategorien Wert, Geld und Kapi-
tal bei Karl Marx behandelt. Diese Kategorien analysierte Karl Marx umfang-
reich in seinem ersten Band des Werkes “Das Kapital“. Aufgrund dessen
gibt diese Hausarbeit zugleich einen Überblick über das erste Band - “Der
Produktionsprozess des Kapitals“ wieder. Ziel der wissenschaftlichen Arbeit
ist es die zentralen Begriffe Wert, Geld und Kapital dem Leser näher zu
bringen.

Die Hausarbeit beginnt mit der Erläuterung des Gebrauchs- sowie Tausch-
wertes und wird fortgesetzt mit der Darstellung der Marx´schen Analyse
der Wertform. Danach werden die Geldfunktionen beleuchtet und der Über-
gang vom Geld zum Kapital beschrieben. Ebenfalls wird auf den Mehrwert
eingegangen und die Akkumulation des Kapitals behandelt. Zuletzt wird die
organische Zusammensetzung des Kapitals abgebildet.

1
Vgl. URL: http://www.uni-muenster.de/PeaCon/s-texte/MarxKap.htm
-2-

2 Gebrauchswert, Tauschwert und Wert der Ware

Marx beginnt im “Kapital“ im ersten Kapitel mit der Analyse der Ware. Hier zeigt
er, dass in kapitalistischen Gesellschaften die Ware, die typische Gestalt des
Reichtums darstellt: „Der Reichtum der Gesellschaften, in welchen kapitalisti-
sche Produktionsweise herrscht, erscheint als eine <<ungeheure Warensamm-
lung>> die einzelne Ware als seine Elementarform.“2 Die Ware ist zunächst ein
Gegenstand, welches irgendein menschliches Bedürfnis befriedigt. Die Nütz-
lichkeit einer Sache bezeichnet Marx als Gebrauchswert: „Die Nützlichkeit eines
Dinges, seine Eigenschaft, menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art zu befrie-
digen, macht es zum Gebrauchswert.“3 Der Gebrauchswert, zum Beispiel eines
Tisches, besteht darin, dass man darauf Dinge abstellen kann. Die Ware besitzt
aber außer ihrem Gebrauchswert auch noch einen Tauschwert. Die Ware Tisch
kann ich mit anderen Waren tauschen, zum Beispiel mit drei Stühlen, dann ist
der Tauschwert dieses Tisches – drei Stühle. Wird der Tisch gegen zehn Röcke
getauscht, dann sind zehn Röcke der Tauschwert des Tisches. Wird der Tisch
nicht getauscht, stattdessen nur genutzt, dann besitzt dieser Tisch auch keinen
Tauschwert. Somit ist der Gegenstand auch keine Ware, sondern einfach nur
Gebrauchswert. Wir bezeichnen ein Ding nur als Ware, wenn dieses Ding Ge-
brauchswert und Tauschwert besitzt. Es ist keine „natürliche“ Eigenschaft der
Dinge Ware zu sein, sondern eine „gesellschaftliche“.4 In kapitalistischen Ge-
sellschaften werden Dinge getauscht, sie besitzen somit einen Tauschwert und
sind daher Ware.

Im Beispiel, weiter oben tauschte sich ein Tisch gegen drei Stühle oder gegen
zehn Röcke. Dementsprechend müssen sich auch drei Stühle mit zehn Röcken
tauschen lassen. Warum? Weil ein Tisch, drei Stühle und zehn Röcke densel-
ben Wert haben: „Das Gemeinsame, was sich im Austauschverhältnis oder
Tauschwert der Ware darstellt, ist also ihr Wert.“5 Die gesellschaftlich notwen-
dige Arbeitszeit, die zur Herstellung eines Gebrauchswertes benötigt wird, stellt

2
Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S.49
3
Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S.50
4
Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S.51
5
Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S.52
-3-

den Wert der Ware dar. Somit haben ein Tisch, drei Stühle und zehn Röcke
denselben Wert, weil zu ihrer Herstellung gleich viel Arbeit notwendig ist.

Die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit zur Produktion eines Gebrauchs-


wertes ist variabel. Steigt nämlich die Produktivkraft der Arbeit, können in der-
selben Zeit mehr Produkte produziert werden, dann nimmt die zur Produktion
des Gebrauchswertes gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ab und der Wert
des Produktes sinkt. Sinkt dagegen die Produktivkraft der Arbeit, nimmt die zur
Produktion des Gebrauchswertes gesellschaftlich notwendige Arbeitskraft zu
und die Wertgröße des einzelnen Produkts steigt.6

3 Die Marx´sche Analyse der Wertform


Im letzten Abschnitt wurde gezeigt, dass Waren Gebrauchsgegenstände und
Wertträger zugleich sind. Sie besitzen eine Doppelform, die Naturalform und die
Wertform. Zum Beispiel ist die Naturalform eines Tisches seine stoffliche Be-
schaffenheit (z.B. Holz, Glas oder Metall). Im folgenden Abschnitt werden wir
jedoch zunächst die Wertform behandeln.

Waren besitzen eine gemeinsame Wertform – die Geldform. Zuerst beginnen


wir aber mit der Analyse der einfachen Wertform.

3.1 Die einfache, einzelne oder zufällige Wertform

„Das einfachste Wertverhältnis ist offenbar das Wertverhältnis einer Ware zu


einer einzigen verschiedenartigen Ware, gleichgültig welcher.“7 Damit ist der
Wertausdruck einer Ware in einer zweiten Ware gemeint:

x Ware A ist y Ware B wert8


(1 Tisch sind 3 Stühle wert)

6
Vgl. Heinrich, Michael, Kritik der politischen Ökonomie: Eine Einführung. Schmetterling Verlag,
4. Auflage, Stuttgart 2005, S. 41
7
Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S.62
8
Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S.62
-4-

Der Wert der Ware A wird in Ware B ausgedrückt. In unserem Beispiel wird der
Wert des Tisches ausgedrückt und der Stuhl dient als Mittel zum Ausdruck des
Werts. Die beiden Waren, Tisch und Stuhl, spielen in dem Wertausdruck unter-
schiedliche Rollen. Der Wert der ersten Ware (Tisch) wird als relativer Wert be-
zeichnet, sie befindet sich in relativer Wertform. Die zweite Ware befindet sich
in Äquivalentform, sie dient als Äquivalent. Der Ausdruck “ein Tisch = drei Stüh-
le“ schließt ebenso folgende Rückbeziehung ein: “drei Stühle = ein Tisch". Nun
befindet sich der Stuhl in relativer Wertform und der Tisch in Äquivalentform.

