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978 NACHSCHRIFT HUECK * 1 8 2 8

22 vu hcra Uio rte n oder soll sich entw ickeln — | im Keim ist alles d rin —aber als Keim ist
das nw h nicht heraus, noch m rht gesetzt —noch nicht im D aseyn. daß es n u r ein klei­
nes K o m ist ist dos abstracte daseyn, diese Einfachheit, U nbestim m theit; die bcstim-
m ungen sind nod» n ich t gesetzt —diese U nm ittelbarkeit des Keims, w o nach nichts
entschieden, noch nichts verm ittelt ist, ist die unw ahre Form — es soll zum daseyn 9
kom m en, was im Keim ist —, es soll heraus k om m en was der begriff ist —Also die
N atur zunächst unm ittelbar da ist der begriff die absolute M ach t —das bestimmen­
d e —aber seine Subjecdvität sein absoluter begriff ist noch im In n ern nach nicht voll-
64,» bracht, sol a u f die Oberfläche hinaus dringen | soll die Oberfläche durchdhngrn so
daß das Innen selbst oberflächlich wird — das D aseyn soll dem begriff gem äß zur 10
Existenz gebracht werden — Also im Allgemeinen d a s H e r v a r t r e t e n d e s be-
g r iffs a u s se in e m N ic h t d a s e y n in s e in D a s e y n , d i e U n t e r w e r f u n g
d e r A e u ß e r l i r h k e i t u n t e r s e in e b e s t i m m t h e i t —d ie N atur ist d iß daß die
N atu r aus ihrer U nm ittelbarkeit und Aeußerlichkeif in der sie ursprünglich ist (die
N egativität des b eg ras der Tod) in sich g eh t —d aß diese Aeußerlichkeit an ihr eben is
so innerheh w erde dos ist also ein Insichgehn der Aeußerlichkeit, ein Aufheben der
Aeußeriichkeit; der Pxoceß der N atur ist eine Entw ick/tug, ein Heraustretten des be-
griffs —daß die Aeußerlichkeit aulgehoben wird in sich geht —daß der begriff tealisirt
w ird — dos ist dos Abstracte, die reine logische bestim m ung des Processes, der die
N atur ist, der begriff ist wesen dich SubjetfiVität, dos in sich seinde, bei sich seinde - 20
dos Subjecr im Daseyn ist die Lebendigkeit, lebendiges Individuum ist ein Subjecti-
ves — eine entw ickelte Aeußerlichkeit. Eingeweide u n d O rgane sind System, aber
alle zusammen machen n u r ein Individuum aus, sind ebenso in sich die Aeußeriich-
keit ist unterworfen der SubjecnVität. dos Leben h at E m pfindung — der K örper ist
allenthalben empfindend, das in sich seyn, ist allenthalben vorhanden und dam it ist 2S
der begriff exisrirnd. —diß das Allgemeine des Processes w elcher die N atu r ist —
23ru das N ähre m acht die E i n t h e i l u n g aus, die in dem Gesagten liegt — | d a s e r­
Eintheilung. s t e ist die N atur in ihrer Aeußerlichkeit, so daß die Subjectrintät, die N egation der
Unterschiede, dos bezichn a u f diese Einheit, n u r an sich ist, und die M om ente des
begrifft sind ah selbstständig, nicht in der Subjektivität begriffen n u r gefaßt; diese | 30
65„ subjem'i'f Einheit ist die Idealität der Unterschiede - sie ist eine, die Unterschiede hot,
der begriff der dos absolute U n h eil ist, zugleich E xplication, ist wesentlich Manife­
station, unterscheidet sich wesentlich, diese Unterschiede sind also in der Einheit des
begriff gehalten oder die Explication ist also aufgehoben in der E inheit des begrifft;

6 n ,] Li. ist dos Gesctztsein soUlöcalitaet sein, wie es der Begriffist 12 Daseyn] Li: Dasein. Dir- 3S
»cs Entwickeln ist eben so ein Einwickeln. Der Begriffgeht in sich 22 Eingeweide und... System]
Li: des Lebendige in ein System von Organen

28 m Eintheilung in Hk untmtt
EINLEITUNG 979

so kommt der Einheit der Idealismus des begriffs zu, so daß sie nur als ideelle nicht
ab selbstständig für sich sind. Im lebendigen Körper sind nur die Glieder das Inner-
liehe der Grund gehört der Lebendigkeit an, die Organe sind nur im Individuum
als ideelle, nicht als selbstständig - eine abgehaucne Hand ist nur eine verfaulte
s Hand —, nur dem Namen nach Hand, gehört nicht der Lebendigkeit an - die Hund
gehört der Empfindung an, die subjert/ve Einheit der Lebendigkeit ist in ihr, sie exi-
stirt nicht ab Individuum für sich, die subjertiue Einheit ist die Idealität der Unter­
schiede, so, daß die Unterschiede nur Glieder sind, nicht selbstständig.
Z u e rs t also ist die Natur in ihrer Aeußerlichkeit und die subjectti'r Einheit ist nur I Mechanik

io an sich: die Unterschiede hoben den Schein der Selbstständigkeit; dos macht die erste
Sphäre aus - welche die Mechanik heißt - die Natur zuerst in der Unmittelbarkeit,
im Außersichseyn —: dos abstracte Außer sich seyn ist Raum und Zeit, dos concrete
Außersich-seyn ist die Materie, leistet Widerstand, also für sich - jedes Materielle
ist für sich, laßt dos Andre nicht in sich, ist nicht ideell, sondern reell - , hot die fal­
ls sehe Realität - Im Lebendigen thut eine Hand keinen Widerstand gegen Heiz und
Gehirn ist nicht für sich gegen diese - aber die concrrte Aeußerlichkeit - Materie
b t zusammengesetzt - eben dos Unendliche Außer sich seyn (dos abstracte schlechte
Außersichseyn) eine Unendliche Punctualitdt - diß und diß - unendliche Unter­
schiede | und alles Untersdiiedne jedes für sich, also ein vollkommener Außersichseyn 66«
20 das ist die Materie - | aber nur ab eine Seite an dieser Form des außer sich beste- 23vu
hens, der Gleichgültigkeit des bestchns jedes dieser Unterschiedenen, da ist an sich
auch die subjecuVe Einheit des begriffs vorhanden, diese subjecttW Einheit des begrjffs
in diesem unendlichen Außersichseyn bt das was die Schwere heißt; Atome außer
einander geworfen in die abstracte Vielheit beziehungslos jedes für sich, aber die Ein-
25 heit des begrifft die Macht des begriffs bt, daß diß Außersichseyn auf die subjertiüe
Einheit des begriffs bezogen bt, die nicht an ihm selbst vorhanden sondern nur ein
Trieb bt,die von ihm gesucht wird - Alles Materielle strebt nach einem Mittelpunkt,
und die subjetfii* Einheit des begras b t nur ab Centrum, die Materie kommt nicht
dazu ins Centrum zu dringen, sondern bleibt außer dem, es bt nur ein Streben, ein
30 Sollen: die Sonne, die Planeten bleibt außerhalb des Mittelpunkts und ist auf den­ Materie -
selben schlechthin bezogen, es bleibt nur beim Streben beim Suchen - Im Lebendi­ Lebendiges.

gen hat diß Unterschiedene diesen Mittelpunkt erreicht - es b t em pfindend an


ih m , die Peripherie hot allenthalben den Mittelpunkt an sich, so ist also die erste

4-5 nur eine —Hand] Li: keine Hand mehr 5 nicht der) Li: der einen 15-16 gegen Herz ...
35 Gehirn| Li: dem arm, dem Heizen 23-24 Atome außer... ach) Li: Materie ist die abstracte Viel­
heit, beziehungslose Atome 29 es) Li: die Schwere in der Materie 32-33 es ist ihm | Li: in
Empfindung ist, das Glied befangen

2 lind.) Hk: sind, 9M Mechanik in Hk unimlr. 30MMatene - Lebendiges, in Hk unientr.


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W ra e in der brstim m ung d a A ußfreinandrr die unendliche V ereinzelung —Außer


dieser Vereinzelung ist die Einheit der F o rm , die F o im ist h ie r n u r als ideell, n u r als
gesudit, die Wd/irheit ist, daß der begriff das W ahrhafte ist das G esuchte ist; die Ma-
te n e ist dos Vereinzelte, der M ittelp u n k t ist außer ihr, die E in h eit hot sich noch nicht
realisirt in dem was h ier R ealität ist - die M aterie dringt nach dem M ittelp u n k t, aber s
67 m f i n d e t | ih n m dit — dos ist eine der Sphären d e r M echanik — In der M echanik
verhalt sich dos Unterschiedene (die M aterie) als fifr sich seind, als äußerlich sich zu
einander verhaltend, dds gemeinschaftliche Suchen d a M ittelp u n k tes ist das, was sie
verbindet —die M aterie sucht sich ideell zu machen au fzuhebrn; aber es bleibt beim
Suchen; erreichte sie dos, den M ittelp u n k t, so w äre die m aterielle W elt irr den M ittel- 10
p u n k t zusammengegangen, aber so ist die N othw endigkeit, sich au fzu h eb rn , die u n-
Einthnlung. endliche M annichfaltigkeit aufzuhebrn. — 1) D a s a b s t r a c t e A u ß e r s i c h se y n
der Mechanik u t R aum u n d Z e i t — 2) das concrete, das in sich seyn, das für sich seiende
A ußer sich seyn is t M a t e r i e u n d b e w e g u n g —b ezieh u n g d a M ateriellen auf
einander: diese so getrennt M aterie u n d bew egung: unterschieden von einander sind is
sie in d e r e n d lic h e n M e c h a n i k —, der K ö rp e r ru h t u n d w ird von ein em andern
bew egt, oder ist e r bewegt, so w ird e r von einem andern in R u h e gebracht - das
24rb 3") aber ist d ie a b s o l u r e | M e c h a n i k die M a te rie die selbst beweglich ist dos
System der sich selbst bewegenden M aterie dos ist d ie bew egung der himmlischen
K ö rp er —die absoluie Mechanik; dos m acht das N ä h re aus; w ie diese b atim m ungen 20
dm 2 “ Juny. Form der Existenz haben —ist nachher anzugeben; der begriff d er subjer/iurn Einheit,
sich a u f sich beziehende E inheit, ist n u r ein e Seite, e in V ethdltniß in welchem die
E inheit ist, dos was Schwere g enannt w ird, d ie E inheit ist nicht im M ateriellen, son­
dern au ß er dem selben; die M aterie ist a u ß er d e m M itte lp u n k te , aber ist wesendich
d arau f bezogen, strebt nach demselben; dos G anze k o m m t an a u f dos V eihältniß der 2s
subjerriurn E inheit z u r R ealität.
II Physik Das 2* ist d ie S p h ä r e d e r P h y s i k diese h o t z u ih rer Grundbestinimung, daß
das was subjecriue Einheir g enannt ist, die C entralitäe zu m D aseyn k o m m t, fiir sich
68»« frei ist, d ie Schwere ist die E inheit, dos Innere, dos G esetzte | d er M ittelpunkt ist
Luhe. dos Gesuchte, dos 2" ist, daß diese Idealität zu m D aseyn k o m m t, d ie s e s D a s e y n so
i s t d a s L i c h t , d a s L i c h t i s t d ie G r u n d b e s t i m m u n g d e s P h y s i k a l i ­
sc h e n , das D asey n d er C e n tra litä t, d e r s u b je c tiv e n E i n h e i t , dos

4 dir] Li: das Materielle hat hier seine Selbstständigkeit, die 5 dir] U : sie ist nur eine gesuchte,
die 10-11 in dm ... zusammriigc^ngenj Li: verschwunden 12 aufzuheben] Li: aufzuheben
ein Streben nach dem Mittelpunkt. die Mechanik hat wieder 3 Stufen 29 Schwere] Li: Schwere ist 35
keine Existenz, 31 die] U : die erste
6 findet] Hk: fidt über der Zeile imieuthchi: finde Sphären] Hk: Spähm 12M Einthcilung und
Mechanik in Hk untentr. 27MPhysik in Hk untentr 30MLicht in Hk untentr. 35 die Mechanik
h. Stufen in Li nachtr. angefiigt
EINLEITUNG 981

was die Schwere sucht, das exisurt hier —das Suchen ist so Existenz, Licht ist dos
Klare, diese reine Idealität, wie Ich, dieses abstracte reine bei mir seyn ist dos Licht,
in d e r N a t u r is t Ic h n u r als L ic h t, und zunächst in dem Licht selbst so für
sich, diese subjerfiW Einheit seiner für sich, unterschieden vom Concreten, von den
5 Bestimmtheiten, von der Materialität - Licht ist zunächst für sich, und bezieht sich
au f dos Finstere, hat dos Materielle als sich ein Anderes ist gegenüber der Mate­
rialität als Vereinzelung als abstracto Seyn, in dem Licht ist dos Hervortreten dieser
Centralität, Idealität Manifestation der Centralität als gegenüber dem Manmchfal-
rigen, dem besdmmtseyn, dos Weitere dieser Sphäre ist daß die Idealität, der Ein-
10 heitspunkt sich reahsirt in der Materie, diese Idealität kann Form genannt werden,
unendliche Form, aber als sich au f sich beziehend, noch abstract, als die Form der
Formen des Materiellen gesetzt, als exisdrnde Formen des Materiellen ist’s Indi-
vidualisirung der Materie überhaupt, daß der Gedanke des Lichts reine Formirung
sey, dos bestimmende der Materie ist hiemit, daß die Materie die Formbest/mmfhm
15 an ihr selber hot, und so macht die Formbestimmung die Existenz der Materie —,
der Materie tritt damit die S ch w e re gegenüber, denn die Schwere ist die Form, Schwere
aber die Form als die Vereinzelung gegenüber der Centralität, die nicht erreicht
wird von der Materie, die Materie hot diese Centralität in ihr selbst in so fern sie
schwer ist, in so fern sie die Form an ihr selbst hot, fiir sich specificirt ist —diese
20 Sphäre ist die welche genannt witd der Conflickt des Lichts mit der Schwere, daß
dos Licht die Schwere begründet, d.h. daß diese Gesuchte Schwere zu diesem ge­
bracht wird, zur Existenz kommt an der Materie selbst, specifische Schwere ist die
allgemeine Schwere, aber sie ist dann spedüsch d .h . es ist eine bestimmtheit, eine
Modification gegen die Schwere als solche, es ist eine | formbestimmlhert die in 69,a
25 die Schwere gesetzt wird, diese Formbestimmlheit kommt der Schwere als solcher
nicht zu —Formbestimmlheit gegen die Schwere, wodurch der Körper Cohäsion hot,
so ist dos eine andre bestimmtheit die der Schwere entgegen ist. diese Welt dieser
physikalischen Körperkiäfte ist die Gestalt die Gestaltung dieser immanenten Form­
bestimmtheit, wo das Nebeneinanderseyn des Materiellen auf eine ganz andere
30 Weise bestimmt ist, als durch die Schwere, die Entwicklung der Gestalt gibt zuletzt
den chemischen Proceß, die Gestalt aber zugleich Ptoceß, Princip der Gestalt, dos
im manente Formprincip, aber ruhend, daß die eigentlichen Körper nicht für sich
bestehen können, sondern auf einander bezogen sind, in chemischer Verwandschaft

7—9 an dem ... bestimmtseyn] Li: diese Idealitaet des Mannigfaltigen ist d ie M a te n a lita et als be-
35 stimmtes sein 18 hat diese... selbst] Li: wird spezifizirt und unterscheidet sich 21 SdiwereJ Li:
Einheit der Schwere 22 zur Existenz) Li: zum Dasein

7 Lic/if] in Hk am Rande lurfift ein Strich in Blei 16M Schwere in Hk unterste 28 dieser] so Hk;
vielleteht zu lesen: diese 34—35 bestimmtes] Li: bestimmten
982 NACHSCHRIFT HUECK * 1828

sind - dir himml«c/i«i Körper erscheinen als für sich bestehend, seyende Existenzen,
die chemischen Körper auch, aber ebenso gut, wie sie für sich bestehnd erscheinen,
ebenso erscheinen sie in Beziehung auf ein ander, und wesentlich im Proceß. die
Sphäre des Physikalischen ist die Sphäre der relativen Welt. —derselbe Proceß der
dos System der bewegung der himmlisc/ien Körper ist —diese Gemeinheit ist zu- 5
sammengebunden mit dem chemischen Proceß; alle Gebilde erscheinen nicht für
sich seiend; was sie wesentlich sind, dos ist ihre Stelle im Proceß, ihre Relation, die
Säure ist die Wirksamkeit als Entgegengesetztes von ihr auf zu heben, und dieses
Entgegengesetzte macht die Natur der Säure aus, und sie scheint nur sich selbst als
eigentümlichen Körper zu setzen, und abgesondert, aber eben so gut, wie sie so 10
erscheint, scheint sie Existenz zu hoben in beziehung auf dos Andere, diese Sphäre ist
die schwerste, weil die Gleichgültigkeit ihrer Glieder und zugleich ihre wesentliche
beziehung vorhanden ist - Im chemischen Proceß ist also dieses Außcreinanderseyn
gesetzt und so daß die Außereinanderseynde Einheit zu ihrem substantiellen Seyn
die Functionen, Formbestimmungen h at die im Proceß Vorkommen, und diese ihre 15
Functionen, Relationen, sind ihre Wesenheit, es ist hier beides verbunden. Sie sind
ent wahr in dieser Einheit sie gehörn der Subjectiven Einheit an, aber hoben noch
dieses scheinbar gleichgültige bestehen gegen einander; | die 3U Sphäre ist dann
die organische Sphäre, es ist dieses die Sphäre der Centralität, Subjecrivität
des begriÖs, die im 2*" als Licht erscheint; daß diese Idealität sich festgesetzt hat und 20
auch die Realität, durch die unterschiedene Materialität Hier ist die Form Subject,
Lebendigkeit Thädgkeit, und diese Form ist die Welt der Formen - es ist sonst
noch der physikalische Körper mit bestimmter Ausbildung und dann der chemische
Körper, aber hier macht die Formbestimmtheit das Substantielle aus —im 2len machte
die Formbestimmtheit dos Substantielle aus, aber das Licht ist nur Formbestimmtheit, 25
eine der Bestimmtheiten der Form; hier hingegen macht die Form die Subjectivi-
tät das Substantielle einer Gestalt aus, eben | diese Form ist die Welc der Formen,
was wir Subjecdvitat nennen, —das ist dann das concrete Insichseyn, es ist ein
Insichseyn, wie das der Schwere, aber so daß das Materielle explicirt ist, daß dem
Materiellen die Form selbst zukommt, nicht ununtersdiieden wie bei der Schwere, 30
die mechanische Materie ist formlos Form außer der Materie; in der 2"" Stufe ist
die Materie geformt womit die 2* Stufe gesetzt ist, wesentlich unterschieden, die
Materie hot für unsre Sinne Existenz, für die berührung mit dem Andern, in der

15-16 um ddüse ...Wesenheit] Li: Nur die fiincoonen sind es un Prozesse, die das ausmachen was am
Körper ist 19 Sphäre] Li: Schwere 20-21 sich festgesetzt... auch] Li: hat sich durchgesetzt 35
durch 21 Subject] Li: Substanz 22 Welt der Formen] Li: Totalitaet der form 27 das Substan­
tielle ... Gestalt] Li: die Subsunba/itaet der form Welt der Formen] Li: Totalitaet der form

15 hat,| Hk: ht. 16 sind] Hk: ist 19MOrganik in Hk unlerslr.


EINLEITUNG 983

Function, die sie im Ganzen des Processes hat; das 3* ist dann, daß diese formirte
Materie ideell zugleich gesetzt ist, daß dieser formirte Unterschied zurtickgenom-
men ist in die Einheit, das ist dann das empfindende Subject Im chemischen Pro-
ceß bringt es der Körper nicht zu diesem für sich seyn; die Centralität die in der
S Schwere nur innen ist ist hier in vollständiger Existenz, der organische Körper ist
ein System von Systemen, von Gliedern, die aber durchaus ihr bestehen nur haben
im Subjecte, nur in der Idealität gesetzt sind, das was wir Lebendigkeit heißen die
Idealität durchdringt sie und in sofern diese Idealität das durchdringende ist nur in
sofern ist diese Idealität selbst die Lebendigkeit - das sind näher die 3 Stufen, die
to wir durchzugehen haben, die lste ist die Centralität die 2" ist daß die Form die
bestimmtheit an ihr selbst hat, ein Erofihen Setzen der Unterschiede, das 3tf ist die |
Einheit dieser Unterschiede, daß sie in ihre Identität zurückgenommen sind, die ver­
borgene Substantivität der Centralität ist also dabey, die ins Daseyn tretende Form,
aber sie nicht durchdringend, sondern nur einseitig der Materie immanent ist eine
15 particularisirte Idealität das 3Uist daß die particulansirte Idealität der Subjectivität
gesetzt is t alsTotalität der Form, daß das Ganze in dieser gegenwärtig ist Im leben­
digen ist also der begriffheraus, da ist er zur Existenz gekommen, der begriff ist die
Lebendigkeit selbst der lebendigen Natur, und in sofern sie existirt ist der begriff die
Lebendigkeit —
20 das sind die 3 Stufen - das ist die Dialectik der Natur, daß der begriffsich außer
sich setzt, (das Centrum) das Außereinander der Materie die das Centrum sucht das
Ganze ist die Rückkehr des Begriffs zu sich selbst und zugleich seine Realisirung,
seine Vermittelung, wodurch er zum Daseyn kommt und so die Idee existirend
ist. —das Lebendige ist nicht auf sich selbst bezogen, es weiß sich nicht nur eben
25 wissend ist’s bezogen, dieses Erheben des Lebendigen, das sich wissende Leben, die
Lebendigkeit der begriff, der für sich ist das ist das Hervortreten des Geistes; das
macht den Stufengang dieser dialectik des begras aus, das ewige sich heraus werfen
des begras, und daß er das ist, zu sich selbst zu kommen, in sich zu gehen, das Au­
ßereinander in sich zu setzen; int Leben ist das Außereinander zugleich ein in sich
30 seyn, eine Empfindung.
Es kann noch bemerkt werden daß das so eine Reihe in der Natur ist die in der
Form des Außereinander seyns ist, erscheint so als die verschiedenen Reiche - da
haben wir das Außereinander aber es ist noch dis zu bemerken

5 Existenz] Li: Existenz. Gold ist eine particiilare Indmdualittet, die Säure hat ganz andere Thangkeit-
35 besdnvnungen

14 Materie] in Hk am Rande nachtr. ein Strich in Blei 22 des Begriffs in Hk über der M aterie; am
Rande nachtr. in Blei: ? bgriff
984 NACHSCHRIFT 1IUECK • 1828

W ir betrachten hier jede Stufe für sich; in der N atur k o m m t jede Stufe der
Formbestimmtheit so vor, daß sie mit einer eignen Formbestimnifheit begabt ist,
was sie als ein besonderes R eich einer Körperlichkeit darstellt — Was die physika­
lischen Körper wirklich sind, dasselbe M om ent der Subjektivität, n u r in einer andern
Fermbcstinunrheit an einem concreten Körper (Idealität) zu seyn, dasselbe hoben s
w ir dann als die chemischen StofTe nur in einer andern besam m ung der Foim ; diese
72,a verschiedenen Stufen des begrifft erscheinen also so als verschiedene W eisen | natür­
licher, physikalischer Existenzen — der vegetabilische organische Organism us ist so
außereinander, und er ist ein eigenthümlic/ies R eich, eigenthümlir/ie M enge von
Individuen in dieser Form - N icht so im Geiste, da ist ein Subject, und der ganze io
Stufengang des Geistes existirt an einem und demselben Individuum , aber es ist
auch dieses in Ansehung der N atur zu bemerken, doß die niedrigen Stufen die
niedrigen Stufen bleiben, die für sich ein solches R eich von physikalischen Indivi­
dualitäten sind, doß dieselben bestunmungen m der höher ausgebi/deten Materie,
an denen die hohem Formen zum Daseyn gekommen sind, auch die niedrigen be- 15
Stimmungen bestehn bleiben, der unorganische schwere Körper ist zum wesentliche«
Physikalisch bestimmt, das physikalische bestimmen ist ein H ervortreten der Form,
oder was dasselbe ist, eine Säure am Metall, da betrifft die besrimmung eine frühere
Sphäre, dos bleibt noch schwer, dos lebendige Individuum bleibt noch schwer, kann
sich zwar frei bewegen, und frei in gevvißer besdm m theit in dem Verhältniß dos als 20
Schwere gesetzt ist, aber seine physikalische besrimmiheit ist am organische« Indivi­
duum. So sind dann auch die Planeten und Him m elskörper überhoi/pt der Sphäre
der Mechanik angehörig, physikalisch bestimmt, die physikalische bestimmcheit ist
bei ihnen untergeordnet und w ir betrachten nur die physikalische bestimmcheit bei
denen, bei denen sie wesendic/ie bestimmcheit ist, w ie die Körper der Erde, der leben- 2$
dige Körper einerseits nach allen diesen Seiten zu betrachten ist, aber auch nach der
Seite, wo sie dos Untergeordnete einer Existenz ausmachen — |

19 bleibt noch idiwerj Li: die Schwere komm! ihm auch zu; Cohacsion, Elasticitact, Warme cetera
und ini organiJitirn wie im unorganuclirn 23 bestimmt] Li: bestimmt, aber die Bestimmtheit ist für
uns verlöten und wir kennen ne nicht -w

1-2 der Formbestimmtheit] Hk: drFrmbsthr 8 Organismus] Hk: Organismen 27 wo sic] Hk:
wot. ausniadicn —-J in Hk folgen etwa neben Laerzeilen
MECHANIK 985

Mechanik 7 3 ,« |2 5 ru . j 2 5 i

§ 254. Zuerst also betrachten wir den begriff der ganz in seinem Außer sich scyn Mechanik,
exisdrt, der begriff ist wesentlich in seiner Subjec/ioität in der alle Momente ideell sind den 3“ Juny
gehalten in der Einheit des Subjects —dos erste ist die Unmittelbarkeit in der Form
5 des Außersichseyns —der erste Theil —hat die Idee in dieser Gestalt---- der Gang der
N atur ist, die R ealität dem begriff gleich zu setzen, das Außer sich seyn zum in sich
seyn zu erheben: die Mechanik hot diese besümmuiig zu ihrer Grundlage —3 Theile
1) das ganz abstrartc Außeieinander, a) als dos ganz abstracte Außereinander als die
Form des Außcreinanderseyns des gleichgültigen bestehns des Unterschiedenen b)
io N egation des Unterschiednen in Zeit - 2) die beginnende Realität, dos Räumliche,
als Negative Einheit a u f sich, als für sich seyn bestimmt - M a t e r ie —Raum und
Zeit scheint zunächst dos Leere zu seyn, da wird die Matche hineingesetzt Raum
und Z eit wird mit der Materie erfüllt; wo komm t nun die Matche her? das ist ein
schwerer Punkt, schwer zu verdauen, daß dieses Unterschiedene zur Einheit weide,
15 und daß diese Einheit materiell ist - die Materie ist zugleich aber auch diejenige die Matene und
Bewegung
bloß beziehung dieser beiden au f eine andre Materie ist, die absolute Einheit dieser
beiden, aber sie sind auch als Unterschiedne, und als solche in beziehung —und dos ist
die bewegung —Matehe bewegung dann unterschieden —dos ist die e n d lic h e M e ­
c h a n ik , dos 3te ist die Matche in absoluter Einheit mit ihrer beurgung; bewegung
20 ist der Proce/?, die Lebendigkeit der Matche, die Materie in ihrer Freiheit, so daß die
materielle bestimmcheit ihr zukommt an der Natur der bewegung selbst, der Proceß
hat unterschiedene M om ente, so daß nun die Matche nur die Realität ist von diesen
unterschiedenen M om enten —Matehe und beuvgung sind also ein System, dos ist
die a b s o l u t e M e c h a n i k —diß im erstenThed zu betrachten —
25 So haben w ir es mit ganz bestimmten Natur-Seiten zu thun — |
W ir fangen mit Raum und Zeit an, dos Außereinander Außeisich seyn überhaupt 7 V . $ 254
an der N atur ist der begriff überhaupt —so daß die Realität des begriffs das Außer­
einander überhaupt ist —dos ist die Unmittelbarkeit der ersten Unmittelbarkeit der
N atur; w ir haben nicht mit etwas Concreterem anzufangen, das Concrete ist das

30 19 wild m it... erfüllt] U : ist selbst an sich in die Matene tiberzugehen 17 beziehung] Li: relativer
Einheit 26 Wir fangen ... an.] Li: R au m und Z e it 28 Unmittelbarkeit der ... Unmittelbar­
keit) Li: erste Destunnidieit
2 m Mechanik, in Hk unlcntr. 4 Einheit] Hk Eithit I5M Materie und Bewegung in Hk
untenlr. 21 zukommt] Hk: zu kommt 31 R aum und Z e it m Lj ab große,frctgcstclltc Ubcruimfl
986 NACHSCHRIFT HUECK ' 1828

Leben und nun könnte meinen, man müße mit der Wa/irhrit der Natur mit dem
Leben anfangen, wie in der Philosophie mit Gott; allein das Leben ist selbst dieser
concrete Proceß, beim Concreten ist der Reichthum untersehiedncr Momente aber
man muß «nt einem anfangen - Leben ist sonst ganz abstract leer - man muß es
auslegen h<it dann mit seinen bestimmten Momenten 11t thun, geht von einem Mo- 5
ment zum andern und dann zur Totalität der Momente. - das Leben in der brstimthnt
des Außereinander ist eine Form von der w ir anfangen - das Leben ist das, wovon
All« ausgeht, aber es ist auch das Letzte, in welchem Alle bestimungen ihre Wahr­
heit setzen das Ente zunächst als Solches - nur das Erste, da ist man noch nicht beim
Zweiten, es ist also das Unmittelbare; dis bezieht sich auf die Notliwendigkeit in der 10
Wissenschaft so anzufangen - nicht weil w ir vom Leichten anfangen wollen, sondern
25vu weil das die Natur der EmwicJWwij» des begras ist. - | das ist das Außercinander
seyn überhaupt das ist die einfac/ie abstracte Identität, noch nicht die Identität, wel­
che die Idealität ist, sondern die in welcher noch nicht der bestimm« Unterschied ist.
in der Materie fangt die Form des Aussrhheßrns an —das Erste ist diß noch formlose is
Auseinander seyn, Identität, in der die bestimmlhrrt noch nicht vorhanden (aufge­
hoben) - diß Außer sich seyn (sondern ins Unendliche) sich selber gleich seyn, ist
eine bestimmung. wir haben unendlich Viele beim Außersichseyn, das abstracte reine
Andeisseyn, (denn wir haben Eins und ein Andres, und wieder ein Andres —alle ein-
75^ ander gleich jedes ist Eins der Vielen, kein Unterschied)^./ | Es is t d iese G leich - 20
Raum h e it, d ieser n u r subjerifve U n tersch ied d e r I n h a l t is t d ie U n u n te r ­
sch eid b ark eit. das A u ß ersich sey n e n th ä l t in sic h d ie se V ie lh e it des
U nterschiedenseyns ab er e in U n tersc h ie d d e r in d e r T h a t noch nicht
i s t - d i e A llgem einheit des A u ß e rs ic h s e y ns —die ebenso einander gleich
und als dem Außersichseyn angehörig schlechthin gleichgültig gegen einander, das ist 25
der Raum das ganz ideelle Nebeneinander - das des Außersichseyn in seiner Affir­
mation; zugleich ist das Außersichseyn schlechdiin continuirlich, weil cs ganz abstract
ist, keinen Unterschied in sich hat - , das ist der Raum, das ruhige Außersichseyn
mit bcstimmthfit der Gleichgültigkeit, noch affirmativ unmittelbar - C o n t i n u i t ä t
h e iß t nichts als die U n te rs c h ie d slo sig k e it. - der Raum ist das begriffslo- jo

se - aber was Außeisich ist, ist der begriff, der enthält die Natur des begras selbst in
sich. Hier haben wir das erste beispid von begriff— w ir haben in d e r sch lech th in
entgegengesetzten bestimmung Außeisichseyn Andeisseyn: hier - hier —und so ins

9 setzen) Li: setzen so ist des Leben, in was alles zurückgeht 12-14 dus ist ... dir] Li: das ganz
abstracte Außeremander sein ist die abstracte Idealiuet 14 istj Li: ist, formlos, noch keine Idee 35
18 wir hüben .. Außersichseyn) Li: diesAußerachsein ist die absoluteVielheit und ist doch die abstrac-
te Gleichheit mit sich selbst 20 Eins der ... Unterschied] Lj: eine abstraneVielheit der Untrrscliird
selbst ist nur cm gemeinter 24 A ußersichseynsJ Li: Außersichscm werden wir betrachten

21m Raum, in Hk unlmlr.


MECHANIK 987

gränzen- und bodenlose fort —jedes schließt dus Andre aus. dus Absolicir Außmich-
seyn schledithin unterscheidend u n d zugleich sind diese Untmchiednen durchaus
ununtcrschieden —hier wenn ich sage hier —so ist cLo mdic ein anderes hier, so ist
es selbst nicht ein einfaches hier, sondern man kann noch oben unten unrersehei-
S den es ist ein Unterscheiden wodurch nichts unterschieden ist —sage ich oben und
unten an einem Körper rechts und links, so ist dus nur in so fern ein Unterschied,
als der K örper selbst vorhanden ist und zu mir sich verhalt, der Raum für sich ist
die Einheit dieser entgegengesetzten besdmmungen - diese einfache bestimmtheit
ist der Raum - das heißt den Raum begreifen, das ist der begriff des Raums, und in
io sofern w ir den Runm begriffen haben, hegt dus in unsrer Vorstellung —die einfache
apriorische bestimmung kommt aus dem gesagten —dus Außer sich seyn, dus schlecht­
hin Unterschtedenseyn | dus aber Ununterscheidbarkeit ist, keine Granze hat, sondern 76^
Connnuitüt —nicht Unterschieden seyn ist, dus ist der Gedanke, den haben wir durch
die Stellung der Natur. —außersich seyn ununtersehiedmseyn Cononuität des Außer-
is sichseym diß nennen wir Raum, nun ist die Frage: entspricht das, was wir Raum hei­
ßen dieser Gedanken bestimmun;? da finden wir dis in unsrer Vorstellung von Raum:
dus hier ist so gut wie dus andere - hier - und hier - für sich rndit bestimmt - deshalb
ist keine Granze zwischen ihnen, dus ist ihre Condnuität - W ir haben diese Vorstel­
lung von Raum, wissen, daß er nicht zu begränzen, rndit zu unterbrechen ist. Kant sagt:
20 »der Raum ist die Form der sinnlichen Anschauung« - dus ist ganz richtig, nur hat das
bei Kant zugleich einen besonderen Sinn den des subjemuen Idealismus, denn nach die­
sem gehört der Raum nur dersubjecriivn Anschauung an/ / Ich schaue an —ich versetze
besdmmungen, die in mir sind, nach Außen - dus ist dieThatigkeit des Geistes - Kant
sagt, w ir sind Ansdiaund, wir haben Empfindung - ich empfinde Härte —nun werfe
25 ich aber diese Härte von mir hinweg —versetze sie außer mir, und in sofern empfinde
ich nicht mehr, sondern schaue an - aber außer dieser bestirnmrhcit der reellen Körper­
lichkeit ist es außer mir und außer einander; indem ich mein bestimmen so bestimme
daß es außer m ir und damit außereinander ist - anders als ich, und damit an ihm selbst
ein andres: ist es in den Raum gesetzt, und nach dieser bestimung sage ich, ich schaue
30 an —die Härte ist ein gedoppeltes: Härte nur als einfache bestimmung —sage uh so, dus
ist halt, so habe ich inerlick die härte als meine Empfindung und dann habe ich etwas

4 londmt] Li sondern es ist wieder eine Vielheit von hier; 6-7 in so ... vrrhilt] L relativ, die
gehen den Raum | nichts an, diese Bestimmungen machen sich erst im Raum 12-13 keine Gran- 26ru
ze ... Continuuat) Li: Connnuitaet. Nur ein UnterschiedcnseinsoUen. Es ist da keine Grenze. Wenn
35 wir diesen Gedanken mit dem Raum vergleichen, so ist eine Vollkommene Uebereinstimmung
19 nicht ZU] ... ist) Li: bleibt ununterbrochen ich mag aus dem Raume nehmen was ich will, oder
hinemsetzen was ich will 24 ich empfinde ... nun] Li: Fühle ich etwas mit dem Finger so
31—988,1 etwas hartes) Li: die im Objecte

28 f») in Hk folgt gesn.: s ?; omehcntluh nicht jfeste.: üb ?


9 88 NACHSCHRIFT HUECK ' 1828

lurtes —d rr Raum ist also nach Kant die Form d n Anschaucns —ich gebe d ir Harte
2 6 vu dir Form drr Räumlichkeit, | das ist ganz richtig, n u r daß w ir h ier von d rr brzirhung
77 .. auf Anschauung | zu abstrahiren haben, das ist eine Form des Sinnlir/im , indem wir
uns zu einem Seyndcn verhalten (Sinnlich ist dieses: w o die V ielhnt des Außercin-
ander zum Grunde hegt, nicht bloß, daß das was in m einen Sinnen ist auch außer 5
m ir ist, sondern es ist die Frage: wie bestimmt sich das, was in m einen Sinnen ist -)
das unmittelbare bcsdmtsryn ist ab empfindend.
A n m . es wird von R aum -Punkten gesprochen —die M athem atiker zb sagen die
Punkt Linie bestehe aus Punkten dagegen protesnrn sie selbst mit R echt, gebrauchen aber
dennoch diese Vorstellung noch oft bei den Differenzen, z b. m ail n im m t an, eine io
Flache bestehe aus unendlidi vielen Linien oder m an sagt m an n im m t an, die Pe­
ripherie bestehe aus unendlich vielen kleinen geraden Linien — und sum m irt die­
se —aber das ist n u r zum b e h u f des Rechnens, w o m an fiir cm unendlic/i Kleines,
eine besdmmung hat und dann sie sum m irt —in teg rirt, so daß es zu einem Ganzen
w ird —das ist im Analytischen zum behufe der berechnung — beim R echnen hat is
man Eines —besnmraung des Eins —ohne sich vorzustellen daß der Raum aus lauter
Raum-Punkten bestehe, d e r P u n k t is t v i e l m e h r d ie g e d a c h t e N e g a t i ­
o n des R a u m e s —dam it hängt die Frage nach der unendlichen Theilbarkeit des
Raums (oder der Materie) zusammen, läßt sich die Materie ins unendlic/ieTheilcn? —
das was sich a u f die Theilbarkeit der Materie bezieht ist aber das A ußereinander seyn 20
(Theilbarkeit dn der Matrn'e —ist der Raum ins unendliche theilbar oder mcht? — da nim m t m an 1)
Raum» in« Unend­
Theilbarkeit ins Unendliche an, w enn ich einen Unterschied in den R a u m setze -
liche)
oder wenn die spccificirte Materie einen Unterschied setzt — so n eh m e ich einen
Vorhandnen Unterschied und sage: dieser unterschiedene R a u m ist wieder ein räum­
liches, und in sofern ebenso ein in sich condnuirliches — es k ö n n e n w ieder Unter- 25
schiede drin gesetzt werden und so fort ins U nendliche. 2) die entgegengesetzte Vor­
stellung ist, daß der Raum nicht ins Unendliche theilbar ist — d ann besteht e r aus |
78,» R aum punkten Atomen des Leucipp D em okrit, E p icu r 1) D iskretion des Raums,
das Unteisehiedenseyn, das Setzen von Unterschieden das 2te ist die C o n n n u ität —
so wird hier das M om ent der Diskretion zum Princip gemacht —sage ich: der Raum 30
ist ins unendliche theilbar, so mache ich die C o n d n u ität zum P rin cip — dis C o n d -
nuirliche kann wieder gehindert werden und so ins U n endliche —die C o n d n u ität ist
die Gleichheit der Unterschiede aber beide Unterschiede durchdringen sich schlechthin
im R aum eine ist schlechthin ungetrennt von der andern |

4 Scynden) Li: Seienden von uns unterschiedenen 18 R a u m e s ] Li. Raumes. R aum ist nur die 35
Connnuiuct imd besieht aus keinen Punkten 28 Atomen] LI: (bei Materie Atome)

9m Punkt in Hk unlmir 34 | ] Der Ansdduß zurfolgenden Seile in L i erfolgt hier erst 996, IJ
MECHANIK 989

W eiter ist über die Thnlborkeit resummiit - dm ganze reducut sich darauf daß den 5“ Jiury
sie im R au m als eins sind, daß, in sofern man sich bewußt wird der absoluten Conurruiui unJ D n-
kntun des Raumes
C ondnuität, u n u n te rb ro c h e n Gleichheit —diese eine Manirhfaltigkeit voraussetzte,
die ganze Frage redunrt sich darduf, ob der Raum gefaßt wird unter der einen seiner
s besnm ungrn oder u n ter der andern — Princip des Raums ist wesentliche C ondnui­
tät, dos andre ist, daß e r gefaßt wind unter der andern seiner bestimungen unter der
bestimung der Diskretion, da hot man die Atom e —die untheilbarcn —die Sache ist
die, in der Frage ist der Gegensatz der irn Raum selbst liegt, daß er die Einheit die­
ser untersdiiednen bestimungen ist, er ist’s, der nicht sie in Unterschied von einander
io setzt —dos ist die N atur des Raums überhaupt, aber, wenn w ir nun w eiter den Raum
betrachten, so bieten sich diese Unterschiede in einer andern wahrhaften Weise dar,
nicht als bloß metaphysische Pnncipie/i (in keiner vernünftigen Philosophie gibts bloß
metaphysische besam mungen —es ist nichts drinnen in diesen metaphysischen Ver­
standesbestimmungen) in der Natur ist das was an sich ist, auch in der Existenz, w ie in
15 allem vernünftigen, w ir haben das nicht bloß als abstracte Individuelle M omente zu
nehm en, sondern sie kommen im Raum zur Manifestation (er ist dieses, er m uß dieses
an ih m zeigen, sie kommen in ihm zum Vorschein): der Raum ist das abstracte A ußer
sich seyn und weil e r die abstracte Vielheit, dieses E n te ist, dieses abstracte ist, so daß
der U ntenchied n u r seyn soll, aber nicht ist, so ist der Raum | zunächst als Gleichheit 79lft
20 mit sich in der Form der C onanuität gesetzt; dos ist zunächst dos Räumliche, aber dos
Räumliche überhaupt, in diesem ist das M oment der Diskrenon nicht gesetzt, n u r im
begriff vorhanden oder der Raum so zunächst - dem sicht m an an, daß er n icht in
der Einseitigkeit seiner bestimmung sei, sondern in der T hat n u r C ondnuität ist; als
R a u m i s t e r n u r in der Einseitigkeit eines Pnncips. —aber er ist n u r die M ög-
25 lichkeit der Diskretion, der Granze —die Grenze ist noch nicht an ihm gesetzt, der
R aum ist so w ie w ir ihn als Raum nehmen, in einer seiner Form en nur gesetzt —er
entspricht dem begriff nicht, d as a n d re sein e Form,dos Moment der Punctualität,
Vereinzelung, Negation der C ondnuität ist wesendich, gehört zu seinem begriff und
m u ß deshalb ebenso an ihm gesetzt seyn, exisdren, es ist dos W eitergehen. So haben
30 w ir den R aum zu betrachten als diese C ondnuität mit dem andern Pnncip, dem der
D iskredon nicht mit dem metaphysischen Verstände, als ausschließend die C o n d n u i­
tät —; der Verstand sage entweder ist der Raum ins unendliche theilbar —oder nicht,
entweder ist die C ondn u ität sein Princip oder die Vielheit als Eins —aber der Raum
ist die E inheit beider nicht eins ausschliessend, beide Princip/en sind in ihm vereint,
35 gehören zu ihm . - D er absolute Raum, d. h. der abstracte Raum ist zunächst die
C ontinuitat, aber die bestimmung ist ebenfalls sein M om ent § 255 der Raum hat die §255

12 nicht] H k-nicht biß 2 2 -2 3 daß ct ... ist| siehe Am» 29 exisonrn) Hk. ex unren
990 NACHSCHRIFT IIUECK ' 1828

Unterschiede des begri/fc an ihm. - daß dies Auseinander auch gesetzt ist um Raum
»ruht bloß als Möglichkeit der Diskretion (die in der C o n tin u itit vorhanden ist) diese
Diskretion, Vielheit, ist auch an ihm, nidit bloß an sich, was an ihm ist ist gesetzt
als Daseyn, als heraus, ah Weise seines Existirnden; das ist ein großes philosopluselies
Princip. | was ein Gegenstand an sich ist, das ist e r auch an ihm , d. h. das erscheint s
auch, das ist er auch m anifcdrt —so haben w ir nun das, was das andre der Conti-
nuität ist. aber nidit die Negation, nidit das Aussdiließrnde, die Diskretion ist eines
seiner Elemente an ihm. nicht aussdiheßend, in beziehung a u f die C ontinuität, so ist
diese die affirmative bestimung. die Diskretion ist die neganve bestimmung —
das ist dann was Grenze am Raum Untersdnedenseyn heißt, Granzen, die den 10
Raum nicht unterbrechen, nicht das diskrete sind, diskrete sind die A tom e und das
ist ein Leeres —jedes für sich abgeschlossen nicht continuirlirh mit einander; hinge­
gen die Negation als Negation ist am Raum —das ist der Raum in seiner Continui-
tat, die Negation ist die Diskretion an ihm gesetzt, dadurch kommen Bestimungen
an ihn; welche sind nun die bestimungen am Raum? w ie viel allgemeine bestimmun- is
Drei Dimensionen gen sind im Ikaum —da müssen w ir wissen, daß der begriff in der Dreiheit vollendet
Je« Raumes - flm te
ist. Eines, das Andre, und die Rückkehr, das ist ein ganz abstractes Schema des be-
) lohe und Lange -
griff, nach der unbestimmten Vielheit der besnmmungen —zur bestimmung gehom
wenigstens 2 —und dann ein drittes, die beziehung zwischen diesen beiden —diese
3 bestimmungen heißen die bekannten drei Dimensionen —d. h. bestimmungen aber 20
diese bestimungen selbst sind au f ganz unbestimmte Weise R ichtungen; das ist die
Nothxvendigkeit der 3 Dimensionen - n u n nim m t es in der G eom etrie als Factum
an, ist nicht gehalten, dieses zu beweisen, nim m t die Vorstellung n u r au f — aber es
Endet sich dann,daß es g i b t 3 Dimensionen —so erscheint es als etwas Zufälliges -
es könnte noch mehr Dimensionen geben — aber es geht gegen den M ann; der zs
begriff aber ist das allgemeine Urbild Typus, absolut bestimmende —aus dem begriff
•I» sehn w ir nun, daß es 3 | bestimungen gibt und geben m uß. Sage ich bestimmung,
so habe ich bestimung überhaupt, selbst die allgemeine bestimmung und som it etwas
ganz unbestimmtes, da habe ich noch keine bestimmte bestimung - es ist die Form
überhaupt, aber noch nicht die Form in sich selbst n u r von einander unterschieden; 30
diese 3 unbestimmten bestimmungen — Dimensionen H öhe Länge breite Tiefe -
3 von diesen — eben weil sie diese unbestimmten Bestimungen sind, so kann man
mcht sagen, was die H öhe ist was die breite und was die Tiefe —es ist völlig unbe­
stimmt, ob man eine Richtung Länge oder breite n en n t — W ir verwechseln zwar
die H öhe nicht leicht mit einem Andern, und zwar, weil w ir dabei vom M ittelpunkt n
der Erde ausgehn, die Richtung nach diesem nehmen, da ist ein fester bestimmungs-
grund vorhanden, aber der M ittelpunkt der Erde geht den Raum nichts an; da ha­
ben w ir concretc Materie, der ein C entrum zukom m t, und diese bestimung kommt
dem Raum selbst nicht zu, es ist nur heterogene bestimung für diese unbestimmte

uJ
MECHANIK 991

bestimmung - Es sind 3 Unterschiede und die verschiedenen Namen sind bloß Na­
men, hoben bloß bestimungen die von Außen hinzukommen - auf eine Stellung, auf
die Loge des Gegenstands kommt es an - es sind bloß Relationen die unteischieden
werden auf ein drittes, dos außer ihm ist —
5 § 256 —der Unterschied ist wescntlieh ein besnmmter qualitativer Unterschied —da $ 256
ist der Unterschied noch nicht zu seinem Recht gekommen, er muß zur Existenz kom­
men, dos Andre ist der Unterschied vom Ersten aber dasselbe;Jedes ist dos Andre gegen
dos Andre, Und Jedes ist unterschieden; der nähere Unterschied ist der des Punkts Lime
Fläche —wir wissen aus der Geometrie, oder auch aus dem gemeinen Leben, doß es
io Punkte etc gibt, aber etwas Andres ist’s, die Nof/rwendig/teU dieser bestimungen gegen
emander zu fassen, dos überflüssig scheinen kann, aber wenn man philosophisches be-
wn/teein darüber hoben will, so läßt man es nidit dobci bewenden, doß es gicbt — |
die No/hwendijfccir ist hier der Fortgang, doß eines sich aus dem Andern erzeugt, 82,Ä
denn, indem dos eine sich setzt ist cs ein Widerspruch in sich, es ist mcht dos wos es
15 scyn soll, ist der Widerspruch m sich, und damit dir Nof/rwendigkeif Eines Andern;
eben sosehr als es ist, was es seyn soll, ist es diß auch nicht - und ebenso ein Aufhe­
ben seiner selbst, dos ist die Dialcctik der Dinge selbst der Gegenstände selbst, dialec-
tisch seiner Natur nach an ihm selbst zu seyn - dos hoben die Skeptiker schon be­
trachtet, die sagten die Geometrie habe cs mit non entibus zu thun, der Punkt sei ein
20 Widerspruch an ihm selbst, ein Nichtiges sich selbst Aufhebendes, man kann nicht
sagen, der Punkt ist, oder die Lime ist, sondern es ist widersprechend, das ist ganz
richdg sie sind nicht, d. h. sie negim sich selbst sind dos Aufheben ihrer selbst aber
dos Resultat ist nicht dos bloße Nichts sondern ein Andres dos auch wieder ein Af­
firmatives ist — dieses kann als erstes beispiel dieses Fortgangs dieser Nof/iwmdrgJfeii
25 gelten/.] Man kann sogen: es habe kein Intressc; es hat eins, aber nur dos rein theo­
retische Intresse, den begriff' überall als dos Mächnge Regimde Productive an sich
zu hoben, dis leitet uns in die dialecfisc/re philosophische brtrochtungswdse überhaupt
ein die in allem Concretcn besteht. - Unterschieden seyn so doß der Unterschied an Punkt - Laue. FUrhe
ihm gesetzt ist - als Negation an der Condnuität; diese Negadon zunächst eine ganz
30 einfache Negadon, die Negadon, die noch keine Mannichfaldgkeit Vielheit Unter­
schied hot, sondern die ganz abstracte Negadon, das vollkommene Vielheitslose, un­
räumlich seyn sollende Negadon —zunächst sollen wir die unmittelbare ganz einfache
Negadon hoben, die in sich nicht condnuirliche Negadon, dos ist der P u n k t —(die
Linie ist schon räumlich); wir fangen vom Punkt an, von Atomen, vom Eins in be-
35 Ziehung auf den Raum, der Punkt ist die Negation des Raums selbst weil dieser dos
Unmittelbare — |

t Untrrvhirifr] so Hk; liellticht su Inen: Unbestmimfr 36 Unmittelbare -J in Hk folgt ein Gedanken­


strich bis aum Ende der Zeile
992 NACHSCHRIFT IIUECK ' 1828

&J,Ä das Unterschiedslose Außersich seyn - nicht Concret, nicht nunnichfultig - das
ist das Erste, ganz bestimmte Erscheinung des Negativen — da haben w ir nun den
Punkt am Raum nicht als Atom, Eins diskret, sondern als Eins am Raum, cs soll
rneht das abstroete Diskrete dieser Abschließenden gegen die C ontinuitat sryn, son­
dern sie soll jene Negation des Raums seyn, aber N egation an ihm selbst, dos ist eine s
der brstirnungm des Punkts —dis Factum, wenn w ir es betrachten was w ir vor uns
haben, so ist es vielmehr das nicht was es seyn soll, was w ir gewollt haben, sondern
ein Unwahres, (wie die Skeptiker haben) es ist die Negation am Raume, die Negati­
on, die beziehung hot au f den Raum die dem Raum angehört, es ist eine räumliche
Negation, der Punkt hot keinen Sinn außerhalb des Raums ist nicht aufgeklcbt dem 10
Raume von Außen, sondern ist in beziehung au f den Raum in Einheit mit dem
Raum, ungetrennt vorn Raum; nehmen w ir den Punkt aus dem Raum weg, so ist er
nicht mehr - e r ist die ganz einfache bestimung am Raum. - W ir haben eine Nega­
tion die räumlich ist - mit dieser Negation ist die Räumlichkeit, C ontinuitat selbst
mit verbunden; wenn aber der Punkt ein Räumliches ist, so ist er nidit dos was er is
seyn sol, nicht mehr Negation des Raums und in sofern sich aufhebend; darin hört er
auf nur Negatives zu haben, sondern hat auch Affirmation a u f den Raum ist selbst
räumlich hot selbst Continuitat in sich. - diese Punktualitat nach ihrer Räumlichkeit
als Wahrheit betrachtet geht unmittelbar m die L in ie über, dos ist dos Werden der
Lime durch die N atur des begriffe - nicht bloß «es gibt einen Punkt, es gibt eine 20
Linie«, sondern es erzeugt sich die Linie - dos ist diß ganz einfache Außersich seyn
des Punkts, man sagt in der Geometrie: eine Linie entsteht w enn sich ein Punkt be-
84 m Wfgt - , die Linie | besteht nicht aus Punkten sondern ist die Negation des Punkts, die
Linie ist dos einfache Außer sich seyn des Punktes, der Punkt indem e r räumlich ist,
ist nicht dos, was er seyn soll = ist außer sich und seine Räumlichkeit ist somit Li- 25
nie —es ist nicht zufällig («wenn der Punkt sich bewegt«) sondern der Punkt m uß sich
bewegen, und dos m uß Linearität seyn
dm 6*” Juny - der Punkt ist also die Negation aber am Raum an der C ontinuitat, also ist der
Punkt selbst räumlich, und die erste Räumlichkeit des Punkts ist die Linie - dos ist
die reine Negation des Punkts am Raum gesetzt - er sol Punkt seyn aber er ist nicht 30
dos, was er seyn soll, inan sagt, wenn der Punkt sich bewegt, so ist er räumlich; be-
wrgung im Raum ist, ein affirmatives Verhaltniß im Raum sich geben - die Wahr­
heit - nicht im Punkte bleiben, Communication mit Andern haben - das ist die
begriffe-Nof/iwendigifeaY der Linie; Punkt iw sich selbst widersprechend - er ist auch
kein Punkt - : macht man einen so ist's ein R aum , der Punkt ist n u r ein abstractum 35
des Verstands des Denkens, so gibts auch keine Linie sondern die Linie hat noch
eine weitre Dimension, der Punkt ist eine Gränze, aber die Gränze ist nicht für sich,

18 Cononuttät| Hit Continualitt


MECHANIK 993

sondern Gränze dessen wovon sie Gränze ist, so ist der Punkt für sich oder die Linie
fiir sich nur so ein Imaginirtes, eine bestirnung. die keine Wirkhdikeit hot fiir sich,
sondern nur Wirklichkeit als Moment an einem andern — So gehts dann weiter
fort. - Sofern der Punkt im Anfang ist ist er dos Eiste dos Positive, in der Linie ist in
5 sofern dos Andre die Negation des Punkts —Logischer Weise aber ist’s dos Andre sei­
ner selbst, dos Andre für sich; dos Andre soll fiir sich seyn, so ist es dos Andre seiner
selbst —zunächst ist es dos Andeis seyn von etwos Anderm; zu einem Andern gehölt
ein Erstes und dieses ist eben sogut ein Andres - dos ist so dos Andre eines Andern,
dos ist die Negation der Negation, oder sagen wir, wir wollen dos Eine weglossen, so
to hoben wir dos Andre | fiir sich, dos sich auf sich bezieht, so aber ist’s dos Gegentheil 85„
seiner selbst, denn dos Andre für sich ist dos Gegentheil des Andern, also Negation
der Negation —dos sind die cinfachen logischen bewegungen
d ie L inie is t also dos A n d e rsse in des P u n k ts , dos A n d re seiner
s e lb s t d ie N e g a tio n d e r N e g a tio n , dos Andersseyn des Andersseyns, ver-
15 schieden vom bloßen Andern, dos erste ist die bloße Negotion abstrocte Negation, die
2" Negation ist also zunächst verschieden von der ersten Negotion, die erste Negation
hoben wir Linie geheißen dos 2''ist Negotion der Linie dos Außersich seyn der Linie.
Linie ist Negation ist begränzung bestimmung - dos Außersich seyn dieser begrän-
zung ist F lä c h e —dos sich aufhebende bestimmen der Linie, dos ist eine Raum
20 bestimmung die 2 bestimmungen in sich hot nämlich Negation aber Negation der
Negation, eine bestimmung die 2 Bestimmungen in sich enthält, ds.h. 2 Dimensionen 2
Richtungen im Roum; die Fläche ist also verschieden von der ersten Negation enthält
2 Negationen 2 Dimensionen in sich aber zugleich ist diese Negotion der Negotion
dos Affirmative; dos ist ein großer mathematischer aber auch ein logischer Satz, und
25 die affirmotive Roum-bestimmuiig dos ist der Roum. dos heißen wir dann den gan­
zen Roum im Gegensotz gegen diese einzelnen bestimmungen an ihm gegen Linie
und Fläche —aber es ist ein ganzer Roum, der zugleich diese bestimmungen an ach
hot, Fläche als Totalität des Rourns, d. h. als umschließende Oberfläche; die Fläche hot
diese 2 Seiten: Negation der Negation, aber ihrer besdmung nach näher betroch-
30 tet, ist sie die Widerherstellung der Affirmation, also Widerherstellung des Rourns,
Totalität des Rourns, zuglach ein ganzer Roum, eine Oberfloche die ausschhcßt die
ausschließend setzt —. |
dos ist die Nof/rwendigfceii, die irn Fortgong des Logischen liegt (dos Logische ist die 86^
Seele der bestimmung) - A n m . »doß die Linie nicht aus Punkten die Hache mcht
35 aus Linien besteht« —. die Linie ist der Punkt, aber der Punkt ab Außersichseyn —in
diesem Fortgonge hoben wir mit dem Punkt angefongen. Linie ab Negatives des Un­
mittelbaren, aber eben so umgekehrt Roum ab erstes Positives —der die Negation

11 seiner] Hk ihrr 24 Satz,] Hk Satz-,


994 N A C H S C H R IF T H U E C K ' 1 8 2 8

ü b e rh a u p t an ih m setzt —der P u n k t ist d ir vollkommen in sich b estim m te N egation,


d ir unbestim m te N egation ist d ir Fliehe, dos 2 " ist d a n n d ir Linie d ir Grärrze an der
Fliehe, u nd, indem dieselbe Betrachtung gemacht w ird , N egation d e r N egation, N e­
g ation, d ie identisch m it sich ist u n d in dieser R e in h e it der abstrocten N eg an o n ist
d a n n der P unkt — dos ist dieselbe Nor/rwendigfceil des U ebergaugs vom einen oder 5
vom andern ausgehnd. dos moeht die N a tu r — des R au m s ü b e rh a u p t aus die Weise
w o d ir G ränze, dos D iskrete am R aum sich bestim m t — die E x p licatio n des begras;
in andern Elem enten sieht der begri/fgonz anders aus, isf aber derselbe Fortgong der­
selben M o m en te —
$ 256 •d ie w e itrm Figurationen des Raum s w elche d ir G e o m e trie betrachtet etc« das 10
(Fortgang drr gco- sind d ir G ru n d fig u ran o n en diesen sind d a n n noch w e ite re F igurationen angefugt -
nictriithiTi Satze)
dos w eitre D etaillim dieser F iguration m it W illk ü h r fortgesetzt - die vri\senschaftli-
che Fortsetzung dieser Figuranonen m uß ein P rin cip der G leich h a t, Idenntüt dabei
hoben — Q u a d ra t — u s.w . — Linie kan n u r langer o d er kürzer, g ra d e und krum m
sryn. die G eo m etrie betrachtet die w ä tie n F igu ratio n en u n d d ie bestimmungen die is
gesetzt werden d u rc h ein e u n m ittelb are bestimmung w as d a für w eitre bestimmmigeri
d arin liegen —die G eom etrie betrachtet die u n reg elm äß ig e Fläche nicht —oder fuhrt
87, sie zurück, u m sie zu bestim m en a u f regelm äßige | einfache F ig u ren , dos Einfache
dos m it sich Identische ist die bestimmuni* die dos W issenschaftliche b ra u c h t — das
wissenschaftliche N ach d e n k e n ; dos D re ie k ist die eiste g rad lin ig te Figur, daß dos 20
w as Nothwendigcs ist ist bald cin zu seh n , es ist die 3 d a rin e rst in 3 ist cs absol-
v irt — d ie andern Figuren m ü ß en w e n n m an sie bestim m en w ill, a u f dieses drei,
dos D reieck znriikgefuhrt werden oder a u f dos Q u a d ra t — dos ist d ie regelmäßige
F ig u r d. h . die eine R e g e l hot, d . h . e in e E in h eit des bestim m ens — n ic h t n u r sind
die gegenüberstehnden gleich, sondern j e d e P aar ist jed em P aar gleich — im Q uadrat 25
ist n u r ein b estim m en — d ie Linie soll a u ß er sich g e h n , sich z u r Fläche machen,
w e ite r g eh en — dis ih r W eiterg eh n soll ganz n u r d u rc h diese Linie selbst besum m t
scyn, d a n n g ibts e in Q u a d ra t —dieses U eb erg eh n soll d u rc h a u s n u r diese erste Linie
zu ih rer bestim ung hoben, d a en tsteht e in Q u a d ra t — d a sind d ie andern Seiten be­
stim m t d u rc h die e in e — es k ann ein rechtw inkliges en tsteh n o d er e in R h o m b u s, jo
aber der R h o m b u s en th a lt schon verschiedene W in k el — aber d e r rechte W inkel ist
der w fsc n d id i bestim m te W in k el, der W inkel, dessen N e b e n W inkel ih m gleich ist.
da ist w ied er n u r e in e bestimmthert — Beim spitzen W inkel ist d e r N ebenw inkel
stu m p f — der ist bestim m ungslos - dos h ot z u r Folge, d a ß m a n a u f den Pythagore­
ischen L ehrsatz die ganze G eom etrie zu ru k fu h rt, d e r Pythagoreische L ehrsatz betrifft 35
dos rechtw inckliche D reieck , dieses hot 3 W inkel, h o t diese einfache bestimmmig,
d aß sein N e b e n w in k e l ih m gleich ist, w e ite r ist die bestirnrnung d a ß die Seite die

11 angcfligt | H k witer
MECHANIK 995

dem Rechten W inkel gegen über steht ins Quadrat erhoben gleidi dem Quadrat
der beiden andern Seiten ist - in dem gleidiseitrgen Dreieck ist die Gleichheit noch
großer, aber da ist die Gleichheit zu groß, hingegen der rechte W inkel im Dreieck |
enthalt eine wesentliche bestimmtheit in ihm und zugleich eine bestimmtheit die zu-
5 gleich einen Unterschied in ih r hot — den Unterschied der C a th c te n ---- dos wird
donn Fortgesetzt - beim Fortsetzen m uß zur Grundlage eine ursprüngliche Einheit
des bestimmens vorhanden seyn. da ist die Identität des bcstimmens an dem Unter-
schiednen: wenn dos eine ist, so muß dos Andre nothwendig seyn, fiir beide eines;
da geht man nun nach, wo e in e solche Einheit des besdmmens vorhanden ist, wie
io donn der Uebergm g sich bestimmt —dos weitre der wissenschaftliche Zwck gehört
ihr an — bei allem Wißenschofüichen hegt begriff und Realität zum Grunde; begriff
ist die einfache ursprüngliche bestirnrn/heit und die Realität ist die Entwicklung der
einfachen bestimmtheit so z.b betreffen die ersten Sätze der Geometrie dos irn Dreieck
w enn 2 Seiten und die anliegenden W inkel gleich sind etc - hier zweierlei, dos eine
15 ist die Hypothenuse, wenn 2 Seiten und der eingeschloßne W inkel gleich sind in
beiden Dreiecken so sind die Dreiecke gleich —der Satz auf seine einfache Form re-
durirt ist: ein Dreieck ist vollkommen bestimmt, wenn 2 Seiten und der eingeschloßne
W inkel bestimmt sind - begriff und Realität, einfache bestimmtheit; dos sind die 2 die
im m er Vorkommen, daher kann der Satz auch so ausgedrukt werden: wenn ich 2
20 Seiten und den eingeschloßnen W inkel bestimmt höbe, so höbe ich die bestimmtheit
des ganzen Dreiecks; dos Dreieck wird bestirnt durch 2 Seiten und den eingeschlos­
senen W inkel, die ganze besamung des Dreiecks ist auf seine einfachen M omente
reducirt, und dos ist als die Grundloge zu betrachten und darmt ist die ganze besum-
m ung gegeben —dos weitere ist nun die darstellung in der Realität — es m uß ge-
25 zeigt werden, daß wenn w ir diese bestimmtheit hoben —die Realität ganz von dieser
ersten bestimmtheit abhängt. |
»dos Princip dieser Zeichnungen ist die Verstandes Identität, sie gibt der Figurati­
on Regelmäßigkeit« — dos Unregelmäßige kann m an m cht betrachten — aber da­
durch werden Verhältnisse bestimmt - Verhältnisse an einem Exponenten, Exponent
so ist die Einheit des besdmmens, und von diesem ersten einfach besdmmten Verhdliniß
hängt dos W eitere ab. »Kant sogt: die grade Linie definirt (wie auch un Euklid) als
kürzester Weg zwischen 2 Punkten« —: »der Raum gehört überhaupt nach Kant, der
Anschauung an —ist die besamung des Anschauns; in diesem Anschauen gibts Figu­
rationen, in diesem gibt es auch etwas apriorisches synthetische Verknüpfungen die
35 a prioriseh sind (synthedsch wenn Untersduedncs verknüpft ist) dieses hängt für sich
zusammen so daß man dos Eine nicht aus dem andern heraus analysiren kann, grade
Linie ist diese besamung, die weitre besamung ist, daß sie die kürzeste Linie ist zwi­
schen 2 Punkten, da sogt er daß das eine synthetische besdmmung ist die apriorisch
ist —d h. aus der Analyse der graden Linie kann man nicht heraus bringen daß sie
996 NACHSCHRIFT HUECK ' 1 828

drr kürzest? Weg ist, der küizcste W eg liegt flieht in der A nsehauung —cs ist ein ab­
solutes Axiom, das in dem Amehaun seine G ränze hat -* aber allerdings ist dos etwas
ganz analytisches der Punkt der sich als C o n n n u itat räumlich setzt ist die Linie und
die Linie ohne alle weitrc besüm mung ist das ganz cinfac/ie A ußersichgehen; cs ist
nur eine einzige brsam m ung —nur diese einzige D im ension dar h e iß t d<is Gerade; s
das K rumm e heißt das wo m der Richtung der Linie n ich t n u r eine bestimung ist
sondern ein Unteischied der bestimmungeri, in der krum m en Linie h at m an mehrere
bcstimungen - dos Gerade ist also die Einfachheit der bestim ung — d h. nach der
90it qualitativen bestimmuiig | dir einfoe/te Q ualität, dos ist dos kürzeste «Grade« —dos ist
nur eine bestunmung —wie w ir dos erste wollen, so ist dos die einfachste Q ualität, tu
qualitativ die einfachste brstininuing also die kürzeste —kurz heißt, w o am wenigsten
Mannichfalngkeit Vielheit drin ist - das ist also etwas ganz analytisches —
2»ru Der Ucbergang ist dieser im Raum also —der R aum ist das continuirlirhe Äußer­
e n 9~Juny einander das Außeremandcr in seiner ruhigen Gleichheit m it sich selbst, in dem Au-
Ucbrfgangdn ßercinander liegt das M oment der Diskretion; das w ir als P unktualität gesehn haben, ts
Riumo zur Zen. uluf J s Figuration der Punktualität, D imensionen, das ist die N eg atio n , diskretion
Andnsseyn am Raum, der Raum hat diese Negation in dieser bestimmuii#. dos Nega­
tive hat diese A rt der Existenz —Negation Gränze am Raum und das sind die For­
men des begränzens - diese Totalität, umschlossner Raum, Eins —; als bestimmte Gran­
ze - , diese Totalität nun, der ganze Raum mit seinen Dimensionen, ist wesentlich sich 20
auf sich beziehnde Gränze, sich auf sich beziehndcs begränzen, Negation, dos begren­
zen macht eine Totalität, geschloßncs Ganzes, dos in beziehung a u f sich steht — so
erscheint die Totalität am Raum, ist aber wesendich als beziehung a u f sich Totalität
der begränzung, Totalität die sich auf sich bezieht —so die N egation sich a u f sich
beziehnd, dos ist dann die für sich seinde Diskretion Negation und als entwickelt 2s
zuglnch, ein Unterscheiden ihrer Momente mit sich, das ist dann die Zeit
f 257 § 257. die Negation die als Punkt zunächst im Raum ist, entw ikelt sich als Linie
und Floc/ie aber diese Negation oder dieses begränzen ist ebensowohl für sich —gegen
die Gleichgültigkeit, gegen dos Positive, gegen die A ffirm ation des Raums (den wir
in der Form des Seyns, des Affirmativen gesetzt haben) die C o n tin u ität des Affir- 30
motiven wie es in der form der Totalitär ist, so ist er auch in der Form des Negativen
noch für sich —das sind die 2 bestimmungm A ffirmation und Negation Seyn und
Nichtseyn - ebenso sehr als dieses Ganze, die Einheit dieser beiden, in der Form der
Affirmation ist, | ebensosehr ist das Ganze auch in der Form der N egation, diese be-
stimmung die zu ihrem Rechte kom m t zum fiir sich seyn —das ist im Außcreichseyn 35

31 Totalitär] Li' Tötahuet da Begriff«


13 dieser] Hk: dur dB 14H den 9*"Juny in Hk unterstr. 15m Ucbergang d a ...Z eit, in Hk
unlmlr.
MECHANIK 997

w o je d e bcstifmmiMt» zu ihrer eigrnthümlichen Weise des Dciseyns zu ihrer A Öirm ad-


o n kom m t, und als Gleichgültigkeit gegen das ruhige Nebcnemanderseyn erscheint —
der P u n k t d e s U e b e r g a n g s is t d a ß d ie s e e n t w i c k e l t e b e z i e h u n g d es
R a u m s f ü r s i c h i s t , s ic h a u f s ic h b e z ie h n d i s t , d a s is t d ie Z e i t .
5 betrachten w ir diese naher, so finden w ir dciß dos was w ir u n ter Zeit uns vorsteilen
diese bestimniwry» in sich hot, was h ier a p rio ri,au s dem begriff hcrvorgegangm ist.—
Z e it —itzt —das ist die Zeit als Seycnd.
die V ergangenheit ist nicht m ehr — die Z ukunft ist noch meht - sondern was § 2S8
ist ist Itzt — Vergangenheit ist Vergangen ins N ichts zuruck und die Z u kunft ist
io noch im N ichts, was ist ist das Itzt —betrachten w ir das Itzt das ist. indem w ir aber
sprechen »Itzt« —ist das Itzt nicht m ehr ist schon vorbei, und so ist die Negation des
Itzt —diese N egation des Itzt ist auch w ieder un Itzt, auch ein Affirmatives, das ist
das ist seiend, aber dieses seinde indem w ir sprechen so haben w ir einen Augenblick,
aber noch schneller ist das Itzt verschwunden negirt - und indem ein andres Itzt ver-
is schw unden ist, ist es selbst ebenso bestimmt zum Verschwinden und aber dieses Ver-
schwundenseyn ist ebenso unmittelbares Seyn — ist —was w ir irn Itzt haben ist der
absolute W echsel---- Itzt - und daß dieses N egirte Itzt ebenso versdiwundcn ist, ins
Seyn übeigegangen sey, und ebenso verschwunden —dieses das Seyndc ausmachende
h a t eben nichts, als diese vollkommene Abstraction von Seyn und Nichts. —Etwas und
20 das A ndre —Etwas ist n u r ein Etwas in sofern es ein Etwas ist eines andern Etwas,
und dazu bestim m t unm ittelbar indem es ist, ein andres zu seyn; diesen abstracten
Wechsel haben w ir von ganz abstracten bestimmungen Seyn und Nichts Etwas und
Andres^.] | Sonst haben w ir keine concreien hesümmungen für die Zeit —Dinge sind 92**
Erfüllungen der Z e it---- d ie Z e i t is t d a s : e in S e y n , d a s i n d e m es n i c h t
25 i s t , i s t , u n d in d e m es i s t , n ic h t i s t —d ie s e r W e c h s e l d es U e b e rg a n g s
d e s S e y n in s N ic h ts e y n , d ie s e a b s o l u t e U n r u h e i s t w a s w i r d as
W e r d e n h e i ß e n a ls G e d a n k e o d e r sc h o n c o n c r e t e V e r ä n d e r u n g —
die ganz abstracte Veiändrung — die Zeit ist das Werden oder die Verandrung als
solche — Werden und Verandrung ist der Gedanke, im Weiden ist Seyn des Einen,
30 das unm ittelbar verschwunden ist im Nichtseyn, und Nichtseyn des Andren, das un­
m ittelbar verschwunden ist im Seyn —Etwas und Andres —Weiden ist dos Seyn und
Nichts —beides sind Gedanken keine Anschauung des Angeschauten; Werden aber ist
die Zeit —der Gedanke und die Anschauung unterscheiden sich n u r dadurch. Werden

1 jede baUMmuiK] U ' die N egjnon 4 Z r il] Ls: Zen. <Ls ist a prion. a posteriori entwickelt sich
35 dieselbe Bestimmung 11—12 so is t... lu t] Li: das Izt ist Negation an sich 18 dieses das. .. ausmo-
ehende) Ls. die seiende Zeit 19 vollkommene] Li: vollkommene leere

2 NebenrinoiKlciseyn Hk- Losung unsicher 3 daß) Hk: dß geslr. 8 Vergangenheit] Hk:


Vggghn 11 vorbei] Hk. vor bei 17 daß| Hk- ds
998 NACHSCHRIFT HUECK * 1828

ist dos Einfat/ie - Seyn und Nichts wenn wir diese Momente anschauen so aus ein­
ander holten als Momente diese unmittelbar verwandten daß sie als Unterschiede
sind, daß der Unterschied also doch ist - real ist, so ist es ein Angeschautcs, daß eine
Aeußerhchkeit derselben gegen einander ist, so ist dos die Zeit — |
28vu In der Natur also ist Seyn, unmittelbares Seyn aber in dieser bestimnnirij da ist dos 5
Werden als Weise des Seyns, objecnv mit der bestinimung der Acußerbehkm der Mo­
mente gegen einander gesetzt - Werden und Werden ist ebendasselbe hingegen Itzt
und das andre Itzt diese sind als äußerliche, als von einander verschieden seynde ge­
setzt - oder setzen sich, es ist diese Aeußerhchkeit Seyn und Nichts und dieses Con-
crete Itzt und Itzt macht dos Weiden zur Anschauung - Wiederholung ist nur in der 10
Aeußerhchkeit - Werden ist nur der Gedanke - Itzt und Itzt ist auch Wiederholung
aber die wiederholenden sind als gegen einander verschieden als äußerlich gegen ein­
ander gesetzt —das ist die Zeit als Zeit —die Zeit ist nun ebenso condnuirlich wie der
93n Raum - die Condnuitat | der Zeit macht das aus, daß das Itzt und Itzt ein und das­
selbe ist - und sie sind unterschieden - wenn wir sie vergleichen so sind sie emund- 15
dasselbe aber sie sind auch ungctTennt und untrennbar, das Itzt das ist indem ich
spreche nicht melir, sondern schon ubergegangen in ein andres — dis Uebergehcn
macht ihre Ungetrenntheit aus, die Ungetrenntheit von solchen Verschiedenen die
doch dasselbe sind, das ist die Condnuität der Zeit - Itzt ist nicht mehr indem ich
spreche, und das andre Itzt ist auch verschwunden und in so fern ist dos Itzt nur zu 20
sich selbst gekommen; so betrachtet, daß diß Itzt, zu dem das Itzt sich verändert, daß
dieses dasselbe ist, so ist das der begriffdes Itzt, den wir vor uns haben; die Anschau­
ung, daß das Itzt ist, ist das, daß dieses sich äußerlich ist, als andres Itzt; die Zeit ist
also ebenso condnuirlich, sie können nicht unterschieden seyn. Weil nun kein Un­
terschied vorhanden seyn soll - unterschieden seyn, es ist aber ein bloß gemeinter 25
Unterschied in der That aber noch kein Unterschied, so macht das die Identität der
Zeit aus, wie die Identität des Raums - dieses Sollen des Unterschiedeuseyns ist noch
nicht realisirt, realisirt sich erst in der Materie, da kommt es zum wirklichen Unter­
schied - die Identität ist diese Gleichheit des begrffs der nur unterschieden seyn soll -
A nm die Zeit ist eine reine Form der Sinnlichkeit und des Anschauns - nicht 30
unsre Sinnlichkeit, sondern die Sinnlichkeit überhaupt; es ist ein unsinnliches Sinn­
liches, wie dem Raume geht der Zeit auch die subjective besonderheil ab —ein ide­
elles sinnliches überhaupt. Ebensowenig ab der Raum für sich exisdrt, exisdrt auch
die Zeit für sich um dieser ihrer Idealität, Abstraction willen, der Raum ist nichts

15 sieJ Li du sich abschließende jetzt und jetzt 16 untrennbar) U: untrennbar conünuirlich 35


22 so ist dos] Li: dir« Rückkehr in sich selbst ist

17 ein andres] Hit. eindres


MECHANIK 999

wirkliches, man kann keinen Raum zeigen ebenso in der Zeit - die Zeit für sich « d -
SCirt auch flieht. - |
der Mensch kann sich einen leeren Raum leere Zeit vorstellen - hat man die Zeit 94,»
leer ohne Erfüllung so hat man lange Weile - das bedürfniß des concreten M en-
s sehen ist nicht erfüllt man hat nur Anschauung der leeren Zeit ist unbefriedigt —es
b t unangenehm, weil das concrete bedürfniß dann nicht befriedigung hat. | Wenn 29ru
man die Form der Ohjectivität und Subjectn-itat anwenden will, so ist der Raum das
Objcctive und die Zeit die SubjecüVität aber die ganz abstracte SubjecnVität - die Zeit
b t Ich gleich Ich; wenn ich das ganz abstract nehme, so bt das das angeschaute bloße
io Werden, Ich das b t das ganz einfache Seyn - und das zu dem ich mich verhalte Ich ist
ebenso das Einfache das unterschieden seyn soll von mir - Ich bin für etwas, aber das
Andre b t auch Ich —b t nur ein Unterschied der nur seyn soll, wenn ich dieses Selbst-
bewußtseyn so abstract vor mir habe in seiner Leerheit, so habe ich die Zeit vor
m ir —nur ist das Ich ein unendlich concretres, als das bloße Seyn —wenn ich nur
is das abstrarte Seyn vor mir habe ein Uebergehn in Werden, das reine in sich seyn, ab
schlechthin außer sich kommend, so habe ich die Zeit vor m ir —In sich seyn b t die
Negation da negire ich das unmittelbare Seyn, und vermittebt dieser Negation gehe
ich in das Einfache —Seyn, als Negation eines unmittelbaren Seyns ist In sich seyn,
und dieses ab schlechthin außersichkommend ist die Zeit; diese Negation b t abo un-
20 mittelbar ein Seyn, und dieses Seyn b t abo unmittelbar negirt und so fort —. daß
diese unterschiedenen Momente abo gesetzt sind, ab sich ausschließrnd das macht den
begriff des Insichseyns zur Anschauung zur Zeit —Es ist noch eine bestimmung in
unserm bewußtseyn: es entsteht und vergeht alles in der Zeit, das b t richtig, aber man
muß sagen: es b t die Zeit selbst dieses Entstehn und Vergehn, die Zeit b t das Werden
25 seiner selbst b t Alles; da b t das Endliche darunter geeint —das ist dann die Erfül­
lung | des Realen aber dieses Reale b t endlich, d h. es ist die Negation an ihm und 95Ä
die Manifestation seiner Negation, das ist eben die Zeitlichkeit; diese Manifestation
seiner Negation b t die nur abstract ideelle Seite an ihm ebenso daß sich seine
Negation nun manifestirt ab Seynd —diß b t nur die abstracte Seite, außerdem b t es
30 noch dis und das, bäum, O rt —etc. —aber diese abstracte Seite des Entstehns und Wer-
gehns b t die Zeit selbst, die Zeit selbst b t das Werden; nicht in ihr entsteht und
vergeht alles, das Reelle des Endlichen ist identisch mit diesem Ideellen so daß nach­
her die Zeit übergeht in die Materie —ebenso ist es mit dem Raum man steht oder

4 Weile] Li: Weile davon hat man Bewußtsein aber mcht von etwas exisnrcndes 8 die Zeit] Li das
35 ganz abstracte bestehen der Zeit 12—14 wenn u h ... mir] Li: bin ich Gegenstand für muh da ist kein
Unterschied, ich habe so die Zeit formirt 20 negirt und ... fort] Li: negirt. <Ls endliche Sein ist die
Zeit, diese Negation ist eben so das Gegenthed seiner selbst

11 unterschieden seyn] Hk: untshiednsyn 29 Negation] Hk: Ngatin sich


1000 NACHSCHRIFT HUECK * 1 8 2 8

ist im Raum da unterscheidet m an diese Erfulung vom R au m , dos C oncreto ist auch
unterschieden von sauer Idealität —von diesem abstrakten bestehn, welches der R aum
ist —ebenso untersehieden von diesem abstrakten Vergehn, was die Zeit ist —rein ide­
ell; sie sind aber auch identisch mit denselben, sie selbst sind räum lich selbst zeitlich —
hieran knüpft sich die bestimmimj von D auer die m an ebenso der Ewigkeit der Zeit s
entgegensetzt —ew ig ist nicht Zeitlich. D auer ist n u r ein e m o m entane Suspension
der Zeit —dos, wos dauert, ist endlich —n u r die Manifestation seiner Endlidikeit fallt
in quantitative brstinimun# ob seine Endlichkeit sich monifcstirt: früher oder später,
Zeit hot beziehung au f die Ldnge der Zeit a u f die quanntadve bestimmiin? der Affir­
mation seines Sryns, Ewigkeit isf zeitlos, m an m uß sie aber n ich t faßen als nach | 10
29vu der Zeit dos wäre n u r die Zukunft —die Ewigkeit b t schlechthin die ewige Gegen­
w art —dos allgemeine Itzt — und eben dos wos an und für sich ist dos Wohr/iofte ist
ew ig - der Geist ist ew ig — wird nicht erst in Z ukunft ewig seyn, sondern ist jetzt
ew ig - |
was ewig b t, b t — und in sofern, ab es unendlich ist, diese Lebendigkeit, dieser 15
Kreis, dos Zuriickgchn in sich —b t —es b t dieser Wechsel, doß also dos Izt unm ittel­
bar in N icht Izt verschwunden b t, und Nic/il Izt unm ittelbar in Itzt verschwunden
ist, indem dos Itzt ein andres Itzt w ird, so ist es im begri/f n ich t ric h n g denn dos
andre b t kein andres, denn dos Itzt kom m t zu sich selbst zurück, die Anschauung ist,
doß dieses Itzt ab Aeußerlichkeit gegen einander bestimm! ist, n ich t ab R ückkehr zu 20
sich selbst, ab ein Andres geworden seyn —gesetzt sei, als andres gegen einander, dos
Ewige ist dieses, dos gesetzt ist, ab in seinem Unterschied von sich zu sich selbst kom­
mend, als übergehend zu sich selbst, sich mit sich zusornmenschließend, sich verbin­
dend mit einem aridem, und indem es sich mit einem andern zusornmenschließt —nur
mit sich sich zusornmenschließt —dos ist der begriff irn Ewigen u n d in der Zeit —der 2S
begriff b t derselbe n u r die Formen, w ie der begriff gesetzt b t sind verschieden, dos
Ewige b t der Zeit unterthan, der G ebt isr frei, ist in den Bestimmungen bei sich
selbst kom m t n u r zu sich selbst, e r b t der Zeit, der Aeußerlichkeit entnom m en, in­
dem er in seinem bestimmen bei sich selbst b t. —
dm 10” Juny N och ist ein Unterschied an dem begriff der Zeit vorhanden, der zu beachten bt: 30
Zeit b t die Anschauung doß dos was b t unm ittelbar nicht ist u n d dos inas nicht ist,
unm ittelbar bc — dieser ganz abstracre Proceß des U ebergehns von Seyn in Nichts
und N ichts in Seyn - dis Uebergehn b t aber d arum ein Gedoppeltes w eil es 2 be-
stimmungen sind *- dieser Unterschied b t d rin , w ir w iß en von diesem Unterschied w ir

