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UHLDINGEN-MÜHLHOFEN 25. Januar 2021, 14:57 Uhr

Elf Todesfälle im Seniorenwohnpark:


Laut Bürgermeister ein „tragischer
Zufall“ und ohne Zusammenhang
zum Impftermin
Elf von 41 Bewohnern eines Seniorenheims in Uhldingen-Mühlhofen, die am 31. Dezember gegen Corona
geimpft wurden, sind seitdem an oder mit Covid-19 gestorben. Wie die Gesundheitsbehörde im
Landratsamt, schließt auch der Bürgermeister der Gemeinde einen Zusammenhang zwischen Impfung
und Todesfällen aus. Er sprach von einem „tragischen Zufall“. In den nächsten Tagen stehe die zweite
Impfung in dem Haus an.

Dominik Männle wurde 2020 zum neuen Bürgermeister der Gemeinde Uhldingen-Mühlhofen gewählt. Der
Wahltermin war zu Beginn der Coronakrise. | Bild: Kleinstück, Holger

VON S TEFAN HIL SER

Der Bürgermeister der Gemeinde Uhldingen-Mühlhofen, Dominik Männle, erfuhr in


der zweiten Januarwoche von den Todesfällen im Seniorenwohnpark, die in
Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion stehen. Mit Stand Montag, 25. Januar,
sei ihm die Zahl von elf verstorbenen Bewohnerinnen und Bewohnern bekannt

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geworden. Nach seiner Erkenntnis sei die Infektionswelle im Heim mittlerweile am


Abflachen.

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Einen Zusammenhang zu den Impfungen, die am 31. Dezember im Haus


vorgenommen wurden, schließe er nach allem, was ihm die Fachleute gesagt hätten,
aus. Die betroffenen Bewohner haben sich demnach vermutlich unerkannt schon vor
dem Impftermin mit dem Coronavirus infiziert. Die Verstorbenen seien „sehr betagt“
gewesen und hätten Vorerkrankungen gehabt. Genaue Angaben zum Alter der
Verstorbenen machte Männle bislang nicht.

Neue Nahrung für Impfkritiker


Der Uhldingen-Mühlhofener Bürgermeister sprach von einem „tragischen Zufall“,
dass die Todesfälle in einem zeitlichen Zusammenhang zu dem Impftermin stünden.
Es sei jedoch zu befürchten, dass der Fall Impfkritikern neue Nahrung gibt, und dass
Zusammenhänge konstruiert werden, die nicht getroffen werden könnten. Er rate
angesichts der vielen Beispiele bundesweit, in denen Impfungen in
Senioreneinrichtungen unproblematisch vonstatten gingen, sich auf diese positiven
Beispiele zu fokussieren.

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ist seit Freitag geöffnet

Er stehe in regelmäßigem Kontakt mit der Heimleitung des Seniorenwohnparks,


sagte Männle. Bis zu den ersten Fällen im Januar sei ihm kein positiver Corona-Fall
aus dem Heim bekannt geworden, „zumindest keiner, der streute“. Nach seiner
Beobachtung habe sich die Heimleitung mit ihrem Hygienekonzept vorbildlich
verhalten. Es sei besonders tragisch, dass es dieses Heim nun trotzdem getroffen
hat.

Zweiten Impftermin verschoben

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Wie das Virus ins Haus kam, sei ihm nicht bekannt. Wenn bei dem Impftermin am
31. Dezember schon Infektionen vorlagen, seien diese nicht bekannt gewesen.
Männle betont, dass er zwar kein Virologe sei, er spreche sich aber dafür aus, vor
den Impfungen zuverlässige Tests zu machen, um auszuschließen, dass jemand zu
einem Zeitpunkt geimpft wird, an dem sein Immunsystem geschwächt ist. Nach
seinem Wissen sei das betroffene Seniorenheim gut an Schnelltests ausgestattet.

Als am 31. Dezember das Impfteam ins Haus kam, habe man sich gefreut, dass jetzt
endlich ein Impfstoff zur Verfügung steht. Er sei eingeladen worden, die Ankunft des
Impfteams zu beobachten. Er habe sich dafür einem Schnelltest unterzogen, zu den
Bewohnern direkt habe er dann aber keinen Kontakt gehabt.

Der Termin für die zweite Impfung wäre vergangene Woche angestanden, er sei aber
auf diese Woche verschoben worden, berichtete Männle. Wenn nun die
Überlebenden wieder symptomfrei sind und es kein Quarantäneverfügung mehr gibt,
gehe er davon aus, dass die zweite Impfung wie geplant stattfindet. Er könne dies
nur begrüßen.

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