Die zweite Ware (Ware B) stellt nicht nur einen bestimmten Gebrauchswert dar,
sie gilt ebenso als unmittelbare Verkörperung von Wert. Der Wert nimmt die
Gestalt der Ware B an, somit erhält der Wert der Ware A eine gegenständliche
Form. Der Wert der Ware A wird sichtbar und messbar. Marx drückt dies fol-
gendermaßen aus: „Der in der Ware eingehüllte innere Gegensatz von Ge-
brauchswert und Wert wird also dargestellt durch einen äußeren Gegensatz,
d.h. durch das Verhältnis zweier Waren, worin die eine Ware, deren Wert aus-
gedrückt werden soll, unmittelbar nur als Gebrauchswert, die andere Ware hin-
gegen, worin Wert ausgedrückt wird, unmittelbar als Tauschwert gilt.“9

3.2 Die totale oder entfaltete Wertform

In der totalen oder entfalteten Wertform wird der Wert der Ware A in zahllosen
anderen Waren dargestellt:

z Ware A = u Ware B oder = v Ware C oder = w Ware D oder = etc.

( 1 Tisch sind 3 Stühle wert,


1 Tisch sind 10 Röcke wert,
1 Tisch sind 200 Eier wert,
1 Tisch sind 80 Bananen wert,
usw.)

Die totale Wertform ist also nichts anderes als eine Aneinanderreihung von ein-
fachen Wertformen. In unserem Beispiel steht der Tisch im gesellschaftlichen
Verhältnis zur Warenwelt. Jetzt dient die Ware Stuhl, Rock, Ei, Banane, usw.,
als die Verkörperung des Wertes der Ware Tisch. Tauschen wir den Tisch mit
9
Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S.75 f.
-5-

vielen anderen Waren, so wird der Wert unseres Tisches in einer Reihe von
anderen Waren ausgedrückt. Also müssen auch genauso andere Warenbesit-
zer ihre Ware mit unserem Tisch austauschen und somit die Werte ihrer unter-
schiedlichen Waren in der Ware Tisch ausdrücken. Nun erhalten wir, als Resul-
tat der Rückbeziehungen, die allgemeine Wertform:

3.3 Die allgemeine Wertform

3 Stühle sind
10 Röcke sind
200 Eier sind 1 Tisch wert
80 Bananen sind
x Ware A sind

Jetzt dient eine einzige Ware (Tisch) als Wertausdruck für alle anderen Waren.
Schlussfolgernd wird der Wert der Waren nun einfach und einheitlich ausge-
drückt. Man bezeichnet die Ware, die als Wertausdruck für alle anderen Waren
dient, als „allgemeines Äquivalent“.10 Marx beschreibt dies folgendermaßen:
„Die Waren stellen ihre Werte jetzt erstens einfach dar, weil in einer einzigen
Ware, und zweitens einheitlich, weil in derselben Ware. Ihre Wertform ist ein-
fach und gemeinschaftlich, daher allgemein.“11

Alle konkreten Arbeiten werden im Wertausdruck auf eine Arbeit reduziert, die
als konkrete Arbeit in der Lage ist den gesellschaftlichen Charakter aller Arbei-
ten darzustellen.

3.4 Die Geldform

Marx beschreibt, dass jene spezifische Warenart, deren Naturalform mit der
Äquivalentform gesellschaftlich verwächst, zur Geldware wird - es funktioniert
als Geld12 (historisch gesehen war diese spezifische Warenart Gold, teilweise
Silber).

10
Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S.79 ff.
11
Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S.79
12
Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S.83
-6-

Die Geldform unterscheidet sich durch nichts von der allgemeinen Wertform,
außer dass jetzt das Gold die allgemeine Wertform annimmt. Gold dient ab so-
fort als „allgemeines Äquivalent“:

1 Tisch sind
3 Stühle sind
10 Röcke sind
200 Eier sind 2 Unzen Gold wert
80 Bananen sind
x Ware A sind

Der Fortschritt der Geldform, im Vergleich mit allen anderen Wertformen, be-
steht einzig und allein darin, dass „[...] die allgemeine Äquivalentform jetzt durch
gesellschaftliche Gewohnheit endgültig mit der spezifischen Naturalform der
Ware Gold verwachsen ist“.13 Da sich alle relativen Wertausdrücke in der Geld-
ware abbilden, entsteht endlich die Preisform.14 Zum Beispiel ist die Preisform
des Tisches:

1 Tisch = 2 Unzen Gold

13
Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S.84
14
Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S.84
-7-

Kurzfassung der Marx´schen Analyse der Wertform

Einfache Wertform:

x Ware A = y Ware B

Totale oder entfaltete Wertform:

z Ware A = u Ware B oder = v Ware C oder = usw.

Allgemeine Wertform:

z Ware A =
u Ware B =
v Ware C = c Ware F
usw. Ware =

Geldform:

z Ware A =
u Ware B =
v Ware C = 2 Unzen Gold
usw. Ware =

Abbildung 1: Die Kurzfassung der Marx´schen Analyse


-8-

4 Das Geld

Nach der Untersuchung der Geldform, werden wir nun kurz auf den Austausch-
prozess eingehen, um uns dann weiter ausführlich mit der Kategorie Geld aus-
einanderzusetzen.

Ein beliebiger Warenbesitzer möchte seine Ware, die für ihn kein Gebrauchs-
wert, deshalb Tauschwert darstellt, nicht gegen irgendeine Ware austauschen.
Er will sie offensichtlich gegen eine ganz bestimmte Ware auswechseln. Der
Tausch soll dem Warenbesitzer erst den Gebrauchswert beschaffen, den er
benötigt. Die Ware des Warenbesitzers soll gegen alle anderen Waren direkt
austauschbar sein. Seine Ware soll das "allgemeine Äquivalent" darstellen.
Dies wiederum möchte jeder Warenbesitzer. Somit ist keine Ware allgemeines
Äquivalent. Marx beschreibt dies folgenderweise: "Die Gesetze der Warennatur
betätigen sich im Naturinstinkt der Warenbesitzer. Sie können ihre Waren nur
als Werte und darum nur als Ware aufeinander beziehen, indem sie dieselben
gegensätzlich auf irgendeine andere Ware als allgemeines Äquivalent bezie-
hen. Das ergab die Analyse der Ware. Aber nur die gesellschaftliche Tat kann
eine bestimmte Ware zum allgemeinen Äquivalent machen. Die gesellschaftli-
che Aktion aller der anderen Waren schließt daher eine bestimmte Ware aus,
worin sie allseitig ihre Werte darstellen. Dadurch wird die Naturalform dieser
Ware gesellschaftlich gültige Äquivalentform. Allgemeines Äquivalent zu sein
wird durch den gesellschaftlichen Prozess zur spezifisch gesellschaftlichen
Funktion der ausgeschlossenen Ware. So wird sie – Geld."15

Aus dem Zitat von Marx ist zu entnehmen, dass eine bestimmte Ware nur durch
die "gesellschaftliche Tat" der Warenbesitzer zum allgemeinen Äquivalent und
damit zu Geld wird.

