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Grundlagen ZIN

ständigen Fachrichtungen ausgegangen, der Volks das persönliche Wohlbefinden im Sinne von Le
wirtschaftslehre (siehe dort) und der Betriebswirt bensqualität (siehe dort) verstanden.
schaftslehre (siehe Kapitel 7).
Wohlstandsgesellschaft, in den 1960er Jahren
Wirtschaftszweig, die verschiedenen Wirtschafts entstandene Bezeichnung für eine Gesellschaft, die
bereiche des Unternehmenssektors, die nach ihren dem überwiegenden Teil der Bevölkerung die Be
typischen Aktivitäten im Wirtschaftsprozess einge friedigung materieller Bedürfnisse weit über dem
teilt werden, z. B. Handel, Handwerk, Industrie Existenzminimum sowie umfassende Möglichkeiten
oder Betriebe des Dienstleistungsbereichs. In der des Konsums ermöglicht und in der viele auch am
Wirtschaftsstatistik gibt es eine eigene Wirtschafts ›Prestigekonsum‹ sowie an Luxusgütern teilhaben,
zweigsystematik, mit der vor allem die Branchen während wirtschaftliche und soziale Probleme wie
des produzierenden Gewerbes und des Dienstleis Arbeitslosigkeit oder Armut lediglich als Randgrup
tungsbereichs weiter untergliedert werden, z. B. in penphänomene in Erscheinung treten.
verschiedene Industriezweige wie Ernährungsge zentrale Wirtschaftsplanung, Gestaltungsgrund
werbe, chemische Industrie, Kraftfahrzeugindus satz für alle wirtschaftlichen Abläufe in einer Zen
trie und Baugewerbe sowie in Dienstleistungszweige tralverwaltungswirtschaft. Das gesamte Wirt
wie Handel, Gastgewerbe, Verkehr und Nachrich schaftsgeschehen von der Güterproduktion über
tenübermittlung, Kredit und Versicherungsgewer den Arbeitskräfteeinsatz bis zur Festlegung der
be, öffentliche und private Dienstleister. Preise und der Verteilung der Waren im Inland und
Wohlfahrtsstaat, Bezeichnung für einen Staat, des Exports wird dabei durch eine staatliche Pla
der durch umfassende Vorsorgeeinrichtungen (z. B. nungsbehörde zentral geplant und gelenkt. Private
gesetzliche Kranken , Renten und Arbeitslosenver Initiative und Gestaltungsmöglichkeiten in der
sicherung) und geeignete sozialpolitische Maßnah Wirtschaft sind von untergeordneter Bedeutung
men (z. B. staatliche Förderung von Ausbildung und und beschränken sich auf den persönlichen, häusli
Umschulung oder Wohngeld), eine staatliche För chen Bereich. Der Entwurf und die Aufstellung ei
derung der Vermögensbildung (z. B. Arbeitnehmer nes zentralen Volkswirtschaftsplans sind ein politi
sparzulage, Wohnungsbauprämien) sowie soziale scher Vorgang und werden durch eine zentrale Pla
Steuervergünstigungen (z. B. Abzug von Vorsorge nungsbehörde auf oberster, staatlicher Ebene vor
aufwendungen vom steuerpflichtigen Einkommen) genommen, bevor eine weitere Aufschlüsselung in
und ein umfassendes Angebot öffentlicher Infra Einzelpläne für die Betriebe, die diese dann zu er
struktur (z. B. Bildungs und Freizeiteinrichtungen) füllen haben, erfolgt.
eine hohe soziale Sicherung und Daseinsvorsorge Die zentrale Planung hat im Vergleich zur dezentra
seiner Bürger anstrebt. len Wirtschaftsplanung (siehe dort) für Märkte ent
Angesichts hoher öffentlicher Schulden und des ste scheidende Nachteile wie die Schätzung des Bedarfs
tigen Anstiegs des Sozialbudgets (siehe Kapitel 5) an Gütern in der Volkswirtschaft, die zu Fehlpla
steht der Wohlfahrtsstaat Deutschland zunehmend nungen und Versorgungsengpässen führt, oder die
in der Diskussion. Dabei wird vermehrt eine Re bürokratische Trägheit und fehlende Flexibilität der
form des Wohlfahrtsstaates, z. B. mit mehr Anrei Planungsbehörden, die eine langsame Anpassung
zen zur eigenen Vorsorge der Bürger und eine Be an wirtschaftliche Veränderungen zum Nachteil der
grenzung staatlicher Hilfen auf wirklich Bedürftige, Verbraucher bewirkt.
gefordert. Zentralverwaltungswirtschaft, Wirtschaftsord
nung, in der eine zentrale Planungsbehörde den ge
Wohlstand, im ökonomischen Sinn der Grad der
samten Wirtschaftsprozess unter politischen und
Versorgung von Personen, privaten Haushalten
wirtschaftlichen Gesichtspunkten plant, lenkt und
oder der gesamten Gesellschaft mit Gütern und
kontrolliert; wird häufig auch als Planwirtschaft
Dienstleistungen. Dieser materielle Wohlstand oder
(siehe dort) bezeichnet.
Lebensstandard wird für eine Volkswirtschaft meist
anhand einer Sozialproduktgröße (z. B. Bruttoin Zinseinkommen, Einkünfte, die aus der berlas
landsprodukt oder Pro Kopf Einkommen) gemes sung von Kapital, meistens von Geldkapital, für ei
sen. Im weiteren Sinne wird darüber hinaus auch nen bestimmten Zeitraum erzielt werden.

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