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v=WJzUp1trVYM

Hey Leute.
Wenn ich mal wieder einen Tag bei meinen Großeltern bin, dann weiß ich abends immer eines ganz
sicher: Alt werden macht keinen Spaß. Man ist nicht mehr so agil und lebensfroh wie früher. Viele
Dinge am Körper tuen einem weh und man ist auf einmal viel anfälliger für Krankheiten. Aber warum
ist das eigentlich so?

Altern ist eins der natürlichsten Dinge, die wir tun. Es passiert uns ständig und jeden Tag. Und nicht
nur Menschen, sondern auch die allermeisten Tiere altern. Aber evolutionär gesehen ergibt das nur
wenig Sinn, oder? Das große Ziel des Spiels, dass sich Evolution nennt ist am Leben zu bleiben und
seine Gene an die nächste Generation weiterzugeben. Und diese beiden Faktoren bestimmen, wie
sich ein Spezies fortpflanzt: Entweder mit sehr vielen Nachkommen und einem dafür geringen
Lebensalter der einzelnen Lebewesen, oder dem Gegenteil: Lebewesen, die durchschnittlich extrem
alt werden, dafür aber nur wenige Nachkommen zeugen. Und natürlich gibt es auch alle
Möglichkeiten dazwischen. Aber diese beiden Faktoren sind normalerweise im Gleichgewicht. Eine
Theorie besagt, dass Spezies, die sowohl kurze Generationszyklen, als auch eine lange
Lebensdauer haben, zu Überpopulation neigen. Was oft dazu führen kann, dass mangelnde
Nahrung die Population wieder einschränkt. Kann es also sein, dass sich unser Körper bewusst
irgendwann ausschaltet um Platz für die nächste Generation zu machen? Ein vorprogrammierter
Tod?

… Ja, nichts anderes ist das Altern auf einem mikroskopischen Level. Wir bestehen aus Zellen. Und
die Sterben irgendwann. Jede Sekunde sterben in deinem Körper ca. 2 Millionen Zellen. Aber es
werden auch jede Sekunde 2 Millionen neue Zellen produziert, sodass du immer ungefähr gleich
viele Zellen im Körper hast. Auf Dauer führt das übrigens dazu, dass fast alle Zellen deines Körpers
ausgetauscht werden und du, zu einem großen Teil, aus komplett anderen Zellen bestehst als noch
vor ein paar Monaten oder Jahren, dazu hab ich aber schon ein Video gemacht, das könnt ihr da
oben finden.

Das Produzieren von neuen Zellen macht dein Körper durch einen einfachen Trick: Zellteilung. Statt
komplett neue Zellen zu produzieren, teilen sich die lebenden Zellen einfach. Das funktioniert für
eine Weile lang super, bis die Grenze erreicht ist. Die Hayflick-Grenze, entdeckt 1961 von Leonard
Hayflick, einem Gerontologen, einem Alterswissenschaftler. Die Hayflick-Grenze beschreibt, wie oft
sich eine Zelle teilen kann, bevor der programmierte Zelltod eintritt. Und die ist beim Menschen
ungefähr bei 50.

Verantwortlich für dieses Limit sind Telomere, die Enden von Chromosomen. Denn die werden bei
jeder Zellteilung etwas kürzer, bis sie schließlich, nach ca. 50 Teilungen eine kritische Länge
unterschreiten und so kurz sind, dass sich die Zelle nicht mehr teilen kann und abstirbt. Obwohl
diese Entdeckung 1961 gemacht wurde sind Wissenschaftler immer noch dabei dem Prozess des
Alterns auf den Grund zu gehen und ihn zu verstehen, aber es gibt bereits Experimente, die gezeigt
haben dass die Telomere wieder verlängert werden können, was direkt dazu führt, dass sich die
Zellen weitaus häufiger teilen können als nur 50 Mal.
Könnte das also das Mittel sein, dass den Alterungsprozess stoppt und jedem die eigene Wahl gibt,
wann er stirbt? Nun ja, hier sollte man wirklich ganz vorsichtig sein, denn eine andere Art von
Zellen, die sich auch unendlich oft teilen können, sind Krebszellen. Die Tatsache, dass sie keinen
einprogrammierten Zelltod haben und sich immer weiter Teilen können, ist die Ursache dafür, dass
Tumore erst entstehen. Es kann also gut sein, dass unser Körper ganz bewusst Zellen irgendwann
sterben lässt, nämlich damit sich fehlerhafte Zellen nicht weiterverbreiten können. Und das ist super
interessant, denn genau wie auf dem mikroskopischen Level Zellen irgendwann sterben müssen,
machen ja auch Tiere irgendwann Platz für die nächste Generation. Wir Menschen wurden viele
Tausende Jahre lang im Durchschnitt nur ca. 30 Jahre alt. Fortschritte in Medizin und
Nahrungsbeschaffung sorgten aber dafür, dass Menschen vor 100 Jahren ca. 50 Jahre alt wurden
und heute liegt die Lebenserwartung für Neugeborene in entwickelten Ländern bei über 80 Jahren.