4.1 Geldfunktionen

Marx unterscheidet drei grundlegende Funktionen des Geldes. Die erste Funk-
tion des Geldes besteht darin, als allgemeines Maß der Werte16 zu funktionie-
ren. Das Geld liefert der Warenwelt das Material ihres Wertausdrucks und es

15
Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S.101
16
Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S.109 ff.
-9-

stellt die Warenwerte als qualitativ gleiche und quantitativ vergleichbare Größen
dar. Wie schon dargelegt wurde, ist der Wertausdruck einer Ware in Geld ihr
Preis. Der Preis oder die Geldform der Waren unterscheidet sich von der festen
reellen Körperform, sie ist also nur eine "ideelle oder vorgestellte Form". Somit
dient Geld (in unserem Beispiel Gold) in Funktion des Wertmaßes nur als "vor-
gestelltes oder ideelles Geld".17 Der Wert der Ware (Quantum menschlicher
Arbeit) drückt sich im Preis aus. Ändert sich nun der Wert einer Ware, also die
gesellschaftlich notwenige Arbeitszeit zur Produktion dieser Ware, dann verän-
dert sich auch der Preis dieser Ware. Die Veränderung des Preises einer ein-
zelnen Ware kann auch an besonders günstigen oder ungünstigen Umständen
liegen, unter denen die Ware vorläufig zu verkaufen ist.18 Eine Wertverän-
derung des Geldes dagegen, führt zur gleichzeitigen Preisveränderungen aller
Waren (Veränderung des Preisniveaus). Die Entwertung des Geldes führt zu
allgemein steigenden Preisen der Waren, wogegen der steigende Wert des Ge-
ldes zu allgemein sinkenden Preisen der Waren führt.

Die zweite Funktion des Geldes ist die des Zirkulationsmittels.19 Begleiten wir
nun einen Warenbesitzer im Austauschprozess. Der Besitzer der Ware A (z.B.
ein Leinweber und seine Ware Leinwand), die für ihn kein Gebrauchswert dar-
stellt, will eine Ware B (z.B. ein Tisch) erwerben, da er an dessen Gebrauchs-
wert interessiert ist. Der Warenbesitzer entäußert seine Ware Leinwand gegen
Geld, um sich mit diesem Geld den Tisch zu erwerben. Die Leinwand ist für den
Besitzer nur Ware, ein Wertträger, wogegen der Tisch für ihn ein Gebrauchs-
wert veranschaulicht. Für den Leinweber verwandelt sich die Ware Leinwand in
die Ware Tisch. Marx bezeichnet diesen Prozess als "Metamorphose der Wa-
re". Die Metamorphose der Ware ist folgendermaßen darzustellen:

Ware – Geld – Ware20


W–G–W
(Leinwand – Geld – Tisch)

17
Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S.111
18
Vgl. Heinrich, Michael, Kritik der politischen Ökonomie: Eine Einführung. Schmetterling Verlag,
4. Auflage, Stuttgart 2005, S.64 f.
19
Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S.118
20
Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S.120
- 10 -

Die Metamorphose der Ware wird also im Unterschied zum einfachen Produk-
tentausch durch Geld vermittelt. W – G ist für den Weber der erste Akt der Me-
tamorphose, Verwandlung der Leinwand in Geld. Für den Geldbesitzer, der die
Leinwand erwirbt, ist dies der Abschluss der Metamorphose seiner ursprüng-
lichen Ware. Kauft der Weber nun einen Tisch, befindet er sich im Abschluss
der Metamorphose seiner Ware Leinwand. Für den Tischler hingegen, der den
Tisch verkauft, ist dieser Akt der Beginn der Warenmetamorphose. Die Meta-
morphosen der Waren sind endlos und miteinander verbunden: in ihrer Gesam-
theit stellen sie die Warenzirkulation dar. Marx formuliert dies wie folgt: "Der
Kreislauf, den die Metamorphose jeder Ware beschreibt, verschlingt sich also
unentwirrbar mit den Kreisläufen anderer Waren. Der Gesamtprozess stellt sich
dar als Warenzirkulation".21 Die Metamorphose der Ware, W – G – W, fängt mit
einer Ware A an und findet ihren Abschluss in einer Ware B. Beide Waren ha-
ben denselben Wert, aber unterschiedlichen Gebrauchswert. Diese Bewegung
der Waren bezeichnet Marx als “Kreislauf“. Das Geld beschreibt in der Meta-
morphose der Ware einen Umlauf. Der Warenbesitzer erhält im ersten Akt der
Metamorphose Geld, um es anschließend wieder auszugeben und den ab-
schließenden Akt der Metamorphose zu vollziehen. Geld bleibt in der Funktion
als Zirkulationsmittel stets in der Zirkulationssphäre. Für die Zirkulation genügt
lediglich symbolisches Geld, denn der Warenbesitzer hat es nur auf die Waren
abgesehen, die sie mit der Hilfe des Geldes erwerben können. Geld als Zirkula-
tionsmittel kann deswegen durch "Wertzeichen", wie z.B. Papierzettel, die
selbst kein oder geringen Wert besitzen, ersetzt werden.

Als Wertmaß war Geld nur ideell Vorgestelles Geld; als Zirkulationsmittel ist
Geld zwar tatsächlich vorhanden, aber es genügt symbolisches Geld. Erst ge-
meinsam als Wertmaß und Zirkulationsmittel fungiert Geld als wirkliches Geld22,
als selbstständige Gestalt des Werts. Wirkliches Geld hat selbst ganz bestimm-
te Funktionen. Das Geld fungiert nun als Wertaufbewahrungsmittel, als Schatz,
wenn es nach dem Verkauf nicht zum Kauf verwendet wird, also der Zirkulation
entzogen wird. Der Warenbesitzer wird, wenn er Waren verkauft, aber kein Kauf
stattfindet, zum Schatzbildner, das Geld fungiert als Wertaufbewahrungsmittel.
Ebenfalls hat wirkliches Geld die Funktion als Zahlungsmittel. Der Käufer kann

21
Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S.126
22
Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S.143
- 11 -