7 Endlichkeit] Li: negativen Endlichkeit 11 ewige] Li: allgemeine 20 dioej Itzt] U: d<n 2 ,3te 35
jetzt cetera 21 aiidm] Li: äußerlich 23 zusommernchließend) Li: zusammcmchlicßen
4 i/e,] so Hk; lies: die concreten Dinge 23-24M Zeuhnuug aus Li, naeli zusanunenschließen in den
Text emgefiigi, sieht Zeile i6
MECHANIK 1001

hoben Vorstellung von diesem Unterschied; dos Eine ist doß w ir anfangen vom Seyn
übergehn zum N ichts, dos andre ist daß unr vom Nichts anfangen und zlim Seyn
übergehn; dos eine ist Vergangenheit dos andre Zukunft —vergehn entstehn —ent­
stehn aus dem Nichts. | beim vergehn fangen w ir vom Seyn an, dos, was ist schlagt 97l|k
5 uni in N ichts die Z ukunft ist dos Nichts dos zum Daseyn wird —die Vergangenheit
ist ebenso ein Seyndes dos übergegangen ist in Nichts, die Zukunft ist ein Nichtseyn
dos aber zum Seyn bestimmt ist — dos sind die einfachen Unterschiede die zur Zeit
gehörn, dos C oncretc w orin beide zusammen kommen ist dos Itzt —die Gegenwart
zugleich in Einem , dos Umschlagen des Nichts in Seyn und des Seyn in Nichts, dos ist
10 dos Itzt —dos Itzt kom m t aus der Zukunft her —und dieses Itzt ist ebenso bedingt,
doß anders Seyndes zum Nichts übergegougen ist. - siehe § 259 - N u r dos Itzt ist im § 259
Sinne der Z eit die Gegenwort; was Vergangen ist hot keine Existenz, hot Existenz
n u r in der E rinnrung des Menschen —in der Wirklichkeit ist die Zeit nicht für sich,
es gibt keine leeren R äum e - keine leere Zeit —die Frage ob es eine leere Zeit leeren
15 R aum gibt hot die Metaphysik beschäftigt aber sie sind nichts als die ideale Abstrak­
tion, und sie gehn üb er in die M aterie; die M aterie ist ihre nächste Wo/trheit - der
Geist stellt sich Raum und Zeit für sich vor —leerer Raum und Zeit; so stellt e r sich
auch Zukunft und Vergangenheit vor - diese sind nur in der E rinnrung oder in
der H offnung, Furcht oder Vorstellung, die Gegenwart ist schwanger rmt dem Zu-
20 künftigen das betrifft aber nicht die Zeit als solche, sondern die Erfüllung —dos Itzt
ist R esultat des Vorhergehenden, aber der Zeit nach ist auch n u r dos dos Resultat
ist und dessen R esultat es ist, dos exisärt nicht m ehr, und was aus der Gegenwort
hervorgeht ist auch noch nicht, ist noch nicht existirnd - also sind Zukunft und
Vergangenheit nu r Momente der Zeit nicht selbstständig; die Zeit selbst ist m cht ein
25 selbstständiges Seyn, ebenso wenig als der Raum |
der G eom etrie der Wissenscha/f des Raums steht die Arithmetik die Wißensdiaft 98„
der Z eit gegenüber, das Element der Arithmetik ist das Eins, die Zahlen sind die Anm $ 259
F igurationen, die Zahlen und deren Verhältnisse, n u r bestimm! seyn sollende a und
b, oder bestimmende. —Chronologie ist was andres, ist die Wissenschaft der Zeit, Zeit
30 R echnung in beziehung auf begebenheiten, a u f eine erfüllte conctete Zeit — aber
solche abstroefe Wissenschaft der Zeit wie abstracte Wissenschaft des Raums gibt es
nicht. — der G rund davon - die Unterschiede der Zeit hoben nicht die Gleichgültig­
keit des Außersichseyns n u r den Unterschied des Raums, dos Negative der Zeit erhält
n u r die Fähigkeit des Außersichseyns w o es analysirt | wird - dos Eins ist dos für- 30ru
35 sichscyn des Negativen aber beruhigt, besteht —aber mehrere Eins verbunden damit

20 Itzt] Li: erfüllte jetzt 26 steht] Li: steht nicht 33 Negative der Zeit] Li: Pnncip der Zeit, die
N egatm taet 34 d n Außersichseyns ... analysirt] Li: außer sich verknüpft zu sein wenn es panlelisirt

27m Anm in Hk nnlmlr. 259] Hk 59


1002 NACHSCHRIFT HUECK ' 1828

oder in Verknüpfung gebracht gibt dann die Verhd/fiiisse u s.w — g ibt die Figuren
der Arithmetik - cs gehört ein synthetisches dazu - das andre W eitere ist, daß man
Figuren des Raums und der Zahl auch gebraucht, u n i Gedanken, um Philosophemc
nusz »sprechen und darzustellen; dos kann m an wolil th u n - z.b die Pythagoracr -
dos war eine der ersten Weisen den Gedanken auszudrücken —dos Eins ist G ott - die 5
8uxc Zwei ist die weitere Macht, die vollkommene M acht dann dos Drei da ist es
vollendet — gleidisemges dreick, Kreis etc sind auch gebraucht worden, um ganz
allgemeine Gesetze, Philosopheme auszndrückrn, m an hot künstliche Weisen der Art
erfunden - Ausführung - die sich im ersten Anfänge in der Form der Zalilen gefaßt
hat. der Trieb ist einerseits zu beachten der soldic Form zunächst gewählt hat - A n- 10
V9(ll stotcles gibt | an wie dos gekommen, man hat gesucht, ein erstes Princip ap/T), ein
Allgemeines zir finden, dieses erste cirifar/ic Prinzip hat sich zuerst als etwas sinnlic/ies
ausgesprochen dos Wasser, dos Wasser ist dos All, dos Eine, die absolute Substanz, hier
hat also dos Princip die Form von etwas Sinnlichem gehabt —ein Fortschritt ist dann
gewesen, sich über die Sinnliche Form zu erheben, das W ahre ist das Eine, das Seyn, is
ehe man dos ausgesprochen hat, ist man vom Sinnlichen zu einem solchen überge­
gangen das nicht mehr ein ganz Sinnliches ist, nich t m ehr ein concretes Sinlir/ie*
sondern ein abstraef« Sinnliches und das ist dann die Zahl — der Ranrrr und die Zeit
sind ein sinnliches Unsinnliches sie sind eine Weise der Aeußerlichkeit, aber zugleich
eine abstroefe Weise der Aeußerlichkeit — leere R äu m e, w o rin nicht dos concre- 20
te empirisch vorhanden ist - sondern ein Z »nickgehn des Geistes a u f diesen leeren
Raum; Zahlen sind ebenso etwas, die vielen Eins, die Aeußerlichkeit, vom Verstand
aus entwickelt —dos Außeisichseyende in Form des Gedankens als Eins —also bei­
des sind Verstandes Aeußerlichkeiten die Aeußerlichkeit des Gedankens der Gedanke
selbst in seiner Aeußerlichkeit 25
die Alten haben gesagt - der Raum und die Z ahlen sind M itteldinge zwischen
reinen Gedanken und dem Sinnlichen ein unsinnliches Sinnliches - es ist in der Zahl
die Catcgorie des reinen Gedankens aber zugleich der Gedanke der Aeußerlichkeit
des Aeußerlichen deshalb sagte auch Platon es solle keiner in seine Academie hin­
eintreten der nicht die Geometrie inne habe, denn eben die reine Mathematik 30
ist insofern Vorbereitung als dem Geist gewährt wird, ohne Intresse des Gemüths,
ohne empirische Anschauung in dieser Anschauung ein Intresse zu haben und darin
10V s^ h zu bewegen, | das ist die eine Weise w odurch sich die Zahl dem Gedanken
anschheßt - sie sind die ideellen Weisen des Sinnlichen — a u f der andern Seite aber

4—5 - «Ls war ... Wnsm) Li: nahmen die Zahlen ab die ente Weise 5 Gott] Li: das absolu- 35
te, Gott 12 Prinzip] Li: Pnncip dei Universum 15 die Sinnliche Form] Li: das Endliche
26 Zahlen] U: Zeit 31 Vorbereitung] Li: Vorbereitung zur Philosophie

25 selbst] Hk Kürzelfür sich


MECHANIK 1003

sind sie Aeußerbchkeiten, nicht der Gedanke selbst, die Philosophie ist aber die Wis-
senschaft des Gedanke»«; der Geist muß seines Gedankens sich bewußt scyn, er ge­
braucht W orte, die aber selbst nur Gedanken bedeuten —aber der Kreis »st außer der
bedeutung des Gedanke»« auch noch die Vorstel/mg räumlicher Figurationen —dos
5 W o rt hot nur bedeutung eines Gedankens —die Philosophie soll das bewußtseyn des
Gedanke»« von sich haben nicht das bewußtseyn sinnlicher Figurationen, die nur ein
schlechter Ausdruck für den Gedanken sind. | Eins —die fiovac, das mit sich Identi­ 30vu
sche, dann der Unterschied die Zweiheit und die Dreiheit, Einheit der Unter­
schiede die Einheit als mit sich Eins —da hot man leicht bei dem Ausdruck der Zahlen
10 die bedeutung des Gedankens vor sich, das gibt keine Verwirrung, aber es sind die
Zahlen doch nur die Form der Aeußerlichkeit —aber wenn die Gedanken concre-
ter, reifer in sich werden, so gibts nur Verwirrung —es sind willkührhche zufällige
Verbindungen, daß die Zahlen in diesem Verhältmß stehn, aber in Gedanken ist der
Unterschied ein einfacher Gedanke — überhaupt sind diese Zahlen und die geome-
15 irischen Figurationen unangemessen können ab unvollkommene Symbole dienenf.7
M an m uß nicht denken, daß das Tiefe durch diese Zahlen Linien etc ausgedrukt
werden könne, wie in mehrem Geheimen O rden, der Gedanke denkt sich, braucht
nichts andres, sich gegenständlich zu machen, sondern macht ab Gedanke selbst sich
gegenständlich
20 so hat auch die Psychologie die Factoren, Exponenten aufgenommen —das Logi­
sche ist der Gedanke und der Gedanke ist das Logische — | dos Logische m uß seinen 101*
eigenthümlic/ien Ausdrwk haben Potenzen etc sind nur Formen des Gedankens der
Gedanke m uß solche untergeordnete Weise des Ausdruks nicht gebrauchen, nicht
dadurch sich eine hilfe geben wollen muß nicht nöthig haben sich durch solche
25 Hilfemittel zu fassen
d a s N ä c h s te is t n u n d ie S y n th e s e d ie s e r b e id e n — d e r O r t — d ie Zeit und Raum ver­
bunden im Ort.
i d e e l le F o rm i h r e r E in h e it u n d d ie re e lle is t b e w e g u n g u n d M a ­
t e r i e , dieser Uebergang ist das dritte; Raum ist Außereinander durchaus unter­
schieden ab ruhiges bestehn ruhige Continuität, ruhige Gleichheit, so ist der Raum
30 schlechthin Widersprwc/i mit sich selber diese unendlic/ie Vielheit ab eine Gleichheit
in sich selbst, er ist nur an sich der Widerspruc/i, in ihm ist dieser Widerspruch »rieht
gesetzt —dieser absolute Unterschied in einer einfachen Identität mit sich d ia c r voll­
kommene Widersprach, dieses Negative des Raun« mit sich ist gesetzt in der Zeit -
dieser Unterschied diese Unverträglichkeit der unterschiedenen Momente, seyn, und

35 11 Form d<T Aeußerlichkeit] Li: äußerliche Form, diese zweierlei Deutung liegt nicht in den
Worten 15 unangemessen] Ls: unzweckmäßig 27 r e e lle ] Li: concretcre form

21 der Gedanke ... Logische] Hk: ds Logishc ist dr Gd 26 dos] davor in Hk eine unsichere
Absalzkennzeichnung 26M Zeit und ... Ort in Hk unterstr.
1004 N A C H S C H R I F T I IU E C K • 1 8 2 8

n rg irt seyn ist diese U n ru h e , dieselbe brstim m un? in d er u n teruhiedenen Form ge­
setzt —m an k ö n n te sogen. cs ist unser brw ußtseyn d a ß dieser W iderspruc/i im Raum
ist —aber was w ir ab w ah r begreifen d e m feh lt n ich t, d o ß es a u c h ist. w ir sollen den
R a u m begreifen, doß e r dieser W iderspruch in sich ist - hoben w ir rid itig begriffen,
so ist dos a u c h so —— dieser W iderspruch ist die Z e it — d e r R a u m ist so unm ittelbor 5
dis U eberg ch n in die Z eit — dos ist seine W ahrheit, dieses V iele außrrcinonder stellt
sich u n m itte lb a r als diese ru h ig e Gleichheit m it sich selbst d a r selbst in der Weise
102,k der U nm ittclb aik eit —die W ahrheit ist | doß es vollkomm en sich widersprechend ist.
der R aum ist u n m itte lb o r in d ie Z e it ü b ergegongen d er R a u m ist nicht der Raum
sondern d er R au m ist die Z eit — aber u m g e k e h rt ist die Z e it; dieses hot ebenso 10
w enig W ahrheit als der R au m — ist d ie ß in R a u m ü b e rz u g e h n , sie ist die absolure
U n ru h e , absoluter P ro ceß. dos was ist ist n ic h t, in d em es ist, u n d dos was nicht ist
ist u n m ittelb ar, indem es n ic h t ist, dos absolute U m schlagen d er entgegengesetzten
3 ir,, bestimmungen in e in a n d e r betrachten w ir dieses, so haben w ir n ic h t | Seyn — son­
dern u n m itte lb a r b ed in g tes N ic h t Seyn, w ir h aben ab er a u c h nicht N ic h t seyn, is
denn Nichtseyu ist u n m itte lb a r Seyn, w ir haben also kein s von beiden, jedes dieser
M om ente ist sich aufhebend — u n m itte lb a r verschw indend, in d e m sie so sind, als
u n m ittelb a r verschw indend, so verschw indet a u c h das V ersch w in d en — so ist auch
kein V erschw inden, w en n nichts da ist w as V erschw indet — diese M om ente sind
das Verschwinden — dos Verschwinden ist sein G e g e n th e il — d ie Gleichgültigkeit 20
des bestehns, dos P roceßlose Seyn, u n d das ist d er R a u m , die M o m en te der Zeit
fallen u n m ittelb ar zusammen in d er Indifferenz — eins ist u n m itte lb o r irr sein andres
übergegan g en , w as dieser P ro ccß setzt, herv o rb rin g t ist vielm ehr d iß Ununterschie-
denseyn. diese Indifferenz — e in unterschiednes A u ß e re in a n d e r das ist der Raum,
der R au m geht u n m itte lb a r in die Z eit ü b e r u n d u m g ek eh rt — d er Proccß der Zeit 25
hot keinen H a lt in sich, nichts stü tzt sie, sie fallt u n m itte lb a r in sich zusammen, das
U nterschiedne ist n o c h nicht Unterschied — w as also gesetzt ist, ist die Identität mit
103,* sich selbst | das ist der R au m —das ist das U eb e rg e h n von Z e it in R au m u n d Raum
in Z eit —. d aß d e r R aum die Z eit sei u n d die Z eit d er R a u m , das ist n ic h t sich vor­
zustellen, hegt n ic h t in der Vorstellung —b e w eg ter W echsel — räum liches bestimmen; 30
da haben w ir das A ußerem ander, da unterscheiden w ir, h a lte n w ir so außereinauder,
als zufälliges V erhaltniß, die Vorste/fun^ ist, d aß jedes für sic h ist, u n d gilt; dos ist dos
begreifen — der begriff zeig t aber, doß, w e n n m a n m e in t, m a n höbe in d er Vorstel­
lu n g fest von einander unterschieden

10 Z ra J Lj Z eit in Kaum überzugehen 14 Seyn] Li: Seyn, kein affirmatives 35

3 dem) Hk- ds 14 nicht] Hit. ichts 2 6 stü tzt anstelle eines unleserlichen Wortes in H k 34 unter­
schieden] in Hk folgt am Rande ein Doppelpunkt mit langem, starkem Ccdankenstrüh, stehe Eduonscher Beruht
MECHANIK 1005

Z flt ist Zeit und nicht Roum und Kanin ist Raum und nicht Zeit — so nimmt
m an dir Momente, dm ist der Kanin und das ist die Zeit indem w ir sie bemühten,
was da die Vorstelung bewußtlos verbindet und meint, dos könne sich mit einander
vertragen —doß der unverträgliche Widcrspruc/i ist, sich Aufhebendes —Negimdes,
s affirmativ Negirndes, d. h. sich zum Gegentheil dessen machen was seyn soll — Es
ist racht, doß man in die Philosophie mehr hineinbringt, als in der Vorstellung hegt,
aber diese sind erklärt, dos Nächste ist irrt begriff, doß sie an sich dos Uebrrgehn in
ein ander sind, näher bestimmt sich dos, was w ir O rt heißen
A n sich dem begriff nach geht der Kaum in die Zeit und die Zeit in den Roiim den 12”"Juny
io über, eins verschwunden in dem andern, die Zeit als Vergangenheit als Negirt als
ruhig als bestehnd geworden ist der Kaum und umgekehrt der Kaum als Gr duze als
Negativität Punktualitat gesetzt ist die Zeit aber dis Uebrrgehn ist au f diese Wei­
se n u r oberflächlich, nur abstroef gefaßt, doß dos Eine dos Verschwunderneyn des
Andern ist, es ist nur dos Auseinander fallen beider gesetzt —oder dos Uebergehn
IS abstrod als solches festgrhalten so ist dieser Proceß | doß Roum zu Zeit und Zeit zu 104 «
Raum wird —in diesem Proceß ist kems von beiden vorhanden und damit auch ihr
Unterschied nicht —dos Uebergehn enthält die Einheit beider, im Uebergehn sind
beide, enthält die Einheit beide und sie auch in ihrem Unterschied. — also ist 1m
Uebergehn die Einheit beider, es sind beide im Uebergehn und zugleich dos U n-
20 terschiedenseyn beider aber dann selbst nicht ihre Trennung von einander, das Eine
bestimm! durch dos Andre, und dos Andre bestimm/ durch dos Erste, eine Einheit
Vereinigung beider —aber weil ein Unterschied vorhonden ist dos eine mol dos Eine
bestimm/ durch dos Andre und dos andre mal dos Andre bestimm/ durch dos Eine
§ 260. —So hoben w ir den O rt —der O rt ist ein Punkt - ist ein bestimmter Raum. $ 2 6 0
25 Roum als bestimm/ als au&schließender d h. der Roum in der bestimmung der Zeit — Ort.
diese Negativität — ausschließendc Vereinzelung dos ist der O rt — zugleich ist der
O rt m ehr bloß der Punkt, sondern hot von dem Punkt nur dos Negative, dos Aus-
schließende —der O rt ist so ein nebulöses von Roum,* man stellt ihn sich als Punkt
vor, aber als räumliches — der O rt kann in sich breiter oder enger seyn; er ist dis
30 Negative, welches zunächst der Punkt oder die Vereinzelung der Zeit ist, dos ist dis
R äum liche gesetzt unter der bestimmung der Zeit; unter der bestimmiing dieses Aus-
schließens ist der concrete Punkt Punkt der die Negation ist, aber concret, in sich
räumlich ist, der zugleich abschließend dos ganze Seyende —dos ist zunächst der O r t
dos Räumliche gesetzt bestimm/ durch die Zeit durch dos Princip der Zeit gesetzt
35 nach dem Princip der Zeit aber damit ist die Zeit so zu sogen paralysirt sie ist so zu
sagen nicht zu ihrem Rechte gekommen, die Zeit diese/ Moment der Negation ist so

35 paralysirt) U: paraluirt am Raume 36 Negation] Li; negamicact

25 m Ort in Hk unienir.
1006 NACHSCHRIFT HUECK * 1828

a m R a u m gesetzt — e in P u n k tu e lle s — d a s is t n u r d a s e in fac/ie abstrac/e P rin c ip der


105,* 3lvu Z e it, n ic h t d ir Z eit | n a c h d e m w a s sie ist, n a c h d iesem P ro ceß. — | b etrach ten w ir
a b e r d m O r t selb st, als so le h e n . so ist e r also bestimmt, b esch rä n k te s des R au m s A us-
sd ih e ß e n d e s — w e n n w ir d e n O r t s o f« r sic h b e tra c h te n s o ist e r d ie se r O rt o d e r e r hat
dieses bestim m tseyn n ic h t a n ih m se lb e r e r ist so e in g leich g ü ltig es w ie dos abstracie s
»H ier« — d e r O r r h a t k e in e bestim rfifhrrt a n ih m se lb st — e r ist in seiner bestim m u n g
g an z w a s d as a n d re ist, e r h a t a n ih m se lb st k e in e bestim m rheit — e r h o t seine be-
stim inrheit n u r a n A n d e r n , ist schlechthin w as R e la tiv e s — w e n n e r n ic h t d u rc h seinen
s o n s tig e n In h a lt bestim m ! ist, also in R ü c k sic h t a u f A n d e re s , d ie E rd e b e w e g t sich, die
verschiedenen P u n k te a u f d e r E rd e b le ib e n g e g e n e in a n d e r a n d em se lb e n O r te , sie ru - 10
h e n d e r b e w e g u n g d e r E rd e u n g e a c h te t — r u h n w e il sie g e g e n e in a n d e r dieselbe R ich­
t u n g b e h a lte n , d ie b e w e g u n g d e r E rd e is t e in e V e rä n d ru n g des O r ts , ist n u r eine
V e rä n d ru n g ih re r R e la n o n z u a n d e rn — d e r O rt ist dos A u sschließende des Raum s,
zugleich h a t e r diese b e su m n irh n t n ic h t a n ih m selb st, sondern n u r in b e z ie h u n g a u f
an d re s — in d e r R e la n o n zu a n d e re n , is t d u rc h a u s e in R e la tiv e s — b le ib t n u r in bezie- is
h u n g a u f e in a n d res a n seinem O rt. so sa g t m a n : e r r u h t , w e il e r g e g e n d en A ndern in
seiner bestim m rheit b le ib t, d e r O r r ist also n u r a u ß e r sic h bestim m /. — n a h e r betrachtet -
d e r O r l is t e in b e s t i m m t e s h a t a b e r s e i n b e s t i m m t e s n i c h t a n ih m
s e lb s t so n d e rn a u ß e r s ic h , so ist e r d as w a s e r ist n u r a u ß e r sich —
s o is t d a m it n ic h ts andres gesagt — d a ß d e r O rt d is ist, n i c h t dieser O r t ist, n ic h t dis 20
b e stim m te , d e n n seine bestim m rheit h a t e r a u ß e r s ic h , e r is t d a s w as e r ist in einem
a n d e rn O r t — se in d ie se s h o t e r a n e in e r a n d e rn rä u m lic h e n bestim m rheit — e r ist dos
w as e r is t als a n d re bestim m rheit — e r ist n ic h t dos w a s e r ist, sondern a n andres ist dos
106 ,* w a s e r is t | d . h . d e r O r r in d e m e r d ie se r O r t ist, is t n ic h t dieser O r r sondern ein an­
d re r — dos ist d ie V e rä n d ru n g des O r ts — d e r O r t is t dieses, a b e r dieses n ic h t a n ihm 25
selb st sondern a n e in e m a n d e rn — d os is t d ie d ia le c tik des O r t s w ie d ie D ia le c tik des
P u n k ts — d e r O r t k a n n n u r g esetzt w e rd e n als sic h v e rä n d e rn d — e r is t dieses n u r a b ­
schließ en d g e g e n alles A n d re — e r ist e in A n d re s a b e r n u r in rä u m lic h e r b ezie h u n g —
d e r O r t u n m itte lb a r g e se tz t ist e in V e rä n d e rn seiner selb st, in d e m w i r se h e n was er
ist, s o h a b e n w i r d as R ä u m lic h e — d ie Z e it p a ra ly sirt — d ie Z eitbestim m ung am R a u m . 30
d e r O r t is t in d ieser bestimmten.? dos sic h v e rä n d e rn d e — d a ß d as R ä u m lic h e sich zur
Z e it m a c h t, s o is t d as A n d re e n ts ta n d e n —d a s R ä u m lic h e als Z e it g esetzt m it d e r gan­
zen e n tw ic k e lte n bestim m ung d e r Z e it — dieser Proce/3 is t also d ie h e rg e ste llte Z e it so
d a ß d as R ä u m lic h e j e t z t a n ih r ist — n ich t d a ß es ü b e r g e h t — sondern d as itz t als O rt
als R a u m , d is R ä u m lic h e in diesem P roc?/J isr V e r ä n d e r u n g — d a is t dos R äum liche in 35
§ 261 d e r M a c h t d e r Z eit g esetzt d as is t d ie V e rä n d ru n g d ie w ir b e w e g u n g h e iß e n § 260.

32ru 36 dir wir ... heißen] Li: fußen wir ab | B e w e g u n g


37 B e w e g u n g in Li alt große,freigestellte Überschrift
MECHANIK 1007

»ebenso ist die Einheit des O rts nothw cndig auch der W iderspruch« - »der O r t ist
die räum liche E inzelheit« — räumliche som it zunächst bestehnde ruhige —aber e r
k om m t von der Zeit h e r — die Zeit aber ist der Pmceß —sie ist also num lic/i —itzt
auch das Princip der Zeit so daß der O rt u zt unm ittelbar gleichgültig gegen sich als
S dieser O rt ist ist anderer O rt dis Vergehen und sich w ieder Erzeugen des Raums in
Z eit und der Zeit in R aum — die Zeit macht sich räumlich so ist sie O rt aber der
R aum m ach t sich ebenso zeitlich —ab O rt aber diese gleichgüloge Räumlichkeit ist
ebenso unm ittelbar zeitlich gesetzt —das ist die bewegung —das ist die concrete und
entw ickelte E inheit zwischen Zeit und Raum ; cs ist der Widerspruch die U n ru h e
io darin die sich aufheben w ill/./ | M an sagt die bewegung ist eine beziehung des 107,*
Raum s und der Zeit a u f einander; dis ist richtig —daß diese beiden zusammen kom ­ bewegung jls bezic-
hung d a lU u m n
m en, aber m an m u ß n ich t dabei stehn bleiben, daß es blaß beziehung ist, sondern die
und der Zeit auf
N atu r näher betrachten, in der beziehung ist n ich t n u r Räumlichkeit sondern auch einander
Zeitlichkeit —dos ist speculativ —in der M athem atik sagt n u n es ist ein quanataaves
15 Verhältniß zw ischen R aum und Z eit — die begrtffsbestimmung ist aber die A rt dieser
beziehung, daß m an dos betrachtet, w ie das in dieser beziehung Einheit ist —und in
dieser Einheit haben w ir es ab diesen W iderspruc/i zugleich, ab diesen Procef? —da ist
ein O rt aber es ist widersprechend daß die Z en dieses Princip der N eganon etwas
R u h n d s sey und deshalb ist dieser O rt n icht dieser O n sondern ein andrer und so
20 fort — der W iderspruch, sagt m an, ist n icht in der W elt — bewegung aber ist dieser
W idersprach. R aum ist n icht Zeit und Zeit ist n icht Raum; in der bewegung ist Raum
und Z eit — itzt und itzt — das ist im O rt — das ist ein schwerer begriff — aber nicht
schwer, w enn m an sich n u r hinein vertieft, sie zusammen hält —der O rt ist die unm it­
telbare W e b e w ie dos Rdum -liche ab Zeitlich gesetzt w ird —da ist dos Zeitliche noch
25 nicht in seinem R ech te sondern n u r die abstracte bestimmung N eganon, dos
A usschließende, noch nicht die concrete Bestimmung, das ist die bew egung---- . die
E inheit m u ß in ihrer concreten batimmung aufgefaßt werden sonst sagt sie mchts,
sagt n u r etw as bizarres —w enn m an dos so von der Oberfläche nim m t —in der be­
w egung ist der Widerspruc/i vorhanden - es ist ab o richtig daß der Widerspruc/i der
30 E inheit existiit, denn was m an richtig denkt, dos e x b d rt alles, m an m uß n u r wissen
dos zu finden was vorhanden ist —die Einheit ist ab dieser Proceß, die abstracte W ei­
se — Z eit b t, aber concret die bew egung — so ist dis Werden diese bewegung —das
andre ist n u n , daß h ie r w ieder dasselbe gilt von diesem Pmceß | was von der Z ril 108 ,*

gegolten hat, daß in diesem Pmceß in diesem W iderspruch, die untcrschiednen M o -


35 m ente verschwindende sind, ab nicht unterschieden gesetzt und der Pmceß fugt zu­
sammen zu einer Einheit, w o rin keins von beiden m ehr unterschieden b t — der

2 Einzelheit.«] Li: Emzelnheit. Räumliches itzt. 17 diesen Pioce/J] Li: dincr Prozeß als diese Unruhe

25 seinem] Hk: ilir 2 6 Ausschheßcnde,] Hk Aus&hhßdc sdr 28 bizarres Hk: Lesung unsicher
1(X)8 NACHSCHRIFT HUECK * 1828

fto c tß hot d i « Seite - cs erwecken sich beide, aber ebenso negirn sie sich beide -
beides ist beisammen durch den Proceß des Ncgirru der unterschiedene« bestimmim-
X’en und das Zusammenfällen in eme ruhige unterschiedslose Einheit; das ist dann
das Subject des Procewa welches sie beide hält, welches ihren Halt ausmacht die Fe­
ste Einheit ihrer selbst. - das Zusammenfällen des Raums und der Zeit ist wenn man s
es sagen d a rf- (denn es geht gegen den Mann) dos ist die M a t e r i e - das selbst
ebenso sehr unmittelbar daseynde identische, dis ist die Materie, die eine Schwierig­
keit fär die Vorstellung hot, daß Raum und Zeit diese unfaßbaren selbst unsichtbarm,
abstracten-ideellen selbst seyen Hervorbringen dieses, was ab dos aller bestimmteste
vor uns ist - in der bestimmten Realität der Materie - dos Reelle ist dos, was man mit 10
Händen greifen kann, und dem Ideeilm schreibt man nicht | diese Realität zu wie
dem Materiellen, daß nun dis Reelle das Resultat von diesen Rcalitätslosen sey, dos
macht nun dm schweren Punkt für die Vorstellung aus; was schiuer fiir die Vorstellung
ist geht den Fortgange des begras nichts an - andern Thrils soll es aber auch nicht
voigcstellt (d. h. aus einander gehalten) weiden, sondern, soll begriffen werden is
darüber zweierlei zu bemerken: zuerst die Nothwendigkeit dieses Fortganges in
sich selbst, im begriffdieser Nothxvendigkeit ist dargestellt, daß Raum und Zeit dieser
Proccß in seiner bewegung heißen soll und O rt - daß ferner dieser Proce/J in sich zu­
sammensinkt - dis Zusammensinkcn, wie im chemischen | Proceß geht über in ein
todtes Product - so geht ako die bewegung dieser Proce/J in dieses ruhige Resultat 10
aus - die ruhige Einheit dieser bestimmiinge« das ist die Noi/iwend(gfeeif durch dm
begriff das ist das Eine, Philosophisch Logisdie - Speculation, das m uß fiir sich so
seyn - daß es so sey, so ist’s so - das zweite ist, daß dieses Resultat was die identische
Einheit von beiden von Raum und Zeit k t - das sey, was w ir in der Welt Materie
nennen, diß muß auf andre Weise gewiesen werden, daß in unsrer Vorstellung von 25
Materie dieselben bestimmun^en vorhanden sind, die w ir so dos Resultat genannt
haben - (so wie die Griechen von dm Gestirnen sagten, daß es 2 Nahmen d a Ge­
stirne gebe, einen fiir die Götter und einen fiir die sterblichen Menschen,) so haben
wir auch 2 bestimmungen eine, dos wesenhaft, nothwendig ist, das andre in unsrer
Vdmctlkm, daß wir nun vergleichen die bestimmungen die w ir erhalten haben mit 30
dem, was wir Materie nennen - Was verstehen w ir nun unter Materie? die bestim-
mung die man von Materie aussagt muß dm bestimmungen entsprechen au f die wir
durch dm begriff gekommen sind.

4 dm Subjcrf] Li: der Stoff 6 M aterie] Li.* Materie / D ie M a te rie 10-11 dm Reelle
kann] Li. Wir stellen um was Sinnliches, unter Reellen vor 25 Vbfftrffaqg] Li: Begriff* 29 dm )5
wesenhilft... im] Li. dm ewige denken

2 beisammen Hk Lesung uwieher; davor z oder g 23 daß] Hk: ds 34 D ie M a terie in Li alsgn/ße,


freigcstetbe Überschrift 35 uns] Li: ud
MECHANIK 1009

D er Uebergang des begnß an ach nicht in der Vorstellung nicht in der Daistel- den l3“ Juny
lung Bewegung und Materie dis zu bemerken - materie//e bewegung erwirkt sich
zugleich - bewegung; die relative Totalität dieser beiden Raum und Zeit mit der U n-
tersrhiedenhrit dieser beiden imt dem Proce/I dieses sich Setzens das ist die bewe-
5 gung - mit dem Zusammensinken ist Einheit und diese ist die Materie. Materie und
bewegung ist so dieselbe nur der begriff der Materie, die ruhige Einheit, dieselbe
Einheit, in die der Proce/J als Werden als Unterscheiden gesetzt ist, ist bewegung, der
begriff ist derselbe nur die Ferm verschiedene Weise der Einheit des Proceaes ist —
b e m e r k u n g . der Uebergang von der Idealität zur Realität von der Abstraction
io zum concreten Daseyn hier von Raum und Zeit zu der Realität welche als Matene
erscheint ist fiir den Verstund unbegreiflich und macht sich fiir ihn immer äußerlich
und als ein Gegebenes; in der geläufigen Vorstellung schwebt zunächst uns dieser
Uebergang so vor, daß Kaum und Zeit als leer zuerst vorher von Außen mit der
Materie erfüllt werden. - man nimmt an, daß die Erfüllung sonst | woher komme, H 0 ia>
15 nicht mit den abstruclen Kaum und Zeit Zusammenhänge, es ist unrichtig, der leere
Raum und die leere Zeit sind als behälter dann angenommen in welche die Ma­
terie Erfüllung gesetzt wird - und so nimmt man die materiellen Dinge einerseits
als gleichgültig gegen Raum und Zeit an und andrerseits als wesentlich räumlich
und zeitlich, so wie Raum und Zeit als leer gleichgülng gegen ihre Erfüllung fiir
20 sich betrachtet werden oder man nimmt an daß Materie dos einfache sey, und die
Verhältnisse des n e b e n e i n a n d e r scyns Raum und Zeii ausmachen - bedingt
vermittelst der Negation so seyen Raum und Zeii nur eine Folge und bestimmuii£5
weisen der Materie dos ist richng aber als unwahre Existenz nicht das Wahrhafte; be­
wegung und Materie ist die Wahrheit der Zeii und des Raums - Raum und Zeit sind
25 als das Erste gesetzt - aber nicht dos Wahrhafte; Materie ist dos Wahrhafte; Leibnitz
bezeichnetc den Raum so, daß er sei die Ordnung der Gegenstände - aber er ist nicht
blaß die Ordnung, sondern das Außer- und Nebcn-Einander —das ruhige Außer­
einander das gleichgültige bestehn nebeneinander —
dos ist die biotitwendigkeil welche die eine Totalität cansutuire —die Materie ist
30 dieses —dos Materielle ist diese Einheit die bestimmt worden ist als Einheit des Raums
und der Zeit als ruhige beziehung auf sich so daß beides in ihr unterschieden zu-
sammengefallen ist in eins, und dis ist die Materie; wenn die bestiinrnun^ daß Raum
und Zeit nicht für sich bestehn sondern ihre wahrhafte Existenz ist, in einer Einheit

26-27 nicht bloß ... sondern] U. dos Ordnungslose

35 2 erwirkt Hk: Lesung unsicher 9-14 von der ... werden, in Hk stark überarbeitet, teils am Rande, teils
zwischen den Zeilen 17—20 un<t so ... nimmt in Hk stark überarbeitet, leib am Rande, leib zuvclien den
Zeilen 21 n e b en einender seyns) in Hk aber der Zeile: der Materie
1010 NACHSCHRIFT HUECK • 182 8

33ru zusammen zu fallm, so ist das ihr* nolhwendige bestimmung; | nun ist zw zeigm daß
d<Js was wir M a t« * heißen dieser encsprcchc/7 Was verstehn w ir nun unter Mate­
rie—wie ist des beschaffen; sind die bestwnniwnijen dieselben die in dem begriff und die
in der Vorstellung sind - zuerst ist die Materie zusammengesetzt nichts Einfaches, we­
nigst«» unmittelbar, wie sie frrr uns, wollen w ir dann w eiter gehn, daß die Materie 5
die Atome sind, so wäre das Metaphysik; dieses metaphysische Princip werden wir
sogleich in unsrer bestimmung der Materie finden nur nicht in der Einseitigkeit daß
das Atom die wahrhafte Weise sei - das Zusaniniengesetztseyn heißt nichts als Au­
ßereinander, zusammengesetzt ist überhaupt eine schlechte K ategorie es h « ß t diese
lll^ Mamchfaltigkn't, es liegt darin, daß die Atome das erste | seien und das zusammen- 10
gebracht zusamm«igesetzt ist ——au f alle Falle ist es diese Vielheit überhaupt —ein
in sich Vieles, das zusammenhängt das unterbrochen werden kann allenthalben, aber
jedes Stück Materielles ist wieder ein zusammengesetztes Vieles in sich, in welchem
ich wieder eine Theilung vornehmen kann —z.b empirische beispiele das Schlagen
des Gelds, der Geruch des Moschus — was die große Theilbarkeit zeigte; welches 15
Stück w ir auch nehmen, so ist das noch ein in sich Mannidifaltiges, und kann so
auch gesetzt werden d h getheilt werden —das ist nun eine räumliche bestitnmung
des Raums —das 2tt was w ir von der Materie sagen: die Materie ist ew ig — und un­
veränderlich, wenn w ir sie in dieser Abstracdon, Gleichheit nehmen, so ist aller­
dings keine Verändrung aber die bestitnmung ist abstrarf, einseitig - aber außerdem 20
daß sie zusammengesetzt sey hat sie die bestimmurig, daß sie undurchdringlich ist und
Widerstand leistet, ein fühlbares und sichtbares ist, d. h. das M aterielle ist für ein
andres —sie ist undurchdringlich in sofern sie Verhältniß zw einem Andern hat - daß
sie Verbältmß zw einem Andern hat, das liegt unmittelbar in ihrem Außereinander —
in diesem Verhältniß ist sie undurchdringlich, d. h. daß jedes materielle Theil ob ich 25
es bin körperlich bin, so bin ich von einem andern undurchdringlich, leiste einem
andern Widerstand, jedes behauptet seinen O rt —hat ein bestehen —diese Undurch­
dringlichkeit ist die Gedanken bestimmung daß das Materielle überhaupt für sich ist,
nicht nur daß es ist, sondern daß es für sich ist; in sofern das Materielle bloß besteht
so ist das der O rt - Räumlichkeit überhaupt durch Z«c bestimmt zunächst - Raum 30
als ausschließend gegen ein andres gesetzt —so ist das der O rt —aber da in der Ein­
il 2^ heit von Zeit und Raum haben wir | nicht bloß bestehn sondern bestimmwrg auch
der Zeit (nicht bloß Räumlichkrit) und das Princip der Zeit ist die Negativität, die
abstraefe Negativität ist das Princip der Zeit der U nruhe —aber die Negativität beru­
higt ist das Für sich seyn - Sage ich: ich bin, so ist das mein Seyn überhaupt —sage 35

33vu 12 aflenthalbm] Li: allenthalben, aber nirgends ein Leeres entsteht 34 dir] Li: der Prozeß | die

8 die] Hk: ds 16 so Bt] Hk: so ist


MECHANIK 1011

ich aber es ist für sich, so ist das energischer - ich bin für mich drückt eine Relation
gegen alles Andre aus, und daß ich diß Andre von m ir entfernte, die Negation ei­
nes Seyns, einer beziehung au f Andres —ich bin für mich, ich beziehe mich au f imdi
selbst, aber so daß ich meine Relation zu Andern (eine Negation) negire daß ich
5 diese Gränze m einer negire - das ist das fiir mich seyn, das ist das Vollendete - daß
ich das von m ir abtreibe negire und die Zeit ist diß fürsichseyn, nicht mehr irn Pro-
ceß sondern als beruhigt, als einfaches bestehen -
das M aterielle ist das Außersichseyn, bestehn aber ferner das Für sich seyn, nicht
das gleichgültige Außereinarider seyn, sondern daß dis Viele das zunächst nur M ög-
io lichkeit ist, als Für sich seyn bestimmt ist, d h. es leistet Widerstand ist undurchdring­
lich —das sind sinnliche Ausdrücke, diß Andre leistet Widerstand, erhält sich treibt
diese Relation, in welcher ich es an einem andern setze von sich ab - U ndurch­
dringlichkeit heißt nichts als für sich seyn, wird es durchdrungen, so hört es auf, es
selbst zu seyn, sondern ist ein andres, ein Andres ist an seiner Stelle diese Negation
15 seines Andersseyns, das ist es für sich —
So also haben w ir irr der Vorstellung von der Materie gar nichts andres als das was
nur in unserm begriffe liegt —Materie fühlen sehn etc das bringt andre bestimmungw»
hinein, w ir aber haben die | Materie nur als solche, dieser Materie kommen keine 113»
andern bestimrnnngen zu, als Zusammensetzung und Für sich seyn; Zusammensetzung
20 ist eigendich die Entgegensetzung von Für sich seyn —sondern vereinigt---- es hegt
noch eine weicre bestimmung in der Materie nämlich die Schwere -
die Einheit der Materie entwickelt ist das Für sich seyn —die Schwere wird aus
der Entwicklung des begriffs der Materie hervorgehen —zunächst gehört das dem
abstracten begriff — das ist der beweiß, daß der Begriff das Prädicat ist, das ist, was
25 w ir in unsrer Vorstellung Materie heißen - Im Verfolg der bemerkung ist der U e-
bergang der Idealität in die Realität angeführt —daß dieser Uebergang auch in der
Erscheinung vorkommt nicht als Uebergang in der That, aber so doch, daß man in
der Erscheinung und im Daseyn, in der Wirklichkeit reelles und ideelles mit einander
verwechseln kann, das eine die Stelle des andern vertreten kann - Wenn man es in
30 der Vorstellung — abstract schlechthin verschieden glaubt —so muß das auch in der
Erfahrung Vorkommen —das Uebergehn selbst ist die dialectische bewegung die nur
an sich, nur im beziehnden Gerste vorhanden ist, daß das eine, das ideelle, so gut
als das andre ist, kom m t auch in der Erscheinung vor —es ist die Gedankenlosigkeit

1 energischer] Li: intensiver ab es ist 3 beziehung] Li: Beziehung eines dinges 6 diß] Li: un
35 Moment des 7 ab einfache* bestehen) Li: in einfacher Einheit 13-15 wird es ... sich - ] Li: die
Materie relcgirt, die Relation zu einem andern, es stoßt ab die Beziehung auf d<s andere und ist für
sich. 1 8-19 dieser Materie ... Zusammensetzung] Li: die weitere physikalische Bestimmtheit geht die
Materie an sich nichts an. Nur Zusammensetzung 26 angeführt] Li: der BegnfT

37 d iej U : der
1012 NACHSCHRIFT HUCCK ' 18 2 8

drr Vorstellung und des Verständet w enn n u n aus d e m Vertauschen b e id er nicht die
Identität beider hervorgeht -
z.b ein Hebel - w enn e r iwi Gleichgewicht sryn soll, so müssen die baikni gleich
läng und das Gewicht Gleich groß scyn, so ist G lnchgcw icht Vorhänden — macht
man nun einen balkrn kürzer und hängt ein g rö ß tes G ewicht daran so ist auch s
glnchgewirht - oder ich vcrm inder dos Gewicht und vergroßre den balk rn /./ | D m
balken kann man weglossen, a u f die Entfernung k o m t es an, | E ntfernung ist nun
ein ideelles die Masse reelles - das Gesetz ist, das Product der M om ente m uß glnrh-
groß seyn, d.h, wenn die Entfernung mit dem G ew icht m u ln p licirt w ird - hier ver­
tritt also die ganz ideelle bestimmung, die Länge (dos ist ein Kraftloses) das Gewicht, 10
ein Pfund lass ich als Reelles gelten — die Länge w irkt ganz als ein Pfund; hier ist
ideelles und reelles verbunden ganz vertauscht - d. h . dos P ro d u ct der mechanischen
Momente muß gleich seyn —dos ist ganz einfar/i w o unwidersprechlirh das geschieht,
daß das ganz ideelle die Stelle vorn M ateriellen vertritt —ein fernres Beispiel ist Ge­
schwindigkeit und Masse - in der bew egung hoben w ir nichts als Z e it und Raum - is
Geschwindigkeit ist das Vcrha/nii/tf beider dieses Q u a n tu m von R aum und von Zeit
habm w ir auf der einen Seite, a u f der andern Seite Masse — d ie G rö ß e der Wirk­
samkeit hängt entweder von der G röße des Gewichts ab oder von der G röße der
Geschwindigkeit - , so ist dasselbe reelle Verhältniß vorhanden — Beispiel von einer
bleikugel und von dem Ziegelstein, dieser nicht, son d ern Z e it u n d R a u m sind s die 20
den Menschen todtschlagcn —hier h at sich n ich t das m aterielle sondern dos ideelle
der Größe verändert. - dergleichen findet sich, aber m an m acht diese Reflexion

3 a n Hebel] Li: (Ls eiste Gesetz des Hebeis die Lime A.B macht kaum Einfluß auf das Gleichgewicht,
wenn ne auch physisch ist 7 Entfernung) Lt: Entfernung von hypomochhum nun] Li: räumliche
Bestimmtheit, 17 Massel Li Masse, wird das Gewicht vergrößert und die Geschwindigkeit kleiner so 25
ist dieselbe Kraft, ab wenn ich die GeschwiWijfceir großer mache und die Masse verkleinere 19-20 von
einer bleikugel) Li: wenn die Bleikugel abgeschossen wird, 20-21 Z eit und ... todtschlagcn] Li. die
Kraft die den Menschen erlegt ist nurVerhaluuß von Raum tmd Zeit 21 das materielle) Li. die Masse
d a jvellc 21-22 das ideelle Große] Li: Raum und Zeit 2 2 verändert. - ] L i• verändert. / Note
Anm: Es ist wahr daß die Geschwindigkeit das Vcrhälmiß der Zeit zum Raum sei, denn drr Körper läuft 30
um so geschwinder je kurzer die Zeit ist in dem er einen Raum durchläuft; aber ist denn die Geschwin­
digkeit die Kraft selbst, ist es denn nicht a n erzeugtes, ist denn keine Kraft nöthig um Geschwindigkeit
hervotzubringen? Wenn ich den Pfeil dicht an die Brust lege, und abspanne, w enn ich die Pistole | auf die
Brust lege und abschieße, wird da der Mensch nicht getödtet? Wenn ich das Messer auf dem Leibe halte, so
brauche ich cs ja nur zu drucken, um zu verletzen, also druck, Kraft d a Pulvers, Spannkraft ist es die den 35
Menschen tödtet. Fallt der Ziegel herunter, so ist rocht die Gcschwinrfiglteil die mich todtet, also nicht
Raum und Zeit, sondern die anziehende Kraft, die den Stein bei immer größerer Anziehung alle Hinder­
nisse auseinanderschligen laßt, so weit seine eigene Cohesionskraft reicht daß die Geschwindigkeit es nicht
nt, sieht nun auch daraus daß sie ihre Kraft in die Länge verliert

4 seyn] Hk ist 24 hypomochlium] Li: hypomochnium 29 verändert.] In Lifolgt ein Astensk. dar- 40
innerem langer horizontaler Stnch über die gesamte Zeile. Derfolgende Absatz beginnt mit einem ebensolchen Asteru-
ken. 34 Brust lege) l i : Umstiege 35 e sj Li. ihn
MECHANIK 1013

nicht, und sie ist sehr einfach - man sieht hieraus, daß das Ideelle so gut ist als das
R eelle - m an kann sie verstehn in der Physik - sie soll erklam wie dos gesdiehn ist,
daß die paar Z oll soviel W irkung haben, als reelle, macrielle P fu n d e---- da läßt sie
sich n ich t a u f diese Erklärung ein —denn diese ist nur auf diese Weise möglich, die
s für sich nothw endig is t----
V erhaitniß der bewegung zur M aterie/./ der begriff ist ein und derselbe; bewegung den 16" Juny
ist derselbe begriff, Inhalt und bestimmung in der Form des Proceues; in der M atehe
in ruhiger proceßloser Einheit beziehung au f sich —zuerst Materie und bewegung in
unmittelbarirr Vertiefung; bewegung ist untrennbar von Materie und um gekehrt die
io bew egung ist der Materie | nichts Aeußedidics, sondern die Materie ist an sich dos 115W
was bewegung ist, die Materie m uß sich bewegen die bewegung ist ih r immanent,
denn die Materie ist die ruhige Einheit der M om ente der Bestimmungen — aber
so sehr diese M omente in der ruhigen Einheit zusammenfallen ebenso nothwendig,
wesentlich sind sie von einander unterschieden, die Materie ist der Widerspruch die
15 Einheit dieser verschiedenen Momente zu seyn, daher m uß der Widerspruch auch
ex isd m ; dieser Unterschied ist ebenso wesentlich gesetzt, vorhanden da sie zugleich
untrennbar sind, so daß sie nicht auseinander fallen, aber zusarnrnengebunden, so
ist das ih r Proceß, und dieser Proceß ist die bewegung, so wesentlich die Materie
ist, so wesentlich ist der begriff der Materie ab Proceß gesetzt, und dieser Proceß ist
2o die bewegung, weil die Momente ebenso entgegengesetzt sind —und in ihrer Ver­
bindung — ih r Widerspruch ebenso wesentlich ist —dos ist eine Grundbestimmung
wesentliche Einheit der Materie und bewegung. der begriff in der ruhigen Einheit
und im Proceß sind aber auch verschieden von einander — Materie und bewegung
sind dasselbe G anze aber in Unterschied der Form gesetzt dam it sind die beiden
25 Formen auch von einander verschieden/./ N ehm en w ir diese Verschiedenheiten a u f
ihre unm ittelbare Weise, so ist die Folge, daß sie selbstständig gegeneinander sind,
daß die Materie für sich ist und daß die bewegung auch für sich ist, n u r m acht sich
diese bestim ung daß Materie und bewegung äußerlich gegeneinander sind indem die
Unterschiede a u f unmitelbore Wesse gegeneinander genommen werden. Materie und
30 bew egung in diesem Verhältniß zu einander geben die endliche Mechanik —dos V rr-
h ältniß der Materie und bewegung zu einander, so daß sie einander äußerlich sind, die
endlic/ie M echanik ist in dem Veihaltniß der Unwa/rrheit, dos ist nicht wahrhafte
bestimmung die Sphäre des unwahren Verhahnüses und das ist die Sphäre der End­
lichkeit —dos ist w o die R ealität des begrifis —w o der begriff auf eine Weise existirt,
35 w elche ihm uidit angemessen ist —und indem die Realität das Daseyn | dem begriff I I 6 lft

n ich t entspricht, so ist cs ein begränztes —in diesen Kreis fallen die wisseruc/io/ilichen

12 M omente der brstunmungfn] Li: räumlichen und zeitlichen Momente


»014 NACHSCHRIFT IIUECK * 1 8 2 8

brgnffr vom der Mechanik und diese sind n u r kurz durchzugehen - diese Hnupt-
bestimmuiij’rH der endlichen Mechanik sind die gang und gäbe sind, und auch in die
höhere Sphäre der absoluten M echanik übergetragen werden w o die Materie nach
ihrer Wahrheit in ihrem absoluten Verhältniß exisnrv — |
.15t,. .§262 § 262. der ganze begrj/f der Materie ist hier entw ickelt — der begriff der Materie 5
in seiner Totalität, Realität, das hätte später n och geschehn k ö n n en , doch ist es hier
gleich diese Grundbestimmurig vorgenommen —
W ir haben von der Materie gesagt, daß sie das W iderstand leistende ist, das für sich
seyn Ausschließende das Vereinzelte das heißt die R epulsion an sich der Materie.
Jeder materielle Punkt hält sich für sich, ist undurchdringlich, das ist seine Repulsion 10
(was auch nur Widerstaudleistend für sich seyn sagen will) diese R epulsion die D e­
mokrit, Lcucipp sehr gut für ihre A tom e erkannten/.J Später werden w ir wohl sehn,
daß dies GnmdbestimmuMtj des Materiellen in dieser Sphäre ist —aber sonst wissen wir
nicht logischer Weise, daß dis nicht eine Kathegorie d e Absoluten ist, sondern
dos futsichseyn nur eine absolute bestimmunj — daß die Undurchdringlichkeit der is
Materie nicht ih r absolut Letztes ist, sondern daß sie wesentlich durchdringlich ist
(physikalische Sphäre); dos Andre zu diesem für sich seyn der Materie ist dann At-
traedon die Cononuität, d .h . überhaupt die Räumlichkeit, dos A usgedehnt seyn
der Materie, Unterbrechung Repulsion, Atomistik, dos ist die eine der Gru/idbrstim-
mungen des Materiellen aber was w ir hier haben von der Materie —so sind alle diese 20
materiellen Punkte oder Atome einander gleich, einer ist was der andre ist, ihr für
sich seyn ist dos daß sie nur unterschieden seyn sollen n ich t wirklich unterschieden
117m sind, einer ist was der andre ist —diese Gleichheit Ununteischiedenseyn | obgleich sie
unterschieden seyn sollen —so ist kein Unterschied, keine G länze vorhanden: so sollen
alle ausschheßend seyn - dos ist diese ihre Gleichheit C onon u ität; beim unterbrodien 2s
seyn sollen sie doch nicht unterbrochen seyn, diese C ontinuität ist die allgemeine At-
traenon, oder näher die Räumlichkeit des Materiellen, die ununterbrochne Erfüllung
des Raums; daß es keinen leeren Raum gibt —. die W ahrheit des Raums ist die Iden­
tität mit dem Princip der Zeit der Negation Einheit, des für sich seyns. W o Raum ist
ist er ebenso als für sich seyndes gesetzt d h. als M ateriell d h. der Raum ist ununter- 30
brachen erfüllt - cs gibt keinen leeren Raum, die A tomistiker haben leeren Raum
angenommen, die Poren —die man bei der Elasdcität etc z u r Erklärung braucht, das
ist eine Erdichtung die von der Reflexion, von dem Verstände h erkom m t —zunächst

S $ 262.) Xi: E n d lich e M ech a n ik / § 2 6 2

12 Lcucipp] in Hk am Rande naehtr. ein Strith in Blei 2 0 -2 1 Materie — so ... Atome] so Hk; lies: 35
Matene ist dies: alle diese materiellen Punkte oder Atome sind 33 von der] Hk: vndr 34 End­
lic h e M echan ik in Li als große,fitigestelhe Überschrift
MECHANIK 1015

aber ist die Materie continuirlidi, räumlich, und die Räumlichkeit ist identisch mit
dem Princi/i der Zeit —der negativen Einheit. Jeder O rt ist also ein Erfülltes dos ist
diese abstracte A ttraction/./ Es ist aber damit in der Materie ein O rt nicht von dem
andern unterschieden es ist nur die Fodrung daß sie unterschieden seyn sollen, sie
S sind’s aber nicht, sie bestehen —dos Materielle ist dis bestehen —daher fallt dos von der
unendlichen Theilborkeit der Materie hieher, wie schon bemerkt —die Materie ist ins
unendliche theilbor — w o sie ist, da ist sie getheilt, ist ein für sich seyndes, und dos
concrete getheilt seyn, wirkliche verschieden seyn gehört der physikalischen Sphäre
an —es sind Theile, aber continuiriich räumlich, verschieden also thedbar; die Meto-
io physik kom m t in ihre Sdiwicngkeiten hinein, abwechselnd, dos eine mol daß das
m aterielle für sich seyn isolirt genommen wird, als Atom, dos andre mal daß C o n ä -
nuität angenommen wird, nim m t man eine einseitige | behauptung auf. so ist dos H8(,
U nw ahrheit — die Wahrheit ist daß beides ist/./ D am it ist nun dos Gesetzeseyn des
M ateriellen noch nicht vollendet, dos materielle für sich seyn ist auf diese Weise gleich-
is som paralysier durch die C ononuität, dos für sich seyn ist noch mcht zu seinem R ech­
te seiner Existenz gekommen; die Grundbestimmung der Materie ist dos für sich seyn,
und dazu ist die Materie noch mcht gekommen noch nicht zu dieser Wahrheit ge­
kommen —das was w ir abscracl haben ist eine unendliche Vielheit materieller Punkte
die bestehn und die noch nicht verschieden sind so daß dis Fursichsein noch nicht zu
20 seinem Daseyn gekommen ist, dos für sich seyn der negativen Einheit ist aber die be-
stimmung und die m uß da seyn und ist die negative E in h at dieser Vielen bcstehnden;
diß viele bestehnde ist das Affirmative, da ist die Materie in der Form der Affirmati­
on, die wesentliche bestimmung ist die negaove Einheit, in diese ist dos Viele zu set­
zen. d .h . dos Viele ist als ideell zu setzen, oder w ir haben uns zu erinnern, eben
25 dam it, daß diese vielen materiellen Punkte einander ausschließen gor nicht unterschie­
den sind, so fallen sie in Eins zusammen sie sind ununtersrhieden also fallen sie zusam­
men. dieses Ems in das sie zusammen fallen ist ihre negative Einheit sie sind nicht
unterschieden also nicht Unterschiede, die Attraction ist ihre negative E in h at, sie
fallen in eine unterscheidbare Idealität — und diese ist ih r N eg irt seyn. und dieses
30 N e g irt seyn ist | einfach sich a u f a c h bezichiid ist noch mcht Seele, sondern nodi im 35v,,
Raum, da ist es die Form zunächst der Punkte —die Materie will in einen Punkt zu­
sammengehn, das ist das Entwickelte Wahrhafte R eale der Attraction, die Attrac-
tion ist diese C ontinuität, daß der Raum durchaus erfüllt ist, diese Erfüllung ist aber
zunächst noch Ununterschieden; also die Vielheit fällt in Ems zusammen die negative

33 2 Jeder] Li: w o Kaum Bl, in Materie, jeder 6 -7 ins unendliche] Li: nicht

20 seinem] Hk. ihr 28 Unterschiede! Hk- (Kurtetfür Unter oder untere shiede
1016 NACHSCHRIFT HUECK • l 8 i 8

1 19,* Einhat der viclm Materiellen; | die niumliHic bestinunfheit der Materie ist der Punkt,
und au f diesen reducirt sich die Materie, d<Js ist die Attraction, die eine bestimmnrig
der Materie, die vereinzelten Materiellen haben ein abstraef« Fnr sich seyn, dis ab-
strorre Fnrsichseyn, diese Repulsion, ist aber so ein wesentliches Moment, als dieses
andre der Attraction, welches vollständig genommen ist, daß diese vielen Für sich s
seyn auch in einan Punkt des Für sich seyns Zusammengehen so erhalten sie sich
ebenso außerhalb dieses Punkts, nach der bestimmtm? der Repulsion, damit dieser
Punkt der Attraction, diese Idealität seye, dazu gehört, daß die Reellen seyen, welche
attrahirt werden - der Punkt ist nicht wesentlidi im Raum der Träger, er ist in sofern
der reelle Punkt, als er dos Ideaüsim der Reellen ist, daß er immerfort entsteht - m
durch das Idealisirn der materiellen Vielen er wird eizeugt - ist die Rückkehr der
vielen Materiellen in die ideelle Einheit —damit dieses Zusammengehn in die ideelle
Einheit seyn könne, muß das Viele Matrielle seyn, der Pmikt eizeugt es sich, es ist
saue Nahrung - hat er diese nicht so ist er selbst nicht - eins ist durch das Andre so
wesentlich als cs selbst ist; so wesentlich als die Attraction ist, so wesentlich ist die is
Repulsion; wenn man sich Repulsion als Zerfliegen der A tom e im Raum vorstellt -
so reicht das nidit aus, oder stellt man sich nur Attraction vor, so w ar alle Materie in
diesem einen Punkt zusommriigedriickt und vergangen, aber die Repulsion hält der
Attraction dos Gleichgewicht - die Repulsion verhält sich nicht abstract, sondern das
Viele für sich seinde ist auf die Idealität getrieben - dos nennt man sc h w e r - die 20
120,* Materie ist wesendich schwer - das Für sich seyn, das Widerstand leisten | der Mate­
rie ist eine der abstrarfen batimmungm, die Entwiklung Realisirung der Materie ist
die Schwere, in diesen Vielen Für sich seyn ein für sich seyn, die Idealität dieses Vie­
len, dos Ganze des Für sich seyns das ist die S c h w e re , Materie ist s c h w e r hat das
bestreben nach einem Mittelpunkt - die Materie bekennt dadurch (A n m § 262) die 2s
Schwere ist dos bekenntmß des Außersichseyns der M aterie in ihrem Für sich seyn,
ihrer Unselbstständigkeit, ihres Widerspruchs - dos Für sich seyn Außer sich seyn
bekennt sich daß es em Unwahres ist und dis bekenntniß der Unwahrheit ist der
Trieb, die Richtung nach einem Punkt, dos ist die Idealität des Matriellen die Ver-
nirhtung der Materie, die drängt sich in der Schwere sich zu vernichten, zu manife- 30
stirn, daß ihr selbstständiges Auseinander seyn die unwahre Existenz ist, sie geht auf
dos in sich seyn los - das der Physikalischen K örper - noch m ehr aber dos Lebendige
erreicht, denn im Lebendigen kommt es zum Wirklichen Mittelpunkt, den die

3 Materiellen] Li: Punkte 9 der Punkt ...Träger) Lt: Es ist nicht ein träger Punkt im Raume 10
Reellen) Li: abstract vielen materiellen 11 wird erzeugt] Li: entsteht immer fort 13 der Punkt J5
... sich| Li: und so muß jeder Punkt cxisaren und der attrdctiorupunct erzeugt sich so immer fort
31 ihr selbstständig» — seyn] Li: das für sich bestehen ist] Li: ist. Matenc erreicht diesen Punkt
nicht, sie bleibt außer

5 genommen Hk• Lesung unsicher

I
MECHANIK 1017

Schwere nur sucht, diese ideelle Einheit die dos erreicht und zur Existenz kommt ist
dos Licht —hier haben wir die Einheit nur als gesuchte dos ist die Schwere —die Ein­
heit komm t noch nicht zur Explicadon Erfüllung concreten Insichseyn, die Schwere
ist dos Dumpfe dos die Ine/üchkeic nur sucht, die Idealität kommt durchaus nicht zu
5 sich selbst —die Materie ist schwer, und Schwere ist Materie dos ist dos Substarmeie —
ebenso wie »der Mensch ist freie —so ist das die Substanz des Geistes, das ist er das ut
sein Seyn —so ist die Schwere das Seyn der Materie —(Anm § 262) sagt man der
Materie sind Eigenschaften eingepflanzt so ist das eine schlechte bestimmt;; so auch
wenn man sagt — die Attraction und Repulsion seyen der Materie als Kräfte
io ein | gepflanzt, so ist das eine Schlechte Vorstellung des Verstandes —das ist so eine «21»
leere bestimmtmg leeres Verstandesding weil die Materie ohne sie nicht etwas wäre —
so wird auch von der Attractiv und Repulsiv kraft gesprochen daß sie seien jede eine
selbstständige Kraft, gleichgülag gegeneinander - das ist das Falsche, gefährliche die­
ser Reflexionsbestimmun; von Kräften, daß man solche, die nur einseitige für sich
iS unhaltbare Momente sind für sich ab selbstständig nimmt —so ist abo die Schwere
mit der Materie durchaus eins, keine Materie ohne diese sie sind wesentlich ab Mo­
mente dieser |
Die endliche Mechanik ist nun die Erscheinung der Schwere mehr realisirt wie dm I7'"juny
sie ihrem begriff nach ist ihrem begriff nach ist sie identisch mit der Materie - die
20 Erscheimm; der Schwere in der Mechanik - wie die bewegung ab unterschieden von
der Materie gesetzt wird - die ist wie die Schwere nur in der Erscheinung ist, nicht in
ihrer wahrhaften W ebe realisirt ist
T rä g e M a te rie ist die nicht schwer bt, die gleichgültig gegen bewegung und § 2 6 3
gegen die R uhe bt, endliche Materie die ihre bestimmun; nicht hot von der Schwe- d ie träge M a te n c
25 re. — S to ß — bewegung die ab äußerlich gesetzt b t mit der Materie sich verbin­
det —dos 3“ ist der F all die Acußerang der Schwere eigne bestimmun; der begriff
der Materie der reale begriff der Materie bt durch die Schwere gesetzt, so daß diese
Aeußrung noch bedingt bt, die Schwere noch ab bedingt noch nicht die Schwere
rein, unbedingt sich setzende, das sind die 3 zu betrachtenden Punkte.
30 D ie trä g e M a te rie ist abo die Materie die unterschieden ist von der bewe­
gung —so b t sie die äußre Materie überhaupt und die bestimmun;en sind äußerliche
bestimrnim;en - Kategorien § 263. die bestimm/heitm an der Materie - (die Materie
b t das Princip des Für sich seyns) sie erscheinen an der äußerlichen unmittelbaren
Materie — wie sie gesetzt b t nicht beseelt durch den begriff \ der Unterschied ab 122*
35 äußerlich dieser ist überhaupt der quantitative Unterschied der Größe nicht durch

2 Licht] Li: Licht ist der existirende Punkt

11 Vcrstandcsding] Hfc'Vst dig 14 daß] Hk ds 17 | ) Der Anschluß zurfolgrnitcn Seile in L erfolgt


hier m l i030,J3 24M die träge Materie in Hk untentr.
1018 NACHSCHRIFT IIUECK * iH ’ H

d ir Q ualität, durch d ir Natur drs Gegenstands grsrtzt —abstiac/ gleichgültiger U nter­


schied —diese untrrsrhirdntm Materien h n ß m Massen diese Masse« heiße« Körper in
so fern sie überhaupt »rit d m bestinirnungen des Eins gesetzt sind —blaß mechanische
K örper ein Q uantum , das ein Eins ausrnarht —daß solche Massen verschiedene Kör­
per sind, ist ein vollkommen gleidigültiges, w ir brauchen sie n u r zusanimerizuthun, so s
ist ein K örper —so ein oberflächliches ist die bestimmmi; des Eins — n u r sein quan­
titativer Unterschied der K örper überhaupt ist so räumlich u n d zeitlich, aber ist im
Raum und in der Zeit selbst räumlich, selbst zeitlich, aber zuglach unterschieden von
Raum und Zeil nach dieser Unterschirdcnhrit —u n d daß e r zuglnch auch in Raum
$ 264 und Zeit ist. dafür sagen w ir, daß er im Raum und in der Zeit ist - in so fern e r im io
Raum ist, besteht er, in sofern e r aber in d a Z a r ist, k o m m t das V ergehn des brstrhris
ihm zu, so ist er auch vergänglich, e r ist ganz zufälliges Eins; d a K örper, als dieses
zufälliges Eins liat dis Verha/rni/3 zur bew egung zu dieser w esentlichen Einheit van
Raum und Zeit die als Proceß ist, als diese Masse ab diese sich a u f sich beziehude
Materialität die nicht als Proceß gesetzt ist sondan als verschieden vom Proceß, so ist is
die bestimmun,; in Ansehung d a bewegung ihm äußerlich — bew egung und Nega­
tion d a bewegung R u h e beider, die bewegung als affirm ativ u n d als negirt indem
die bewegung als äußalich ist ist die bewegung als solche aber au ch als Negation, die
ihr a b a so äußerlich ist — nach d iesa bestim m ung heißt d a K ö rp e r trag - das ist
ein A xiom d a M echanik so wird er in d a M echanik gefaßt — d h . d a K örper ist 20
123,# an einem O rte ist räumlich ist Eins, also an einem O rte | an diesem einen O rte ist
er aber soll e r in bewegung gesetzt werden so m u ß diese bew egung an ih n äußerlich
kommen, e r m uß durch einen äußerlichen Im puls, Kraft von diesem O rte bewegt
werden ebenso w enn e r in bewegung ist, stößi e r au ch dagegen gleichgültig 111
bewegung zu seyn, er negirt seine bewegung selbst n ich t, so n d an die R u h e m uß 25
ebenso äußerlich an ihn kom m en das ist das A xiom d a M echanik, daß d a beuvgtc
K örper ebenso durch ein äußerliches hindem iß seiner bew egung in R u h e gebracht
werden m uß —so wird d a K örper in d a M echanik gefaßt
A n m . bewegung sie ruht affirmativ als negative R u h e , w ird n u r als Zustand am
K örper angesehn das ist was accidentelles das am K örper sein k ann a b a auch nicht 30
sein kann, die bewegung ist zu einem Zustand h e r u n ta gesetzt - W ir haben gesehn
daß die bewegung d a begriff der Materie ist, n u r in e i n a andern Form — h ie r aber
w ird die bestimmung d a bewegung n icht als substanticles, bestimmung d a Materie
angesehn sondern n u r als Zufälliges ab n u r eine äußerliche W eise, es schweben der
Vorstellung n u r die selbsdosen K ö rp a d a E rde v o r —a b a auch dis ist n icht bestimm/ 35
genug ausgedrückt -
das gilt alladings von diesem selbsdosen K ö rp er der E rde a b a w ir werden sehn,
daß wenn d a K örper in bewegung ist, so g eh t er d u rch sich selbst in R u h e über,
bleibt aber in d a R u h e im m a noch das Streben nach bew egung das bewegende
MECHANIK 1019

P nncip äußert sich in ihm auch wenn er in R u h e ist - Schwere ist bewegung, ist das
was die bewegung zur Erscheinung bringt, was bewegung hcrvorbnngt. Schwere ist
d er reale begriff d er Körper, deren Erscheinung eben die bewegung ist —es ist damit,
w ie die K ö rp er in der M echanik genommen werden | die abstraef einfache K örper- 12-U
5 lichkeit, als selbsdoser K örper —aber er existirt noch nicht einmal so als selbstloser
K örper, w ie er in der Mechanik genommen w ird sondern es beginnt das Aufheben
dieser U nw ahrheit sdion am selbstlosen K örper gesetzt zu seyn, im F a ll, welcher
eine Erscheinung der Schwere ist. in der endlichen Mechanik kom m t die Schwere und
die beurgung zum Vorschein, aber nur als Fall, in der absoluten Mechanik ist die
io bewegung ganz in ihrer Freiheit gesetzt —
Körper —bewegung R u h e —sind die ersten bestimmungen das zweite ist der S to ß , S 265
es sind untersehiedne Körper, bewegung ist ihnen äußerlich, sie können in bewegung der Stoß.
gebracht werden und so treffen sie einander - der K örper kann a u f einen treffen,
kann aber auch nicht au f einen treffen und dann stößt er ihn —durch solche K ate-
15 gorien der beschrä/ikung im Felde der Endlichkeit ist Alles nur eine Möglichkeit.
$ 266 —wenn 2 K örper a u f einander stoßen, so machen sie zunädist einen K örper $ 266
aus, ihre Unterschiedenheit ist diese daß sie im Raum getrennt sind, der Raunt ist
auch erfüllt, es ist n u r eine andre Weise der Erfüllung —aber d iß w eiter specificirte
der A rt w ie sie getrennt sind, geht uns nichts an ist physikalisch —das was zwischen
20 den K örpern ist ist Luft —also sind die K örper nicht getrennt —diese Trennung ist
n u r relativ — in der M echanik w ird nicht darauf gesehn daß das zwischen ihnen
seyende auch Körperliches ist, sondern sie werden als getrennt im Raum vorgestellt
und daß sie einander beruhrn, indem sie sich berührn machen sie n u r einen Kör­
p e r aus — das ist das was die M ietheilung der bewegung beißt; man hat sich den
25 K opf darüber zerbrochen —daß die bewegung a u f einen andern K örper transfundirt
w ird —es ist aber nichts weiter, als daß sie momentan einen K örper ausmachen jeder
ist vo r | ausgesetzt als unmittelbares Eins (leister sich Widerstand) das sich erhält eins 12SÄ
gegen das andre auszu machen; bei den Gesetzen des Stoßes treten Particularitäten
ein, o b der K örper w eich hart —elastisch —diese verschiedenen bestimmungen ergeben
30 sich aus der Abstroction des Gesetzes —das später —
zunächst also leisten die K örper aufeinander W iderstand als jeder ein ausschließcn-
des für sich gesetztes ist, in sofern stoßen sie sich einander ab, und da tritt das mecha-
nische Gesetz ein, daß vor und nach dem Stoß die Q uantität der bewegung dasselbe
bleibt — d. h. zur G röße der bewegung gehöm 2 Momente 1) die Geschwindigkeit
35 2) die Masse und die G röße der Masse wenn z.b beide K örper gleich groß sind,
und von einander zurückspringen, jeder stoßende K örper hat sich mit einer gewis­
sen Geschwindigkeit a u f den andern bewegt —so ist die bewegung nach dem Stoß

12 m der Stoß in Hk unlernr. 17 getrennt] H i gctrnntt 29 ob der] Hk. obdr


1020 NACHSCHRIFT HUECK • 1828

gleichgroß, die Geschwindigkeit der bew egung ist je tz t v m h c ilt u n ter beide Körper,
es b eu rg t sich eine noch einm al so große Masse, als vor dem Stoß, also ist die Ge*
sdiw indigkat beider n u r die hälfte, die G röße der bewegung m ultiphcirt mit der
Masse ist nach dem Stoße so groß als vorher —dos geht ins Particuläre der Gesetze
über. — beide sind fiir sich gegen einander, ih r w eitrcr Unterschied eine wirkliche 5
Verschiedenheit dasselbe ist die Schwere, dieselbe zunächst als G ew icht, als eine Masse,
die eine quantitative bestimmnng ist, so daß die allgemeine bestirnmnnf der Schwere
die bcstininiMii'g der Q uantität hot; die Schwere insofern sie ab quantitativ genommen
wird —G ewicht, wird sie auch angesehn als eine M enge von schweren Theilen oder
als ein bestimmter D ruck —— hierüber wäre mehrerlei speciell aufzuhihrn/./ Man 10
n im m t an, daß alle materiellen Partikelchen gleich schwer sind dos ist ganz richtig in
beziehung a u f die allgemeine Schwere, a u f den begri/f Schurre und daß eine größre
M enge solcher gleich schwerrrThede m acht, daß ein K örper eine Masse, erscheint als
habend ein g ro ß e n Gewicht, Gewicht heißt n u r ein bestimmter D ru ck , der Druck
ist eine einfache | Determ ination, die doch zugleich quantitativ bestimmt ist, ein ge- is
wisse r G rad. —dos was w ir G ewicht heißen: kann a u f zweierlei Weise betrachtet wer*
den einm al in der Form von extensiver G röße ein andermal in F orm von intensiver
G röße — In sofern die Massen aufeinander stoßen, so erhalten sie sich selbstständig
nach der quantitativen bestimmung die G ew icht heißt, ihre besonderheit wodurch sie
verschieden gegen einander sind, ist eine quantitative Verschiedenheit, und eine Ver- 20
schiedenhcit die durch dos Verhaltmß verschiedener Q u an tu m der Schwere bestimmt
ist — dos kann einm al als eine gewisse M enge particulärer T heile bestimmt wer­
den —welches Gewicht ist willkührlidi —nehmen w ir n u n irgend eine Einheit an so
ist ein K örper ein Aggregat von einer gewissen Sum m e von Einheiten, indem wir
dos G ewicht so als Sum m e annehmen nehmen w ir es als extensive G röße an (der 25
Unterschied von extensiv und intensiv ist toas andres als der Unterschied von con-
tinuirheh und discret) — dos Gewicht also als Sum m e von Einheiten der G ew ichte
so nehm en w ir es als gewisses Q uantum , dieses äußert sich als Gewicht, druck, ist
eine einfache A eußcrung dos ist die Form der extensiven G röße — in der intensiim
und extensiim G röße ist die bestimmrheic ein und dieselbe was als extensive Größe 30
existirt existirt auch als intensive G röße, z b eine gewisse G rö ß e und das Q uantum
nach einer bestimmicng bestimmt —sagen w ir n u n eine Summe, so ist das immer ein
eins —das ist die intensive G röße die extensive Weise, aber ist die w ie w ir es auffas­
sen. dasselbe Gewicht ist druck, das ist Form der Einfachheit desselben Quantums,
als w enn ich dieses © zerlege in Loth etc, so ist es eine M enge von Particeln - das 35
sind brstimrnungm die in dieser Sphäre Vorkommen, in sofern die bewegung als den
K örpern äußerlich gesetzt wird

18 M usen] Hk. Massn d 32 nach] Hk auch


MECHANIK 1021

§ 266. Uebergang zum Fall —der Uebergang ist hier gemocht von diesem An­
schein der bloß äußerlich gesetzten bewegung | zu einer bewegung die in der Natur 1Z7„
des Körpers selbst liegt, die äußerliche bewegung ist keine wahrhafte bewegung —
beim Stoß kommt es selbst zur Erscheinung daß es widerlegt wird, daß dis bewegt
5 seyn des Körpers von außen eine wahrhafte Existenz annehmend ist, sondern das
beuvgtseyn von Außen geht über in eine bewegung die durch den begriff, die Na­
tur des Körpers selbst gesetzt ist, und dieser Uebeigang zeigt sich darin, daß die
äußerlich gesetzte bewegung in wesentlich gesetzte bewegung übergeht das ist der
Uebergang zum Fallen vom Stoß —oder in eine Ruhe, die ebenso durch die Natur
io des Körpers selbst determinirt ist. —
Das Gewicht eines Körpers ist existirt als extensives Quantum, als eine Menge
von solchen Thcilen die gleichgesetzt werden und wo jedes Theil so schwer ist als
das Andre, eine Summe von einzelnen Gewichten - aber ebenso ist das Gewicht als
intensive Größe und die Intensität, die Quantität des Gewic/iis in dieser einfachen
15 Weise vorgestellt, das ist Concentration des Gewichts in einer einfachen Einheit —
ein Grad —ein Grad des Drucks, und die Form der intensiven Größe ist wahrhaftere
Form der Existenz des Gewichts —das Vielfache hat zu seiner wahrhaften Form dis,
sich zum Einfachen zu reducirn, das Gewicht eines Körpers auf diese einfache Weise
gesetzt existirt am Körper selbst und die Weise wie das existirt ist der Schwerpunkt
20 des Körpers aber der Körper setzt seinen Schwerpunkt außer sich, und so kommen
wir zum begriff der Schwere zurück, den wir im Anfang der Explication hatten —
Aeußerliches bestimrntseyn der Materie in sofern cs noch nicht vom realen begriffder den 1 9 " Juny
Materie und der Schwere abhängig ist. die Mechanik kann Erscheinung der Schwere
genannt werden noch nicht die Schwere in ihrer Realität, sie ist das bestimmende, aber
25 nicht allein cs ist noch etwas Andres dabei als der reale begriff der Körperlichkeit
als die Schwere etwas Accidentelles — und das Wesentliche der Schwere haben wir
vornehmlich zu beachten; | Stoß und Wurf der Körper sind ihre Ortsbestimmung 128*
gegen einander ist vollkommen gleichgültig zufälig aber es ist in der Ortsbestimmung
eine wesendich bestimmte Richtung - diese Seite des wesendieften bestimmeseyns
30 ihres O rts ist durch die Schwere - das ist diese Richtung nach dem ideellen Mittel­
punkt - dieses bestimmfseyn daß das Materielle als ideell gesetzt wird, wo sie gegen­
einander sind das ist zufällig aber das Wesentliche ist diese Richtung Dimension im
Raum nach ihrem Mittelpunkt —daß sie diese Determinadon gegen den Mittel­
punkt haben ist dis daß sie wesentlich absolut gegen einander sind. Was sie nach ih-
35 rer Größe gegen einander sind ist zufälig das wesentliche ist die Richtung nach dem
Mittelpunkt, nach dieser ihrer Determinadon in Ansehung des Orts ists daß jeder
Körper seinen O rt behauptet erhält. Bei der Materie überhaupt haben wir gehabt.