Mit dieser Entwicklung geht zwar auch eine Senkung der Geburtenrate einher, trotzdem ist die
Weltbevölkerung in den letzten 100 Jahren zahlenmäßig explodiert. Die Frage ist also, was passiert
wenn die Wissenschaft einen Weg findet Telomere zu verlängern, ohne dabei das Krebsrisiko zu
steigern?

Was, wenn wir ein effektives Mittel gegen das Alt werden erfinden? Die Folgen so einer Erfindung,
wenn sie nicht verboten wird, sind nur schwer abzuschätzen, aber als erstes würden natürlich
weniger Menschen an Altersschwäche sterben. Das lässt die Weltbevölkerung sehr rapide
ansteigen und zwingt viele Länder womöglich dazu, das Zeugen von Kindern einzuschränken oder
zu verbieten. Auf Dauer dürften Menschen nur dann ein Kind bekommen, wenn vorher jemand
stirbt, was dann nur noch durch sehr schwerwiegende Krankheiten passiert, oder wenn sich jemand
bewusst entscheidet zu sterben.

Es würden riesig lange Listen mit Paaren geführt werden, die alle Eltern werden wollen. Gleichzeitig
müssen tausende Schulen und Universitäten schließen, weil es kaum noch Kinder gibt, die
ausgebildet werden müssen. Das legt den Fokus viel mehr auf eine individuelle Erziehung und
Ausbildung. Man kann Kindern jetzt einen einzigen persönlichen Lehrer geben, der sie dann mit
neuen Aufgaben konfrontiert, wenn es der richtige Zeitpunkt für sie ist, nicht für eine ganze Klasse.
Wenn Menschen mehrere 100 Jahre alt werden, könnten sie viel effektiver in ihren Berufen
Arbeiten. Die gesammelte Erfahrung eines Menschen würde nicht mehr nach weniger als 50 Jahren
Arbeit verloren gehen. Das kann ein riesiges Potential für den Fortschritt der Menschheit bedeuten.

Trotzdem würden wahrscheinlich viele Leute Hunger leiden müssen und es würde sogar Kriege
um Ressourcen geben, bis sich die Weltbevölkerung zahlenmäßig angepasst hat. Und von da an?
Wer weiß, wahrscheinlich besiedeln wir den Mars und danach andere Planeten um als Menschheit
zu wachsen. Alles ist möglich, auch dass unser System unter der Last so vieler Menschen
zusammenbricht. Die Frage ist nur: Wollen wir das? Ist Altern Teil des Lebens und unseres
Lebenszyklus? Oder sollten wir, wie viele jetzt schon meinen, Altern als Krankheit einstufen und
versuchen diese zu bekämpfen wie andere genetische Krankheiten auch?

Die Frage geb ich jetzt einfach mal an euch weiter: Ist Altern eine Krankheit? Diskutiert mit mir unten
in den Kommentaren. Wenn euch das Video gefallen hat, vor allem mein Make Up, dann gebt mir
einen Daumen nach oben Und wir sehen uns. Bis zum nächsten Donnerstag, hauter rein. Euer
Cedric Auf Wiedersehen. Tschüß, Kinder. Wiedersehen. Ok, bye bye.