Ware kaufen, ohne vorher Ware verkauft zu haben. Also kann der Käufer beim
Kauf nicht sofort zahlen, sondern erst zu einem späteren Zeitpunkt. Dann wird
der Käufer Schuldner und der Verkäufer Gläubiger. Geld schließt als Zah-
lungsmittel, den Kauf, der schon stattgefunden hat, ab. Die Metamorphose der
Ware ändert ihren Charakter: Der Warenbesitzer kauft zunächst eine Ware,
anschließend verkauft er Ware, um mit dem Geld die offene Rechnung (die
Zahlungsverpflichtung) zu begleichen. Im Welthandel, auf dem Weltmarkt, fun-
giert Geld schließlich als Weltgeld. Hier funktioniert es als allgemeines Kaufmit-
tel, allgemeines Zahlungsmittel oder als "[…] absolut gesellschaftliche Materia-
tur des Reichtums".23

Die Geldfunktionen: Eine Übersicht

Einfache Wertform

Totale od. entfaltete Wertform

Allgemeine Wertform

Geldform

Geld

Funktion 1 Funktion 2 Funktion 3

Maß der Werte Zirkulationsmittel Wirkliches Geld

Geld als Schatz Geld als Zahlungsmittel Weltgeld

Abbildung 2: Geldfunktionen: Eine Übersicht

23
Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S.157
- 12 -

5 Der Übergang vom Geld zum Kapital

Bislang wurden die Kategorien Ware und Geld untersucht: Nach der Analyse
der Wertform, der Geldform und der Geldfunktionen beginnen wir, in diesem
Abschnitt, mit der Analyse des Begriffs Kapital. Wir haben die Formel Ware –
Geld – Ware betrachtet. Hier tauscht der Warenbesitzer eine Ware A, die für ihn
kein Gebrauchswert darstellt, gegen Geld aus. Das Geld wird verwendet, um
eine andere Ware B zu kaufen, an dessen Gebrauchswert der ursprüngliche
Verkäufer der Ware A interessiert ist. Nicht-Gebrauchswert verwandelt sich in
Gebrauchswert. Geld als tatsächlich selbstständiger und dauerhafter Ausdruck
des Werts, ist aber nur mit der Formel Geld – Ware – Geld24 (G – W - G) nach-
zuvollziehen. Jetzt ist nicht der Gebrauchswert der Endzweck des Austausches,
sondern der Tauschwert. Jedoch macht die Bewegung G – W – G (Kauf einer
Ware A für eine bestimmte Geldsumme, um die Ware A für die gleiche Geld-
summe wieder zu verkaufen) keinen Sinn. Erst das kaufen, um teurer zu ver-
kaufen liefert einen Vorteil. Marx bezeichnet die Bewegung G – W – G´ (G´
größer ist als G), als “die allgemeine Formel des Kapitals“.25 In der Bewegung
G – W – G´ findet die Selbstverwertung des Werts statt. Die Verwertung bzw.
Vermehrung des Werts wird somit zum Zweck des ganzen Prozesses.

5.1 Die allgemeine Formel des Kapitals (G – W – G´)

Betrachten wir nun die allgemeine Formel des Kapitals näher. Bei der Form der
Warenzirkulation W – G – W wird eine Ware A verkauft und mit dem erhaltenen
Geld eine Ware B gekauft. Das Geld ist verausgabt, die Nutzung des Ge-
brauchswertes der Ware B ist der Zweck der Bewegung. Das Bedürfnis des
Warenbesitzers ist befriedigt und somit ist der Prozess beendet. Sehen wir uns
nun die Zirkulation G – W – G näher an. Nun wird gekauft, um wieder zu ver-
kaufen. Geld ist Anfangs- und Endpunkt der Bewegung. Diese Zirkulationsfigur
macht nur Sinn, wenn die Geldsumme sich vermehrt: G – W – G´, wobei G´
größer ist als G. Wie schon dargestellt wurde, wird in der Zirkulation W – G – W
das Geld in Ware verwandelt, welches nun als Gebrauchswert dient. Das Geld

24
Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S. 161 ff.
25
Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S. 170
- 13 -

wird verausgabt. In der Bewegung G – W – G´ hingegen gibt der Käufer Geld


aus, um schließlich als Verkäufer wieder Geld einzunehmen. Geld wird in die
Zirkulation geworfen, um es der Zirkulation, durch den Verkauf „derselben“ Wa-
re, wieder zu entziehen. Also wird Geld mit der einzigen Absicht verausgabt, um
mehr Geld zu erwerben. Es wird daher nur vorgeschossen. Eine Wertsumme
die, die Bewegung G – W – G´ durchläuft, ist “Kapital“. Eine Wertsumme nur in
Form von Geld oder in Form von Ware stellt noch kein Kapital dar. Erst die Ver-
knüpfung von Austauschprozessen, mit der Absicht die Wertsumme zu vermeh-
ren, gibt uns die typische Kapitalbewegung wieder. Marx bezeichnet den erziel-
ten Wertzuwachs einer solchen Kapitalbewegung, also die Differenz zwischen
G´ und G, als “Mehrwert“.26 Die Vermehrung des vorgeschossenen Werts ist die
einzige Absicht der Bewegung G – W – G´. Die Kapitalbewegung, die Zirkulati-
on des Geldes als Kapital, ist im Gegensatz zur einfachen Warenzirkulation, ein
Selbstzweck, sie ist maßlos und endlos. "Als Bewusster Träger dieser Bewe-
gung wird der Geldbesitzer Kapitalist".27 Als Kapitalist wird eine Person be-
zeichnet, die in ihrem Handeln der Logik des Kapitals ("maßlose und endlose
Verwertung") folgt.

5.2 Die Ware Arbeitskraft

Wie dargestellt wurde, findet In der Bewegung G – W – G´ eine Verwandlung


von Geld in Ware und eine Rückverwandlung von Ware in mehr Geld statt.
Aber wie kommt es zu dieser Wertveränderung bzw. zum Wachstum des Wer-
tes? Der Wertzuwachs kann nicht aus dem Geld selbst entspringen. Wenn Geld
als Kaufmittel oder Zirkulationsmittel dient, dann realisiert es nur den Preis der
Waren. Verharrt Geld in seiner eigenen Form, dann erstarrt es gleichsam, zu
einem versteinerten Wert von gleichbleibender Größe. Die Wertveränderung
muss also aus der Ware entspringen. Wird Äquivalententausch unterstellt, dann
kann der Mehrwert nicht in der Zirkulation entstehen. Es muss also zwischen
den beiden Zirkulationsakten G – W und W – G´ eine Veränderung mit der Wa-
re stattfinden. Die Wertveränderung entspringt somit aus dem Gebrauchswert
der Ware, das heißt aus ihrem Verbrauch. Demnach muss auf dem Markt eine
Ware vorzufinden sein, dessen Gebrauchswert die Eigenschaft besitzt, Quelle