36 daß) H k: ds
1022 NACHSCHRIFT HUECK * 18 2 8

daß dir Materie überhaupt filr sich W iderstand leistet dis ist zunächst dir abstraefr
brgnffsbescimmung aber die reale bestimmun? W iderstand zu leisten ist, daß jeder
K örper seinen O r t behauptet, nicht n u r sich erhält — dieses seinen O r t behaupten
gegen einander ist etwas qualitatives und diesen O r t behauptet er deswegen weil er
seiner wesentlichen D eterm ination nach, durch seine Schw ere zum M ittelpunkt ist. s
Schon indem die K örper a u f einander stoßen behaupten sie ihren O rt gegen einan­
der, im Stoßen und Gestoßen werden liegt zugleich die behauptung ihres O rtes und
dis k om m t h er von der R ich tu n g nach dem M ittelpunkt oder von ihrer Schwere.
M an stellt sich in der M echanik 2 Kugel K ö rp er vor, die sich im blauen Raum
gegen einander bewegen oder stellt den einen ru h n d vor, oder läßt sie im stumpfen 10
W inkel a u f einander stoßen etc —das u t die abstracte Vorstellung der Mechanik aber
diese Körper sind schwer und n u r in sofern k ö nnen sie gestoßen w erden/./ W enn sie
einander berührten so w ichen beide zurlick — er hat keine D eterm ination, welche
zunickweichen soll — |
aber das bloße Weichen bei der b erührung w ar kein S toß, zum Stoß gehört W i- 1$
derstand - der der gestoßen wird leistet W iderstand behauptet seinen O rt, macht ihn
dem andern streitig, d er ihn einzunehmen im begriff ist, sie machen einander den Orr
streitig; es sind nicht bloß berührungrn sondern sie könen sich n u r stoßen mit der
brstimmung daß sie sich W iderstand leisten und ds h. ihren O rt behaupten und diese
behauptung des O rts liegt allein in der Schwere im D eterm inirt seyn der Richtung 20
nach dem M ittelpunkte - also hat der Stoß bereits die Schwere zur bedingung - be­
trachten w ir nun das W eitre: die Schwere als D eterm ination nach w elcher der W i­
derstand geleistet wird, so haben w ir zweierlei Weisen der bew egung — eine Rich­
tu n g nach dem M ittelpunkte der Erde; diese 2 Körper haben ein C e n tru m außer
ihn en —es ist eine vollkommen leere Vorstellung in der M echanik, daß m an 2 Körper 2S
so ganz ohne weitre D eterm ination gegen einander bewegen läßt — sie sind aber
wesentlich diß, ideell gesetzt zu werden durch ihre Grundbestimmun£ ihres Fürsich-
seyns (Negation des Außersichseyns, M ittelpunkt, in dem sie ideell sind.) es ist ihre
Idealität ih r C en tru m ihre absolu/e R ichtung so haben w ir 2 R ichtungen —die be­
w egung nach dem C en tru m und die andre R ichtung der K ö rp er gegen einander im w
Raum , diese andre R ichtung, verschieden von der ersten, nicht determ in irt nach
dem M ittelpunkt, das ist die accidentelle R ich tu n g —die R ichtung des Stoßes, oder
die W urfbewegung dis beides haben w ir sogleich in d e m was w ir Raum genannt
haben; betrachten w ir die K örper bloß so, so kann kein W iderstand seyn die Härte
g ibt ihnen keine Determination für den O rt, für die D eterm ination des O rtes ist 3S
eine R ichtung — die nach dem M ittelpunkt vorhanden aber durch diese eine

9 blauen] so Hk; lies: leeren 18 sind] Hk: ist 19 ihren) Hk: sn 2 7 diß.l Hk: dtß..
MECHANIK 1023

Richtung ist der Körper noch nicht physikalische Determination - geometrisch ge­
hör« für eine« O rt 3 Coordinanten - |
hier haben w ir nur eine Richtung, die nach dem Mittelpunkte, die 2" ist verschie- i 3ollk
den von dieser, nur accidentell - daß eine solche accidentclle Richtung gegen die
5 Wesentliche möglich ist, glauben wir fur’s erste - das hegt darin, daß w ir bei endli­
che« Körper« sind, die nur als Materie überhaupt sind, als Massen der Materie nur
quantitativ bestimm/ - so daß das dumpfe der Schwere noch nicht an ihnen entwik-
kelt ist, sondern daß es entwikelt ist, das macht, daß sie vollkommen an ihnen deter­
minirt sind —hier aber haben wir mit der Materie als unmittelbar a«zufangen, da ist
io der Unterschied nur als quantitativ - bloß Größe ist die äußerliche besümm/heit, also
haben w ir die accidentclle bestimm/heit in Ansehung der bewegung ihres Orts ihrer
R uhe —die Substantielle Seite ist die Determination, aber nur eine nach dem C en­
trum - da ist dann also dieser Widerspruch einer zufälligen Determination und einer
wesentlichen, das Resultat kann kein andres seyn, als daß die wesendiche Determinn-
IS tion sich ab wesentlich setzt, und jene zufällige accidentellc brstimmung aufhebt -
und das ist der F a ll. Fall ist daß die accidentellc bewegung erfolgt wenn w ir den
Körper unterstützt haben seinen Schwerpunkt - oder ihn geworfen haben - so fallt
er der Partikuläre —dis Unterstützt seyn bezieht sich auf das relative Verhalten der
K örper - ein solider Körper gegen die Luft oder gegen Wasser etc - die Hauptsa-
20 che ist, wenn wir einen Körper haben den wir aber gehalten haben und dessen Tren­
nung aufhört und dem w ir ein willkührhches Verhal/en gegeben haben, so endigt
sich diese Willkühr, verschwindet in der wesendichen Richtung nach dem Mittel­
punkt der Erde, im Fall - das was wir Schwere - auch Attracnon genannt haben ist
ebenso Repubion, der Körper kommt nicht nach seinem Centrum, sondern hat es
25 außer sich —das ist die Repubion. indem der Körper Widerstand findet hat er im­
mer dieses Streben das Druk heißt — |
§ 267. der Fall ist die relativ freie bewegung die Erscheinung der Schwere die 131„ . f 267
Schwere determinirt durch den begriff des Körpers, der Materie überhaupt — das
Andremal ist noch Accidentalität darin vorhanden/./ W ir haben den Körper ab
30 Masse, ab unmittelbaren Körper aufgenommen, der b t aber nicht durch den begriff
bestimm/. —so abo haben wir dabei eine Determination der Zufähgkeit deshalb ist
die bewegung nur relativ frei, das freie dabei b t das was der Körper selbst thut, die
Richtung nach einem Centnim, die Materie b t wesentlich, ein Centrum zu erschaf­
fen ihr ln sich seyn zu idealisim, das b t das Freie darin, der begriff, das Andre ist das
35 Unfreie, Accidentelle - daß er geworfen wird, daß man ihn fallen läßt etc - dieß
Freie b t dem Körper immanent — Man sagt der Körper wird von dem Mittel­
punkt angezogen das ist ein sinnlic/ier Ausdruck —dieses Anziehn b t das Idealisirn

24 es] Hk: ihn


1024 NACHSCHRIFT IIUECK * l 8 ’ 8

des Körpers aber es ist ebenso w nentlidi die eigene N a tu r des K örpers, die Körper
weiden angezogen es ist eine bczieliung des M ittelpunkts zu ihnen aber cb m so ihrer
selbst Zinn Mittelpunkt, sie selbst treiben sich nach dem M ittelpunkt, erzeugen sich
den M ittelpunkt - fallen also selbst werden nicht bloß angezogen
das ist das immanente im Körper - sie ist n u r die eiste N egation der Acußrrhch- s
keit, diese Immanenz - K örper in ihrer Unmittelbarkeit Massen, qualitativ bestimmte
K örper unmittelbar mit dieser Aeußerlidikeit aber zugleich Z eit mit ihrer Negation,
die aber die eiste Negation ist die Negation der Unmittelbarkeit — und som it selbst
noch Unnutte/barrs -
In Ansehung dieser bcstimmungen ist in der A n m zu bemerken:diese Darstellung io
widerspricht einer Menge von Pnnci]pien der Mechanik hierüber und ü b er das Ge­
setz des Falles - solche bestirnmnn; w ie Trägheit ist ohnehin eine falsche brstmimun?
alsdann die bcstimmungen des Drucks beziehung Fall sind bcstimmungen, die bedingt
132* diese relativ freie bewegung betreffen | im Falle, w o der begriff n u r eine Determina­
tion hat die Richtung nach dem Mittelpunkt aber der begriff ist nicht n u r diese eine is
Determination - Stoß Druk sind nur bestimnmn^eri der K örper a u f der Oberfläche
der Ende, da ist beides vermischt —diese bcstimmungen werden übergetragen in die
absolute Mechanik, wie die Schwere sich im Sonnensystem in freier Totalität ent­
wickelt, so daß alles durch den begriff der Schwere selbst bestimmt ist — da gelten
Verhältnisse nicht die davon herkommen daß n u r eine Seite der Schwere bestimmt 20
ist, die andre nicht —Stoß der sollte daher nicht in die absolute M echanik übergetra­
gen w eiden/J Man sagt aber die Planeten haben von Haus aus einen gewissen Stoß
bekommen —diese Weise der Aeußcrbchkeit der bestiinmnng w ird hier gebraucht, das
ist ungehörig —
§ 266 A n m § 2 66.T r ä g h e it, der Körper soll gleichgültig gegen R u h e und bewe- 25
gung seyn, der Körper ruhe in Ewigkeit - dam it ist das Ganze gesagt mit dem er
ruht - es braucht nicht der Ewigkeit - R u h e ist R u h e ist eine besti/nmtheit fiir sich,
die andre bestimmurg ist ebenso absolut für sich bewegung — und geht einer in den
andern über so ist das was Acußerliches, ist außerhalb ihrer nicht an ih r selbst, das
heißt die Trägheit - das gilt nur in der Newtonsdien M echanik —das ist die einfache 30
Reflexion
p 243: schon der Stoß als solcher ist durch die Schwere bedingt —Stoß ist durch eine
Richtung der bewegung bedingt, die nicht der Stoß ist, durch die Schwere ist der
Körper gleichgültig gegen den Stoß - dis sein D ruk ist sein Streben nach dein Mit­
telpunkt —die bewegung als Trieb, die nur äußerlich aufgehalten werde, Tendenz zur 35
bewegung die sich äußert dadurch daß sie dem Andern seinen O rt streitig macht -
es äußert an dem andern — Nach der empirischen Physik, die das alles bewiesen

13 alsdann H k Losung unsicher


MECHANIK 1025

haben will durch die Erfahrung - Wenn ein K örper rühr — so sieht n u n daß er
nicht ru h t sondern in bewegung ist —den O rt der andern thäng negirt —dos ist die
wesentlir/ie bestimmung der bewegung gegen eine andere |
Also handelt cs sich um diese andre Determination - In Ansehung der bewe- 133»
5 gung nach dein M ittelpunkt der Erde handelt es sich von der andern bewegung,
verschieden von der nach dem M ittelpunkt —die kann man als Wurfbewegung be­
stimmen verschieden von der R ichtung der Schwere---- (p 243. —oben) —der W urf
ist unzertrennlich mit der Schwere verknüpft, sie drängt sich selbst auf, um in betradi-
tung gezogen zu werden, man nim m t die Wurfbewegung als für sich cxisömd an sie
io h eiß t auch Centrifugalbewegung diese wird behauptet als für sich exisdmde, unge­
trennt von der Richtung der Schwere; N un ist die große G lone von N ew ton, daß er
Alles aus der Erfahrung bewiesen habe —den Apfel vom bäum fallen sehe, allerdings
erfährn w ir keine Schwere —dos Andre ist daß die vis centnfuga für sich existire dos
Ergreifen im Verfolg zu betrachten cs ist nicht um das Werfen zu thun, aber etwas
IS andrer ist, daß der W u rf für sich abgesondert von der Schwere exisürt, und das ist
w enn m an über vis centnfüga spricht
D aß eine solche Accidentalitat Unmittelbarkeit der K örper ist haben w ir gesehn, d m 2<>Wf7i J u n y
in dieser Accidentalitat liegt, daß sie in bewegung gesetzt werden können a u f zu­
fällige beschränkte Weise —das ist etwas was w ir nicht nur zugeben ab empirisch,
20 sondern nach der bestimmung der vereinzelten Körper selbst, nach welcher sie zufäl­
lig sind — dos Andre ist, daß ihre wesentliche bewegung und Ortsbestimmung nach
einer Seite wenigstens durch die Schwere gesetzt ist. die Schwere dieses Suchen des
M ittelpunkts wird nun gleichgesetzt mit der accidentellcn Bewegung die einen an­
dern W inkel gegen diese Richtung macht, als ob die accidenteile bewegung gleiche
2S W ürde hätte als die Richtung, die als W irkung der Schwere ausgedrükt wird.
p 243 § 266. M an nim m t die Wurfbewegung für sich exisümd an, daß sie wie
abstract absolute bewegung bestimmt sey als die absolute der Schwere—dis findet man
in allen Lehrbüchern der Mechanik vis centrifuga als Kraft, d. h. als selbstständige
Richtung — als beispiel ist angeführt daß wenn man einen Stein an einem bind-
30 faden befestigt und in der Hand herumdreht, so spüre man | in der Hand daß er 134»
entßiehn wolle, das sey dann die Wurfkraft; dis ist ein läppisches kindisches beispiel
dos wissen w ir w ohl, daß w ir Wurfkraft haben diese accidentelle bewegung her­
vorbringen können, die wesendic/ie Richtung ist nach dem Mittelpunkt der Erde -
w ir werfen ihn, er kann aber mehr fort, weil der bindfaden ihn hält - so ist dos ein
35 fortdauerndes Werfen — daß w ir ihn Werfen, dazu brauchen w ir diese Form gar
nicht. W ir fühlen es daß der Stein beim Drehen geworfen seyn will, eine R ich­
tung dahin hat, eine R ichtung, die w ir ihm aber selbst fortdauernd geben —dos ist
eine durchaus beschränkte accidentelle bewegung - Newton macht da ferner auf
andre Weise diese Wurfkraft als selbstständig geltend und vorstellig — da ist alles
1026 NACHSCHRIFT HUECK * 182 8

bcispiel überflüssig — daß e in ; Kugel in grader Linie sich fortbewege gegen unsre
Erde in tangenueler bewegung fortbewege — dos hot keine Schwierigkeit - New­
ton behandelt seine Leser ab K inder und setzt dos weitläufig auseinander wie eine
Kanonenkugel ^ \ —1 —10 Stunden und endlich ins Unendliche fortgetricbcn wer­
de —Etwas Andres aber ist daß diese Kraft eine wirkliche sey — ein selbstständiges s
Princip des bewegens, welche ebenso in der Materie gegründet wird —als die bewe­
gung nach dein M ittelpunkt —die W urfbewegung ist von der accidentellm herge-
nommen und zur selbstständigen R ichtung der K raft gemacht —die Kreisbewegung,
elipptischr bewegung ist etwas Andres — das ist noch nicht gewiesen, daß das was
tangennalkraft heißt nun Existenz habe — Zum b eh u f einer geometrischen Con- 10
struction in der M athematik m uß man mehrere Linien ziehn —ebenso in der analy­
tischen Behandlung - die Richtung einer bewegung wird nach dem Paralelogramm
der Kräfte betrachtet — man zerlegt eine bewegung in 2 Kräfte —was zur mathe­
matischen behandlung wesentlich is t M an m uß u m eine grade Linie behandeln zu
können sie nehmen zu dem M om ente eines Ganzen u n d zunächst zu r Seite eines is
Dreiecks/./ | M an m uß also das Paralelogramm der Kräfte c o n s tru irn ---- solche
Nöf/iwrndyjbrif für die mathematische C onstruction ist erfordert — aber diese zum
geometrischen behuf gezognen Linien sind etwas A ndres als dos physikalische/./
M an m uß sie nicht für etwas physikalisch Reelles halten — sie hoben für sich ihr
Gutes —dos gehört der Reflexion dem Verstand an , der Verstand in dieser Rücksicht 20
und die Vernunft, der begriff der Sache und dam it die N a tu r der Sache ist zweierlei -
obgleich N ew ton die Kraft nur mathematisch u n d n ic h t physikalisch verstehn will;
so thut er es doch, und nach ihm alle Nachfolger. M an n im m t Kraft als existirnde
bestimminy» und Q uelle des bestimmens — wesentliches M om ent des bestinuneiis des
begras an und damit eine wesendic/ie Weise der Existenz —E r wolle, sagt Newton, 25
dem C entrum nicht wahrhafte physikalische Kräfte zuschreiben, deshalb aber soll­
te er sie auch nicht Kräfte nennen. M it dieser Vorstellung ist das was accidcntelle
bewegung ist, eine von der R ichtung der Schwere verschiedene bew egung als etwas
ursprüngliches angesehn wo/den als etwas beharrendes so w ie die R ichtung welche
durch die Schwere gesetzt wird — dos nen n t man in der him melbewegung C entn- 30
pedal und Centnfiigalkraft - aber dos ist n u r mathematisch nicht physikalisch - bei
dem Falle wird der Unterschied von der substantiellen und accidentellen bewegung
zugleich dieser Sinn, daß die bew egung überhaupt u n d zw ar die d er accidentellen
Körper aufhören m uß in der R ichtung des Falls daß alle bewegungen schlechterdings
n u r verschwindende sind und der substantiellen wesentlichen R ichtung unterliegen 35
wovon der Fall die Erscheinung ist — so z b stellt m an sich vom Pendel vor, wenn
man ihn im leeren R aum e schwingen lassen könnte, daß e r ew ig so fortschwingen

15 können] Hk: könnn muß n un 18 sind] H k: ist


MECHANIK 1027

würde, weil ihm diese bewegung ertheilt sei —so würde sie sich fortsetzen wenn sie
nicht durch ein äußerliche Hinderniß aufgehoben würde —es ist in der Mechanik
diese Tautologie wenn der Körper sich bewegt so bewegt er sich, und die Ruhe ist
was Aeußcrliche - war kein äußerliche Hindernd! da, so würde also der Pendel
s fortschwingen | in Ewigkeit - aber die Luft hindert diese bewegung - die Reibung 136*
hindert ihn — aber die R uhe ist nicht was Andres, sondern nichts als die Natur der
Materie sie ist Richtung Suchen nach dem Mittelpunkt - diese Richtung nach dem
Mittelpunkt - dis Fallen durch die Schwere ist selbst das absolute Hinderniß gegen
die Richtung auf der Seite - der Anstoß den ich dem Pendel gegeben habe diese
io bewegung verschwindet in der wesendic/ien absoluten bewegung —so würde also der
Pendel auch im leeren Raum aufhörn zu schwingen, denn das Hindemiß das die
Seitenbewegung hat hegt in der Richtung nach dem Mittelpunkt - in der Schwere -
dieses wesentliche Veihdltniß stellt sich in dieser Zufälligkeit her —die Reibung ist
die Art der Erscheinung die Art, wie der Widerstand erscheint —dieser Widerstand
15 selbst aber ist auch nur eine Erscheinung der Schwere er kann nur Widerstand an dem
Andern finden uru/ selbst nur Widerstand leisten insofern er ein schwerer ist, dieses
Hindemiß ist Hinderniß selbst nur vermöge der Schwere, er ist ein Hindemiß, dar
die Oberhand gewinnt nach dieser Zufälligkeit.
Das sind Bestimmungen die solchen widersprechend sind die in den mechanischen
20 Handbüchern gelten Formalismus! -
§ 267 —F all eine relativ freie bewegung - In sich gehn der Materie aber noch §267
abstrocf und in sofern noch bedingt —hot noch die Aeußerlichknt an ihr, ich kann
den Körper fallen lassen werfen etc —aber er nimmt seine absolute Orts bestimmung
wieder zurück —
25 A nm Galiläi hat ein Gesetz des Falk gefunden eine große wahrhafte Entdeckung
wodurch etwas für immer gewonnen ist - das bestimmre Grund Verhältniß anzu­
geben dos bei dem Falle vorkommt —der Körper bewegt sich mit einer gewissen
Geschwindigkeit gegen die Erde, ist diese mm zufällig oder ist da ein Gesetz vor­
handen? beim Werfen ist dos Zufällig, aber hier ist der begriff der Schwere dos be-
30 stimmende in der bewegung des Falls hier muß ein Vethältniß an und für sich seyn,
durch den begriff festgesetzt, das Eine ist die Richtung nach dem Mittelpunkt, dos
Andre ist die Geschwindigkeit - dos Verhältniß von Zeit zum Raum - |
Geschwindigkeit betrift dos quantitative Verhältniß von Raum zur Zeit. - Zeit ist 137*
eine gewisse Anzahl von Secunden der Raum eine gewisse Anzahl von Fuß u dgl -
35 N un findet sich daß beim Fallen die Geschwindigkeit sich beschleunigt - je höher
man einen Körper fallen läßt, desto mehr nimmt seine Geschwindigkeit zu, ako ist die
Geschwindigkeit in sofern nicht gleichförmig - um eine Gleichförmigkeit in d a

13 wesentliche] Hk: wsentlihs


1028 NACHSCHRIFT IIUUCK ' |K ’ 8

Geschwindigkeit hcrvorzubnrigm gehört viel M ü h e z.b . Gleichförmigkeit im dein


Gange der Uhren —in der Matene ist die bewegung ungleichförmig, d. h. im Fort-
getnge der Zeit nim m t die Geschwindigkeit zu - Gallilei fand nun daß sich in der
bewegung des Falls die durchlauföen R äu m e w ie die Q u ad rate der Zeiten verhal­
ten - in der ersten Secunde ein gewisser Raum —in 2 Secunden h<rt e r 4 mal soviel s
durchlaufen —nach 3 Secunden h<it e r 9 mol soviel durchlaufen nach 5 —25 —bei
der gleichförmigen Geschwindigkeit verhalten sich die durchlauföen Raume, wie die
Z eiten - dos ist die schlechte Gleichförmigkeit —
Jen Itantjimy ln der A nm wird unterschieden zwischen Trägheit u n d Kroft etc, die nur durch
die Reflexion festzuhalten nicht in d rrT h a t reell sind — ein künstliches Schrauben, in
um einen beweis herauszubnngen; legt m an überhoirpt zum G runde, doß die be­
wegung eine gleichförmig beschleunigte ist, so laßt sich dos Gesetz leicht daraus
herleiten —Ueberhoupt ein Naturgesetz das quantitative G rö ß e hot kann rncht ma­
thematisch aufgefößt werden, sondern n u r empirisch —Dos Gesetz selber ist ein Lem­
ma fifr die Mathematik ein Naturgesetz mathcmotüc/i bewiesen ist ungültig. Legt is
man zum Grunde doß die bewegung gleichmäßig beschleunigt ist, so ergibt sich dis
hieraus indem gewöhnlich bewiesen wird die gleichförmige beschleumgung als Folge
angegeben was eigrndich nur eben dos Gesetz ist — doß die Geschwindigkeit den
Zeiten proportional ist, dos ist die einfache D efinition — d e r beschleunigten bewe­
gung - denn sie kann unregelmäßig zunehm en, aber auch gleichförmig —so doß sie 20
138„| i« Proportion | stehen rmt den zerflossenen Z eiten — mathematisch gesetzt ist Ge­
schwindigkeit = dolier verhält sich der Ronru = Q uadrat der Zeit, Geschwin­
digkeit überhoirpt heißt unbestimmte Geschwindigkeit und dos ist die abstracto Ge­
schwindigkeit d h. die schlechte Geschwindigkeit gleichförm ige Geschwindigkeit weil
noch keine weitere batimmuiig darin ist —da kom m t die Schwierigkeit eben daher, 25
doß die gleichförmige Geschwindigkeit auch bestimmt w erden soll - Unabhängig aber
davon doß w ir dos voraussetzen, hot m an dam it unm ittelbar dos Galilaische Gesetz
von den durchlaufenen R äum en Einheiten g eh t eine gewisse Anzahl a u f die Zeit­
einheiten — aber so, doß in der ersten Zeiteinheit eine gewisse Anzahl von Raum
Einheiten durchlaufen werden, in der 2”" Zeiteinheit 4 m al in der 3“" 9 mol so viH, x
N u n hot man gefunden, doß in der ersten Zeitsccunde 15 F uß durchlaufen werden
in 5 Secunden also hot man 25 x 15 Fuß durchlaufen, dos was da Kroft heißt ist
dis ganz Empirische die 15’ —die Geschwindigkeit ist der ^ —d. h . m an nim m t die
Zeit als die Einheit an, relativ zum R aum e — denn dos Mannichfaltige im Raume
nim m t man allgemein als dos Viele an, und die Zeit als dos Gemessene —dos ist auch 3$
dos richtige Veihdltniß zwischen beiden die Zeit hot zu ihrem P rincip dos Negative,

17 indem| H k i dem 33 I5’| so H k;lia: 15 Fuß


MECHANIK 1029

hat das Eins auf ihrer Seite, fallt auf die Seite des Eins - das Eins ist die paralysirte
Zeit deshalb verfährt man richtig ^ zu setzen - damit hängt zusammen, die be­
schleunigte Geschwindigkeit, - Galilai hat dis Verhallniß empirisch gefunden - man
muß nothwendig überhaupt den Glauben haben daß Natiubestimmungen nicht et-
5 was zufälliges sondern durch den begriff gesetzt sind, durch den begriff bestimmt dann
sind sie nothwendig dos Natur Gesetz muß einen innern wesendic/ien Grund haben
und dieser ist die begrifft | bestimm/heit, die man in der Wissenschaft als das Letzte ,.
139
ansehen sollte hier ist die Angabe gemacht —,daß sich dies aus dem begriff erkennen
lasse, mit der begrifft besttmmung Zusammenhänge —Es ist eine freie bewegung -
io durch die N atur des Körpers gesetzt, nicht mechanisch, d. h. also durch den begriff
gesetzt —Zeit und Raum sind die bcsammungrn, die sich zu einander verhalten; es
könen also nur wir der Natur dieser selbst ihre Geist-bestimmungen geben, dos Pnn-
cip Zeit ist als dos Eins zu nehmen dagegen der Raum ist das Außereinander - dos
eine verhält sich als die Einheit, dos Andre als die Anzahl - bei einem gewöhnli-
15 chen vielfachen Vcrhältttiß können wir eine beliebige Zahl als Eins, und eine andre
als Einheit nehmen —Hier aber ist dos Verhdltniß beider nur eine best/mmnng —der
Fall und die bestimm/heit der Geschwindigkeit der bewegung ist eine bestimm/heit es
muß eine bestrm/heit in dieser gedoppelten Form seyn in der Z eit und im Raum im
Außereinander - seine Größe ist die Vielheit des Außereinanderseyns, die Zeit ist
20 die Form der Einheit, empirische Zahl - z b. 3. etc davon ist nun der Raum ein Viel­
faches, ein Außereinander, die Zeit bleibt a1s 3 oder ab 2 etc immer eine Einheit —
der Raum hingegen ist ein vielfaches - Nun ist die Frage: das Wievielfache ist der
Raum — hierzu kann die bestimmi<n<g nicht von Außen herkommen. sondern muß
durch die Zeit selbst bestimm/ seyn - es ist eine bestimm/heit - w ir sie von Außen,
25 so war sie zufällig keine begrifftbestimm/heit. - Die Zeit ist eine einfache Zahl die
Raum-Größe ist das Vielfache —die Anzahl der Vervielfältigung muß die Größcn-
bestimm/heit der Zeit selbst seyn — |
die bestimm/heit ist in sich zurückgehnde —der Kreis des bestimm«« ist in sich 140«
geschlossen: für dos Vervielfachen ist die Quantität der Zeit selbst vorhanden —die
30 besümung der Vervielfachung kann nur die Zahl selbst seyn, dos ist dos Quadrat -
die Größenbestimm/heit ist also dos Quadrat - dos ist dos einfache Vervielfachen dis
Außersichkommen ein Vervielfachen dos durch die Grundlage selbst beschrankt ist
so wie dos geometrische Quadrat, dos zur Grundlage die Linie hat. das ist die imma­
nente Ableitung, die sich aus der Natur der quantitativen bestimm/heit ergibt —in-
35 sofern hier nichts wirkend ist, als ihr begrifftverhaf/riif? selbst, hierin ist ein Anfang
damit geinadit, zum begreifen der Vernünftigkeit dieser Gesetze —

33 Grundlage! Hk: Grdlinie


1030 NACHSCHRIFT KUBCK ' 1 8 2 8

D er Fall ist zururhst der nur relative


w ir gehn jetzt zum absoluten
§ 2 6 8 . d m Fall hoben w ir so zu fassen doß e r dos Setzen eines C entrum s -
(Masse, Körper ist eine Masse als Eins bestimmt) diese Vielen werden als Eins tdenti-
ficirt —diese Identität ist räumliche besnm m ung —und diese isf ih r C en tru m . - s
im C entrum ist der Unterschied der particulärm K ö rp er aufgehoben dos Gewicht
hot dabei keine bedcutung, was schon Galilai aufstellte —dos Gewicht hot n u r Rela­
tion beim Vahäitniß der K örper gegen einander —wos sich verhalt ist n u r die Wohr-
heit der K örper u n ter einander —dem Gesetz nach aber fallt ein K örper so schnei)
w ie ein anderer —G ewicht m uß doher von der Schwere unterschieden w erden dos 10
Gewicht hot keinen Sinn in der Schwere — Also der Fall, die Erscheinung von der
Schwere, doß die K örper ihren M ittelpunkt suchen, a u f ihre Identität losgehen - |
dieses einfur/ir Für sich seyn dos C en tru m , diese negative beziehung a u f sich ist
aber ebenso R epulsion —diese Attraenon ist diese Idealität, negative beziehung auf
sich, diese aber ist ebenso g ut Abgestoßen von sich die absolute U n ru h e, dos negativ 15
seyn seiner selbst sich als andres seiner selbst setzen, d h. sich repelliren[.] M it diesem
Setzen des C entrum s ist der begnjfda - doß verschiedene Massen gesetzt wurden war
unsre äußrr Reflexion, nach dieser sind die Massen der K örper, und weil sie nur auf
äußeriic/ie quantitative Weise sind, so sind sie selbsdos; dis U rtheil ist n ich t der be-
g n ff der Sache ist ih r endlich« Verhalten 20
die Repulsion ab M om ent der A ttraenon macht die V ollendung des begriff* der
Schwere aus. die Schwere n u r als A ttraenon ist n u r ein M om ent der Schwere, der
gonzc begriff ist Attraenon und Repulsion in ih r zu setzen dos ist dos absolute Ur­
theil, doß die K örper selbstständig gegen einander sind, aber deshalb doch nicht
aus ihrer Identität, Centralität heraustreten, sondern d arin gehalten bleiben - sie 2S
sind verschiedene C e n tn , aber ebenso a u f einonder bezogen —sie sind d am it der W i­
derspruch eines selbstständigen Für sich seyn —aber sie sind ebenso wesendich zu-
somrnengeschlossen - dieser ih r Widerspruch erscheint d ann als bew egung - diese
Selbstständigkeit w ird negirt - zeitlich gesetzt — dos ist die bew egung, die absolut
freie bewegung - die bewegung des Systems der himmlischen K ö rp e r der Schwere 30
ist der begriff, diese K örper sind die Riesenglieder des begrifls der Schwere —dos ist
ein Subject ein System eine Organisation |

A b s o lu t e M e c h a n i k $ 2 6 9 .

D ie Gravitation ist der wahrhafte bestimmte Begriff der m aterteilen Körperlichkeit


der zur Idee realisirt ist, ist die erste Idee in ihrer Totalität, der begriff zum vollsten- 35
digen Daseyn seiner Momente gekom m en, diese Gravitation h e iß t dieses wos in $ 268
MECHANIK 1031

angegeben, die R ealität vom begriff der Schwere ist, doß die Momente des brgnjffs, die
untersehieden als selbstständige besondre K örper gesetzt sind die in dem Vethällniß
stehn, welches durch den begriff angegeben ist. der begriff der Körperlichkeit gibt,
enthält dieses: daß die außeranander scynden Müssen ein C entrum suchen, gerichtet
S sind nach einem M ittelpunkt nach ihrer Idealität - diese Idealität ihres Außerein-
andeibestehns ist ihre Wahrheit. aber diese Idealität ist zugleich dieses sie als U nter­
schiede zu setzen, so doß die schlechte Untersdnedenheit der Massen durch diese
A ttraenon, Idealität selbst gesetzt ist. Idealität als Neganvitat, Abstößen ihrer selbst,
gesetzt werden der besonder» K örper M ittelpunkt und zugleich ausschließen aus dem
io M ittelpunkt —und so als unterschiedene gesetzt —, als solche, die selbst Centra sind,
aber zugleich unter der Herrschaft ihrer Q uelle ihres U rsp ru n g bleiben ihres M it­
telpunkts ihrer Unselbstständigkeit, oder der Centralitat, in der sie ideell seyn sollen,
diese ihre beziehung —dieser Unterschied drückt sich durch ihre bewegung aus. die
bewegung die eben das ist, selbstständig zu seyn - fern von ihrem Mittelpunkte aber
is n ich t ruhende —sondern der O rt, den sie einnehmen ist ihr bestehn, ihr ausschlie­
ßendes bestehn daß sie dis ausschließende bestehn selbst veriäugneten, einen andern
O r t einnehm en —ih r Selbstseyndes Vedäugnen, und h ier selbst ausdriiken daß dieses
Verläugnen herkom m t von ihrem C entrum , daß dieses Aufgeben ihres O rts gesetzt
ist von ihrem C entrum . das die allgemeine bestimmten.; das ist das System der himniL-
20 sehen bew egung —auch System der Gravitation/./ | Beim Uebergehn ziem physikali­
schen sind die unterschiedenen selbstständigen Himmlischen K örper nach ih r wesent­
lich m echanisch noch betrachtet —§ 276 —279 —280 hier haben w ir es noch nicht
mit den physika/isc/ien Unterschieden dieser absoluten durch den begriff gesetzten, von
einander unterschiedenen Körpern zu thun, sondern nur mit der mechanischen be-
25 gri//sbestimmtheit, die sich a u f ihre bewegung bezieht - dieses kann bemerkt werden:
S t e r n e u n ter dem System der Gravitation verstehn w ir bloß das System uns­
rer Sonne imt den Planeten. Monden und C om eten, außer unsrem Sonnensystem
wissen w ir, daß es noch unendliche Menge von Sternen gibt, und w ir haben es in
der Vorstellung, jeden Fixstern als ein selbsdeuchtendes und in sofern als eine Sonne
50 zu betrachten; das was die Philosophie gar nur intressirn kann ist das was w ir das
Sonnensystem nennen, weil w ir n u r von diesem wissen ab ein System d .h . weil
n u r hierin der begriff, Vernunft überhaupt erkannt ist, nur dis etwas vernünfti­
ges fiir uns ist — das andre hat noch kein lntresse für die V ernunft---- die Sterne
sind diese leuchtenden Punkte, die die Stille des nächtlidicn Himmels ausmachen,
55 das hat für die betrachtung was R ührndes Stillendes beruhigendes — die Stille der
N acht —die Lichter in dieser Ferne Unantastbarkeit für uns — nur Lichter, nicht das

5 Idealität] Li. Ideahuet (attraenon) 19 von ihrem] Li. durch das Bestreben auf ihr

22 mechanisch] Hk: phynk 30 gor Hk Lesung unsicher


1032 NACHSCHRIFT IIUECK * 1 8 2 8

Mannuhfalhge das w ir am bunten Tage sehn, sonder« einfache leuchtende Punkte,


das Abstractc ist w odurch d<is G em iith nicht gestört, sondern zur R u h e zur Ein­
fachheit seiner Leidenschaften nach allen Seiten zirrrtckgefiihrt w ird, dieser Anblick
des gestirnten Himmels der von jeh er den M enschen in sich geführt - ist etwas
ganz andres als das Intresse der Vernunft. Was w ir an diesen Sternen zunächst in 3
Beziehung auf den begriff sehn ist diese unendlir/ie leere M anmehfaltigkeit, wie ein
144,* Ausschlagen das sich am Himmel als Licht ergießt, w ie an einem K örper | über­
all Punkte der Entgegemefziorj daß das Licht da allenthalben ausschlägt leuchtende
Punkte in bloßer abstracrer Vielheit, Menge - es ist die formelle Repulsion, die ganz
vemunftlose Repulsion, eine Vielheit überhaupt — in w iefern dieser Vielheit auch io
eine systerualür/ie Repulsion und Vernünftigkeit zuerkannt werden k önnen wollen
w ir den folgenden Zeiten überlassen. Es sol hienut n icht gesagt werden daß eine sol­
che Krystallisaaon, M arkirung nach Punkten nicht vorhanden scy aber ebenso wenig
sollen w ir uns Phantasien Analogien überlassen, die leicht gemacht werden können.
Für jetzt ist es zufällige Manmehfaltigkeit, die in der N a tu r w ie im Geiste ih r Recht 15
hat - noch mehr aber In der Natur in diesem abstraclen Raum w o w ir bloß mit Zcil
und Raum und Materie überhaupt es zu thun haben, das Licht ist noch das formlose
gestaltlose —also ist hier um so mehr der Fall für abstraefe Zufälligkeit —W enn wir
also beim gestirnten Himmel auch empfinden — ehren wollen w ir die Sterne nicht,
die Vernunft das System ist bloß im Sonnensystem; M an h at schon früher Figura- 20
nonen gehabt die nichts für den begrtff darbieten — außerdem aber auch Abwechs­
lungen, w orin sogleich eine Lebendigkeit ist — Spuren von Lebendigkeit hat man
gefunden — Man hat Sterne beobachtet die periodisch verschwinden und periodisch
heller werden, darin scheint ein Gesetzmäßiges zu seyn so z. b. der S tern im O rion,
in neuer Zeit hat man viele Entdekungen der A rt gemacht — die Nebelflcke, die 25
Milchstraße hat man durch das Fernrohr in eine Anzahl von leuchtenden Punkten
38vb aufgelöst - einfache Sterne hat man als D oppelsterne | gefunden, in w elchen also
eine Direm tion eine Zerreißung Statt findet —dis U rth eil diese D irem d o n ist also
145«, schon was Intressantres---- sonderbare Figurationen h at m an gefunden - | Es hat
großes Intrase daß m an in den gestirnten Himm el w eiter hineingedrungen ist, ab 30
der gewöhnliche Anblick uns geboten es ist intressant für die b c o b achtung, und da
gibt es sehr viele Eigenheiten besonderheiten —das sind die höhern Delikatessen der
empirisc/ien Wissenschaft —für die Vernunft ist das noch n ich t so w eit hervorgebracht

2 gestört) Li: zerstreut 17 Licht) Li' Licht, das wir allein sehen formlose] Li: formlose,
abstrakte 23-24 die periodisch ... werden) Li: das periodische Abnehmen des Lichtes 25 die 35
Nebelflcke) Li: Wunde! der Nebelflecke

7 ergießt Hk: Lesung unsicher 8 Entgegensetzung Hk: Lesung unsicher 25 Entdekungen] Hk.
Entdektung
MECHANIK 1033

daß d a n n Gedankenbesttmmungen Systematisirung und damit Vernünftigkeit zu er­


kennen w ären - dos ist also der Feld der Sinnlichkeit, des Raum s - diese unendli­
che Vielheit Manmehfaltigkeit hat hier ih r Recht - ihren besitz — Eine Pflanze ein
lebendiger K örper ist etwas respectableres eine höhne in sich seynde Organisation
5 als so ein Stern diese Sterne diese Abstraktion Lichtpunkte, da müssen w ir also im
Grunde nich t groß drauf achten —die ungeheure Entfernung ist die Leerheit, die a u f
großen Zahlen besteht —Zahlen haben allem eine Wichtigkeit, ein Intresse, in sofern
sie M omente eines Gesetzes sind, in sofern sie aber keine Momente sind sind sie bloße
Q uantitäten
io Also ist es n u r unser Sonnen System welches von den himmlischen Systemen ein
System ist und als ein solches die Existenz der Idee, und so eine Totalität, w ie eine
Pflanze oder w ie ein thierischer K örper - ein Subj ecr dieses Systems, aber noch die
erste Idee; das erste dieses Systems die Subjecdvitat als solche ist noch nicht zur Exi­
stenz gekommen sondern w ie in einem thienschen Subjert das System sich in O rga-
ts ne Glieder entfaltet hat, die aber in der Existenz dis eine Individuum ausmachen so
sind die Glieder des Subjects welches das himmlische System ist, noch selbstständige
K örper — in dem die Subjecdvitat noch nicht zur Existenz gekomen ist, so daß die
Herschaft n u r die Sehnsucht | nach der M enschheit ausgesprochen ist, die Glieder 146,*
sind noch selbstständige Körperlichkeiten —das ist das was die allgemeine Gravitation
20 genannt w ird —
A n m die Gravitation widerspricht zunächst ganz dem Gesetz der Trägheit aus
dieser Gravitation aus dieser leeren bestimmury* ist alles was der endlichen Mechanik
angehört D ruk und Stoß zu entfernen die Form der Abhängigkeit ist nicht in diese
Region der Freiheit mit hinaufzunehmen das ist aber der Unterschied der N atur P h i-
25 losophie und der Physik daß m an die Categorien der Physik unbesehn gebraucht und
hin über nim m t dahin w o der begriff zu seiner Freiheit R ealität gekommen ist —das
ist diese Attraction, C entralität und Repulsion, und das 2“ ist die Einheit beider.
R epulsion Selbstständigkeit der K örper, die in der Attraction ihre Unselbstständig­
keit aussprechen, und das sprechen sie durch ihre bewegung aus, die sich a u f das
30 C entrum bezieht —das sind ihre begriffe Momente aber C entripeda/ und Centrifuga/
Kraft sind Kategorien des Verstandes, begriff und R ealität sind aber so unterschieden
aber w ir nehm en sie nicht als selbstständige an, die getrennt von einander eine Wahr­
h e it haben — das sind die Unterschiede, die nicht fixirt werden müssen, ab o b sie

3—4 Eine Pflanze ... Körper) U Jedes lebendige Thier 4 eine höhre ... Organisation] Li: ein
35 viel höheres Object derVernunft 6 -7 auf großen ... besteht) Li man auf zahlen reducirt hat 19
Körperlichkeiten] Lt Körper, wahrend die Glieder eines Organon cs selbst ausmachen GraviM-
non] Li: Gravitation das freie System der Bewegung 23 Form) Li: formel 24 Freiheit] IJ:
Leerheit 26—27 das ist ... beider] Li: die Repulsion und die Einheit der Repulsion machen die
Gravitation aus 30 CentnpetLt/ und Centrifuga/] Li: Attractiv und Repulsiv
1034 N A C H S C H R IF T H U E C K • l 8 ’ 8

a u ß e r e in a n d e r jedes fü r sich etw as sey, so lc h e r u n w a h re r R rflexionsbatim niuifgen ist


diese M echanik v oll —.
f 270 § 2 7 0 . D ie K ö rp e r in w elchen d e r b e g riff der Schw ere realisirt ist lieben zur Be­
stim mung ih re r u n te rv h iedenen N a tu r d ie M o m e n te des b e g r iff, u n d ih re unterschie­
dene N a tu r w ird n u r in R ücksicht a u f d ie b e w rg u n g betrachtet —; e in K ö rp e r ist das s
algenieine C e n tru m , d ie C e n tra litä t ist z u r E xistenz g e k o m m e n , ab er diese Idealität
des C e n trim u . d ie S o n n e , ist ebenso n u r abstrocte C e n tra litä t, nicht lebendig, nicht
e in Individuum , w elch es sein System, seine Enrwich/un,?, u n d d ie M o m e n te der Ent-
M7m wicltlimg a n ih m selbst h ält, sondern n u r abstrocte Id ealität; | re la tiv ru h n d e r C en-
tra lk ö rp e r. der Schluß ist n ä h er diesen das e in e E x tre m ist d ie abstrocte C entralität, io
wr,, d as an d re E x tre m sin d die K ö rp e r der selb stlo sen K ö rp e rlic h k e it, | so daß diese
d o ch cxistiit in d e r W eise eines selbstständigen K ö rp e rs — d ie M itte , w elc h e sie ver­
e in ig t (sind d a n n d ie besondern äußerlichen E in z e lh e ite n dieses Allgemeinen dieser
Id ealität - ) . die M itte ist d a n n dis, C e n tr u m fü r sich z u sey n sich als C e n tru m zu
bew eisen u n d zugleich sein C e n tr u m a u ß e r sich z u h o b e n ; dos sin d d ie 3 A rten der 15
K örperlich k eit; in der N a tu r aber ist dos E xtrem dos A u ß e re in a rid e r selbst Extrem
des G egensatzes, ex isd rt als G eg en satz, selbst im m e r als a n ih m unterschieden, dieses
E in e, w elc h e s e in M o m e n t ausm acht, a n ih m selbst e in Z w eifach es; so haben wir
V iere. — W as d e m B egriffe n a c h n u r 3 h e it ist, w ird in d e r N a tu r z u r 4 h a t - so
hoben w ir viererlei K ö rp e r des System s: d e r e in e d ie C e n tra litä t ist die Sonne, ein 20
T h e il d e r abstrarfen C e n tra litä t, d e r K ö rp e r d e r a u ß e r d e m C e n tr u m ist, aber als
M o m e n t des Systems a b h än g ig ist von diesem C e n tr u m , a b er zugleich e in C en tru m
fü r sich ist, dos ist d e r p l a n e t a r i s c h e K ö r p e r — r o tir t - dos ist d e r beweis daß
e r se in C e n tr u m in sich h o t d a ß e r u m d ie S o n n e r o tir t is t d e r bew eiß seiner
A b h ä n g ig k e it — hingegen d ie selbstlosen K ö r p e r zerfallen in 2 A rte n : d ie lunarische 25
u n d d ie C o m e ta n sc h e K ö rp erlich k eit — L u n arisch e is t d ie s p rö d e , u n d deshalb nur
d ie n e n d e K ö rp erlich k eit, die M o n d e , d ie n u r d ie n e n d sin d , d e r P lan et ist die M itte
( C e n tr u m fü r sich u n d C e n tru m a u ß e r sich) — in diesem G e g e n sa tz d e r einen Cen-
trali tot d e r S o n n e , u n d int G eg en satz seiner S elbstlosigkeit — dos ist d e r T rabant der
n u r selbsdose K ö rp e r | 30
148 ,u d ie an d re S eite zu diesem D ie n e n d e n ist dos A usschioeifende. dos ist d e r C om et -
dos D ien en d e, S elbsdosigkcit in 2 F o rm en , dos d ie n e n d e u n d dos Ausschweifende zu
seyn - dos sin d die 4 W eisen der K ö rp erlich k eit, d ie z u m System g e h ö m , diese drü-
k e n n ich ts a n d n s aus, als d ie M o m en te des b e g r iff, l . A l l g e m e i n h e i t . I d e a l i t ä t -
C e n t r a l i t ä t . - S o n n e —2 . die b e s o n d e r h e i t ist dos P lan etarisch e - die Form en K

23 rotirt) Li der u m »ich roort und um ein en andern 32 Selbsdosigkcit) U . dos Selbstlose =
C cntrum lose (Ls dienm de] Li K necht

2 8 sKh) -J in H kfolgt p r. sich 3 0 selbsdose] Hk: selbst Ise 3 2 Selbsdosipkeit] Hk: srlbsdoscnhit
MECHANIK 1035

sind selbst einseitig doch könnt w ir sie zum Grunde legen — und 3. dann dos E x ­
t r e m d e r u n m i t t e l b a r e n E i n z e l h e i t . A u ß e r s i c h s e y n ist selbst das Ge­
doppelte —W enn man hört: man hot gefunden Planeten Sonne Trabanten, so kann
m an zunächst keinen Glauben daran haben wenn man diesen K örper so dem begriff
s unterordnet —es kann als Spiel von Gedanken über dos erscheinen, was man in der
Erfahrung vor sich hat —, aber man m uß in der Philosophie dos wissen, daß der begriff
es ist, der alles regirt —und dann m uß m an dos beweisen —und bewiesen wird e r nur
in A nsehung dessen was das Natürliche ist, und dann m uß n u n diese Eigenschaften
des Natürlichen nrit den begrffsbesummiingen vergleichen, und so w ird m an finden,
lü daß diese Eigenschaften den bcgrffsbestintmtmgen entsprechen, die für sich die
notliwendigen Eigenschaften des begras sind
D en physikalischen Unterschied lassen w ir a u f der Seite —der Unterschied der in den 2(nlen Juny
A nsehung der bew egung diesen Massen zukom m t ist wenigstens im Algemeinen an­
gedeutet - selbsdose Körper, die M ute ist die Vereinigung beider C entrum in sich
15 selbst zu haben und das Centrum außer sich zu haben, es vereinigt diese beiden be-
stimmuttgen der Extreme —Schluß w odurch diese C e n tn verbunden werden, der le­
bendige Schluß —als absoluter Schluß, Schluß in seiner nicht einfachen Form — hier
und überall | da ist nicht n u r ein Verha/friiß des Zusammenschlußes vorhanden; die H9im
Sonne das C entrum ist das eine Extrem, das andre ist dos Extrem der sclbsdosigkeit,
20 C o m et und M ond —und w arum dis zerfallen ist angegeben, die M itte ist nun der
phnelarische K örper, dos ist eine Weise des Schlußes der Schluß hat aber nicht bloß
diese Form, sondern er hat auch diese Totalität, sondern daß jeder K örper das Extrem
ebenso die M itte ausmacht; der Grundschluß ist die Dreiheit des Schlußes, so daß
jedes d er Extrem e auch die M itte ist, so ist dann die Sonne ebenso die substannelle
25 E inheit, w odurch die phnetarischen K örper zusammengehalten werden und dann ist
auch dieses 3“ M om ent vorhanden, daß der Schluß des Sonnen Systems vorhanden ist,
daß die Sonne durch das Andersseyn ihrer selbst durch die Centrum losigkeu daß
das b eru h n a u f sich selbst durch sein Andersseyn die Selbstlosen K örper durch dis
sein Andersseyn sich mit sich selbst zusammenschließt, und diese Totalität, durch
30 sein Andersseyn mit sich zusammmgcschloßen seyn, das ist der planetarische K örper
der begriff in seiner Totalität ist der Schluß — aber m an m uß den Schluß nicht nur (Realität)
a u f eine Weise in einer Form fassen, sondern so daß jedes der 3 in einem Schlüße
auch die M itte ausm acht —; das Extrem der Centralität der Subjectivität —schließt
sich mit sich selbst zusammen und diese beziehung auf sich dieses Zusammerige-
35 sehloßen-Scyn ist das planetarische —dos ist dann das Vernünftige - die Totalität der

30 Körper] Li.' Körper, denn er ist das Centrum und das centrumlose

15 haben] Hk: hbn u ebn so außr sich TI ihrer) Hk. sr 29 zusammenschließt] Hk. zus. /
shlißcn
1036 NACHSCHRIFT IIUECK * 1 8 2 8

begn/frbestimmunfni unter welcher der Unterschied dieser K örperlichkeit vorhanden


ist das ist die Vernunft die in dem Unterschiede diese verschiedenen K ö rp er produ-
cirt —ewig, wesentlic/i producirt —in sofern interessirt uns das S onnen System allem,
ISOit weil Totalität und damit Vernünftigkeit | darin ist —begriff, der sich entw ickelt - real
ist, und in sich bleibt s
A n m . die planeraruc/ien K örper als unm ittelbar co n cretc sind die vollkommen­
sten/^ Im gemeinen Leben wird die Sonne als das Vortrefflichste dargestellt, aber die
3VV|I Sonne ist das Abstractum der C entralität, | der Idealität — die cinfac/ie beziehung
au f sich gegen das Außersichseyn, die Subjectivität ist h ie r o bjectiv existirnd es ist
also hier die Existenz des Abstracten das ist aber n u r einseitig - die andre Einsei- 10
tigkeit zu dieser Abstraction ist die C entrum losigkeit —aber der Planet enthält diese
gedoppelte beziehung a u f sich U m w älzung und sich a u f das andre zu beziehen
er ist nicht das Unvollständige, sondern das was die verschiedenen bestimmungen in
sich vereinigt - der Planet ist das Vollkommene - ebenso im Lunarisrhcn, das sind
auch abstracto K örper K örper in der einfachen batim m ung der Existenz — das andre is
sind die G e s e t z e d e r b e w e g u n g des S o n n e n S y s t e m s das ist das Wesent­
liche Große in diesem System es ist das C en tiu m Schwere und Materie h ie r kommt
die Idealität z u r Existenz, der M ittelpunkt exisrirt — diese Idealität beziehung ist
ebenso R epulsion, da sind nun die andern zunächst üb erh au p t — diese andren nun
sind so für sich überhaupt — centrum lose K örper, existiren als besondre Massen 20
freischwebeud sich verhaltend —und ih r F ür sich seyn ist zunächst dieses, daß sie an
einem bestimmten ausschließenden O r t sind, das bestehn fitr sich haben w ir in dieser
Sphäre gesehen - bestehn ist überhaupt Räumlichkeit, u n d fitr sich bestehn ist einen
bestimmten O rt einnehmen —nach der R epulsion nehmen sie also einen bestimmten
I5I10 O rt em , aber eben so ist die Idealität | ihres besrehns (ihres bestimmten O rtes) ge- 2s
setzt —d .h . daß sie diesen O rt verändern das ist bew egung —aber d aß diese bewe-
gung zugleich die Einheit bleibt in der V erändrung und zugleich B eziehung a u f den
M ittelpunkt, D eterm ination ihres O rts - nicht der abstracten V erändrung - (abstrac-
te bewegung ist zufa% e bewegung) sondern daß die bestim/nfheit des O rte s ebenso
sehr bleibt, und diese bestimtheit des O rtes ist wesentlich ih r Verhd/fn/0 ihre Entfer- »
nung vom C cntrum —und ihre bcstimmtheit gegen einander (davon wollen w ir zu­
nächst abstrahirn) das Aufheben dieser bestimmtheit d . h . V erändrung bemegung. aber
so daß diese Verändrung zugleich bestimmtheit des O rts b leibt — d . h . Verändrung
die das Ausgeschlossenseyn zugleich ist, das ist die R o t a t i o n K r e i s b e w e g u n g -
bewegung in einer Curve, die ihren M ittelpunkt hat. diese gesetzliche bewegung 35

13 er] Li: er ist die exuanufrTotalitaet,er 16 die G e s e tz e ...S y s t e m s ] Li: die / G e s e t z e des
S o n n e n sy s te m s

3 6 -3 7 G e s e tz e d es S o n n e n sy s te m s m U ais große,fieigtsttlUe Übenthnft


MECHANIK 1037

ist’s was von jeher die M enschen intressirt hat. die Entfernung kann nun verschieden
seyn (dis später) —das A ndre ist dann, daß die bewegung in sich zurückgeht daß sie
bewegung ist bestinimrheit des O rts bestehn in sich und Verändrung des O rts, die
zugleich wesentlich bestimmtheit bleibt, eine bewegung die ihre beziehung a u f das
5 C e n tru m bleibt —also Kreisbewegung —
das N ähere der bestimmtheit dieser bewegung in Ansehung der Geschwindigkeit
ist das w orauf sich die Gesetze von der bewegung der himmluc/ien K örper beziehn,
bew egung ist Raum und Z e il diese haben eine bestimmte G röße gegen einander
quantitative bestimmtheit des Raums und der Zeit, das macht die Geschwindigkeit
io aus, daß diese ein Constantes ist macht ein Gesetzmäßiges aus —von dieser Gesetz­
mäßigkeit in der Anmerfcmig Kopplers unstcrblic/ie Entdeckung | das größte was 152*
die Wissenrr/ia/f geleistet. M an sagt N ew ton habe die | beweise gefunden Keppler 40ru
habe sie n u r aus der Em pirie genommen, das N ähere lassen w ir bei Seite — nicht
leicht ist ein R u h m von einem Entdecker a u f dm Andern unrechtmäßiger ü ber-
IS gegangen, die D euts dien sprechen dann leicht den Ausdruck nach —Keppler hat
27 Jah r sich mit dem AufEnden des 3” Gesetzes zugebracht, der absolute Glauben
daß Vernunft darin sey hat aber nicht nachgelassen, Keppler ist von R ostock nach
R egensburg geritten um sich das vom römischen Kayser zugestandne G eld vom
Reichstag auszahlm zu lassen, da ist er gestorben, vor 15 Jahren hat der Füist P ri-
20 mas Dahlberg ihm ein D enkm al gesetzt —darin haben die Deutschen ein 3faches
Unrecht gethan
Die M athem atiker gestehn zu daß sich aus den Kcpplerschen Gesetzen die N ew -
tonischen Form en ableiten lassen, es sind n u r andre Formen. —die Schwere nim m t
N ew to n w ie sie im Falle eischeint bestimmt die Geschwindigkeit im Falle, aber ebenso
2S gut ist diese Einheit Totalität der bewegung vom himmlüc/ien System Schwere Gra­
vitation —das Z w eite ist —und w onn der R u h m Newtons vage gesetzt ist, ist daß
N ew to n beweist, ein K örper der dem Gravitationsgesetz unterworfen ist, was bei
ih m nu r Schwere heißt, daß ein solcher K örper wenn er sich um einen M ittelpunkt
bew egt sich in einer krum m en Linie in einer konischen Seckdon bewegt — dieses
30 beweisen a u f geometnsehe Weise geführt ist nicht gegen Einwürfe gesichert — son­
dern Docent hält sie für einen schlechten beweis; in Schuberts Astronomie in Pe­
tersburg erschienen wird das nach Newton auseinander gesetzt aber Schubert macht

10 diese ein Constantes) Li: in aller Geschwindigkeit eine Einheit 11 Kcpplen unsterbliche Ent­
deckung) Li: Kepler hat die Gesetze entdeckt. 12 gefunden] Li. a priori bestimmt 16-17 der
15 absolute ... sey] Li: in dem absoluten Glauben mußte eine Vernunft sein 17 Keppler ist] Li: Als
Astronom des deutschen Reiches ist er 19 da ist —gestorben,) L r und ist fast hungers gestorben,
vor 15 Jahren) Li: 1820 29 konischen Secknon] Li: Conducnon

11 Entdeckung] in Hlijiil;l eine 7hlliiilie nw edni rirr I M iiif n i 14 unrechtmäßiger] Hk unrechr-


nufliger auf 26 vage H k Lesung itnsuhtr 30 auf] Hk: aus 34 Gcsetre) U Gttzte
1038 NACHSCHRIFT HUBCK * 1828

151m auf einm | Punkt aufmerksam wo der beweis schwach ist - Damals ist die Zeit des
beweisens gewesen. Man hat einen Satz gesudit, und nun d m beweis als Gerüste des
Satzes angebracht - der beweis Newtons ist so schlecht als nur ein beweis seyn kann,
auch haben alle Mathematiker diesen beweis verlassen — der Newtonisehe beweis
von dem Fundammtal-satze ist ein nirhtiger beweis, der nur d m leeren Schein des s
beweises hervorbringt. Man muß sich nicht wundem w enn man dann sagt, daß sei­
ne beweise mehr Stich halten, denn auch der beweis daß die K örper sich in einer ko­
nischen Form bewegen müssen hat Doceni stets mangelhaft erschienen, doch wenn
wir ihn gelten lassen so resident aus diesem beweis nichts andres, als daß der Körper
sich in einer konischen Form bewegt, was aber zu beweisen w ar ist daß der Körper 10
sich in einer Ebppse um die Sonne bewegt, nicht daß er sich nicht im Kreise be­
wegt —was zu beweisen war dos ist daß die bahn eines solchen Körpers nicht ein
Kreis oder sonst eine koniseedon sey —er hat nur bewiesen daß die bahn ebenso gut
ein Kreis als eine Conisecnon seyn könnte dos hot er bewiesen, aber nicht daß die
Bahn nothwendig eine Elypse seyn müsse, Newton beweist som it dos Gegenthnl 15
von dem was er beweisen soll, die bestunmung daß die bahn eine Elypse sey wird
auf einen empirisch aufgenommnen Coefficienten geschoben —Schon nach diesem
Umstande ist es vollkommen ungegründet daß N ew ton die Kepplerschm Gesetze
bewiesen habe —
die mathematische bestimmung nach dem Fall ist auch nach der Erfahrung durch 20
154„ Deducdon aufgezeigt es ist nichts als der Unterschied, daß die erhabne Form | Kepp-
lers in eine Form der Reflexion umgewandelt ist —Z u r geometrischen Construction
braucht man Linien, die als Kräfte ausgesprochen werden; das was N ew ton Eigen­
tü m lich ist, ist der Gedanke der Perturbadon, daß die himmlischen K örper in ihrer
40vb bewrgung um das Centrum nicht unabhängig jeder für sich | ist - Jeder Planet 25
bewegt sich in der Elypse um sein C entrum , der N ewtonsdie Gedanke ist daß die
bewegung e in s jeden einzelnen Körpers auch bestimmt wird, modificirt wird auch
durch die bewegung der andern K örper —Perturbadon ist S törung daß er mit den
andren eine Beziehung bildet in sofern sie in ihrem U m lau f in eine gewisse Nähe
kommen gleichsam momentan sich einander anziehn nach der A ttracdon sich zu 10
einander verhalten, im Streben begriffen sind, eine Masse, einen K örper zu formiren,
dis ist es was Perturbadon heißt —ein wichdger Gedanke. —
Momente zum begreifen dieser Gesetze begrifismomente, w o rin die Gesetze nur
der Ausdruck sind - b e m e r k u n g : W enn man in die physikalischen oder astro­
nomischen Lehrbücher hineinsieht, so findet man diese Erklärung und cs wird vor- 35
nehmlich die Centripedal und Centrifugalkraft zwm G runde gelegt —diese werden

3 Satzes] Hk bwiss 9 daß] Hk. dt 10 bewegt] Hk: bwut 21 erhabne Hk. Lesung unsicher
MECHANIK 1039

in der physikalischen Astronomie jede als selbstständige Kraft vorgestellt jede als
ein empirischer Factor, schon diese Annahme von selbstständigen Kräften ist un­
statthaft ---- bloß subjecnm Denken hat in der Natur keine Wirklichkeit - indem
man genau nachsieht findet man daß sich diese Erklärungen jedes mol sich in sich
5 verw irrn, so daß man ebensogut dos Gegcntheil von dem sagen kann was erklärt
wird —. |
Die Gesetze der himmlischen bewegung sind die Kepplerschen Gesetze —die be- 155«
stirnmungen, die hier vorhanden sind, sind Größcnbestimmungen —Entfernung und dm 27scen Juny
G röße der Entfernung Geschwindigkeit — quantitativ bestimmtes der Zeit und des
10 Raums —so ist das das Reich der Größe Alles nach Größe bestimm!, die Quantität
ist hier qualitativ bestimm! wie schon beim Fall —die Größenbestimmrheit der Ge-
schwindigkeit im Fall ist schon qualitativ, indem dos begras moment der Schwere ein
bestimmendes ist —dos ist also dos Reich der Maaße diese Maaße nun anzugeben
und ihr Vethältniß sind die Gesetze, dos sind die Kepplerschen 3 Gesetze 1. p 252
iS daß die Gestalt der bahn die die Körper um ihren Mittelpunkt machen, eine Elypse
ist, kein Kreis — Copernicus hot noch Kreise angenommen. M an muß keine so
große Wichtigkeit daraus machen daß das so ein großer Fortschritt sey, daß sich die
Erde um die Sonne bewegt zu wissen bewegung ist etwas relatives —die bestimmung
der bewegung ist ganz dieselbe; dos ganze Verhalten ist auch dieselbe wenn beide
20 sich bewegen; dos vernünftige der begriff ist immer erst die Systemabsation - die
bestimmiheit der bewegung ist dasselbe - da ist also kein Großes daraus zu machen
daß m an wisse, daß die Sonne ruht —Tycho de brahe hot angenommen daß die
Erde ruhnd sey, und die Sonne sich um sie bewege und alle andern Planeten und
das ist dasselbe —der Grund warum die Erde sich bewegt ist nach La Place daß es
25 unschicklich w ar daß der große Körper der Sonne sich um den kleinen der Eide
drehe —; das ist ein Grund des Decenz aber | kein physikalischer — die Gesetze
bleiben also dasselbe aber die Hauptsache ist das Nothwendige zu finden —Keppler 156,.
de stella Martis nach eigner und Tycho brahe’s beobachtung zeigt er daß man seine
bahn als Elypse nehmen muß —dos ist nun aus der Erscheinung abstrahirt — es ist
so die Hypothese wodurch sich die bewegung darstellt; das andre ist zu zeigen in wie­
fern Begriffsbestimmung darin ist —daß auch die Cometen in Elypsen sich bewegen
vielleicht in Parabeln —von den meisten Com eten weiß man dieß nicht, daß sie
zimickkommen —sie verlaufen sich, zerstieben sind vielleicht nur ein momentanes

2 diese Annahme ... Kräften] Li: der erste Stoß ab Selbstständig 8 Giößcnbestiirrniungen] Lr ein
35 System von Größen die qualitanv bestimmt sind 10 Große,] Lt: Maaße 23-24 die Sonne ._
dasselbe] Lr die Planeten bewegen sich um die Sonne, und die Entfernungen sind dieselben

14 p] Hk: 5 23 sie] Hk: ihr 26 Gesetze] Hk: Gsctze geslr 34 ak] Lt: und
10 4 0 N A C H S C H R IF T H U E C K • 1 8 2 8

G e b ild e — — ü b e rh a u p t a b e r sin d ih re b a h n e n k e in e K re ise — dieses h«it N e w to n


n ic h t b e w ie s e n , sondern h o t b e w ie se n d a ß es e b e n so g u t e in K re is seyn k a n n - der
K re is ist a u c h e in e in s ic h z iirrtc k k c h m d e L in ie d ie R i c h t u n g m u ß in d e r V erände­
r u n g des O r te s a u f d as C e n tr u m b le ib e n p 257 — iin K re is e sin d alle R a d ie n g ln d i
u n d in b c z ie h u n g a u f d ie b e w e g u n g k a n n d ie b e w e g u n g im K reise n u r gleichförm ig s
se y n . — M a n k a n n sic h n u n z w a r a u c h im K reise d ie b e w e g u n g als ungleichförm ig
v e rs te lle n a b e r n ä h e r b e tra c h te t ist das n u r e in e le e re V o rste llu n g — S o n n e . Erde.
P lan eren ro tire n u m sic h selbst; d is g e h ö r t d e r Bestimmung a n , d a ß diese K ö rp er
a u c h C e n t n in sic h selb st sin d — a b er d e sse n u n g e a c h te t sin d sie K örper — das ist
i h r in sic h sey n , d a s ist d ie Id e a litä t ih re s A u ß c rsic h se y n s, ab er d ie K ö r p e r sind auch 10
a u ß e r sic h , sie s in d in sic h ab er a u c h a u ß e r sich in W id ersp ru c/t. dieser W iderspmc/i
l$7i» s p ric h t sic h in ih n e n a u c h als b e w e g u n g au s, u n d z w a r a b sic h a u f sic h | beziehende,
r o d r a d e b e w e g u n g —d ie g leic h fö rm ig ist — a b e r d ie b e w e g u n g u m d e n M itte lp u n k t
m u ß u n g le ic h fö rm ig seyn — d e n n in d e m d e r K ö r p e r sic h a u ß e r sich v erhält, und
sic h a u f sic h b e z ie h t, so e n th a lt d ie b e w e g u n g 2 M o m e n te in sic h , d ie beseinimihrit is
d e r b e w e g u n g ist e in e D ir e m ö o n in sic h selb st e in V e rh altniß von 2 Bestimmungen
d ie n ä h e re E n tw ic k lu n g m a c h t ih re b a h n a u s. im K reise ist d e r R a d iu s e in e Be­
stim m th eit — in d e r E ly p se sin d 2 A x e n , z u r bestim mten^ d e r P aram eter g e h ö rt das
Verhdltrnß d e r b eid en A x e n z u e in a n d e r d as is t d ie N oürwendigkeit d a ß d ie bahnen
d ie F o rm e in e r E ly p se h a b e n u n d d a ß d ie b e w e g u n g e in e ung leich fö rm ig e ist, die 20
doch zugleich e in e r R e g e l u n te rw o rfe n ist, sich re ta rd irc d . h . in dieser Ungleich­
fö rm ig k e it zugleich gleichförm ig ist — d ie b e w e g u n g e rf o d e rt 2 Bestimm ungen — |
4(fu R a u m u n d Z e it tre te n h ie r in d e r b e w e g u n g n a c h ih re r e ig e n th ü m lic /ie n qualitativen
bestirnrnrheit g e g e n e in a n d e r a u f, d as G le ic h fö rm ig e d e r b e w e g u n g ist, d a ß a u f eine
bestim m te R a im i E in h e it a u c h e in e bestim m te Z e it E in h e it k o m m t — b e i m e h r Raum 25
E in h e ite n a u c h n u r so viel m e h r Z e it E in h e ite n — d as is t d ie schlechte em pirische
P ro p o rtio n — h ie r ist a b e r n ic h t e in e R a u m -E in h e it u n d e in e Z e it-E in h e it, die a u f
diese W erse sic h entsprechend b le ib t, sondern R a u m u n d Z eit t r i t t gegen einander
a u f. u n d d ie w e itr e E n tw ic k lu n g b e z ie h t sic h a u f e in e F o r m — es sin d 2 bestim m en­
d e M o m e n te v o rh a n d e n — 30
d as 2 UK ep p lersch e G esetz ist, d a ß in gleichen Z e ite n gleiche S e c to re n abgeschnitten
w e rd e n — d e r K ö r p e r leg t n ic h t in gleichen Z e ite n g le ic h e b o g e n seiner b a h n zu-
58,* n ic k , d as w ä re gleichförm ige | b e w e g u n g , sondern in g le ic h e n Zeiten w e rd e n gleiche
S e c to re n a b g eseh n itten (der R a u m d e r d u rc h 2 ra d ii v e c to re s bestim m t w ird h eiß t

4—6 und alle ... seynj Lt lunn keine Mannigfaltigkeit der Bewegung statt rinden, wohl aber bei der 33
Elipse 11 außer sich) Li außemnander 23—24 der bewegung ... bemmM/hntj Li: veeschminen
Verhältnissen 31 in gleichen_abgesehnitten) Lt: m ■ Zeiten ■ Sectoren
34 radii] Hk: radius
MECHANIK 1041

Sector) die radii sind in der Elypse in den verschiedenen O rte n ungleich —w enn nun
die R a d ie n kleiner sind, so m uß der bogen großer seyn/./ W ie dieses Gesetz rmt dem
begriff zusammen hangt ist angegeben - Im Kreise ist der Radius das bestimmende —
aber der bogen der Kreisbogen hot keine bezichung a u f die Radien er kann größer
s oder kleiner seyn —der bogen also der zwischen 2 Radien gesetzt ist h at nichts mit
diesen zu th u n —es ist ein zufälliges Absehneiden hingegen in der lebendigen bewe­
g u n g überhaupt da m u ß bogen und R adius eine bestnnm/heit ein Ganzes seyn —dos
d rü ck t m an so aus: daß der bogen eine Function des R adius, oder der R adius eine
Function des bogens seyn m uß. eins die bestimm/hrit des andern — daraus ergibt
io sich daß d er d u rch sich bestimmte R aum das bestimmende ausm acht — n icht der
bogen allein, sondern der bogen und Radius zusammen in 2 Dim ensionen die sind
Flächendim ensionen —. Beim Fallen verhalten sich die durchlaufnen Raum e w ie die
Q uadrate der Zeiten dieselbe G röße in der Form des Q uadrats —so ist also hier das
bestim mende des Sector n icht der bloße bogen der ist ein Kreis der zufällig ist —das
is bestimmende in A nsehung der R aum -G röße ist eine Rnum-best/mmung in 2 D i­
mensionen —
das 3te Kepplersche Gesetz ist das große Gesetz vom Verhältmß des W inkels der
E ntfernung zu den Q uadraten der Z e ite n /./ W ie verhält sich die Entfernung des
einen Planeten zu der des andern | und w ie viel Zeit braucht der eine um seine 159»
20 bahn zu vollenden; daß die entferntem eine längte Zeit gebrauchen leuchtet ein
aber die Geschwindigkeit in der sie die bahn zurucklcgen verhält sich n icht so w ie
ihre Entfernungen — sonder« die Q uadrate der Z e it verhalten sich w ie der C ubus
der E ntfernung —Ziehe ich bloß das Q uadrat aus den C uben, so hab ich das V er-
haltniß der Umlaufszciten —oder ich m u ß aus dem Q uadrat der Umlaufszeiten die
25 cubischen W urzeln ziehn, so hab ich das Vcrhältntß der Entfernungen — diß gro­
ße Gesetz stellt so einfach die Vernunft dar —deshalb ist es groß: die N ewtonsehe
Form el dagegen — daß die W irkung der Schwere im umgekehrten Veihdltniß des
Q uadrats der E ntfernung sey —das betrifft die Geschwindigkeit —Es ist bemerklich
zu machen w ie das mit dem begriff zusammenhängt —dis ist schon beim Fall gezeigt:
so Z eit zu R aum w ie Wurzel zum Q uadrat - aber der Fall ist noch bedingte bew egung
die K ö rp er entfernen sich noch n icht von der Erde, die bewegung ist noch nicht
ganz frei, die bewegung hat noch eine Seite an ihr, die n icht durch den begriff be­
stimmt ist — Im Reich der freien M aaße langt dis nicht — die G röße der bewegung

6 hingegen) Lt: — Zu jedem Bogen gehören dieselben Radien, der Radius ist die todtc Gleichheit.
35 hingegen 21 aber) Li: diese ist aber nicht um so viel größer, als sie weiter entfernt sind. 22 Ent­
fernungen] Li: Entfernungen von der Sonne der Cubus) Li: die Wurzeln 25—26 diß große _ dar)
Li: D ie Vernunft dann ist die: die Große des Raumes und der Z en ut dadurch angegeben

3 angegeben) Hk: an gegeben


1042 N A C H S C H R IF T II U ECK * l8 2 8

ist G rö ß e des R a u m s u n d d e r Zeit gegeneinander; n u n h a b e n w ir d ir Zeit als W u r­


zel g e h a b t u m / d m R a u m a b Q u a d ra t, d ie Z e it ist dos C o n c e n trirte , dos E ins, d a
R a u m dos A u ß c re in a n d e r als Q u a d ra t; in d e m h ie r d ie M o m e n te Z e it und Raum
z u m G a n z e n z u d e r E n tw ik lu n g d essen k o m m e n w as sie s in d ist d ie Zeit fdr sich
g esetzt n a c h ih re r bestimmurig d a n u t k o m m t sie z u r fo rm ellen Id e n titä t in sich zum s
Q u a d r a t d ie Z e it k o m m t als T o talität n ic h t z u r D re ih e it d e r F u n k tio n e n , sondern
>60,% n u r z u dieser form ellen | Id e n titä t w as dos Q u a d ra t is t; d e r R a u m ab er k o m m t zu
dieser e n tw ic k e lte n T o ta litä t z u m C u b u s — cs ist n ic h t e in e e m p irisc h e bestiinm ihnt
des Q u a n tu m s , sondern q u alitativ e b estin u n ih citen |
«trn StKiraJuny D os 3 * K e p p le n sd ir G esetz ist dos G esetz des Q u a d ra ts d e r U m la u fsz c itc n zum io
W ürfel d e r E ntfernung Verhä/tniß von R a u m und Z eit diese s in d verschieden von ein­
an d e r U n te rsd u e d e n h e it d e r G rößcnbestiiiiiniiiiag das ist, d a ß je d e s d e r b eid en M o ­
m en te n a c h seiner e ig e n th ü m lic h e n N a tu r gesetzt ist — es ist d ie M e h rh e it von Eins
n ic h t n u r em pirische bestimnrung des tro c k e n abstrarten E in s — sondern d ie M ehrheit
ist e in V e rm e h rn , e in sich P ro d u c ire n , b e s tim m t d u r c h d ie G ru n d la g e , G esetz des is
V erm ch re n s — Z e it und R a u m — R a u m h a t d ie bestim nrung des W ü rfe ls ist A u ß er­
e in a n d e r ih m k o m m t n ic h t d ie fo rm e lle T o ta litä t des Q u a d ra ts z u , sondern die Be­
stim m ung in der 3"" P otenz n a c h 3 D im ensionen dis sin d bestimmungen n a c h denen
die Q u a n titä t sic h b c s n m m t — qualitatives M aaßverhd/tnijß a n d ie Q u a n titä t gesetzt
ist d u rc h d ie begnfisbestim m ung — dos sin d d ie A n fin g e d e r V ern ü n ftig k e it der N a - 20
turgesetze — dos h o t D o c e n f in dieser A n m erk u n g n ie d e rg e le g t — d ie M ä n n e r vom
Fach beh an d eln es a u f ih re W eise und lassen d ie V e rn ü n ftig k e it, d as S u ch en nach
V ern ü n ftig k e it a u f d e r S e ite liegen, ab er es m u ß d ie Z e it k o m m e n , w o m a n auch
in dieser em pirischen "Wissenschaft n a c h d em begriff V erlangen trä g t, und die w eitere
A u s b ild u n g u n d Entwicklung v erlan g en m ö g e 2S
E in w e itr e r P u n k t b e z ie h t sich schon m e h r a u f dos b eso n d re, u n d dieses P unkts ist
n u r e rw ä h n t u m au fm erk sam z u m achen, a u fz u fo d e m d ie d ie sic h n ä h e r d a m it be­
schäftigen —dos ist näm lich dos R eich d e r P la n e te n ; d e r P lan ei ist d as Vollkommene in
d ieser S p h ä re ; d ie S o n n e ist dos Abstracto fü r sich u n d d ie K ö r p e r d e r Selbstlosigkeit
sin d a u f d e r an d ern S e ite n o c h in d e r abstracien bestimmurrg. — | 30

16 1« d er Plauer ist e in H ö h e re s, als die S o n n e , n u n w issen w ir, d a ß m e h r e re Planeten


sin d , m a n h o t neulich n o d i e in e g a n z e A n zah l e n td e k t; d a w ä re n u n e in e H auptsa­
che das G esetz z u fin d e n , d e n n sie sin d verschieden in ih re r E n tfe rn u n g — es zeigen
sic h ab er S p u re n eines gew issen Verhältnisses ih re r E n tfern u n g en e in e A n zeig e von

2 Zeit] Zj Zeit im Quadrat (Ls Concentrirte) Li: die concrctc Einheit 3 als Quadrat) U: in der 15
Wurzel
8 entwickelten) H k• entwickldtn 9 |] Der Anstliluß zur folgenden Seite in Li erfolgt liier ent
W46.1S 12 daß) Hk: dt 18 denen) Hk dr
MECHANIK 1043

Regelm äßigkeit, dos w äre das größte Intresse der Vernünftigkeit, das Gesetz dieser
Regelm äßigkeit zu finden, schon die äußre Zusammenstellung wäre intressant, in der
das Princip des Fortgangs genau bestimmt wäre, dos w ar eins der wichtigsten daß
m an z b. die N ebelßeken in Sterne aufgelöst hot, Fixstern in Doppelstcm ist em pi-
5 risch interessant —aber zur Erkennung der Vernünftigkeit unsres Sonnen Systems ist
so g u t als nichts geschehen. —Docenr h at hierüber eine Dissertation geschrieben, es
ist aber n u r ein Versuch — M an sicht allerdings einen Fortgang nach Potenzen Ver­
hältnissen dos ist schon ein sehr w ichtiger Punkt, hängt aber noch mit vielen andern
zusammen —die Verbalmiß Z ahl der Entfernungen ist noch etwas ganz trocknes, k ö n -
10 nen aber nicht so empirisch, einfach aufgenom men werden, sondern im Ganzen be­
trachtet —, diß ist eine zusammengesetzte betraditung —der Punkt aber ist auch von
empirischen A stronom en neuerlich bem erklidi gemacht w orden, daß m an nämlich
die R e ih e der Planeten nicht bloß ab formelle R eih e betrachten m uß, sondern man
erkennt da bald einen weitren Unterschied ein Zerfallen der R eih e der Planeren in 2
15 M assen, so daß die ersten Planeren M ercur Venus Erde und Mars, ein System, eme
Familie zusammen ausmachen, consdtuiren die Zahl 4 die schon an den K örpern des
Sonnen Systems vorgekommen ist, in sofern sie nt ihrer Q ualität zu einander stehn —
4 —2 ist der Gegensatz der sich in der Natur darstellt —indem dos eine Moment sich
ab 2 darstellt | w ird aus 3 —abo 4 —so haben w ir die 4 ersten Planeren und das geht 162«.
20 w ieder eine andre G ruppe W ebe an —dieses Zerfallen in 2 G ruppen ist eine wesent­
liche bestimmung —dos formelle des Fortganges in einer R eihe m u ß wesentlich auf­
genom m en werden a u f dieselbe Weise w ie bei dem System der Pflanzen und Thie-
re —w ovon später; die Pflanzen z b nach Linneschem System haben 24 CXassen das
geht so fort —aber die H aupt- die größer schlagende N atur-Eintheilung ist die von
2S Jussieu in M onocotyledonen und Dicotyledonen; so haben die Franzosen mit diesem
N atursinn —w ie Aristoteles früher gethan dieThiere in 2 Massen getheilt (nach Lin-
ne gehn die 6 Clossen in gleicher O rdnung W ürde neben einander fort) Thiere mit
Rückenwirbel und ohne Rückenwirbel anim aux vertebres e t sans vertebres, dieses
Auseinanderfallen dieser Gegensatz in demselben ist vielmehr Grundbcstimmung
30 Grnndunterscheidung, die m an zuerst machen m uß, und nicht die Eintheiinng nach
einem solchen formellen Fortgange —so b t es auch bei den P lan eten ---- A b o die 4
ersten Planeten — die erste G ruppe und dann die a n d e r e ----- da konnte eine
G ruppe in neuren Zeiten entdeckt werden, w o eine bahn, ein O rt in 4 Zersplittert
b t deren bahnen n icht w eit von einander entfernt sind, sich schneiden; Vesta Juno
35 Pallas und Ceres machen eine Stelle aus. dann Jupiter Saturn und Uranus —die zeigen
sogleich diesen verschiedenen Character gegen einander —eine Verschiedenheit bezieht
sich a u f die Zahlenreihe ihrer Entfernung die andre ist nach ihrer physifca/üc/ien

25 D icotyledonen] Hk: Dycoledonn 28 vertebres] Hk: vertebres


1044 NACHSCHRIFT HUECK * 1828

Gestaltung —von dm 4 ersten hat nur dir Erde einen Trabanten U n d w ir haben das
Recht m Allgentrinnt unter diesm 4 die Erde als den vollkommensten entwickelmen
Planeren zu aditen — die andern sind ohne Trabanten; aber in der aridem Gruppe ist
dis | Zerfallen vorhanden —die nächste Stelle ist das Zerfallen in diese 4 Asteroiden -
Jupiter Saturn und Uranus jeder hat eine Menge von Trabanten auch ein Zerfallen, s
aber so daß doch ein Beherrschen der vielen darüber ist. Das eine ist also das Gesetz
der bewegung als vernünftig aufzufässm und das nächste, die R eih e der Planeten als
ein System zu betrachten das durch d m begri/Tbestimm! ist. - cs ist h ier noch wenig
geleistet — die empiriw/ien Data sind nach hohem Grade auszubilden so daß die
Astronomen dafür halten, da scy nichts mehr zu erfinden — daher sie sich an das io
System Nebelflecken etc machen —da ist nun darin, daß dieser Zw eig der Wissen*
Schaft nach dieser Seite fertig ist darin liegt selbst das bedürfniß, daß der begriffangc-
fangen har beachtet zu werden - diß die Haiiptbestinimnn^en, der Umfang dessen
was zur Mechanik gehört - zur ersten Sphäre Materie und bewegung. diese Sphäre
ist vollendet zum System Totalität der Materie und der Ersdieinun; der Materie, der is
Lebendigkeit der Materie, der bewegung
§271 U e b e rg a n g von M e c h a n ik z u m P h y s ik a lis c h e n —h ier treten wir
ins Physikalisdie - (das 3" ist dann das Organisehe) der Uebergang ist das schwie­
rigste, was wesentlidi in speculaüv logischer A rt ist - die bestimrnnrigen, a u f die es
ankommt sind die die wir gehabt hoben, bestimmten,; des Materiellen überhaupt - 20
das ist das Außersichseyn. das eiste ist Raum und Zeit dann die zwm Fiirsichseyn
übergegangne Widerstand leistende Materie — aber selbst noch das Außereinander
seyn - , Für sich seyn zunächst noch als Atomistisches —das ist aber eine unwesent­
liche bestimmun;, w ir unterscheiden aber Massen, Concretes, nich t A tom e - diese
Massen sind noch als gegeneinander, außer sich | seinde bestimmt, die andre Er* 25
scheinuu; ist die bestimmun; des Insichseyns, Idealität, auch Centralität genannt, das
Einfachsetzen, Negiren, Aufheben dieses Vielen; das sind die 2 bestimmun;en - das
Insich seyn ist die Centralität, Idealität, zunächst noch als Abstiactes, das ist kein
Reales - so haben wir dieses Insichseyn, diese Idealität zunächst als das C entrum für
die Masse überhaupt genommen, so daß das C entrum außer der R ealität ist (Reali- 30
tat = Außereinander seyn —Idealität = Einfaches,! selbst noch abstrac/ —außerhalb des
Außersichseyn; der gesuchte Mittelpunkt - das ist das Verhaltniß im F a ll gewesen
da haben w ir dm Mittelpunkt als außerhalb, ideell —, nur erstrebten, gesuchten; noch
formell, noch nicht reahsirt — deshalb ist das Verhältniß zugleich noch die unfreie
bewegung —(fiei = durch dm begriff bestimm/) aber weil dis In sich seyn noch ab- 35
strac/, noch formell ist ist es auch noch ein Unfreies - bewegung die noch eine äußre
bedingung haben muß, damit sie sey. N u n aber is/ das noch nicht ih r wa/irhaftes

6 lU'hrrrvhen) Hk. Hernhen 18k Uebergang in Hk utnmlr. 28 Centralität,] Hk: Centrlität.


