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Informationen für Erik Hane für ZDF Wiso zu „Einsatz von Antibiotika in der

Hühnermast“

1. Kritiker behaupten, Mastbetriebe würden unter dem Vorwand der Vorbeugung und
Behandlung von Krankheiten Antibiotika weiterhin als Wachstumsförderer einsetzen.
Was sagen Sie zu diesem Vorwurf?

Wir können nur für Wiesenhof sprechen: Der prophylaktische, also vorbeugende Einsatz von
Antibiotika und anderen Medikamenten ist bei der Aufzucht von Wiesenhof Geflügel strikt
untersagt. Wiesenhof verzichtet bereits seit 1997 auf antibiotische Leistungsförderer – lange
bevor der Gesetzgeber diese Praxis verbot.

2. Wie können Sie ausschließen, dass in Ihrem Betrieb / Ihren Zulieferbetrieben


weiterhin Antibiotika als Wachstumsförderer eingesetzt werden?

Medikamente wie Antibiotika dürfen nur eingesetzt werden, wenn ein Veterinär das anordnet
(tierärztliche Indikation). Der Tierhalter ist nach dem deutschen Tierschutzgesetz dazu
verpflichtet, bei tierärztlich nachgewiesener Infektion die Tiere zu behandeln, damit kein Tier
unnötig leidet. Dabei wird jedoch darauf geachtet, dass nur die minimale Menge
(therapeutische oder tierschutzrechtliche Notwendigkeit) an Medikamenten eingesetzt wird,
die medizinisch notwendig ist, um die Tiere zu heilen. So wird ein möglichst restriktiver
Einsatz von Antibiotika gewährleistet. Grundlage hierfür sind die Leitlinien für den
sorgfältigen Umgang mit den antimikrobiell wirksamen Tierarzneimitteln der
Bundestierärztekammer und der Arbeitsgruppe Tierarzneimittel der
Länderarbeitsgemeinschaft. Wir gewährleisten, dass nur rückstandsfreie Geflügelprodukte in
den Handel kommen.

Ein möglicher Missbrauch wird bei Wiesenhof unter anderem durch ein intensives
Rückstandsmonitoring, z.B. durch unangekündigte Kontrollen des Futters und Wassers
vorort beim Landwirt sichergestellt.

Nach dem Prinzip „Alles aus einer Hand“ liegen bei Wiesenhof sämtliche Produktionsstufen
in Deutschland: Neben eigenen Elterntierherden, Brütereien und Futtermühlen werden die
Tiere bei Vertragslandwirten nach den strengen Wiesenhof-Richtlinien aufgezogen. Eigene
Schlachtereien und Verarbeitungsbetriebe komplettieren die vollständige, vertikale
Integration. Dadurch kennen wir die gesamte Wertschöpfungskette.

Bereits bei den Elterntieren setzen wir alles daran, um eine Keimbelastung der Küken
auszuschließen – um damit dem möglichen späteren Einsatz von Antibiotika
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Hühnermast“

entgegenzuwirken. Sämtliche Bruteier gehen von den Elterntierbetrieben wiederum


schnellstmöglicht zu den Brütereien. In den Brütereien sorgen wir dann durch die
sogenannte Bruteihygienisierung dafür, dass keine Keime zu dem Embryo vordringen
können. Durch diese Maßnahme und durch ein strenges Hygienemanagement sind wir in der
Lage, gesunde und widerstandsfähige Küken an unsere Partnerlandwirte abzugeben. Das
wiederum ist die Voraussetzung dafür, dass ein großer Anteil der Landwirte vollkommen
gesunde Tiere aufzieht und daher keine Antibiotika einsetzt. Ergänzend zu den bereits
genannten Maßnahmen, müssen auch unsere Vertragslandwirte, die die Tiere nach strengen
Wiesenhof-Vorgaben aufziehen, umfangreiche Hygienemaßnahmen einhalten.

3. Wie hat sich der Antibiotika-Verbrauch in Ihrem Betrieb /Ihren Zulieferbetrieben in


den letzten zehn Jahren entwickelt? Wie wird der Antibiotika-Verbrauch in Ihren
Betrieben /Ihren Zulieferbetrieben kontrolliert?

Der Verbrauch an Antibiotika in den Hähnchenbetrieben unserer Vertragslandwirte ist seit


vielen Jahren stetig rückläufig. Wir haben die Einsatzmenge (nach tierärztlicher Indikation) in
den letzten 20 Jahren im Vergleich zu heute halbiert. Mittlerweile kommt der Großteil unserer
Vertragslandwirte während der Hähnchen-Aufzucht ohne eine einzige Behandlung mit
Antibiotika aus.

Der Einsatz von Antibiotika wird über die Betriebsdokumentation im Rahmen der
Aufzuchtberichte und der tierärztlichen Abgabebelege kontrolliert. Zusätzlich werden
unangemeldete Rückstandskontrollen durchgeführt.

Bevor die Tiere zur Schlachtung kommen, begutachtet ein Amtstierarzt die Herde. Er prüft
die gesetzlichen Vorgaben und stellt ein Gesundheitszeugnis für die Tiere aus, das in der
Schlachterei vorgelegt werden muss. Fehlt dieses Dokument, werden die Hähnchen nicht
zur Schlachtung zugelassen.

4. Kritiker behaupten, Mäster bräuchten auch deshalb so viele Antibiotika, weil die
Hühner die Massentierhaltung sonst nicht bis zum Ende der Mastzeit überleben
würden. Die Studie „Untersuchungen zur Besatzdichte bei Masthühnern“ der
Tierärztlichen Hochschule Hannover, die im Auftrag des Niedersächsischen
Ministeriums für Landwirtschaft erstellt wurde, zeigt ebenfalls eklatante Mängel bei
der geltenden Massentierhaltung auf. Funktioniert die industrielle Massentierhaltung
nur noch mit dem gesteigerten Einsatz von Medikamenten?
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Hühnermast“

Für uns hat Tierschutz und artgerechte Haltung oberste Priorität. Denn nur Fleisch von
gesunden Tieren können wir verkaufen. Aus diesem Grund setzen auch unsere
Vertragslandwirte alles daran, dass es den Tieren gut geht und die Tiere gesund sind. Dabei
spielt das Haltungsmanagement eine wichtige Rolle: Nur Geflügel, das richtig versorgt wird
(ausreichend Futter, Wasser, Platz, richtiges Stallklima und Lüftung) fühlt sich wohl und
wächst entsprechend heran.

Die Aussagen und Grundlagen der Studie der tierärztlichen Hochschule Hannover sind nicht
haltbar, da diese Studie von einer in Deutschland nicht erlaubten höheren Besatzdichte in
der Hähnchenaufzucht von 42 kg/m² ausgeht, die in der Praxis so nicht vorkommt, und
aktuelle moderne Managementformen, z. B. die Wahl der richtigen Einstreu, vollkommen
außen vor lässt.