26
Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S. 165
27
Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S. 167
- 14 -

von Wert zu sein, so dass der Verbrauch dieser Ware mehr Wert schafft als sie
selbst kostet. Die Ware, die diese besondere Eigenschaft besitzt, ist "die Ware
Arbeitskraft".28 Arbeitskraft ist die Fähigkeit des Menschen, Arbeit zu verrichten.
Zwei Bedingungen müssen erfüllt sein, damit der Geldbesitzer die Arbeitskraft
als eine Ware auf dem Markt vorfindet. Die erste Voraussetzung besteht darin,
dass die Menschen, die ihre Arbeitskraft verkaufen, rechtlich freie Personen
sein müssen. Diese Personen müssen also freie Eigentümer ihres Arbeitsver-
mögens sein. Die zweite Bedingung besteht darin, dass diese Personen über
keine Produktionsmittel verfügen, also nicht nur rechtlich frei, sondern auch frei
von sachlichem Eigentum sind. Sind Menschen nun gezwungen ihre Arbeits-
kraft zu verkaufen, dann verhalten sie sich in der Tat zu ihrer Arbeitskraft wie zu
einer Ware. Die kapitalistische Produktionsweise setzt also voraus, dass es ei-
nerseits eine Klasse von Geld- und Produktionsmittelbesitzern und auf der an-
deren Seite eine Klasse von nahezu eigentumslosen und rechtlich freien Arbei-
tern und Arbeiterinnen gibt. Aber nun möchten wir die Ware Arbeitskraft weiter
untersuchen. Marx beschreibt den Wert der Ware Arbeitskraft gleichbedeutend
zum Wert jeder anderen Ware. "Der Wert der Arbeitskraft, gleicht dem jeder
anderen Ware, ist bestimmt durch die zur Produktion, also auch Reproduktion,
dieses besonderen Artikels notwendige Arbeitszeit."29 Jede Person benötigt
Nahrung, Kleidung, Unterkunft usw., um sich zu erhalten. Marx veranschaulicht
aus diesem Tatbestand den Wert der Ware Arbeitskraft: "Die zur Produktion der
Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit löst sich also auf in die zur Produktion die-
ser Lebensmittel notwendige Arbeitszeit, oder der Wert der Arbeitskraft ist der
Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel."30 Die Eigen-
tümer der Ware Arbeitskraft müssen jederzeit auf dem Markt vorzufinden sein,
da die Verwandlung von Geld in Kapital endlos ist. Aufgrund der Abnutzung und
Sterblichkeit werden Arbeitskräfte dem Markt entzogen, folglich müssen diese
Arbeitskräfte ständig durch mindestens eine gleiche Anzahl neuer Arbeitskräfte
ersetzt werden. Also muss der Wert der Arbeitskraft auch die Kosten abdecken,
die für die Reproduktion einer gesamten Arbeiterfamilie entstehen. Auch Preis-
veränderungen der Ware Arbeitskraft können entstehen, zum Beispiel aufgrund

28
Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S. 181 ff.
29
Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S. 184
30
Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S. 185
- 15 -

momentaner Knappheit oder momentanem Überfluss an Arbeitskräften.31 Wirk-


liche Wertveränderungen der Ware Arbeitskraft folgen aber aus der Verände-
rung des Werts, der zur Reproduktion notwendigen Lebensmittel oder aus der
Veränderung der Menge der Lebensmittel, die für die Reproduktion notwendig
sind.

Nachdem wir nun die Ware Arbeitskraft analysiert haben, können wir im näch-
sten Abschnitt den Mehrwert genauer betrachten.

6 Der Mehrwert

Wie weiter oben beschrieben, ist der tägliche Wert der Arbeitskraft, die Wert-
summe, welche der Arbeiter durchschnittlich zur seiner täglichen Reproduktion
benötigt. Nun ist der Wert, der durch den Gebrauch bzw. Verbrauch der Ar-
beitskraft pro Tag hervorgebracht wird, größer als der tägliche Wert der Arbeits-
kraft. Zum Beispiel wird bei einem achtstündigen Arbeitstag, durch den Ge-
brauch der Arbeitskraft, ein Wert geschaffen. Der neu geschaffene Wert lässt
sich in den Wert der Arbeitskraft und den Mehrwert aufteilen. Wird an einem
achtstündigen Arbeitstag, in drei Stunden der Wert der Arbeitskraft und in fünf
Stunden der Mehrwert produziert, beträgt der tägliche Wert der Arbeitskraft
37,5 % des neu geschaffenen Wertes. Marx bezeichnet die drei Stunden in den
der Wert der Arbeitskraft produziert wird als "notwendige Arbeitszeit“ (Arbeits-
zeit, die notwendig ist, um den Wert der Arbeitskraft zu reproduzieren) und die
restlichen fünf Stunden indem der Mehrwert produziert wird als "Mehrarbeits-
zeit" (Arbeitszeit, die der einzelne Arbeiter über die Reproduktionsnotwendigkeit
hinaus verrichtet).32 Marx bezeichnet die notwendige Arbeitszeit als "bezahlte
Arbeit" und die Mehrarbeitszeit als "unbezahlte Arbeit". Der Arbeiter erhält für
den Verkauf der Ware Arbeitskraft vom Kapitalisten weniger Wert, als er produ-
ziert. Der Kapitalist zahlt lediglich den Wert der Arbeitskraft, er zahlt nicht den

31
Vgl. Heinrich, Michael, Kritik der politischen Ökonomie: Eine Einführung. Schmetterling Verlag,
4. Auflage, Stuttgart 2005, S. 91
32
Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S. 246
- 16 -

von den Arbeitern geschaffenen Wert. Deswegen spricht Marx auch oftmals von
der "Ausbeutung der Arbeitskraft".33