MECHANIK 1045

Verhdllmß. die wahrhafte bestimmuifg des In sich seyn ist daß dis In sich seyn sey zu­
gleich an ihm selbst das Außersichseyn - das Außereinander in sich enthalten, in die
Idealität aufgenommen sei, so ist die Idealität zugleich mit der Realität gesetzt - diß
Außereinander bestimm! durch die Idealität das haben wir im Sonnen System —hier
s ist M ittelpunkt, Centrum und das Außereinander, die Realität ist zugleich gesetzt
durch die Idealität —sie smd selbstständige Realität, aber Selbstständigkeit die zu­
gleich beherscht ist durch die Idealität —sie beziehn sich au f ihren M ittelpunkt sind
nicht frei von den Mittelpunkten — |
wären sie frei, so wären sie nur formell, wie die Fixsterne, das Sonnen System ist 165„
10 Form , die entwickelte Idee —
hier haben w ir In sich seyn als Außereinander, als ein Unterschiednes, aber dis
Unterschiedne gehalten in der Idealität in der Form, nicht zur formlosigkrit entlassen
sondern vom Einheitspunkt gehalten
Also haben w ir im System das Concrete, die Einheit dieser Momen/e Außeisich-
is seyn Repulsion, und bleibende beziehung dieses Entwickelten Außereinander-gesetz-
ten auf den Einheitspunkt —hier haben wir das Concrete das Wahre, dieses daß das
Außer sich seyn und In sich seyn in Einem gesetzt ist, eine Negation eine bcstimmung
ist das haben w ir zunächst als Sonnen System, hier haben w ir aber im Sonnen Sy­
stem noch diese Idealität des Außereinander-bestehnden nur erst so gesetzt, daß es
20 in seinem Wideispruch zugleich erscheint — als ein System ein Gewächs, aber die
Vereinigung dieser unterschiedenen bestimmungen ist noch nicht zur R uhe zur Verei­
nigung gekommen sondern eiseheint noch als Wideispruch der Realität ist noch nicht
zur Idealität aufgenommen; die Form hat es noch nicht durchdrungen dieser Weise,
daß diese bestimmungen zwar ein System, eine Totalität ausmachen, dieser Einheit
25 ungeachtet ist das Unterschieden seyn noch die Erscheinung ihres Widerspruchs, und
das haben w ir als die bewegung gesehen — das Außereinander in seinem bestehn
Räumlichkeit, daß jedes seinen O rt für sich hat, aber es ist die Idealität des Orts auch
gesetzt —Zeitlichkeit, Negation des für sich bestehns - beides zusammen ist bewegung
Raum wird Zeit und Z eit wird Raum als O rt bestimmt, aber auch als Negation des
so O rts —das ist näher die begnfisbestimmurig in der die Idee hier ist |
Aber w ie w ir schon in der Natur geschn haben daß sie das Ruhige in Raum und 166«
Zeit ist, das Paralysirn ihres Unterschieds so haben w ir auch hier im System, wie w ir
es in seinem Widerspruch haben, so ist es aber auch wesentlich in seiner Einheit wel­
ches den Widerspruch ertragt, so ist, daß es den Widerspruch ertragen kann - Weder
35 Raum noch Zeit hat einen Halt —weder die Sonne noch die andern Körper haben
einen Halt für sich —Widerspruch nicht noch das was in Widcrspnich begriffen ist;

2 Außeniclueyrt] in Hk am RanJe an Slru.li 27 d>ß| Hit ds 31 Ruhige Hk Lesung unsicher 36


Halt) in Hit am Ramie ein Sinch
1046 NACHSCHRIFT HUECK ' 1828

daß sie einen Halt hoben, dazu gehört die Subjecdvität, die substantielle Einheit d a
zusammen bestehns d a Außerririanders und d a Zusammrnseyns, d ia e substantielle
Einheit ist nun zunächst die Sonne; diesa C entrum , diese Totalität ist hier vorhan­
den - beim Fall w ar es noch nicht vorhanden sondern n u r gesucht — hier ist sie er­
reicht - also ist eben das Außer sich seyn und das Insichseyn in seiner relativen Tota- 5
litat, in sich der bewegung - aber d ia a also - diese beiden bestinuninigrn sind auch
wesentlich vorhanden in einfacher Einheit und so in dieser bestimmung in dieser einfa-
chm Einheit ist Mittelpunkt, Idealität und die Form d a Außcrcinander seyns, Reali­
tät, Existenz überhaupt —daß die Idealität existirt das sind die andern K örper - aber
in s o f e r n das A u ß e re iiia n d e r E in s m it d e r I d e a l i t ä t is t Realität, so 10
is t d ie I d e a litä t als C e n tr u m v o rh a n d e n — d is i s t d ie S o n n e - d e r
E le m e n ta r p u n k t des P h y sisc h e n .
42ru W ir haben die Massen unter der batimmunij der Idealität g aeh n daß sie als un-
Jrn htmjuly terschieden zugleich au f die der Negation bezogen sind, bewegung Lebendigkeit Pro-
ceß in d ia rr Sphäre; damit ist aber nun die Idealität nicht n u r nach dieser bloß realen is
Totalität, nach dieser Weise d a Widerspruchs vorhanden, sondern die Wahrheit da
Außerei'nander batehns ist daß diaes als wesentlich g a e tz t ist und die Idealität sich
I67ltt so zur | Realität batimmend mit der Realität vereinigt —das ist die batimmun; d a
Physikalischen überhaupt daß die Idealität, Form an ih r selber ah Materialität zur
Existenz komme. In der Mechanik soll sie n u r existirn aber sie hat auch einen M it- 20
tclpunkt —die Sonne —hier ist auch die Vereinigung a u f einfache Weise vorhanden,
wie sie vorhanden ist als Vielheit von Massen von Realitäten, aber zuglach reell be­
stimme, wesentlich gaetzt au f ihre E inhat, au f ihre Negation —die R ealität (umge­
kehrt) als in sich seynd. die Realität überhaupt Materialität ist das nicht Ideellseyn,
sondern das Unterschiei/enseyn das Existirn das Daseyn für Anderes, da komm t die 25
batimrnrheit d a Unterschiedaiseyns der Materie überhaupt hinein - daß die Materie
itzt an ihr selber bestimmt ist, oder die Form, die w ir Idealität geheißen haben, daß
diese Foim materialistrt ist, in materialisirter Form — die Materie an ihr selber be­
stimmt, die Materie an ihr selber habatd —die Materie hat überhaupt ihre bestimmf-
hrit an dem Mittelpunkte außer ihr. das ist die abstracte bestimmrheit d a Physikali- 30
sehen —damit die Sphäre d a Wesens überhaupt —das Reich der Masse, der Maaße.
das Wesen ist da das In sich seyn die Negation d a Seyns, das zum Schein herab ge­
setzte Seyn, das Seyn als Außereinander — H ier ist nun die Materie von der Form
durchdrungen, formirt, die Form inaterialisirt, damit ist der begriff der Individualität
der Materie entstanden — In der Mechanik ist noch keine Individualität der Form ss
nach der sie sich zu einander verhalten, die batimm/heit der K örper zu einander (die

23 wrscndidi] Li: aber ideell

10-11 so u t | Hk: seist 18 Realität] Hk: Relratt


MECHANIK 1047

bestimmuiig enthalt zugleich verschiedene Formen) ist nur dos ganz Abstracte —
R aum —ihre Entfernung von einander und zugleich Negation des Räumlichen Zeit —
und die Lebendigkeit | der bewegung, dos ist Form bestimmung aber nicht immanent 168,*
an ihr selber noch nicht materiahsirt (Räumlichkeit), dos abstracte Außersichseyn
s und eben das abstracte Außersichseyn ist es, w orin die bestimmung fallt, der Unter­
schied ist noch nicht aufgehoben, die Subjemvität ist von der Individualität verschie­
den —dieser qualitative Unterschied ist noch nicht matenalisirt. hiermit erhalten wir
Form, bestimmt seyn der Materie an ihr selbst und somit Individualität, von dieser ist
noch die Subjectivität zu unterscheiden — die Subjectivitat kann erst Lebendiges
io Individuum genannt werden —hingegen die Materie als Individuum ist noch nicht
Subject, zum Individuum gehört dos matenalisirtc Für sich seyn/./ Ein Individuum
ist dies daß diß Für sich seyn sich entwickelt, sich bestimmt, und diese bestimmungen
matenalisirt sind, bezogen sind zugleich au f die für sich scynde Einheit/./ Im orga­
nischen ist eben dos Für sich seyn für sich selbst, hier hot dos Für sich seyn zu seinem
is Unterschied nur bestimmungen noch als Für sich seyn für sich selbst unterschieden,
dos sind abstrocr allgemeine bestimmungen. damit werden w ir im Mittelpunkt einen
andern Mittelpunkt haben; Individualität —subjcctive Einheit (nicht so streng ge­
nommen) diese hot Eigenschaften die sind matenalisirte bestimmungen — sind nur
Eigenschaften in der subjecfnm Einheit gehalten —Mittelpunkt der Individualität, der
20 Individualität immanent ist dos M aterteile —die Schwere ist der Materie immanent, ist
dos Streben nach der Idealität; hier hoben wir also physikalische Individualität und
Mittelpunkt der Schwere; diese 2 beziehungen treten in beziehung in Differenz gegen
einander —diese Immanenz der Form Individualität bezieht sich auf die Schwere —
der 3" Mittelpunkt ist der subjec/ioe Mittelpunkt —Mittelpunkt des Lebens, der diese
25 beiden mit sich vereinigt — er ist wie der Mittelpunkt der Schwere reine Idealität,
aber hier erst gesucht —der 2U ist der materialisirte Mittelpunkt - der 3“ b t aber der
der sich wieder von dem Materiellen gereinigt hat. wie ideelle Mittelpunkte Mittel­
punkte freier Individualität — | das zuglach in dieser relam m Freiheit von der Ma­ 42vu
tenatur abgekommen ist für sich ist, die | Materialität vollkommen duichdringt — 169«
30 dos 3“ ist die Vereinigung dieser beiden —hier haben wir also die 2Ubestimmung zu
betrachten

4 Außraichseyn| U : A ußcniducin das ist mdividualitaet 22 Schwere] L . Schwere, d-h. d n Gleich­


gewichts
1048 NACHSCHRIFT HU ECK ‘ 1828

P h y sik

§ 272 § 272. die Maten? hot Individualität in sofern sie dos Für sich seyn so in ihr selbst
hot dos Für sich seyn, (Lts wir auch Form genannt haben, diese negative Einheit der
Idealität - daß (Ls Für sich seyn entwickelt ist und so die Materie selbst diese Weise
in ihr selbst bestimmt ist. in der Mechanik ist die Bestimmtheit äußerlich, hier ihr im- $
manent - die Materie entreißt sich der Schwere, der Mittelpunkt ist für sich; gegen
dis nur ihr Suchen, ihre Dumpfheit (in welcher die Materie als Schwere ist) mam-
festirt sie sich ist dos an ihr selbst bestimmen - die Schwere manifestier nur ein an­
dres, den Mittelpunkt, ist nur dos Drangen nach diesem - durch die ihr immanente
F o rm bestimmt sie dos Räumliche aus sich, der Schwere gegenüber der vorher dieses io
bestimmen zukam - die Form ist ihr immanent und so bestimm! sie sich und auch ihr
vorhergehndes Vcrhalliiiß das ihr im Reich der Schwere zukommt; dis der allgemein
abstrocte begriffdes Physischen. Es ist nicht so leicht zu sogen, was dos Physische ist
§ 273 § 273. Allgemeine Eintheifung. - 1) die allgemeine Individualität dos sind die frei­
en physifeo/ür/im Qualitäten, die Form materialisirt die Form ist dos bestimmen des is
begriß, der begriff nach der Seite des bestimmens ausgesprochen; die erste Form
Bestimmung der Maten'e ist als dos Erste des Unmittelboren dos allgemeine bestim­
men, bestimm! auf allgemeine Weise; diese Unterschiede der Form sind zunächst auf
allgemeine Weise gesetzt - d.h. auf eine Weise, doß sie sich a u f sich selbst beziehn
I70,ft doß die physikalischen Unterschiede sind als sich au f sich selbst beziehnd | nicht die 20
Individualität als Rukkehr zu sich selbst als subjecftVe Einheit —als Eigenschaften als
nicht subsisdrnd für sich, zunächst in der Form der Allgemeinheit ist noch nicht die
Form der Einzelheit der Rukkehr zu sich selbst vorhanden
§ 274 § 274 3 Stufen der Einthei/img.
die erste Weise ist die physikalische Formbestirnmiuig zunächst unmittclbor fiir sich 2s
als sich auf sich selbst beziehnd noch nicht subsumirt in der Weise der Einzelheit;
so in dieser Selbstständigkeit kennen wir sie schon, nur nicht in physikalischer br-
Stimmung so sind sie die himmlirc/ien Körper, K örper des Sonnen-Systems Selbst­
ständigkeit der Körper, wir nehmen sie hier wieder auf, aber nunm ehr nach ihrer
physiko/üchen bestirnmrheit - dos ist in 30

15 Qualitawn.) Lt: quahuctcn. die Mdtme h u die form an ihr selber, 21 subj«lrir| U: algrmrine

1 Physik] in Hk am Rande § 21 £mh<u| in Hk am Rande ein Strich


PHYSIK 1049

§ 275-276 gesagt —das Weitre ist, daß diese Selbstständigkeit nur vorübergehndes
Moment ist, daß sie erscheinen müssen, als angehöng einem Individuum nicht als
freie Körper einhergehnd, sondern als unterworfen einem Individuum —so sind sie
die physikalischen Elemente, diese gehören einem Planeten an — das sind physika/i-
s sehe Elemente nicht chemische - jetzt schämt man sich jener - aber wir sprechen von
ihnen, wissen, daß die Chemiker in einem andern Sinne von ihnen sprechen —dos ist
also die 2“ Form in der sie sind, herab gesetzt dazu, also mcht mehr selbstständig frei
zu exisdm sondern an einem Individuum zu seyn —
das 3* ist dann dis daß sie nach ihrer bestimmfheit als Momente der Form, als
io Formbestimmungen wahrhaft nicht selbstständig sondern nur Momente eines Proces-
ses sind, Momente der bewegung der physikalisch realen bewegung - physikalischer
Proccß - das ist der meteorologische Pmceß - das ist das eiste der allgemeinen Indi­
vidualität; | hier haben wir alle himmlischen Körper, 2"“ die wahrhaftere Existenz, 171*
daß sie nicht diese Selbstständigkeit an sich haben sondern an einem Individuum als
is Element - die physika/isc/ien Elemente sind also andre Existenzen als die Körper
des Sonncn-Systenu. | In die Natur faßt so jede Sphäre des begrifft und die Form- 43ru
besdmmimgen dieser Sphäre haben eine abgesonderte Existenz; das 3* ist dann der
Proceß dieser Elemente — Ferner zu bemerken: w ir haben die physikalischen U n­
terschiede in ihrem ersten Losgebundenseyn noch mcht in ihrer wahrhaften Weise
20 der Existenz noch nicht als Momente an einem Individuum —sondern zuerst nur
diese physikalischen Unterschiede - als Sonne; der eine Körper des Gegensatzes ist
gegen die Comctarische und lunansche Körperlichkeit und dann 3“™die Erde als
allgemeines Individuum, das sind die Vier; der Fortgang im physika/isc/ien Theil wird
nun nichts andres seyn, als eine Verarbeitung dieser 4 bestimmungen. - Jede weitere
25 Einheit der Individualität ist eine intensivere Einheit, eme stärkre Meisterschaft über
diese Losgebundenheit, über diese bestimmungen, aber die bestimmungen bleiben
immer als dieselben Formbestimmuitgen materiahsirt —so kann man sagen die Phy­
sik enthält nichts als eine Umbildung dieser 4 Weisen der Körperlichkeit, die wir
zunächst als Elemente haben werden/.J Am eigentlichen individuellen K örper sind
io es dieselben Momente Lunansche Comctarische Solansche und Terrestrische M o­
mente - das erste ist das besondere Seyn, die körperlichen bestimmungen. das 2" ist die
Individualität in ihrer besonderheit in ihrer Differenz Gegensätze —das ist das Princip
der Individualität au f eine neue Weise; der Mittelpunkt —jetzt im Gegensätze |
gegen die Schwere —gegen das woraus das physikalische Princip herkommt —woraus 172*

35 es seine wesendic/ie unmittelbare bcziehung hat — die erste Weise der Centralität
Idealität - das Weitre ist die besondre Individualität das Princip der Individualität

t7 abgesonderte) Li- besondre 24 dieser 4 bestiriiwiMigen] Li: der 1 Besinnung, der Sonne der Pla­
neten der Lunen, der Erde
1050 NACHSCHRIFT HUECK * 1 8 2 8

im Gegensatz gegen das andre Princip gegen das Erste, Beziehung der Ferm auf
die Sdiwere. Beziehung der individuellen Form a u f die Schwere, dis 2* ist dann da­
m it auch so in $ 290 — (das Princ/p der Schwere aber bezogen a u f die sich selbst
bestimmende Materie —die des Pnncip des bestimmens immanent in ih r selber hot,
daß die Schwere hier durch die Form durch die immanente Individualität der Ma- s
trne bestimmt wird —also wird hier die Schwere dis ganz allgemeine pardcularisirtj,
in das Mechanische kommt eme Bestimmung hinein, die nicht in dem Pnncip der
Schwere ab solcher liegt, und ist damit zugleich eine bestimmung gegen die Schwere;
nähere Form im § 291 —einfache Bestimmtheit speci fische Schwere —Specificanon,
lndrvidualinren der Schwere der Materie immanente Form gegen die Form wo sie ii
die Form nur sucht - das Mechanische wird je tz t m odificirt ist physikalisch und
Mechanisch —das ist specifische Schwere —Specifisch ist formelle Formbestimmimg
eigentüm lich gegen die Schwere besondre beziehung der materiellen Theile auf
einander gegen das Princip der Schwere, die materiellen Theile sind außereinander
räumlich —jetzt kann das individuelle bestimmen auch a b ein bestimmen der Räum- u
lichkeit der individuellen Theile ausgesprochen werden —Zuerst nim m t jede individu»
eile Einheit für sich einen Raum ein, jetzt kom m t eine andre Weise des bestimmens
ihres bestehens hinein — eine andre Weise ihrer M echanik — ihrer Individualität,
173m und hiemit eine andre Bestimmung ihrer Räumlichkeit, räumlichen beziehung | Spe-
afisehen Schwere Cohüsion —Klang —W ärm e in diesem 3“" im Klang tritt es zum 20
physikalischen hinüber, doch klebt ihm noch das Mechanische an es ist der Proceß
der individuellen Mechanik - W ärm e; von der andern Seite, ideelles Aufheben der
Cohasion ab Klang reelles Aufheben ab W ärm e das sind die 2 ersten Sphären |
46ru Das eiste war die Form der zunächst ab selbstständig erscheinenden physikalischen
den 3“ july Unterschiede. Matenalisimde Form — das 2“ ist der Gegensatz des physika/rsche» 2s
und Mechanischen oder die Individualisirung des Mechanischen Raums —Außerem-
artder durch die Schwere bestimmt, durch das Princrp der Individualität ab solche,
bestimmte Schwere, ab au f weitere Wrise pardcularisirt; das 3er ist dann die freie
Particularicät, die Individualität in ihrer Totalität —in dieser b t die Totalität zunächst
gestaltet —selbst wieder ab mechanisch —d. h. die Form ab das Rauin-Verhältniß »
des Materiellen bestimmend und zwar a u f totale Weise —; zunächst das Princijr der
Gestaltung in seiner Gestaltung der individuellen Totalität in seiner Explication; das
bc der Magnetismus, Schluß Mitte, Einheit der Bestimmung der Extreme, was wir
Pole heißen, das ist die Form an sich, der begriff, ab Schluß gesetzt, in entwickelter
Bestimmung —1m Unterschiede seiner Momente gesetzt —das ist der Magnetismus: die )$
Indifferenz dieser Extreme, so, daß diese Unterschiede und die Einheit derselben der

23 Sphären] in LJfolgen die Ltmeiien 43v-45f, siehe Edttorisdter Bericht 31 bestimmend] Hk: bsbinmt
PHYSIK 1051

Indifferenzpunkt als Raum-baämmend ist, den O rt setzend eine im Körperlichen


sich befindende Orts-batimmwng überhaupt —das ist also zunächst der Magnetis­
mus. die Gestalten physikalischerTotabtät explidrt |
Dds zweite der Eintheilung: die Particularisation besondrung des individuellen I74m
l Körpers; diese steht unter der allgemeinen physikalischen Particulansation die wir lliuenbfbdkiiigcn
angesehn hüben unter der bestimmung der Elemente, die Unterschiede d a Elemertta-
risrhen in die Sphäre d a Individuellen gesetzt —da höben wir zunächst die G estalt
im V erh d lfn iß zum L ic h te —die Gestalt d a Materiellen als solch« ist so das
Dunkle - die Verdunklung d a Lichtes, die helligkeit in das Negative Körperliche
io gaetzt —d ia a Setzen d a Lichts in das Dunkle oder d a Dunklen in das Licht —diae
beziehung ist die F arb e; erste bestimmung ist die Farbe, dos 2 " is t dann der Un­
terschied der Individualität Licht in beziehung auf die Individualität Einheit —oder
die physikalische Individualität im Verhältniß zu den Elementen d a Gegensatzes in
der Weise wie hier der Gegensatz erscheint, da ist die I n d iv id u a litä t in den
is u n te rsc h ie d n e n E lem enten da ist dos Weihdltniß der Individualität zur Luft -
der Proceß der physikalischen Individualität a.) in der L u ft is t d e r G e ru c h —dos
Verhältniß der Individuaiifdt Totalität in der Luft —das Verzehren d a individuellen
Körpers gibt das Verhältnis ZMr Luft - Geruch - b.) das andre Verhältniß dos Ver­
hältnis d a individuellen Körpers zum Wasser —Specificanon P a rtic u la n s a tio n
ao des W assers an der individuellen Totalität; dos gibt den G eschm ack —c.) dos 3"
dazu (Verhältniß zum Lichte zu diaen elementarischen Unterschieden) das Vahaltniß
der individuellen Körper zu einander g ie b t d ie E le rtrir/id r V erb d ltn lß der
b esonderheit d er K ö rp e r zu e in a n d e r - ein Proceß der sich gegensemg
negirt und wo diese Idealität derselben gegen einander gaetzt wird, die Negation
u der paräcularen Körper gegen einander ist diesa | Licht welch« als dectrisch zum 17S«
Vorschein kommt - Gaetztwerden d a Lichts (zuerst ab unmittelbare Kraft) als Pro­
duct —dos ist die Sphäre der Electrintät. Hier gehts am meisten auseinander und es
ist am schwersten die Parthien der besortderung zusammen zu halten, da die Eigen­
schaften wie man es nimmt als gleichgültig erscheinen ihre beziehung als beziehung
so zu erkennen
das 3*' is t d er chem ische ProcejJ der Totalität d a Physischen die totale
Individualität d a Körpers - Scheidung - Polarisirung Differenz —die selbstständige
Körperlichkeit ist, chemisch bestimmte Körper beziehung derselben auf einander als
Proceß. Da sind dann zu betrachten die unterschiednen Formen d a chemischen Pro-
ss ceßa und die paräcularisirte Materie ist wesentlich dos was sie als particulär ist, nach
der Stelle, die sie im Proceß hot - der Proceß die Individualität als Proceß Particulan-
siren der Körper ist der chemische Proceß; dieser ist das Eintheilen der Körper nach

SMUntenbtheilungen in Hit untmtc


1052 NACHSCHRIFT HUECK * 1 8 2 8

ihrrr Partie ulari tat selbst, sie sind das, was sie im cheraisc/icn Proceß für eine Stelle
cinnehmen; die A rt und Weise in der sie Producte sind ab bedirrgung —Anfänge des
chemiir/irn Processes aber ebenso sehr die Produne des chcmirc/ien Protestes, das ist
das Tableau von dem was w ir in dieser Sphäre haben
das G anze ist die Sphäre des Physikalischen w o alle Bestimmungen aus einander s
fallen ab selbstständige K örper mit besondern Eigenschaften erscheinen, w o w ir diese
confiise M enge von Bestimmungen vor uns haben —diese confiise Menge in ein Sys­
tem zu fassen darum ist es zu thun —betrachten w ir die Physik so kom m t von jedem
176,* K örper eine große Menge von Eigenschaften zum Vorschein, | sie sind in beziehung
aber die Gesetze derselben sind wenig bekannt. W ir stellen sie aber nach den be- n
grifft Momenten dar, und erkennen sie in diesen. N ehm en w ir den ersten bestimmten
K örper der hat eine Menge Eigenschaften spccifischc Schwere Cohäsion Eleetridtäi
chemisch magnetiscli, hot diese Farbe —klingt etc. diese physikalischen Eigenschaften
betrachten w ir in dieser A btheilung nach dem System —das ist in sofern die schwer­
ste Parthie weil es die Stufe der Particularisabon ist, die Particularitäten in der Natur 15

aber ab gleichgültig gegen einander scheinen, dieser Schein der Gleichgültigkeit der
bestimmungrn ist zu überwinden und von diesen verschiedenen Eigenschaften anzu­
geben, in w elchen Kreis sie gehören — Es theilt sich in verschiedene Kreise, jede
bestimmten,; hat ihren besondern Kreis —
das erste i s t d ie P h y s ik d e r a llg e m e in e n I n d i v i d u a l i t ä t 20
In der allgemeinen Einthei/un; angegeben, daß die Form an ih r selber bestimmt
is t daß dieses Materielle sich ab die Formbestimtheit an ihm selber habend zeigt,
ab sie im m anent habend, daß die Form nicht bloß außer sich gesetzt wird, die erste
unmittelbare Weise wie nun die Form materialisirt wird —w ie diese materialisirte
Form sich darstellt ist, daß diese so unterschieden geformten Materien ab selbststa«- s
dige außereinander erscheinen, da ist der begriff die Wesentlichkeit für uns nur im
begriff vorhanden nicht aber in der Existenz für uns —das Chemische ist das letzte,
wo dis fiir uns auch in der Existenz vorhanden b t, daß jede Particularisation auch für
uns vorhanden ist —der begrgf ist im chemtsciren Proceß in seiner wa/rrhaften Realisi-
ru n g — | Jo
177,* | 46vu Im ersten b t der begriff e n t das Innere, das erste daß die physikalischen Qualitä­
ten selbstständig sind, b t die erste Weise der Formbestimnrrheit diese materialisirte
Formbestimmung; im 2M sind sie so gesetzt, daß sie n ich t ab selbstständig erschei­
nen, sondern an einem dritten, und das dritte selbst b t der Proce/1 die beziehung
derselben, diese Unterschiede materialbirter Formen sind noch nicht an ihnen selbst »

2 6 außenrinander] Li: gegen einander 29 d(T b e g r iff ... Proc eß] Li: Jede parocubmirte Matme,
wird durch den Prozeß gesetzt. Da ist brgrif

23 sie) Hk: ihn


PHYSIK 1053

rcalisirt, sondern Abstracooncn; der physikalische Körper ist noch nicht piraculansirt
aber eine Totalität —die physikalischen Elemente, Luft, Wasser, hoben noch keine
Individualität. Im chem/seAen Proceß sind diese Unterschiede jeder eine Indivi­
dualität, und doch wieder als gegen ein ander unterschieden und dennoch in abstraefer
s Allgemeinheit —
Dos E rste sin d d an n die freien physischen K ö rp er, sie ab Individuali­
täten ab selbstständig e recheinend, aber noch nicht ab physikalische Individualitäten,
sondern jeder dieser sind nur mechanxic/ie Weisen von Individuen, aber nicht phy­
sikalisch individuahsirt, sondern ihnen kommt nach der physischen Seite nur eine
io bestimmung zu, sie sind physische Abstracta, dos Gegentheil der physikalischen Indivi­
dualitäten, freie, in sofern, ab ihre bestimmlheiten einzeln, abgesondert in unmittelba­
rer beziehung auf sich noch erscheinen
$ 275. — So ab diese Körper finden wir sie, ihrem Namen nach, ab Körper des f 275
Sonnen-Systenu, wo die Materialität diese Selbstständigkeit gegen andre hat und
is nur auf abstracto Weise nach Raum und Zeit bewegung, auf einander bezogen sind,
die erste qualificirte Materie b t das Licht überhaupt Stern überhaupt und ab M o­
ment einer Totalität die Sonne. Mittelpunkt eines Systems
das Licht ab solches b t physikalische bestimmiheit die Form ab Stern, Sonne bt
die Form ab Subject überhaupt aber nur ab mechanisches Subjctf | und in sofern 178^
jo keine physikalische Individualität, dazu gehört das in Eins seyn dieser verschiedenen
hestimmungen - das Erste ist die Materie ab ihre reine Identität Identität mit sich
erste Manifestation aber das ganz abstracre Manifest!ren. die beziehung auf sich ab
selbstständig gegen die andern bestimmungen, Licht entsteht dann auch; das Product
kommt hervor Licht, Princip der Identität bt das Seelenhafte, die Seele der Kör-
25 per - Identität, Princip selbst der Idenntät, dieses Eins-Seyn der unterschiedenen be*
Stimmungen das bt das Licht überhaupt, diese Idenutät die Licht ist b t in intensiverer
bestimmung das was die Seelenhafügkeit die Lebendigkeit ist
das erste physikalische bt also das Licht —»Gott sprach es werde Licht« —Es bt
also die begrifisbestimmung (Anm $ 276 / / 2*" Absatz) die Gedanken bestimmung
so b t das Eine und das Andre daß diese Gedanken bestimmung ab Licht exbdre. Ge­
danken bestimmung muß für sich seyn, und dann bt die Frage in welcher Weise exi­
st]rt diese Gedanken bestimmung welche empirische Form entspricht dieser Gedanken

13 $ 275.—] Li: Licht 19-20 und in ... veiuhtedenen] Li: denn zum phyabiadm Subject. gehören
alle 25 Identität) Li: Individualicact 28 »Gott sprach... Licht«] Li. Sie nt in der Bibel auch Licht
3S das erste das werden sollte

3 chem in Hk naclitr. in Blei untmtr, am Rande in Bla: ? mcteorol. 6-12 Das Erste ... erscheinen
Die Ergänzung derAbkürzung phys onaniert ach in Hk an da Differenzierung von physisch und physikalisch
in Li. 12 beziehung in Hk nathlr. m Bla uniersir; am Rande in Blei' ? bezhung 16 Licht] Hk:
Licht. 33 L ich t in Li als große,fmgcsltllte Übersehnfi
1054 NACHSCHRIFT HUECK * 182 8

bestimmwn#; die Gedanken bcstimmung hoben w ir im U cbergonge aus dem niechani-


schen zinn physiko/hcfren gehabt — die Identität die einfache b eziehung a u f sich, was
t C entrahtät im Mechanuc/ien war, indem im Mechanischen diese C entralitat Eins der
M om ente des Systems ist beginnt doch sdion dos Physikalische eines der Momente da*
der R ückkehr dieser M omente zu sich - der Unterschiede - s
so ist die Identität existirnd als gegen dos andre, so ist sie dos wos die Sonne ist,
die Sonne aber k om m t nach dieser bestimm»«# h ier in betroeht - Idealität über-
honpt —aber nich t nur, sondern auch doß die Idealität existirt — R ealität überhaupt
diese Idealität sich a u f sich beziehnd —dos ist doß diese Idealität für andres ist eben­
so gonz abstrakt als die Idealität ist, gonz reines Seyn für A ndres dos h eiß t abstrarier 10
17V Schein (Schein heißt wenn | Etwas für Andres ist) o der sich m am festim . dos ist d a
begriff des Lichts, reine Identität reine vollkommene sich selbst Gleichheit, und diese
ist ebenso abstrorr rein als die Idealität in unm ittelbarer Einheit mit d a R ealität
47ru abstroct reines Scheinen dos M anifesten als solches — | diese 2U Sphäre ist im Logi­
schen die bestimmnn# des Wesens. Wesen ist dis A bstractum , aber Wesen ist nicht nur is
dieses in sich seyn, sondan wesentlich Scheinen, reines Scheinen, A u f diese bescirnrnun#
sind w ir im Mcehanür/fen gekommen, Einheit d a R ealität und Idealität und dos ist das
Licht als solches dos Selbst d a M aterie, aber die C entralität d a M aterie ist die Selb-
sngkeit —dos Princip d a Individualität des N egirt seyn* des Unterschiedenseym, dos ist
die Selbsüschkeit aber noch nicht realisirt - dazu gehört doß sie ausgeführt wird - Idca- 20
lität gonz allgemeine* Selbst. —dos ist d a abstroefe begriff des Lichts überhaupt
$276 § 276. Als da* Selbst d a Materie ist es n ic h t m ehr die S chw ae sondan dos absolut
Leichte, im Licht entreißt sich die Materie d a S chw ae es ist dos A ndre d a Schwae -
dos ist d a erste begriff—
dm 4"*July W esen, Idealität des Lichts abstrocte Selbstischkeit aber die R ealität ist ebenso ab- zs
strocr n u r scheinen — seyn für Andres/./ Aus d e m Verhaltniß in d e m dos Licht zur
Materie steht (als Materie ist es wesentlich schwer) so ist dos Licht physisch —in sofern
m ateriell; es gehört d a N a tu r an, dem Dascynden, d e m A u ß eran an d er überhaupt,
aber die Materie ist wesentlich sch w a in sofern sie die Idealität a u ß er sich hoc —; dos
18V Licht a b a ist die areich te Idealität, die a b a n u r R ealität überh au p t | noch nicht zum 30
Außereinander für sich seyn herausgebildet, und noch nicht sich bestim m t hot - ist
die im m aterielle M ataie. Wos w ir sonst von Materie aussagen k o m m t dem Lichte
nicht zu, dos Licht ist dos Einfachste, deshalb am einfachsten u n d leichtesten zu fas­
sen, und grade diese Einfachheit in w elche die Prädicate d a M aterie zusammenfallen
macht die Schwierigkeit aus, dos Licht zu fassen, dos Licht ist also in Vergleichung mit is

12 selbst Gleichheit] Li: Selbstglerchhett eine ganz ideelle R caliuet

5 sich] in Hk am Rande naehtr. ein Strich in Blei 13 Realität] Hk: I d a lit t (Realität) 34 Materie]
in Hk am Rande ein Strich
PHYSIK 1055

der Materie, nicht schwer absolut leicht schwer ist dieses Drangen nach der Idealität,
als eine Andre, sondern ist die einfache Idealität selbst, dies was wir so vom Licht
sogen daß das dis nicht ist, u<as wir sonst an der Materie häben m uß empirisch sich
zeigen; wenn also gesagt wird: däs Licht ist nicht schwer, so lässen sich Versuche drü-
s ber anstellen, ob es ein Gewicht hat, ob es irgendwo sich drückend verhält, ebenso
in Ansehung andrer bestimmungen laßt sich däs durch beobachtung sehn ob dem
Licht diese bestimmungen abgehn, ob man es nach Qualitäten behändein kann, nach
welchen man andre Qualitäten behandelte - Also dos Licht ist nicht schwer, - man
hat das Licht concentnrt in einem Focus; äußerst sensible Wagen genommen und
io sonach eine große Masse Licht (nach der gewöhnlichen Vorstellung) au f diese Wagen
conccntrirt — und da hat man gefunden, daß das nicht die geringste Erscheinung
von Schwere hcrvorbrachte —nur daß das Gleichgewicht durch die erregte W ärme
gestört wurde —also ist das Licht durchaus nicht schwer also keine Materie (die Ma­
terie ist wesentlich schwer)
is dos weitre gehört dazu, zu zeigen, daß das was w ir Licht nennen der Gedanken^
bestimmung entspricht au f die wir gekommen sind, die Idealität in Ruksie/if a u f die
Schwere haben w ir in der Ersten |
A n m . die schwere Materie ist trennbar in Massen - kann in Massen getrennt wer­
den, diese Massen können aus einander gehalten werden dos Licht aber kann nicht
20 in Massen auseinander sein - In der New tonischen Physik spricht man von Licht
Strahlen da stellt man sie sich wie einen Stock vor: Man kann seinem Scheinen
Schranken setzen, dringt nun wenig Licht durch, so nennt man dos einen Licht-
Strahl und denkt man sich den Strahl recht frei, so ist dos durch eine OefEhung
dringende Licht ein büudel von Licht-Strahlen, betrachten wir nun aber, ob man das
2s Licht separirn, ein Stück vom andern absondern kann, so findet sich daß das un­
möglich ist. Man hot keine begründung davon, von Licht-Strahlen zu sprechen, dessen
ungeachtet ist es eine alte Anecdote, daß ein einfältiger Mensch das Licht in Säcken
in sein Haus tragen wolle - diese Vorstellung von Massen von Licht ist um nichts
unklüger, als wenn man von Strahlen und bündd von Licht-Strahlen spricht in dem
jo Sinn, daß n u n eine atomistisch abstrocte geometrische Linie sich als Licht vorstellt, als
etwas für sich bestehndes, und von Licht-Strahlen als etwas Exisärndes spricht —
Das Für sich seyn des Materiellen findet bei Licht gar nicht Statt, dos entspricht
wieder dem Character der Identität, dieser sich selbst Gleichheit, einer in sich unter­
schiedslosen Einheit, diese ist auch in der Erfahrung weiter bestimmt, die untrennbare
35 Einheit des Lichts ist dieses dos Sonnen-Lichf, erhellt Alles. Stellt man sich nun von

34—35 untrennbare Einhot] Li: Unzerlegbarkeit

20 sein anstelle einerHxtlücke ivn einer IVortlänge in Hk;folgt: - » —« — 34 die] Hie dr 35 erhellt]
Hk: erhält
1056 NACHSCHRIFT HUECK * 1 8 2 8

n u n habe einen sehr langen G ang w o das Licht bis zu m hintersten H intergründe
scheine. w enn n u n dz den Laden vorn zu mache, so Hobe m an d<ts Licht gefangen -
das ist nicht der Fall, dos Licht verbreitet sich d u rch alle R ä u m e , ist das ganz sich
selbst gleiche Auseinander seyn/./ | Es erfüllt alle R äum e a u ß e r w o es durch dos
D unkle gehem m t wird. W o man die S onne hinsrheinen läßt, da befinden sich die j
Strahlen, bringt inan da eine U nterbrechung an, so ist cs u n m ittelb ar n icht vorhan­
den —Es ist in dieser untrennbaren Einheit —es entflieht allen den bestimmungen dir
der Matehe zukommen und allen behandlungsweisen w elche n a c h solchen brstirn-
muriien möglich seyn dürften. D a sagt m an n u n es ist unbegreiflich, dos h eiß t nichts
w eiter als: diese Erscheinungen diese bestimmungen diese widersprechen, sind ganz und 10
gar verschieden von allen andern Weisen in denen die M aterie existirt aber es heißt
der abstraefe Verstand treibt uns n u r diese Formen auch a u f dos Licht anzuwenden,
und weil man es nicht durch ihn fassen kann, so n e n n t m an es unbegreiflich, dos
heißt w eiter nichts, als daß diese Kategorien hier nicht gelten, der begrj/Tist hier die
47 vu einfache Idealität, | in so fern sie für andre ist — ü b erh au p t g an z abstrart für andre is
ist n u r Schein nur M anifestation —E ine bcstümnung in die dos Licht allerdings tritt
ist dann nämlich; ab Idealität ist dos Licht im R aum e g eg en w ärtig , ist da für andres
ist physikalisch, nach dieser bestimmung ist es eb en ein A u ß erein an d er aber in die­
sem selbst ideellen ganz abstrarten A ußereinander seyn, w elches w ir R aum geheißen
haben/./ In dieser C ontinuität, Räum lichkeit ist dos Licht enthalten u n d som it ist io
die Zeidichkeit, dos Andre auch an ihm /.] M an sp rich t von der Fortpflanzung des
Lichts - batimtnung der Räumlichkeit und Zeidichkeit k o m m t dem Licht allerdings
auch zu. Dunkelheit ist die N egation des Lichts, dos Licht ist n eg irtes, kann gesetzt
werden als Verschwunden als Versdiwindend —aber, dam it d aß es a b verschwindend
und ab Erscheinend gesetzt werden kann, tritt es in die bestimmte bedingung der is
183,» Zeit und somit ist es auch fähig oder erhält dis | daß seine Erscheinung auch zeitlich
w ird, und so auch sein Verschwinden, die Bestimmungen des M ateriellen sind zu ent­
fernen vom Licht; es b t dos Sinnliche Unsinnliche dos im m atrielle M aterielle, aber
die bestimmungen von Räumliclikeif und Zeitlichkeit finden allerdings M aterie an der
bestimmung des Lichts — 30
W ir sehen Gegenstände vor uns, ich sehe von diesem P u n k te aus einen Raum,
andre die aus andrem räumlichen Vethältniß a u f diesen P u n k t sehn sehn ihn auch,
um dis zu erkläm sagt man: jeder sichtbare P unkt schickt S trahlen n ach allen Ge­
genden aus. Indem m an sich nun dos Sichtbar seyn so vorstellt d a ß Strahlen aus­
gehn von einem Punkt so m u ß m an sagen der P u n k t schickt n a c h allen Richtungen js
Strahlen aus (m atriellrr Zusammenhang) das ist angenom m en. Irgend ein e Fläche die

2 gefangen] Li: abgeschnitten

16 Manifestation] Hk. Manifestation ist 23 Negation] in H k am Rande nachte ein Strich in Biet
PHYSIK 1057

w ir sehn besteht aus Punkten, aus unzahlbarm Punkten - M ein Vereinzeln gehört
aber zu dieser Vorstellung — bei Lieht Strahlen bringt m an die bestimmung der Ver­
einzelung hinein, der einzelne Punkt schickt einzelne Strahlen, aber nach allen Sei­
ten aus. so hat m an a u f einer Fläche eine unendlie/ie Menge von Punkten und jeder
3 schickt Licht aus. so hot m an also eine unendlü7ie Menge von solchen Kugeln oder
H albkugeln die einen Punkt zum M ittelpunkt hoben und so sm d eine unzählige
M enge von Strahlen vorhanden die alle sich durchdnngen —jeder Strahl w ird von
unendlich vielen andern Strahlen durchdrungen —Was m an sich vorstellt das m üßte
seyn zw ischen einem A und den Punkten; deshalb m üßte eine solche Helligkeit oder
io solche V erdunklung des Punkts seyn, daß e r zunichte gemacht w ird — ich werde
ihn n ich t sehen k ö nn en - D a sieht m an also daß eben sich diese ganze Vorste//ung
des Ausstrahlens der Punkte nach allen Seiten sich in sich selber vernichtete. M an
braucht solche Kategorien, Vorstellungen vom Materiellen n u r zu verfolgen bestimmt
sich vorzustellen w ie sie gegeben werden so heben sie | sich in sich selber auf. —das 184„
is ist die ganz einfache E rfahrung oder Vorstelung von Kategorien, welche zeigen, was
im begriff vorhanden ist. bestimmung die das M aterielle als solches enthalt
das Licht ist vornehmlich einer dieser Gegenstände welche die Schwierigkeit der
betrachtung haben, gemachte Schwierigkeit, daß m an sich diese Kategorien herbei
bringt, die in einer andern Sphäre gelten und n icht hier
20 § 277 — h ier ist das Negative des Lichts das A ndre des Lichts vorgegeben — es § 277
verhält sich zunächst als ein Verschiedenes überhaupt — das Licht ist aber physikali­
sches, dis eine physikalische Identität mit sich dieses reine Scheinen, die bestimmun?
der Identität ist aber selbst eine einfache bcstirnmun^, weil sie einfach ist, zunächst
so abstraef für sich, so h at sie eine andre bestimmung ih r gegenüber — und deshalb
23 ist das Licht zunächst als ein verschiedenes gesetzt —später w ird sich zeigen daß es
auch in realer Differenz ist, zunächst aber in einer Identität die sich n u r a u f sich be­
zieh t -----das A ndre Negative gegen das Licht ist das D unkle —überhaupt —das be­
steht ebenso vom Lichte verschieden für sich zunächst - so bezieht sich das Licht a u f
die Oberfläche; das andre für das Licht ist zunächst undurchsichtig zunächst bestimmt
ao als das Negative des Lichts, aber dieses U ndurchsichtige indem sich das Licht a u f
dasselbe bezieht — | w ird scheinend —, durch das Licht hat es die bestimmung (nicht 48ru
mitgetheilt) überhaupt sich zu m anifesdren, für ein andres zu seyn — und in dieser
R üksirhf m u ß sogleich dis vom Lichte gesagt werden das reine Licht scheint gar nidit,
irn reinen Lichte sieht m an gar nichts, u m ganz n u r sich zum reinen Lichte zu verhal-
jj ten, so m ü ß te m an sich vorstellen, daß m an nichts wäre, als n u r ein Auge; denn der

22 Scheinen] Mi. Scheinen m sich 29 Oberfläche] Lt: Oberfläche des Körpers 33 Lrc/ir] Li Licht
ist gar kein Licht
1058 NACHSCHRIFT HUECK * l 8 ’ 8

K örper ist schon ein Dunkles, Negatives, stelle ich mieh aber in das Affirmative, bloß
als Auge, so sehe idi gor fliehts — |
185,* dos Licht ist diese Idealität als scheinend mam festirt; d aß das in der T hal ein
Sehern sey, sich realisire, dazu gehört dos Negative, das A ndre, das D unkle - erst da
hot dos Lieht Existenz in sofern ein Dunkles ist und dis D u n k le ist das manifestim, j
sein Manifestiren ist sein Schein, Hell seyn. Vom Lichte: wissen w ir nur, in so fern
etwas hell ist — und was so hell ist, dos scheint, es ist noch nich t an ihm selber, son­
dern ist an einem Andern, und in so fern dos D u n k le sonst nicht bestimmt ist, ist es
n u r noch ein Glattes, eine Spiegelung, dos was Sichtbar ist, zeigt sich nicht zunächst
an ihm selbst sondern n u r an anderm . io
dm 7*“july § 277. Gegensatz, in welchem dos Licht sich zeigt, dos Licht ist diese physiItalische
Idealität —diese Idealität ist nur eins der M om ente des Gegensatzes, ist also soglndi
eins der versdnednen und die andern M omente, die noch unbestimmt sind sind Andre
gegen dasselbe; so verhält sich dos Licht als Andres zu andern; dos Licht ist die ein­
fache physika/ise/ie Idealität der bestim m theit also - grade das G egentheil gegen u
die Individualität ganz Selbst, es ist in ihm , das unbestimmte ganz Individuelle zu
seyn, das von ihm nicht Unterschirdne zu seyn, diese A bstracdon zu seyn, und in­
dem es dis einzelne M om ent ist, so verhält es sich zirm Unterschiede als ein Andres
gegen A ndre — dis Andre ist dos D unkle überhaupt, das ist n u n einerseits ein sehr
bekannter trivialer Satz —auch der gem eine M enschensinn, der dos durchaus nicht 20
anders ansieht, aber der Satz ist n c h d g in Rücksicht a u f die sogenannte Newtonische
Farben theorie denn in ih r ist das Licht nicht das H elle, sondern das aus Trübem zu
bestehen, das Trübe in ihm selbst zu haben —das andre ist der allgemeine M enschcn-
186 , * sinn, daß das | Licht das Helle ist. der N ew tonsche Satz ist, daß die Helligkeit des
Lichts bloße Erscheinung ist, das Licht besteht aus D unkelheiten dos Licht ist eine ts
Mannichfäldgkeit des D unkeln — dos w eiße Licht sei aus den 7 Farben zusammen­
gesetzt. N u n ist allgemein bekannt, daß jede Farbe, insofern es eine Farbe ist, das
nächste am weißen ist dos Gelbe, m ehr noch grün blau, sind noch m ehr dunkel - dos
w eiße Licht ist dos hellste, schwarz ist auch keine Farbe/-. /J e d e Farbe also ist gegen
dos W eiße gebracht Dunkles - Nach Newtonscher Vorstellung machen die 7 Farben »

und 7 Dunkelheiten die Helligkeit aus, und dos H elle ist also eine Mannichfäldgkeit
von Negationen des Lichtes, das Licht hat an ihm selber N egadonen, d en n das sind
die Dunkelheiten, so hat man dis a u f den philosophischen Satz zurukfiihrn wollen
daß das Licht dos Negative an ihm selbst habe. — (Lcibnitz). M an kann dos aber

17 v y n j Li: sein, als das Moment d n einfachen Idealttaet 22 dos,] Li: das dunkle, das 25-26 is
das Licht... Dunkeln] Li: mehrere Trubungen machen dos Helle 28 weißen] Li farbenlosen d.h. am
weißen grün] Li. roihc,gninc

15 besummdieit] Hk. bsnnuntthit


PHYSIK 1059

zeigen, daß wenn n u n hell und dunkel zusammen bringt, Farben entstehen und
da ist kein Unterschied zu machen zwischen den terrestrischen Farben und denen
die man durch’s Prisma kriegt, weil alle Experimente zeigen, daß die Farben durch
Vermischung von Hell und Dunkel entstehn - Farbe ist Farbe die Weise derTrü-
5 bung aber (hell ist hell, weiß ist weiß, aber von der Sonne oder sonst woher) —vom
Sonnen-Lir/it kann man zeigen, daß alle Farben durch Trübung und Verdunklung
entstehn von einem Acußerlichen herkommen, gesetzt werden — Prisma also ist
allerdings ein Durchsichtiges, aber dessen ungeachtet ein dunkleres als Luft - ist ein
durchsichtiges und darum ein Trübendes. Man modificirt nur die Heligkeit durch
io eine äußerlich angebrachte Trübung —das ist Sache des Experiments —Göthe hot
dds gezeigt - hot eine Vorstellung aufgenommen, die von Alteis her jedem gesunden
Menschensinne eingewohnt hat —jedem Künstler etc —und Newtons Theorie ist
eine Theorie der Schule - ist leer - |
daß das Identische hier noch als sich in sich selbst bestimmend cxistirt haben w ir 187,*
is hier auf diesem Standpunkt zu betrachten - das eiste Physikalische ist das Lidil das
ist das Abstracre wir haben noch nicht Concrete Totalität —eist am irdischen hoben
w ir sie aber zunächst sind diese physikalischen hestimmungen als selbstständig außer­
einander. das Erste ist das Experiment, wodurch man zeigt, daß die Verdunklung
des Lichts kommt durch eine äußerliche Trübung - die Schein des begnfls aber ist
20 dos Erste, die abstracle Identität ist dos Erste dos Licht und so ist es noch in Verschie­
denheit gegen sein Negatives und dis Negative ist noch das Dunkle, das ist also die
eiste bestimmung aber so trivial sie ist so hat sie ihren Werth gegen die Theorie der
Schule, und ist gegen diese leere Theorie festzuhalten —dos ist also überhaupt das
Licht zuerst in diesem Gegensätze, daß die Dunkelheit eine von ihm verschiedene
is Existenz sei. das Licht im Gegensatz gegen das Dunkle, das Licht als reine Idealität
för sich selbstständig existirnd, und so ist es die Sonne, welche leuchtet — und der
Ucbergang von der Sonne, und dis ist ein selbsdeuchtendes - das Licht, als solches
welches fiir sich existirnd —so als ein leuchtendes als selbsdeuchtendes exisnrcnd —
und dieses Licht so fiir sich existirnd ist weiß - der Mond ist ebenso weiß, silberner
so Mond —die Sonne beim Aufgange sieht roth aus, hoch gelber, beim reinen Himmel
aber weiß - das Dunkle ist schwarz, der Lichtkörper, selbsdeuchtende Existenz - bei
dieser begeiffsbestimmung können wir stehn bleiben, das andre aber ist die Erklärung,
die begrißibestimmfheit zu erfassen und diese in der Weise ihrer Existenz aufzufaßen,
das Licht muß exisdren, aber wie? es kann exisüm, weil es existim muß, weil es

3S 7 Acußerlichen] Li: Aeußcrlichcn | unabhängig vom Licht 24 die Dunkelheit] Li: Das dunkle ist 48vb
außerhalb des Lichtes diese physikalische Besamung ist noch ideell, allgemein, nicht concrct - das dunkle
ist

7 entstehn] Hk: entstehn durch 14 noch) Hk: nh bei 21 sein] Hk ihr 36 ideell] Li: idieell
1060 NACHSCHRIFT HUBCK * l8 2 8

dies« wesentliche Moment in der Totalität des begrifft ist - aber indem w ir a u f das
Licht andre Vahdhnisse aus der Sphäre der Endlichkeit anw enden so legt man diese
auch in sich ursprünglichen Existenzen dar \
188,„ W ir sind gewohnt Licht als Flamme zu sehn u n d mit W ärm e verbunden - dos
Licht aber an der Sonne ist ursprünglich. - W ir sehn es aber auch als irdisches durch s
den Proceß hervorgehn dos ist ein andres als dos ursprüngliche Licht — alle Physi-
kalischen begriffe hoben immer zweierlei bestininiim^rn dos eine mal zu erscheinen
dos andre mal durch den exisdniden begriff— dos eine an sich entstehnd durch den
exisdrnden b e g riff dos andre als exutrmd in dem Proce/J —w ir sehn dos irdische Licht
durch die Flamme entstehn —sehn Hitze am Lichte brennen etc — eine Flamme io
bedarf Material muß ernährt werden —da fragen w ir auch a u f der Sonne nach ei­
nem brennmaterial, wodurch au f der Sonne dos brennen sey. M an fragt also auch
auf der Sonne nach der Erklärung d « Lichts, aber dos brennen gehört bloß dem ir­
dischen Lichte an; eine Weise d a Existenz die gar nicht paßt ist die Weise in d a hier
d a begriff existirt — dos Sonnen Licht ist keine H itze, sondan ist ganz kalt - wie is
man selbst z u sehn began und in Luftballonen erfahrt —, erst an d a Erde entsteht
die Wärme - damit fallt alle di«e Fodrung d a bedingungen hinw eg. M an fo d at
die bedingungen, aber sie sind nur beim irdischen Licht vorhonden. M an hot ohne­
hin aus d a Empirie ein Leuchten ohne brennm aterial — : dos Phosphoresciren -
faul« Holz, dos leuchtet für sich, gibt für sich einen Schein, dos ist ein Proce/J d a 10
Verfaulung —überhaupt aber phosphorescirn beinahe alle M ineralien schwach für
sich mehr wenn sie gereitzt werden dem Sonneri-Licht ausgesetzt werden (Placidius
Heinrich in Nürnberg.) so ist auch beim feuer anschlagen dos Licht R a u lto t ein«
mechanischen Verhältnisses sonst auch e in e chemischen — W enn m an näher die
bedingung d a Entstehung d e Lichts hoben will, so braucht m an n u r eine Reibung is
189,, anzunehmen, einfache R eibung - die Sonne rotirt in sich - | hot eine, sich a u f sich
rotirmie bewegung. Will man sich nun etwas vorstellen so kann m an dies durch
d iee Rotation eine fortdauernde mechanische R eibung die noch nicht individuali-
sirte Materie ist —Man stellt sich dos LicAf als Sonncn-A thm osphäre v o r — und daß
das D unkle d e Sonnenkörpers sichtbar werde durch A eußrungoi in d a leuchten- 30

den Athmosphäre - rodrn ist eine beziehung au f sich selbst e in a krystallosen noch
49rb nicht individualisirten Materie —dos ist die Q uelle d e Lichts. | W ill m an aber dos
Licht auf bedingung zurückfuhm nach d a man es a u f irdische Weise entstehn sieht
aber dies Wahre ist die Nothwendigkeit d e begnfls M om ents in seiner Existenz -
das ist dos Selbst Leuchten; dos Weitre ist, daß dos Licht sich wesentlich a u f ein is

14—15 an; eine _ existirt] Li: in, wo es in der Weise d a Prozesses ist, hier ist es im Moment drs
Bfgrrfcs 23 so is t... Lahr] Li: im Empirischen ist auch ein Licht ohne Feuer, Gluth.

31 beziehung] Hk bzzihung 33 es] H i. se


P H Y S IK 1061

Dunkles, als a u f ein Andres bezieht —diese 2 sind Unterschiede in unserer Verglei­
chung. w ir hüben Licht, vergleichen sie so mit einander —aber das Licht wrrd nicht
bloß von uns a u f dos Dunkle bezogen sondern bezieht sich selbst au f das Dunkle,
vertreibt die Finstemiß, und das Dunkle hört au f dunkel zu seyn. diese beziehung
s ist also nicht eine beziehung au f dasselbe als dunkel, sondern macht es hell —es ist
also nichts weiter, als begränzung des Lichts, das ist Sehen machen eines hellren aber
w eiter z u bestimmen als bloß hell zu seyn(.] Das Licht also macht Etwas hell —das
D unkle ist verschwunden es ist das Vechdltniß von Helligkeit überhaupt zu einer
bestimmfen Helligkeit; diese bestimmrheit der Helligkeit kommt nun von weitren
io physikalischen Qualitäten her - hier ist überhaupt modificirte Helligkeit
Am Ende des § — U m zu erscheinen m uß etwas auf irgend eine andre Weise
weiter partikularisirt seyn. Licht ist dieses Scheinen | manifesürn, d .h . für ein andres 190,
seyn[.J Indem nun etwas hell wird so heißt dis, es ist bestimmt, es thut dis als ma-
nifesürnd, d. h. als nicht für sich selbst seind, sondern als seiend an einem andren —
is hat m an so also n u r Licht und ein Unterschiednes vom Licht, so ist das eine bestimmte
M odification von Licht; dieses macht an einem andern sich scheinend; es zeigt sich
nicht für sich selber, sondern für ein andres ist außer sich selbst gesetzt —das Liciil
manifestier sich überhaupt — das ist das außer sich seyn das Seyn für andres —das
Licht ist allgegenwärtig (außer wenn es ein Andres sich gegenüber findet) es ist das
M Seyn an einem andren allenthalben außer sich gegenwärtig, das was so beleuchtet
wird, ist indem es beleuchtet wird - eben so sich manifesamd, d h. außer sich selbst
setzend —in sofern nun das Andre, welches so beleuchtet wird nur als Gränze, Par­
ti cularisation des Lichts, aber ganz überhaupt dargestHlt wird, so ist seine Oberflä­
che ein Glattes, ohne alle Farben eine glatte Oberfläche (rauh setzt schon weitere
2$ Particularisadonen voraus) aber das begränzen Andres; Modificadon überhaupt ist
Oberfläche überhaupt — ohne alle Pamcularisadon ist glatte Oberflar/ie das ist die
unmittelbare Oberflar/ie (an ihr selbst Ununterschieden) sie ist nur dis zu leuchten,
das ist an einem Andern zu seyn. dis Andre ist ebenso ein Glattes, ebenso nicht an
ihm selbst zu erscheinen das ist an einem Aridem sich zu manifestim, und dis andre
jo ist wieder dis das nicht an ihm selbst erscheint sondern wieder an einem andern; das
ist das Unendliche sich Fortsetzen des Erscheinens, des Mamfestirns - das ist was
m an am Spiegel hat — |
das ist der erste Theil der O ptik Katoptnk —O ptik ist schon die Trübung in ei- 191
nem M edium

35 10 hier ist ... Helligkeit] Li■ die Bestimmtheit der Helligkeit wird durch physikalut/ie Erschrtnmy;
modificirt 20 Seyn] Li: wesendich sein 23 wird) Lt- wird ohne weiteren Unterschied

16 scheinend] H k sheinnd,
1062 NACHSCHRIFT HUECK » 1828

Dieses Zurrtckwrrfen nun daß man nicht den Spiegel sieht, sondern ein andres,
so sieht man diese unendlichen Vervielfältigungen was a u f die gewöhnliche Wei­
se sehr schwer zu fassen ist - stellt man sich zwischen 2 Spiegel, so kann man
zwar nicht den Körper ganz w egziehn aber von der Seite sieht man die unendliche
Vervielfältigung im Spiegel - es ist hell an ihm, d. h. das wirft er ziiriik - das macht s
er erscheinen an einem andern diß wieder an einem andern und so fort — nichts an
ihm selber, sondern dis Manifesten ist, seine Helligkeit hinauszuwerfen an ein an­
dres.— |
49vu § 277. - hier ist das beziehn des Lichts bestimmt worden; Licht als beziehn Ma-
drn 8*" july nifestirri Scheinen an einem Andern, abstracto besti'mmnngslose Idealität, Scheinen an 10
einem andern —damit Etwas erscheint dazu gehört eine w eitere physikalische Parti-
cularisadon; dann ist es nicht weiter particularisirt. das Glatte ist eigendich unsicht­
bar ist ein andres Erscheinen und das was an ihm als ein Andres erscheint wird an
ihm manifesurt - d h. es wind an einem Andern als solchen n u r zum Vorschein ge­
bracht/./ Unser Auge sieht Gegenstände d .h . die sichtbaren Gegenstände sind fnr is
dasselbe; unser Auge empfindet überhaupt wirft von dieser bestimmfheit die in ihm
gesetzt ist wieder zurück und bestimmt daß es ein Object sei —das Scheinen ist noch
kein Reelles sichtbar Werden sondern Scheinen machen an einem Andern
$ 278 § 278. —Weitre bestimminig des Mamfestirns. räumliche bestimm««? in Rüksiciif
auf dieses Manifestim, das Manifeitiren ist närnlich durch nichts w eiter bestimmt - 20
192,a das ist eine bestimm««? die da noch beigebracht ist ( daß dieses Manifestiren dieses
Licht immatriell nicht schwer ist, aber physikalische Existenz bestimm««,? der Materie
als solche, aber bostimmioi? der Räumlichkeit, die komme dieser Manifestation zu,
durch diese bestimm««,? der Räumlichkeit wird es bestimmt —daß diese Gradlinigkeit
überhaupt eine der Grundbestimmungen ist hat die weitren angegebnen Folgen - be- a
zieht sich auf eine Hauptsache, au f die Vorste/hm? der Polarisation, a u f das Nähere
lassen w ir uns nicht ein -
Das Licht ist also das abstracte reine Manifestiren. dem Licht gegenüber ist das
§ 279 Dunkle überhaupt - § 279. überhaupt dos Unterschiedne von der mit sich identi­
schen Idealität, also das sich selbst Entgegengesetzte Concrete in sich selbst man- x>
nichfaltig bestimmte also ist das die materielle Realität, reelle M aterialität, beim
Gegensatz zerfällt es in sich selbst, exisdrt als ein Unterschiedenes, als eins von
2 unterschiednen bestimmungen — als eine Zweiheit, und diese Zweiheit ist die
Starrheit und die Entgegensetzung als solche, als frei durch nichts getragen, durch
keinen Punkt der Individualität getragen, nur das N eutralisirn, Zusammensinken »
der Gegensätze ist Gegensatz - Materialität im Gegensatz und als selbstständige

26 Polarisation] Li: Polarisation Cf. Henning

5 Vervielfältigung] Hk Vrfirliältsgung 10M 8“*] Hk: 7t


PHYSIK 1063

Körperlichkeit noch vorhanden, das ist die lunarische und die Cometansche Kör­
perlichkeit —diese machen ein System, sind Glieder, Organe eines Ganzen, in wel­
chem die Lebendigkeit der bewegung ist, ihre bestimmun? bezieht sich auf Raum
und Zeit und bewegung; das andre ist ihre physikalische bestimmrheit, die zunächst
s als selbstständige Körperlichkeit erscheint - die beiden Formen des Gegensatzes sind
die S t a r h c i t die Sprödigkeit, das materielle fiir sich seyn, Sprödigkeit als Prrncrp
der Materie überhaupt als Atom, das zur abstrarten Denkbestimmrheit der Matehe
gehört —es existirt noch nicht —ist nicht selber das Für sich seyn, sondern existirt
ab Masse ab Außereinander, das ist zunächst ab tnatriellet Für sich seyn bestimmt —
io Sprödigkeit, Starrheit überhaupt---- zerbndu man einen spröden Körper, so wis­
sen w ir daß er sich | nicht biegen laßt, nicht die Cohäsion hat, die Flächenhaft 193,*
ist, die der Existenz ab Fläche empfänglich ist, sondern das Starre Spröde sprengt
auseinander, und je starrer um so mehr sprengt es in eine Menge einzelner punk­
tueller Gebilde (Glastropfen in welchen ein ganz oberflächlicher Zusammenhang ist,
15 die kleine Erschüttrung zerstäubt das Ganze) das ist das Punktualisirn, das Pnncip
des Punktualisirns - die Art wie der Körper zersprengt ist sehr verschieden die A rt wie
der K örper der Linearität fähig ist, ist sehr verschieden z b. Saiten aus einem Metalle
und ob er fähig ist, die Form der Fläche festzuhalten das ist die eine Form - die
Form der Starrheit —bei den Elementen werden w ir dieselbe Gnmdbestimmun? ha-
20 ben —dis für sich seyn, sich fiir sich Iudividuahsirn ist die eine Seite des Gegensatzes
die andre Seite des Gegensatzes ist die Neutralität oder die Auflösung sie hat diese
Form der Neutralität, weil sie ist die Entgegensetzung ab solche, in dieser, ab solcher
w enn keine Individualität vorhanden ist welche den Halt ausmacht für die Unter­
schiede, so hält sich keines der Entgegengesetzten, sondern es ist nur vorhanden die
25 Entgegensetzung und somit das Seyn des Einen in dem Andren, und des Zweiten
in dem Ersten, das Eine ist nur in sofern es das Andre nicht ist, wenn es das Andre
nicht ist ist es in Einem nur in sofern das Andre ist, in sofern es au f sein Gegenthei)
sich | bezieht — indem es so nur ist in beziehung au f sein Gegenthei) und keine SOr^
Individualität vorhanden ist, die beides trüge, so ist es zusammengestürzt —sie haben
jo sich gegen einander paralysirt jedes hat am andern seine Eigentüm lichkeit verloren,
in sofern s in d sie n e u t r a l ist abstracte Neutrabtät z.b ein Salz - da ist die basis
das Kalische und die Säure, die Säure existirt nur in beziehung auf das Kali —eine
nicht abgestumpfte sondern wasserlose Saure, ist au f den Punkt ihrer Extreme der

8 existirt n « h nicht] Li: ist nicht sinnlich 24 Entgegengesetzten] Li. Entgegengesetzten. Im Surren
JS ist das Moment der Punktuahuet, der Zusammenhang. Hier ist negativer Zusammenhang 32 Kali]
Li; Kali, es ist sich mit andern zu halten

11 laßt,] Hk: laßt. 23 welche) Hk: welchs 27 ist,) in Hk am Ramie ein Strvh ist es] Hk: cs
ist 29 die] Hk: der
1064 NACIISCIIIUFT HUECK • 1828

!94m Entgegensezung getrieben, so kann sie nicht existim, sie raucht also, | verbindet sich
mit der Luft (ist sie mit sich rcducirt, so ist Wasser dos abstracte Neutrale) - sie ist so
daß keim der Momente für sich selbst ständig ist sondern jedes ist nur in bezichung
auf das andre seine Existenz zu verliefen sicli abzustumpfen
die abstraefe Neutralität ist Wasser - die chemische Neutralität ist SaJz, ist Wasser j
realisier, Wasser ist darum dos Medium, worin alles Salz sich auflost, wenn Kali und
Saure in berührung mit einander kommen, ist das abstraefe M edium der Neutralität,
dos Allgemeine in dem sie sich finden beriihrn können so daß sie diese abstraefe Neu­
tralität paiticulorisiren, realisirn; dos sind die 2 betimmingen für sich scyn Verschie­
denheit überhaupt - Verschiedenheit als solche dh. daß die die verschieden sind jedes 10
ist ein für sich seyndes, für sich seyn ist das Princip der Verschiedenheit - materielles
für sich seyn - und dos andre ist die Entgegensetzung, aber die leere, noch durch
nichts gehaltene, angefachte Entgegensetzung, und darum die Neutralisation - Im
lebendigen ist auch Entgegensetzung, aber da ist ein lebendiges Subjrrf welches die
beiden bfstirnrmnigen auseinander hält - hier aber ist nichts welches sie auseinander 15

hält und deshalb sind sie in einander fallend, und deshalb sind sie Neutralität, das sind
die wesendir/im Kategorien, und diese müssen in der N atur vorhanden seyn, und hier
sind sie auf unmittelbare Weise in der Form der für sich seynden Körperlichkeit - als
Körper des Sonnen-Systems und dos ist ihre physische Gestalt - als lunarischer und
Cometarischer Körper - Es kann einem unwahrscheinlich Vorkommen, daß wir das 20
so annehmen aber irn Sonnen-Systern sind diese 4 Arten der K örper - dos wissen
I95m wir empirisch und diese 4 Arten sind nur durch ( die N atur des begras verschieden
eine andre Verschiedenheit kann ihnen nirgends anderwärts zukommen; die weitre
Parnculonsadon ist zuBillige brstinirnrheit, durch ein andres an sie gekommen, aber
hier im Reiche der selbstständigen Körper ist noch kein Zufall, keine beziehlichkeit zs
auf die Mannichfaltigkeit; hier haben sie wesendic/i die bestinrnung durch die Mo­
mente des begriff als solche - es gehört blinder Glaube dazu, um sich das gefallen
zu lassen, das Andre aber ist, daß die empirische Weise der Existenz sich gemäß dem
begriffzeigt - das ist in der A n m . zum § gethan -
In beziehung auf bewegung haben wir die K örper des Gegensatzes schon be- »
trachtet, die in Rricks/cÄf auf bewegung zwar eigne bahn haben aber in Ansehung
der bestimmfheit ihrer bahnen sich zugleich nur als diener verhalten, als dienet
d.h. als solche die dem Gegensätze angehörn, diese wesentliche abstraefe Selbst­
ständigkeit haben, welche die Sonne hat - welche der Planet hat, der die Totali­
tät ist. - und ihre bewegung haben diese Körper des Gegensatzes diese beziehung 35

25 selbstständigen) Li: freien

I getrieben) Hk: gtribn ist 23 nirgends) Hk: nir / gnds 25 bezielilirhkrit] so Hk; lies:
Beziiglichkeit 29 §) in Hkfolgt eine Trxlhtike von einer Wotllittgt
PHYSIK 1065

wesentlich — der Planet erreicht beides beziehung und Selbstständigkeit — bezie­


hung der bewegung auf ihn als solche Rotation - diese aber haben Selbstlosigkeit,
nur dos bezogen seyn au f ein andres —dos ist die Seite, nach der ihre bewegung
bestimm/ ist und zwar verhalten sie sich da wieder als dienend, aber da sie den Ge-
s gensatz ausmaehen so sind sie gegeneinander wieder verschieden — der eine der
K örper der Starheit ist der Proceßlose Körper - dos abstroete beziehn auf sich pro-
ceßlos in Rücksicht auf bewegung. er hot dos Pnncip der bewegung nicht an ihm,
die bewegung komm t an ihm nicht zur Erscheinung —der Mond | hot seine Axe 196»
in der Erde der Cometansche Körper dagegen ist auch dienend, aber dos Gegen-
io theil der Starrheit, ist in seinem bewegen, Verhalten ausschweifend stellt in seinem
physikalischen Daseyn die Zufälligkeit dar, ist der haltungslose Proceß der Gegen­
satz, der haltungslos ist, die Neutralität des haltungslosen Processes —die Momente
halten sich nicht auseinander sondern sind dos Formelle des Processes und beweisen
sich also auch, der Character der bahn ist nach dem begnfismoment bestimmte be-
is wegung als dem Körper des Gegensatzes zukommend, also als in sich haltungslose
bewegung ausschweifend die Zufaligkeit darstellend — |
die Alten haben sich vorgestellt, daß die Cometen bloß momentan gebildete 50vu
M eteorn sind — Concredon die schnell verschwunden — sie sind zwar im System,
hoben eine Zeit, eine Dauer aber die Wiederkehr ist nur von wenigen aufgezeigt —
20 (Enke’sche Comet 4 j Jahre Umlauf) da zeigt sich also diese Zufälligkeit ihrer Exi­
stenz - ihre bahn ist ausschweifend - Man ist nicht mehr so spröde, man hot die Alten
schief drüber angesehn, daß sie die Cometen für Meteorn hielten aber man hot nur
von wenigen die Dauer bewiesen —man hat sie sich als bilder vorzustellen die wenn
sie in die Nähe der Sonne gekommen sind wieder in die Räume sich entfernen, und
2s da zerstäuben - Man hat da die Vorstellung von der Weisheit Gottes hinein gebracht -
hat in den M ond und Planeten bewohner gesetzt etc —ist davon aber ztirückgekom-
men —(die Weisheit Gottes ist überhaupt so ein unbestimmter ausdruck, was das wei­
se ist, das ist dem begn/f gemäß, dos offenbart sich der Vernunft —) so ist auch vom
Monde gesagt, daß er der Körper der Starrheit ist - keine Athmosphäre oder nur eine
30 so feine hot, wie man heutiges Tages überhaupt alles so fein hat - es gibt keine Wol­
ken kein Gewitter auf dem Monde, wie wir es auf dem Planeten Venus erkannt - |
Es fehlt abo dem Monde meteorologischer Proce/J - fehlen Pflanzen Thiere Men­ 197»
schen, er ist starr, krystallisirt - doch Entzündungen sieht man, leuchtende Punkte,

8 -9 hat seine ... Erde] Li: dreht sich um sich herum 10-11 smirm physikd/urfim Daseyn] U sei-
35 nrr exccntrüc/im Dahn 18 sind,] Li: sind, wie Sternschnuppen 33 starr, krystallisirt] Lj starrer
Crystall ohne Orgamsanon

23 bilder] Hk: Lesung unsicher; lies: Dunstmassen 26 Mond anstelle einet unleserlichen Buchstabens oder
Kürzels in Hk
1066 NACHSCHRIFT HUECK - 1 8 2 8

die n u n für physikalische Phänom ene hält —, für E ru p tio n —H eim über dir Gestalt
des Mondes verglichen mit der Gestalt der Erde, nach ihren prim itiven Zusünden —
also M ond und Com eten zeigen so in ihrer b ahn a b in ihrer Existenz solche physiko*
tisehen Eigenschaften, die den angegebnen begri/ßbestimmungen entsprechen
den 10“*July D er andre K örper des absurderen Gegensatzes, des form ellen P ro c c n n ist der Co- s
mef (Anm zn $ 279) erscheint u n ter eben der bestimtnung a b eine unruhige dunst-
mosse; m an hat noch nichts Starres in ihnen entdeckt, der Schweif sind noch mrht
ausgemittelte Vcrhäfmüsr. m an hot andre S terne durch den Schweif und durch den
K ern der C om m eten selbst gesehen, also sind sie nicht nur so sehr dünn - sondern
sogar durchsichtig, andre hoben nachweisen wollen, d aß sich bei der Gelegenheit 1r- i0
gend etwas andres in den H ibus eingeschlichen; Furcht v or den C om m eten, 1832 soll
ein C om m et durch die Erdbahn gehen, so kann m an sich w ohl vorstellen daß die
Erde eine Verändrung deshalb erleiden möchte, die A stronom en sprechen dagegen -
aber einen G rund dagegen haben sie nicht angegeben, sondern n u r d aß viel Platz am
H im m el sey - nach dem vielen vorhandenen R a u m — darüber b t zu bemerken: 1$
M an stellt sich den Gong der C om m eten w ie M enschen a u f einem Spaziergange vor,
in vollkommener Zufälligkeit, daß da jeder C o met so o h n e allen Zusammenhang mit
den übrigen K örpern des Systems für sich nach dem Zufall erscheine und da einen
Weg nehm e, aber der Corner gehört wesendick zum Sonnen-Systrm ; in sofern die
Entfernung der Planeren von einander durch ein begrif&momen/ nothwendig bestimmt n
ist, so b t auch nothwendig anzunehmen, daß der Corner n ic h t zufälliger Weise seinen
198,« Spaziergang m adit sondern daß seine bahn ein Resultat | vom G anzen b t, determini/t
durch die ganze Organisation, w ie ein bein und F uß am K ö rp er —Es läßt sich der
Gedanke fassen, daß die K örper des Systems sich w ehren w erden gegen den Corner -
sich wehren werden ab bestimmt durch dos G anze der O rganisation —diß b t gegen a
die Vorstellung der Zufälligkeit zu bem erken, die m an gewöhnlich mit der bahn und
Existenz der C om eten v erknüpft die bahn drückt sich aus durch die bestimmtheit
der Entfernung sich nicht w eiter zu entfernen aber eben so R e p u b io n dos sich aus
einander halten —dos b t w eiter durch dos G anze des Systems determ in irt ——
dis über die Körper des Gegensatzes. —. ■ . ■. »
§ 280 $ 280. der Gegensatz ab realer Gegensatz selbst Z w eiheit —dos 4U der Zahl nach
ist der K örper der Individualität, der Gegensatz ab in sich zurückgegangen das logi­
sche, das Einfache der beziehung a u f sich, dos 3>u, die Einheit, Individualität, Körper
51ru der Individualität | Planet oder Erde nach der bestunmutig des Gegensatzes, nach
einem M om ent des Gegensatzes, d . h . aufgeschloßen im realen Unterschied - der 35

,,r l , $ \ * < 4. <y e \ ' ,r •' i ,

1 Eruption) Li: vulkan udir Eruptionen 7 Surrcs] U: festes 35 im realen Unterschied] Li: in
reale Unterschiede

17 daß) H k: dß.
PHYSIK 1067

Gegensatz ohne Individualität ist nur als dos sich in einander-scyn der unteisdiiede-
nen Momente, und nur als Neutralität überhaupt - aber als Körper der Individua­
lität ist er Starheit, der individuelle Halt - durch diese aufgeschlossen, aus ein ander
geschlossen, die Principien hoben einen Holt an der Individualität —
s diese Diremtion ist gehalten durch den selbstisdien Einheitspunci
der Plane/ ist der wahrhafte lebendige Körper des Systems der Körper der Totali­
tät, die Monde sind nur abstrorte Körper - die Sonne ist nicht höher zu halten —
Keppler in seiner Harmonia mundi hot sich vornehmlich mit der Entfernung der
Planeten beschäftigt, auf die Zahlenverha/tnisse der Töne Rücksicht genommen, die
10 Unterschiede zum Grunde gelegt und die Entfernungen der Planeten darauf reducirn
wollen —das ist der große | Gedanke nicht bloß die Harmonie in den Tönen zu 199Ä
betrachten, sondern er geht auch auf sittliche Ordnung Realität, Staatsverhöirni^ über
und betrachtet die Harmonie darin - alles dis ist etwas antiquirtes —Entwicklung des
Gedankens —die Entwicklung ist noch nicht so weit fortgeschritten gewesen, daß er
15 auch für unsre Zeiten noch wahre Wichtigkeit hätte, aber die große Intension, die
Ehrlichkeit des großen Genius, daß Vernunft in allem seyn, die muß man anerken­
nen —Newton hat auf die Farben die Zahlenverha/tnisse der Tone angewandt, das ist
die schlechteste Anwendung - der Planet ist der Körper der Totalität, vergleicht man
sie nach den 9 Reihen, und faßt fortgehend die bestimmung daß unsre Erde auch an
20 einem Standorte ist, der ergreiflicher ist, als der Standort der übrigen —die hauptbe-
stimmung, auf die es uns hier allein ankommt (denn dos angegebne sind nur allgemei­
ne Gesichtspunkte, die empirisch bestätigt sind, und weiter der Folgezeit zu überlassen
sind; man muß von Seiten des Gedankens nur so weit gehn, als der Gedanke seine
bestimmungrn vor sich selbst rechtfertigt, aber indem man die bestimmungen die vor
25 der Entwicklung des Gedankens hervortreten auch empirisch nachweisen kann —sie
unterscheiden sich gegenseitig; die Gedanken bestimmung enthält ihre Klarheit Fe­
stigkeit, indem sie sich empirisch darstellt, und das Empirische enthält seine Vernünf­
tigkeit in so fern es sich so präsentirt bis zur Gedonkenbestimrnung heraufgebildet
vervolständigt wird, daß es sich der Gedankenbestimmung erschließt) —die wesent-
30 liehe bestimmung ist diejenige die durch den begri/f vorbestimmte Nothwendigkeit hat
und in der Realität sich zeigt, dos ist individuei/e Totalität, Planet —und zunächst die
Erde daß die Erde wesentlich diesen Vorzug hat - auch ohne den wäre sie dieser |

5 Einhhtspuncf] Li: Einheitstrieb 23 man] Li: widad ie z natury dopten» filozot wyehodz^
wyobrazeniem. tymezasem gdy w calym przed^gu filoz. natury, wyobrai filz, a priori rozwiia, i iakby o empirii
35 nie wiedzial, sprawdzcnia ich w inny szuka. Man

2 Momente] Hk: Mom ist 9 genommen,] Hk: gnommen. 17 Newton] Hk: New ton
27 sie] Hk: es 33—35 widad te ~ szuka. in Li am Rande; sieheAnm.
1068 NACHSCHRIFT H U ECK * 18 2 8

im»,lk K ö rp er der Individualität — diese bcstimmim# ist zunächst allgemeine Gedanken bc-
stininnino — dieses e n th ä lt dos, diiß d er K ö rp e r d ie E n tw icklu n g an ih m hat, die
Entwicklung des Unterschieds d er M o m e n te a n ih m selbst h a t, so d aß der Körper
der selbstische Einheicspim kt ist, so d a ß das entw ickelte M o m e n t so ih m unter­
w orfen ist, d aß d ie u n tersrh ird n en M o m en te n ic h t m e h r Selbstständigkeit haben, 5
sondern als bestimmte, als ideelle a n d er In d iv id u a litä t sin d — h ie r d e r U ebergang in
§281-
$281 § 281. K ö rp e r d er individuellen T o talität, entw ickelte Fomibestimmmigen und die
Entwicklung dieser Fomibestimminigen, d a ß sie n ic h t m e h r selbstständig sind sondern
der Individualität, als ihrem Subjert unterw o rfen sin d , ideell sin d , nach dieser Seite 11
ihre Selbstständigkeit aufgehoben ist —
das was w ir als K ö rp e r g e h a b t haben ist h e ru n te rg e se tz t z u E lem enten sind un­
terw orfene M om ente, w ir haben also im System w o rin diese Formbcstinmiirn^en
R eih en von K ö rp ern sind, diese M o m en te d ie h aben w ir h ie r a u c h , aber als physi-
kalische Elem ente —n ic h t m eh r als K ö rp e r ftrr sich die d em System des Mechanismus is
angehören —
diese K ö rp e r S o n n e M o n d E rd e h ö m a u f K ö rp e r z u seyn, sind zu Elementen
h e ru n te r gesetzt — abstractf.J S ta tt des L ichts als solchen h aben w ir die Lieft —Statt
der S tarh eit des Lunarischen P rin cip s h aben w ir das F e u e r — den Cometarischen
K ö rp e r haben w ir als Elem ent des W assers, u n d d ie E rd e d ie allgemeine Individua- 20
litärt, haben w ir a b solche, als E rdigkeit, n ic h t m e h r aber b loß als die Elemente tra­
gendes P rin c ip, a n d em sie n u r u n te rw o rfn e Elem ente sin d , sondern als Princip ihres
P ro c e ssc s- |
2 i)l(m die U m b ild u n g dieses P rincips wind w e ite r n o c h beachtet — als d ie unteisch/e</enen
S inne beim lebendigen, als theoretische subjeefit/e F o rm als bestimmnng des Sinnes - is
nach der practisc/ien S eite — h ie r Licht n a c h d e r subjertiVen S eite das S ehen — uiu/
z w ar nach d e m theoretischen d e r subjectiVen S eite — d ie p a rricu larisirte Luft ist das
wo bleibt da Riechen particula/isirtes W asser h aben w ir als G cschm ak — G efühl ist das erdige irdi­
Gehör* sche P n n c ip . Im pracdschen h aben w ir Licht als das allgemeine b e le b e n d e erregende,
Luft a b das A thm en —das P rin cip des W assers D u rst, als P rin cip des particularisinen »
Irdischen haben w ir den H unger — das besondre w ird sich a n d er besondem Sphäre
ergeben, m an k an n das n ic h t a u f to d te W eise a b S chem a z u m G ru n d e legen, son­
dern jed e Sphäre p a rd c u b risitt diese bestirtunung a u f e ig n e W eise |

8 emwidWir] Li: Verkörperungen der 18 ab soldim] Li: der Sonne 19 dm] Li: den dunst
der 20 Erde] Lt: individuellen Planeten 1$
11 ist -] 1« Hk folgen drei Lcenetkn,jeweils mit vorangestelltem Anführungszeichen, am Ende da dritten leeren
Zeile: Elemente I«, siehe Ednonscher Bericht 17 Mond] Hk: L vermutlichfiir Luna
PHYSIK 1069

