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Viel Lärm zu machen, gehört zu den ältesten Ritualen in der

Silvesternacht. Früher verjagte man mit Lärm böse Geister.


Lärmende Umzüge, bei denen Trommeln, Schellen und
Peitschenknallen für den nötigen Krach sorgten, sollten diese
Geister fernhalten. In unserer Zeit wird dieses Brauchtum
weltweit durch gigantische Feuerwerke ersetzt. Dabei geht es
mittlerweile nicht mehr um die Vertreibung von Dämonen.
Das Silvesterfeuerwerk ist ein Ausdruck der Freude über das
Feuerwerk bevorstehende neue Jahr.

Das Verschenken von Glücksbringern gehört heute zu Silvester


wie der Christbaum zu Weihnachten.
Die kleinen Figuren werden am Abend des 31. Dezember an
Familie, Freunde, Verwandte, Nachbarn und Bekannte verschenkt
bzw. zu Beginn des Jahres, wenn man die Leute trifft.
Sie sollen Glück für das neue Jahr bringen.
Die Glücksbringer sind sehr verschieden: Sie können aus Glas,
Holz, Plastik, Marzipan, Schokolade oder anderen Materialien sein.
Glücksbringer
verschenken

Auf einem Löffel werden kleine Stücke aus Blei - meist haben sie
die Form von Glücksbringern - über einer Kerze geschmolzen und
dann in ein Gefäß mit kaltem Wasser gegossen.
Aus den sich gebildeten Figuren soll man die zukünftigen
Ereignisse im nächsten Jahr deuten können.
Egal, ob die Figur nun eine Blume (neue Freundschaft), eine Spinne
(das Glück hängt am seidenen Faden) oder eine Geige (heimliche
Sehnsucht) ist - die Deutung bleibt letztlich jedem selbst
Bleigießen überlassen.
„Ich wünsche dir einen guten Rutsch ins neue Jahr!“
ist eine der gebräuchlichsten Redewendungen zu Neujahr.
Der "gute Rutsch ins neue Jahr" hat aber mit dem Rutschen gar
nichts zu tun. Vielmehr geht dieser Ausspruch auf das jiddische
Wort "rosch" bzw. auf das hebräische Wort "rosh" zurück und
bedeutet „Anfang“.
Man wünscht sich also mit dem "guten Rutsch" schlicht und
Neujahres-wünsche einfach einen guten (Jahres-)Anfang.

An Silvester läutet in Wien um Mitternacht die "Pummerin".


Sie ist die größte Glocke Österreichs und hängt im Nordturm des
Stephansdomes. Sie wurde 1951 aus dem Metall der alten Glocke
neu gegossen.
Die Pummerin wird nur zu Neujahr und zu hohen katholischen
Feiertagen geläutet. Das Läuten der Pummerin wird im Fernsehen
und im Radio ab 00.00 Uhr gesendet.
Natürlich läuten auch sehr viele andere Kirchenglocken in ganz
Österreich! Glockenläuten

Ein schöner Brauch ist das Walzertanzen zu Mitternacht.


Das kann zu Hause, auf der Straße oder dort, wo man gerade ist,
stattfinden.
In Österreich ertönt im Fernsehen und im Radio nach dem Läuten
der Pummerin traditionell der "Donauwalzer" von Johann Strauss
als Auftakt des neuen Jahres. Dazu tanzt immer ein berühmtes
Ballett. Auch das wird im Fernsehen gezeigt.
Der eigentliche Titel dieses Walzers heißt "An der schönen
Walzer tanzen blauen Donau" und ist die "heimliche Hymne Österreichs".
„Die Korken knallen lassen“
ist eine Redewendung, die eigentlich nur „feiern“ bedeutet.
Zu Silvester passiert das im doppelten Sinn: Die Korken knallen!
Dazu wird an einer Sektflasche erst der Metallverschluss am
Korken entfernt. Dann wird die Flasche leicht geschüttelt. Durch
lassen den Druck, der im Inneren der Flasche entsteht, „schießt“ der
die Korken knallen Korken mit einem lauten Ploppen heraus! Meistens wird dabei auch
eine Menge Sekt verschüttet. Und gefeiert wird ja ohnehin!
lassen

Um Mitternacht stößt man mit anderen Leuten an und prostet sich


zu. Das wird meist mit Sekt oder Champagner gemacht, kann aber
auch mit anderen Getränken durchgeführt werden.
Mit dem "Prost Neujahr!" begrüßt man das neue Jahr und wünscht
einander Erfolg und Glück fürs neue Jahr.
"Prosit" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet "es möge
gelingen".
Das Anstoßen ist ein Zusatz, wie z.B. auch das Küsschen, um sich aufs neue Jahr
alles Gute zu wünschen.
anstoßen

Der Schwarzweißfilm „Dinner for One – Der 90. Geburtstag“ ist


mittlerweile bereits Kult!
1972 erstmals zu Silvester gesendet, gehört der Sketch um
Butler James und Miss Sophie zum Jahreswechsel dazu wie
Bleigießen, Sekt und Feuerwerk.

Er wird sowohl im österreichischen als auch im deutschen und


schweizerischen Fernsehen jedes Jahr am Silvesterabend
„Dinner for One“
ausgestrahlt.
Die traditionelle Neujahresansprache des österreichischen
Bundespräsidenten (seit 2004: Dr. Heinz Fischer) findet am
Neujahrestag am Abend statt.
Neben allgemeinen guten Wünschen an die Bevölkerung, spricht er
dabei auch aktuelle innenpoltische Themen und deren Wichtigkeit
an.
Diese Ansprache – wie alle seine Ansprachen – wird simultan auch
Neujahres- für gehörlose Menschen in Gebärdensprache „übersetzt“.
Ansprache

Zum Jahreswechsel geben die Wiener Philharmoniker das


weltweit bekannte und berühmte „Neujahreskonzert“.

Diese Neujahrskonzerte erfreuen sich seit Jahrzehnten nicht nur


im Musikvereinssaal in Wien bzw. im österreichischen Fernsehen
großer Beliebtheit, sondern werden mittlerweile in über 90 Länder
live übertragen.

Das Neujahreskonzert findet immer am 1. Jänner am späten Neujahres-


Vormittag statt. Konzert

„… geht nicht unter“ – Das ist der Titel einer der bekanntesten
Fernsehserien der später 1970er Jahre in Österreich.
Am Silvesterabend wird traditionell die Silvester-Episode
„Jahreswende“ dieser Serie gezeigt.
Für viele ist vor allem die „Sprache“ gewiss gewöhnungsbedürftig:
Hier lernt man nicht nur die „wienerische Sprachfärbung“ kennen,
sondern erlebt den sogenannten „Wiener Slang“ inklusive eines
häufig sehr derben Wortschatzes der Hauptfigur Edmund „Mundl“
Ein echter Wiener… Sackbauer. Sehenswert!