6.1 Konstantes und variables Kapital, Mehrwertrate

Gekauft werden vom Kapitalisten die Arbeitskraft und Produktionsmittel. Der


Arbeitsprozess ist somit ein Vorgang zwischen Gegenständen, die dem Kapita-
listen gehören. Das Produkt welches aus dem Prozess hervorgeht gehört eben-
falls dem Kapitalisten. Die Verwertung ist nur durchführbar, wenn die Ware Ar-
beitskraft gekauft und verbraucht wird. Jedoch kann der Gebrauch der Ware
Arbeitskraft nur in Anspruch genommen werden, wenn der Kapitalist Produkti-
onsmittel (Rohstoffe, Maschinen, usw.) besitzt. Ausgang des Produktionspro-
zesses ist ein neuer Wert, der über dem des vorgeschossenen Kapitals liegt.
Bei der Produktion von Ware, werden Produktionsmittel verbraucht. Der Wert
der verbrauchten Produktionsmittel geht über in den Wert der neu produzierten
Waren. Produktionsmittel, wie zum Beispiel Rohstoffe, werden im Produktions-
prozess vollständig verbraucht. Hierbei wird auch der Wert, der konsumierten
Produktionsmittel, vollständig auf die neu produzierten Waren übertragen. Bei
Produktionsmitteln, wie zum Beispiel Maschinen, die nicht vollständig ver-
braucht werden, überträgt sich auch nur ein Teil ihres Wertes auf die Waren.
Produktionsmittel übertragen während des Produktionsprozesses, wie schon
dargestellt, ihren Wert auf den Wert der neu produzierten Waren. Marx nennt
diesen Bestandteil des Kapitals deswegen "konstantes Kapital"34 (c). Der Wert
der Ware Arbeitskraft überträgt sich hingegen nicht auf die produzierten War-
en.35 In den Wert der produzierten Waren, geht der Wert ein, der durch den
Gebrauch der Arbeitskraft neu entsteht. Verändert sich beispielsweise der Wert
der verbrauchten Produktionsmittel, dann ändert sich auch der Wert des neu
produzierten Produkts. Ändert sich aber der Wert der Ware Arbeitskraft, dann
hat diese Veränderung keinen Einfluss auf die neu produzierten Waren. Den
Kapitalbestandteil, der zur Bezahlung der Löhne eingesetzt wird, bezeichnet
Marx, als "variables Kapital"36(v). Arbeiter produzieren einen neuen Wert in Hö-

33
Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S. 181 ff.
34
Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S. 223
35
Vgl. Heinrich, Michael, Kritik der politischen Ökonomie: Eine Einführung. Schmetterling Verlag,
4. Auflage, Stuttgart 2005, S.99 f.
36
Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S. 224
- 17 -

he von v + m (Mehrwert = m), ausgezahlt wird jedoch nur v. Der Wert der neu
produzierten Waren am Ende eines Produktionsprozesses lässt sich in der fol-
genden Formel ausdrücken: c + v + m. Bezieht man die beiden Größen, Mehr-
wert und variables Kapital aufeinander (also, m/v), so erhält man die "Mehrwert-
rate"37(Grad der Verwertung). Die Mehrwertrate ist ebenfalls der Maß für die
Ausbeutung der Arbeitskraft. Ist zum Beispiel m=50 und v=50, dann spricht man
von einer Mehrwertrate von 100%, ist m=20 und v=80, dann beträgt die Mehr-
wertrate 25%.

6.2 Absoluter und relativer Mehrwert

Der von einer Arbeitskraft produzierte Mehrwert steigt, wenn sich die Mehrar-
beitszeit verlängert. Die Mehrarbeitszeit verlängert sich, wenn der Arbeitstag
verlängert wird. Somit kann der Mehrwert durch die Verlängerung des Arbeits-
tages gesteigert werden. Marx spricht in diesem Fall von der Produktion des
absoluten Mehrwerts. Eine Steigerung der Intensität der Arbeit hat ebenfalls
dieselbe Wirkung wie die Verlängerung des Arbeitstages. Es wurde jedoch mit
der Einführung eines gesetzlichen Regelarbeitstages die Produktion des abso-
luten Mehrwerts erschwert. Die Mehrarbeitszeit lässt sich aber nicht nur durch
die Verlängerung des Arbeitstages ausweiten. Die Verlängerung der Mehrar-
beitszeit und somit die Steigerung des Mehrwerts kann ebenfalls durch die Ver-
kürzung der notwendigen Arbeitszeit, also durch die Abnahme des Werts der
Ware Arbeitskraft erreicht werden. Sind zum Beispiel bei einem achtstündigen
Arbeitstag vier Stunden notwendig, um den täglichen Wert der Ware Arbeits-
kraft zu produzieren, dann sind die restlichen vier Stunden Mehrarbeit. Sind nun
nur noch drei Stunden erforderlich, um den täglichen Wert der Arbeitskraft zu
produzieren, dann bleiben fünf Stunden Mehrarbeitszeit. Die Steigerung des
Mehrwerts durch Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit bezeichnet Marx als
relativen Mehrwert. Wie gezeigt wurde, ist der Wert der Arbeitskraft, der Wert,
der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel. Voraussetzung ist,
dass der Wert der Ware Arbeitskraft vollständig ausgezahlt wird. Somit ist eine
Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit nur möglich, wenn der als notwendig
empfundene Umfang an Lebensmittel sinkt oder wenn sich der Wert der Le-
bensmittel verringert. Der Wert der Lebensmittel sinkt, wenn die Produktivkraft
37
Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S. 230
- 18 -

der Arbeit in den Geschäftsfeldern steigt, die Lebensmittel herstellen oder wenn
die Produktivkraft der Branchen steigt, die Rohstoffe oder Maschinen für die
Lebensmittelbranchen produzieren und liefern.38
Zusammengefasst können wir sagen, dass durch den Anstieg der Produktiv-
kraft der Arbeit, der Wert der Lebensmittel vermindert wird und aus diesem
Grund der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt.

Eine höhere Kapitalverwertung wird also durch die Verlängerung der Arbeitszeit
(absoluter Mehrwert) oder durch die Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit
(relativer Mehrwert) erreicht.

7 Akkumulation: Die Anwendung von Mehrwert als


Kapital
Nach der Untersuchung der Begriffe Mehrwert und Kapital, werden wir uns mit
dem Begriff Akkumulation befassen. Verkauft ein Kapitalist seine produzierte
Ware, so erhält er nicht nur das ursprünglich vorgeschossene Kapital zurück,
sondern auch einen Mehrwert. Dieser Mehrwert ist der Zweck der kapitalisti-
schen Produktion. Wird dieser Mehrwert von seinem Eigentümer nicht für seine
Bedürfnisse verwendet, sondern als Kapital angewandt, dann entsteht neues
Kapital, welches dem alten Kapital hinzugefügt wird. Die Anwendung von
Mehrwert als Kapital bezeichnet Marx als "Akkumulation“. „Anwendung von
Mehrwert als Kapital oder Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Ak-
kumulation des Kapitals."39 Das treibende Motiv für die Akkumulation des Kapi-
tals ist der gesellschaftliche Zwang, der dem Kapitalisten durch die Konkurrenz
aufgezwungen wird. Die Konkurrenz zwingt den Kapitalisten sein Kapital fort-
während auszudehnen, um es zu erhalten. Er kann sein Kapital nur ausdehnen
mittels Akkumulation. Der Kapitalist könnte auch den gesamten Mehrwert kon-
sumieren, welches er aber aufgrund der Konkurrenz unterlässt. Der durch die
Konkurrenz aufgeherrschte Zwang zur Akkumulation hat ebenfalls den Druck
auf die Löhne der Arbeiter zur Folge, da durch die Senkung der Löhne der