A n m § 281 — Element im chcmiic/ien Sinne ist etwas andres als das physi- 51*u
kalische Element/./ Man hot die Elemente auf dos beschrankt was die Chemiker als
paräcularcs haben aufzeigen wollen, aber man muß nicht meinen, als ob nur dos was
die C hem iker gefunden haben, das bestimmende fnr einen wesentlichen allgemeinen
s Unterschied scy —Luft Feuer Wasser und Erde sind wesendic/ie Unterschiede bestim-
tnungen aber eben die sich in einer andern Sphäre machen, in einer andern Sphäre als
in der Chemischen ihre Nolltwendigkal machen, außerdem gibt es noch andre Sphä­
ren; Empedokles machte zuerst diesen Unterschied hat ihn gleichsam fixirt, hat diese
4 als Gmnduntcrsrhirde angenommen in dem Sinn daß sie selbstständig seyen, und
io daß alle physika/üc/ien materiellen dinge zusammengesetzt seyen, d. h. von jedem die­
ser 4 Elemente ein Theil enthalten; | Wasser hat man neulich zerlegt in Wasserstoff 202,tt
und Sauerstoff — Erde heißt auch ein Element aber Erde ist ein Abstractum —es
gibt nicht eine Erde, sondern betrachtet man dos, so hot man wcsendic/i Verschiede­
ner nicht eine Erde. Nach neuern chemischen bcstimntungen hot man die Erde auf
is Metalle und Metalloide reducirt —indem sie nur Oxyde sind, eine metallische bosis
haben, und der Zustand als Erde eine Oxydation ist —au f jeden Fall ist es also nicht
Eines = Erde sondern ein solches dos nur existirt in verschiedenen A rten, Wasser ist
n u r ein Wasser, Feuer ist ein Feuer —
Also die Erde wie man von alten Zeiten her weiß ist in der Existenz ein an ihr
20 verschiednes, dessen ungeachtet ist dos Princip Erde dieses so individualisirte. Gestalt­
lose —dos andre verändert nur als Zustand seine Gestalt z.b dos Wasser —dos Princip
seines Gestaltern ist das Princip nicht einer besondern Art. Im Mittelalter hot man die
ursprüngliche Erde die eine Erde gesucht dos die jungfräuliche Erde genannt und hot
bestimmt die Kieselerde dafür gehalten; dos sind wesentliche in sofern selbstständige,
2$ ursprung/iche Untrisrhiedr —aber in einer gewissen Sphäre; diese Ursprünglichkeit
ist schlechthin nur relative —so wie die Ursprünglichkeit des Chemischen nur relatif
ist »so w eit w ir es jetzt kennen«, und in dieser Sphäre, au f andern Stufen haben sie
eine andre Gestalt —, daß sie aber auch auf diesen Stufen nicht schlechthin unter­
schieden sind werden w ir beim Prinap sehn wo die Relativität als exisdrend gesetzt
K> wird, zur Existenz kommt, diese Ursprünglichkeit, wesendiche Ursprünglichkeit des
physisch Materiellen ist anderwärts auch anders aufgefaßt — | z.b 4 Cardmaltugen- 203,a
den 4 Temperamente. In Ansehung des Physikalischen sind Theophrastus Paracelsus
und Jakob böhm c von solchen Ursprüng/ichfceifcn ausgegangen da giebt es Schwe­
fel M ercurius, Wasser als Grund Elemen/e---- brennende und Neutrale - und ein
3$ Viertes — alle K örper sagen sie bestehn aus diesen Vieren ihrer Existenz nach, jeder

3 parucularcs) Li: Einfachheit der Körper 32 Paracelsus) U: Paracelsus bombastus 34 Wasser)


Li: Wasser und Salz
34 brennende) in Hkfolgt Na und eine kleineTexllutkc 35 — ] in Hkfolgt nnrTcxtliukr von fiiwi zun
H'ortlangcn
1070 NACHSCHRIFT IIUECK * l 8 2 8

Körper hot solche 4 die ihrer Existenz nach verschieden sind, und w enn sie verbun­
den seyn sollen können sie auch außer diese V erbindung gebracht werden, dos ist nun
mdit sdiwer zu zeigen, daß die K örper nicht diese Substanzen in sich hoben - nun
hot daher geglaubt Theophrast sey so weit zurück gewesen duß er nieht gewußt,
doß z b. Gold kein Schwefel in sich enthalte —so sehr diese also in der Form des E n - $
sums ausgesprochen sind, so sehr hoben sie den S inn gehabt ein algemeines Prinnp zu
seyn |
52ru Sie sind m cht als abstroeie M omente der Körperlichkeit zu verstehn, sondern so
***" H-July wie sie hier zur freien Existenz komm en unterw orfen der irdischen Indwdi/a/irat;
dadurch bestimm/ sich zugleich, doß sie schw er sind, was dos Lichl nicht ist. sie sind u
schwer gehören einem Planeten an, sie sind m aterialisirte bestimmunj>.
$ 2K2 dos Eiste der Elcmen/e entspricht dem Licht die Luft § 282 dos Element der Iden-
ntät § 283,4 - Elemente des Gegensatzes Feuer —W asser/./ N ähere bestimmune Ist«
Element, Element der Identität, w ie dos Licht hot dies Allgemeine diese Gnmdbestini-
iiiintg gemeinschaftlich mit dem Licht aber es ist h ie r nicht die freie (in sich bestimmre 13
Idealität oder Manifestation sondern es ist in seiner Existenz ab M om ent an einem
Andern, ab Moment des Individuums, es ist dos mit sich identische, dos Allgemeine
in dem noch keine besonderheit ist, dam it noch keine Gestaltung - ab 2*° Elemm/
fangt die Gestaltung an —sie selbst sind an ihnen noch nich t iudividuel —hoben noch
nicht die Totalitot der Form an ihnen | gesetzt als Element nicht m ehr selbststondig, »
dos in sich allgemeine a u f keine Weise besondert, —es b t die Idealität, Manifestation;
ab die nicht für sich seinde Manifestation b t sie nicht dos Leuchten, sondern die passive
Manifestation und gestaltlos unbesondert an ih r selbst, also durchsichtig lebtet dem
Licht keinen Widerstond macht keine Granze für dos Licht aus, ist nicht dunkel, des­
halb vollkommen durchsichtige passive Allgemeinheit und durchsichtigkeit; dos ist ein u
Unterschied von der Existenz des Lichts, aber w eiter ist es ab M om ent an dem totalen
Individuum, am Gestalteten, ab M om ent an demselben ist es ab diese Algenieinheit
gedacht, ab wesentlich bezogen a u f das besondre, Gestaltete —wesentlich in Veihaltniß
in beziehung zu dem Gestalteten; das wesendiche Veihaltniß—absolute Flüßigkeit, die
mit der Gestaldosigkeit zusammen hängt, welche w ieder nach Außen ein begränzen 10
des Raums ist, m ehr noch sich in sich selbst gestaltet, o h n e CohÜsion in sich - und
indem es zugleich schwer ist - Schwere und Gestaldosigkeit — dos macht seine Flü­
ßigkeit aus doß sie sich ins Gleichgewicht setzt — gleichmäßige R ich tu n g nach dem

7 seyn] Li sein; die Natur begreifen, heißt die Erscheinungen, >0 zu fassen, daß ihre Gcdankenbestim-
mungrn aufgefjßt werden 10 dadurch bestimmt... sind) Li: durch diese Individualitaet ist die Luft 15
schwer 14 Ideuirtat] Li Idcndttaet mit sich 15 bestimmte) Li: bestehende 29 - absolute) U.
seiner absoluten 32 Gestaltlosigkeit) Li: innere Cohesionslosigkett

4 Theophrast] Hk. Thcprhast


PHYSIK 1071

Mittelpunkt - aber eben um der Gleichmäßigkeit und der Cohäsionslosigkeit willen


besummungslosigkrit der räumlichen bestimmihnt der Th eile —vollkommene besn-
mungslosigknt nach der bcstimmung des Orts derTheilc. beides zusammen macht diese
Flüßigkeit aus, die sich immer ins Gleichgewicht setzt —diese Fliißigkeit also an der
s gestalteten Erde macht die Athmospharc der Erde aus - ferner verhält sich dieses an
sich allgemeine in jeder Ruksicht bestiuunungslose, ist m wesendidier beziehung auf
das Gestaltete —
die beziehung auf das Gestaltete ist reale beziehung nicht blaß die äußre des Ura-
flicßens, Sandern in der realen beziehung ist es physisch | steht nach seiner bestunmf- 205«
io heit zum besandem. diese reale beziehung des Algemeinen auf das besonder ist die
Negation des besondern das Aufläsen alles besandem, die Feindseligkeit gegen das
Gestaltete und seine Wirksamkeit ist, die Unteisehiede des besondern ideell zu setzen
d. h. besonder gestaltete zu verzchrn; es ist der abstracre Verstand, aber nicht wie das
Licht in selbstständig äußerliciier Existenz - sondern als abstracter Verstand dessen Tha­
is tigkeit ist. Alles zu identificiren, das ist die wesendü/te bestimmiheit darin so zeigt sie
sich in ihrer Existenz - daß die Luft sich negativ gegen das besandre verhält - dann
ist nach zu nenen »diese Identität ist die negotii* Allgemeinheit als Algrmeinheit ge­
gen das besandre die verdachüase aberschleichende und zehmde Macht gegen das in­
dividuelle und organische welches alles Individuelle in sich verflüchtigt«; das ist, wie
20 uns die Luft in ihrer Existenz erscheint, vollkommener Proceß aber ein stiller Proceß
verdacht!os schleichender Procefl - daß das besandre in das Algemeine aufgelöst, ver­
nichtet wird - Luft ist unscheinbar wie die Vernunft - insinuirt sich allenthalben, ist
allenthalben das Endliche das sich frtr sich feststellen will wird unbemerkt bewußdos
van der Vernunft angegriffen; betrachten wir das Verhältniß der Luft, so macht sie Al­
is les verzehrn, verzehrt das Leben es erhält sich nur im Kampf mit der Luft — in der
Athmung wird das Thier Meister über die Luft, b t es todt, so wird es mcht Meister
über diese Thätigkeit, sondern die Luft wird Mebter über das Leben und verzehrt
dasselbe — Alles Organische verfault an der Luft - wenn man daher das organische
verwahren will, so hält man die Luft ab/-,j | Es ist die Luft, die alles dieses angreift, an 2 0 6 « |5 2 v u
M der Luft dünstet alles aus, sogar die Metalle; andres setzt sich mehr dagegen —aber
die Luft macht die meisten Substanzen riechend, das ist der Verflüchngungsproce/?;
die Substanzen werden verlufdgt und so geruchlos verliern sie ihre Particulantät —
die Metalle selbst ab riechen; dieser ekelhafte Geruch b t nichts andres ab die Ver­
wandlung dieser Substanz in die Luft-Form, die Luft pardcularisirt sich an diesen
35 Gegenständen - dieses Riechen bt abo ein Verduften der Gegenstände - das bt der

28 Organische verfault an) U: desorganisirte unterliegt 35 Gegenständen] Li: Gegenständen, und


macht das übrige zum Geruch = Geschmacklosen

2 vollkommene! Hk: voll k 8 außre] Hk außr 24 angegriffen] Hk agegnffhwid


1072 NACHSCHRIFT HUECK • 1828

Procrß der Gegenstände mit der Luft - sie werden von der Luft angegriffen die dos
abstrocie Allgemeine ist, und sich zm ihnen verhält, das heißt als Allgemeines gegen
sie als besondrrs thätig ist —diese Eigrnthümhdikeit zuerst irr die Luftform setzt und
ihre Eigcnthumlichknt ihnen raubt bis dos geruchlose R esiduum da bleibt - die
Luft nimmt so die Gerüche auf sagt man, aber sie m acht das Riechen bringt diese $
Verflüchtigung hervor, particularisirt sich au f diese Weise —reizt sie aber auch, man
stellt sich die Gerüche als kleine Partikel vor, die irr der Luft herumfliegen, die nun
so ab Cloake vorstcllc —aber die Luft ist dos schlechthin Reinliche die Idcnntat mit
sich dos consistente Auflösen, da s die Pardcularität luftförmig macht —und in ihrer
Allgemeinheit Identität verflürhogt; so ist es nach der Grund bestirnrniheit der Na- 10
tut der Luft gefaßt —Wo sollen nach der mechanischen Vorstellung die Partikelchen
hmkommen? Wenn dieser Proce/f durch Entfernung eines Gegenstonds als Proctß
aufhört, so verzehrt die Lieft diese Partikularität —riecht ganz rein; dos sind einfache
2o7,a Erfahrungen doß sie dieseThatigkrit ist, alles besondre | zu zerstreun,—Ist der Körper
schwach, verwundet, die Lebendige Thädgkeit gestört ist, so hot die Luft Macht - is
daher die Chirurgie die beschadigung vor der Luft verwahrt.
Dos Weine bezieht sich auf den Uebcrgung zum Feuer
die Luft ist an sich dos Vrrzchrn ab dos Allgemeine ab diese Identität mit sich.
Abstrnr/ion des Verzehren und dis bewirkt sie, aber noch unscheinbar, verdachdos,
es erscheint noch nicht ab Feuer, aber die Luft die dis an sich ist, dos Verzehrn, das 20
besondre zur Abscracüon zu reduciren —zunächst nun ist die Luft dieses Allgemeine
überhaupt materiell expondirt, räumlich, wie dos Licht aber, als schwer Widerstand
leistend —nicht immatricll, sondern materiell, aber gestaltlos —ist aller Gestaltung fä­
hig. So ab Allgemeines ab Abstractcs liegt darin dis materielle dos dann gleichgulng
ist gegen den bestimmten Raum, den dos bestimmte einnim m t — 2s
Gestalt Cohäsion ist eine eigentümliche Rourn-determinotion durch die imma­
nente Form, der Schwere entgegen — hier ist noch nicht Individualität, noch nicht
Immanenz der Formbcstiinmung noch nicht Immanenz der bestiinntung des räum­
lichen Verhältnisses, deshalb ist die Luft gleichgültig gegen den Raum, den sie ein­
nimmt, deshalb kann die Luft kom pnm irt werden, ist Compressibel aber nicht nur »
bis auf einen gewissen Grad, sondern diese Gleichgültigkeit gegen räumliche bestim­
men#, darum doß die Form noch nicht immanent, noch nicht Specificadon der Ma­
terie ist, ist sie absolut Compressibel, der Raum kann ihr ganz genom m en werden,
den sie einnimmt; indem sie so mechanisch gewaltsam zusammengedrükt wird, wird

8 Cloake) U ■ein CJoaque, das alles m sich aufnimmr dir Identität) Li: verflüchtigt diese l’articula- 35
nsanon ui sich zu einem Ideellen, Identischen 25 den b « tnnmim... einnimmt) Li: dieses Raumem-
nehmen weil Luft dm Cohenonslose ist

3 Lufifonnj Hk Lft frm 33 weidcn| Hk: wdn kann


PHYSIK 1073

die Form der Existenz eine andre - die Luft an sich ist diese Algcmnnheit | das zn%.
Negative gegen das besondre - dos Flußige Außcrcinandcr/.y Indem aber gegen
die Gleichgültigkeit dieses Allgemeinen gegen den Raum — wenn der Raum aber
genommen werden kann, so verschwindet diese Form des Gleichgültigen bestehns
s dieser Allgemeinheit und diese Identität ist jetzt gesetzt mcht mehr außer einander
bestehnd, sondern für sich | scind - ist an sich die Negation des besondern. diese an S3ru
sich seyndc Negation des besondern jetzt gesetzt mcht mehr posmv außeremonder
gleichgültig bestehnd, exisdrt nun in der Form des Für sich seyns, so ist es das,
was w ir Flamme heißen —das ist eine der schönsten Entdeckungen der neuem, daß
io die mechanisch zusammengedrükte Luft verschwindet —der Raum den sie einnimmt
verschwindet, und der Funke bncht hervor —Feuerzeuge der Art
dieser Uebergang ist die begnffs bestimmiheit der Luft - der Uebergang von der an
sich seynden Allgemeinheit zur Existenz der für sich seynden Allgemeinheit, daß das
auch im Experiment gezeigt werden kann ist ein sehr hübsches Experiment und von
o bedeutender Wichtigkeit
$ 283 b e s tim m u n g des F e u e r s , die Luft ist an sich Feuer, wie sich durch $283
Compreßion zeigt, das Feuer ist so indem sie nur gesetzt ist als negative Einheit oder
als sich a u f sich bezichndc Einheit — In diese Form der Negativität gesetzt ist sie
Feuer
20 das ist das eine Element des Gegensatzes zunächst das Für sich seyn aber nicht das
Gleichgültige der Starheit, die wir als Pnntip der Körperlichkeit hatten —das Princip
der Starheit ist dasselbe was das Prinqp des Feuers ist, aber das Proceßlosc für sich
seyn; nicht als solches für sich - nicht bloß mechanisch ab für sich seynd Widerstand
leistend, sondern daß dis dir sich seyn, ab unruhiges Für sich seyn exisdrt ab Pro-
15 ceß —hier ist d b Moment des | Für sich seyns nicht mehr ab selbstständige Körper- 209,*
hchkeit als Proceßlos gesetzt, sondern ab Moment der Individualität wodurch das Für
sich seyn, die Form der Gleichgültigkeit des bestehns erscheint —
lm Moment der Reflexion ist Verschiedenheit — Für sich seyn des Untersdned-
nen, dis für sich seyn, nach seiner Form gesetzt ab negative beziehung auf sich
io selbst —negiren, verzehrn des Andern; dieses gesetzt im äußerlichen Daseyn ist das

2 Flußige] Li: fluchtige 16 § 283 britim m u n g .. Feuers ] Li. F euer / § 2 8 3 17 nrgatur


Einheit] Li' die an sich seiende negaaon 26—27 sondern ab erscheint —] LJ- Es ist ab Moment
an der Individualitaet gesetzt, es verliert die form des gleichgültigen Bestehens, cs ist die materialisirte
Zeit. 2 9-30 sich selbst - ] Li sich, seine Beziehung auf anderes aufhebend, Prozeß des Verzehrern

35 2—3 Indem aber... Raum] in Hk brüht der Text in der Zeile ab; vielleuht zu lesen Die Gleichgültigkeit
dieses Allgemeinen steht gegen den Raum. 27 erscheint -] Hk eshint - »ds Fcur ist folgt eine Text-
linke von etwa vier Worilangen und eine Leerzeile; siehe Anm 31 Feuer in Li als große,fingestelltc L'ber-
selinfl 34 Verzehrens] in Li folgen etwa neun Zeilen und die Seite 53v, die nur mit einem langen, vertikalen
Sir ult beultneben sind; in der letzten Zeile am Innenrand der Kustode: Feuer
1074 NACHSCHRIFT H U ECK ' 1 8 2 8

V m c h ic n —das sich selbst verzehrt und d en bestehnden Körper, das ist die Grund
baummuiig des Feuers überhaupt — |
54r„ Insofern das ganz gewöhnbehe Erscheinungen sind u n d w ir verbunden damit sind
bemühten w ir sie zu r genauen Kenn m iß der C h em ie —T hätigkeit —entfernter liegt
Monn# J" 1 ,4”
july !«2» es, diese Elemenre als abstrarte Gedankcnbatimmun^en z u fassen, die d<s Substanticle s
sind, die N atur begreifen heißt die Erscheinungen so zu fassen, d aß ihre Seele das was sie
sind ab Gedunkenbatimmunj* gefaßt w erde; so ist das Licht als Element dieselbe be-
stiunnun? als ah Luft, das Element d a Gegensatzes ist das Feuer, der frei gewordene
R aum die reale Zeit, die U n ru h e des Negircns —fü r sich seyn als U n ru h e d a Negi-
rens d a physikalischen Daseyns überhaupt —bei d em Feuer, die materialisirte Zeit - 1«
das sdilnhthin U nruhige Veizehmde; sind vielerlei Weisen: der batehndc Körper
schlagt in Selbstverzchrung aus, freiwillige E n tzü n d u n g — kalte Materie - Erhitzung
die durch nichts Acußerlichcs hervorgcbradit wird, sondern durch den K örper selbst;
über solche Selbstverbrennungen viele Versuche — ein Schiff ist in Brand gerathen
21'*,. durch keine äußerliche Verflüssigung — d a h er in der Academie in Petersburg | die is
Aufgabe, VersurA über das Selbstentzünden anzustcllen. der hat aufgefiinden Thcr
mit H a n f —eingcsrhlossner gebrannter Kaffee und andre Materie; selbst Menschen
entzünden sich selbst so besonders w enn sie brandtw ein getrunken haben - dieses
Verzehren, Negiren d a physikalischen Daseyns ist b ed in g ta Feuer, N egatüw gegen
irdisch G o ta lte ta , bedarf eines solchen zu seiner N a h ru n g , fehlt dieses, so erlischt es, 20
verzehrt sich selbst — Flamme, vollständige Erscheinung daran ist Licht und Wärme
zu unterscheiden, es g ibt Wärme ohne Licht und Licht o h n e Wärme — das Sonnen
Licht ist für sich kalt, hoch in der Luft irn Luftballon ist's bei hellem Sonnen-Lichte
kalt —Warme (später behande/r) ist überhaupt Veränderung, A ufhebung der Cohä-
sion (bei der Spccificanon d a Physikalischen ein im m anentes batimruen d a Rau- u
mes) Auflösung der Cohäsion und damit Z erstöm d a Gestalteten, Flüssig machen,
und darauf hingehn ist nach der Hauptbatimm ung im G anzen die Erscheinung und
W irkung der W ärm e —das Licht bricht, indem der K ö rp e r in Flammen geräth her­
aus - da geht d i a a Verzehren w elch a das Feuer als solcha ist —d i a a Aufheben der
Cohäsion zur reinen Idealität fort — zur M anifestation d a T h riu m p h s der negirten so
Gestalt, Parocularität, der abstrarfen Identität — so gehts bis zum Lichte fort - hier
haben w ir Licht für sich, im Feuer in dieser E inheit noch als die entstehnde Idealität -
da ist überhaupt zu bemerken, daß das Auflösen der C ohäsion bis dahin fortgehen
kann; daß sie vollbracht weiden kann und dann die Licht-Erscheinung hervorbringt -
Licht am Indischen ist erst Feuer, am Irdischen ist C ohäsion vorhanden, bacünmre »

15 durch keine Verflüssigung] Lj: ohne daß man die Ursache wußte 21 Ervhn,iurif| Li. Erfah­
rung 26 Gealteten) Lt. Surrhchen d a Bestehenden
8 gewordene) Hk. gwo rdn
PHYSIK 1075

Cohäsion, da ist auch die Negation dieser Cohäsion für sich, Feuer ist die Cohäsion
für sich das Licht angewandt auf das Cohirentc, da wird das Cohärente aufgelöst |
das Licht matenalisiit terrestnseh gemacht —da kommt Wärme hervor 211„
§ 283 Ende) das Feuer ist bedingt, verzehrt zugleidi sich selbst sinkt zusammen in
s Thäogkcitslosc Einheit der Gegensätze, und das Neutrale in das Wasser - so wenn
die Erfahrung angeführt, daß die Luft durch Compression zur Flamme wird - diese
reine ruhige Abstraktion - dis ruhige Verzehren wenn sein Außereinander bestehn
durch Compression genommen wird, so ersdicint es als Flamme; diese Idealität, Luft
hat nur dis Abstrakte bestehen dieser Räumlichkeit, ist diese ihr genommen so ist sie
io sich auf sich beziehnde Negativität - Unruhe, sich selbst veizehm in sich zusammen
sinken Haltungslos, hat kein bestehn mehr —dazu gehört ein Materielles was vom
Feuer verzehrt wird — in sofern dis nicht mehr vorhanden ist erlischt das Feuer und
geht in Neutralität über Wassererzeugung - bei allem Verbrennen ist dos abstrarre
Product Wasser, insofern particularisirte Körper verzehrt werden kommen parQcu-
is larisirte Producte zum Vorschein Salze - die abstrakte Neutralität aber ist das Wasser -
diese ist schon betrachtet
§ 284. der in sich zusammen gegangne Gegensatz keine Einzelheit in sich ohne § 284
Starheit
als schwer einerseits, andrerseits als Cohäsionslos und somit als Gleichgewicht ge-
ao setzt —das Wasser in diesem Gleichgewicht sich setzend - keine begrenztheit der
Gestalt in sich, Cohäsionslos - weder von Außen noch nach innen bestimmt sondern
bestimmt durch das Gefäß etc — die Adhäsion des Wassers ist bekannt, es sucht
nach Außen —cs ist aber schlechthin die Möglichkeit des Processes des Auflösbaren
als solchen; das Wasser ist auch das in sich gleiche muß aber nicht wie die Lieft ge-
is faßt werden als das an und für sich ideelle gleiche —sondern | die Gleichheit ist eine 212,n
Form oder Weise der Existenz an sich; ists der Gegensatz, so daß die Unterschiede
nicht zur Existenz kommen, dadurch ist es das Auflösbare die Möglichkeit der Ge­
staltung überhaupt ganz im Allgemeinen die fähigknt der Form der Luftigkeit und
der Reinheit außer der eigenthümkehrn Form —cs ist fähig die Form der elastischen
jo Flüß/gkeit das tropfbare und das Starre anzunehmen, es ist reale besnmmbarkeit
die Realität des bestimmens des Unterschieds als möglich in ihm, weil es in sich
der Gegensatz ist, nur in sich die Gleichheit des Neutralen mit sich ist; es hat zum

1—2 Cohäsion fnr| Li: Idcaluact in 19 Glnrhgrwicht] U . durchgängiges Gleichgewicht wie die
Luft, durch die cohcsionslosigknt 22 etc] Li. cetera/./ Es ut ein Sudien der Gestaltung 25-27
J5 dir Gleichheit ... kommen] Li: an sich ist es, der zur Gleichheit in sich reduzirtc Gegensatz: die Luft ist
nicht «Ls neutrale | wohl aber dasWasser 5-lv,,
17 sichj] Hk: sich » 18 Starheit] in Hk ul der R ai Ja Zette unbeuhneben,folgt eine Leerznle mir wiun-
gestelhem Anführungszeichen; siehe EJitoriulia Beruht 35 red u zirtc] Li' re d u z m e r
1076 NACHSCHRIFT HUECK * 1828

Irdischen die bedingung der Unterschieden heit des Irdischen Individuellen als Princip
der Identität, als Individualität nicht abstrar/e Identität, sondern in sich Untersehiedc
enthaltend, so daß die Unterschiede existiren, aber zu ihrem bestehn zu ihrer Sub-
stanualität nur hoben ein Subjett - daß die untersehiedc nur ini Subject existim aber
zugleich auch ideell sind —dos mneht dos irdische des Wassers überhonpt aus. so ab s
irdisch ist es eine bestimmte Weise, seinen Raum einzunehmen; die Individualität
macht sich ihre Räumlichkeit - speeifische Schwere und Cohäsion ist die lmmo-
nente Form die sich dos räumliche Verbdltniß mocht - die materre/leriTheile weiden
durch die Form bestimmt so Dinge zusonunen zu halten, oder nach der Dimension
zusammen zu halten, doß die Theile nach der bestinrmung der Lime oder der Fläche 11
zusonunen halten —es gehört einer Individualität an, insofern es durch Raum be­
stimmt ist. die materiellen Theile sind durch räumliche Verhältnisse besnmmte; hier
ist der Raum und die räumliche bestirnmung der Theile nicht mehr ein unbestimmtes
213,» glochgülnges, sondern bestimmt; | der Zusammenhalt der Theile ist nach bestimmter
Dimension, da ist irdische Materialität und die Räumlichkeit hot nicht mehr die- 15
se Gleichgültigkeit gegeneinander, sondern nimmt sich seine bestimmte Ausdehnung
selbst. Im Wasser fingt dieses Irdische an, bestimmten Rourn einzunehmen, aber noch
keine Weise der Cohäsion, zusammen, spröde dehnbar, noch nicht pardculansirte
Weise, aber bestimmte Weise den Ronrn zu behaupten, dos Kaum-Vcrhältniß ab dos
seimge zu setzen und fcstzuhaltcn - das Wasser als tropfbar flüßig - ist nicht Com- 20
pressibel. Es wird auch ein ganz klein wenig angenommen daß es compreßibel ist,
so hängt dos mit der enthaltenen Luft zusammen - überhaupt aber hat es diese durch
seine irdische bestimmimg die mit seiner Neutralität zusammen hängt, hat es diß, nicht
mehr die Gleichgiilagfceif gegen seinen Raum zu haben, sondern den Raum gleich­
sam den physiko/itdien Raum sich selbst zu nehmen, ihn zu knüpfen an seine physi- 2s
kalische Existenz - die Luft dagegen hat nicht diese bestimmung des Irdischen, darum
ist sie Compressibcl - bis dahin daß sein Raum ihm ganz genommen wird, und seine
Abstracdon übrig bleibt, die als Feuer erscheint - aber, heißt es dann auch, daß das
Wasser fähig ist der Form der Luftigkeit als elastische Flüßigkeit - Compressibilität,
und der Form der Starheit, Crystallisation, dis gehört ebenso seiner irdischen Natur 10
zu - cs ist der Gestalt real empfänglich geht aber nicht selbst zu dieser Veröndrung
der Gestalt aus sich fort - dis wandelbare weil es nicht individuell das an sich
is t - |
55ru dos ist der Zusammenhang dieser bestimmung — das wodurch der Unterschied dic-
214„ ser Gestalt an ihr gesetzt wird ist Temperatur, W ärme, diese geht | bald von innen »

5 dm madit ... aus] Ln die Bedingung der Unterscheidbarkeit ist in der NeutraliUet 19 den
Raum ... behnupunj Li: im Raume identisch zu sein
23 die] H k : ds
PHYSIK 1077

aus, oder kommt von außen —beim Wasser bei diesem Neutralen ist diese unter-
schiedne Weise seiner Gestalt von Außen gesetzt durch die Temperatur, aber auch
hierin zeigt sich eine Spccificanon ein Maaß - zunächst ist die W ärme selbst als
diese Unbestimmte Negation der Quantität fähig - der Intensität, so kann auch das
s Wasser mehr oder weniger verändert werden, das geht besommungslos qualitätslos
fort — aber hier beginnt sdion das Hervortreten einer Specificaaon einer quali­
tativen bfstimmwyj - es wird wärmer bis es sich anfangt zu bewegen —die Ruhe
seines Gleidigewichts ist nicht vorhanden; es siedet - , setzt man noch mehr äußerli­
che Wärme hinzu, so wird es nicht wärmer als 80° - (außer im Papimnischen TopC
io wo die Dämpfe ins Wasser so zu sagen hinein gedriikt werden) im Niveau des
Meeres —auf hohen bergen siedet es eher —Wir machen nur darauf aufmerksam
daß an der Luft die W ärme des Wassers mcht über 80° getrieben wird —da wird es
elastisch —so machen wir das Wasser kalt und kälter, da tritt ein Grad ein, bei dem
es seine Gestalt verändert hart wird, das Eis kann noch kalter gemacht werden aber
is da ist der Fortgang bloß quantitativ; bei -20° Ktauwur kann man die Kälte wieder
abnehmen lassen bis die Form der Starheit des Eises verschwindet und wieder die
Weise der Gestalt der tropfbaren Flüssigkeit eintritt; das Wasser fällt in Tropfen, da
kugelt es sich, das ist auch wesentlic/i begründet, denn, es ist in sich cohäsionslos hat
nach keiner Seite hin nun mehrere bestimmun^en der Gestalt, sondern ist gestaldos,
20 besämmungslos - da ist die Gestaldose Gestalt —die Gleichheit all Dessen, die Gleich­
heit nach allen Seiten, also die Kugelgestalt — |
dos 4“ ist das individuelle Element! Elemenlarischer Ptoceß als bcziehung der Ele­ 215«,, * 2 * 5
mente auf einander — den 15-July
Sie sind nicht als selbstständige Körper sondern am Individuum, nicht träge son-
2$ dern wescndic/i gegen einander bestimmt und auf die individuelle Einheit bezogen
d. i. sie sind gesetzt als im Ptoceß; sie sind verschieden unterschieden und dis in der
individuellen Einheit wodurch die Unruhe die Unverträglichkeit desselben das Au­
ßereinandergehn und das In eins gehn des Processes gesetzt ist, das ist der elemen-
tarische Ptoceß Lebendigkeit im allgemeinen § 286. die Elemente sind unselbständige $286
so Elemente haben im daseyn allein ihr bestehn werden darin erzeugt —als existirnde
gesetzt ebenso zur Einheit reducirt — eben so erzeugt — vorher sind sie aus dem
An sich des begrifls entwickelt worden in der Form der freien Körperlichkeit, dieser
elemenfarisc/ie Procef? enthält dieses. A n m , was in großem Widerspruc/i steht mit
Vorstellungen die in der Physik die gewöhnlichen sind - denn in der Physik gilt das
35 was w ir Elemente heißen als etwas selbstständiges - wenn sie aufgelöst werden, so

10 werden] Li werden, das quantitative geht bis zu gewisser Stufe, wo (Ls qualitative eintritt
30 Elemente] Lr Momente dann, im Prozeß. 31 grsctzt| Li. Gesetze

9 Papininisdien Topf] sirheAnm.


1078 N A C H S C H R IF T H U EC K * 1 8 2 8

daß sie selbst Verbimhmijoi sind, so gelten doch d ie chem ischen M om ente in die sie
aufgelöst sind gegeneinander als selbstständig u n d a u c h die C o m p o siU o n rn gelten
als selbstständig g eg en ein an d er —
h ie r h ingegen indem ih r Verhaltmß als P roceß als nothw endig ausgesprochen ist, so
gilt dafür, d aß W asser in Luft v erw an d elt w erden k ö n n e o d er W asser in Irdisches - j
dos W asser ist der Existenz nach als dos Veränderliche u n d V erändertw erdende - als
dos Subjrrf der V eränderung b estim m t —
A nm 2 “*Thri1 das Endliche ist nicht e in U nverändertes, S tehnblcibendes, die Luft
ist also gar nichts A bsolutes ebenso w en ig dos W asser, die E rd e eben so w enig dos
Feuer, das abstracre M om ent des sich V eranden» — | n
216 ,u Von diesen ganz allgemeinen batimmungen ist au szu g eh n d a ß sie w esendich U e-
bergehn sind u n d indem sie Existenzen sind ih r P roceß in der W irklichkeit vorhan­
den seyn m u ß , und der physikalische P ro ceß ist d e r w ie dis Verändern S tatt findet,
einerseits ist der physika/ische Proceß dagegen, andrerseits d ie E rfah ru n g - Es ist eine
dmkbcstimmimg die w ir logischer W eise g a r n ic h t a n e rk e n n e n sondern die endliche is
bestimrnung ist eben dis, n ich t zu bestehn, sondern d e r P ro ceß des U ebergchn des
V ergehn ist allein das w ahrhafte D aseyn — dis g e h t von N e w to n aus. H eraklit hot
die g ro ß e Id ee des Processes gefaßt, V erw an d lu n g der Elem ente in einander, die­
sem w iderspricht der abstracre Verstand zw eitens d ie E rfa h ru n g — d ie ist gedoppelter
A n — 1) d u rch Versuche — die freilich W asser n ic h t in L uft verw andeln können 20
u n d u m g ek eh rt —aber etw as ganz anderes ist d ie A r t d e r Processe der vereinzelten
Körperlichkeiten — dos andre ist der allgemeine N a tu r-P ro c c ß — In dem allgemeinen
Proceß der Erde, so w ie in dem Proceß w elcher dos S onnen-S ystem ist, da sind Be­
dingungen vorhanden, G egenstände im Verhdhniß z u einander, die w ir unsern Ver­
suchen nicht unterw erfen k ö n n en , die w ir n ic h t gebrauchen k ö n n e n . W e n n w ir eine is
P ortion W asser d e m E xperim ent aussetzen, verschiedenen äu ß erlich en bedingungen,
die im äußerlichen Zusammenhänge, im Zusam m enhänge der Z ufälligkeit zu einander
55v„ stehen, so ist das n ic h t im V a h d ltn iß der Norltu/endiglteU | h in g eg en im N aturproccß
stehn diese bedingungen im innem Zusam m enhänge u n d diesen haben w ir n icht an
den vereinzelten G egenständen die w ir d e m Proceß u n te rw e rfe n . E b e n so w enig als »
w ir ein Sonnen-System h e rv o r b rin g e n k ö n n e n [.] W ir k ö n n e n w erfen etc. fallen
lassen — aber w ir könen nicht machen d aß d ie K ö rp e r u m ein an d e r ro tiren , w ie im
2 i7 ia Sonnen-System - | so auch in physikalischen hesümmungen - da k ö n e n w ir Versuc/ie

6 Vrrairdrritfhe und Vnindnrwmlrnde] U ‘ Veränderliche, bald nach di'ner, bald nach der andern
Seite bestimmt 13 physikaforArJ U : metcorologuc/ie wiej Li: worin Verändern] Li Ver- 15
ändern dieser Elemente 24—25 unsern Vcnuthen ... unterwerfen] Li: nicht in Beziehung auf ein­
ander setzen 30 Eben) Li: und diesen können wir nicht hervorbringen am einzelnen Körper,
31 könnenf /) Li: können, obgleieA wir in der Mechanik vieles verändern und bestimmen können, das
was izt in der freien Natur geschieht, ist nicht in unserer Gewalt hervorzubringen.
PHYSIK 1079

machen, äußrr bedingungen hinbnngrn, aber w ir müssen nicht glauben daß das was
in der freien N atur entsteht, wo die Gegenstände nach ihren begrißi bestimmunjjen
nach ihrer Innerlidikat Zusammenhängen, eben diese Verha/rni«e statt finden; w ir
haben das Gesehne in Licht als unmittelbare Existenz und als Feuer —das berechtigt
s uns nicht anzunehmen daß w ir Licht hervorbnngen, daß das Licht der Sonne auf
diese Weise entstehe, hier im Endlic/ien sind diese bedingungen — im Unendlichen
sind andre bedingungen des Entstehns Vergeh ns und Daseyns; die Physik nim m t an:
nur das ist möglich und das ist die Natur, was sich zeigt unter der Verbindung dieser
endlichen bedingungen oder die freie N atur müßen w ir fassen nur nach der Analo-
io gie was nach den Unfreien, äußerlich sich verhaltenden sich begibt —Von dieser un­
richtigen Anwendung der Categorien ist schon die Rede gewesen, von der Anwen­
dung des bedingten auf das Unbedingte. Luft, Wasser tritt im endlichen Pioc^f? auf
eine äußerliche Weise zu einander, in den dadurch entstehnden Producnonen bleibt
m ehr oder weniger auch also dasselbe Verhaltmß — sie behalten noch ihre Selbst-
is ständigkeit gegen einander weil sie n u r als äußerlich gleichgültig gegen einander in
beziehung gebracht werden; im Natur-Proceß —physikalischen Proce/? ist ihre begriffs
bestimmung ihre innre Nothwendigkeit ist ein durch ihre N atur bestimmtes Ver-
haltniß vorhanden —dis ist eine falsche bestimmung | daß das durch den b e g ra b e - 21 8^
stimmte sich also verhalten köne als das was man nur durch äußre Weise an einander
20 gebracht hat —das andre ist die Selbstständigkeit dessen was man M aterie genannt
hat - Man macht z.b die W ärm e zum Stoff, und ein K örper der warm elastisch sich
zieht, der habe in seinen Poren die W ärm e Materie, die electrisc/ie Materie, eine
Fiebermaterie - Poren ist sdilechterdmgs eine bloße Erdichtung, bloße Annahm e
des Verstands, an Pflanzen an der H aut sieht man wohl Poren aber an G old an K ry-
29 stall sieht man keine Poren —diese Erdichtung ist gemacht, um die Selbstständigkeit
der Materie darzustcllcn daß z b. Licht und W ärm e Electnrila/ haben mit dem Kör­
per identisch sind, so selbstständig gegeneinander bleiben; die Elektricirdf kann nur
seyn, w o das Metall nicht ist, daß er Metall ist ist nothwendig dann soll e r es aber
auch nicht seyn, damit eine andre selbstständige M aterie da seyn könne, das ist ein
so Porus —sie hat Punkte w o sie nicht ist, das sind Poren, man gebraucht Poren, weil
diese Materien als selbstständige gegen einander gesetzt werden - die Poren sind
bloß Folgen der Annahmen von selbstständiger Materie und der W a/irnehmung daß
sie zusammen Vorkommen - Man geht von der Selbstständigkeit der Materie aus und
unterstützt diese Annahme durch Erdichtung —

35 4 hiibrn ein ... Feuer] Li: können Feuer hervorbringen 16-18 ihre brgri/fi ... vorhanden) Li (Ls
Verhaltmß der Bedingungen ein Gedanken begriff, eine innere Nothwendigkrit 20 Selbstständig­
keit] Li: Annahme 21 Man m<xht ... Stoff] Li so wurde Wärme, Elektncitat cetera als matcrien
bestimmt 23 Poren] Li' form 26 tLmustellen] Li- zu behaupten 30-31 weil dirse — wmlm]
Li: damit eine | fremde Materie darin frei walten könnte 5f'ri,
1080 NACHSCHRIFT HU ECK * 1 8 2 8

d ir Vorstellung des athmosphärirc/im Proeewes und die A ngabe kann n u r allgc-


mein seyn. die Verfolgung ist w eiter u n d schwierig, die G rundlage ist wescntlidi und
nothwendig. die Honptmoinenre sind anzuführen. Proceß in E rde u n d Elementen
§ 287 § 287 d er Proceß der Erde w ird durch das Licht angefacht - u n d e r hot auch den
219,* begriff und diese 2 bestuumiuigen 2 W eisen I) direm tion | untersrhiednes U rth a l $
2) dos Zusamm engehen des U nterschiedenen — dos A nfachen des Allgemeinen ist
nach der physiko/isrhen Existenz — dos erste ist doß dos Lieht überhaupt dos Anfa­
chen des Processes ist, die Stellung der E rde z u r S o n n e nach der Steilung particu-
larisirt Clim aten, Jahreszeiten, dos Licht ist dis belebende ü berhonpt ist dos Manife­
s t e n , diese Idealität als Scheinen, als M anifestiren, Seyn fü r ein anderes überhonpt 10
Setzen — es ist dos Selbst, aber die ganz abstrocre Selbststigkeit des Selbst ist dos
Princip des Für sich seyns der sich a u f sich beziehnden N egativität, d am it Entzwei­
ung. dos Ununterschiedne zum Entgegengesetzten zu machen, es zu spannen, aber es
aus der Spannung zurückzufuhrn und die E inheit inhaltsvoll machen —dos Licht ist
diese Selbstisehkeit dieses bethätigeude belebende und zunächst dos Princi/» des Seyns is
für andres der belcbung —näher d e r physiko/isc/ten E ntzw eiung.
W eiter ist dos Leben ruhige Einheit —
Frühling ist dos erregende Spannende — die Pflanze wind d u rch dos Licht be­
lebt —Trieb kom m t in dieselbe — sie hot Empfindlichkeit gegen Luft und die un­
organischen Potenzen, wird gespannt gegen dieselben sie sind n ich t n u r verschieden 20
gleichgültig, sondern verhalten sich als different, weiden gespannt gegeneinander -
dos Licht ist ferner dos R eifende bekräftigende w od u rch die lebendige Individua­
lität kräftig realer in sich wird und kräftig w o dieses Unterschiedene in ihre Einheit
zusammenfallt, dos ist die Kraft überhaupt —
Zunächst ist dos Licht dis Spannende; in der Erde als Cohärenter wird es zur W ärme | 25
220 m dos Cohärente wird zur Flüßigkeit gebrocht, u m z u r hohem Individualisirung als
diese ist die Cohäsion heißt, geführt zu w erden —Licht ist u n m ittelb ar dos Erwär­
mende nach der Cohäsionsseite der Erde — dos ist dos Allgemeine — viele brsondre
Umstände erholten w eiter ih r begriffen w erden — z b. dos Verhdltniß des Sonnen-
Lichts zur Erde: bei Tage ist es w ärm er als bei Nachtf.J Näm lich hot m an unter der »
Erkältung bei N acht beobachtung gemocht —doß an der E rde selbst die Erkältung
größer ist als 4—5’ u n ter der Erde doß die Pflanzen am boden erfrieren doß unmit­
telbar an der Erde der Unterschied der T em peratur von der T em peratur 3 - 5 ’ höher

5 W«cn] L Gänge 8-9 nach der ...Jahreszeiten) Li: bringt Modificatüm der Zeit hervor 11
Setzen) Li. Setzen, die Spannung überhaupt 31—32 che Erkältung ... Erde] U: ist die Erkaltung JS
stärker als drüber 5fach höher
17 Leben Hk‘ Lesung unsührr 19 dieselbe —ne] Hk: dsselbc —es 28 Cohäsionsseite) Hk: Cohä-
noits seite 32 4—5’] so Hk; lies: 4-5 Fuß
PHYSIK 1081

oft 7-8° Rcfaumur betrifft, daß die Pflanze« erfhem während das Thermom eter in
der Luft über dem Gefrierpunkt steht — das ist nun merkwürdig.
der andre Umstund ist, daß dis nur Statt findet, wenn der Himmel ganz hell ist,
sind hingegen Wolken am Himmel directe über einem Platze, so findet diese Er-
5 kältung nicht Statt; daher worin diese Erkaltung vorhanden ist, und man 1’ über
der Erde ein Tudi herüberspannt, so ist an dieser Stelle an der Erde, die gegen den
Himmel zu unter der Leinwand ist, diese Kälte nicht vorhanden. Hält man die
Sonne ab, so ist man im Schatten; hier aber ist eine Portion Eide im Sdiatten gegen
den dunkeln Himmel gestellt, von diesem abgesdinitten worden —
io darauf gründet sich das bedecken der Pflanzen bei Nacht —dis ist nach der näch­
sten Ansicht sinnlos indem die Luft nicht abgehalten wird, und das in sofern nicht
erwärmend wirkt - und doch ist das Erfriern der Pflanzen dadurch gehindert - |
das ist ein sehr intreßanter Umstand, doch nur als intreßant angeführt — 221 ,*
ein andrer Umstand ist bekanntlich die barometer-Vcrändrung die Verändrung
is der specifischen Schwere in der Luft anzeigt; dis ist intressant und was die physika-
lische Theorie darüber sagt ist ungenügend - besonders intressant ist das was Göthe
beigebracht hat, daß er in einem Jahre die barometer Veränderungen unter glei­
chen breiten zur selben Zeit zusammengestellt hat - da ergab sich das Resultat, daß
die barometer verändrung ungefähr unter denselben Parallelkreiscn gleichen Schritt
20 halten - das ist also nicht etwas bloß lokales Einzelnes sondern hangt mit der ganzen
Erde zusammen daß sich gleichsam die Athmosphäre verdichtet - - weil aber die
Herren Physiker so vornehm gegen Göthe sind, weil er Poet ist, so hat niemand
darauf Rücksicht genommen — |
die allgemeine bemerkung ist diese daß dos Matehelle überhaupt oder dos Physi- donmtag den 17"
23 kalische ein andres Verhältmß zeigt in seiner endlichen Form und bedingung als in der ■*uly
freien W irkung dem freien Zustand nach der Noihwendigkeil des Verhältnisses —in
sofern cs durch den begri/fbestimmf ist daß das was am freien athmosp/iärisc/ien Pro-
ceß vorgeht sich nicht in einer chemischen Küche zu Stande bringen lasse und wenn
w ir ähnliche W irkung sehn, so muß man nicht glauben, daß elemenfamc/ier Proceß
30 nur durch dieselbe bedingung hervorgebracht werde, als in diesem beschränkten
Kreis —
dos Nähere in der Weise des elementahsc/ten Processes ist, beschränkt sich ebenfalls
in unsrer Darstellung ganz nur auf die allgemeinen Momente. Docenr enthält sich da
einerseits mit der Phantasie andrerseits mit dem begriff in Näheres specifisdies einzu-
35 treten, die Hauptmomente sind fest |

1 7-8°) U : 4“

9 Himmel) Hk: Himmeln 23 | ) In Li ul die Säte 56v nur mit einem langen, irmkalen Strich venehen
DerAnschluß zur darauffolgenden Säte erfolgt hier ent 1085, IS
1082 NACHSCHRIFT IIUCCK • 1828

Das Erste im Proceß die eiste Form § 287 ist die Dircintion, die Spannung in die
Momeme des selbstständigen Gegensatzes und zwar in die Starhcit und selbstlose
Ncutrabt.it wodurch die Erde der Auflösung zugeht - Einerseits Krystall zu wer­
den. andrerseits — »zu reabsirn sucht.«
dos eine ist also die Diremtion Unterseheidung der Erde des Ganzen die Indi- $
ndiu/ität ist Eines irn Ganzen - die Diremtion kann aber keine andre bestimtriirry
hoben als diese, doß dos was wir als selbstständige K örper des Systems gesehn hoben
und zu Elementen herabgesetzt hoben, d a Erde zugehörig ist, doß cs wieder dem
Zustande zugeht, auf selbstständige Weise zu existiren, doß dos was als Elemrru
Moment d a Individualität ist, doß dieses w ie d a aufhöre ein Moment zu sryn, und 10
als selbstständig erscheint als selbstständige Wurzel, so sind es diese kosmisdien Ge­
walten. Weise d a Selbstständigkeit - dos ist dos Allgemeine d a 2 bestimmungen des
Gegensatzes die wir gehabt hoben - uw Pmceß als solchen hondclt es sich um die
Form d a Unterschieds, d a Gegensätze, davon ist die eine bestimmury», die eine Form
gewesen d a Mond, d a lunarisdie Körper Körper d a Starrheit; da ist dem Körper q
d a Starheit gegenüber d a comctorisehc Körper Element d a Neutralität als auch
selbstständig existirnd; d ia a d a Erde dem Proceß zugehnd geht d ia e r Spannung
zu - einerseits als wasserloser Krystall, Mond zu scyn, und andrerseits als Trennung
d a Neutralität und andrerseits als Commetariseha Körper, hierüber zu bemerken:
A nm § 2 8 8 »Erdbeben und Vulkane - a m Mond erscheinen« 2t
doß die Erde die Weise eina wasserlosen Krystalls annim m t heißen wir die Trok-
kenheit d a Erde, und doß dos Wasser davon äußerlich getrennt | wird, die Quel­
len versiegen, dos Wasser geringer wird - dos ist die eine Weise, Körper d a Starr­
heit, dabei können wir cs bewenden loßen doß dos Princip d a Wassers so entfanc
wird - wir können uns a b a auch an die bestimmurg e rin n a n , doß die Eide in »
diesem Zustand d a Starrheit diae Wirkungsweise, Thädgkeit an sich hot, die wir
inr KrystoUisirn kennen — ein Theil d a Wassers verdunstet, ein andrerTheil ver­
schwindet dadurch, doß er in dem Salze bleibt, und wird d a Krystall aufgelöst so er­
scheint wieda Wasser, d ia a festgewordene Wasser ist Krystallisarionswasser - diese
trocken wenden d a Wassers im Krystall kann so betrachtet w aden, doß auch d iae »
andre Momerrf nicht übersehn werden soll, doß die Erde so sich iw sich crystallisiit
diec Thädgkeit d a Crystallisirns an ihr hot —doß dos Wasser a u f diae Weise solide
wird. Es hängt dis rnit d a Quellenbildung zusammen und dem Perenniruden d a
Quellen - das muß auf andre Weise, als durch Einschlucken d a Feudi dgkeit vorge­
stellt werden, dos ist die mechanische, ganz äußerliche Weise sich die Erscheinung vor- 35
zustellen; schon dogegen läßt sich etwas sogen; die Quellen kommen von bagen.die

4 sucht.«] in Hk ißt Ja Rest Ja Zeile unbatlmtbtn; folgt eine Leerz a Ic, beendet mit «; siehe Anm
22 wud| Hk: werden
PHYSIK 1083

ganz felsig sind, in derThat die ungeschicktesten O ne, wo das Wasser nicht ablauft,
sandern sich in beha/tem sammelt —und daß dis Perenmrnde Fließen der Quellen
nur ein Ucberlaufrn dieser Sammlungen sey —
Man kann mehrere solche Umstande hcrbeinehmen, woraus das Ungenügende
5 solcher Vorstellung hervorgeht. Was das Nähere die Lage etc betrifft; wir wollen es
dabei bewenden lassen, daß dis die eine Seite des P rocain ist Spannung der Erde
Crystallbildung - Mand zu werden |
Erdbeben Vulkane ist etwas was dein Proce/J der Starhett angehört —ebenso Fun­ 2 2 t«
ken auf dem M onde —nnt dem Erdbeben ist man leicht fertig —daß sich Gase bil-
io den vom M eer Wasser kommt —daß Steinkohle Flöze im boden seyen etc —und
was die Manieren des begreifens sind, an diese halt man sich; es sind Analogien van
uns bekannten Wirkungsweisen —aber es entsprechen dem so viele äußerliche U m ­
stände —die bildung van heißen Quellen ist auch ganz eine Sache für sich/.7 Viele
ßiessen nur fort 1000 Jahre lang - ebenso mechanische, chemische Entstehungsweise
is heißer Quellen ist auch eine solche Entstehungswcise, die die Erklärung nicht be­
friedigt -
Bei der Varstellung van Lebendigkeit der Erde ui ihrer großen Ganzheit treten
diese Erklärungsweisen als etwas Ungenügendes herüber —
die Veränderung der dichngkeit der Luft ist auch ein so durchdringender U m -
20 stand mit dem man nicht auf solche äußerliche Weise zurecht kommt —
die andre Seite ist nun die intressantere und mehr unter die beobac/ifung fallende,
w o auch die Erklärungsweisen selbst in der Existenz geprüft werden können —dieses
Andre ist, daß die Erde dazu fartgeht sich einerseits in den Mand andrerseits in den
Comet zu dirimim, dahin gehört die Wolkenbüdung und das Gewitter welches die
2s andre Seite des P ro cain ist, daß diese Spannung sich wieder aufhebt —
§ 288. das Gewitter ist die vollständigste Erscheinung» dieses Proccsses; Wolken
Regen Nebel sind unreife Ausführungen dieses Processes —w ir halten uns an die
ausgeführteste Erscheinung; | G e w itte r Spanung der Erde gegen die athmosp/iä- 225«
rische Luft ab Wolken und ab Gewitterwolken; d iae ist es, die sich, zum Extrem
so gekommen, auflöst wodurch der Procej? dann vollendet ist. Var dem Gewitter Ge­
witterluft, batimm fa Gefühl barometerstand — auch in beziehung auf Erdboden
wichtig - daß das mcht so was Mechanisch« ist drükt sich in der Spannung der
Luft aus. Thierc empfinden das Erdbeben 24 Stunden variier ehe es ausbricht —bis
zu Convubionen —Nimm t man Gase an, die sich einen Ausweg machen so hat dis
js weiter gar keinen Zusammenhang mit dern barometer und mit dem Gefühle der ani-
malirc/ien Natur —ferner ist zu bemerken d iae Spannung der Erde einerseits - diae

4 herbeinehmen,] Hk: hebeinehmen, denen 15 Enutehungsweuc, die ... Erklärung] Hk: Erkli-
rungvwcisc, d.d Entsthung
1084 NACHSCHRIFT HUECK ' 1 8 2 8

kann, w ie d er athinosphärisehc Proceß eine unreife A u sfü h ru n g erhalten - so gehört


auch dazu, daß die Spannung der Erde ihrerseits Statt finden kann, so daß das andre
Gebilde der Zeit noch viel später hervorkom m t -
Es kann viele Wochen lang ganz heiß seyn, das G e w itter k o m m t doch nieht zu
Staude, die Hitze ist also rndit d/e bedingung — dos kann also auch der Zeit nach 9
außer einander seyn; es gibt aber auch G egenden, w o dieser Proceß sich täglich zeigt,
an der Küste von Chili und Peru - da steigen täglich gegen M ittag Wolken auf, um
3 -4 U h r N achm ittag bnrht ein ungeheures G ew itter aus ein halbes Jah r lang, da
bildet sich und verläuft der Proceß täglich vollständig. In andern Gegenden ist dos
mehr veränderlich zufällig wie überhaupt in den tem p en rten Z onen alles zufälliger 10
ist, auch die W inde. W enn dieser Procrß der H anpttypus ist, so erscheint er bald
ausgebildrter vollendeter, bald weniger —dos ist die bestirnmun? der Spannung - |
22<h* Gewöhnlich m uß dos Stekenpfeid der ElectnnMf überall aushelfen —Ein Haupt-
umstand bei diesem Proceß bei dieser Entstehung des C om etarischen ist —die Re­
genbildung —einerseits verdunstet dos Wasser, n achher k o m m t es als Wolken und 15
R egen wieder zum Vorschein, dos ist der M ittelpunkt w o ra u f es beim Erkläm vor­
nehmlich ankomm t —. die Sache sieht einerseits ganz leicht aus. Verdunstung des
Wassers im Sommer und W inter, dos ist eine freie V ertheilung des Wassers schwim­
mend in blaschenförm, aber dieses könnte sich dann noch feiner machen, die blas-
chm selbst verkleinern, daß die Luft ganz durchsichtig w ird —alsdann bilden sich »
Wolken, so sammle sich dos Wasser w ieder zusammen u n d da kom m e es wieder als
R egen herunter, eine bloß mechanisc/te V eränderung der Gestalt.
W ird diese Erldanny» näher betrachtet so zeigt sie sich seh r mangelhaft; Gay-Lus-
sac. Lichtenbergs beoboc/irnn^j-Schrift. M an kann sagen daß R eg en , N ebel - Ge­
w itter blitz mit diesen täglichen Erscheinungen der Athmosphäre ist die Physik noch 25
am weitesten zurück - noch wenig genügendes ist darüber vorgebracht worden -
daß die bläschen schwimmen können? —w ir finden in den bläschen Luft - Wasser
ist schwerer als Luft —die nicht erw ärm t ist, außerdem aber, was die Hauptsache ist,
so wird angenomm en, daß das Wasser sich in der Luft befinde, aber a u f eine feine
Weise/./ Man sagt das Wasser sei aufgelöst in Luft — dos ist ein nebulöses W ort »
Man kann sich diese Auflösung a u f gedoppelte Weise ausdriiken, entweder fein,
dünn gemacht (übrigens hat das kleinste Partikelchen von Feuchtigkeit immer eine
größre spccifische Schwere als die Luft —also ist im m er dos spcc ißsch Schwerere |
227,» schwebend in der speeifisch leichtem Luft) dos aber ist die chcmisc/ie Vorstellung: dos
Wasser bestehe aus Wasserstoff und Sauerstoff das W asser ist nach dieser Vorstellung »
chemisch aufgelöst in der Luft - die Luft enthält aber Sauerstoff, Stickstoff und etwas
Kohlenstoff—

1 erhilten| Hk ehilt 3 ! entweder] In Hk uird die hiermil begonnene Disjunktion nichtJortgefiJin.


PHYSIK 1085

Man hot nun auf eine oder die andre Weise eine klare heitre Luft - diese soll das
Wasser machen oder chemisch aufgelöst enthalten, das muß sich zeigen lassen. Davy
fand auf hohen bergen vollkommen trockene Lwft - wo vornehmlich die Wolken-
btldung beginnt - und nachher langen da sich an N ebd zu zeigen in einer vorher
s unmittelbar trocknen Athmosp/ianr/./ Wo kommt nun diese Feuchtigkeit her? oder,
wo ist das Wasser zu finden? —UntcrsucAf man die Luft mit einem Hygrometer (es
ist kein so schlechtes Instrument - man hot aber auch deßen nicht nöthjg, sondern
kann Flaschen mit Luft füllen und herunter bnngen) oder die Luft selbst, so findet
man keine Feuchtigkeit ebeaso wenig ist in dieser Luft dos chemische Element des
10 Wassers Wasserstoff zu entdecken - die athmosphdriselte Luft ist allenthalben sich
gleich - sagt man dos Wasser ist verschwunden so daß cs eine andre form ange­
nommen hat, so kann man dos durchaus nicht empirrsc/r zeigen, sondern im G e-
gentheil kann man zeigen, daß die trockne atlimosp/idruc/re Luft weder Feuchtigkeit
noch Wasserstoff zeigt. Cynius hot eine in den 80ger Jahren in berhn aufgegebne
is Prrisaufgabc beantwortet, die gekrönt wunde —Lichtenberg hot diese gekrönte Vor-
stcllung recensirt. diese bestmimim^en vom Auflösen sind danach eine grundlegende
Theorie |
die Regsamkeit des Procewes ist: das Wasser verdunstet, um so mehr, je trocknet 228m» | 57ru
die Luft ist, je mehr dos Wasser verdunstet desto weniger ist Wasser in der Luft vor- den 18” Ju]y
20 handen, aus dieser Luft entstehen Nebel Regen Gewitter etc. - W o keine Feuch­
tigkeit in der Luft vorhanden, noch das Wasser chemisch aufgelöst ist, da entsteht
plötzlich Regen - dis sieht man in Gebirgen wo sich selbstständig Gewitter bilden
da nimmt man zu den Winden seine Zuflucht, die die Wolken herbeibnngen; wo
haben sie aber die Winde hergenommen? diese mäßen sich immer vorher gebildet
25 haben —aber die Gewitterwolken machen sich ihren Wind selbst, dem Ausbrur/i des
Gewitters gehn starke Winde unmittelbar vorher —Also Wasser ist nicht in der Luft
vorhanden dos Wasser wird also zur Luft und die Luft wird verwandelt in Wasser,
das ist das wesendic/ie des Processes dieses Verdunsten —Verwandlung in Luft, und
die Umkehrung, Verwandlung der Luft in Wasser dos ist etwas, was den Alten nicht
io schwer zu sagen war, die nicht an die Absolutheit der Elemente glaubten, sondern an
die Vergänglichkeit. Wasser, Elemeri/ der Auflösbarkeit des Gegensatzes überhaupt —
die Physiker haben nun allerhand Ausdrücke, womit sie dis zu umgehn suchen, die
Absolutheit Unvergänglichknt des Wassers sich zu erhalten suchen —dos ist ein lee­
rer Ausdruck; dos Wasser ist nicht auflöslich in der Luft —sondern nur mechanisch
js vertheilt —ab Dunstbläschen, da wirkt cs auf den Hygrometer - , bringt man diese

18-19 trocknrr dir Luft) Ls: großer die Warme 22 Regen) Li. Wolken und Gewitter, ohne daß
Wind war 32—33 dis zu ... suchen] Li die Absolutheit des Wussm umgehen

14 Cynius) sieheAnm. 24 sie) Hk: cs


1086 N A C H S C I IR IP T H U BC K * 1 8 2 8

Luft in eine geringere Temperatur, so tritt diese Feuchtigkeit als Tropfen hervor —
aber auf keine Weise, weder chemisch noch physisch könen w ir uns das Daseyn des
Wassers in der Lieft darstrllen und dennoch wird es angenom m en —das Wasser, sagt
229,* man dann, w nd latent, kein R epetirn macht es m ehr empirisch | bem rrklirh. - da
ist keine Form, da ist es latem aber in der Latenz ist noch etwas andres latent - (das s
Wasser soll gebunden seyu wie die W ärme) es soll dis darin liegen, daß das Wasser
doch noch existire, aber so daß es nicht w ahrnehm bar sey; das ist das E xtrem zu dem
die Physiker getrieben weiden — es hat sich das Wasser verkrochen — Alles phy­
sische ist nur da in sofern es bem erkbar ist, was nicht bem erkbar ist existirt nicht
in dcT empirirr/ien Physik ist dieser Ausdruck von latent gebunden seyn vollends 10
inconsequcnt —denn was in der Physik gelten sol, soll durch E rfahrung gelten -
was latent ist m uß also gar nicht gelten, was h ier gilt m uß w ahrnehm bar seyn. So
wird die Physik durch die Consequenz, W ahrnehm ung selbst dahin getrieben, zu
sagen: das Wasser existirt nicht mehr, aber es existirt doch, n u r verborgen; das ist das
Sinnlose - das Physische ist Wahrheit, was wirklich ist muß herausseyn m uß ins Da- ts
seyu treten; da seyn für andres das ist wirklich —das ist die Physik bestimmend. Luft
ist Luft, und Wasser ist Wasser —so bewegung ist bewegung R u h e ist R u h e , eins
kom m t nur von außen h er zum andern - so ist auch Wasser, Wasser, kann nicht
zum Nicht Existirn als Wasser übergehn, das ist nichts absolutes, W asser entsteht
und vergeht —in dem chemischen Laboratorium kann m an das nicht darstellcn, aber 20
es existirt; das Wasser ist nur Wasser in so fern es existirt; Wasser, das nicht wahr­
nehmbar ist, ist kein Wasser, das hat nun Davy gesagt — und Lichtenberg (in der
oben angeführten RecensioM) hat die Nichtigkeit dieser Vorstellung dnrgrsccllt |
23ola, § 286 § 286 bei der Krystallisation verschwindet das Wasser auch, es ist vorher und
nachher, aber im Krystall ist Trockenheit - Wasser hat aufgehört W asser zu seyn, da is
sagt man auch, es ist gebunden latent —aber latentes W asser ist kein Wasser mehr.
Es hat nicht m ehr diese und diese Eigenschaften —das ist diese Verwandlung. D e luc
hat es gewagt zu sagen, daß Luft sich im athmasphärischen Proceß in Wasser und
Wasser in Luft verwandelt |
57vu Ein weitres M oment ist diese Spannung. KrystaUwerden o d er H inzugehn der »
Eide zum Krystall zum Monde zu werden und der andre G egensatz, der auch irdisch
wird, cometansch —zur Wolke wird —und indem die Spannung ganz ausgebildet
zum Extrem fortgegangen ist, sich in sich vernichtet, und dann herv o rtritt als dieses
Negirn des andern Extrems und Hervortritt der Idealität des Lichtes als blitz -
W ir haben Gegenden angeführt w o dieser Verlust sich regelmäßig macht; an an- is
dem O rten dauert e r länger, bis das andre Extrem , die W olkcnbildung eintritt, zum

2 aber auf ...Wnse] Li Vor der Verdunstung und nach dem R egen ist kein Wasser 3—4 das Wasser.
... lacent.J Lr daß das Wasser latent sei, ist ein Ausdruck der nichts sagt. 25 seyn] Li: sein, man be­
kommt es nicht heraus
PHYSIK 1087

Dascyn kommt, bei der Veränderlichkeit unsrer Athmosphäre komm t es nur zu R e­


gen - im Norden gibt es keine Gewitter —Nordlichter wohl - Phosphorcscenz —
der Athmosphdrr die nicht zu dieser Spannung fortgeht in welcher der blitz ist —ein
feuerloses Leuchten —
5 Zusammen füllen Auflösen der Gegensätze, die diese Identität sind, dis Leuch­
ten —dos blitzen/./ Einen großen T hnum ph hot nun da die Wissenschaft daß sie zu
sagen weiß, daß das ein electrischer flinken is t---- aber dieser Funke entsteht nicht
durch Stahl und Stein[.J Man spricht von Luft Electriritaf daß die Luft electrische
Spannung zeigt besonders bei Gewitter, das Nähre ist eine Analogie — | aber viel 231»
io ist dabei nicht gewonnen, vergleichen wir die Bedingungen beim Entstehn des elec-
trischen Funkens und des blitzes, so finden wir keine Identität, denn —zum electri-
sclien Funken gehört Glas oder Harz das gerieben wird — ferner wissen wir, daß
das Wasser die Feuchtigkeit ein absoluter Leiter ist, daß sie die electrische Spannung
leitet — W ir kennen also die bedingungen unter denen der electruc/ie Funke im
is Laboratorium hervorgebracht w ird -----diese sind im Gewitter nicht vorhanden,
und nähmen w ir auch an, daß durch das Reiben der Luft, W inde eine electnsc/ie
Spannung entsteht, so ist es doch wenigstens unter andren bedingungen als in der
bildung des electrür/ien Funkens —aber die Gewitterexplosion ist dieses Feuchte —da
widerspricht es also durchaus dem electrüc/ien Apparat, daß irgend eine Conducdon
20 eine durch und durch feuchte Masse, wie die Wolke, Electrisc/i conserviren sollen —
die Electtiätät könnte sich nicht in der Wolke concentrirn, sondern die Elcctmc/ic
Spannung miiße unmittelbar verschwinden sich so vertheilen, daß sie nicht existirt.
da ist also die Analogie, die man in Ansehung des blitzes gefunden zu haben glaubt
dis, daß alle bedingungen fehlen wodurch in jenem Falle cm Funke hervorgebracht
25 wird - die cheselbigkeit beider könnte allein dadurch constatirt seyn, daß in beiden
Fällen ein und dieselbe bedingung vorhanden w ar und dieselbe Erscheinung aus der­
selben bedingung hervorging
§ 288. »das andre Moment der Diremtion ist, daß das Fürsichseyn sich aufhebt §288
als der a u f die Spitze getriebne Unterschied —dieses sich Verzehm des Gegensatzes
jo diese wesendic/ie logische bestimmten,? ist das Aufheben des Gegensatzes, das sich
entzündende Verzehrn des | Versuchs, daß diese Elcmentarischen sich mehr zu ei­ 232»
ner selbstständigen Existenz in der Weise der himmlischen K örper entwickeln, ihre
wesendiche Verknüpfung stellt sich so her, und die Erde ist so bestimmt als sichtbare

12 Glas oder ... dos] Li: Stoff der 21—22 die Electridröl... miiße] Li: Im feuchten Zimmer kann
3S ntan keinen funken hervorbringen. Alles dies paßt an die Luftrcgion nicht diese Gewitterexplosion ist
mit Wolken verbunden/ / Zu solcher Feuchtigkeit müßte alle elektrische Spannung 33 sichtbare! i-*:
fruchtbare

14 leitet) Hk: hindert


1088 NACHSCHRIFT HUECK * 1828

wirkliche Individualität, als das Subjec/ subjec/iVe Einheit dies« Processes, des Diri-
mirns und der Madit, dieses Dinmirte wieder aufzuheben <*
289 § 289. die Erde ist zunächst abstrac/er Gnihd der Individualität, aber hier im Proegff
ist sie gesetzt ab reale Individualität bestimm/ als die negative Einheit der Elemente
die außercinnnder sind d. h. ab reelle Individualität, oder bei sich i/i sich bestimm/, s
als irr sich seiende - das Außcreinondrr scyn der Unterschiede ist negirt - und die
Erde ist das Subjert dieser negativen Einheit dieser Unterschiede, der M eister darüber,
somit abo als dos bestimmende gesetzt

So sind w ir im 2*™Theil daß wir diese eiementarisehen bestirnrri/heiteri - dieses Ver-


sdüedenscyri der Momente des begrifft haben, jetzt ist das M aterielle gesetzt mit dem 10
immanenten bestimmen überhaupt, ein in sich seindes bestimmen, die Materie mit in
sich seiudem bestimmen —und damit verschieden und entgegen dem bestimmen das
w ir ab Schwere gesehen haben —
das heißt eben, das Irdische ab reale brstimm/heit ist selber das bestimmende,
dem Irdischen selbst komm t das bestimmen zu, reales bestimmen reale Individualität, is
es hat sich in diesem Proeeß ah die Negatiir Einheit dieser zunächst außercinander
seynden Unterschiede gezeigt es selbst ist das Negirn die Idealität — das Materielle
ist selbst die Idealität, das bestimmen das negative setzen der bloß Verschiednen/J In
233,u der Schwere hatten w ir die Idealität als | ein nur gesuchtes, einen gesuchten Mittel­
punkt, der außer der Materie ist. hier haben w ir diese negative Einheit dis bestimmen 20

in der Materie selbst gesetzt - so ist es entgegen, im K am p f gegen die bestimnnmj,


die w ir ab Schwere gesehn haben, dagegen daß die Idealität n u r außer der Materie
ist - da tritt die immanente besonderheit der Materie ein, und diese besonderheit
spricht sich aus ab verschieden vom materie//en Seyn in sofern es bloß schwer ist; un­
ter besondrer Materie verstehn wir Wasser gegen Luft M etall gegen M etall etc - das 25
ist aber bloß Verschiedenheit nach irgend einer R üksicht, aber die begriffsbesonder-
heit rächt die oberflächliche sondern die bestimmte besonderheit ist die immanente be-
stirnm/heit des materiellen gegen das Materielle gegen eine andre bcstirnm/heit. das
eine ist das immanente bestimm/seyn und dieser verhält sich ab besondres zu einer
andern Webe des bestimm/seyns die w ir ab Schwere gehabt haben/./ M an m uß sich jo

abo immanente bcstirnm/heit nicht so oberflächlich vorstellen


f 290 § 290. die Schwere thut dem Außereinander der Materie noch keinen Eintrag -
das Außereinander der Materie ist das materielle überhaupt, Materie besteht, d h.