38
Vgl. Heinrich, Michael, Kritik der politischen Ökonomie: Eine Einführung. Schmetterling Verlag,
4. Auflage, Stuttgart 2005, S.103
39
Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S. 605
- 19 -

Mehrwert steigt. Wie in Abschnitt 6.2 gezeigt wurde, ermöglichen die Steige-
rung der Produktivkraft der Arbeit oder die Verlängerung der Arbeitszeit eben-
falls eine Ausdehnung des Mehrwerts und damit auch eine Beschleunigung der
Akkumulation. Der Mehrwert dient aber als Konsumtionsfonds und Akkumula-
tionsfonds zugleich. "Ein Teil des Mehrwertes wird vom Kapitalisten als Reve-
nue verzehrt, ein anderer Teil als Kapital angewandt oder akkumuliert."40 Bei
gegebenem Mehrwert, ist die Größe der Akkumulation abhängig "[…] von der
Teilung des Mehrwerts in Akkumlationsfonds und Konsumtionsfonds, in Kapital
und Revenue."41

40
Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S. 617
41
Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S. 617
- 20 -

Abbildung 3: Die Verwandlung Mehrwert in Kapital42

42
Vgl. Altvater, Elmar; Hecker, Rolf; Heinrich, Michael; Schaper-Rinkel, Petra (1999): Kapital.doc
Münster: Verlag Westfälisches Dampfboot
- 21 -

8 Die organische Zusammensetzung des Kapitals


Die Akkumulation übt auf das Geschick der Arbeiterklasse einen Einfluss aus.
Dazu müssen wir zunächst die Zusammensetzung des Kapitals und die Verän-
derungen, die das Kapital im Verlauf des Akkumulationsprozesses durchmacht,
untersuchen.

Das Verhältnis von konstantem Kapital c (derjenige Teil des Kapitals der für
Maschinen, Rohstoffe etc. vorgeschossen wird) zu variablem Kapital v (derjeni-
ge Teil des Kapitals, der für Löhne vorgeschossen wird) bezeichnet Marx als
Wertzusammensetzung des Kapitals. Das Verhältnis zwischen der Masse der
angewandten Produktionsmittel einerseits und der zu ihrer Anwendung erfor-
derlichen Arbeitsmenge anderseits, nennt Marx die technische Zusammenset-
zung des Kapitals. Marx bezeichnet die Wertzusammensetzung des Kapitals,
insofern sie durch seine technische Zusammensetzung bestimmt wird, als or-
ganische Zusammensetzung des Kapitals.43

44
Abbildung 4: Die organische Zusammensetzung des Kapitals

Bleibt die organische Kapitalzusammensetzung konstant und wird Kapital ak-


kumuliert, dann wächst die Nachfrage nach Arbeitskräften genauso stark wie
das Kapital. Wird zum Beispiel Mehrwert als Kapital angewandt, so dass die als
Kapital vorgeschossene Wertsumme um 30% steigt, dann werden ebenso 30%
mehr Arbeitskräfte benötigt. Dies kann dazu führen, dass die Arbeitslöhne stei-

43
Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S. 640 ff.
44
Vgl. Altvater, Elmar; Hecker, Rolf; Heinrich, Michael; Schaper-Rinkel, Petra (1999): Kapital.doc
Münster: Verlag Westfälisches Dampfboot
- 22 -

gen. Dies wiederum vermindert den Mehrwert und verlangsamt somit die Ak-
kumulation des Kapitals. Damit geht der Anstieg der Nachfrage nach Arbeits-
kräften zurück und somit wird auch eine weitere Lohnsteigerung gebremst.

Marx lässt im Kapital Band I, in einem Unterabschnitt, die bislang gemachte


Bedingung, einer im Akkumulationsverlauf konstanten organischen Kapitalzu-
sammensetzung, fallen. Nun steigt die organische Kapitalzusammensetzung.
Dies bedeutet, dass der Bestandteil des variablen Kapitals (v) sinkt im Verhält-
nis zum konstanten Kapital (c) oder zum insgesamt vorgeschossenen Kapital
(c+v). Die Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, somit die Zunahme der
technischen Kapitalzusammensetzung, die auch eine Erhöhung der organi-
schen Kapitalzusammensetzung bewirkt, führt bei unveränderter Produktions-
menge dazu, dass weniger Arbeitskräfte benötigt werden.

Fassen wir nochmal zusammen: Einerseits findet Akkumulation von Kapital und
damit eine Ausweitung der Produktion statt, was - bei einer konstant bleibenden
organischen Kapitalzusammensetzung – mehr Arbeitskräfte erfordert. Ander-
seits führt die Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, die sich in einer steigen-
den organischen Kapitalzusammensetzung ausdrückt dazu, dass bei gleich-
bleibender Produktionsmenge weniger Arbeitskräfte benötigt werden. Ob die
Nachfrage nach Arbeitskräften steigt oder fällt hängt davon ab, welcher dieser
beiden Effekte überwiegt.
Als industrielle Reservearmee45 bezeichnet Marx, die Menge von Arbeitern und
Arbeiterinnen, die bereit sind, ihre Arbeitskraft zu verkaufen, aber keinen Käufer
finden. Die Größe dieser industriellen Reservearmee hängt somit ebenfalls von
den beiden gegenläufigen Effekten ab.