13 Schwere) Li: Sphaere haben) Li: haben. Es ist das Bestimmen suchen 17 Idealität) Lt: Ideahuct)
58ru Physik I der b esonderen In d iv id u a lita et. J5

25 Metall] anstelle eines unlcscrliihrn Worin in Hk 35 P h y sik / d e r ... I n d iv id u a lit a e t . in Li iils


große,ßfigestrlltc Überschrift
PHYSIK 1069

die Materie ist räumlich ist noch identisch mit ihrer Räumlichkeit, ist noch nicht in
Differenz getreten gegen dis ihr bestehen, das in sich seinde bestehn hat nur einen
Sinn in der Differenz gegen das außemchscmde bestehn gegen dis, daß die Matene
und die Räumlichkeit noch nicht in Differenz gegen einander gekommen sind —der
s R aum ist das M aß der Unterschiede der schweren Materie der Massen, eine Masse
ist großer d. h. zweierlei —die eine Masse | ist schwerer, um so viel sie schwerer ist 234,.
um so viel mehr Raum nimmt sie ein. um so schwerer sie ist um so größer ist ihr
Volumen und umgekehrt —da ist noch Schwere, Gewicht, und Volumen identisch
mit einander und beim physikalischen Unterschied ist noch nicht ein concreres für
io sich seyn hervorgehoben, das was wir im Proccß als in sich seyn als Negation des
materiellen außereinander gnehn haben.
•ist sie in ihrem Außereinander zugleich different gegen dis ihr Außereinander und
gegen das Gesuditurrden der Individualität, d. h. gegen die Schwere d. h. ein andres
bestimmen der materiellen Räumlichkeit als durch die Schwere« das ist die indivi-
is dualisirte Mechanik - Mechanik ist bestimmung der Räumlichkeit der Materie aber
so daß hier die der Materie immanente bestimm/hat ist wodurch die Räumlichkeit
beschrankt wird —da die Räumlichkeit in Differenz tritt mit der Materie |
Physik der besonderheit, besondrung der Individualität hier ist erst der eigentliche den 21«m July
beginn der IndiVidua/ität/./ Es tritt hier das Insichseyn als solches ein gegen das
20 Außereinander seyn - § 290. —es ist dis eine schwierige Materie, w ie die Stufe der
besonderheit, der Differenz überhaupt immer — die Hauptsache ist angegeben. Ei-
genthümlichkeit der Form der Materie, In sich seyn welches bestimmend ist, für sich
bestimmend, und damit verschieden von dieser bestimmun^dosigkeit, die w ir bisher in
A nsehung der Materie gehabt hoben, die bestimmungdosigkeit, welche der Schwe­
is re als solcher zukommt; in der Matene ist alles Gleich schwer und der Unterschied
entsteht nur durch das Gewicht —und die Entfernung vom M ittelpunkt —da fallt
die besummun^ bloß in die Räumlichkeit; es ist eine Differenz | bloß in Ansehung 235m
dieser Identität dieses abstracr bestehnden — auch bei dieser beginnenden Form ist
noch nicht das In sich seyn der Form als solcher vorhanden: es ist ein immanentes
» bestimmen ein andres bestimmen der Räumlichkeit, als nur nach der Schwere, nach
der Richtung der individualisirten Mechanik —
§ 290 —Eintheilung zuerst specifisehe Schwere Materie Masse in ihrem bestehen,
d. h. in ihrer Räumlichkeit u n d noch weiter in keiner Differenz gegen ihr bestehen,
gegen das Seyn —specifisehe Schwere ist ein bestimme« seyn, ein immanentseyn, wo
33 die Schwere anders bestimm/ ist, als nur nach der Räumlichkeit, wo ein Vcrha/rniß
entsteht von der Räumlichkeit zum Gewicht, Schwere überhaupt nicht mehr bloß

17 Matrrif) In Li folgen etwa fünf Lrrrzetten und die Leersalm 58o-60i\ Der Anuliluß zur darauffolgenden
S au erfdlgi Ina m l 1115,12.
1090 N A C H S C H R IF T HU C CK * l 8 i 8

als allgemein unbestim mte Schw ere, sondern als specifische S ch w ere —mit einer andern
bestimmuiig als S u ch e des M ittelp u n k ts m it einem w eitren bestmimrseyn —diese spe-
cifische Schwere ist m it spccifischer einfacher bestim m /hnt g lrid ifö rm ig e r brstimonheit
n u n M asse —die M asse aber ist ein Vielfaches in sich, dieses V ielfache isi a u f gleiche
W eise bestim m t i
d a s 2** ist die C o h asio n , d aß die bezichungen dieses V ielfachen, dieser matriellen
T h e d e spezifisch b estim m t sind, bestimm» sin d a u f e in e andre W eise als das reale
A u ß erein an d er seyn. die matriellen T h eile sind a u f e in e besondre W eise a u f ein ander
bezogen, d h . verschieden von der W eise in d e r sie z u d e m M itte lp u n k te sind, diese
C o h asio n ist e in e E ig e n tü m lic h k e it des Verhaltens, des Zusam m enhalts der T h e ile — i«
diese erscheint im V eibahniß zu andern K ö rp ern in d er A rt u n d W eise des W ider­
stands — der abstrade W iderstand ist d aß d er K ö rp e r fi/r sich ist, festhalt an seinem
O r te a n seinem Vcrhdltniß zum M itte lp u n k t — |
236,* die C o h a sio n ist e in e eigenthümlic/ie W eise des Festhaltens — d er einzelne Körper
verhält sich zu d e m A ndern; w irk t a u f diesen e in , so leistet e r W iderstand, nicht bloß »
nach d e r S chw ere sondern nach einem eigentliüm lir/ien In sich seyn als Cohasion,
als M anifestau o n seiner E igenthüm lidikeit; d er K ö rp e r ist in sich so ein materielles
A ußerein an d er, verhalt sich n ic h t n u r g eg en einen andern K ö rp e r — d aß er eine
E in w irk u n g in ih n setzt, sondern in seinem eignen A u ß erein an d er Verhalten zu sich
selbst w ird ein verschiedener Verhaltniß zu sich selbst gesetzt e in E inw irken seiner »
a u f sich selbst, V erändern seiner C o h asio n , u n d e in e eigcnthüm lir/te Weise, ein her-
steilen seiner selbst, das ist die Elasncicät — — d ie e n tw ic k d te C o h a sio n , Cohasion
in ih re r T otalität ist E lasucität; C o h asio n ü b e rh a u p t P a rticu larität, d aß ein andrer
K ö rp e r sich in ih m geltend machen k an n , daß e r aber d ab ei seine eigenthümlic/ie
W eise geg en den andern zeigen kann, a u f p articuläre W eise; dieses am K ö rp e r selbst, is
d a ß d ie m ateriellen T heile sich einander n eg irn ab er sich w iederherstellen; das ist die
Elastizität
das 3*' i s t d e r K la n g /.y ln der Elasticitöf ist diese Id en titä t,z u n ä c h st Aufgeho­
ben W erd en des Zusammenhangs des K ö rp ers in sich, u n d W iederherstellen dersel­
ben (der C o h a sio n , des Zusam m enhangs, d er spcc fischen S chw ere) dis als eine M a- jo
nifestation dieser seiner Identität, seines einfachen b e i sich seyns, w elches sich zeigt
als e in unabhängiges F ü r sich seyn —diese W eb e n u n dieses O scilliren des Körpers
in sich selbst als F ü r sich seyn, das Frei werden des K ö rp e rs in sich selbst, in sich
237,a seyn das z u r M anifestation | k o m m t —ideales E xistirn des K ö rp e rs das ist der Klang
diese Idealität des K ö rp ers, dis freie in sich seyn des K ö rp e rs ist u m g ek eh rt auch »
n e g irn d d ie R e a litä t des bestehns des K ö rp ers, tr itt ein in das ideelle Feuer, Klang
g e h t ü b e r in reales Feuer, in W ä rm e — das sind die z u betrachtenden bestinnnungeii
sie sind abstraef u n d sd iw er — zu wissen in toelrhen Z usam m enhang des körperlichen
D asrj'm sie g e h ö re n —Es sind Eigenschaften die z u r E ndlichkeit z u r Particularität des
PHYSIK 1091

Körpers gehörn, hoben in sofern nicht dos Intresse von Formen welche als die Tota­
lität sind, aber grade diese Formen der Endlichkeit machen weit mehr Schwierigkeit
(dieTotalität ist leichter speculaav zu lassen)
S p e c ifis c h e S ch w ere. Das erste ist immer dos Allgemeine —die allgemeine be-
t stimrniheit abstraefe bestimmrheit einer Stufe unmittelbare erste bestimmiheit dos ist
dos wos w ir gehabt haben —ein In sich seyn, wodurch die Schwere bestimm! er­
scheint. Schwere Verhöhn//? der Materie zu ihrem Mittelpunkt — Suche des Mittel­
punkts sonst nichts; jetzt tritt eine andre bestimmiheit der Schwere hervor ein in sich
seyn specifische Schwere, welche die schwere Materie particularisirt, also eine andre
io Weise der Schwere an der Materie hervortreten läßt gegen dos was die Schwere über­
haupt ist § 2 9 2 ---- Körper in endlicher batimmung weil die bestimmungen endlich §292
sind, so erscheinen diese bestimmungen der Körper im Vethaltniß zu andern Körpern;
dos ist eine Weise wie diese Endlichkeit ist —die Manifestation hot doher, doß die
Eigentümlichkeiten nur zwm Vorschein kommen im Vahahniß zu andern Körpern,
is so, doß dis ihm auf eine äußre Weise ist, als zufällig erscheint - alles Endliche ist
Verllä ltn iß zu Andern | aber diß Verhälliuß erscheint nicht immer als zufälliges hier 238 «
aber ist die Manifestation ein Zufälliges zb specifische Schwere davon könen w ir nur
sprechen im Vergleich des Körpers mit einem andern — ebenso bei Druck, bei der
Cohasion/.J Indem dem Körper Gewalt geschieht zerreißt seine Cohasion, und wie
20 der Körper sich bei dieser Gewalt benimmt, wie an der Eigentümlichkeit gezeigt —
zeigt er nur, indem ihm Gewalt geschieht —ebenso im Klong muß der Körper von
Außen angeschlogen werden ebenso in der W ärme durch äußren Anstoß.
Differenz des Insichseyru und Außer sich seyns und eiste Differenz so doß die Ein­
heit beider noch nicht objectiv exisort, sondern im Aeußerüchcn ist, in der Veiglei-
is chung in beziehung —die auf äußerliche Weise geschieht —durch Zertrümmerung
Gewalt überhaupt
§ 2 9 3 specifische Schwere. — §29i
es ist schwer, aber eine Modificorion der Schwere, dos Verhaltmß zum Ccntralkör-
per —die Cohasion ist dann noch weiter —noch der Schwere überhaupt, also ver­
so halten sich alle Theile zu dem Mittelpunkt der Erde indem sie erst su rr sind —da die
Mosse star ist, so kann es erst geschehn durch die Cohasion indem noch ein Punkt
unterstützt —
die specifische Schwere ist nun also dis die Panicularisation dieses Verhältnisses —
dos Materielle hört auf die gleichförmige Erfüllung des Raums zu seyn, d h. Modi-
35 fication der Schwere —bestimmiheit der Schwere —Außereinander treten der Momen­
te der Schwere, dos Räumliche und dos Für sich seyn, die nun im Verhättniß sind,
nicht mehr identisch — specifische Schwere ist Gewicht dividirt durch den Raum
(Geschioindigkeit Raum dividirt durch Zeit) - es ist ein Verhaliniß dos ist dos Speci-
fische dem abstrac/en Außereinander entgegengesetzt — |
1092 NACHSCHRIFT HUECK * 1 8 2 8

2 V»,„ A n m .d i r Physik setzt voraus eine gleich große Anzahl m atrieller T hcilc ist gleich
sdiwer. die materirllm T h n le, sie mögen sonst beschaffen seyn w ie sie wollen - dm
MatenW/e ist dm Unbestimmte da ist alle physika/uc/ie Particularität noch nicht vor­
handen: als materielle T h n le die glnrh groß sind w eidm sie betroditet - die glnchcn
Raum einnehmen diese sind auch gleich schwer, dm ist die A n n ah m e, daraus folgt s
dm M aß der Anzahl der T heile ist dm G ew icht, L oth ist ~y> S . so höbe ich in einem
Loch J 2 voh der Anzahl d rrT h e ile die in einem B sind —was noch mal so schwer
ist, hot auch noch einmal soviele materielle T heile; so ist w eiter auch der Roimi dm
M aß von der Anzahl der T h n le, so daß w m von gleichem G ew icht ist als materieller
T heil betrachtet, auch glnchrn Raum einnim m t — Im G old ist also die Anzahl der io
Theile 19 nidl so groß, als in Wasser —die materiellen T h n le des G olds nehmen so
viel Rnurn ein als die n u te n d e n positiven T h n le des Wassers — im C ubikzoll Gold
dm 19 mal schwerer ist, sind 19 mal m ehr T heile als im W asser — da sogt man nun
die Anzahl der m atn rlln iT h n le als solche ist gleich und ih r Ronm ist auch gleich aber
den Unterschied machen dann die Zwischenräume —dm W asser hot um soviel mehr is
leeren Raum in sich, so daß es wolil aussieht als o b sie gleich sind, aber im Cubikzoll
Wasser sind 19 mal weniger eigentlich m atriclle T h eile und 18 Theile sind in Wasser
leerer Raum — erscheinen daher im Gleichgewicht — doch in verschiednen Volumen,
so wird durch die Annahme der Poren die Gleichheit des Raum s erhalten, dm ist die
Grundvorstellung der Physiker-----Sie gehn von den A tom en aus, die alle gleich 10
schwer sind. — W enn ich die 19 C ubikzoll Wasser ganz com pact machen könnte,
240„ das leere ganz auslullen | könnte, so w ürde ein C ubikzoll ebenso schwer seyn als
G old, es würden diese a u f den 1 9 te n T heil des Gewichts zusomruengehn
dm ist nun bloße Hypothese; Poren sind nicht empirisch - Poren kann die sonst
empimc/ie Physik nicht aufzeigen an Metallen etc is
der Hauptsatz, daß eine gleich große Anzahl gleich großer m oteridle r T h eile gleich
schwer sind kann sie auch nicht zeigen; m an suggerirt bloß m aterielle Theile in
sofern sie bloß schwer sind —dm ist ein Satz aus der bloßen A bstrartion, ganz will-
kührlich — die Materie ist nicht nur schwer sondern sogleich specificirt, diesen Satz
nim m t man an, daß sich dm zeige, aber die Erfahrung ist grade dm Gegentheil, da 30
gibt es nicht bloß schwere M aterie sondern auch particularisirte
d«r 22st«ijuly die Particularisation der Schwere ist ein beginnen der F orm —ein - beginn des In
sich seyns, ist ein nothwendiger wesendic/ier Fortgang der Materie den M ittelpunkt
in sich selbst zu haben, näher Idealität, bestimmen des Außereinanderseyns, dm her­
vortreten der Form als solche an dem zunächst n u r Form losen außereinauder seyn «
der Materie —die Materie ist wesentlich speci/ür/i schwer, dm ist die einzige Erklärung

6 M iß] Hk: Mas 9 daß) Hk: ds 32 ein —) in Hk folgt eine Texthkke von (tun zwei H ’oilUiigen
PHYSIK 1093

von der specifischen Schwere ui Ansehung derer man keine weitern und andern vor-
legen m uß —dos ist die innre Notliwendigkcit des Dcterminirns des begnffs —damit
ist dann die andre Erklärung, welche die Poren zu Hilfe nimmt entfernt, diese andre
EMärung setzt den Satz voraus, daß die Materie aus ihrer Formlosigkeit und Gleich-
• heit nicht fortgeht zum Insichseyn zu dieser bestimmthnt der Form, sondern daß
sie gleuh schwer bleibt und daß bei einer Verschiedenheit der Schwere verschiedene
Dichtigkeit, daß nur ein äußerlicher Umstand ist —daß dieselbe Menge der materiel­
len | Theile einmal mehr zusommrugedruckt ist, ein andres mal einen großem Ronm 241lft
einnimmt, wo dann leerer Raum iibng bleibt - dos ist dann die Erdichtung welche
io Poren genannt wird - dos ist dos Vrrstandmß über dos was man spccifische Schwere
nennt, und über dos wie man die spccifische Schwere zu fassen sucht —die Poren ist
eine behauptung gegen alle Erfahrung. -
Anm § 293. —Ein bospiel der specificirrnden Schwere ist die Enthaftung; Vcr-
ändrung der Schwere ist ein Specifisches; die Voraussetzung von nicht speeißsch
is schwerer Materie ist grundlos - wenn wir aber eine gleich förmige Materie hoben,
ein Eisenstabrhen etwa, so sind die Theile unter sich gleich speeißsch schwer an die­
sem, nun kommt relativ dos specificim der Theile vor —der eine Theil wird schwe­
rer ab der andre.
Wenn ein gleich schwerer Eisenstab mogneüsirt wird, so inclimrt er, verliert sein
20 Gleichgewicht, wird an einem Ende schwerer; die Masse wird auf einer Seite spe-
cifisch schwerer — da hot man nicht eine Anzahl von Theilcn von der einen Seite
weg genommen sondern dos gleiche Volumen auf beiden Seiten ist geblieben, den­
noch scheint die eine Seite ein größres Gewicht zu haben; Verändrung der speci/i-
sehen Schwere ohne Veränderung der Innern Form
25 Kant sagte: dos spccißsch schwerere, dos Dichtere ist ein stärkrer Grod der R aum -
Erfüllung, die Materie ist intensiver, dos ist dasselbe was wir gesagt hoben: dos In­
sichseyn quantitativ bestimm! ist es ein Grad, in dieser Einfachheit M ehr oder Weni­
ger also nicht eine Mehrheit, Vermehrung oder Vermindrung der extensiven Theile,
der Menge der materiellen Theile —diese Form nun | Umwandlung der extensiven 242^
so Größe zur intensiven ist die dynamische Physik —dos dynamische hot nur diesen
Sinn, doß Bestimmungen Veiändrungen da vorhanden sind, die nicht von der Mehr­
heit oder Vermindrung der materiellen Theile kommt, sondern ein inneres bestim­
men werden, dos ist die bestimmung der Intensität — bei uns Insichseyn, Form —
die Aeußerfichkeit auf die Innerlichkeit zwriiekgefuhrt —dos Dynamische ist in der
55 Physik und Medicin zu einem sehr formellen geworden —zu einem Vornehmen

7 diß| H k- ds 19 tnclinirt H k L esung u n su h ei


1094 NACHSCHRIFT HUECK * 1 8 2 8

Umsich werfen - indeß ist dieser formelle Untervhied allerdings fiir einen Fortschritt
zu halten; das ist dir spccifische Schwere -
§294 § 29 4 . C o h a sio n . das reellere Insichscyn, das sich nicht nur als einfache be-
stimmmg zeigt, sondern als einfache b e tiin n liu in den Unterschieden der Theile —
spccifische Schwere ist einfache bestimmun? die sich in der Vergleichung zweier Kör- $
per mit einander zeigt - aber diese einfache bestimrntheit muß an ihr selber den
Unterschied haben, eine bestirnmrlieit, die sich als materialisirt zeigen muß - das ist
die Cohasion —die Materie ist wesentlich dos Außerei »ander also ist die bestirnmrhnt
eine bestimmte Weise der beziehung der Vielfachen Materiellen au f einander - und
das ist die Cohasion. die Cohasion in ihrer Totalität (was wir bei der Gestalt haben 10
werden) ist der Magnetismus, von Schelling active Cohasion genannt - Magnetis­
mus ist eine Form/./ Ein Eisenstab - ist er magnetisch da ist sein Außcrcinandrr auf
einander bezogen und zwar auf eine eigentümliche Weise, Polarität, Indiffcrenz-
punkr —
zunächst haben wir die bedingte Cohasion, die noch nicht zu ihrer Totalität ge- u
kommen ist, Cohasion in ihrer paraculahtät |
1+i$ 295 § 295. die materiellen Theile sind specifisch schwer dos ist eine einfache bestimmt-
hat, die gleichförmig als eine bestimrntheit durch alle durchgeht, noch keine Unter­
schiede in Ansehung derselben zeigt - die form aber in der sie sich explicirt ist die
Cohasion — m Ansehung der Art und Weise wie die materiellen Dinge nach ihr 20

bestehn, d. h. noch ihrem räumlichen Daseyn sich verhalten dos räumliche Vethältniß
specificiren - figurircn - so ist die Cohasion eben diese materielle Figuration, das
geometrische Verhalten der materiellen Theile, noch nicht die Paracularisation als
Facta etc - was pardcularisirt wild ist also dos räumliche Verhalten — »die specjfi-
sche Weise des Zusammenhalts kommt nur gegen gleichfalls verschiedene Massen zur 2s
Erscheinung zeigt sich also in der verschiedenen Weise des Zusammenhalts« —nämlich
wir sind hier in der noch bedingten Pardcularisadon, noch nicht in der totalen Par-
ticularisation, dos ist die Gestalt —es ist dos erste Aufziehen der Meisterschaft der
Form in dem Matriellen, und als solches noch bedingt, noch nicht ein Ganzes in
sich Geschlossenes - , als bedingtes kommt es zum Erscheinen nur im Verhähmß zu »
einem Anderen in der Einwirkung der Körper au f einander - in der Gewalt, die die
Körper auf einander ausüben - beim Falle Eigentümlichkeit in Rücksicht auf die
Richtung gegen den Mittelpunkt - noch bedingt —ebenso hier -
$ 296 § 296 Verschiedene Formen der Cohasion. - Es ist also ein andrer Zusammenhang
als der der Schwere, der unbestimmte Zusammenhang, das Cohäsionslose — (worin 3$
wir zuerst die Gestalt des Gestaltlosen bei der Gestalt haben die Körperlichkeit) hier

17 295.) H k : 295. *- « 28 Aufziehen] H k : auf Ziehen


PHYSIK 1095

ist sie das Cohasionslose | dem die Cohasion nur m beziehung auf einen andern 244
zukommt, dos ist die C o h a sio n im Wasser zb. Cohasion zwei glatter Scheiben
Zusammenhängen der Materie mit einer andern; das ist nun eine andre Richtung
der Materie als die nach der Schwere - Ringe des Wassers in den Haarröhrchen ge-
5 hört auch zur Adhäsion, da ist der Zusammenhalt des räumlichen Verhältnisses durch
etwas andres bestimm! als durch die Schwere (die Idealität der Matene die Schwere ist
das eiste nur Gesuchte), die eigentüm liche Cohasion der Materie unter sich ist die
Stärke des Zusammenhalts der Materie unter sich gegen Gewicht Anwendung —Ex­
perimente darüber das ist die bloß quanotadve Cohasion —das weitere ist die quab-
to tadve Cohasion —das ist eine spccifische Weise, Eigentümlichkeit, die sich auch im
Druck 1m Stoß, bei äußerer Gewalt mamfesart — also zeigt sich erst im Verha/lmjJ
zu äußrer Gewalt - der Krystall zeigt Gestaltung: manifestwt sich an sich, nach
Außen ist diese Geometrie Determination der materiellen Räumlichkeit - hier­
her gehört das, daß sich mamfesürt die i n n e t t mechanisirnde Geometrie daß sie
is manifesdrt die Verschiedenen Formen, die sie produciit hat —diese Eigentümlichkeit
besteht dann dann, daß eine bestimmte Raumform sich bestimmt in diesem Zusam­
menhalt —Punktualität, Linie Fläche oder Ebene. Wenn dem Körper Gewalt an­
g e ta n wird, daß er da zeigt Punktualität, eine räum lite bestimmung seiner Theile,
so daß dis e ig en ü it keinen Zusammenhang zeigt, daß der Zusammenhang nur ein
20 oberflächlicher ist, so ist das S p rö d ig k e it, z.b. Glastropfen die man durch Abbre-
t e n der Spitze in Staub verwandelt, da ist die Matene, als ein sich punktualisim | so 245,*
wird dos vorher durchsichtige Glas undurchsichtig - das ist das Pulver - betrachtet
man das durchsichtige durch das Vergrößrungsglas, so bemerkt man durchaus kei­
ne Trübung, der Zusammenhalt ist ganz homogen und doch ist ansich dieses so ho-
as mogene punctueU bestimmt; der Zusammenhalt also bei solchem spröden Glase ist
doch nur ein oberflächliches, das nur der Existenz als solcher gehört wo aber die innre
Form bestimming der Punctualität ist.
die 2te Form ist L in e a r itä t und näher Zähigkeit.
z b die Metalle lassen sich in lange Linien ausdehnen sind zähe, und sind fähig die
30 Gestalt der Linie zu erhalten; aus Zink kann man keinen Drnth machen da ist also
die innre Formation die Natur der Linie, und doch liegen innerlich neben einander
die matriellen Theile ganz homogen — das ist ebenso wie die Flächenhafogkeit,
wie Gold, das sich sehr in die breite dehnen läßt - auch wenn es noch so dünn
gemacht wird —das ist diese qualitative Cohasion -

3J 1 Cohiuondosc] Hk: Chisins lse 7 cigcnthumlichc] Hk: cignttlih 32 Flichcnhifagkeu] Hk:


Fbhcnhalngkit
1096 NACHSCHRIFT IIUECK ' 1 8 2 8

den 2-istffi july D ir Specificadon der Cohasion zeigt die Eigmthiinilidikrit des Insichsryn in der
Gewalt die der Körper von einem andern erleid et---- Darstellung eines eigen-
AüinliAen Verhaltens - die Formen desselben sind bemerkt
das 3tezu diesen Formen die wir in der Cohasion gesetzt haben - die E la s tic i-
{ 297 ta t § 297 eine der Körperlidikriten Specificationen gegen einander - der Körper s
im Vcrhdltniß zu Andern nur im Andern setzbar aber nur mechanisch mit ßchaltung
ihrer Selbstständigkeit überhaupt - und dis ist specifisA — ein particuläres In sich
seyn - das specifische gehört zur Schwere überhaupt; zum mechanischen bestimm/-
seyn gehört daß das Widerstand leisten particularisirt ist - diese Specificadon ist
246)t Erhalten der Eigentümlichkeit - die Eigentümlichkeit zeigen - | dieses Erhalten 10
ist zugleit auch ein Verändern Seyn für Andres — Gewalt gesetzt an Andres, be­
haupten der eignen Form aber auch ein Verändern derselben; diese Verändrung ist
an dem Körper selber hier ist der Körper particularisirt, also ist's Verändrung an sei­
ner Particularisadon überhaupt - ein Verändern nicht nur unbestimmt durch einen
andern, sondern ein Verändertwcrden des Körpers an ihm selber - Stoßen Schlagen is
ist zn n ätst etwas ganz Acußerlites, aber der Körper erhält sich, das ist seine Eigen-
Aümli Akeit; das Zeigen seiner E ig m tü m litk e it ist auch seine Veränderung und es
ist eine Verändrung des Körpers an ihm selber, es zeigt sich die Eigentümlichkeit
nur in sofern er verändert wird - das ist, seine Verändrung ist in ihm und dieses ist,
daß der Körper gegen sich selbst Gewalt ausübt; der K örper hat vielfache Theile, ist 20
ein Vielfaches an ihm selbst; die Verändrung geht also an ihm selber vor - ist also
eine Gewalt seinerTheile gegen einander (§ 297) also ist der K örper auch cohärent
an ihm selbst ist an ihm selbst eine außereinander seynde Materialität — und diese
Theile üben Gewalt gegen einander aus (Ganzes ist abstrac/ bestimm/ n o t formlos.)
das Ganze leidet Gewalt das sind die Theile, also die Theile üben Gewalt gegen 25
einander aus, aber sie eAalten sich auch in dieser Gewalt - stellen sich wieder her,
h t e n diese Negation wieder auf. das ist das N atg eb en der Theile in sich selbst, das
ist ein innres Nachgeben und innres Wiederherstellen gegen diese Negation, das ist
Elasticität überhaupt. - Ein Drüken Stoßen der Theile in ihm selber d .h . dieThei/e
leiden von einander Gewalt, aber stellen sich aus ihrer Negation auch wieder her. das 30
was Gewalt leidet ist nicht das GewiAt, die Schwere als so ltes, das bleibt das allge-
247,a meine primitive Verhalten des Körpers aber die Schwere ist particularisirt | specificirt,
sie verhalten sich nach dieser Pamcularität zu einander; also Ae specifische Schwere
wird verändert und es bleibt das GewiAt das m aA t die Selbstständigkeit derselben
gegen einander aus, maAt das aus, wonach sie keine Gewalt gegen einander haben m
und daß sie specificirt sind, das ist ihr speci/üc/iec Verhalten überhaupt, indem das
aber verändert wird, so wird nur der Raum verändert - wird in einen andern Raum

28 W»cderhcntellen| Hk Wiwferher stelln


PHYSIK 1097

gebracht - diese Raumvcrminderung geschieht in ihm, und die Veränderung ist dis:
daß ein materieller Punkt und der andre materielle Punkt neben ihm, die beide vor­
her 2 O rte einnehmen jetzt einen O rt einnehmen - die beiden Räume werden auf
einen reducirt, ihr specifiscltes Gewicht wird vermehrt - aber ebenso stellt sich diese
5 Negation des bestehns der materiellen Theile auch wieder her - das Gewicht bleibt,
aber das abstraefe bestehn des räumlichen Verhältnisses wird verändert — § 298.
§ 298 die Idealität wird so an ihm gesetzt — der Für sich seynde Einheitspunkt f 298
komm t hier zur Existenz - daß dis Matrielle hier einen Einheitspunkt erhält —daß
2 oder mehr matrielle Punkte nur ein bestehn, einen O rt haben — Was aber ein
io bedingtes und Vorübergehndes ist, so daß sie ihre Räumlichkeit wieder heistellen —
die billardkugel indem sie fallt nimmt nicht mehr den Raum ein, den sie vorher
ein nahm, sondern einen kleinern, wird eingedrükt - stellt sich aber gleich wieder
her und diese Wiedcrheistellungs-macht bewirkt das Außpringen - siehe die Er-
lautrung in d e r A n m . die Elasticifdi stellt man so vor denn es ist ausgemacht, daß
is der elastische Körper, wenn er gedrückt wird, einen kleinern Raum einnimmt —
Versuch mit einer mit Stoff bezognen Platte; f die Erklärung wird wieder von den 248*
Poren hergenommen - die Poren schluken das Eingedruckte ein, und geben es wie­
der heraus, die Poren sind das Negative neben der Materie, nicht in der Materie
selbst. In der EIastici/a7 wird die specifische Schwere verändert —das Gewicht bleibt,
20 aber der Raum wird verkleinert — d. h. die specifische Schwere wird geändert -
ein andrer Körper übt Gewalt auf diesen Körper aus, hebt momentan sein bestdien
auf, das Gewicht kann er mcht ändern, sondern nur das Specifische desselben, die
Poren sind etwas erdichtetes sind wider alle Erfahrung - die Materie kann man
nicht frtr etwas Absolutes nehmen —die bestimmung ist etwas Veränderliches/. / Es
25 ist damit die Durchdringhchkrit der Materie gesetzt - Materie ist im Allgemeinen un­
durchdringlich in der Sphäre des Mechanismus nach ihrer Schwere, aber dann geht
die Specificadon der Schwere an das Insichseyn des Außeisichseyns, das Insichseyn
ist das Herrschende gegen das Außereinander seyn, ist nicht das Absolute, also bringt
das In sich seyn das zur Erscheinung was durchdringlichkfit der Materie genannt
30 werden kann. Es ist nichts ab dieses, daß die Materie einen kleinem und großem
Raum einnehmen kann, ohne Poren —Man muß sich vorste//en können, daß das
Matrielc Außereinander nicht ein Absolutes, sondern ein Veränderliches ist daß das
Außereinander nach seinem bestehn so oder so gesetzt werden kann, ab ein größres
oder kleinres Quantum. Was der Durchdnnglichkeif widersteht ist das bild des Ver-
35 Standes von der Absolutheit des Außereinander der materie//en Theile - die Poren
sind die Erfindung eines Respects vor der Materie

5 her] Hk' hervr 16 StofFanstelle eines unleserlulieii H'ortes in Hk


1098 N A C H SC H R IFT IIU B CK * 1 8 2 8

249,t A n r a . cLn ist h ie r dasselbe was w ir in der bew egung gesehn ho b en | doß die
Z e it sich räum lich setzt u n d der R a u m sich zeitlich setzt; 2 R au m -P u n k te werden
in e in e n gesetzt — d er K ö rp e r ist n ic h t an diesem P unkte, d e n n w e n n e r an diesem
P u n k te ist, so ru h t er, sondern in d e m e r in diesem P u n k te , O r te ist, ist e r zugleich
n ic h t an dem selben, sondern an e in em a n d e rn in dem selb en Z e it M o m e n t - so s
zeig t die bew egung ü b erh au p t die Zeitlichkeit d er R äum lichkeit — dieses ist h ier im
M ateriellen vorhanden, daß die im M ateriellen a u ß e r ein an d e r seynden P unkte als
e in P unkt, als ein bestehn gesetzt w eid en , sie sind a u ß e r einander, aber dos W ah­
re ist ihre Zeitlichkeit, die da z u r Erscheinung k o m m t, u n d so k o m m t h ie r ebenso
dos A u fg eh o b en weiden des A ußereinander seyn d er m atriellen P u n k te h ie r in der n>
E b sn c itä t z u r E rscheinung - V eränderung der spccifiu/icn Schw ere, o h n e äußres
H inzukom m endes — diese speculam v bestinunnng g e h t ü b e r d e n h o n z o n t der phy-
sika/isc/ien K ategorie hinaus, die die A bsolutheit des A ußereinander d er n u terteilen
T h e ile setzt —dos ist aber n ic h t der begriff—
$ 299 § 2 9 9 . K l a n g , e in e noch schwerere bestimmung. der U ebergaug ist dieser —. der is
Klang ist die fortgesetzte A bwechslung dieser best immungeti das O scilliren der M o­
m ente der E b sn c itä t die sich fortseczende E b sn c itä t — e in elastisc/ier K ö rp e r stellt
sich w ieder h e r aber d ie W iederholung gesehieht n u r a u f ä u ß re W eise, aber die
Elostirifdf ist ein Innerliches, und insofern dis sich Fortsetzen ein Innerliches ist, ist's
dis E rzittern des K ö rp ers in sich dos als Klang erscheint —, d aß es sich aber innerlich 20
fortsetzt —, d iß ist — etw as A bstracto |
250,* das N egiren w ird ebenso n e g irt als dos W iederherstellen — betrachten w ir das
W iederherstellen so ist das nichts andres, als daß der P u n k t, der sich w iederhm tellt,
nicht in L eere sich w iederherstellt, nicht einen Forus h a t, aus d e m e r w ie d e r heraus
tr itt —sondern e r h o t einen andern materiellen T h e il neben sich, stö ß t d e n nicht bloß, 25
sondern e r ist geschlossen, der elastisdie K ö rp er, in d e m ein T h e il sich wiederherstellt
k an n e r d e n andern nicht von seiner Stelle treib en — e r ist ein com pactes Gan­
zes —je tz t stellt e r sich so w ieder her, daß er mit seinem nebenliegenden T h eile eins
w ied er ausm acht - (W iederheistdien, w ie in der Zeit.) E in en P u n k t mit dem andern
ausm acht —, sich identisch setzt mit ein em andern T h e il m it dem P b tz eines an- 30
d e m . —die W iederherstellung also innerhalb des K örpers h at näh er diese bestimung,
daß es u n m ittelb ar ebenso zugleich n u r eine Negation ist — alle diese Unteischirde
die dem begriff nach in ein ander übergehn erscheinen zu m T h e il an demselben O ft
vom K ö rp e r —aber die K ö rp e r sind unterschieden u n d ihre unterschiedenen Q uanten
machen dis aus, d aß eine Stufe ihrer bestimmrheit an diesem K ö rp e r z u r Erscheinung »
k o m m t u n d eine andre A rt der Bestimmtheit an einem a n d e rn , dis O scillirn, Set­
zen an einem P b tz und w ieder hersteilen ist wieder eine N egation, dis unm ittelbare

5 anJ Hk am
PHYSIK 1099

Ab wechseln, dis Erzittern des Körpers in ihm selbst was d a frei werden, dis in die
Existenz treten dieser Idealität im Marnellen, dos Daseyn dieser Idealität ist - das ist
der
K lang— |
s § 299. fgg. die sich fortsetzerrde - Elasticität ist die Idealität des Außereinander 251«
bestehns der materiellen Theile - dos was damit also gesetzt ist zur Existenz kommt, f f 299.300
ist die Innerlichkeit, Wesen Form, die einfache sich auf sich beziehnde bestimmrheit
(die w ir zuerst als speci/üc/ie Schwere hatten) diese einfache bestimmrheit als Proceß,
d.h als Idealität —als Negation mcht als abstroc/e Einfachheit des besummers, sondern
io Einfachheit die entsteht durch negim des materiellen bestehns und dos W iederne-
gim dieser Negation das W ieder hcrstrllen, dieses ist's was hier als Proceß, als reelle
Idealität zur Existenz kommt —die hervortretende Innerlichkeit, Daseyn wesentlich
eines Innerlichen, es erscheint also und in sofern es erscheinend ist verschwindet es. es
kann nicht gefaßt, gepackt werden hat kein Gewicht, ist mcht sichtbar, sondern nur
is die Aeußerlichkeit als solche, aber eine Aeußeriichkeit, die keine A rt der bishengen
Aeußerlidikeit gewesen ist, also eine Innerlichkeit die nur verschwindendes ist. —dos
Erzittern, die momentane Negation —die Negation der Negation sind in einander
gebunden eines erweckt dos andre, es ist ein Oscülirn des bestehns, der speci/üchen
Schwere und der Cohäsion und ein Negiren derselben dos Uebergehn dieser be-
20 Stimmungen —dieses ist die einfache Form als existirnd und kommt als mechanische
Seelcnhaftigkeit zur Erscheinung - Ein Daseyn dos sich unmittelbar ankündigt als
Daseyn nur von Innerlichkeit, die matrielle Zeit, mechanische Zeit, die dann zum
Vorschein kommt. Hören wir einen Klang so werden w ir an ctuas Innerliches see-
lenhoftes erinnert —der Klang ist noch kerne Stimme, w o selbst eine Innerlichkeit |
25 vorhanden ist, das geistig sich bewußte, welches seine innre Affeeuon Scherz Freude 252«
zum daseyn bringt, nicht durch Handlung sondern zum unmittelbaren Daseyn, so
daß dieses die geistige Stufe des Daseyns ist, so wenig als eigentliche Körperlichkeit
damit verbunden ist, dos unmittelbare also auch ein Verschwinden ist, ein zeitli­
ches Daseyn Sprechen, so wie gesprochen ist, so ist’s verschwunden/./ W enn es noch
jo nachhallt, so ist das nur ein neues Hervorbringen dieses Tons in andern materiellen
Theilen, für sich ist dieser Ton nur da und eben so ein unmittelbar Verschwin­
dendes; die Stimme nur suggerirt ein für sich bestehndes Innres und bestehndes als
empfindend bewußt, sich von diesem seinem Daseyn unterscheidend —ein Daseyn dos
sich ankündigt als Daseyn nur einer Inerkchkeit. der Klang ist nur Daseyn der Inner-
35 lichkeit ohne Innerlichkeit, ohne daß dis Innre für sich fest bleibt, für sich exisnrt;
der Klang ist so der erste Thrium ph der Form des Inn sich seyns über das Materielle,

10 die] H k. ds 18 gebunden] H k gfuden 27 geistige] H k geigst


1100 NACHSCHRIFT HUECK * 1 8 2 8

b efteiung des In sich seyns von der M aterie aber n o c h »rieht d<jß das Ideele reell
M eister w ird ü b e r das, dessen Meister es ist
Es ist ein schwerer begriff, schwer zu fossen. d<iß es dos E rzittern ist hoben wir
gesehen — dis O scilliren fortsetzende E rzittern — es v ergeht - kehrt zurück in die
R u h e — nach der C ohäsion des K örpers, w en n nicht sonst e in e förm liche Auflo- 5
253^ sung der Körperlichkeit selbst gesetzt w ird ; d u rch diese Idealität | realtsirt sich diese
Idealität an dem w oraus es entsteht so w ird die Cohäsion reell verändert, idcalisirt -
Wos die Erfahrung betrifft, so weiß m an dnß dis dos E rzittern ist, Elasticität ist,
dos wos klingen soll, dos m uß einstisch seyri, un d m u ß in sich dis Erzittern fortsetzen
können, es m u ß von sich selbst zum Erzittern kom m en. 10
Z w eierlei A rt von Klängen — R einheit u n d U nreinheit des Klanges hängt da­
m it zusammen o b n u r die Oberfläche zum Erzittern k om m t o d e r o b d er Körper
ho m o g en erzittert wird in sich — o b eine äußre H e m m u n g fo r dieses reine Er­
zittern in sich selbst vorhanden ist. dos ist der Unterschied zw ischen Sdiall oder
Geräusch, Schlag ist n u r etwas Acußerlirhcs, n u r die T h eile der Oberfläche kommen 15
in diese U n ru h e Erzittern, V eränderung —dis W asser ist cohäsionslos o h n e Klang -
es rauscht, dos ist die bloß äußerliche R eib u n g seiner T h eile, kein E rzittern - dos
d u rch die cohärente Masse hindurchgeht sondern n u r d e r äußerlichen T h eile gegen
einander, hingegen dos Glas ist spröde innerlich, dos k lingt, h o t diese C ontinuitat
H o m o g en eität in sich seiner Existenz nach w eil es an sich schwer punktuell be- 20
stim m t ist - diese C o n ü n u ität also macht sich a u f eine einfache gleichförmige Werse
in dem selben, so im M etalle, dos M etall ist dos H o m o g e n e in sich, U nreinheit des
Klanges durch die H em m u n g hervorgebracht — z b. u n rein e Stim m e, w o die Rei­
b u n g auch h örbar wird - der Muskel, die Luftsäule nicht gleichförmig dis Erzittern
254h» haben | fM itdieilbarkeit des Klange? ist so was w underbares ist e in e Fortpflanzung, a
e r th cilt sich besser durch feste K örper mit als durch die Luft) B io t’s Versuch in Paris
in langen R öhrenleitungen, klopft m an an die R ö h re so h ö rt m an a m andern Ende
2 KZange einen d u rch die Luftsäule, den andern d u rch die R ö h re selbst fortgeleitct,
und diesen 10 m al schneller - so h ö rt m an K anonaden noch 10 M eilen w eit wenn
m an durch die Luft auch nichts m ehr vern im m t, in d em m an dos O h r an die Erde jo

legt; dos T h u n der V orposten R ä u b e r u dgl - die Luft ist ganz h o m o g en - die Erde
aber ist in sich so was cohärentes, höchst m anm chfaltig in ih ren Schichtungen ver­
schieden nach Cohäsion spccifischer Schw ere etc. u n d doch verbreitet sich der Klang
zieh t gleichsam geistermäßig durch die verschiedenen Materien einfach hindurch, infi-
cirt dos alles a u f eine gleichförmige Weise; es ist d iß so ausgedrtfekt, daß die Idealität is
frei hindurch zieh t durch die verschiedenartigen K ö rp e r — der sie n u r in Anspruch
n im m t die abstrocte Idealität ohne die bestimmung ihrer w eitren F orm irung zu be-
ruksichtigen —
PHYSIK 1101

W ie der Klang also dis Insichseyn, dis Ideelle, diese zur Einfachheit redurirte
Materialität ist, dis zur Einfachheit reducirte ln sich seyn geht auf eben so einfache
Weise hindurch schlägt so an - dos Erzittern geht so ganz abstracf hindurch ohne
aufgehalten modificirt zu werden durch die Eigentümlichkeit der Materie. — dos
s ganz abstracfe Vnhdltniß das ist’s worauf nun aufmerksam seyn muß. dis Idcalisim
ist nur dos Mitdieilen erzittern machen, aber auf diese bestimmte Weise, die vor­
handen ist - dos ist eigentümlich und behält seine Eigentümlichkeit | durch die 255„
verschiedene A rt der Materie hindurch, behandelt sie gleichsam so ganz abstrahlrt von
ihrer besonderheit.
io A n m das Qualitative des Klangs hängt von der sonstigen specificirten Cohä-
sionsweise des klingenden Körpers ab denn der Klang kömmt her, ist dis Erzit­
tern ldealisim negativ setzen des materiell zusammen hängenden —dieses Matrielle
Cohärrnte hat seine eigentümliche Cohäsion; indem es ein Idealisircn des eigen­
tü m lich bestimmten Cohärenten ist, so geht diese bestimmten auch in die Idealität
is hinein, diese Idealität ist auch so bestimmt, enthält die einfache Weise dessen, des­
sen ldealisim sie ist - das Erzittern hat diese Cohäsionswcise zum Inhalte und zur
bestimmten, die Negation dieser bestimmurig e n tö lt sie auf einfache Weise selbst,
hiermit ist dos Erzittern durch dos Mittel selbst specificirt, so haben die Instrumente
einen verschiedenen Klang —verst/eden nach den Metallen als Saiten —als Luftsäule
20 etc - diese indem sie beschränkt ist durch Röhre, L ö te r etc; danach ist ihr Klang
verschieden also auf eigentümliche Weise specificirt nach der speci/bc/ten N atur des
Körpers der klingt, der Physiker R itter in München (f) hot die Zeit in allen E rstei­
nungen beobachtet dos Periodiste aufgesutt, so auch im Klange; er hot am Kopf
eine Scala gemacht —wenn man an der Stirn anschlägt, so klingt es anders als am os
25 temporale —und hot eine Scala aus dieser Specification des Klangs g em o tt —zuwei­
len klingt es hohl - |
§ 301. dis Erzittern e rs t eint als S tw ingen eine Saite s tw in g t - sie bewegt sich. 256,*, § 301
stw ingen heißt, daß die Theile der Saite ihr räumliches Verhältniß zu andern Kör­
pern verändern, sie bestimmt sich indem sie einen bogen m a t t, an einem andern
w O rte, als in dem sie ruht, dos ist also eine Orts Verändrung —damit ist verbunden,
daß in dem S tw ingen auch dis Erzittern vorhanden ist; dos S tw ingen ist ein ab­
wechselnder Uebcrgang aus der graden Linie in den bogen - bei diesem S tw ingen
(der bogen ist auch eine Saite, die durch die grade Linie hindurch nach der andern
Seite) gchts so, daß an der Saite selber die eine Seite außen und die andre Seite die
ss innre des bogens war, und d o t ist das ebenso lang ab dos innerlite, dos äußerliche
länger als dos innerliche dos stlä g t dann um, so daß das kürzre das längre wird —
da? innerlite wird dos äußerliche und so umgekehrt - da ist dis vorhanden daß die

13 seine] H k: ihre 16 sie] H k: es 29 verändern] Hk verädrt 30 in dem) H k : indem


1102 NACHSCHRIFT HUECK * 1 8 2 8

spezifische Schw ere und die C ohäsion vom diesen verseiliedenen Saiten verschieden
sind, (dus ist ein bogen) - die innre Seite der Saite ist kürzer also nehMien dieTheile
lu c h dieser Seite einen kleinern K aum ein , d . h. sie sind specifisch sehwerer, als wenn
die Saite nach der andern Seite h in ü b er geh t; die äu ß re Seite ist specifisch leichter -
die innre Seite der Saite ist kürzer, da ist also größre spezifische S chw ere wahrrnd auf s
der äußern Seite die specifisclie Schw ere verm indert w ird, dm w echselt also immer
ab — dm ist also dm unm ittelbare U ebergehn — dm Erzittern ist also ein hinein-
nehm en d erT h e ile in einander und w ieder ein Ausimsen, V erm ehm und Vermehm
257,* der spezifischen Schurre, dm zugleich | ein gleichzeitiges ist — diese Schwingung also
ist zunächst äußre O rtsverändrung, nicht in n m E rzittern aber mit dieser äußeren 10
O rtsveränderung ist zugleich Verändrung der C ohäsion u n d spezifischen Schwere
verbunden — § — »der K lang zuerst qualitativ verschieden von holz Saiten Glas e tc
dm hängt von der Materie ab ——verschiedenes tim bre.« aber außerdem ist von dersel­
ben A rt des Klingens ein w eitrer Unterschied, dieser ist q u antitativ — H ö h e u ndT ie-
fe; diese Verschiedenheit ist nicht qualitativ (geht n u r dahin herü b er) — H arm onie is
und disharm onie gehört hieher, beruht a u f quantitativen Verhältnissen a u f Zahlen-
verh altnissen einfacherem entfernterem oder verw ickeltcrem Zusammenstimmen, bei
dem können w ir es irn Allgemeinen lassen; Klang ist ein Einfaches, darin ist eine Ver­
schiedenheit Verschiedenheit der Intensität — diese Intensive Verschiedenheit ist auch
als verschiedene Extension verschieden — (so w ie W ä rm e fü r ihre E m p fin d u n g eine »
)
einfache besummnng ist, aber n u r stärker oder sditrächer —sie ist als Extension vorhan­
den die Q uecksilbersäule ist länger) so ist h ier die Extension e in h öhrer Grad, aber
die höhre Intensität existirt als größere Extension, u n d in sofern k an n sie gemessen
genau bestimm/ werden
Pythagoras w ird zuerst darauf aufmerksam, daß die unterschiednrn T ö n e durch 3 2$
U m stände bestimm/ werden durch die D icke durch die Länge u n d durch die Stärke
der Spannung der Saite — dis kann m an messen. Nach diesen U m standen sind die
T ö n e hoher oder T iefer —. |
258^ die Unterschiede des Klang* unabgesehn der spezifischen Verschiedenheit nach der
dm 2 nsim july N a tu r des M aterials ist ein Quantitatives, ein andres k an n nicht S tatt finden es 10
ist diese gleichförmige Verschiedenheit, dis Q uantitative läßt sich messen an dem
R ealen, an w elchem diese Identität gesetzt ist — dis O scilliren, bestimm/hrit seiner
C ohäsion bestimm/heit der T heile und Verändrung in A n seh u n g der spezifischen
Schwere, diese Identität ist n u r als in sich gleichförmige Identität, inerhalb der M a­
terie ist sie n u r quantitativer Unterschiede fähig unterschieden nach der bedingung x
des Klingenden nach der D ickung, Spannung, Weise, w ie die C ohäsion gesetzt ist.

1.1
8 Vermehm und Vermehm) so Hk, inrlladil zu lesen:Vermehren und Vermindern 10 äußeren] Hk:
jl außen 22 Quecksilbersäule] Hk: Quecluilb säule
PHYSIK 1103

mit welcher Stärke - Länge der Saite - so reducirt sich der Unterschied der T öne
a u f Zahlenverhd/fniise, zunächst sträubt man sich dagegen, daß diese harmonischen
T öne, diese ausdrucksvollen au f dosTrokne der Zahlenverhäitniße sollen zi/rirckge-
fuhrt werden können — aber cs beruht darauf der Sinn, dieser G eometer ist sich
j der Zahlen und der Zahlenverhältnisse nicht bewußt, aber dos ist dos objeedve, die
äußre bestirnrn/heit, aber die Unterschiedenheit der Empfindung beruht darauf —das
ist sehr häufig, daß das was so exisdrt nach diesen Verha/fnissen in der Empfindung
nicht so aussieht; aber es ist auch nicht dos Empfinden der T öne als solches, sondern
nur die bestinnnfheiten, die Unterschiede darin. Eine der Länge nach verschiedene Sai-
10 te oscillirt, und die Anzahl der Schwingungen in einem Zeitmomeni und ihr Vcrhält-
rtiß macht die Verschiedenheit der T öne aus. Eine um die Hälfte kürzere Saite macht
die doppelte Anzahl Schwingungen und gibt so die höhere Octave zu diesem Tone,
2
ist das Verhältrtiß j , so gibt das die Q uinte - dis ist au f bestimmte Weise empirisch
dargestcllt. M an sieht die Schwirigiurg kann sich auch au f Flächen sichtbar | machen: 2S9Ä
is Chladni’s Klangfiguren verschieden nach dem O rte, wo man hält und dem , w o man
streicht an der mit Sand bestreuten Glasplatte; es bilden sich Linien die ruhen, auf
welche der Sand hingeschoben wird - daher die Figuren. Prof. Purkinje in breslau
hot dies noch schöner gezeigt, indem er eine dünne Schicht Wasser au f die Glas­
scheibe goß, wo sich dann die ganze Wasserfläche m kleine (Lauten abthcilte, und
20 schwingend sich in dieser Form verhielt.
A n m . M ittheilung des Klangs. Wird z b. eine Saite ausgespannt, diese in 3T hcile
eingetheilt — 3 festgemacht, und dieser Theil bestreicht, so schwingt dis ein D rit-
theil, dagegen die beiden andern Dnttheile nicht als eine Saite schwangen, sondern
sich auch theilen in 2 Theile, so daß derTheilungspunkt ruht, das läßt sich leicht
25 zeigen, indem man einen leichten K örper auf diese Stelle auflegt - Es theilt sich
also diese Eintheilung nach dem übngen Theil der Saite mit —
U m Orgelpfeifen zu ersparen: Wenn man eine oder mehrere Saiten anschlägt —
mehrere T öne in einem gewissen Verhaltruß anschlägt — so hört man die 2 Töne
die dieser Saite zugehörn, aber man hört nicht 2 Töne, sondern einen 3 " Ton, den
10 man nicht directe angeschlagen hat. schon beim Anschlägen einer Saite neben einer
tiefen baßsaite, einer langen Luftsäule, ein langes horn - werden auch andre T öne
hörbar, als die unmittelbar angeschlagnen; auch dis beruht au f geometrischen, auf
Zahlenverhältnissen und zwar so: z.b. es wird c angeschlagen und g — (c macht 2
Schwingungen während g 3 Schwingungen macht —bei der Octave | ists doppelt) 260Ä
ss wrährrod dos eine in Schwingung ist, dauert die erste Schwingung noch fort — aber
fallt zusammen mit der aufhörnden Schwingung der andern, dos macht dos Verhälnuß
der Octav zum G rundton aus; wenn nun c und g angeschlagen werden so geschieht,

12 Schwingungen) in Hk über d a Zeile' ^


. ■

1104 NACHSCHRIFT HUECK * 1 8 2 8

diiß, w enn g eine Sdiwiniji/iy» vollbracht hat, so ist der Ton c noch nich t aus, sondern
der Ton g macht eine 2“ S d iw ü ^ » |; und während die 2" Schw ingung von g noch
nicht ausgeht geht die erste Schwingung von c aus, u n d beginnt die 2U von c während
die 2“ Schwingung von g fortdauert —und w enn die 3" von g c in tritt dauert die 2U
von c noch fort — s
w enn nun die 3 Schwingungen von G vorbei sind und die 2 Schwingungen von
c dann ist d er neue Anfang, die neue bildung des Tones gemeinschaftlich, die 2U
Schwingung von c und die 3" von g sind zu gleicher Zeit aus und ih r beginn fallt zu­
I sammen; was also geschieht ist ein abwechselndes Zusnrnrnenfallm von T ö n en nach 2
Schwingungen von c. dieses Zusammen fallen ist doppelt langsamer (halb so schnell, 10
als das Sdvwingen von c selbst); nach einer 2 maligen Schwingung von c tritt dis
Zusammen fallen ein, das aber ist das Verhälniiß der octave zum G rundton —wenn
m an also so die quinte anschlagt und c zugleich, so hört m an auch das untere c, die
tiefre Octave, man höit auch eine Coincidenz die e in tm t, nachdem c 2 mal seine
Schwingung gemacht — das untere c wird dabei nich t angeschlagen —sondern nur is
das obre c und die Q u inte —
dis macht die G rundlage im bau der O rgel aus denn schlagt m an jen e beiden an,
2 6 1 ,* so braucht man kein untres c, dieses tritt nicht selbst hervor, | das G ehör ist der
Geometer der das Zusammenfällen dieser ZM enveihältnisse m erk t —
Das ist der Klang überhairpt 20
$ 302 § 302. Uebergang zu r W ärm e - ist in der N atu r aber auch vorhanden; z b beim
Glockengeläute ist Erzittern, nun ist allgemein bekannt, daß w en n die Glocken lang
geläutet werden, so erhitzen sie sich, bis sie springen oder schmelzen — ebenso beim
Schneiden kaltes Eisens - so tritt also eine Veränderung der C ohäsion und zugleich
auch der sp ec ißschm Schwere ein — 2s
es ist das ln Eins gesetzt werden von Thcilen, die zunächst als Verschiedene exi-
stiren; das ist die Identität, abstracto oder ideelle Identität - das In sich seyn, das
so hervortritt - Insichseyn als solches, das Seelenhafte, das so heraustritt - diese
Identität ist bestimmt in sich - aber zunächst bestehn diese K örper so, daß die Ver-
ändrung des specißselien Verhaltens sich w iederherstellt —der Wechsel ist die Nega- *>
tion überhaupt des spccifischcti bestehens —diese Identität mit der sich zunächst das
Negirtwerden der Matriellen Theile wiederherstellt ist ein Fortgesetztes a u f solches
das das specifisch auseinandergehaltene der T heile realiter außöst - das Seclrnhafte
geht in Macht über das Körperliche über —Idealität, die sich als M acht an dem Kör­
perlichen äußert - die Erschüttrung vergeht zunächst - wiederholt sich im Erzittern, js
I I

4 2”] Hk-1« 5 c| Hk g 25 ein-) H k-ein-»


PHYSIK 1105

im öftcrn Wiederholen wild die specißsche Weise des sich Äußern nonderhaltens
zerstört, und hieraus nun die W arme |
Dos schwierige Kapitel der W arme —schwierig, weil sie unter so vielfachen Be­ 262,.
dingungen hervortritt - W ir hoben die Wanne schon gehabt: dos Licht der Sonne,
s wenn es die Erde berührt —diese Manifestation, indem sie exisarnd wird an der
Erde bildet Warme. - dos Lic/if ist dis physikalische Ideelle,jetzt in beziehung au f dos
Materielle dessen Manifestation es wird, indem es zum Scheinen kommt da ent­
steht Wonne, diese Idealität am Materiellen gesetzt —der begrj/f bleibt derselbe, nur
ist die Form eine andere - beim Schlagen Schwingen ist die Idealität auf gonz andre
io Weise gesetzt daran gebracht, als im Lichte; blitz ist auch Licht und W irme, auch
Idealität, aber hier ist diese materielle Existenz die als ideelle gesetzt werde dos Wol-
kenhofte - , und dieses wird auf gonz andre Weise ideell gesetzt als durch Schlagen,
durch Licht - es ist eine Spannung der Elemente die sich zerstört —eine Spannung,
ein Gegensatz, der sich selbst vernichtet —dann kann die W ärm e als Feuer äußer-
is lieh an einen Körper gebracht werden, hier wird der Körper erwärmt, aber au f eine
gonz andre Weise
Wo eine chemische Operation Statt findet entsteht auch Erhitzung, wieder eme
andre Weise der Idealität - diese Vielfochen Bedingungen unter welchen W ärm e
entsteht, mocht die Honptschwierigkeit aus; dos Generalisiren gilt als Thrium ph in
10 der Physik, dis ist richtig, aber diese allgemeinen Bestimmungen muß man | parncu- 26 3 ,.
larisiren, und in der particulären Weise ihrer Genesis betrachten. Will man die all­
gemeine bedingung geben so bleibt man beim formellen/.7 Man kann einerseits der
Physik den Vorwurf machen, doß sie mcht dos Allgemeine sucht, andrerseits zu sehr
beim abstroclen Allgemeinen stehn bleibt, und mcht dos besondre sucht - die particu-
29 lären Sphären sind von einander verschieden —
hier hoben w ir irdische Wonne wie sie mechanischer Weise entsteht —die Genesis
der Wdrme in der mechanischen Sphäre - verschieden von der andern - die Bedin­
gung der verschiedenen Sphären sind gonz verschieden —
§ 3 0 3 . die Wonne erscheint in beziehung auf den Raum ausdehnend, als auflic- SW
M bend die Beschränkung welche durch Specificirung des Gleichgewichts des Einneh­ dm 29funjuly
mer« des Raums bestimmt ist - die Wörme diese Idealität des Materiellen oder diese
Ideo/itat selbst materialisirt, ist dos Negim dieser specifischen Bestimmung und diese
kann aufgefußt werden von der Seite der Räumlichkeit, in der eine schwere Materie
gesetzt ist - als Ausdehnung dos ist der Character der Wörme üBerhoupt -
» § 304 Indem die Wörme die Negodon der Eigentümlichkeit des Specifischen ist, so SW
ist die Wörme wesendich ein Zustund - der Zustund in seinem Daseyn nicht sich selbst
anzugehörn, sondern es liegt darin die Gemeinschuft mit anderen - und die Mitthcüung

8 derselbe] Hk ditclbe 30M29itmjuly m Hk untmir.


1106 NACHSCHRIFT IIUECK • 1 8 2 8

an sic. diese Miriheilbarknt der Wanne ist eine Haiiptbrstimmun? der Wärme oder cs ist
das was 1m eigendidim Sinn der Zustand, die Zustandliehkeit heißt —Zustand ist eine
Octcrmitutian die nicht im Körper selbst liegt, sondern äußerlich hrrkömmt, eine äu-
ßerbdie besümmbaikeit enthält Gemeinschaftlichkeit; die Temperatur ist znnäehst et­
was das der Körper nicht für sich hat sondern nur in Vahältniß zu den andern; er hat s
264,g es von dm andern und in so | fern es von ihm ausgeht theilt er es aridem mit, es ist das
Streben, sich in Gleiihgewicht zu setzen —nicht ein sich selbst determinirn, sondern
ein nach Außen detemunirndes und von Außen determinirtes. spccifische Schwere
Cohäsion sind wesentbdi spccifisclt und nicht spccifisc/i sondern im Vahältniß zu einem
Körper —Temperatur aber ist ein fortgehndes Oscillirn des qualitativen Seyns des Kör- 10
pers, ein Oscillirn seines Dascyns überhaupt —das Innre der Form, das Negadve gegen
das Materielle gleichgüldge Außersichseyn, ist in der Wanne selbst als ein äußerbrhes
vorhanden, das Innre ist damit als Aeußerliches —eine logische Kategorie. —das Innre
ist die Determination in beziehung auf die Schwere und diese ist hier äußerlidi, also
Mittheilbarkeit, sich in Gemeinschaft setzen ist die wesentliche batimmnng der Wanne, is
daß sie Zustand ist - »die Passivität beruht auf dem an sich vorhandenen Aufheben der
Cohäsion, die specißsche Schwor ist cm Unterbrechen des Allgemeinen in sich gleichen
materiellen Seyns; die Warme ist das Oscillirn der spccifischen Schwere der Cohäsion,
also kommt da das An sich, (n sich seynde der ursprüng/ic/ien Identität zum Daseyn
tritt hervor - und die specifische Schwere und Cohäsion, die nur eine Modificadon ist, 10
wird zu einem leichten Spiele der Mittheilung.« —
A nm . das was in sich incohärent ist Wolle z b. sind schlechte Wärmeleiter -
Holz u s. w. - oder was an sich incohärent ist, aber was gleich als cohärent existirt -
z b. Glas, das an sich spröde ist - sind schlechtere Wärme Leiter als Metalle, die diese
265,B materielle Continuitat auch in sich haben - sie haben wenig Cohäsion | aber diese is
Gediegenheit, Gleichhat in sich, die Wärme tritt deshalb am Metall mehr hervor,
weil sie das Nivellimde ist
Wärme als Materie behandelt —überhaupt ist es merkwürdig daß in der Physik
alles was unterschieden weiden kann als selbstständige Materie oder Kraft behandelt
wird - magnetische Materie Schall-Materie - das Feld der Materie aber ist die Schwe- »
re; Materie ist wesentlich schwer dis ist ihre Grundbestimmnng daß sie Widerstand
leistet, das Für sich scyn ist eine bestimmung derselben, die schon in der spccifischen
Schwere als Moment herabgesetzt wird - Im Klang haben w ir gesehn, daß die Ma­
terie Widerstand leistet aber auch keinen Widerstand leistet, 2 materielle Punkte
nehmen einen Raum ein — »
die Materie in sofern sie einen Raum einnimmt ist etwas absolutes, kann kei­
nen kleinern Raum cinnehmen —die beziehung daß die Materie Widerstand leistet

3 6 -1 1 0 7 ,2 d ir M a u m ... M a te rie -.] steht Anm. zum Tixl


PHYSIK 1107

hebt sich auf. 2 O rte des Raums werden als ein O rt gesetzt - also ist das Widerstand
leisten die schlechthin wesentliche bestimmung der Materie - . ln der Physik macht
man nun die Wärme zu einer besonder« Materie, sie ist wie alles Physikalische etuos
Aeußerhches und der Determination fähig, deshalb aber nicht Materie. - daß die
s Warme als etwas äußerlidi hinzukommendes erscheint, diese quantitativen bestim*
mutigen dienen dazu, daß man zu der Vorstellung von besondrer Materie kommt —es
sind bestimmungen, die dem Physikalischen überhaupt zukommen —aber das was
eigentlich ist auf materieller Seite zu bestimmen reicht nicht hin zu zeigen, daß sie
Materie sind. Rumfordsdie Versuche beim Kanonen bohm werden die Metallspäh-
10 ne glühend heiß, nun sagt man es werde bei dieser Erhitzung die W ärme Mate­
rie aus der Nachbarschaft versammelt, gehäuft - zusammengehalten - | das ist für 266^
sich hypothetisch, denn die nahe hegenden Körper werden nicht kalt; Rumford
umgab die Kanone mit Holz, damit von Außen keine Warme hinzukomme, den­
noch entstand die Hitze - das sind schlagende Versuche gegen die Vorstc/Znng von
is Wärme-Materie —Wenn größre Hitze erscheint, so legt man das so aus, daß mehr
Wärme-Materie hier sey - aber wenn nun hier die Wärme-Verbindung abgebrochen
ist, so wird die Wärme offenbar durch Reibung für sich hervorgebracht —auf diese
Gesichtspunkte kommt es also wesentlich an.
Wärme diese Idealität im Materiellen, weil sie die Idealität des Spedfischen ist, so
20 ist sie diese Gemeinsamkeit, auf welcher bestimmten,? die Mitdicilbarkeit überhaupt
beruht —das ist ein Zustand, eine Detcrminirbarkeit von Außen und nach Außen
§ 305. — »die Mittheilung der Wärme — hindurch« — diese Gemeinsamkeit des §305

Körperlichen - die Körper sind isolirt betrachtet, als specifisch bestimmt, der Klang
nun zieht da hindurch, nimmt keine Notiz von der eigenthümlichcn Qualität,
25 ebenso ist die Wärme ein schlechthin Mittheilbares, dis Isoliren der physifca/ur/ie»
Qualitäten zu besondrer Materie geht weiter, wenn die Unterschiede zu Kräften ge­
macht werden aber die Eigenschaften muß man betrachten als etwas das unterhalb
des Ideellen Allgemeinen steht. —die Mittheilung der Wärme enthält das abstraefe
Condnuum und das Hervorbnngen eines abstraden Gleichgewichtes —Ein Körper
so ist mehr erwärmt als der andre —in so fern dis Statt findet, geht diese Ungleichheit
sogleich zur Hervorbringung einer gleichen Temperatur über, aber da die Warme die
Verändrung der spccifischcn Schwere und Cohäsion ist, so enthält sie selbst diese
bestimmung deren Vermehrung sic ist, im Ideellen ist Erhaltung zugleich dasjenige
dessen Vernichtung sie ist — |
is sie enthält selbst diese bestimmuiig, ist an sie gebunden —das ist speci/isc/ie Wär- 267,.
me-Capacität. — sofern w ir aber von Gleichgewicht gesprochen haben, so ist doch

7 zukommen) H k : zukommt 22 »dir Mittheilung ... hindurch*] sietieA m n . 29 u n d in H k a u f


Anjangsklam m er gexhneben 34 Vernichtung] in H k linier der Z a le . Aufheben
1108 NACHSCHRIFT I1 UECK ’ 1 8 2 8

zuglruh d am it d rr Fall, daß es keine gleiche T em peratur gibt, sondern in jedem Kör­
p e r in sofern e r der W onne ausgesetzt ist, ist die W onne gleieh w ieder specificirt - die
Tem peratur setzt sich in Gleichgewicht als ein andrer K ö rp e r - aber dieser andre hot
eine andre Cohäsion und specißsche Srhwerr doher eine eigne T em peratur entsteht -
d ir Tem peratur w ird im Chcnüsc/ien specificirt. Diese Specificaaon in der Particula- s
rität der K ö rp er ist beobachtet und a u f nähre brstinimnn? red u cirt -
Etwas dieses Specificirn mit d er K ategone von S to ff verbunden veranlaßt die Vor-
stellnng von der latenten gebundenen Wonne.
die Temperatur verschwindet —n u n sagt m an: sie ist noch vorhanden —in sofern die
Materie unzerstörbar ist, ist sie nich t vergangen sondern n u r verborgen latent gewor- 10
den; das was laarr kann m an nicht erfahren es ist nicht da —im latenten laurt aber
noch das, daß die M atene in d erT h at noch vorhanden sey —aber wo? läßt sich nicht
sagen —entweder es ist materiell —oder ist ein Gedanke: —es soll etwas seyn —aber
es soll n u r an sich seyn, eben ein Gedanke und da ist w eiter nichts als daß diese War­
me sich lad rt —d . h . im schlechten Gedanken sich verbirgt, dos ist das Einzige wohin 1$
sie sich verkrochen hat; da hat m an sich a u f die E rfahrung berufen, die ist nicht da,
also physisch ist sie nich t vorhanden, daß m an sie doch noch erhalten will kom m t
a u f den schlechten Gedanken an |
§ 306 die Warme kann sich bis zu r E rhitzung fortsetzen bis z u r Flamme, kann
als Licht erscheinen —der sich m anifesörndeT hrium ph ü b er dis R eelle körperliche 20
Daseyn des K örpers in seiner spccißschen Schw ere u n d C ohäsion — die Wärme ist
F euer u n d dann Licht — dos ist eine andre W eise des H ervortrctens einer bestim-
mung eine Idealität die dem begriff nach im m er dieselbe ist — W arme überhaupt
zunächst n u r ein O scillirn der specißschen Schwere und C ohäsion; d u rch Wärme
w ird also etwas verändert —die Wörme d eh n t etw as aus macht, d aß die K örper ei- 2s
n en gro ß em Raum einnehmen d h ihre specifixhe Schw ere verändern - aber nun
werden die K ö rp er flüßig — das ist die reale Flüßigkeit, die W anne ist die Tendenz
zum Flußigm arhm , Aufheben der Particularisation, zerstöm des festen beharrens in
der F o rm —es ist ein beginn des Zerstörens der E ig e n tü m lic h k e it der K örper, dos
M etall w ird wirklich flüssig; indem das Feuer sich h ie r an d em M ateriellen aus dem m
Exisdrnden entw ickelt, ist es außerhalb der Sphäre der bedingten Existenz —...
so bleibt das C apitel d er Wanne ein schweres Capitel durch die Mannirhfaltigkeit
noch schwieriger
$ 3 0 7 . Uebergong zu r freien Individualität — d .h . die Form ,Totalität der Form,
vollkommen Meister geworden ü b er das m aterielle A ußereinander, dieses ist n u r be- ys
stim mt als ein Schweres, ab die Form n u r suchend —diese Idealität schlagt n u n in die
M aterie hinein, das Insichseyn | wird in das Pordculansirte gesetzt —dieses In sich

19 fortwuen] Hk: (h setzung 37 Matene) in Hk unter der Zeile: Form


PHYSIK 1109

seyn ist zunächst im Kampfe zu der Schwere und in sofern eine bedingte Form,
ein bedingtes Insichscyn. indem nun in dieser Stufe die mit der Warme endigt - das
materielle Außersichseyn flußig geworden ist, so ist damit als Moment enthalten daß
die Form frei walten kann in der Materie und das materielle Außersichseyn ganz
s durch sich durch die Form bestimmt wird —das ist das was freie Individualität über­
haupt zunächst die Gestalt ist —.
dis Wesenhafte in der Matene zunächst auf eine abstrade Weise (die bestrmmunj d m Sitten July

nach abstrader Weise) und auf bedingte Weise offenbart —und darum auf eine un­
ausgeführte Weise in beziehung auf das auch noch äußerlich seyn des Materiellen —
10 das was w ir auf den verschiedenen Stufen gesehn haben fuhrt uns zur Auflösung des
materiellen Seyns, zum Durchdnngen desselben zum Aufheben seiner Starheit, so
daß seine Form ein Durchgehn der Matene ist, so daß die Materie der Form keinen
Widerstand leistet diese Auflösung des Materiellen, die Auflösung dieses matendlen
Außersichseyns haben wir ab Wärme gesehn, und da haben wir jetzt die Form oder
is das Insichscyn ab Immanent in der Materie, aber so ab immanent daß sie das H err­
schende Unbedingte darin ist daß das Materielle durchgängig an ihr is t daß das
Materielle sein ganzes bestehn hat in dieser Form, durch diese Form, die Form aus­
geführt ist —Ausführung der Form im Materiellen daß die Form entwickelt ist, daß
sie das Außercinander seyn an sich hat - aber dieses Außrrrinander seyn der Form in
io der Idealität ist ein der Form unterworfries, ein Entwickeltsten der Form; Form be­
griff nicht bedingt durch Cohäsion etc. sondern indem der begriff entwickelt in der
Materie bt, die Materie den entwikelten begriff in ihr hat —das ist der Standpunkt
der individuellen Totalität - der begriff ergossen in die Materialität; erst wenn der
begriff ab Totalität des In sich seyns - resumirten Für sich seyns ist, dann b t erst die
is Subjecövität vorhanden welche Prinap des Lebens ist —
§ 308. die Matene b t zuerst nur an sich. - §308
nur ab schwer —nicht in ihrer Exbtenz b t nur das Suchen, dieser begriff in seiner
besondern bcstimmun; | an ihr selbst gesetzt ist die formirte Materie an ihr gesetzt 270«
macht den Gegensatz von dem an sich aus. (dis b t die Totalität des begrifft) noch
jo nicht der Totale begriff sondern in seinen besondern bestimmun^en wodurch Cohä­
sion speci/bc/ie Schwere, noch die besondre bestimmung des begrifft ab ihr immanent,
an ihr selber gesetzt, so gibt das die formirte Materie aber noch nicht ganz formirt,
sondern noch die bedingte Individualität, weil diese bestimniuig noch abstraef bt
dieTota/ifär des begrifft nur gesetzt b t es der Mittelpunkt der Schwere nicht mehr
» ab gesuchte Subjectivität, sondern dem Materiellen immanent; in bedingter Form
bestimm; die die Momente sind, von Innen heraus entwickelt, und umfassen die
ganze bestimmfheit der Körperlichkeit form begriff in ihrer Totalität, Durchdringen

13 die] Nie. ds
1110 NACHSCHRIFT HUECK * 1828

der materiellen bestimmung und eben dadurch der begriff hervorgebrarht in der Exi­
stenz —da hoben w ir n u n 3 Stufen der Entw icklung
1.) Stufe der Gestalt unm ittelbare totale Individualität
2) Gestalt in ihrer besonderung - dieses ist im eigendichen Sinne Physikalisch - die
M omente als besondre Existenzen, so daß sie diesen Formbatiinmuiigrn immanent s
sind, a u f dieselbe Weise w ie w ir die Elemente gehabt hoben, die Elemente hoben
zu ihrer Grundlage zu dem K noten, der sie Zusammenhalt w ohl die Individualität,
aber noch als verschiedene Existenz an ih r selber; die E rde der allgemein individuelle
K örper — h ier sind den Elementen die Form Unterschiede im m anent in der Ma­
terie — in der Sphäre der realen Individualität, das ist der abstracten bestimmung da io
haben w ir w ieder d ir Elemente aber umgearbeitet in der körperlichen Individualität,
w elche als Individualität exisürt. die Erde ist dos band, existiit aber in den Elementen
n icht als deren Individualität, die Elemente sind rächt individualisirt sondern abstrocr
allgemeine bestinimungen —hier aber sind die Elemente individualisirt —die Individua­
lität die, in ihrer Formbesümmiing entwickelt, sie in ihren Unterschieden setzt —im is
allgemeinen die Unterschiede die w ir gehabt hoben, die dabei von der Individualität
durchdrungen existim, nicht verschieden sind, sondern an ihnen selbst Formen der
individualisieren Materie; dos ist concnet
3) der C hem ische Proceß —Totalität der Gestalt unterschieden, in Unterschiede
aufgelöst, w elche Unterschiede aber selbst totale ganze Körperlichkeiten sind, indi- 20
viduelle Körperlichkeiten sind, so sind sie außereinander scheinen einander nicht zu
bedürfen aber so indem sie ganze Individualitäten sind, so sind sie selbst wieder par-
ticulorisirt wesentlich a u f einander bezogen, existim n u r in ihrer beziehung, und
dieses Existim ist ih r Proceß so daß sie theils aus der Selbstständigkeit in den Proceß
übergehn theils aber wesentlich aus dem Proceß ausgeschieden weiden, Producte des 2s
Processes sind — sie sind Pamcularitäten indem sie so an sich aus der Gestalt her-
ausgegongra sind, dem begriffe nach, für um , so treten sie als selbstständige Indivi-
271„i dualitäten auf, und dos bedingt dieselben — | die beschränktheit Päiticularisation um
diesentwillen sind sie (auf einander bezogen) an sich, aber sie sind auch dis aus der
Existenz hervorzugehen aus dem Proceß zu entstehen; der chemische Proceß ist die so
E rzeugung der G estalt w ir sehn im chemischen Proceß dasselbe H ervorgehen auch
der Existenz nach —. Diese Gestalten dirim iren Unterschiede der Gestalt —so daß sie
zunächst n u r Momente bleiben, dos weitere ist, daß diese Unterschiede ganze Kör­
per, totale Gestalten sind aber eist zu r Existenz komm en durch den Proceß —Gestalt
ist zunächst dos R u h n d e unm ittelbar — dann die Gestalt als wesendicher Proceß. n
§ 309 dos ist dos 3“, selbst dos Werden. $ 309. bei d e r eisten ist der Magnetismus bei der
2“* die Electricität genannt — dos ist eine sehr große bestimmung in der N aturphi­
losophie gewesen diese 3 Kategorien in der Physik, w ir kom m en eist h ier darauf
bei der Physik der totalen Individualität, — dos andre m u ß wesendieh vorangehn;
PHYSIK 1111

diese 3 Kategorien hoben hier erst ihre Stelle, und zwar sind sie auch nicht Ganze
von Stufen, sondern an den Stufen die denselben vorhergehn sind sie selbst nur be­
sondre Momente —ln sofern dos nur abstrotfe Princip der Gestalt in freier Existenz
erscheint, so ist dos der Magnetismus, nur als Proceß der Gestalt nicht ab wirkliche
s Gestalten —Electricitat die nur zum Extrem ihres Unterschieds gesteigert ist, der
ganze Körper sich setzend in seiner ParticuUntat aber sich in dieser noch erhaltend
und dann sind es zugleich die totalen Körperlichkeiten die in diese Form des Proces-
ses kommen, der sich aber noch nicht realisirt - eben dis daß sie bleibend sind macht
die Electriri/d/ als solche aus, die besonder« Unterschiede totalen Gestalten als gespannt
io gegen einander gedrängt, im Tnebe, zum chemischen Proceß überzugehn, das sind
die abstracto! Bestimmungen - die sich in der concreto» Betrachtung in ihrer concretoi
Form darstellen —
§ 310. G e s ta lt 3 Unterschiede a) die ganz formlose Gestalt b) die gestaltete f J 10
Form —die Gestalten abstracto Principien des Gestaltern c) Vereinigen dieser bei-
ts den —bestimmtwerden des Gestaldosen durch dos entwickelte Princip des Gestal­
tern, wodurch sich das abstraefe Princip materialisirt - also zuerst die Gestalt —un­
mittelbare totale Individualität, so ist die Totalität ruhnde Totalität, noch nicht im
Proceß, in der Vermittlung —näher ist die Frage wie diese ruhnde Totalität exi-
stirt? —somit ist die Form eine Weise des räumlichen Zusammertseyns des Materi-
20 eilen —somit wieder (wie zuerst immer) Medianismus Körperlichkeit ruhnd be­
steh nd —die Form organisirt bestimm/ den räumlichen Zusammenhang, in sofern aber
Materie täumlich bestimm/ ist, so ist dos die Sphäre des physikalischen Mechanismus;
die Form ist also hier geometrisiren, mcchanisiren —Gestalt ist materieller physika­
lischer Medianismus —aber so daß die Gestalt unbedingt und frei ist —vorher hatten
29 wir auch mechanische Bestimmungen, Bestimmungen des räumlichen Verhältnisses der
materiellen Theile, aber jetzt ist es die ganze Form, nicht mehr das abstrao bedingte
In sich seyn, sondern die frei gewordene Form im Flüssigweiden der Materie durch
die Wärme —da ist diese besdmmungslcsigkeit nach Innen und nach Außen | und in 272h.
dieser waltet die Form jetzt frei, der Krystall abstror/ überhaupt der hat eine gewisse
jo Gestalt und Cohäsion, aber weiter ist er im Raume begränzt ein geometrischer Kör­
per. die Form ist’s die geometrisirte —dos hot man Durchgang der blätter genannt;
diese Geometrie, wie sie nach Außen ein Ganzes bildet, so macht sie auch im Innern
jedes Einzelne zum Ganzen.
die Form ist zur Existenz gekommen, die Geometrie hot sich ihrer Aeußerlidr-
3$ keit bemächtigt die sich selber daistellt; zu dieser Manifestation bedarf es nicht eines
andern Körpers; das bedingt seyn dieser Form haben wir gesehen. Druck, Cohäsion,

S Electricitat] Hk: Electr • 6 seiner] Hk: ihn 29 fiel.) Hk. frei, -dr Körper dssn inn folgt eine
TexthUke iwi cfuufim/Wortlängen u dss aßr bgrzung bst ist stehe/htm. 34 ihrer] Hk: sr 35 die]
Hk: ds
1112 NACHSCHRIFT HUFCK * 182 8

E igentüm lichkeit dir c t im W iderstand zeigt, zeigt er erst a u f bedingte Weise nicht
ab E inw irkung a u f einen andern, aber die Gestalt die G eo m etrie m anifestirt sich
w irkhdi als Totalität frei, und eben so ist dieses Innre in sich durchdrungen von dieser
G eom etrie; ist dis W under des formirens der N atur, diese Im m anenz des begrifft -
sonst k o nnte m an ein mechanisches Anhäufen annehinrn hier aber geht die Form s
von innen heraus, die M atcnr reahsirt sich, dos Daseyn dieser bestimmrheit ist nicht
von Außen gekommen, m ehr noch ist die M anifestation nicht von A ußen durch
etuos Aeußerliches zu Stunde gekomm en, es m am fesdrt sich selbst; die Form zeigt
sich nicht als Eigentüm lichkeit des Widerstands gegen frem de Gewalt — die Form
ist als Totalität in sich, was sie th u t ist das bestimmen des räumlichen Verhältmßes, die io
Form ist das G eom etrisirn Mechanisiren.
U nm ittelbare Gestalt: das Formlose hat die bestimmimj; an ihm , daß es einerseits
spröde ist, Punktualität, und andrerseits die Kugelgestalt. Spröde, was w ir gehabt, ist
die W eise der Körper sich im W iderstande e ig e n tü m lic h zu zeigen —das andre ist
die Kugel, ist bestimmungslosigkeit; tropfbare Flüssigkeiten durch die Luft fallen »
gelassen nehm en die Kugelform an —der druck vom G anzen ist gleichförmig, kein
T h eil hegt dem andern naher, daher ist durchaus G leichheit in der D eterm inati­
o n — dieser drückt sich an einem V olum en aus ab Kugel, so ist auch die Erde eine
Kugel kein Krystall — das ist zunächst Gestalt in der Kugel — das andre ist daß das
Gestaltlose die M aterie das Pnncip des Gestaltern hat. diese unm ittelbare Gestalt des 20
Gestaldosen hat sich gegenüber das Gestalten in seinem Princip, die F o rm im Prin-
ci>.
§ 312 das Spröde, die an sich seiende Totalität, aber n u r concrctere Totalität
schließt sich zum Unterschiede des begnfls a u f - Unterschiede sind nich t n u r an sich,
müssen exisaren. Punkt ist unterschieden zu r Lim e überhaupt, aber ein Gegensatz 2s
in A nsehung dieses Gegenüberliegenden, eine bcstimmurr^ die für sich an d er Li­
nie äußerlich ist, ein Gegensatz der eine verschiedene Bestimmung ein er andern ist,
und eine bestimmm#. die zugleich ab formelle bestimmten,? gesetzt ist, die n u r ist in
beziehung a u f das andre und vice versa —in der M itte treffen beide zusammen, das
U nbestimm te, Indifferenzpunkt, dis b t dirim irt, so daß diese E xtrem e abhängig von 30
einander sind, jedes b t an sich, aber an sich b t es auch das A ndere; dieser Schluß
nich t Gestaltung, selbst das Princip der Gestaltung in ihrer entw ickelten bestimmf-
heit b t M a g n e t i s m u s / ./ | Zunächst ist zu bem erken, daß die Gestalt, Form hier
unm ittelbare Identität ist und dam it Gestalt - noch nicht Proceß, noch nich t physi­
sche Particularisadon, R au m erst ruhnd. Physisches b t R äum lichkeit bestimmend, «
determ inisirnd, geometrisirend. das abstraefe Princip des G estaltern ist entw ickelte
Raumbotimmuirg, nicht Punkt, Linie, aber auch nicht d eterm ination der Linie, be-
stim m ung des R aum s zur Fläche; Fläche wäre schon R ealisation des Princips, ein
Ganzes, daß ein bestimmen des R aum s, ab ein Ganzes vorhanden w äre —abstracte
PHYSIK 1113

Determination der Räumlichkeit ist die Linie - mein Fladie die sogleidi Oberflädie
sogleich Totalität ist - hienut ist die Determination der Linie gesetzt und näher eine
Linie, in der die Form lebendig ist Lime und der Unterschied, Extrem der Lime,
eins nur in sofern dos andre ist, sie sind nothwendig nur zusammen, da wo die U n-
s teisdindung beider ist, ist das Extrem beider, die Mitte ist indifferent — Was wird
nun dadurch bestimmt wie äußert sich dieses bestimmen? W ir haben nun verschie­
dene Eigenschaften zu betrachten, welches ist nun das eigentliche bestimmen welches
hier gesetzt ist? das ist das bestimmen der Räumlichkeit, alles andre Physikalische ist
auf die Seite zu setzen, es bestimmt nichts als Verhältnisse in Ansehung der R äum -
io lichkeit, dos ist der Magnetismus, er ist noch nicht ausgefuhrt, im Krystall ist die
Räumlichkeit ausgcbildet, ist er ausgefuhrt da zeigt er Thätigkeit - eben jetzt weil
die Thätigkeit noch nicht realisirt ist ist sie noch ein Stieben, die realisirte Thätigkeit
ist als Proce/? aufgehoben |
§ 313. »die Form ist hier als Thätigkeit, immanente Thätigkeit des freien M e­ 274«,
is chanismus, örtliche Verhältnisse zu bestimmen« —W ie ist nun diß bestimmen näher $5313,314
determinirt. was ist bestimmen - § 314 da ist nichts andres vorhanden, als die Form
des begriffes —bestimmen und begriff ist dos Identische und dos Differente, dos Dif­
ferente haben w ir am Magnet, dos Verschiedene, daß der eine nur existirt in sofern
der andre existirt, daß sie nothwendig für einander sind (da ist Differenz und eben
20 so Identisches: P o le ) »da heißt also bestimmen nichts andres, ab daß Identisches
different gesetzt wird und das Differente identisch« - das ist der begriff, das ist seine
Thätigkeit — die Identität ab unterschieden zu setzen — dos zu Trennen, und dos
Getrennte ab geeint zu setzen identisch setzen/./ Unterschieden im Raume sind
solche, deren O rt verschieden ist, d. h. es zusammen zu bringen an einem O rt, es
25 einander nähern, und dos, was an einem O rt ist, an verschiedene O rte zu setzen —
dirim im dos heißt A n z ie h n und A b s to ß e n —
Das b t dos Allgemeine dos ist überhaupt die Thätigkeit des Magnetismus —Ein
Magnet richtet sich zunächst nach Norden er zieht andre Magneten an; der gleich­
namige Pol zieht den ungleichartigen an; zunächst b t nur darauf aufmerksam
io zu machen, daß die ganze Wirksamkeit des Magnets sich darauf bezieht, daß sie
das Entfernte abstößt ——dos Ungleichnamige, Verschiedne setzt sich in Eins, dos
Gleichnamige stößt sich ab, m e c h a n is irn d e g e o m e tris ir n d e T h ä tig k e it
is t h ie r v o rh a n d e n
A n m . Pole —der Magnetismus hat sich früh in der Naturphilosophie dorbietm
35 müssen, denn im Magneten b t auf eine reine Weise der b e g riff vorhanden und das
Unterschiedene identisch zu setzen, aber so daß nicht eine leere abstrarfe Identi­
tät herauskommt | sondern ebenso dirimirt sich diese Einhat; ihre beziehung auf 275lft

einander ist ebenso ihre Substanz —hier ist der begriff auf eine reine Weise vorhan­
den —Nordpol und Südpol sind nicht dasselbe —haut n u n den Nordpol ab, so hat
1114 NACHSCHRIFT HUCCK ’ (828

er Nord- und Sud-Pol in sich, man kann sie nicht an einander bringen; man h<it
immer das lebendige Ganze - es exisdrt nach dieser abstnstfen Einheit - die ist in>
Indifferenzpunkt der gleichgültig ist in Ansehung des Gegensatzes, des Anziehens
und Abstoßens, so erscheint diese Einheit als abstratfc leere unthätige Einheit, und
die Pole e/scheinen so auch verschieden —das ist eine ganz äußerliche mechanische s
Existenz - diese Verschiedenheit ist aber nicht das Wesen, sondern jedes enthält in sich
das Ganze—es ist im Magnetismus das reine Vorhanden seyn des begrifls, der Schluß,
so, daß die Extreme nur durch ihre Vereinigung bestehn welche ihre Idealität zu­
Polarität gleich is t-W ir haben hiemit die bestim niunj d er P o la r itä t bekommen —das
ist d e t w ah re begriff, der b e g riff se lb st. 10
Es wird der Unterschied nach den Himmelsgegenden gemacht —die Chinesen sa­
gen: der Magnet zeigt nach Süden - nun tritt aber ein Unterschied in Ansehung der
benennung ein —die Erde ist der Gmndmagnet, das Gleichnamige stößt sich ab, das
Ungleichnamige zieht sich an, der Pol also der nach unser/» geographischen Nord-
Pol gerichtet ist liegt auf der gleichen Seite, wo der No/d Pol der Erde liegt, also is
kann das nichc der No/dpol seyn, sonst wäre er gleichnahmig mit dem Nordpol der
Eide—also muß der an der Nadel der Südpol seyn —es ist aber mal der Name Nor­
den: der Schiffer wird stets das gegen Norden gerichtete Ende den Nordpol nen-
276m nen, aber wissen muß man, daß es der Süd-Pol ist. | Die Erde ist thätig als Magnet,
in der Erde ist die formimde Thatigkrit, die in beziehung auf den Raum hei ist. im 20
Krystall ist sie nidit mehr frei, der Krystal als solches ist nicht mehr magnetisch - der
totale Raum ist bestimmt, die abstractoThädgkeit gesetzt —. Warum ist die Erde die
doch auch dieTotalität ist der freie Magnetismus —? darauf ist die Antwort: die Erde
ist nicht Krystall —ist nur der Körper der allgemeine» Individualität —ihre Gestalt
ist die Kugel - dieses Gestaltlose als Körper-Individualität ist sein Substrat Subject 2s
des clementorischen Processes - aber dieser Proceß ist an ihr —ist nicht in ihr zur
Ruhe gekommen nicht in ihre Individualität aufgenommen; dieses ist der physi­
kalische Körper als solcher als wirklich individualisirt, sie is t n u r d ie ab stro rte
In d iv id u a litä t, die In d iv id u a litä t ist in ih r n u r I d e n t it ä t —
der Proc^S des Eisens die Materie die als Magnet thätig ist, ist außer der Erde jo

selbst also an der Erde haben die Elemente eine parüculäre Existenz ——
das ist der Grand warum die magnetische Thätigkeit an der Erde frei ist; die hö­
here physikalische Individualisirung ist nicht an der Eide als Ganzes, sondern am
besondern Körper der Erde.
das ist das Allgemeine, beobachtungen haben die magnetische Axe der Erde ergeben, 35
die zwar im Ganzen die Richtung von Süden nach Norden hat, aber die magnetische

3 Anziehen') Hk■Anstoßns 9„ Polarität in Hk unmslr. IS liegt!] Hk: lign 19 Die] in Hk am


Rande ein vertikaler Strith über zwei Zeilen
PHYSIK 1115

Axe weicht ab (noch nicht genau decemunirt) die Magnetnadel zeigt mdu überall
eine genaue Richtung nach Norden; ihr Pol fallt wicht zusammen mit dem geogra-
phisclien Norden aber darin ist ein Oscilliren, eine lebendigkeit des Magnetismus |
Veränderung nach der barometer Verändrung. Nach der Vcräwdning der speci/üc/icn 277*
S Dichtigkeit —Expandirn und Contrahirn, bezieht sich auf räumliche bestimmun^en.
dos Weitere geht uns nichts an. An der Erde ist also dis Moment der Gestaltung
mehr zu seiner Realisirung gekommen, existitt so auf abstracto Weise, und deshalb
exisnrt auf der Erde dieThädgkat die wir Magnetismus nennen
Srhelling sagte: alle Körper sind magnetisch —das hat einen doppelten Sinn; sie
io haben den Magnetismus abstrart an ihnen —Eisen Kobalt —wie dos mit der Natur
des Eisens zusammenhängt ist schwer zu betrachten
Ungleichnamig oder Gleichnamig hot keine andre bestimmun^, als die Richtung 61ru
nach der gleichen Seite hin —es macht sich erst dann zum Gleichnamigen und Mcnugdc* 4
August
Ungleichnamigen —der Magnet, indem er eine eiserne Nadel anzieht —creirt sich
is einen Südpol. Am Eisen kommt vornehmlich der Magnetismus zu dieser eigen- Magnetismus in
Eisen
thümlichen Existenz, wie dis mit der Natur des Eisens zusammenhängt —: dos Eisen
ist Metall hot die Gediegenheit des Metalls, aber nicht diese Homogeneität der Ge­
diegenheit wie Gold und Silber sondern ist schon aufgeschlossen gegen die Sprödig­
keit, es ist nicht so spröde ab Wismuth und Zink. Im ganz gediegnen Metall kann
20 es nicht zum Hervortreten dieser Differenz kommen, in den andern ist die Differenz
zu sehr zerfallen —;es gehört also eine gewisse Sprödigkeit dazu, die aber durch die
Gediegenheit gehalten wird —daher in der Mitte zwischen beiden zeigt sich diese
Eigenschaft —das Eisen ist das allgemein veibteitelste, unendlich wichtige Metall,
eben weil es zwischen Gediegenheit und Sprödigkeit mitten inen steht —dos Sprö-
23 de läßt sich nicht so vielfach bearbeiten---- dieser Unterschied (Magnedsm) zeigt
sich | an den verschiedenen Arten des Eisens, dos geschmeidige Eisen ist sehr schnell 278*
magnetisiibar, aber verliert den Magnetismus auch wieder, hingegen den Stahl zu
magnelisiren falt schwerer, aber er hält auch den Magnetismus fester —des geschmei­
dige aber ist die cohäsionslose Homogeneität, glüht man dos Eisen so verliert es den
so Magnetismus, es ist dabei zu bemerken daß der Magnetismus keine so parnculäre Ei­
genschaft des Eisens ist. der Magneteisenstein ist im bergwerk noch nicht magnetisch;

15—16 Am Eisen — Zusammenhänge —:] fj: die Gninddetcrminaaon da Magnetismus ist die Erde.
Wie er mit der Natur d a Eisens zusammenhangt, muß eine nähere determiiu/um da Eisens gekannt
werden. 18 Gold u n d Sdbei) Li; anderes Metall 20 kommen) Li. kommen, eben so in dem g4nz
SS Spröden 22 gehalten) Li: gemäßigt 23 wichtige) Li: brauchbare und wichtige 24 eben weil
„ steht) Li: aus dieser Eigenschaft der Mäßigkeit 25 (Magnctism)] Li: seiner Fähigkeit 27 den
Stahl] Li: das sehr spröde Eisen, wie Stahl 28 fester| Li: langer

7 deshalb] Hk: ds hlb 8 Magnetismus] Hk- Magnds mus 1SM Magnetismus in Eisen in Hk
untentr.
1116 NACHSCHRIFT IIUECK ' 1828

eist an drr Erd-ObcrfUdic tritt der Magnrtwmiu hervor - künstliche M agnrte sind
Eisenstäbc, die gestrichen w eiden und so wird in ihnen M agnrtam iu erregt - mag-
netisches Magazin - lm Eisen wird durch Erschüttrung der M agner leicht erregt -
also hier bewirkt die Erschüttrung die Differenz - an der freien Luft also, am Licht
tritt erst die Differenz 1111 Magneteisenstein hervor - überhaupt aber trit das Eisen s
6lvu leicht in diese Differenz - | z b . die Kreuze a u f Kirchen - so daß m an gefunden
hat, es ist vielmehr sdiwer, ein Eisen zu haben, das die Magnetnadel nicht afficirt;
Brugmans und Van Swieten Untersuchungen darüber - ersterer fand, daß wenn
eine Eisenstange magneusirt wird, durch Streichen mit einer andern Stange, so tritt
der Indifferenzpunkt des brugm anns ein, ein P unkt, w o der Magnetismus an beiden 10
Polen verschwunden ist — dagegen fand van Swieten C ulm inanonspunkt so daß
w enn die Stange a c h a u f diesem befindet, sie die stärkste W irksamkeit zeigt, wird
sie w eiter gestrichen, so vermindert a c h die W irkung an diesem P u n k te ---- durch
G lühen n u r machte man das Eisen frei von Magnetismus —denn das H alten in der |
279,,* Luft, besonders im magnetischen M eridian machte es gleich magnetisch^./ Also ist das is
so was Flüchtiges Flüssiges im Eisen selbst, leicht erregbar und zerstörbar —, verän­
derlich —daß durch das Glühn der Magnetismus verschwindet deutet daraufhin, daß
bei vollkommener Gediegenheit, w ie bei Cohäsionslosigkrit d e r Magnetismus nicht
h erv o rtn tt. Eisenoxyd hat keine Cohäsion —der Zusammenhang der Gediegenhat
ist darin aufgehoben, die Punktualität ist überwiegend gemacht — Eisenoxyd ist 20
deshalb nicht m ehr magnetisch - diese entgegengesetzten Zustände sind es die den
Magnetismus im Eisen aufheben —
das ist die N atu r des Magnetismus überhaupt — Princip der Gestaltung —R aum -
bestirrimuU'g - die W irksamkeit des Magnets ist aber Ortsbestimmung
$ *12 A nm zu § 312 daß alle K örper magnetisch sind, h at einen schiefen doppelsinn - 25
(das Eisen ists bei dem der Magnetismus zur Erscheinung kommt) das Princip der Ge­
staltung ist allerdings in allen K örpern aber es ist etwas andres o b es in dieser abstrac-
fen Weise vorhanden ist, oder nicht abstract, die Form in der W eise des Magnetismus
ist nicht in allen Körpern vorhanden, sie ist w ohl Form die thätig gewesen ist, aber sie
ist nicht als thätig vorhanden 10

6 Kirchen] Lt- Thürmen sind meist nugnrtud ohne daß nun ne magren sin hat 7 Eisen] Li
M agneten« die Magnetnadel... affmn| Lt: nicht gewissen Grad von diffcrmz hatte 9 durch Strei­
chen ... so] Lj : so streicht man eine umnagnetuc/te srange an die andere unmagnrtuclie, da 13—15 durch
Glühen magnetisch/ J] Lt: das Eisen ganz frei von Magnetismus zu halten war das schwierigste. Ein klei­
ner stoß magnetisme cs. 17 daft,| Lt: daß die [’olantact sogar aufgehoben wird, daß 19 hervortntt] IS
Lt hervortntt, und das giuhen bringt diese hervor 29 Körpern vorhanden) Li: Körpern, allein in dieser
abstracten Weise d a Magnetismus, ist es nur tm Eisen

8 Van Swieten) siehe Am». 2 7 Körpern) Hk- Körpers


PHYSIK 1117

§ 315 die Thätrgkm in ihr Product übergegongm ist Gestalt und in vollkomme­ fßlS
ner bfsiimwiHMj Krystall, die Thäugkcit ist gesättigt - so erscheint sie nicht mehr
als Thätigkeit, erscheint nicht mehr in dem Unterschiede welcher Entgegensetzung
bewegung ist, die differenten magnetischen Pole sind zur Neutralität reduart, die
5 abstrarre Linearität der ortbcsdmmenden Thätigkeit zur Fläche und Oberfläche des
giinzcn Körpers realuirt; | Punkt und Kugel die Extreme der Gestaltlosigkeit sind
zur begranzung reduart —Gestaltung dieser thätagen Geometrie —Form thätig als KrymH
Raumbcstimmung — begranzung nach Außen und zugleich bestimm! nach Innen
nicht bloß Cohäsion, sondern auch Innerlich Crystalisim Durchgong der Blätter von
io W erner genannt, diese reine Gestaltung reine Krystalle. - bei den Metallen ist der
Krystall hypothetisch —die Gediegenheit des Metalls läßt nicht aufkommen dieses
innere Geomrtnsim der Formen — (doch auch bei Metallen zb. wenn Zinn mit
Sdure übergossen wird und dann Figurotion zeigt); der Uebergong von der äußern
zur Innern Gestalt gehört zum Theil der Mineralogie an. - die innre Gestalt ist so
is sehr innerlich, daß sie nicht sichtbar werden kann —z.b. in den Kalkkrystallen sind
die Krystalle vollkommen durchsichtig, da existim diese Figurationen nicht, aber die
Kraft gleichsam ist darin vorhanden - z b die 6seioge Säule, vollkommen klar —wird
sie zerschlagen, so zeigt sich durch und durch die rhomboedrische Kerngestalt —es
ist so eine durchgängige Formirung die nicht existirt - diß ist ftstzuhalten, daß
io dis an sich vorhanden ist, aber erst zur Existenz kommt, äußerlich wird, wenn eine
mäßige Gewalt angebracht wird —
dos ist die Individualität in ihrer ersten unmittelbaren Weise nach einer Regel be­
grenzt und von der stillen Geometrie indem sie durch und durch geht zur wesent­
lichen Eigenschaft dieser Körperlichkeit gehört; das Andre ist d ie b e s o n d e r u n g
25 des in d iv id u e lle n K ö rp e rs . § 316. —die physische Totalität ist in Unterschiede
zu setzen nicht mehr in elementarische sondern wie sie in der Individua/ität gehalten
ist, | die besonderung treibt sie nach außen, und die besonderungen sind darstellbar 281*
in verschiedenen Weisen, der Körper | hat die besonderungen ah Eigenschaften der 62v„

1 Gestalt) Li: Gestaltung 4 -5 dir diffrrmtm _ und] Li: d a Magnetismus ist realism cur 10-11
30 der Krystall) Lt die Gestalt 12-13 (doch auch .. zagt)) Lt- wie bei den Salzen, der marmonrte
Zinn macht keine Ausnahme, denn es ist der Zinn der mit Scheidewasser übergossen diese iraiern
figurationen hervorbringt 14 Gestalt*) Lr Gestalt der Salze und Crystalle IS—17 sichtbar
werden ... vorhanden] Li. erscheint, aber doch vorhanden ist, cs ist die durchsichtigkeit; wie bei dem
Doppelspat, oder Kalkcrystall 18 Krmgntalt) Li: Körnigkeit, nur muß der Crystall nicht zer-
15 schmettert werden, diese Gestaltung geht bis auf die kleinsten Korner 24-25 die besonderung
... die) Lr D ie B eso n d eru n g des Individ uellen K örpert / $ 316. / Die 28 Wessen]
Lt: Catcgorien Körper] Li Körper ist zu erst ein ding, a n Subject

7 m Krystall. in Hk unimlr. 34 Körnigkeit in Li mir eingehängtem Endungskurzei 36 D ie B e ­


s o n d e r u n g . .. K örpers in Li alt große,fretgesiellie Überschrift
1118 NACHSCHRIFT HUECK * 1828

Pradicate an ihm - aber diese besondrungen sind auch ab besondrer Materien dar­
stellbar —die unorganische Körpcrlichkrir Individualität, aber noch nicht Subjektivi­
tät. noch nicht Lebendigkeit, daher ihr band noch nicht so stark, daß sie nur in ihm
ihr bestehen hätten; sie sind so auflösbar, daß die Eigenschaften auch ab besondre
Matmc dargestellt werden kann - Farbstoff - Riechstoff - das ist die 2“ Form in j
der die individuelle Totalität ist —
das 3“ sind Verha/fnuse zu den ungebundnen Elementen und Proceßen des indivi­
duellen Körpers zu denselben, wesendir/ies Veibdllttiß zum Licht, Geruch wesent­
liches Vcrhu/f/ii/i zur Luft, Geschmak zum Wasser, particularisirtes Wasser - es sind
das Seiten, wo die individuellen Körperlichkeiten zu betrachten sind, es sind die all- 10
gemeinen metaphysischen bestmumni^rn dieser Körperlichkeit, die Reflexionsweisen
dieser besonderung, wie sie sich nacheinander ausdhiken, w ir haben sie zu betrach­
ten wie sie gegeneinander besondrungen sind, nicht, wie sie sich zu einem andern
verhalten |
63ru, f } 17 das erste ist also d a § 3 1 7 .- die Selbsöschkeit als mit sich identisch dieses Sehet- 1$
Jm S*” Augur nen seiner, aber nur in ihm selbst, das abstracto Scheinen in unbestimmter einfacher
Identität, die Gestalt ab solche leuchtet nicht das Licht ab selbstische Identität, so
282,A daß dieser Schein für sich ist | ein Schein nur überhaupt ist, dis ab für sich exbdrnd
ist der Gestalt äußerlich - und die Gestalt b t nur homogen in sich in beziehung auf
sich, in ihrer beziehung au f sich ist nur diese Homogeneitat - ihre Entwicklung 20
ist noch nicht dazu gekommen, daß sie diese Abgeschiedenheit unterschieden hätte
von sich selbst - tritt noch nicht in die Existenz, sondern die Gestalt hat nur ein
Verhaltniß zu derselben; der reine Krystall Verhältniß der Gestalt zum Licht —in
unmittelbarer Homogeneität; die Gestalt ist Raumdurchdringend, es ist noch zu
keiner Differenz gekommen, nodi nicht zur Particularisirung - zur Entwicklung der 25
Gestalt; diese wäre die physika/ür/ren Unteischierfe ab solche - der Unterschied bt
nur Raumbestimmmij' Gestaltbestimmung, es b t noch keine physikalbdie bcstimmung
ab solche an ihr - der reine Krystall b t abo durchsichtig und ein M edium für das
Licht —

5 Farbstoff- Riechstoff] Li: Jic Farbe ist Eigenschaft - des Körpers, es kann aber dargestellt werden als 30
Farbestoff, der riechende Körper, kann dargestellt werden als Riechestoff 8 wesentliches] Li: Farbe
hat wesentlich 10 wo die individuellen] Li: die an jeder der Individualismen iS diis erste ... die]
5/8 Li: die eiste Besamung des Magnetismus ist die Beziehung auf sich selbst, dann, das Unterschiedene
3) daß die Unterschiedenen selbst im Gegensatz sind. / $ 3 1 7 . / D ie 16-17 in unbestimmter ...
nicht] Li: ist das Licht überhaupt 20 sich,] Li: das Licht 21 diese Abgeschiedenheit) U: dieses 35
Selbsttische 24 unmittelbarer Homogeneität] Li: vollkommener homogenitaet seiner individualisi-
rung. die Cohesion ist in der Gestalt noch verschwunden

11 die Reflexionswcisen] Hk: dis Rflxins eisn 14 verhalten] In Hkfolgen drei Leerzeiten. In Li ist die
zweite H,llße da Seile nur mir einem langen, vertikalen Strich beschrieben; in d a letzten Zeile am Iniienrand da
Kurtode: die erste 40
PHYSIK 1119

A n m . der individuelle Körper unbestimmt genommen —dis daß er Gurtung ist


als die bestimiming nach der er exisnrt —physikalische besummung - durchsichtigkeif
diese homogeneität, Schein in sich aber als noch nicht bestimm/ noch brsummungs-
los, so duß der Körper in diesem Körper noch keine Eigenthürnlidikeit hat — er
s manifestirt nur ein anderes, noch nicht seine Eigenüiümhrhkeit. —die E ig en tü m ­
lichkeit als solche mamfesnrt wäre seine Dunkelheit - aber das Durchsichtige ist nur
mamfestircn eines Andern —
Im weitren Fortgänge sind die hesümmungen von den uns angegebnen besonders
die die zur Farbe fuhren - von diesem schweren Capitel können wir nur die Hdiipt-
io momente angeben - siehe Theorie | der Farben nach Prof. Henning —dos worum 283,*
es zu thun ist, ist, die Stufen zum Dunkeln anzugeben; in diesem Uebergong von
Hell zum Dunklen liegt überhoupt die Farbe - die Erscheinungen von der manmeh-
fältigsten A rt darbietet. - Prisma - Spectrum - farbenkreis durch Drücken einer
Glaslinse — entopdschc Farben —sprödes Glas gibt unter gewissen bedingungen
is Farbenerscheinurigrn - also hot man sie unter den aller verschiedensten bedmgun-
gen, und auf den Unterschied dieser bedingungen muß man sehen und hier ist ein
Versuch gemocht die Reihe des Unterschieds dieser bedingungen aulzustellen —die
R eihe der Weise der Verdunkelung —
§ 318 Durchsichtigkeit ist dos erste dos 2U ist die erste Modification der Durch- s )1 8
ao sichtigkeit —dos ist was man breehung des Lichts nennt —schwer zu verstehen, die
Newtonsche Theorie darüber ist etwas sehr äußerliches, mechanisches oberfläch­
liches, in der sich beim nähern Verfolgen die Widersprüche ergeben — es sind so
leere Ausdrücke: Anziehung — und die durchsichtigen Materien ziehn den Stoff
des Lichts an —dos ist nichts als die Erscheinung einer Näherung da wird vonusge-
25 setzt, doß im Wasser die Anziehung stärker sey als in der Luft —. dos ist eine leere
Hypothese, dogegen kann man sagen - die Luft zieht mehr an, denn dos | durch­ 63vu
sichtigste Wasser erscheint auch als Trübes - dos ist gewöhnlicher mathematischer
Hokuspokus —Anwendung des Paralelogramms der Kräfte —etc leer hypothetisch
ohne alle Erfahrung gesprochen---- Man will diese sonst wichtige mathemorisc/ie
io bestimmung überall anwenden |
dos ist nun Specificaoon der Manifestation. Ein durchsichtiges Medium mani­ 28h»
festirt nicht sich sondern ein anderes, die Specification der Manifestofion kann erst

3 Schein] Lt: Manifestation, das Scheinen 5-6 die Eigenthumlidiknt ... Dunkelheit] Li: Sei­
ne Dunkelheit ist die nunifestming als solche 12 Hell zum Dunklen] Li: durchsichngknt zur
35 Vcrdunkelheit 20 Lichts nennt] Lr Lichtes (Stock im Wasser) jeder Fisch erscheint hoher nun muß
also unter den Fisch schießen, um ihn zu treffen 27 Trubes] Li: Trübendes und zieht das Wasser
weniger an 32 anderes) Lr anderes, so ist die Luft

23 Ausdrucke] Hk. Aus dnlcke


1120 NACHSCHRIFT HUECK * 1828

eincretcn, wo wir verschiedene durchsichtige Medien haben; Veränderung der Ma­


nifestation dieser Specification. dis determininide Moment ist nun die Dichtigkeit
des Mediums, specifische Sehwere - doch tritt hier gleich ein Unterschied ein - beim
Krystall tritt diese Diditigkeit ein dagegen bei Oel, Diamant, da ist dos Verhaltniß
nicht bloß zusammenhängend »nt der Dichtigkeit, sondern es tritt bei den brennba- s
ren Körpern ein anderes Vcrhältniß ein, in Rncksicht auf die brechbarkeit - eben so
zeigte sich dos Wasserstoffgas im Wasser als brennbar also in sofern einer brennbar
ist, ein andrer innre Determination hat, so lenkt er stärker das Lieht ab - sonst ist
die Dichtigkeit hier dos Determinirende —der Gedanke in Rncksicht auf diese Er­
fahrung - 10
So aber als Form an sich haben wir noch keine physikalische Verschiedenhot, son­
dern nur ihre specifische Verschiedenheit nach der Schwere daß die Form überhaupt
die größere oder geringere Räumlichkot bestimmt —also ist die specifische Schwere
zunächst in der Homogeneität des Krystalls wirksam, sie ist Raum bestimmend
überhaupt (wie wir gesehen) sie ist in der Schwere, Manifestation, durch dringend 15
der Materie ganz immanent, nicht nach Außen reagirend, als nur als Schwere - sie
ist so die einfäc/ic einzige bestimmiheit, die hier wirksam seyn kann | diese Mani­
festation ist es nun, die eine Modification durch die specifische Schwere erleiden
kann - diese Manifestation hot er im durchsichtigen - diese Manifestation kann nur
bestimm! werden durch specifische Schwere - kann nur afficirt werden in Ansehung 20
d a Raumbestimmthcit. dis Ortbestimmende kann nur die Dichtigkeit seyn, hierauf
kommt es an. In einem Medium ist keine Unteischiedenheit, diese tritt erst bei d a
Vagleirhung ein - das Nähre ist so im § angegeben, daß indem ich ins Wasser sehe,
so ist Luft das Medium, d a Seh-Raum. in diesen Seh-Raum wird nun das Wasser
gesetzt, in dieses d a Gegenstand - da vergleicht sich nun, da kommen die verschiede- 2s
nen specifischcn Schweren zusammen; so werden beide in einem gesetzt - und meine
Regel —(wonach ich verfahre) ist dos Medium in dem ich sehe —in dies wird dos
andre gesetzt —§ —
ein Volumen Luft und ein Volumen Wasser, so als Seh-Raum genommen so
ist dos Volumen Luft so zu sagen inficirt von d a specifüc/ien Schwere des Wassers, 30
es wird also so zu sagen diesem Seh-Raum eine größre specifische Schwere mit-
gctheilt - wird in einen engern Raum contrahirt - und dadurch entsteht das was

I wir vmdiirdrnr ...haben) Li: 2 media sind Licht und Wasser,Wasser und Erde cetera 3 Schwe­
re] Li: Schwere. Von dem hängt es ab, die Ablenkung des Gegenstands von grader Linie 13 also ist
... Sdiwoe] Li. Alle Materie ist nicht Materie, sendrrn spcciviscbe Materie die specivische Schwere 35
ist 19 hat er ... durchsichtigen] Li: ist des Erscheinen an einem Ort, in einem durchsichtigen.
Durcluichtig hat keine Qualitact als solche

II Verschiedenheit] in Hk liktt der Zeile■Paticulaisatm


PHYSIK 1121

brcchung genannt wird - Verändrung des Orts - die specifische Schwere des einen
ist imi andern wirksam. —die specifische Schwere des Wassers ist in der Lieft wirksam,
es | setzt also die Luft nach seiner specifische» Schwere d .h . macht, daß dieses Volu­ 64rb
men Luft - dieser Seh-Raum determinirt wird nach dieser spedfischen Schwere des
5 Wassers —so daß dieser Sehraum einen geringem Raum einnimmt — |
das Schwere ist, sich den reinen Raum als wirksam vomistcllen —wenn wir es 286,u
später sehen daß etwas ist ohne zu exisdren — dos Licht ist Manifestim. Selbst
Manifestation determinirbar in Ansehung der Räumlichkeit —
§ 319. »diese äußerliche begegnung, daß zweierlei specifische Dichtigkeiten wirk- §319
to sam sind in einer Manifestation ist auch wirksam in der Natur des Krystalls dos ist
die doppelte Strahlenbrechung«
A n m . die doppelte Strahlenbrechung zeigt sich besonders an den Krystallen de­
ren Kemgestalt ein Rhomboeder ist —verschoben ist - so ein Krystall ist nun voll­
kommen durchsichtig - wasser-klar —ich sehe den Gegenstand nur einmal, aber ich
iS sehe ihn auch doppelt - es gibt einen Durchschnitt die Hauptdiagonale des R hom ­
boeders, da sieht man ihn einfach - dos eine mal sieht man dm Gegenstand weil
der Krystall durchsichtig ist, dos 2" mal aber durch die immanente umrc rhombo-
edrische Form, durch die Verschiebung dieses bilds, diese mnre rhomboedrisr/ie Form
exisdrt nicht, es sind keine Lamellen und doch sieht man ein zweites bild —dieses
20 kommt von der verschiebenden Kraft her - die das bild an einen andern O rt ge­
stellt bricht, aber außerdem daß es hier so verschoben wird - sicht man es nach der
Durchsichtigkeit auch an seinen formellen gewöhnlichen Orten - hier ist also auch
so etwas Unsichtbares wirksam, dos nur innere Kraft, innre Form ist — |
die nächste bestimmung ist die mechanische, aber so daß es das Immanente ist. daß 287,«
25 es den Raum bestimmt - . Das Weitre ist dann - die Durchsichtigkeit, Farblosigkeit,
Unsichtbarkeit Nicht sichtbar für Andre eine Determination darin die ein bestimmt -
weiter ist es nun § 320 eine Determination die Verdunkelung, Verdüsterung ist, §320
Durchsichtigkeit womit Trübung verbunden ist, Trübung des Durchscheinenden;
zunächst ist es Trübung die bloß Kraft ist, immanente Form, die nicht als solche exi-
30 stirt —diese bestimmten^ ist zunächst angegeben als Sprödigkeit Punktualität —darauf

5 einen geringem ... einnimmt] Li. nimmt 2Iso geringeren Raum ein, weil die specinschc Schwrrr des
Wessen größer ist, und die Luft wird zusammengezogen, daher die Brechung 7-8 ist Manifestim.
... Manifestation] Li: obgleich immateneU ist 9 Dichtigkeiten] U: dichtigfcerren im Se/ien 12-13
die doppelte ... Krystall] Li: Am islacndischen Kalkspad hat man es vornehmlich beobachtet es ist
35 da die Körnige form eine rhomboednschc, dieser Kalkspad 14-15 ich sehe ... doppelt] Li. Sol­
cher Crystall ist vollkommen durchsichng. darnach seh ich den Gegenstand an dem Orte wo er ist,
zweimal 18 bilds] Li: Gegenstands, der Crystall hat in ihm selber diese verschobene form

16 eine mal] Hk: einmal 23 ut - ] An dieser Stelle bnthl Libclts Manuskript ah 26 ein) Hk. folgt
Unletethdies
1122 NACHSCHRIFT HUECK * 1 8 2 8

sich dir doppelten Farben beziehn, wirksam als Verdunkelndes, obgleich es nicht als
(Sprödes) dunkles erscheint, dos Glos ist vollkommen durchsichtig und hot doch dos
Princip der Verdunkelung, es ist wichtig also die Principien der Verdunklung auch
da aufzufdssen, wo sie als solche nicht existirn, aber als Principien doch Wirksamkeit
hoben 5
dos Weitere ist nun aber eben die Verdunklung Trübung (Undurchsichtigkeit, die
nicht vollkommen ist) - eine Trübung die für sich vorhanden ist so doß die Heilung
als verschieden von dem Dunklen erscheint; hier ist der O rt, wo die Forbe hervortritt
A n m . über Hemmung des Helten die nnt der specifischen Schwere, Cohäsion in
Zusommenhange steht - die entopnsdicn Farben sind hier bemerklich gemocht, wo 10
eine äußre mechanische Veränderung, Druk hemmend wind für die Durchsichtig­
kett, Forben hervorbringt —
Ein durchsichtiges Medium wild trübe, wenn es in Schäume gebracht wird —
ganz klarer Krystall pulvensirt wild undurchsichtig —weil er punktuell gemocht,
seine Homogcneität aufgehoben wird —sprödes Glos ist ganz durchsichtig aber in is
2WS* sofern es | spröde ist ist die Form dos Prtncip der Punktualitöt, Verdunklung in ihm,
ungeachtet es nidit als punktuell, als Pulver exisriit, aber cLb Pnncip ist dorm, wirkt
nur als Kraft - weiter aber wenn die Trübung in die Existenz tritt gegen dos Helle,
dos ist da, wo man die Farben gewöhnlich erscheinen sicht -
die Farbe ist einfach dieses: ein Helles und Dunkles kommen zusammen so doß 20
dos eine durch dos andre scheint —ist dos Dunkle Grundloge und ein helles drü­
ber, so scheint dos Dunkle durch dos helle, beide sind wirksam, ebenso wenn dos
Helle hinten und vom dos Dunkle ist, so durchleuchtet dos Helle dos Dunkle und
dos ist die Farbe - dos ist die einfache bestimmnng, eine Vermischung überhoupt ist
grau, so doß keins für sich exisdrt, nicht zum Scheinen durch ein andres kommt —: 2s
•dos niederträchtige Grau« - wie Göthe sage so müssen beide auseinander gehal­
ten werden eins dos andre trübend oder erhellend — und diese Vereinigung ihrer
Wirksamkeit macht die Farbe «scheinend —dos ist die 'Vorstellung die alle Menschen
gehabt hoben, die aber durch Newcomsdie Gelehrsamkeit verdunkelt und auf die
Seite Gestellt wunde bis Göthe in seinem großen einfachen Naturveistond dieses jo

betrachtete und die falschen Experimente und Schlüsse Newtons aufzeigte und in
viele Modificationen hinein dis auch verfolgt hot - Göthe nennt dos Honptphäno-
mrn dos Urphänomen, und dos ist der gesunde Sinn bei dem Wesentlichen bei dem
289,, Grundphänomen stehn bleiben, wo die bedingungen einfach sind — | die Farben
sind schon Verwicklung —die Hauptsache ist doß man zueist dos Phänomen in sei- is
11er Einfachheit nimmt, die weitere Quälerei die man dem Phänomen anthut macht

13 e»| Hk s. 21 helles] Hk: dunkb 22 beide] Hk: beides 23 durchleuchtet! Hk: durch
leuchtt 30 wurde] Hk. hat
PHYSIK 1123

Verwicklungen aus denen n u n wicht Schlüsse ziehen kann - die Göthesche Ansicht
hot viel Widerspri/cA erfahren. 1) weil Gothe Poet isc, mcht zum Handwerk zum
Fach gehört —aber alles Menschliche ist Gemeingut - es erscheint heutiges Togs also
ab ob die Gelehrten wie die Aegyptischen Priester eine eigne Kaste bildeten, so doß
s die die draußen außerhalb der Zunft sind, sich müssen verschreiben lassen in Rück­
sicht dessen wessen sich die Zunft bemächtigt hot —
2) es ist unglaublich wie groß die Nachbeterey ist, die durch Jahrhunderte hin­
durch fortgeht - wenn Einer noch nicht die Sache gesehn hot, so versteh/ er es mcht
dos zu sagen was er sehn soll —er würde aus der Kaste ausgeschlossen werden und
io nicht fiir ebenbürtig angesehn werden; diese Furcht vor der Autorität hält ab, mit
eigenem reinen Sinn zu sehen, aufzufassen. Newton ist vielmehr als beispiel auf-
zufiihrn wie man schlechte Experimente und schlechte Schlüße macht der Ruhm
Newtons ist zwar sehr impomrend —was er geleistet ist ein bloßes Messen gleich
einem Tischler, die breite der Farben etc. hot er nicht selbst gemessen, sondern ein
is Anderer —Man kann aber die Grenze zwischen den einzelnen Farben nicht genau
angeben —also ist der R uhm Newtons in Ansehung des Mathematischen eine Sa­
che ßlr sich, hot nichts mit diesem Licht Phänomen zu thun |
bringt man im Hellen eine Trübung hervor, so hot man gelbes, dagegen dos 290m
blau. —daher ist der Himmel blau oder auch schwatz auf hohen bergen unter den
20 Tropen. —hat man ein Helles dohmter so hot man vorn ein Medium dos es triibt
also gelb —hält man ein Schwarzes dohmter, so sicht man blau —
dos Prisma, womit Newton operirt hot, ist’s womit man immer openrt, was man
immer wiederholt —dos Prisma aber ist Glas - macht durch seine Gestalt und durch
sich, doß es ein andres Medium als Luft ist —Wenn man da durch sieht, oder Son-
25 nen Licht durchfällen läßt, so sieht man Farben; oben wo dos Glas dick ist ist die
Trübung stark, da hot man blaues ein dunkles dos erhellt wird - und unten wo es
ganz dünn ist, in der Spitze kriegt man gelb und etwas roth/.J Hauptsächlich ist
nun aber zu beachten, doß Newton dos Prisma gebraucht —aber dieses Instrument
ist wirksam als trübend —denn es ist ein Medium, durchsichtig zwar aber weniger
30 durchsichtig als die Lwft —da hot man also ein Determmimdes der Durchsichtig­
keit —Determination in Ansehung des Orts und der Durchsichtigkeit - da hot man
also ein Instrument welches trübend ist, verschiedentlich trübend - auf dis Medium
hot nun Newton ganz und gar keine Rücksicht genommen dos ist ein Houptvor-
w urf der ihm zu mochen ist —als ob dos Prisma nicht für sich wirksam wäre - Es is/
is eine Gedankenlosigkeit, weil Newton gewußt hot, doß eine Farbe | da eischeine, wo 291^
Hell und Dunkel zusoninientrißt - also: wo Farben erscheinen muß ich ein Trüben­
des haben und da ich verschiedene Farben höbe, verschiedene Trübungen in der Dicke

5 außerhalb) Hk: aus 7 NachbetereyJ Hk. Nah beterey


1124 NACHSCHRIFT HUECK ’ (8 2 8

der gesunde Mensche» verstand weiß daß die Farbe nicht so hell ist als das wei­
ß e - d a s weiße ist farblos, ist Lidit, Helligkeit überhanpt schwarz ist ebenso farblos,
dos Gegentheil des Hellen/. J Nun weiß man daß wenn man die Farbe vor das Weiß
hält, dos trübe ist - blau ist eine kalte Farbe —weil sie dunkler ist —so nimmt dos
jeder an, daß zur Farbe Hell und dunkel gehört —da folgt dann: Newton nimmt an, s
daß das hell aus 7 dunkelhciten bestehe - schmiert dann 7 Farben im Kreis hemm,
und man sieht dann keine distincte Farbe gewöhnbeh grau —helles überhaupt, das
zugleich dunkel ist - im Pädagogium zu Halle hat ein Schüler gesagt es sey grau,
aber weil der Professor sagte cs sey weiß, so sagten es Alle nach - man kann auch
machen daß es schwarz sieht —,wie nämlich cm Engländer sagte: dos schwarze beste- i«
he aus den Farben. —Macht man die färben gehörig hell, so kann dos Auge durch
die schnelle drehung kein einzelnes fassen und sieht daher grau - macht man sie
dunkel, so kann man schwarz sehen - wenn das Particuläre sich vermischt so bleibt
nichts als Helligkeit — man könnte ebenso sagen dos Helle Wasser bestehe aus 7
srhmuzigcn Wassern - die Mahler wissen dos aus gelb und blau machen sie grün - i$
292ttk Newton sagt, diß grün im Spectrum sey ein andres Grün als dos | man durch's
Zusammen reiben erhält - mischt man bloß gelbes und blaues Pulver so sieht man
grün - auch irn Spectrum entsteht es auf diese Weise - die Farben erscheinen an den
Rändern - die Gränze ist ein festes, wenn man die Fläche entfernt, so werden die
Ränder breiter —so gut, als wenn man durch ein kleines Loch dos Licht auffallen 20
läßt, so werden beim Entfernen die Ränder breiter, man kriegt ein breites gelb und
breites blau, da wo sie Zusammenkommen erhält man grün, hält man die Tafel noch
so daß sie getrennt sind, so wird - die Mitte weiß - Orangeroth, Violett hält kein
Mahler für eine einfache Farbe
dm 8“ August § 320 (gegen das Ende) diese Einheit des Dunklen und Hellen bleibt nicht dabei 2s
stehn, sich auf eine solche äußerliche Weise zu einander zu verhalten, sondern es
geht bis zu der an sich seienden Verdunklung des bestehens der Materie, Schwere,
fort - so daß mit ihr ebenso verbunden ist diese Idealität welche Licht ist, so gibt
es ein für sich existirendes Finsteres und für sich vorhandenes Helles — materiell
ah Eins gesetzt, daß die Idealität, welche Lidit ist mit der noch äußerlichen Idealität, »
welche Schwere ist, als Eins gesetzt ist - dos ist der Körper selbst, in sofern er Farbe
ist - das ist der individuelle Körper der Gestalt; dos Weitre ist die Parriculorisanon
der Gestalt - die eiste Particularisation der Gestalt ist daß das Lidit die partim/äre be-
st/rnmlheit der Körperlichkeit ausmacht - dieses ist das Dunkle, nur In sich seiende,
dessen In sich seyn nur gesucht ist - daß das Licht die Particularität ausmacht - daß js

die physika/isc/ie Idealität mit der Idealität als Schwere in Eins gesetzt ist das ist
dann die k ö rp e rlic h e F arb e - |

3 das] Hk: den 7 das] Hk dß 21 werden) Hk: wid


PHYSIK 1125

diese Einheit ist dann der substanzielle physika/üc/ie Körper - dieser substanzi- 293^
eile Körper ist dos Metall überhaupt, Metalhtat - wir wissen, daß alle Farbe von
Metallen herkommt daß das Metall der allgemeine FärbestofF ist, hier in dem nur
erst gestalteten Körper können die Eigenschaften als abgesonderte Materien darge-
5 stellt werden, denn es ist noch nicht lebendiger Körper sondern wo die Form noch
nicht wahrhaft durchgedrungen, noch nicht in sich refleebrt ist - das Metall ist also
Identität der beziehung der Schwere. - Wir wissen von den Metallen daß sie diese
Gediegenheit sind, die in dieser Einheit bestellt - sie haben diese hohe spezifische
Schwere die mit der Idealität des Lichts identisch gesetzt wird - die die Intensität der
io Specification der Schwere ausmacht -
Weiß und schwarz - dos bestimmte was mamfestirt wird ist die Farbe und dieses
Farbigte ist Vereinung dieser Idealität und der Schwere. Es ist also bemerkt, daß
die Metalle dos farbigte sind - was früher reine Erde genannt wurde ist weiß -
die Säure, dos befeuernde ist dos, was als äußerlich erhellend die Dunkelheit zur
is Particularität der Farbe bringt - diesen reinen Erden liegt metallische besrimmunj
zum Grunde, und sie selbst sind Oxyde; man hat sie Metalloide genannt. Metall
ist nun überhaupt das Färbende, wie dann an seiner specifischen Schwere die Farbe
hervortritt und verschwindet zeigt sich am Erhitzen der Metalle, denn durch dos
Erhitzen wird dos Volumen und damit die specifische Schwere modificirt —wie nun
20 diese Ausdehnung unnicrklich oscülirend fortgeht - so spielen dann auch darin die
Farben —Silberblick beim Schmelzen des Silben —zuerst wird es beim Schmelzen
trübe, dann ziehn die sich einander verdrängenden farbigen bogen über einander
her, bei weiterer | Erhitzung wirft das Silber einen reinen blick von sich, und dann 294,,
ist seine Schmelzung vollkommen; erhitzt man es mehr, oder läßt man es erkalten
zs und erhitzt es wieder, so läßt sich der Silberblick nicht wiederherstellcn; diese Ver-
ändrung bringt Modificadon in den Farben hervor —diese Farben können auch
fudrt werden —(Göthe's Farbenlehre -)
Man erhitze einen polirten Stahl und er wird bei einem gewissen Grade gelb
anlaufen, nimmt man ihn schnell aus dem Feuer so bleibt er gelb, dagegen wird er
30 mehr erhitzt so wird er purpur - diese Farbe macht den Uebergang zum blauen -
Purpur ist eine höhere Intensität des gelben - R oth und grün stehn sich einander
gegenüber; grün ist die bloße Vermischung von gelb und blau, Roth ist die Ver­
mischung daß das Gelbe anfangt wieder dunkel zu werden durch eine durchdrin­
gende Vereinigung —dieser Punkt ist schwer festzuhalten denn er geht schnell ins
js hochblaue über —so wird der Stahl blau gemacht —
Jedes Metall hot also seihe bestimmte Farbe, aber es kann von seiner bestimmlheit
aus einen gewissen Kreis von Farben durchlaufen und zwar mit der Veraiidrung der

9 wird) H k: wrdn 13 ist] H k : sind


1126 NACHSCHRIFT HUECK ' 1828

specifischen Schwere, dos ist der innige Zusammenhang dieser Specification mit der
specifiuhen Schwere - hier ist es eigen, daß dos Lieht diese physikalische Idealität
im Materiellen als immanent gesetzt wende — als physikalische bestimmung Dif-
ferenzirung Pardculamirung der Individualität —das Weitre ist, daß der matriell
bestimmte Körper sich zur Luft und zum Wasser verhält —nicht zum Feuer als sol- s
ehern, denn das Feuer ist so zu sagen chemisch betrißt das reale Verzehrt werden der
körperlichen Individualität; diese Verhältnisse Processe sind so zu sagen theoretisch
noch nicht practisch noch nicht die Individualität als Ganze —sondern cs ist ein Wer-
295m hältniß nur zu | Elcmentarischen Allgemeinen, die er auch als eigne Particulantät
an ihm hot, als eine Pardcularisirung der Individualität selbst 10
$321 $ 321. dos Unterschiedene an der Individua/itat (dos erste ist die reine Idealität
Schern an der Individualität als Farbe) die brst/rnmun# der Individualität nach dein
Unterschied - das indifferente Finstere (Sehelling nannte das Metall das geronnene
Licht, das materiell gewordne Licht das damit Farbe ist) Metallitdt, das chemisch
brennbare oxydirbare —• is
hier sind wir bei der Gestalt überhaupt —Es ist zweitens nun das Pritteip des Für
sich seyns der Verschiedenheit - aber noch nicht des Processes des Für sich seyns, noch
nicht des Feuers, sondern des Fürachseyns zunächst als Eigenschaft der körperlichen
Individiro/ität, als dem Individuum irr ihm angehöng —was w ir im Mechanischen
als Sprödes gehabt hoben irrt allgemeinen Elcmentarischen als feuer —die brennlich- 20
keit in ihr selbst, die noch nicht zum brennen kommt, sondern gegen die abstracte
Allgemeinheit, gegen die Lieft im Verhdltniß steht - , die Lieft ist in dieser beziehung
das Verzehrode proceßloser Proceß, der zu seinen Seiten noch nicht ganze Körper­
lichkeiten hot - das ist das was man Geruch heißt, der abstracte specißschc Proceß des
individuellen Körpers - die unscheinbare Verflüchtigung —der Geruch der Körper 2s
wird einerseits als Eigenschaft andrer Seits als Riechstoff, Oel dargestelit äthemc/ics
Oel, das als Flamme verbrennt —das physikalische Für sich seyn ist an sich der Pro-
ceß aber nur zum abscroctm Elementarisdien zur Lnft - im Geruch zeigen die Körper
ihre Eigentümlichkeit im Verhältniß zur Lieft - indem sie sich zeigen wenden sie
fade, verliem ihre Kraft - es ist ein stilles Verzehm, auch das Metall riecht - , da ist jo
2')hm, $ 322 es dann bloß Eigenschaft ( weil es sich in seiner Substanrialität erhält - das andre
Moment Pardcularisirte Neutralität - beim Geschmack - dos haben w ir im Was­
ser als Element gehabt, welches von allem welches schmeckt das Medium ist. der
Körper als neutral ist trennbar in seine bestandtheile - deshalb lösbar - das Wasser
ist dos allgemeine Medium, worin diese Lösung vorgeht —(daß die Gegensätze zur js
Wirksamkeit kommen zwischen zwei Salzen, dazu gehört Wasser) der Geschmack,
indem er zur Aeußerung kommt, da beginnt der reelle Proceß des Körpers, er

I I an der] H k andr
PHYSIK 1127

werde in seine Auflösung gezogen - der individuelle Körper hört beun Schmecken
auf, als solcher zu bestehn das Verhaltmß nach außen, der reelle Proceß beginnt —der
neutrale Körper ist trennbar, der Körper schmeckt als neutraler Körper —Saure
und Kali gchom zu dieser Neutralität, Salz ist trennbar —seine concrete Neutralität,
i das Individualistin der Neutralität ist trennbar vom Wasser - so das Wasser int Kry-
stall —das abstrurt neutrale indem es concret neutral wird —so exisurt es allerdings
nidu mehr als Wasser.
Das sind die Formen der Körperlichen Individualität. Farben Metall das brennbare
als reine Form als Princip überhaupt Eigenschaft ist's der Geruch und 3M das Neu-
io tralc in seiner bestinimiheit ist das Princip des Geschmacks —das ist diese sich hier
ergebende Einthei/un^ der unorganist/ien Körper. —
Zum Neutralen gehörn diese Theile der Neutralität, Oxyde Saure etc —die Er­
den selbst sind Oxyde, die einer Saure bedürfen um cm Neutrales zu bilden —es
macht als Oxyd die eine Seite zum Neutralen aus. —so war die Mineralogie ein-
is getheilt in Erden Steine, brennhehe Körper - Metalle überhaupt - substantielle
Körper —die brennbaren Körper - Princip des Rühens - in dieser Abstracuon noch
nicht brennend, sondern das Moment der Differenz des Unterschieds nach Außen
gehrtd —der proceßlose Proceß dieses Verflüchtiget» in der Lufif, | das 3" ist der todte 297„
Proceß das Neutrale, das parnculansirte Wasser, so ergeben sich diese Unterschiede
20 des Körperlichen nach begriflsbestimmungen so sind es Vethaltnissc des Elementari-
schen - Im chemischen ist es das daß sie exisdrnd hervorgebracht werden, das exi-
stirnde Erzeugen dieser Körperlichkeit —
Zunächst haben wir diese Parncularisanon der Körper der Farben metallische Par­
ticularisauon gehabt —dann riechende Körper dann Geschmack —diese 3 sind also
2» bestimmte Körper in ihrer Paruculantat in ihren particulären physikalischen bestimmt-
heiten, deshalb verhalten sich die Körper nach denselben noch nicht zu einander,
sondern nur zu den Elementen —Nun aber ist es bemerkbar, daß der individuelle
Körper sich zum individuellen Körper verhält, oder daß der Körper nachdem er die­
sen Kreis der Particulantät durchlaufen hat - als physikalische ganze Gestalt auftritt,
so und als solche verhält er sich zu einer andern physikalischen ganzen Gestalt
§ 323 der Körper nach den besondern Momenten seiner Totalität verhält sich § 323
zu den Elementen —insofern er ab Totalität gefaßt wird, seine begnfls bestimmung
durchlaufen hat, so tn tt er nun ab Totalität nicht mehr zu einem abstraerrn physika-
lischen Verhaltmß sondern in Vethdltniß gleichfalls zu einem Ganzen der Korperlich-
is keit und b t nach dieser Seite zu betrachten ab physische Individua/itäten - und
zunächst verhalten sie sich in diesem Verhaltniß ab selbstständig, das erste physikali­
sche Vcrhallniß ist das oberflächliche Veihaltntß worin sie noch außereinander bleiben

5 so] H k dß
1128 NACHSCHRIFT I1UBCK • 1828

jeder was er ist, und sich nur gegen einander spannen, und diese Spannung a u f idc-
298,* eile Weise äußern diß ist die Electricität | elcctrüc/ir Spannung - clcctriscfies Liehe —
hier wird das Lieht erzeugt
- Indem der Körper nach seiner individuellen bestimmrheit zunächst nacii dieser
abstracten bestimmrheit sich wicht als ganzer Körper verhält, verhält er sich zu dieser s
brstiwiwifhrit als zu einer äußerlichen insofern diese eine abstracto brsowdre ist, im
äußerlichen abstrarten verhält er sich zum Element überhaupt —verhält sich der phy­
sisch individuelle Körper zum physisch individuellen Körper zunächst so, daß sie in
diesem Verhältniß bleiben sich selbst gegeneinander verhalten
§ 323. dis Verhalten ist vorn Mechanischen zu unterscheiden vorn bloßen Gewicht, io
welches einen druck ausübt —dis Verhältniß das hier eintritt ist ein physikalisches
Vahältniß, des individuellen Körpers so d.rß er in diesem Verhältniß selbstständig
bleibt —
§ J24 5 324 - hier ist die Form der Erscheinung näher angegeben; die beriihrung setzt
den 11“ August, die Differenz der Körper in ihnen selbst, es macht sich einer in dem andern geltend »
aber so, daß sich doch jeder fiir sich erhält —die Körper sind so in diesem Verhaliniß
dirimirte an ihnen selbst, an sich selbst entzweyte Spannung in ihnen, die aber we­
sentlich eine Spannung gegen den andern ist aber die Spannung eines jeden Körpers
in sich ist so beschaffen, daß jeder Körper selbstständig und ganz bleibt was er ist; es
bleibt seine Realität - und cs ist noch eine Spannung in ihm, dis, wogegen er sich 20
spannt, kann nur das ganz Abstracto, Physikalische seyn - das ganz Ideelle oder, was
dasselbe ist, er wird gespannt im Verhältniß zum andern Körper, dieses worauf sich
diese Differenz bezieht wirklich ist ist nicht seine Realität, sondern ganz nur sein ab­
stracto Fürsichseyn, welches in die Differenz gegen den andern Körper tritt und in
ihm selbst in die Differenz gegen seine Realität tritt - Licht - ein gespanntes Licht, is
299,* entgegengesetztes Licht - § 324 | Spannung, so daß in diesen Gegensatz nur das ab­
stracto physische Seyn des Körpers eintritt, nicht seine Totalität, er sich als reeller von
sich unterscheidet; daß das Verhältniß zweier Körper zu einander einen Gegensau
des abstränen, und damit ideellen Für sich seyns bildet, daß das was different gegen
einander erscheint —,diese ihre physika/üc/ie Idealität ist, und das ist das Licht, das das 30
Aufheben der Spannung ist - dieses gedoppelte gespannte Leuchten, daß das sich
aneinander neutralisirt und so den Proccß aufhebe das ist überhaupt die Electricifaf —
darüber zu bemerken, daß der electrüc/ie Proceß ein ganz oberflächlicher ist, nur auf
der Oberfläche der Körper hervortritt —daß er nicht chemisch ist, keine Oxydati­
on keine Verändrung im Körper hervorbringt nach specifisclur Schwere, Cohäsion 35
etc - der Körper bleibt was er ist - diese Oberflächlichkeit selbst ist es zweitens, daß
das, was so in Spannung gegen einander kommt nicht ein Reelles Concretes des
Körpers ist, sondern nur seine physische einfac/te Sclbstischkeit und das ist das Licht -
das Erste was man dabei hat um es näher vor die Vorstellung zu bringen ist, daß
PHYSIK 1129

die Körper nicht bloß in mcchanischan Veihallniß gegen einander sind, sondern in
physischem; wir stellen um vor, daß Körper aufeinander nur drücken, aber ebenso
verhalten sie sich nicht bloß mechanisch sondern als physise/ie Körper zu einander,
und so setzt einer seine unterschiedene bestimm/heit in einen andern - überhaupt
5 nur relative gegen einander Differenz überhaupt, die hier zum Vorsehein kommt —
Wenn ich streiche, drück, einfach berühre, da ist Electrimaf vorhanden - theils hebt
sich das Verhältniß wieder auf - |
bei der Homogencitat der Metalle theilt cs sich den Metallen mit, und durch 300*
diese Mittheilung wird es zu einem Grad gebracht —diese Differenz ist damit in
10 dieser Homogeneitat verschwindend - wo aber sonst beriihrong Statt Endet, ist Elec-
trintät vorhanden/./ jeder Druck setzt die Körper in Spannung, in ein physisches
Verhältniß das kein anderes seyn kann, als dieses —Ihre Idealität unterscheidet sich
von der Realität — und das ist das Licht, hier entsteht das Licht an den Körpern
auf eine gespannte entgegengesetzte Weise; diß ist wahre Polarität des Lichts (nicht
is was man gewöhnlich so nennt) positive negative Electridfdf Harz und Glas Elec-
tricität — die bei jeder Erweckung der Electricität sogleich vorhanden ist; man hat
diese benennungen zu lassen als sinnlir/ie Unterschiede - Man hat etwa gefunden
daß diese Electricität die sich am Glase mamfesdrt auch negativ seyn kann durch
Reiben zweier Glasröhren —wobei der leiseste hauch die Elcctncitäten verändern
20 kann —Es ist also die Electricität nicht so ein Wesen für sich, daß sie hin und her
schweift und sich den Körpern mittheilt, bei der Elcctririfdf kommt es noch nicht
zu einem Concreten Physischen ist nur der Anfang physischer Concredon zu Stande
gekommen; die elearischcn Lichter sind verschieden gefärbt röthhdi und bläulich - Ge­
ruch — Geschmack —auf eine schwache, verschwindende Weise —der Entladung?
äs flinken kann zünden - das Lidit geht nur zu einem Anfänge des Feuers fort - diese
reine Idealität des Lichts indem sie der Anfang des Auflösern, des Physikalischen wird,
wird sie W ärm e Flamme/./ Im Entzünden sieht man das Anwenden des Ideellen
auf das physika/üc/ie bestehen - Man hat hier angegeben daß der Schlag bei | der
Endadung ein Mechanischer scy, und die Entzündung die mechanisr/ie Wirkung
30 einer Erschütterung scy. - Es ist also ein Proceß aber noch nicht chemischer - ein
abstracter physika/üc/rer Proceß in welchem die Körper als solche noch nicht anziehn,
w o das Product des Proccsr« noch ein Verschwindendes ist - hier erhält es einen
Zusammenhang mit der physika/irc/ien Natur der Körperlichkeit, man muß sich das
zu eigen machen können daß Körper nicht bloß auf mcchanisc/ic, sondern auch auf
js physikalische Weise in beziehung treten; Verhältniß ist eine wesenüic/ie Kategone,
wo jeder selbstständig bleibt und doch sich in andern spannt, in andern sich different
setzt; das ist physikalische Idealität Licht

4 einen andern] Hit etnadr 20 daß] Hk: ds


1130 NACHSCHRIFT IIUECK • 1 8 2 8

das VethäUniß zum Magnetismus ist dann. daß d ir Gestalt abstracto brstimmmig der
G estalt als M agnetism us, T hatigkeit die orts bestimmend ist, G egensätze, der durch
ein e exisn m d e M itte zusammrngchalten w i r d -----(haut m an einen M agnet ent­
zw ei, so hot m an in jedem Stück einen M agneten^ — so behalt jedes d e n Characrer
gespannt zu seyn in Rücksicht a u f das andre; insofern diese Differenzen so zu be- %
sondern Existenzen kom m en, so hot m an Elccrriciiaf —d e r chemische Proceß zeigt
d ah er electrüe/re und magnetische Spannung —
f 325 Chemischer Proceß in Form des galvatmr/irn P ro c e u n — w en n die K ette geschlos­
sen ist, so verschusndet d er Proceß. dieser abstrocte Proceß w orin die K ö rp er sich bloß
nach ih re r physischen Idealität zu einander verhalten, da ist der Proceß zu reell, da 10
tr itt d e r Magnetismus hervor —d er Gegensatz ist in der wirklich gcschlossnen Kette,
302,. aber proceßlos, d e r Proceß ist geschlossener | Gegensatz der sich nich t bew ahrt —
deshalb tritt M agnetism us hervor —der chemische Proceß ist Totalität enthalt die­
ses, in sofern e r n u r eingcleitet ist, die W irkung noch nicht zerstornd ist, da ist die
bedingung der clcctnsc/ien Spannung vorhanden, berü h rt sie sich wirklich, so ist diese is
Differenz fnr sich n ic h t vorhanden, da ist magneftsr/ie S p annung —
R e a le r Proceß Chemischer, die K örper die zunächst n u r in der Spannung gegen
andre sind nach dieser physikalischen Abstramon Licht sind, nach ihrer Particularität
in Verhalmiß zu andern o rte n —die Reolisirung derselben ist im chemisc/ien Proceß
vorhanden 20
d e n 12“ A ugust die beziehung der K ö rp er a u f dos Ideelle noch abstrocr aber physisch ist die Elec-
tricität realer Verhältnisse d er lndividueßeri K örper zu einander u n d der Proceß der
realen K örperlichkeit der ist der chemische Proceß — der alle diese M om enre in sich
begreift aber als abstracto M om ente — M agnetismus sind diese abstracten Extreme
d ie d u rch eine M itte in beziehung sind, und electrisc/i d u rch keine M itte in bezie- is
h u n g —diß ist abstrarr, der chemische Proceß ist das Verhalten von realen K örpern -
w o der K ö rp e r in seiner R ealität einw irkt —; es ist die R calisiru n g des K örpers, so
d aß nich t seine Selbsäschkeit überhaupt, w elche als Licht sich offenbart, sondern
seine ganze N a tu r sich offenbart
S 326 die Iden tität der K ö rp er die nicht identisch sind —dieser W id ersp ru ch ist Proceß, jo
303,. der Proceß ist dos unterschiedene identisch zu setzen und dos | identische zu diffe-
renziren, d iß vergeisten der K ö rp er — d iß sehen w ir in dem M agnetismus und in
E lectridtdi —h ie r ist dos Identische C oncret vorhanden —als N eu tra l, A bstum pfung
der E ntgegensetzung — das N eutrale begeistet sich zu Extrem en, u n d das Extrem
h a t b egierd e nach ein em andern — kann es nicht aushalten in seiner besonderiieit, is
m u ß sich in te g n re n

14 iii.,] Hk• 1»,, 3 0 Wt<ler*pruch] Hk W udspr 35 einem andern] Hk. einadrn


PHYSIK 1131

§ 327. Formaler Proceß - Verbindung bloß Vmduedener - Synsomacie - A mal- $ 3 2 7


gamanon, Vermischung von Körper«, die ihrer Natur nach auf eine Seite, Reihe
gehören, eines dritten bedürfen, welches ihre Mine wäre, ihre indifferente Mitte -
ihre Substanz, welche sie nöthig hatten um zusammen zu kommenf.J Vermischt
s man Weingeist und (Alkoholat) so ist das Gemische mrht blaß eine Verbindung
zweier, sondern ein eigenthümlidies —die speci/üc/ie Schwere erleidet eine wesent­
liche Veränderung —ebenso, wenn man 2 Metalle amalgamirt —da tritt eine Ver-
ändrung der speci/üc/ieii Schwere em, die nicht blaß eine arithmetische Composid-
on aus der speci/isr/ien Schwere der beiden andern ist, sondern ein drittes —beispiel
io von Hiero und Archunedes —weil der Goldschmidt Hieto Gold und Silber zusam­
mengeschmolzen hatte —und in Verdacht war, mehr Silber genommen zu haben so
berechnete Archimedes die spcctfische Schwere (was er erfunden) dieß that er mit
Unrecht, weil die specifische Schwere bei der Mischung eine eigcnthümliche wird —
das ist der formale Proceß —wo bei der Verbindung sich specifische Schwere. Farbe
is etc verändert —Kupfer Zinn Zink gibt das Glockenmetalle —so auch die leichte
Schmelzbarkeit der verbundenen Metalle —
dis ist noch nicht der reale Proceß —dieser erfordert Körper die eine wesentliche
Differenz gegeneinander haben welches nun die wesentliche Differenz der Körper
gegeneinander ist —ihre wahrhaften Particularitaten haben wir gesehn | näher aber » 4 *
20 erzeugt sich diese Differenz irn chemischen Proceß —
§ 329 »der chemische Proceß hat unmittelbare Körper zur Voraussetzung« ihre $329
Gegensetzung ist es, die in Verbindung tritt, wodurch der Proceß vorhanden ist,
ebenso der Proceß des Ausscheidens der Körper und durch dis Ausscheiden das Pro-
ducirn der Körper und dadurch sind die Körper in einem Stufengange untersdue-
29 den —ihre Pamcularität beruht auf der Stufe, auf der A n und Weise des Processes,
auf welcher sie ausgeschieden werden —wir haben die PirticulariUU der Körper aus
dem begriße herausgehn sehn; hier sind es in der Existenz bestehende Körper die
in ihrer Particuiariral erzeugt werden und die Einthfi/uig der Körper ist danach zu
machen welche Stufen des Processes das Erzeugende desselben sind, der Kreis der
so Körper ist nur der Proceß und jeder Körper ist ein Moment des Processes —jeder
Körper ist nur dieses, durch welchen Proceß er zur Selbstständigkeit heraustntt
§ 328. Form des Processes —die Körper mit ihrer ganzen Individualität greifen $ 3 2 8
in den Proceß ein —Neutrale, die mit einander in Verbindung gebracht werden —
Saure und Metalle —wasserlos geht der Proceß nicht vor sich, sondern Wasser muß
js hinzugesetzt werden damit der Proceß Leben bekommt —Eine Saure, die nur Saure
ist geht nicht den Proceß ein —ebenso wie Salze für sich nicht/./ Es ist also weil
die Körper als Gestaltungen oder als parncularisirtc Individualität in Verbindung

27 find) Hk: ist 28-29 zu machen] Hk zumhen


1132 N A C H S C H R IF T H U E C K * 1 8 2 8

gebracht w n d m so ist ein drittes erfoderlidi w odurch sie in b erührung gebrüht


w erden — das ist ihre an sich seynde Einheit - die M itte w o rin sie eins sind, so ist
d an n nicht ihre Paraculontör gesetzt —sondern dis dritte ist dos Indifferente - |
JnS,B sie sind die Extrem e - der Schluß, die Verbindung ist durch ein d rittes welches die
an sich seynde Einheit ist. dieses 3* dis M edium diese M itte ist dos Elem cntansdie s
überhaupt — als Wasser, als Lieft; es bedarf zu allen Processen Lnfr und Wasser; um
den chemischen Procr/J sind alle battnrninnj^en der Körperlichkeit versammelt, sind
alle d an n wirksam und erleiden M odificaooncn —C ohäsion H ärte Farbe etc - und
ebenso, dos Elementansche tritt darin ein, der chemische Proceß ist etwas höchst
M annichfaloges um ihn zu fassen m uß m an an seinem begriff festhaltcn an den io
Particulansationen und m uß die Stufen, A rten desselben unterscheiden und nach
den Körperlichkeiten die jeder Stufe, jeder Weise des Processes angehören —scheert
m an alles ü ber einen Kamm, so ist dos die Allgemeinheit, die zu nichts fuhrt - bei
Aufzahlung der Grundstoffe w ird dos Heterogenste zusammengestellt — Sanerstoff
M etalle Schwefel —dos Wesentliche ist die Particulansation des Processes festzuhal- 15
ten und die Körper zu nehm en nach diesen Stufen des Processes, so ist dos Elemen­
tare dos selbstständige und som it dos Vermittelnde —dos Elementarische wird selbst
in Differenz gesetzt — im Wasser werden Salze aufgelöst — darin komm en sie zu­
sammen —Metalle werden geschmolzen und so flüßig mit andern verbunden, indem
dos Wasser so in d m Procc/? cingeht, so ist cs dos N eutrale — in dem Gegensätze a
den es in sich aufhim m t verhält sich dos W asser nicht passiv, sondern die Differenz
wird darein gesetzt, nicht ab äußerlicher Stoff, sondern e r selbst w ird diffcrenzirt;
die Differenzirung dieses Elem entansdim gibt nun diese abstracren Differenzen |
vic>,„ a u f die m an in der C hem ie überall losgeht O .C . H .N . selbst 4, w ie die Elem ente 4
sind, so daß abo die N atur hierin in die 4 fallt, sich äußerlich in der zw eiheit mani- 2s
fesdrt — diese Stoffe bilden n u n selbst einen Kreis, der durch den begriff bestimm!
ist. Stickstoff Abstractian der Indifferenz die dem Lichte überhaupt oder als Elemeri!
der Luft entspricht; die Luft w ird nach chemischer betrachrungsweise ab oxydirter
Stickstoff angesehen, das unbcgeistete der Luft — die Lieft iss begebtet — des Ath-
m ens fällig---- der Sackstoff hingegen unterhält kein Licht, kein Athmen, es kann a
in ihm kein Anderes exisdren — Sauerstoff und W asserstoff sind die 2 Seiten der
Differenz, Wasserstoff dos brennbare Sauerstoff das b rennen — das 3“ oder das 4"
ist der Kohlenstoff, das indische Elem ent — so w ie der Sackstoff das Radical, dos
Abstracte der Luft ist, so ist Wasserstoff entsprechend d em Wasser, der Sauerstoff ist
dieses beziehliche Differenzirnde belebende, nach A ußen zugänglich machende —be- »
gcistende —an sich dem Feuer entsprechende. K ohlenstoff ist dos Irdische -

12 aiigchorcn| Hit. igcbot


PHYSIK 1133

diese Abstractionen gehom also der Seite d a chemischen Processej an daß das
Elenicntarische als abstracto Medium in den Proceß überhaupt eintmt theils um
die Differenzen zusammen zu bnngen um ihre bcziehung zu vermitteln — dann
aber wird das Elcmentarisrhe auch ausgesdueden —es wird beim chemischen Proceß
s Wasser gebildet —indem der Körper sich particularisirt, so sdieidet er dies« Un­
bestimmte Abstracte von sich aus —diese Seite d io« Moment daß das Elementa-
nsehe in den Pmceß eintntt, selber in die DifTerenz gesetzt wird | daraus kommen 3
die chemischen Abstractionen - das ist das Gatalten, das das Chemische im Proceß
hat — vornehmlich der Sauerstoff das säuernde spielt eine Hauptrolle — er ist dis
■0 welch« die bcziehung ausmadit, die beziehung auf A nders —bringt d ise besam-
mung hervor, ist die abstrade Differenz — (differenz ist das Gekehrt seyn gegen
andr« da tritt der Sauerstoff überall hervor -) damit ctu<as in Proceß treten kann, so
muß seine eigen thümlifhe Differenz eintreten es muß Oxyd werden, das andre ist
das Kab —daß dis begcistet wird —kaustisch wird - sich gegen das andre sich zu set-
is zen begicrlieh wird ist auch Sauerstoff - da ist im allgemeinen die Stelle anzugeben,
wo im chemischen Pmceß diese chemischen Elemente hervortreten.
Im chemisc/ien Pmceß kommt es nun darauf an, daß differente vorhanden sind, donmtag dm 14“
A u g u s t.
wie die Differenz nach welcher Weise der Körper in dem Proceß erscheint nach
welcher bestimmwy» diese Differenz gaetzt ist. der chemische Proceß ist endlich, dioe
20 Endlichkeit hat verschiedene Seiten, fürs erste daß die Körper die den Proceß eingehn
selbstständig sind, batehn können ohne den andern (alle nicht, die zu weitrer be-
geistung, mit einer Notliwendigkeit fortgehen daß das andre auch existirt in Bezie­
hung auf einen chemischen differenten Körper —) diT Körper kann existim ohne
sein andrs, es fingt der chemische Körper also nicht für sich den Pmceß an, sondern
2S wenn ein andrer an ihn kömmt.
die andre Bestimmung der Endlichkeit ist —die damit zusammenhängt, daß der
chemische Proceß gefaßt wird auf eine äußerüche Weise daß der chemische Pro­
ceß in ein Resultat ausgeht, in welchem der chemische Proceß erlischt, weil er auch
seinem Inhalt nach einseitig war und auf eine andre Weise existiit als die Körper
so die den Proceß eingingen/j | Um seinen Verlauf durchzumachen zur Totalität zu 308»
gelangen muß er weiter gehn, die einfache Form negiren - di«e Unterschiedenen
Momente d a Ganzen fallen auseinander und erscheinen ab verschiedener Proceß und
da hört der Proceß auf - so ist die Totalität, die der chemische Proceß ist zersplittert
worden in eine Anzahl verschiedener Processe, so daß das Raultat weiter geführt
3» werden soll durch den Kreislauf, so daß das Raultat auf äußerliche Weise wieder in
den Proceß gerißen werden muß

15 brgicrluh Hk. Lesung uusuher da] Hk: dt 25-27 kömmt. / die ...Wene| Hk kömmt, dß der
hem Proc gfaßt wid auf ein außlihe Wisc / de adr bst dr Endl ist - d dait nithigt, 28 weil) Hk
wenn 33 Totalität.] Hk Totihut;
1134 NACHSCHRIFT HUECK * t 8 z 8

S 329 329 — 2 verschiedene Verlaufe Neutralisation und zunickgehn zum Auseinan­


der fällen —aber der chemücAe Proce# and diese beiden Seiten — Feuer Proeeß —
Wasser-Proceff -
In den unterschiedenen bestimmun^en des chem isehen Processes kommt es drauf an
wie die Differenz: gesetzt ist, wie dos belebende ist, es berührt sich, komm t zusammen 5
damit ist der Widersprnr/i gesetzt und damit Thatigkeit bewegung — Proceß über­
haupt; dus Resultat ist die Reduction dieser entgegengesetzten bestwi/m/nj’rn zur
Einheit —
das was als erste Form des chemischen Pmcesses anzusehn ist, ist, daß die Diffe­
renzen, die belebenden begeistenden als glnrhgülnge Körper fiir einander existirn als 10
abstroefe glnrhgülnge Existenzen; ein solcher Körper ist nur diese bestimm/heit - und
diese ist er auf eine abstracre Weise —dus sind die Metalle —das ist die Metallität -
§ i )0 die Gediegenheit. § 330 - hohe spccifisclte Schwere diese Homogencität, Gleichför­
migkeit, Flüssigkeit in sich selbst - diese Leiter der Wanne und Electridldi (was in
31)9,* einen Punkt gesetzt ist, ist | sogleich gemeinschaftlich gesetzt (wie in Wasser) Glas 15
kann auf einem Punkte stark electrisirt seyn, der andre ist es nicht —überhaupt ist
diese lncohärcnz seine wesendic/ie bestimmung) Metall also ist dieses Leitende über­
haupt, in sich Gleichförmige, die Metalle sind bestimmt gegen einander von verschie­
dener specißscher Schwere verschiedener Crystallisation - so sind sie nun also diffe­
rent. die werden zusammengebracht - , so setzt eins seine bestimm/heit in das andre. 10
Ihre flußige Natur macht, daß sie diese speafisehe Natur sich mitthcilen - die Natur
wild in eins gesetzt wodurch zunächst das electrisc/ie Vcrhälttnß, die Spannung der­
selben gegen einander entsteht - der Körper bleibt zugleich was er ist, nur auf diese
ideelle allgemeine Weise geht er ein, und kommt nur zur A eußning des Lichts; aber
die Metalle müssen ihre Gemeinsamkeit erhalten; wird nun Wasser zwischen sie 2s
gebracht, so geht der chemisc/ie Proce/J los - das Wasser ist die abstrorfe Neutralität,
Jedes Metall setzen da hinein ihre Differenzen —das Wasser ist dieses Neutrale, auf­
lösbare unbestirnm/e, dos Wasser kann nicht widerstehen diesem Widerspruche, der
dadurch in ihm gesetzt wird - , er ist auflösbar an ihm also nimmt sich jedes der un­
terschiedenen Metalle seine entgegengesetzte hestinunung wodurch es sich zu einem 30
Ganzen integri/t —das ist der allgemeine begriff des Galvanischen —
hier ist Differenz an sich in den Metallen sie werden in beriihrung gebracht, be­
harren dabei an sich, aber wird Wasser zwischen sie gebracht, so ist das das Medium,
310,* in dem sie sich vereinbaren | aber ein auflösbares Mittheilendes, in dis auflösbare
wird die Differenz gesetzt und dos ist dos belebende dos belebt worden ist — den «
WidersprwcA in sich hot, also Thatigkeit, und die Thatigkeit ist, den Widcrsprur/i
aufzulösen; dos eine Metall mtegrirt sich aus dem Entgegengesetzten zu welchem
dos Wasser bestimmt worden ist; es ist an sich die Differenz — die Söiire ist also
an sich Saure, an sich aber auch Kali dos ist etwas relatives hin und her gchndes,
PHYSIK 1135

Positive —Negative Reihe der Metalle —die wieder unter sich positiv und negotii’
gegen einander sind. Also an sich ist dos Metall diese bestimmfheit und ist an sich
auch dos entgegengesetzte, im Proceß kommt es nun dozu, doß es «lieht bloß an sich
dos Entgegengesetzte ist, sondern cs aueh an ihm existi/t zi/r Ersehe«nung kommt, dos
5 ist der galvattische Prnceß - da hot man nun verschiedene Ansiehten halt es für Oxy­
dation —dos aber Nebeneinonder Desoxydirt; es kommt auch zur Hydrogenei tat/./
Heutiges Toges ist dieses Gang und gäbe, doß der galvanische Prnceß die galvanische
Thatigkeit (Galvani Versuche an Frösehen —Volta befreite es von diesen Umstanden
und führte es auf die Wirkungsweise der Metalle auf einonder zurück, doß diese
io nicht ihre Existenz hot im Organischen wenn es gleich im Organischen zur Existenz
kom m t/./ Im Gesehmok findet man diese zur Existenz gebrachte Entgegensetzung
als sauren und als Italischen Gesehmak —Volta hot diese einfachen Platten mulupbcirt
zur Säule) —Electncität sey —und das gilt noch jetzt - die galvanische Säule sey der
trockne Leiter der ElectricitOt/./ | Es sey nur Leiter der Electridtat der Metalle für 311„
i» die trocknen dos Wasser der feuchten Later, auf Leiter wird die gonze Wirkung zu­
rückgebracht —und doß der Gegensatz nur ein Electnsdier sey - da hot man donn
die Electro-Chemie; Metalle seyrn die electrisc/i differenten; wenn die Electridfo/
in ihnen in bewegung gesetzt wäre, so wirkten sie so electnsch auf einander —dos
Grundübel hegt in dieser Vorstellung von Leiter, doß es dazu kommt doß dos Wasser
20 für einen schlechten electmc/ien Leiter erklärt wird —dos ist die hartnäckigkeit der
Theorie, die sich entschließt, diß zu sagen
Man stellt sich vor —man hot eine clcctmc/ie bacterie wenn man zwischen die
Metalle ein Gemische hineinthut besonders Salzsäure oder etwos Kalisches Ammo­
niak, so ist die Thatigkeit unendlich lebendiger - dis ist kein Wunder —denn da ist
25 nur die Differenz der Metalle, wird diese unterstützt durch ein solches welches schon
selbst SOure oder Kali ist, so ist der chemische Prnceß unendlich lebhafter - da sagt
man nun, Säure sey ein besserer Leiter als dos Wasser, die Sache, doß es schon als che­
misch different existirnde Substanzen sind, die sich chemisch wirksamer zeigen nach­
dem die Thätigkeit noch mehr in bewegung gesetzt worden - dos ist der Grundfehler
jo dieser oberflächlichen Ansicht, doß man bloß sagt Leiter - Metall als trokner Wasser
als feuchter Leiter - Man kann aber auch die Differenz setzen durch verschiedene
Säuren, die man unter einonder gießt; steckt man da ein Stäbchen hinein, so doß es
zwischen die beiden Säuren kommt, so ist | da auch chemische und damit galvoni- 312^
sehe Thätigkeit vorhonden - Es ist gleichgültig ob ich 2 sogenannte feuchte Leiter
35 in beziehung auf einonder bringe oder 2 trokne - die erste Erscheinung die wesent­
liche Form ist die Differenz —Prof. Pohl über die galvanische Kette stellt die wahre
Thätigkeit des Galvanismus und Chemismus dar - etwos schwer geschrieben - Es

4 auch Hk Lesung unsicher


1136 NACIISCIIRIPT IIUECK • 1828

w«d da diese ihre Thätigknt in ihren Elementen in ihren wahrhaften Verhältnissen


untersucht. dir HeirptbestimmMig nt diae dann, daß jedes Metall dann, was auch in
d a Mitte ist, die Differenz setzt in dis relativ Indifferente, je d a die entgegengesetzte
bestinnnung seiner ~ nicht die homogene bestimmung. die baden Metalle machen da­
mit die Mitte zu dem Entgegengesetzten in ihm selber indem jedes die ihm entge- j
gengesetzte batimmim? in dis Neutrale setzt das ist d a wahrhafte Standpunkt —d a
begriß, die Sache in diesem chemiselien Proceff, da schwindet die leere oberflächliche
Vorstellung - nun muß dem was Lebendigkeit ist, einen begrifTbeigcscllcn
In Ansehung d a ehemisclien und magnrtisdien Moments ist sehen angegeben je
lebhafter d a chcmüc/ie Proceß ist, d ato geringer ist d a electnsche, 111 d a chenü- 10
sehen Thäugkeit Wirksamkeit ako tritt d a Körper selbst in die Vrründrung ein,
hingegen irn elenrischen Moment ist cs nur die Spannung die subsistirt und es tritt in
Procrff nur ein seine ideelle Selbsuschkeit — im chemue/ien aber versehwindet diese
und somit die electnsche Erscheinung
das ist die erste Form d a chemischen Processes, daß die Differenzen als unterschie- is
dene Selbstständige Körper da sind - die Metalle - selbstische Particularität - |
die 2" Form in welcher die Diffaenz exisart ist das Gegentheil d a vorigen, in
d a ersten Form war die Differenz ruhnd selbstständig und das Wasser die wahr­
hafte reine Mitte - das Mögliche Differenzirt zu werden - die 2“ Form ist nun d a
FeucrprocefJ genannt - den brgrj/fda Feuers haben wir früher gehabt d a Unruhe 20
in sich selbst, die materielle Zeit in sich selbst die DifFeroiz und die Unruhe seina
Differenz —1m Feuer sind beide Vereinigt, aba so daß sie zugleich in dieser Thä-
tigkeit sind, hier exisnm die Differenzen ak Differenzen a b a zuglach vereinigt in
diaem Für sich seyn; das Feuer ist selbstthädg selbst different machend, begeistend —
diac abstracre Unruhe, worin die Differenzen noch nicht materialisirt sind; es ist 2s
dis worin es sein Material hat, und das was es in ihm ist, dice Differenzen die noch
in Unruhe sind zu realisiren die Körper zu begeisten —sic different zu setzen nicht
nur wie im galvanischen Proceß- sondern sie eben ak befeuerte zur Existenz zu brin­
gen d.h. ak solche, die selbst unruhig sind; es theilt ihm seine ganze U nruhe mit,
producirt also Satire und kaustische Kalien - eine noch nicht neutrale Srfrire, reine n
Saure kann nicht existiren ak soldie, ebenso kaustischa Kali, denn es ist diese Unru­
he dis Feuer an ihr selbst - die sie verflüchtigt - sie oxydirt sich macht sich ihr Ent­
gegengesetztes macht sich ihre Neutralität - wie man sagt, bildet Wasser nimmt an
Gewicht zu - | dos Kalium, indem es, wie man sagt Kohlenstoff anzieht, das ist die
2te Form wie die Differenzialng existirt —da ist noch manches andres beigemischt »
es sind beide vereinigt, o d a noch abstracter Proceß

27 setzen] in Hk folgt eineTcxllikkt ivn einer IIi'riiiln^e


PHYSIK 1137

Nach diesen Stufen druckt sich die besurrmitheu der Körper aus
§ 334. das eiste war das Verhaliiuß von Metall zu Metall, das Resultat dieses Pro- S » 4

cewes sind 4 Oxyde. Was den 2"" Proceß angcht, den Feuer Proceß sind diese Oxy­ d m l5“ Augu*i
de und auf der andern Seite das Vcrbrennhehe überhaupt Schwefel etc; was aus dem
s Proccß hervorgeht ist das begeistendc der Saure und auf der andern Seite das kau­
stische Kali. Kohlensaurer Kalk wird kaustisch. - kohlensaurer Kalk ist eine formelle
Neutralität, so ein Abstractes. - Aus diesem Proceß Feuerproceß geht Saure und das
Kaustische, Kali, hervor, dis sind dann die Voraussetzungen des Wasser-Procerso
Neutralisation §
io diese Spannung gegeneinander die die Differenz selbst ist Säure und Kah sind
auch different hier treibend als ein Trieb, als ein Widerspruch der Existenz, die Säure
das Kah hat einen Trieb, einen Widerspruch in ihrer Existenz; die Säure kann nicht
ruhig bleiben stumpft sich ab exisnrt als der Widerspruc/i schlechthin der Feuer an
ihr selber befeuert - verbrennt das was sie findet, ncutrabsirt sich, integnrt sich an
is demselben; das Wasser ist das allgemein vermittelnde, das Product dieser so gegen
einander Gespannten und in sich schon in der Existenz seynden ist d<s Salz —das sind
die 3 Stufen des Procesiei - Metall - Oxyd und Kah und Salz -
§ 333. der Proceß in seiner Totalität daß neutrale Körper mit einander in den SM
Proceß kommen - bei dieser Neutralität ist das | Wasser das Vermittelnde der Sei- 315«
20 ten; Voraussetzung des Proceis« sind die Neutralen; das Neutrale ist der chemische
Körper in seiner Totalität; diese Neutralen sind neutral überhaupt aber zugleich muß
auch eine Veischirdenhnt in ihnen selbst seyn. das eiste ist daß diese Differenz sich
manifesarcn kann, im Wasser zunächst ist die Differenz eingehüllt neutrahsirt (im
Metall ist sie auf andre Weise eingchüllt, besteht in der Gediegenheit des Metalls —
25 hier ist sie abgestumpft in dem andern) »hier tritt die Paruculansaoon ein« —Wahl­
verwandschaft —Eine Säure sättigt ein Oxyd, es kommt ein andres Neutrales durch
Wasser gelöst hinzu —nun kann cs der Fall seyn, daß die Saure jetzt aufhört, diese
neutrale Verbindung zu enthalten und thatig wird gegen das Oxyd das in andern
Salzen enthalten ist — Verwandschaft ist so ein leeres Wort es soll die Säure ver-
» wandt seyn dem Kali - die Säure wird different vorzugsweise gegen a n anderes
Oxyd —warum verlaßt sie dieses Kah? —Da sagt man weil die Verwandschaft zu die­
ser andern basis stärker ist, das soll nun der Grund seyn - Da tritt die Paracularisa-
oon der chemisch bestimmten Körper ein. In neuern Zeiten hat nun die Reihen des
Kali und der Säure wie Richters Stöchiometrie zwar ein höchst pedantischer Schwall
ss von formellen Sätzen 9-11 Hefte hier in berlin erschienen, wo er diese Versuche

2 334.] Hlr 334 » - • 3 4 Oxyde] liehe Anm 9 5) «rt Hk R m der Z n l t unbeulmebcn 29 ist,]
Hk: wdn 30 ein änderet] Hk: emadem
1138 NACHSCHRIFT HUECK • 1 8 2 8

gründlich nach chemischer Analysis bestimm! hot (in Frankreich G uyton Morvcau)
der Grundsatz ist »daß neutrale Verbindungen« etc. |
3 i 6 1IV W enn sie sich ausgetauscht haben, so hat man nachher auch 2 N eutrale Sal­
ze - dos ist der H aupt-Stöchiom etrisdie Satz —dann hot man die R eih e hiernach
bestimmt — und das sind diese Verha/iriiue des c t t o i ^ c i o v — diese T hcilc überhaupt s
bestimmen wieviel um eine Einheit Saure zu sättigen van jed em basischen dazu
g ehöit — dieselbe R eih e aber gilt (irr jede andre Saure, n u r daß jede eine andre
G rund-E inheit hot —eine andre M enge von basischem —die R eih e der Verhältnisse
bleibt dieselbe - M an hot Atome geschaffen, dos ist ein überflüssiger Ausdruck; es
ist nichts w eiter als Einheit dam it gem eint — berzeüus hot dos w eiter ausgeführt 10
und sehr ausgedehnt —und das ist ein Hauptsatz der die Q uanntät betrifft, zb wenn
ein Metall sich oxydirt, so gehört eine gewisse Menge von Sauerstoff dazu — um
die verschiedenen O xyde zu bilden; da sagt Derzebus, daß w enn eine O xydanon
mit einer gewissen Q u anntät Sauerstoff Statt gefunden hot — so tritt eine höhere
Oxydanonsstufe nicht mit jeder andern Q uanntät ein, sondern es sind M oden, nach is
denen sich dos andre O xyd bestimmt. —diese höhre Oxydationsstufe hat man zum
Verhdltniß zur geringeren arithmetisch bestimmt, daß das Verhältniß der Q uantität
sey 1, 15 oder 2 —so hat man die Quanatätsbestimmurg durch alles hindurch nä­
h er untersucht uruf hot finden wollen, daß die Verhaf/nisse ganz bestimme und ein­
fach seyen und zwar nicht nur Saure und basis, sondern auch Metall in Verbindung 20
rnit Schwefel oder des Radicals einer Saure mit dem Sauerstoff —alles hot man ge­
nau anthm etisdi bestimme und die Verhdf/niß-Reihen angegeben —dis ist allerdings
höchst w ichng —daß diese Verhä/fnisse der Q uantitäten so einfache Verhältnisse sind
und durch alles hindurch sich behaupten, dos Meiste ist durch Erfahrung bestimmt,
3l7m aber eine ungeheure Menge ist | hypothetisch, daher ist genau herauszuheben was zs
wirkliche Erfahrung und was hypothetuc/ie berechnung ist.
Dos sind nun die Stufen gewesen bis zur Neutralität zum Salz. Stufe der C om -
posinon, welche chemische Verbindung mit einander setzt vom indifferenten Metall
an; dos andre der Proccß welcher die Totalität genannt worden ist, Ptoceß der N eu­
tralen mit einander —schon da ist Scheidung mit verbunden; die andre Seite ist nun jo
die Scheidung — daß dis ebenso wieder die Stufen durchläuft bis zu r metallischen
f 3J 4 Indifferenz. § 334. - aber diese Auflösung überhaupt dis D irim iren in die abstracren
Extrem e ist ebenso durch eine Voraussetzung bedingt, durch ein äußerlich vorhan­
denes Agens: es ist nicht dis, daß dis N eutrale sich in ihm selbst wieder dirim irt,
sondern das N eutrale ist dieThörigkeit des Abgestumpften. - (die Säure, das Kali sind js

abgestumpft der Pm a ß ist am Ende; soll er w ieder angefücht werden so m uß von


Außen h er dos dirim im de hinzutreten) In jeder chemischen Verbindung ist auch

2 Grunduuj Hk Cd uzt 15 Moden) jo llk, nWIrtc/fl lesen. Knoten


PHYSIK 1139

eine Scheidung vorhanden, sie sind nicht so getrennt, wie wir sie da »gestellt haben;
diese beiden Weisen des Ganges müssen so aus einander gehalten werden. - Ver­
schiedenheit zwischen einem vollkommenen und einem unvollkommenen ehernischen
Ptoceß. — Chemischer Proceß ist alles - aber ein solcher Ptoceß wo die die in den
9 Ptoceß eingehn nicht diese vollkommene bestimmrheit der Seiten zu einander hoben
ist als ein unreifer unvollständiger Proceß anzusehn der von dem zu unterscheiden ist,
was den | wesentlir/irn Stufengong ausmacht, die ganz besondre Paraculansaäon ist 318,»
zu unterscheiden von dem wie das Ganze m seiner vollständigen Weise exisart
der chemisc/ie Proceß ist so das höchste Leben des Unorganischen; aber er ist noch
10 nicht Leben —Es hot etwas sehr Verführerisches hier schon Leben zu sehen und nun
die Lebensfunctionen Athmung Verdauung auf chemische Weise fassen zu wollen,
der chemische Proceß ist aber noch der Ptoceß als Endlicher
§ 335. es ist der begriff der hier zur Erscheinung kommt; die individuellen Kör- § 335
per die als selbst ständige gegen einander erscheinen, deren Selbstständigkeit wird
is aufgehoben ebenso sehr als sie verbunden werden - Diremnon der Extreme, die
ebenso in eins gesetzt werden und dieses was so in eins gesetzt wird sind individuel­
le Körperlichkeiten nicht wie im Magnetismus, daß bloß der O rt bestimme wird ——
Anziehung Abstoßen das sich identisch setzen des Ungleichnahmigen und abstoßen
des Gleichnamigen der chemische Proceß aber ist der daß die Momente des begriffe
20 realisirt sind, reelle Körper sind, ganze vollständige Körper - solche Seiten sind es,
die in eines gesetzt werden und ebenso dirimirt werden - sie sind ideell gesetzt, das
bloß Ideelle wird aufgeschloßen zur realen Existenz. —der begriff der zur Erschei­
nung kommt aber nur zur Erscheinung noch nicht Leben, die Endlichkeit die noch
nicht Leben ist —dos erste sind die Metalle, die ruhig und gleichgültig da hegen -
25 bis ein | Medium an sie kommt, dos sie inThätigkeit setzt —. die bcdingungen d a 319,»
Thängkeit sind einander äußerlich, existiren als selbstständig - d/eThätigkeiten gehn
in einander über —das neutrale Salz ist das Product —das ebenso wieder ein Todtes
selbstständiges ist daß es wieder zum Gegentheil, dirunirn kommt, daß die Unter­
schiede gesetzt weiden geschieht auf äußedidie Weise
» dos ist die Endlichkeit des chemischen Processes. dis ist im Fortgange d a begriffder
Lebendigkeit, die a b a noch nicht als solche existirt; d a Anfang und dos Ende des
chemisc/ieii Processes fallen zusammen existiren gleichgültig gegen einanda.
die Wa/irheit des chemischen Processes ist dis, daß d a Proceß in sich zuruckgeht -
in seinem Ende seinem Producte wieder thätig ist, ein Product welches producirt
ss und nichts producirt als sich selbst

13 335] H k : 235 19 Gleichnamigen] Hie Glihnamig / nur d. »bstrfolgt eincTextlucke von rn«i dm
WorlUngcn ds Körpers d.folgt nachmals eine Textlucke ivn etwa dm Wortlangm die blebd i cletr Pro R a i
der Zeile unbeschrieben. 22 aufgeschloßen] H k: ausgshlßn 24 ist] H k : sind 31 Anfang] H k:
Anfgds
1140 NACHSCHRIFT HU ECK * 1828

§ ti6 § 336 —
das D irim im des Neutralen. dir Selbstständigen zeigen im Proccß daß sie nirht
wahrhaft selbstständig sind, und die neutralen zeigen daß nicht wa/irhaft cm sub-
je rtim geistiges band ui ihnen ist. und daß das n u r ein Zustand ist. Abgestumpft
seyn der Unterschiede n u r als Zustamihehkeit - der begri/f des Lebens ist so gesetzt s
daß dis die Wahrheit derselben ist. die Körperlichkeit überhaupt wohl zu existirn,
aber schlechthin nur verbunden zur E in h at, die also das Ausscheiden die Direnition
derselben ist — J

1 S 336) H k 5 336 an sich ist d i fo lg l etm t Trxltuckr mp» rtiwi zw ei HtortUttgcn gsccz«« 8 derselben) H k:
10
dnelbn ist - ) m H k fo lg tein verzierter S tk lu flitrvh über d m Z eilen
ORGANISCHE PHYSIK 1141

O rg an isch e P hysik. 320,.