45
Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S. 660 ff.
- 23 -

9 Zusammenfassung

Ein Gegenstand wird als Ware bezeichnet, wenn es Gebrauchswert und


Tauschwert besitzt. Das Gemeinsame, was sich im Austauschverhältnis der
Ware darstellt, ist ihr Wert. Der Wert einer Ware ist die gesellschaftlich notwen-
dige Arbeitszeit, die zur ihrer Herstellung benötigt wird. Waren besitzen eine
Doppelform, die Naturalform und die Wertform. Das einfachste Wertverhältnis
ist das Wertverhältnis einer Ware zu einer einzigen anderen Ware, gleichgültig
welcher. Wird der Wert der Ware A in der Ware B ausgedrückt, dann befindet
sich die Ware A in relativer Wertform und die Ware B in Äquivalentform. In der
totalen oder entfalteten Wertform wird der Wert der Ware A in zahllosen ande-
ren Waren ausgedrückt. Die totale Wertform ist also nichts anderes als eine
Aneinanderreihung von einfachen Wertformen. In der allgemeinen Wertform
dient eine einzige Ware als Wertausdruck für alle anderen Waren. Die Waren-
art, deren Naturalform mit der Äquivalentform gesellschaftlich verwächst, wird
zur Geldware - es funktioniert als Geld. Die Geldform unterscheidet sich durch
nichts von der allgemeinen Wertform, außer dass das Gold die allgemeine
Wertform annimmt. Eine bestimmte Ware wird nur durch die "gesellschaftliche
Tat" der Warenbesitzer zum allgemeinen Äquivalent und damit zu Geld. Marx
unterscheidet drei grundlegende Funktionen des Geldes. Die erste Funktion
des Geldes besteht darin, als allgemeines Maß der Werte zu funktionieren. Die
zweite Funktion des Geldes ist die des Zirkulationsmittels, das den tatsächli-
chen Austausch der Waren vermittelt. In seiner dritten Funktion fungiert Geld
schließlich als wirkliches Geld. Es fungiert als Schatz, als Zahlungsmittel und
als Weltgeld. Geld als tatsächlich selbstständiger und dauerhafter Ausdruck des
Werts, ist mit der Formel Geld – Ware – Geld‘ (G – W – G‘) nachzuvollziehen.
G – W – G´ (G´ größer ist als G) ist die allgemeine Formel des Kapitals. Eine
Wertsumme, die die Bewegung G – W – G´ durchläuft ist “Kapital“. Die Diffe-
renz zwischen G´ und G bezeichnen wir als Mehrwert.

Auf dem Markt ist eine Ware vorzufinden, dessen Gebrauchswert die Eigen-
schaft besitzt Quelle von Wert zu sein, so dass der Gebrauch dieser Ware mehr
Wert schafft, als sie selbst kostet. Die Ware, die diese besondere Eigenschaft
besitzt, ist "die Ware Arbeitskraft". Die kapitalistische Produktionsweise setzt
voraus, dass es einerseits eine Klasse von Geld- und Produktionsmittelbe-
- 24 -

sitzern und auf der anderen Seite eine Klasse von nahezu eigentumslosen und
rechtlich freien Arbeitern und Arbeiterinnen gibt. Der Wert der Ware Arbeitskraft
ist bestimmt durch die zur Produktion, also auch Reproduktion, dieses Artikels
notwendige Arbeitszeit. Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeits-
zeit löst sich auf in die zur Produktion dieser Lebensmittel notwendige Arbeits-
zeit. Der Wert, der durch den Gebrauch der Ware Arbeitskraft, pro Tag, hervor-
gebracht wird ist größer als der tägliche Wert der Arbeitskraft. Durch den Ge-
brauch der Arbeitskraft wird ein Wert geschaffen. Der neu geschaffene Wert
lässt sich in den Wert der Arbeitskraft und den Mehrwert aufteilen. Die Arbeits-
zeit in den der Wert der Arbeitskraft produziert wird, bezeichnen wir als "not-
wendige" Arbeitszeit und die restlichen Arbeitszeit, indem der Mehrwert produ-
ziert wird, als "Mehrarbeitszeit". Die notwendige Arbeitszeit bezeichnen wir als
"bezahlte Arbeit" und die Mehrarbeitszeit als "unbezahlte Arbeit".

Produktionsmittel übertragen während des Produktionsprozesses ihren Wert


auf den Wert der neu produzierten Waren. Wir bezeichnen diesen Bestandteil
des Kapitals deswegen als "konstantes Kapital". Den Kapitalbestandteil, der zur
Bezahlung der Löhne eingesetzt wird, bezeichnen wir als "variables Kapital".
Der Wert der neu produzierten Waren am Ende eines Produktionsprozesses
lässt sich in der folgenden Formel ausdrücken: konstantes Kapital + variables
Kapital + Mehrwert. Bezieht man die beiden Größen, Mehrwert und variables
Kapital aufeinander, so erhält man die "Mehrwertrate".
Der von einer Arbeitskraft produzierte Mehrwert steigt, wenn sich die Mehrar-
beitszeit verlängert. Die Mehrarbeitszeit verlängert sich, wenn der Arbeitstag
verlängert wird. In diesem Fall sprechen wir von der Produktion des absoluten
Mehrwerts. Die Steigerung des Mehrwerts, durch Verkürzung der notwendigen
Arbeitszeit, bezeichnen wir als relativen Mehrwert.

Die Anwendung von Mehrwert als Kapital bezeichnen wir als "Akkumulation".
Das treibende Motiv für die Akkumulation des Kapitals ist der gesellschaftliche
Zwang, der dem Kapitalisten durch die Konkurrenz aufgezwungen wird. Ein Teil
des Mehrwertes wird vom Kapitalisten als Revenue verzehrt, ein anderer Teil
als Kapital angewandt.
- 25 -

Das Verhältnis von konstantem Kapital c zu variablem Kapital v bezeichnen wir


als Wertzusammensetzung des Kapitals. Das Verhältnis zwischen der Masse
der angewandten Produktionsmittel und der zu ihrer Anwendung erforderlichen
Arbeitsmenge, bezeichnen wir als die technische Zusammensetzung des Kapi-
tals. Die Wertzusammensetzung des Kapitals, insofern sie durch seine techni-
sche Zusammensetzung bestimmt wird bezeichnen wir als organische Zusam-
mensetzung des Kapitals. Findet Akkumulation von Kapital und somit eine
Ausweitung der Produktion statt, bei einer konstant bleibenden organischen
Kapitalzusammensetzung, dann wächst die Nachfrage nach Arbeitskräften. Ei-
ne Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, die sich in einer steigenden organi-
schen Kapitalzusammensetzung ausdrückt, führt dazu, dass bei gleichbleiben-
der Produktionsmenge weniger Arbeitskräfte benötigt werden.
- 26 -

10 Literaturverzeichnis

1. Marx, Karl; Das Kapital 1. Bd., in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969

2. Altvater, Elmar; Hecker, Rolf; Heinrich, Michael; Schaper-Rinkel, Petra


Kapital.doc : Verlag Westfälisches Dampfboot, Münster 1999

3. Heinrich, Michael; Kritik der politischen Ökonomie: Eine Einführung:


Schmetterling Verlag, 4. Auflage, Stuttgart 2005

Internetquellen

4. http://www.uni-muenster.de/PeaCon/s-texte/MarxKap.htm