Physische Pamculantüt ist Individiia/ität - der dienmc/ie Proceß stellt im Allge- dm 18**Auput
mcinen dar, daß alle die als selbstständige körperliche IndrVidua/itäten erscheinen nur
ein Voriibcrgelmdcs, nur ein Moment sind, und dis Resultat ist dann das Leben
s die Indnndna/ität so, daß die Unterschiede zu denen es sich reahsirt - der begriff sich
ausbi/det zu diesen Particulanütrn - dieses nur frrr den begriff Momente sind, die
er in seiner Einheit bestimmt und erhalt, daß er ihr Daseyn nur als ein Momentanes
gesetzt hat, das allen Sinn und bedcutung nicht in seiner Einzelheit hat, sondern sich
darstellt auch in seiner Existenz, sein Gelten und bestehn nur in dieser Einheit hat -
io diese Einheit ist somit nicht mehr individuelle, sondern subjertiVe Einheit, als Einheit
negativ gegen ihre besonderheit, Parncularität —so daß diese besonderheiten sich
als Momente des Procesrer zagen - erzeugt weiden im Proceß und in ihn zimick-
gehn (nicht außer ihm trage exisarnj, so stellen sie in ihrer Existenz auch dar das
Herabsetzen zum Moment - und sind nur dis. Im chemischen ProcefJ ist cs noch
i$ äußerlich ist noch nicht gesetzt scheint daher nur zufällig zu seyn, daß es a n Ganzes
der Existenz ist, aber Leben ist dieses, daß so a n besondres Paracularisirtes nur ist als
Moment des Ganzen, daß das sein Sinn, bedeutung und bestehn ist -
das eiste war die Sphäre des Mechanismus, Idealität, subjertiVe Einheit als Mittel­
punkt —als solcher nur gesucht |
io das 2Uwar daß der Mittelpunkt mit den Metallen identisch ist, das Metall, indivi- 321Ä
duahsirt bestimmte Identität, die Individualität nicht als das Allgemeine Uebergrei-
fende über diese Particulansation - das 3“ ist nun die Einheit beider, das in sich seyn
der Schwere und zugleich ihre Diremnon. das Zerfallen in Gestaltungen die sich
nur als Glieder darstellen ihre Substanz nur im Insichseyn haben; das ist das Leben
25 überhaupt der begrj/f diese Concrete, erfüllte Idealität, die Realität dieser Idealität
ist daß die Momente des begnßs ab selbstständig erscheinen aber nur vorübergehnd
sind nur Momente im Proceß und die Einheit ist wa/trfiait nur subjektive Einheit ab
Idealität ab bestehn dieser Gestaltung - wodurch sie nur Glieder sind, ihre Substanz
nur haben durch das Leben
jo § 337. das erste ist das Leben ab unmittelbares Leben; ab solches ist es todtes § 3 J 7
Leben nur das bild des Lebens das Leben ab ein sich anderes, das Proceßlose ab
Unmittelbares nur das Knochengerüste des Lebens, der Organismus ab Todtes. aber

13 so] H k - so ist - 26 ist] Hk sind


1140 NACHSCHRIFT IIUECK • 1828

fJM 5 336 -
d a s D i r m u m d e s N e u tr a le n , d ie S e lb s ts tä n d ig e n z e i g e n im Proceß iL iß sie m d u
w a h r h a f t s e lb s ts tä n d ig s in d , u n d d ie n e u tr a le n z e i g e n d n ß n i c h t w a h r h a f t e i n s u b -
jerfiu es g e istig e s b a n d u i ih n e n is t. u n d d a ß d a s n u r e i n Z u s t a n d is t. A b g e s tu m p f t
s e y n d e r U n te rs c h ie d e n u r a b Z u s t ä n d i g k e i t — d e r b e g r iff d e s L e b e n s ist s o g e se tz t »
d a ß d is d ie W a h r h e i t d e rs e lb e n is t. d ie K ö r p e r lic h k e it ü b e r h a u p t w o h l z u e x is tir n ,
a b e r sch le c h th in n u r v e r b u n d e n z u r E i n h e it, d i e a ls o d o s A u s s c h e id e n d i e D i r c n itio n
d e r s e lb e n is t — |1

1 $ 336] Hk: $ 336 an sich ist tisfolgt eine Textlurft* ivn etwa zun' IVonlängrti |prt7t> 8 dcn*l‘*"l Hk: 10
dsszlbn bi —] in Hk folgt rin i t n i etter Schlußnruh über dm Zeilen
ORGANISCHE PHYSIK 1141

O rg a n isc h e P h y sik . 32o„

Physische Particulaniät ist Individualität - der Altmische Vroceß stellt im Allgc- den I«1 AugiM
meinen dar, d<iß alle die als selbstständige körperliche Individualitäten ervheinen nur
ein Voriibergehndes, nur ein Moment sind, und dis Resultat ist dann dos Leben
s die Individualität so, daß die Unterschiede zu denen cs sich realmrt —der begriff sich
ausbi/det zu diesen Particulontäten - dieses nur für den begriff Momente sind, die
er in seiner Einheit bestimmt und erhält, daß er ihr Daseyn nur als ein Momentanes
gesetzt hat, das allen Sinn und bedeutung nicht in seiner Einzelhat hat, sondern sich
darstellt auch in seiner Existenz, sein Gelten und bestehn nur in dieser Einheit hot —
io diese Einheit ist somit nicht mehr individuelle, sondern subjektive Einheit, als Einheit
negativ gegen ihre besonderhat, Paräcularitat —so daß diese besonderhnten sich
als Momente des Procenes zeigen - erzeugt weiden im Proce/f und in ihn zunrek-
gehn (nicht außer ihm trage cxisdrnl, so stellen sie in ihrer Existenz auch dar dos
Hcrabsetzen zum Moment - und sind nur dis. Im chemischen Pmceß ist es noch
iS äußerlich ist noch nicht gesetzt scheint daher nur zufällig zu seyn, daß es ein Ganzes
der Existenz ist, aber Leben ist dieses, daß so ein besondres Particulansirtcs nur ist als
Moment des Ganzen, daß das sein Sinn, bedeutung und bestehn ist -
das erste war die Sphäre des Mechanismus, Idealität, subjertiir Einheit als Mittel­
punkt —als solcher nur gesucht |
io dos 2“ war daß der Mittelpunkt rmt den Metallen identisch ist, das Metall, indivi- 321,,
dirahsirt bestimmte Identität, die Individualität nicht als dos Allgemeine Uebergrei-
fende über diese Pardculansation - dos 3" ist nun die Emhat beider, das in sich seyn
der Schwere und zugleich ihre Dtremäon. das Zerfallen ui Gestaltungen die sich
nur als Glieder darstellen ihre Substanz nur im Insichseyn haben; das ist das Leben
25 überhaupt der begriff diese Concrete, erfüllte Idealität, die Realität dieser Idealität
ist daß die Momente des begriji als selbstständig erscheinen aber nur vorübergehnd
sind nur Momente irn Proceß und die Einheit ist wahrhaft nur subjeefitv Einheit als
Idealität ab bestehn dieser Gestaltung - wodurch sie nur Glieder sind, ihre Substanz
nur haben durch das Leben
30 § 337. das erste ist das Leben ab unmittelbares Leben; als solches ist es todtes § 337
Leben nur dos bild des Lebens dos Leben ab ein sich anderes, dos Proceßlose ab
Unmittelbares nur dos Knochengerüste des Lebens, der Organismus ab Todtes. aber

13 so| Hk so ist — 26 ist] Hk: und


1142 NACHSCHRIFT HU ECK ' l 8 l 8

dieses als Organismus als ein System, ein Ganzes — w o die Unterschiede nur die
Stellen im Ganzen hoben —die Geologische Natur, der Leichnahm der Lebendigkeit,
dos 2te ist der vegetabilische Organismus die Lebendigkeit als subjcctiv als in sich
gehndc—in seiner Wesendichkeit, daß der begriff sich heraus hebt aus seinem unmit­
telbaren Daseyn und unterschieden dazu ist, so daß die Lebendigkeit die Idealität der s
322,% Unterschiede ist. Gliederung Systematisirung, Proceß | wodurch diese ausgeschieden
dtrimi/t werden, aber zugleich in der subjcrfnYit Einheit gehalten werden; Leben noch
als in sich seyndes in den Unterschieden —so, daß die Lebendigkeit sich vereinzelte,
daß die Glieder der subjertrim Einheit ungetrennt sind und als selbstständige Leben­
dige sind, die Oscdlanon zwischen dem A ußem nander des unmittelbaren Orga- io
nismus, und zwischen der subjeriiivn Einheit, dos Lebendige ist dis zerfallen in die
Glieder
des 3* ist der animalische Organismus, der wahrhafte lebendige Organismus in
welchem die Unterschiedenen in welchen sich der begriff entfaltet Körperlichkei­
ten sind, aber solche Körperlichkeiten die nicht entlassen werden von der subjecfiVm i5
Einheit, sondern in denen sie inwohnertd bleibt, so daß sie nicht zum selbstständigen
bestehn kommen, sondern als Glieder bleiben
du die 3 Unterschiede. 1. dos unmittelbare Leben der todte Organismus 2. das in
sich gegangne Leben, das diese Entzweiung in sich hat, zu H olz erstirbt —daß seine
Glieder selbstständige Subjette werden —3) daß die subjecriue Einheit sich erhält, daß »
die Glieder unter ihrer Herrschaft bleiben.

A. G e o lo g is c h e N a tu r . $338.

$ JJS W ir kehrn zur Eide zurück haben sie gehabt als abstrade Irdischkeit —dann die
Erde befruchtet mit dem Lichte dem Princip der Individualität und durch dassel­
be sich paracularisimd in bestimmte Individualitäten, physikalische — sich zurück- ts
323,* nehmen zur Einheit | Paracularitäten die als verschieden gesetzt sind, so tritt hier
dos Allgemeine der Paracularitäten wieder ein —diese Particu/an'sation sind besondre
Körperlichkeiten und so sind auch diese hohem Entwicklungen die subjertiues Leben
sind auf der Erde, dazu geht die Erde nicht fort, daß sie selbst als Thier Pflanze exi-
srirt ——sie ist —Thier Pflanze nur an sich, nicht als existimd —nicht als Leben dos »
zum Für sich seyn kommt, sondern die Subjecfe entwachsen der allgemeinen abstraefen
Lebendigkeit - dem allgemeinen physikalischen Individuum der fruchtbaren Eide,
der nur an sich lebendigen Eide, diesem Leichnam entwachsen sie — das Subjec/
setzt sich diesem nur allgemeinen Leben gegenüber und hat an demselben nur seine

9 ungeticnnf Hk. Lesung mstther 28 ond| Hk: ist JS


ORGANISCHE PHYSIK 1143

unorganische Natur aber seine unorganische Natur; dir Erde ist nur an nch leben­
dig —daher muß man damit nicht groß thun,daß die Erde an sich eine Pflanze, ein
Thier sry an sich aber ist diese Einseitigkeit; dos Wahre ist daß der begriff zur Wirk­
lichkeit kommt —der begriff exisumd. die Erde geht in der Partieniantäc des Physi-
s Italischen, in ihrer Particulansirung nicht dazu fort Crystall zu werden, sondern ist dis
Gestaltlose; es tritt an ihr nur der Magnetismus hervor - das Abstracfe der Gestalt,
Princip der Gestalt —Electrinfdf und Chemismus ist nur im meteorologischen Proceß
vorhanden und nicht wie an einem particulansirten Körper der Erde. |
Die geologische Natur ist dis überhaupt daß das Leben sich zum Objecte macht —un- 324*
io mittelbarer Organismus nur dos büd des Organismus, nur ein System; dos Leben macht
sich sich selbst zur Voraussetzung aber eben damit macht es sich zu einem Todtcn zu
einem andern als dos Leben ist, zu einem solchen dos dem Leben gegenüber ist
$ 339. so ist der Organismus ein System dessen Gebilde die Entfaltung darstellen S 339
der Idee die zum Grunde liegt, der bildungsproceß ist ein vergangner geschichdi-
is eher —dieses ist aber nur äußerliche Entwicklung, die Idee hat keine Geschuhte —
ihre Geschichte ist nur der ewige Fortgang —die Mächte dieses Processcs gehn uns
nichts an plane torisches Leben etc - so diese bestirnmung nach dieser Seite -
1 die Erde muß begriffen werden als System; man macht eine Menge geologische
Romane aus der Fantasie und mit dem troknen Verstände - Neptumsches System
za Vulkanisches System —man stellt dos alles vor, und sagt man hat das erklärt - zb. daß
das Wasser zuerst den Granit niedergeschlagen habe etc dann habe sich eine Auflö­
sung gebildet —aus der sich wieder Porphyr niedergeschlagen —da glaubt man nun,
daß man die Sache begriffen habe, wenn man sich dos geschichtlich vorstellt aber
dos macht in Ansehung des begriff keinen Unterschied daß es so dem Raum und
as der Zeit nach nach einander sich gelagert hat; | dis macht für den Gedanken keinen 325*
Unterschied sondern das Wesentliche wäre der Zusammenhang dieser Gebilde —die
blotltwendigkcit in dem Zusammenhang dieser Gebilde zu erkennen —daß dieses
jetzt und jenes später sich bildete ist ein bloßes historisches Aufeinander —
Man muß sich bei der philosophischen betrochtung dieser historischen Ansicht ent-
ao halten —Es ist genug in der Welt vorhanden das zeigt, daß da ein Historisches ge­
wesen ist —Lagerung von Palmen - alle nach Sonnmbcstimmun; gerichtet — Stein­
kohlen —Pflanzen Abdrücke in Urschiefer Muschelberge — Cuvier’s betrochtung
mit dem tiefen ungeheuren Naturgeiste - haben hier viel gethan -
$ 340. Andeutung von einem Zusammenhang - zuerst hot man es empirisch un- s 340
« tmucht —Verdienste Werners in der Oryktognosie und Geologie —beobarhtung
über die tiefsten Lagerungen über welchen die andern aufgeschichtet sind —und
die am äußersten auf sie gelagert sind sind die niedrigsten Zugleich - Höhe und

22 gebildet] Hk: gebildung 23 geschichtlich] Hk: gshihtbh sich


1144 NACHSCHRIFT IIUBCK * 1828

Tiefe nicht eine andre Fnqgr hier. Als Grundprincip zeigt sich der Granit —wor­
in nun dreiheit von Mineralien —gleich das erste ist also nicht ein Einfaches, das
Einfee/ie zeigt sich als Abstraktes —das eiste der concreten N atur zeigt sich soglnrh
als Concretes, das Abstrakte als untergeonlnet aus dem Concreten sich herausbil­
dend —die weitere Entwicklung ist einerseits eine Fortbestimmung des granitisdien s
Princips —weit herunter aufzuwrisen als Umbildungen des Granits, Syenit Gneis
Ghmmersdiiefer zeigt sich alles als Modificanon des Granits bis in den Trapp basalt
herunter |
326« die Modificanon dieser Grurtdbcsummimj' ist eine bestimmurjg, das andre ist das
Herausbilden des Abstraeten —Herausbildcn zum Metall und zu allem diesem das io
Gegenstand der Oryktognosie ist —da stellt sich sogleich in Parallele, daß un Gra­
nit solches abstraktes sich noch nicht findet, Metalle daher erst in Uebergangsgebir-
gen und Flötzgcbirgen —die Versteinerungen, organischer Gebilde fangt auch erst
w eiter an in den Gebirgen, die Modificadonen überhaupt sind, und das in sich
enthalten, was n u n Gange nennt. —das letzte sind dann mechanische Lagerungen u
Aufschwemmung von Sand —selbst ein Moment des Granits, theils T h o n — Fort­
bildung des Glimmers (deßen wesentlicher bestandtheil Thonerde ist) Feldspath ist
oscillirnd —in ihm ist schon Kalk —das was aufgeschwemmtes Land ist zeigt sich als
zertrümmerter Granit und mechanische Abscheidung in Verbindung mit Kalk - die
großen Gramtblöcke hier sieht man als Splitter einer Explosion an —G öthe im Heft 20
fin- Kunst und Alterthum ist auf den Freycnwalder Granit aufmerksam geworden
und hält sie für Reste von verwittertem Granit —so daß der Granit verwittert —und
sich Sandstein daran gebildet; diese Kerne selbst in sich crystallisirt sind —die sind
dann dieses was man als Geschiebe ansieht, die Kerne das Festeste was Unverwittert
geblieben ist —und hat die Ahndung daß das erhaltene Granitgebirge die Grundla- 2s
ge ausmache — |
327« der vegetabilische Organismus —der allgemeine begriff des vegetabilischen Organis­
d m 19“ Auguit mus ist angegeben; daß die subjeefiue Lebendigkeit im vegetabilischen Organismus als
Subjektivität ist, aber als das 2“ wo die Unmittelbarkeit noch nicht wahrhaft aufgeho­
ben ist, sondern die Pflanze schwankt zwischen dem eigentlich organischen (anima- 30
lischen) und zwischen dem Unorganischen, die subjetfiur Lebendigkeit ist unmittel­
bar bezogen auf diese eiste Unmittelbarkeit noch nicht für sich
$343 $ 343 die Subjectivitat und das sich Gliedern das Organisiren ist noch Unmit­
telbarkeit, selbst ein Subjectives, so daß es ein Unmittelbares für sich ist, selbst ein
Ganzes der Pflanze dis Zerfällen der Pflanze in ihrer Lebendigkeit; in ihrer selbstpro- 35
duction producirt sich die Pflanze, aber ihr selbstproducirn ist unmittelbares Zerfal­
len in Individuen so daß das eine ganze Individuum mehr n ur ein Aggregat —mehr

23 Sandstein dann gebildet! Hk. Sdstetn gebildt dann Ober der Zeile; venehenlUth vor Kerne eingewitsen
ORGANISCHE PHYSIK 1145

nur dus band von Individuen als die subjeclive Einheit von Ghedning ist und diese
Individuen sind nicht wahrhafte Glieder —eben damit ist die Differenz organischer
Theile dos Dirimiren ab solches nur eine oberfldch/iche Metamorphose, nicht eine
spec (fische Verschiedenheit, oder Zerfallen in Individuen; der eine organische Th eil
s kann leicht in die Function der andern übergehen, so wenig qualificute Erscheinung
haben sie gegen einander - z b. daß man die Krone in den boden setzt, und die
Wurz rin des baums in die Luft, so nehmen die Zweige die Function der Wurzeln an
und umgekehrt —so wenig ausgebildet differenzirt ist diese Diremtion der Pflanze in
den Gliedern —
10 $ 344. »Göthes Metamorphose hat Gedanken hineingebracht« - Göthe geht dem $ 345
nach wie die unterschiedenen Theile der Pflanze nur eine leichte Umbildung von
ein und demselben ist —Auseinander gehn und Resumirn in einen Knoten das gibt
dann den Kelch — | die blüthe (petala) eine Verfeinerung der Zweigblätter —die 328,*
weitren Theile die Antheren Pisnlle - sind bei vielen Pflanzen ganze blätter zur
is Hälfte fadenartig zur Hälfte blattartig gefüllte blumen die durch reife Nahrung ihre
Filamente zu Blattern bilden - sonst zeigt die Umbildung eines Theils in ein andres
die ganze Entfernung der Theile von einander —das ist bei den Th/mm anders —der
blüthenstaub an den Rosenstöcken zeigt sich oft sdion an der Rinde in kleinen
Flecken das ist, daß diese Differenziation nur in der Oberfläche ist - geht das weiter
ao fort, so zerfällt die Pflanze in viele Individuen/./ Jeder Zweig ist ein Individuum, der
seine Wurzel im Stamme hat - man sät Knospen man steckt Reiser abgeschnitten in
die Erde, die so für sich ein Ganzes bilden — das ist dieser Character der Lebendig­
keit —»der Prozeß der Gestaltung und Reformation des einzelnen Organismus«
beim Organischen haben wir 3 Processe zu unterscheiden 1 Gestaltungsproceß —
2$ Leben des Individuums in beziehung aufsich selbst seine innte Assimilation, daß alle
Organe sich gegenseitig Mittel und auch Zweck sind, das Zehren des Organismus
aus sich selbst, dieser Proceß des Organismus ist unmittelbar aber auch hängt zusam­
men 2. mit der Vermittelung nach Außen Urthcil —Verbindung des Individuums mit
der unorganischen Natur —erst bringt das organische Individuum sich zu sich selbst —
so zweitens verhält es sich zu einem andern,' 3. Gattungsproceß daß das Organische Indi­
viduum sich zu seines Gleichen zu einem andern verhält, das aber auch ein organisches
Individuum seiner Gattung seiner Art ist —das ist die Verbindung der andern beiden,
daß es sich auf sich selbst aber auch auf ein | andres bezieht, diese 3 Processe ma- 329,*
chen den Lebensproceß aus Gestaltung in sich, beziehung auf sich - sein Pmceß der
3s Reproduction des Individuums. Vermittelung mit der unorganischen Natur ist ebenso
wohl ein Produciren neuer Individuen wie der Gattungsproceß als solcher; bei der

1 hand| Hk: bde IS blumm Hk Lesung unsicher 31 das) Hit. dB 36 solcher] Hk: slhe »de
subj eizclnn folgt eine Textlücke i»nfünf oder mein Wottlängen auf de rellnfolgt eine Textlucke von einer Wort-
länge •
1144 N A C H S C H R IF T H U E C K * 1 8 2 8

T iefe nicht eine andre Frqgr hier. AU G ruridprinci/) zeigt sich d rr G ranit - wor­
in nun d re ih a t von M ineralien — gleich dos erste ist also nicht ein Einfaches, das
Einfache z a g t sich als Abstractes —dos eiste der c o n c rrtm N a tu r zeigt sich soglach
als Concrctes, dos A bstn rte als untergeordnet aus d em C oncreren sich hcrausbil-
dend — die w eitere E ntw icklung ist einerseits eine Fortbestinirnmi^ des granitisehcn s
Princips — w eit h eru n ter a u feu w m cn a b U m b ild u n g en des G ranits, Syenit Gneis
Glimmerschiefer zeigt sich alles als M odification des G ranits bis in d m Trapp bxult
h eru n ter |
die Modificarien dieser Gnuidbesummnn^ ist e in e bestimnnoig, das andre ist dos
Herausbüden des Abstracten — H erau sb ü d en zu m M etall u n d zu allmi diesem dos m
G egenstand der O ryktognosie ist —da stellt sich sogleich in Parallele, daß im Gra­
n it solches abstrocres sich noch nicht findet, M etalle d d h er erst in Ucbergangsgcbir*
gen und Flotzgebirgm —d ie V ersteinerungen, organisches G ebilde fangt auch erst
w eiter an in den G ebirgen, die M odificationrn ü b e rh a u p t sind, und das in sich
enthalten, was m an G änge nen n t. — dos letzte sind d a n n mechanische Lagerungen d
Aufschwem mung von Sand — selbst ein M om ent des G ranits, theils T h o n —Fort­
bildung des G lim m ers (drßen wesentlicher bestandtheil T h o n erd c ist) Feldspath ist
oscillim d —in ih m ist schon K alk —dos w as aufgeschwemmtes Land ist zeigt sich als
zertrüm m erter G ranit und mechanische A bscheidung in V erbindung mit Kalk - die
große« G ranitblöcke h ier sieht m an a b Splitter e in e r E xplosion an —G öthc im Heft a
fü r K unst und A lterth u m ist a u f d e n Freyenw alder G ra n it aufmerksam geworden
und hält sie für R este von v erw ittertem G ra n it —so d a ß der G ran it verwittert - und
sich Sandstein daran gebildet; diese K ern e selbst in sich crystaUisirt sind —die sind
dann dieses was m an a b Geschiebe ansieht, die K ern e dos Festeste was Unvcrwmcrt
gebbeben ist —und hot die A h n d u n g d aß das erhaltene G ranitgebirgc die Grundlo- u
gc ausmache — |
327« der vegetabilische Organismus — d e r allgema'ne begriff des vegetabilischen Organis­
den 19*” August mus ist angegeben; daß die subjecftVe Lebendigkeit im vegetabilischen Organismus ab
SubjecfiVität ist, aber a b dos 2" w o die U nm ittelbarkeit noch n ic h t wahrhaft aufgeho­
ben ist, sondern die Pflanze schw ankt zw ischen d e m eigentlich organischen (anima- io
lischen) und zw ischen d e m Unorganischen, d ie subjecfiW Lebendigkeit ist unmittel­
bar bezogen a u f diese erste U nm ittelbarkeit noch n ic h t fiir sich
$J4i § 343 die Subjectivität und dos sich G liedern dos O rganisiren ist noch Unmit­
telbarkeit, selbst ein Subjectioes. so d aß es e in U n m ittelbares fiir sich ist, selbst ein
Ganzes der Pflanze dis Zerfällen der Pflanze in ih re r L ebendigkeit; in ihrer selbstpro- is
duenon producirt sich die Pflanze, aber ih r selbstproducim ist unmittelbares Zerfal­
len in Individuen so daß das ein e ganze Individuum m eh r n u r ein Aggregat - mehr

23 Sandstein daran gebildet) Hk: Sdstein gebddt daran über der Zeile; versehentlich vor Kerne emgewitsm
ORGANISCHE PHYSIK 1145

nur <Ls band von Individuen als dir subjccftur Einhat von GUedrung ist und diese
Individual sind nuht wahrhafte Glieder —eben damit ist die Differenz organischer
Theile das Diruniren als solches nur eine oberflar/i/ic/ie Metamorphose, nicht eine
specißsche Verschiedenhat, oder Zerfallen in Individuen; der eine organische Theil
s kann leicht in die Function der andern übergehen, so wenig qualificirte Erscheinung
haben sie gegen einander —z b. daß man die Krone in den boden setzt, und die
Winzeln des baums in die Luft, so nehmen die Zweige die Function der Wurzeln an
und umgekehrt - so wenig ausgebildet diffcrenzirt ist diese Dirrmdon der Pflanze in
den Gliedern —
10 $ 344. »Göthes Metamorphose hat Gedanken hineingrbrodit« - Göthe geht dem f 34$
nach wie die unterschiedenen Theile der Pflanze nur eine leichte Umbildung von
ein und demselben ist —Auseinander gehn und Resumim in einen Knoten das gibt
dann den Kelch — | die blüthe (petala) eine Verfeinerung der Zweigblätter —die 328m
weitren Theile —,die Antheren Pisnlle —sind bei vielen Pflanzen ganze blätter zur
is Hälfte fadenamg zur Hälfte blattartig gefüllte blume» die durch reife Nahrung ihre
Filamente zu Blättern bilden —sonst zeigt die Umbildung einesThals in ein andres
die ganze Entfernung der Theile von einander —das ist bei denThieren anders —der
blüthenstaub an den Rosenstöcken zeigt sich oft schon an der Rinde in kleinen
Flecken das ist, daß diese Differenziation nur in der Oberfläche ist —geht das weiter
M fort, so zerfällt die Pflanze in viele Individuen/.) Jeder Zweig ist ein Individuum, der
seine Wurzel im Stamme hat —man sät Knospen man steckt Reiser abgeschmtten in
die Erde, die so fiir sich ein Ganzes bilden — das ist dieser Character der Lebendig­
keit —»der Proce/J der Gestaltung und Reformation des einzelnen Oigamsmiu«
beim Organischen haben wir 3 Processe zu unterscheiden 1 Gestaltungsproceß —
23 Leben des Individuums in beziehung auf sich selbst seine innre Assimilation, daß alle
Organe sich gegenseitig Mittel und auch Zweck sind, das Zehren des Organismus
aus sich selbst, dieser Proceß des Organismus ist unmittelbar aber auch hängt zusam­
men 2. mit der Vermittelung nach Außen Uitheil - Verbindung d e Individuums mit
der unorganischen Natur —erst bringt das organische Individuum sich zu sich selbst —
30 zweitens verhält es sich zu einem andern; 3. Gattungsproceß daß das Organische Indi­
viduum sich zu seine Gleichen zu einem andern verhält, das aber auch ein organisches
Individuum seiner Gattung seiner Art ist —das ist die Verbindung der andern beiden,
daß es sich auf sich selbst aber auch auf ein | andres bezieht, diee 3 Processe ma- 32V
dien den Lebensproceß aus Gestaltung in sich, beziehung auf sich —sein Proceß der
äs Reproduction des Individuums. Vermittelung mit der unorganischen Natur ist ebenso
wohl ein Produciten neuer Individuen wie der Gattungsproceß als solcher; bei der

1 hand| Hk: bde 15 blumrn Hk Lesungunsuher 31 das) Hk dO 36 solcher) Hk. sDie »de
subj eizclnnfolgt eineTexthUkeiw filnfoder mehrU'onlängen aufde rellnfolgt ein#Textlucke voneinerIHw-
Idnge•
1146 NACHSCHRIFT HU ECK ' 1 8 2 8

unorganischen N atu r sind individuelle —T hier verhält sich z u r Pflanze Pflanze nur
zum Elem entam rhm Eide Wasser — Luft - als Organische gliedert sich die Pflanze
aber die Gestalt der Pflanze bleibt der crystallinischen R egelm äßigkeit nahe - an
d m Blättern der Pflanze Hut man das gradhnigte —und die Fläche blatt —dieses hat
spitze Ecken oder sonst verschiedene Gestalten aber durchaus nicht diese R u n d u n g $
animalische Form —sondern die abstrade Regelmäßigkeit des crystalhnischcn -
Schultz Werk 2“* band wird dos über das Grschlrchtsverhältmß enthalten —es ist
die erste A rbeit w o in die Physiologie der begriff der Gedanke eingedrungm ist. nicht
bei den K ategorien des Empirischen sfehn geblieben ist, sondern auch zu der Kate*
gone des begrifft fbrtgegangm ist also angefangm ist, Pflanzen zu begreifen — die 10
Physiologie der Pflanze hat ihre eigentüm lichen Schwiengkeitm, ist dunkel weil die
Function der Gebilde die zum Procrß gehören einfach unbestimmt ist —
f J 46 § 346. Grundzüge des Gestaltungsproceues innrer Proccß der bcziehung der Pflan­
ze a u f sich ist zugladi beziehung auf Aeußres E ntäußerung — beim animalischen
ist die beziehung des Organismus au f sich ein wesentliches, verm ittelt durch den i$
Proceß nach Außen, die Verdauung —blut N erven —das ist ein ganzer Kreislauf von
Thängkeiten in sich selbst —ein Kranker iß t nicht, ist nach A ußen abgeschlossen |
330»* der Organismus zehrt aus sich selbst - e r ist nicht n u r w ird D au er steh t nich t still,
sondern ist lebendiger Pmceß. so ist auch in der Pflanze der Proccß ab beziehung
a u f sich selbst, aber dieser Proce/J ist sogleich R ich tu n g nach A u ß en , Gestaltung, n
nicht bloß ein innerliches Ausbilden, sondern sogleich die direm tion in W urzel und
blatt Zellgewebe - dieser allgemeine vegetative Stoff, das Innerliche ist die innerliche,
abstraefe einfache Grundlage, diese dirimirt sich in die Holzfasern und Lebensge­
fäße — die erste ist die beziehung nach A ußen — in dieser ist die Intussusception,
A ufhehm en Einsaugen des Wassers —aber dann innerer Kreislauf, den Schultz zu- 2s
erst entdeckte —bewegung der assimihrten Säfte — der Holzsaft ist erst Wasser, ist
noch nicht orgamsirt, noch nicht organisch, die sich mit sich verm ittelnde Erhaltung
ist W achsthum abstracte beziehung a u f sich, Verhärtung des Holzes — H olz ist todt
A bhärtung der Pflanze in sich, sich tödten —es kann zu solcher H ärte fortgehn daß
es zu Stein wird — im bambusrohr trifft man kleine K iesebteine in den Knoten x>
an —Knoten ist diese Verhärtung bis zum Unorganischen Steinigten fortgehnd - in
der R in d e ist das C am bium hast, ein besonders wichtiger T h eil, eine gallertartige
Flüssigkeit - d o rt sieht H err Schultz das vegetativ assimilirte das aber nodi indiffe­
rent ist, w ie die Lymphe im animalischen, das verschwindet darin, so daß cs eben
dieses U rtheil, diese direm tion ist in Holzfaser und bast — R in d e überhaupt blatt- 35
331»* Substanz; das ist die haupesache alles verbunden im geistigen Lebensproce/J — | das ist
die substantielle Verändrung die unmittelbare Verändrung des äußern Stoffes in ein

36 vrrbundm Hk. Lesung unsicher


ORGANISCHE PHYSIK 1147

Innrcs es tritt ein Punkt ein wo die Vrmuttelung Statt findet - wo die chemische
Verändrung abgebrochen wird —da hört alles chemische auf, da muß man den be-
griff der Lebendigkeit fassen —diese lebendige Einheit, die lebendig ist, indem sie aus
sich sich entzweyt in untenchiedne Gebilde; hier scheitert aller Chemismus, weil
s er vom Verstände ausgeht; im chemuc/ien Felde hat er allerdings diese Verhaltung.
die Gebilde haben immer dm Naturcharacter von Unveränderlichen---- Gold hot
man lange gesucht —die Unveränderlichkeit, dos ist die Endlichkeit des chemischen
Processes —iin Leben dagegen ist die Einheit nicht blaß Neutralität, sondern die ab­
solute Einheit, dir sich dann selber dinm irt es erscheinen dann in einer gewissen
io Jahreszeit auf einmal Holzringe, die vorher nicht dagewesen —dos sind wenigstens
die Hauptmomente worauf es ankommt —dos Cambium ist dieses Embryonische,
woraus sich unmittelbar herausschlagt, herausurtheilt —die clementonschen unter-
sehiednen Gebilde in Holz und Rinde
3) die Selbsterhaltung der Pflanze durch diesen Proceß in sofern er Proceß ist der
is sich auf sich bezieht »aber dieses ist mcht ein Zusammenschlüßen des Individuums
mit sich selbst« —ist das Thier satt, so ist es zum Frieden gekommen zu dieser Ein­
heit mit sich selbst; bei der Pflanze tritt dos aber mcht ein, dos Resultat des Proces«!
ist vielmehr die Production eines neuen Pflanzen Individuums der Knospen —
dos ist die VorsteWuiy» des Processes überhaupt, das 2" ist der Proceß der sich nach fJ 4 7
ao Außen specificirt Reproductionsproceß — | der Samen bedarf einer Sollicitation 332*
nach Außen; der Samen dinmirt sich als Wurzel und blatt —auf Erde und Wasser
und auf Licht Luft —weiter ist dann die Assimilation durch blatt und Rinde und
diese, die der Pflanze selbst angehört ist unmittelbar diese Thäugkeit der Assimi­
lation durch Licht und Luft vermittelt - »die Rückkehr in sich hot nicht dos selbst
25 nicht dos Selbstgefühl zum Resultat sondern die Pflanze wird vorn Lichte nach Au­
ßen gerissen, hot ihr Selbst außer ihr« - dis ihr selbst ist dos Licht, die Pflanze hot
diesen T neb nach dem Lichte —bekannte Erfahrung von den Sprossen der Kar­
toffeln im Keller, die dem Lichte entgegen ranken, aber sie verhält sich gegen dos
Licht nicht theoretisch, daß cs ein Selbst in sich wäre dos sich auf dos Selbst in sich
so bezieht, sondern diese Selbstischkeit zu der sie sich drängt ist nach der Aeußcrhrhkeit
dos Licht, so rankt sie demselben entgegen verzweigt sich zu einer Vielheit von
Individuen —sie entwickelt sich irn Lichte zur Geistigkeit, Gewürzhaftigkeit, Farbe
etc sie gewinnt diese speci/isc/ie bekräftigung - die Entwicklung der pardculärcn
Eigenschaften -
js dis ist im Ganzen der 2“ Proceß
§ 348. die Pflanze hat auch den Gattungsproccß Verha/frirß der Individualität zum s 348
Selbst — dieser Gattungsproccß ist das worüber überhaupt Streit Statt findet, ob

1 Innrcs] H k: Inncs « • 9 erscheinen] Hk. csheti 14-15 der nch] H i t dnich


1148 NACHSCHRIFT HUECK * 18 2 8

wirklicher G attungsprocr/J vorhanden sey. Im Allgemeinen ist e r in sofern vorhanden


dtiß e r eintrict als H em m u n g des Aus sich hm ausgehns R ü ck k eh r in sich so auch
ui der Pflanze Verhältiuß vorn Selbst zu m Selbst, diese H e m m u n g ist vorhanden |
und die Pflanze w ürde ins U nendliche fortranken d u rch Knospen und [flauer aber
sobald der bluthcnsurnd em tritt, so w ird dieses H inausgehen g ehem m t hört auf, s
aber zugleich ist der Gattungsproceß im U ebeifluß an der Pflanze durch den begrijf
nothvtendig nicht zu r Existenz der Pflanze — nicht daß n eu e Pflanzen erzeugt wer­
den — einige Zw eige w eiden selbst Pflanzen. V erm ehrung durch stolonen Fäden,
oder durch K nollen etc — stolonen sind Faden die linear auslaufcn, dann einen
Knoten fo rm im , das hem m en des H inausgehens — und diese, so w ie Feuchtigkeit 10
sie b erü h rt bilden W inzeln und n eu e Pflanzen. Z w ieb eln d irim irn sich in sich
selbst, die Erhaltung der Pflanze ü berhaupt h a t dessen was der Gattungsproceß ist
nicht n ö th ig —daß das W achsthum eines Individuum s sogleich das Zerfallen in viele
Individuen ist —
dfli 2 1u m A u g u tt Die Pflanze ko m m t also zu dieser D irem tio n Gesrhlechtsvrrha/uiiß daß die Pflan- is
ze sich verhält zu einem andern das gleichfalls Pflanze ist, zu einem differenten von
ihr, so daß im Pioceß beide sich identisch setzen; diese Einheit beider wind als drit­
tes Gesetztes das Verhä/rniß zu einem abstracr A ndern unorganischer M aterie —der
G am mgsproceß m u ß , in sofern die Pflanze organisch ist an ih r vorhanden seyn aber
bei der Pflanze ist dis entbehrlich, die H em m u n g ist bloß hinaus wachsen Rückkehr 20
in sich, w odurch Individualität gesetzt ist; diese H em m u n g tritt in der N atur der
Pflanze überall ein, Ihr Wachsen überhaupt T hädgkeit a u f sich selbst ist sogleich
verknoten fremd werden zu andrer Individualität —also ist der Gattungsproceß einer*
334« seits überflüßig dann tn tt er n u r a u f abstracte Weise e in /./ | O b w irkliche begattung
in der Pflanze anzunehm en befruchtung, b eru h ru n g ein er diflerenten Gestalt, die als 25
weibliche passive zu bestimmen ist? —Es zeigt sich dis als sehr schwankend - schon
die Differenz in männlich und weiblic/i g ehört n ic h t z u r Q ualität der PAanze, denn
die meisten sind H erm aphroditen und die Differenz fallt n u r in einzelne Gebilde,
durchdring t n ich t die ganze Individualität und ist auch etwas H erüber- und hin-
übergehndes —Spalazani h a t gezeigt w ie ein Individuum v o rh er weiblich —nachher 10
a u f der Schwebe stand, u n d selbst in das andre Individuum überging — also ist das
Pflanzen Individuum ein geschlechtloses, g e h t n ic h t z u dieser Differenz fort — die
Differenz ist etwas partiell es am Pflanzcn-Lebcn — das was begattung selbst heißt,
beriihm des Pistills von Pollen, kann selbst als ein H em m en des Hinaustreibr/is
überhaupt augesehn werden —das Pistill als solches sd rb t u nm ittelbar ab —seine Wer- n
letzung durch das O eligte des Pollens bringe seinen T od h e rv o r — daß die Früchte

II bilden] Hk. bildr 21 Individualität] Hk: Individualität, 24 dann] Hk. daan 30 Spalazani]
sieheAn111
ORGANISCHE PHYSIK 1149

reifen ist selbst eine Art von Hemmen Caprificauon bei dm Feigen —zur Reife
der Feigen gehört eine Verletzung.
der Hdiipttrieb der Pflanze ist ein Hinausgehen Hemmen dieses Hinausgehns -
Rückkehr in sich Reifen —Hervortreten des Saamens. Sdieiver in seinen Heften
s hot diese ganze Frage wieder von Neuem vorgenommen ——diese bestimmfheit,
die die Vrrtheidiger des Scxualitats Verhältnisses behauptet haben —ist hier nicht
vorhanden — | Es ist Gattungsproceß gehört zum organischen Proceß vollendeten * 5*
Proceß Proreß derTotalität, der hier aber in ganz untergeordneter Weise ist -
Thienscher Organismus, ist eigentlich Leben; das Wesen der thimschen Orga- SS U 9 ,350
10 nismus ist Empfindung Subjcctivität die sich auseinander reißt in diese Momen­
te, welche als Glieder schlechterdings gehalten werden und in dieser Ghedrung die
Idealisimng Rückkehr des Unterschieds in sich ist, so daß die Subjcctivität als diese
Idealisirung vorhanden ist, als diese Klarheit, die nicht getrübt ist, so daß alle be-
stinunfheit, die darin gesetzt wird, sich in diese Ghedrung auflöst —
is seine Affirmation so, daß das Andersseyn, die Gegenständlichkeit darin ver­
schwunden ist, der §.
der Proceß wird nicht zur Vielheit von Individuen, sondern die Aeußerbchkeit der
Gestalt, der Organismus in seinem Proceß nach Außen behält sein beisichseyn, seine
selbsdsche Sonne inwendig —das Licht, die vollkommen überwundne Schwere Su-
20 che der Idealität ist verwandelt in cm Vorhanden seyn, in eine Existenz der Idealität,
im animalischen Leben existirt der begriff ist reahsirt in Raum und Zeit und auch
weiter bestimmte Existenzen sind Glieder, unmittelbar realisirt, durchdrungen von
der subjectiven Einheit, die bestimmt sind als aufgelöste in dern Einen welches dos
Subject ist — |
25 § 352. Gestalt —2. Assimilation Verhalten zum andern und Assimilation dieses 336m ; $ 352
Andern 3. Gattungsproceß - das sind die 3 Ptocewe durch welche das Leben schlech­
terdings verläuft —
1. G estalt § 353. Es ist zuerst) an der Gestalt ihr begriffzu betrachten —ß) diese s 353
bestirnrnun^ des begriffs als Existenzen undjedes ist selbst ein System; diese Momente
so des begrißs sind besondre Systeme gegen einander y) das 3" ist daß diese besondem
Systeme sich in sich sammeln und sich ebenso zusarnniennehnien und zusammen hal­
ten in dem einen, welches die Gestalt ist —
2 Assimilation, Verhalten nach Außen -
In der Gestalt ist also der begriff in seinen 3 Momenten, diese 3 Momente sind
33 hier i) das Subject welches besu'mmt ist, aber an dieser seiner bestimmfheit unmit­
telbar identisch mit sich selbst ist, unmittelbar bei sich ist, so daß die bestimmtheit
ihrem Inhalte ihrer Affirmation nach zwar ist, aber diese bestimmtheit ist Inhalt
nur als Inhalt, nicht als besondres qualitatives Seyn sondern aufgelöst in das bei sich
seyn, das ist die Sensibilität überhaupt 2) Irritabilität Verha/tnjß des Subjects nach
1150 NACHSCHRIFT IIU E C K * l 8 l 8

Außen —bestimmtseyn als besonders, als A eußres d am it Verhalten des Subjects nach
Außen die R e a c d o n 3) die R eproducdon —die Irritabilität z u r Sensibilität zuriik-
gefuhrt —— teproduedv — dos animalische Leben als Proceß — Product seiner selbst,
die Pflanze reproducirt sich auch aber ihre Reprodne/ion ist u n m itte lb a r Hcrvorbrin*
337, ft gen andrer Individuen; | Sensibilität, Em pfindlichkeit — d a ß dis Leben, dis Klare s
D urchsichtige U nendliche n ich t endliche so sich schlechthin a u f sich beziehnd wird
bestim m t — (dem leblosen ist die bestimmiuig als e in Andres seiner) aber im Leben
ist dieses Andre, diese besonderung unm ittelbar zurückgenom m en in die Einheit rnit
sich selbst, ist n u r Vorhanden als diese E inheit mit sich selbst, dos ist die Empfin­
dung —daß ich indem ich so bestim m t b in , doch diese bestinirnrheit als ein besondres 10
qualitatives D aseyn unm ittelbar in dis Licht, Einfachheit aufgelöst ist, die dos Subjecr
ist; Subjecr ist die in der bestinirnrheit negativ bei sich bleibende E inheit, das ist die
Sensibi/irär überhaupt
Irritabilität, diese bestinirurheit die in der Sensibi/itdt dos u n m ittelbare In sich seyn
ist m u ß auch entw ickelt seyn sich als Unterschied zeigen, dos ist die Reizbarkeit, 15
Sensibi/itdt als Reizbarkeit nach A ußen u n d ab R ü c k w irk u n g n ach A ußen; ich wer­
de gew iß, em pfinde, daß es a b Unterschiednes von m ir b t, aber d aß dis Unterschied-
ne ein Unterschiednes n u r von m ir selbst b t, e in e U nendlichkeit stö ß t dis aus und
reagirt dagegen — ein Proceß w odurch das bestimmte Seyn im Subjecr neg irt wird
ab bestimmte* Seyn —in der Empfindung b t dos einfache Idealisiren a b unmittelbares 20
der Empfindung a b unbestimmte besurnrnun^ gesetzt u n d N egation dieser Passivität b t
R eizbarkeit |
338,* Was das Subjecr empfindet b t nicht ein von ih m G etrenntes aber cs n im m t es so
in sich auf, daß es sich unm ittelbar d arin w ieder h e rste llt-----Irritabilität Verhal/ni/J
der Aeußerlichkeit 2s
R e p ro d u c d o n -----die R ü ck k eh r in sich die in der Irritabi/ität ausgesagt worden
b t, d b sich geltend m achen des Subjects ist seine negodve E inheit, sein Proceß, sich
ab Unendliches zu setzen diese Endlichkeit z u n e g im , dos b t die R e p ro d u c d o n —
M an kann diese 3 batimmungen ab äußerliche n e h m e n — M uskel irrid rt, gerath
in Z itte rn es m u ß aber die Irritabilität in dem allgemeinen begriflssinne genomm en 30

weiden.
diese 3 sind die Gntndbestimrtuingen des begrifß; diese ex isdren n u n u n d diese
Systeme sind n u n die abstrocten Systeme, in sofern sie diese abstracteu M om ente des
begrifb zunächst daistellen — 3 Systeme im animalischer! L eb en ; Sensibilität ist ein
ding, ein System, so au ch die andern —Jedes dieser System e, besondere sich w ied er in 35
sich selber, seine besonderungen sind selbst w ieder bestimmt d u rc h die bestimmuu^en

13 Sensibilität) in Hk folgt eint Texduckt ivn einer Wortlduge 20—21 unmittelbares der in Hk durch
Tintenfleck teilweite vetdetkl
ORGANISCHE PHYSIK 1151

des Ganzen, dos Ganze aber ist erst dos 3“, zum begriff dieser botimmungen gehört
dazu, daß sie als System existim und daß sie als Gestalt existiren —
§ 354. —Systetnatisirung dieser Systeme - diese weiden selbst erst klarer, wenn §3 S 4
dieses Gefaßt ist —Sensibr/iWf Nervensystem seine Systemnusirung ist abstrode Sensi-
s bilität, dos ist aber das System desTodten - abstracte Einheit mit sich, dis Uebergehn
zur Unmittelbarkeit —zur unmittelbaren einfachen Euiheit — | ist das Uebergehn 33V
zur abstracten Identität zur hödisten Abstramon zum Tode; also Sensibi/Hal ist dieses
klare bei sich seyn dieser Subjectivitat, die einfach bei sich ist. das System dieser Ein­
fachheit, die bestimmung ihrer nach dem abstroden Moment der einfachen Identität
io ist einTodtes, Knochensystem überhaupt als hülle —dos Innere als festes gegen Au­
ßen - dos Knochensystem gehört wesentlich zum System der Sensibilität, die Sensi-
bilitdl aber als Entwickeltes ist System des Gehirns Ruckrat Nerven der Empfindung
der bew egung---- sympathetische Nerven mit den Ganglien - ein ganzes System
von Nerven —ein Hinstreben zur Einheit — plcxus solaris etc Nervenknoten selbst
is eine A rt von Gehirnen - die Nerven der Eingeweide unter sich auf einem Mittel­
punkte zusammen fassen —ein stumpfes willenloses Selbstgefühl — Im sonnambu-
len Zustande (auch Thiere kann man magnetisiien) werden die Sinne und die N er-
venthätigkeit gehemmt —, da ist ein sehr bestimmtes Empfinden vorhanden dieses
hat man den Ganglien zugeschrieben---- wo Gehirn Nerven —diese entwickelte
20 Sensibi/itdt gehemmt ist und nur dieses dunkle dumpfe Empfinden des Unterleibes
erhöht ist — das ist die Empfindlichkeit der Herzgrube etc —- —die Ganglien als
die Gliedrung im Allgemeinen System der I r r it a b il it ä t dazu gehört der Muskel
überhaupt —blut-Proceß. — |
der Muskel ist das Abstracte der Irritabilität - gereizt durch Sdure etc zittert er - 34V
25 System der Irritabilität, besonderheit - der Nerv ist trag, ist nicht irritabel —man fin­
det in ihm nichts als dis feine breiartige —hingegen der Muskel ist vielfach in sich in
seine festen Linien getheilt —Streck- und Beugemuskel —Zuruckziehen in sich und
gerichtet seyn nach Außen —Knochengerüste diese feste einfache Innerlichkeit —
Irritabilität des sich zu einem andern Verhalten ist in sich ein Halmngsloses, bedarf
5o eines festen andern zu seinem Halt, und dis ist dos Innere dos Knochensystem —
die andre Seite der Irritabilität ist die Acävntät des Irritabel in sich selbst lebendi­
gen, Selbstbewegen Pulsirn, Kreislauf des bluts überhaupt —gedoppelter Kreislauf in
sich und mit äußerm Zusammenhang —Lungen und Pfortader System und dann dos
Pulsirn im blute überhaupt - das ist der Lebenspunkt die Lebendigkeit der Intabi-
ss lität, aber einfor/i sich auf sich beziehndes Erzittern dieses Pulsiren —Punkt der ein­
fachen Lebendigkeit ist ebenso das Preisgeben des blutes an die übrigen Glieder —
Kreislauf das Einfache des Kreislaufis das blut gibt sich nach allen Seiten hinaus

21 erhöht Hk. Lesung unsUhrr


1152 NACHSCHRIFT HUfcCK * IÜ 2 8

Preis, alle Glieder verwenden das blut zu ihrer Nahrung —dis ist eine Andeutung
wie diese Momente selbst sich zu |
M l* der Procef? in beziehung auf sich selbst enthalt diese verschiedenen Momente,
den 22iun Auguu die als eigne Systeme existuen —in jedem System ist durch die Hoifptbestirnmnn^en
selbst wieder dos Ganze so das Ganze in beziehung au f sich - Seite der Sensibi- 5
lifot Irritabilität beziehung nach Außen und Reproduction und beziehung au f die
Reprodi/et/on. Sensibilität Irritabift’fdt - Erregtwetden und Reacdon - Systeme des
Differenten
dos 3“ der Gestalt ist die Reproduction in der Gestalt abstrnrfcr Reproduction;
die concrete Reproduction tritt erst hervor in den Verhältnissen nach außen; diese 10
(Thymuulruw etc!) abstracte Reproduction ist d rü srn sy ste m mit Hont und Zellgewebe vegetative un-
mittelbore Reproduction; dos Thier ist wcsentlic/i ein Reproducirndes es kann ganz
einfach seyn ohne doß sich diese Reprodnction in die Gegensätze N erv Herz blut
entwickelt hätte — ganz einfache Reproduction; mikroscopische Thiere Canäle und
Lymphe dorm —kugelrund ctc —Polypen sind so dos ganz einfache Haut und Lym- 15
phe; Haut selbst als coagulirte Lymphe —ein Polyp zerfallt um dieser Einfachheit
willen, so doß jedes Stückchen des Polypen wieder der ganze Polyp ist - ganz diese
vollkommene differenz - Wenn man ihn umkehrt, so lebt er fort - diese ungeheure
Menge Infiisions Thiere einfache Gallerte —Leuchten des Meeres —dos Meer dieses
belebende Fruchtbare schlägt aus in Gallerte in leuchtende Punkte, Phosphoresci- 20
ren, eine Animalisadon die zu keiner weitren differenzirung übergeht — dos ist
dis Reproducirnde überhaupt dieses Einfache, Flüssigkeit Princip der animalischen
Existenz |
das ist der begriff in seinem Unterschied; dos 2* ist diese Systeme in eine Gestalt
zusommengefaßt, so daß diese Gestalt ein Unterschiedenes nach den unterschiedene» 2s
Systemen ist, nach dem Mittelpunkte der unterschiedenen Systemen ein Thier in wel­
chem die Differenz hervortritt Insectum Kopf, Mittelpunkt des Sensibi/ifdfc Systems,
brust - irritabel, bauch reproducirt - dos sind die 3 - diese dreiheit - diese gehört
nun dem Organismus an in so fern er sich auf sich bezieht, aber die Gestalt ist auch
nach Außen gekehrt - Extremitäten, Arme und beine - die Mittelpunkte der Sys- »
teilte Gehirn Herz und Unterleib - jedes dieser Systeme ist auch als zu den andern
Systemen sich verhaltend difüindirt durch dos Ganze; überall ist eine Arterie und
Vene und ein Nerv —die Mittelpunkte sind so für sich sich unterscheidend —die
Gestalt unterscheidet sich nach Innen und nach Außen - nach Außen Extremität,
»weil diese die differente ist,« «

t Andeutung Hk: Lesung unsicher 2 zu) in Hk folgen etwa tu ri Lerrztilen 4 ist] Hk: sind
15 sind] Hk: ist 3S ist,«) in Hkfolgt eine Leereeile; sieheAnm.
ORGANISCHE PHYSIK 1153

Bichat nicht Uiot. sur la vie et la m ort — vte organique und vie animale —in
diesen ist allenthalben die regelmäßige Zweiheit - sehr sinnvoll, wie überhaupt die
Franzosen einen großen Natursinn haben - Heiz Lunge Leber Magen Gedärm sind
unregelmäßig, dagegen was nach Außen geht ist symmetrisch und deshalb Differenz
s Zweiheit, weil es nach Außen geht - auch die Nase ist getheilt Gingt aber an nach
Innen zu gehen —vollkommen gleich ist diese Symmetrie nicht —z b Ueberwiegrn
des rechten Arms —wobei auch eine schwache Differenz ist —wie auch | dos blatt 343*
des baumes durch die Kippe nicht in 2 ganz gleiche hälften getheilt ist dis ist
interessant in Rücksicht auf Form und Gestalt Gestalt für sich - diese Dreiheit —
io Noch Außen die Extremitäten und das Geschlechts verhältinß als Gestalt bezeichnet
und durch die ganze Gestalt hindurch ausgedrückt - dis ist die Gestalt die Realität —
dos drit/e ist daß dis ein Proceß ist -
»dieser Proccß besteht darin daß die Organe« —jedes Organ sccemirt und dieser $ 356
Sekret wird von den andern eingesogen die andern nähren sich aus ihm jedes ist sich
is Zwek und Mittel, jedes schwitzt aus Lymphe, und diese wird resorbirt - so ist dos
Leben des Organs in ihm selbst diese Thätigkeit, Negation seiner selbstthäagkeit, da­
m it wird jedes Organ erhalten als ein Glied des Ganzen nicht als Selbstständiges —in
der Krankheit gibt ein Organ sich nicht Preis den andern - und somit ist auch seine
Kraft sich selbst zu erhalten verschwunden —der Organismus ist so ein reiches, in
io ihm alles concrntrirt - ein System von Systemen, hier eine Vernunft hinemzubnn-
gen ist dos Schwierige, daß cs nicht so neben einander isL
Das Zweite ist die Assimilation Spannung gegen cm Andres im Proceß gegen § 357
seine unorganische Natur; diese ist sogleich eine gedoppelte theoretische und prak­
tische. dos macht den Organismus zum Empfindenden daß er sich theoretisch zur
25 Außenwelt verhält, nicht practisch chemisch etc - | theoretisch daß die bestimmung 344 *
die in ihm gesetzt ist, unmittelbar in ihm aufgelöst ist - diß Verhalten zur Außen­
welt, daß sie unmittelbar als ideelles gesetzt ist, ist theoretisch laßt ihn in seinem
Seyn bestehn so daß er in der Reflexion auf sich besteht —der theoretische Proceß f 35g
unterscheidet sich in die Vielsinnigkeit der unorganischen Natur —, Deducoon der
so Sinne, Sinn der mechanischen Schwere — und was zum Mechanischen überhaupt
gehört - Schwere und Cohäsion W ärme etc dos ist dos Gefühl, dis ist der allgemeine
Sinn, der sich über den ganzen Körper verbreitet —
2 Sinn des Gegensatzes. Sinn der Luftigkeit und des Wassers der specificirtcn Luf­
tigkeit. das Elementarische, die eiste Theilung in diese unterschicdnen; diese Unter-
ss schiede sind immer dieselben nur in dieser Sphäre reconstruirt - Luftigkeit haben wir
als Verdunsten der Körper unscheinbares Verzehm derselben gesehn

5 -6 nach Innen] Hk: auch Innnen 13 Orgdiir] in Hk folgt ttne Textlücke von etwa einer Zeile 28
besteht] in Hk folgt eine Textlücke von sechs oder mehr ttbrllängen
1154 N A CHSCHRIFT HU ECK • I « 2 8

das andre ist dits Wasser als spccificirte N eutralität, als E m pfunden werden Ge-
schmak
3 Sinn der Idealität —dieser ist ein G edoppelter a b M anifestation des Aeußedidien
fair Aeußerluhes L uht — Gesicht — Sinn daß das Innerlirhe als Innerliches sich zur
A eußerung bringt —T on —G eh ö r s
das Pnncip der Fiinfheit ist h ier angegeben. 3 ist das N ächste und der Geist halt
sich an 3 —der Gegensatz h a t 2 da geh ö m 2 dazu das sind 4 , aber das Erste Ab­
stracto Ideelle ist ein Passives, der G egensatz m u ß auch an diesem Abstracfen Ideel­
MS« len | seyn, der Unterschied ist auch d a n n , aber a b ganz gleichgültig, so zerfallt gleich
zuerst das Abstracto in R au m und Z e it — so g ehört d em G e h ö r die Z e it an dem io
Gesicht der R aum ; w ürde m an das eine —den Sinn des R a u m s u n d das andre Sinn
der Zeit nennen so würde m an ganz abstract und d am it ganz oberflächlich sprechen —
Gesicht fiir das Außereinander seyn G ehör für die Innerlichkeit
J359 das andre ist der pracdsche Proccß daß das organische O b je c t sich zu seiner un­
organischen N atu r m cht bloß so theoretisch verhält, sondern au ch a b ein Andres als is
selbstständig und nach seiner Selbstständigkeit sich in ih r w iederherstellt —das poe­
tische Vcrhaltniß zur unorganischen N a tu r fangt mit e in e m M angel an —Gefühl des
Mangelns —ich mache dis Acußeriidie zu m einem em pfinde es in mir, da wird Zu­
gloch drüber gegangen —aber es i s t auch ein äußerliches ein W iderstand leistendes;
indem es aber für sich gegen mich ist b in ich ein M angel a b N ic h t ich —da ist die »
bestinnmnyj m einer N ichtigkot, d enn das A ndre ist, da ist dieser Widerspruch ich
b in Selbstgefühl, aber in m ir ab Negation gesetzt —der M angel bedürfniß, Schmerz
ist das Vorrecht lebendiger N atu r —Es kann das N egative seiner in ih m selbst ertra­
gen kann bestehn in der Negation seiner selbst, das Unorganische kann das nicht, das
Organische kann in sich das Negative seiner haben, aber b t damit in sich entzweit is
346« fühlt diese Negation, | seine absolute Einheit widersprieh/ diesem M angel —Trieb ihn
§§ ito. J6i aufzuheben zu befriedigen dieses andre ab das seinige zu setzen, dis die Bestimmung
von Instinkt — M an macht ein G eheim niß daraus, daß das T hier in seinem Selbst­
gefühl ist — H unger und D u rst empfindet durch Insdnct — es empfindet durst ehe
es Wasser hat abo nicht von A ußen erregt —— diß ist der Instinkt, daß diese Seite n
einer bestimmim.? in ihm selbst b t, Unterschied seiner bestimnmng — dam it Negation
seiner a u f dieser Seite - und dann ein T h u n , w elchem dieser in sich gefühlte aus
sich selbst kommende Mangel gew iß b t — diesem M angel abzuhelfen, das b t das
einfache des Instmcts kein Geheimniß, ist der begriff des Thiers, w er diesen nicht
hat, dem b t er ein G eheimniß —dieser Instinct verhält sich practisch zb ab Schlaf u
und Wachen (alle diese bestimmungen sind in der Einfachheit des Thiers enthalten es

IS verhält] Hk gehör 2 0 indem] Hk: in dem 3 4 Inuincts] in H k folgt eine TacilUtke iwi emer
Hbttlänge
ORGANISCHE PHYSIK 1155

lebe mit der Natur) - dimaäsdie Vmndrung Wanderung etc, geht in ihm selbst
auf stehen —liegen — daß es beim Liegen geschützt seyn muß. der reelle Pmceß
$ 362 vereinzelt die unorganischen dinge oder verhalt sich zur äußerlichen Einheit $3 6 2

und da ist wieder dieser Insänct auf dieser Seite Verhalten zu Luft Wasser. Erde —
s der Instmct zur Luft —bedurfhiß zur Luft ist Athmen Proctß des Athmens und der
Hautpronr/J —Vcihaltniß zum Wasser Durst und zur Individualismen Eide. Hun­
ger, zu den besondem Gebilden der Erde, also diese Spannung und die bestimmung
derselben | die in ihr selbst aufgeht, und der Trieb diesem Mangel in sich abzuhel­ 347*
fen —dieThätigkeit diesem Mangel abzuhelfen in sofern dis äußerliche Dinge sind —
io (Vrrhaltnisse zur Luft Wasser sind ganz allgemein aber Indem wir Wasser und Luft
genießen vereinzeln wir es —) es ist äußerliches Object —entweder als solches orga-
nisirtes, oder wird vereinzelt —diese Negation in mir ist dis daß das Aeußerüche ein
Selbstständiges ist, dieses wird aufgehoben, indem ich dos Aeußerüche vernichte und
zum ineinigen madie; hiezu gehört zürnt die mechanische bemächtigung daß ich $3 6 3
is es an mich bringe —dos ist 2. daß es dis Agens ist, auf mich agirt —bleibt es dabei,
so würde ich nur ein mechanisches chemisdies Product mit demselben bilden aber
dos Leben ist ein lebendiges, nicht im chemischen Standpunkt, sondern es animalisirt
dieses Aeußerüche; dos ist die Hoheit des begriff, daß er das andre zu dem seinigen
macht, ideaüsiit - nicht bloß mechanisch aufnimmt sondern der begriff ist dos Uebrr-
20 greifen über dos Andre dos ist die A ssim ila tio n , einfache allgemeine Assimilation
und vermittelnde Assimilation —das Substantielle und dieses als Proce/3—
dis substantielle Verhältniß ist die unmittelbare Verwandlung des Unorganischen $364
ins Organische berührung und Vergiftung und das ist ein großer Punkt, zu dem
man sich muß erheben können; Proceß eines andern mit einem andern nicht bloß
zs sein Uebergreifen —diese einfache Verwandlung ist das substantielle beim ausgebilde­
ten wie beim unausgebildeten Organismus die einzige Weise |
diese Thiere die Gallerte sind berühm dos Wasser, dos somit unmittelbar zur ani­ 348*
malischen Lymphe vergiftet wird; so ist im animalischen Körper ein Moment, eine
Seite dieser Vergiftung —man hot im Magensaft nichts als Lymphe gefunden ebenso
so pankreatischer Saft —ist nur Lymphe keine chemische Säuhre —Man hat Speise in
Federkiele hineingebracht —wo der Magensaft nicht dahin kam so wurde es doch
verdaut, eben so Kieselsteine in Hühnermagen —oder man hat Thier Fleisch in die
bauthhöhle hineingethan, dis ist da auch verdaut worden
das ist dieses Unmittelbare aber dann auch Vermittelung, daß der Organismus
ss seine Mächte dagegen schickt —was er dagegen schicken kann, ist zuerst, daß wäß­
rige Lymphe mit den Speisen vermischt wird, § 365 dis was er dagegen schicken $365

15 ist,] Hk: sind 18 Aeußerliche] Hk Acußlihs 30 S'anhrc Hk: Lesung unsuhtr


1156 N ACH SCH RIFT H U E C K * 1 8 2 8

k an n ist au ch F eu er u n d W asser — L ym phe M agensaft — pankreatischer Saft, d m er


in s D uoden u m ergießt ist a u c h L y m p h e — o d e r dos anim alische F e u e r — die Galle —
der M agensaft sind k ein e Säure — ebenso ist nichts Kalisrhes d a rin — sondern ganz
different —d ie G alle ist d an n dis anim alische F e u e r, das ist d e r C h aractcr d er Galle -
GaUenhorz —dieses Verbrennliche —d is schickt d er O rg a n ism u s d ag eg en — $
dm 25nen August Proceß des Individuum s m it seiner unorganischen N a tu r — dos erste ist die Vergif­
tu n g des A eußerlidien die u n m itte lb a re V erw an d lu n g des A eußerlichen in Anima*
lisch es dis bei Pflanzen u n d T h ie rro d er Fall, ab er dos entwickelte T h ie r h a t nicht dis
349m unm ittelbare Verb ältniß sondern es ist w esentlir/f im Vroceß v e rm itte lt; | dis ist an*
gegeben d aß das w as d er animalische O rganism us n a c h d e m A u ß e n kehrt nach dem 10
allgemeinen Elem ent vertheilt ist animalisches W asser L ym phe, animalisches Feuer
G alle
365. A lso läßt sich der Organismus a u f diese bestimmte W eise m it dem M agen als
mit e in em andern ein .
$366 366. dis Einlassen ist gleichsam e in e V e re in u n g des O rganism us die unendliche is
b rzieh u n g a u f sich selbst — e in e M a c h t als M acht d a g e g e n z u seyn, so faßt e r sich
dagegen, u n d d aß e r sich dag eg en fa ß t ist, d a ß e r seiner eig n e n T h ätig k eit entsagt,
sie en tläß t u n d sich firr sich k e h rt, u n d in diesem E inlassen sich e rk e n n t, u n d diese
seine eig n e R ic h tu n g g eg e n dos A eußerliche en tfern t, sic h von sich ausschließt —dos
ist d e r begriff von d er V erdauung — die H auptsache is t diese u n m itte lb a re W irkung 20
und w as d e r Organism us aus d er V erdauung g e w in n t ist d ie L y m p h e dos animalische
W asser, das d er d u ctu s thoracic»* a u f n im m t-----»<•
dieser E rn st der V erdauung lö ß t sich au f, dieser Z o r n , dieses Einlassen löst sich
auf, in die R ü c k k e h r in sich, u n d w as e r g e w in n t ist d is unbestim m te Animalische - —
d aß in dem N ah ru n g sm itte l e in S to ff läge, d e n d e r O rganism us fü r sich brauchen js
k ö n n te, d aß e r diesen zerlege u n d das A nim alische h e ra u sz ö g e sin d mechanische Vor­
stellungen, d er Organismus h o t sich d a m it eingelassen h o t seinen Speichel, Magen­
saft G alle, d a m it v erb u n d en — m it den S p eisen v erb u n d en ab e r diese V erbindung ist
gleichsam e in N eu trales — die F lo ck en d er G ed ärm e afficiren sich darauf, aber was
daraus gew onnen w ird d u rc h dis b e rü h re n ist eigentlich ih re e ig n e E rreg u n g — | x>
350,* daraus dos animalische N e u tra le zu g e w in n e n § — S palazani d ie fäeces zeigen
d e n g rö ß te n T h e il der N a h ru n g sm itte l u n v e rä n d e rt; b e i K in d ern die m it M ehlbrei
g en äh rt w erden bestehn d ie fäeces aus e in e m M e h lig te n u n d d e r G alle — dos Ani­
malische, eigentlich was der O rg an ism u s ausscheidet, se c e rn irt e r ebenso, als diese
N a h ru n g — d u rc h chem ische A nalyse e tc e rh ä lt m a n n u r U n g en ü g en d es u n d U n- 35
bedeutendes — die R ü c k k e h r des O rganism us in sich dos ist e in sich E rk en n en , daß

15 Vereinung H k: Lesung unsicher 1 8 Einlasscn] H k: E in lassn 29 afficiren] Hk: afficirt


31 Spalazani] siehe Amu. zeigen] H k: zeigt
ORGANISCHE PHYSIK 1157

er das ist, daß er von dieserThätigkeit abläßt und das Gefühl hat, er ist das schon, zu
was er sich hat hervorbnngen wollen —Ptoceß des OrganIsmus in sich selbst —der
Organismus reproducirt sich —durch Essen und Trinken kommen wir nicht weiter;
das ist also der 2“ Ptoceß. Unmittelbare Verwandlung des Aeußem ins Innere; das
s ist auch das Substantielle —
- Es ist dieses so vermischt, gleichsam ein Organ, ein Glied für etwas an ihm, daß
er sich findet, daß er das Aeußerliche mit seiner Macht berührt und dann diese
Verwandlung, dieses Gemeinschaftliche Vermischte so berührt mit seiner organise/ien
Macht, und überhaupt verwandelt in lymphatisches —und den Chylus zu Stande
it bringt —
Gattungsproce/J. Vcrhdltniß des einzelnen Organismus zu seiner Gattung zu sei­ $ 3 6 7
ner allgemeinen substantiellen Natur, dis Verhältttiß ist theüs so daß die Gattung das
Substantielle in dem Individuum so ist daß das Individuum sich ab Einzelnes gegen
das Einzelne verhält —Gattung für sich —und dann die Gattung in sofern sie im In-
is dividuum in Misverhältniß der Gattung gegenüber tritt und in diesem Mißverhältnis
krank wird
■ Geschlechtsproceß daß das Individuum sich nicht zu sich selbst verhält als | einzel­ 351«
nes Individuum sondern zu einem Aeußem welches es selbst ist nach der bestimmun^
des sich auf sich bezichnden Piocesses, das Individuum als solches hat das Gefühl als
20 Individuum nicht als Gattung zu existim unangemessen seiner und dessen was seine
substantielle Natur, ist die Gattung —dieses Gefühl der Unangemessenheit, bedürf-
niß Trieb diesen Mangel aufzuheben, sich als Gattung zu setzen und damit sich als
Individuum zu producim als Gattung welches nicht dieses Einzelne nur ist, sondern
auch als Anderes. Insofern das Individuum dieserTrieb, sich zu producim ist als ein
25 ganzes Individuum ist es Productives, bildung? Trieb
bei den Insecten wo der Geschlechtstrieb übergehn kann in Geschlechtslosigkeit,
so daß es nur ein taubes Producim seiner ist. bienen —— Raupen, die dieses Ge-
spinnste hervorbringen —die Spinnen machen aber auch ein Gespinnste und sind
doch nicht Geschlechtlos, wie die Arbeits bienen —
so die Hauptsache ist daß das Individuum sich selbst hervoibringt
§ 368 das Individuum in sich in dieser Unangemessenheit seiner zur Gattung hat $ 3 6 8
den Trieb nicht nur als ein Individuum sondern als mehrere Individuen zu enstiren;
es fingt dann an, im chemür/im Ptoceß. das ist an sich das Ganze, das Neutrale in
sich aber n ur einseitig Säure - so hat das Thier den Trieb diese Einheit seiner Exi-
35 stenz aufzuheben die Unangemessenheit seiner gegen das, daß es Gatung ist, hat den
Trieb, sich durch die Einung mit ihm zu integrim; durch diese Vermittelung wird
das concrete | Allgemeine zusammengeschloßen und gibt sich Wirklichkeit —in der 352«
16 wirdj Hk: wid u tritt 31 das] H k - dß 37 Wirklichkeit) Hk: Wrklihku - due Vereinigung -
ist----
1156 N A C H SC H R IFT H U E C K * 1 8 2 8

kann ist auch F euer u n d W asser - Lym phe M agensaft — pankreatischer Saft, d m er
ins D uodenum ergießt ist auch L ym phe —o d e r dos anim alische F e u e r —die Galle -
der Magensaft sind k eine Sam e — ebenso ist nichts Kalisches d a rin — sondern ganz
different - die Galle ist d an n dis animalische F euer, dos ist d er C h aracter der Galle -
Gallenharz - dieses Verbrennliche —dis schickt d er O rg a n ism u s d ag eg en — %
den 2 5u m August Proce/3 des Individuums mit seiner unorganischen N a tu r — dos erste ist die Vergif­
tu n g des Acußerlichen die u n m ittelb are V erw andlung des A eu ß erlich m in Anima­
lisches dis bei Pflanzen u n d T h ie rm der Fall, aber das e n tw ic k e le T h ie r hat nicht dis
34V unm ittelbare Vrrhdftmj? sondern cs ist w esentlich im P ro ccß v e rm itte lt; | dis ist an­
gegeben daß das was der animalische Organism us n a c h d em A u ß e n kehrt nach dem 10
allgemeinen Element vertheilt ist animalisches W asser L ym phe, animalisches Feuer
Galle
365. Also läßt sich der Organismus a u f diese bestimmte W eise m it dem M agen als
mit ein em andern ein.
S366 366. dis Einlassen ist gleichsam eine V erein u n g des O rganism us die unendliche u
beziehung a u f sich selbst — e in e M a c h t als M acht d a g eg en zu scyn, so faßt e r sich
dagegen, u n d daß e r sich dagegen faß t ist, d a ß e r seiner eignen T hätigkeit entsagt,
sie en d äß t und sich für sich k eh rt, u n d in diesem E inlassen sich e rk en n t, und diese
seine eigne R ic h tu n g gegen das A eußeriiche entfernt, sich von sich ausschließt - dos
ist der begriff von der V erdauung — die H auptsache ist diese u n m ittelb are W irkung n
und was d er Organismus aus der V erdauung g e w in n t ist d ie L y m p h e dos animalische
Wasser, das der ductus thoraciciu a u fn im m t-----
dieser E m st der Verdauung lö ß t sich auf, dieser Z o r n , dieses Einlassen löst sich
auf, in die R ückkehr in sich, u n d was e r g e w in n t ist dis unbestimmte Animalische —
daß in dem N ahrungsm ittel ein Stoff läge, d e n d er O rganism us für sich brauchen 25
könnte, daß er diesen zerlege u n d das AnimaÜsc/ie h erau szö g e sind mechanische Vor-
stdlungat, der Organismus h a t sich d a m it eingelassen h o t seinen Speichel, Magen­
saft Galle, d am it verbunden — mit den Speisen v e rb u n d en aber diese V erbindung ist
gleichsam ein N eutrales — die F locken der G edärm e afficiren sich darauf, aber was
daraus gew onnen w ird durch dis b e rü h re n ist eigentlich ih re e ig n e E rregung - | 30

35V daraus dos anima/isc/ie N eutrale z u g ew innen § — Spalazani die faeces zeigen
den größten T h eil der N ahru n g sm ittel unverän d ert; b e i K in d ern die m it Mehlbrei
genährt werden bestehn die faeccs aus e in em M eh lig ten u n d d e r G alle - das Ani­
malische, eigentlich was der O rganism us ausscheidet, secern irt e r ebenso, als diese
N ah ru n g - durch chemische A nalyse e tc erh ält m a n n u r U ngenügendes und U n- 35

bedeutendes —die R ü ck k eh r des Organism us in sich dos ist ein sich E rkennen, daß

15 Vereinung Hk- Lesung unsicher 18 Einigsten) H k: Ein b u n 29 afficiren] Hk: afficm


31 Spalazani] siehe Anm. zeigen] Hk: zeigt
ORGANISCHE PHYSIK 1157

er das ist, daß er von dieser Thätigkeit ablaßt und das Gefühl hat, er ist das schon, zu
was er sich hat hcrvorbriugen wollen - Proceß des Organismus in sich selbst - der
Organismus reproducirt sich —durch Essen und Trinken kommen w ir nicht weiter;
das ist also der 2U Proce/J. Unmittelbare Verwandlung des Aeußern ms Innere; das
s ist auch das Substantielle -
Es ist dieses so vermischt, gleichsam ein Organ, ein Glied für etwas an ihm, daß
er sich findet, daß er das Aeußerhche mit seiner Macht berührt und dann diese
Verwandlung, dieses Gemeinschaftliche Vermischte so berührt mit seiner organischen
Macht, und überhaupt verwandelt in lymphatisches —und den Chylus zu Stande
io brin g t-
Gattungsptoceß. Verhällniß des einzelnen Organismus zu seiner Gattung zu sei­ § 361
ner allgemeinen substantie//en Natur, dis Vahältniß ist theils so daß die Gattung das
Substantielle in dem Individuum so ist daß das Individuum sich als Einzelnes gegen
das Einzelne verhält —Gattung für sich - und dann die Gattung in sofern sie im In-
15 dividuum in Misverhältniß der Gattung gegenüber tritt und in diesem Mißverhä/fnjJ?
krank wird
GeschJerhtsproceß daß das Individuum sich nicht zu sich selbst verhält als | einzel­ 351*
nes Individuum sondern zu einem Acußem welches es selbst ist nach der bestimmung
des sich auf sich beziehnden Processes, das Individuum als solches hat das Gefühl als
io Individuum nicht als Gattung zu existirn unangemessen seiner und dessen was seihe
substantielle Natur, ist die Gattung - dieses Gefühl der Unangemessenheit, bedürf-
niß Trieb diesen Mangel aufzuheben, sich als Gattung zu setzen und damit sich als
Individuum zu producirn als Gattung welches nicht dieses Einzelne nur ist, sondern
auch als Anderes. Insofern das Individuum dieser Trieb, sich zu producirn ist als ein
25 ganzes Individuum ist es Productives, bildungs Trieb
bei den Insecten wo der Geschlechtstrieb übergehn kann in Geschlechtslosigkeit,
so daß es nur ein taubes Producirn seiner ist. bienen---- Raupen, die dieses Ge-
spinnste hervorbringen —die Spinnen machen aber auch ein Gespinnste und sind
doch nicht Geschlechtlos, wie die Arbeits bienen —
» die Hauptsache ist daß das Individuum sich selbst hervorbringt
§ 368 das Individuum in sich in dieser Unangemessenheit seiner zur Gattung hat $ 368
den Trieb nicht nur als ein Individuum sondern als mehrere Individuen zu existiren;
es fangt dann an, im chemücken Proceß. das ist an sich das Ganze, das Neutrale in
sich aber nur einseitig Saure —so hat das Thier den Trieb diese Einheit seiner Exi­
ls stenz aufzuheben die Unangemessenheit seiner gegen das, daß es Gatung ist, hat den
Trieb, sich durch die Einung mit ihm zu integrim; durch diese Vermittelung wird
das concrele | Allgemeine zusammengeschloßen und gibt sich Wirklichkeit —in der 352*

16 wird] Hk: wid u tritt 31 das] Hk: dß 37 Wirklichkeit] Hk: Wrklihkit —disc Vereinigung —
ist —
1158 N A C H S C H R IF T IIU E C K * 1 8 2 8

a n im a lis c h e n N a t u r e x i s t i r t d ie s e E i n s e i t i g k r i t , w o v o n d o s e i n e in d r r F o rm d e r G c-
d i c g r n h m P a s s iv i s t , d o s a n d r e a b T h ä t i g e s — n a c h A u ß e n g e w e n d e t —
• d u r c h d i e s e ------ W i r k l i c h k e i t « — b e g a t t e n — e i n r i c h t i g e r A u s d r u c k ------- d i e G a t ­

t u n g z u m a c h e n — T r i e b d e r G a t t u n g — d ie G a t t u n g h e r v o r z u b r i n g m ; in d e r G a t­
t u n g h a t d a s E i n z e l n e s e in e E i n z e l h e i t a u f g e g e b e n , d i e P r o d u c t e h a b e n i h r e E i n z e l - s
h e it g e g e n e in a n d e r a u f g e h o b e n , s ic h e in ig g e s e tz t — u n d s c h w a c h e N a tu r e n s te rb e n
u n m i t t e l b a r i n d e r G a t t u n g h a b e n i h r e E i n z e l h e i t d a h i n g e g e b e n — d i e I n s c c te n a b
b e is p ie l; d ie R a u p e h a t d a s G e sc h ä ft d e r R e p r o d u c t i o n , f r i ß t b l o ß , h in g e g e n d e r
S c h m e t t e r l i n g f r i ß t n i c h t m e h r , s e in e b c s t u n m i i i y j i s t b l o ß d i e s e s G a t t e n — d a s P r o d u c t
i s t z u n ä c h s t e i n G e c h l e c h d o s c s / .y l n d e r N a t u r i s t d i e G a t t u n g d i s , n i c h t a b G a t t u n g to
e x i s n m z u k ö n n e n ; k o m m t m e h t d a z u f ü r s i c h z u s e y n , is t e s n u r f ü r d e n G e is t, n u r

f ü r d e n G e b t i s t e s a b A l lg e m e in e s f ü r s i c h ; h i n g e g e n i n d e r N a t u r w i r d d i e G a t t u n g
h e rv o r g e b ro d it-----d ie M itte b le ib t — ab er k o m m t n ic h t z u r E xistenz als G a ttu n g —
tr itt u n m itte lb a r h e rv o r — a b ein ze ln es, äußerliches, u n d trit in d ie E inseitig k eit der
E in zelh eit w ie d e r z u rü c k — is
f 169 d is der G a ttu n g sp ro c e ß — w ie die beiden G eschlechter anim alisch different sind ist
e in e andre bet Richtung, w ird im G eiste e in Sittliches u n d h e iß t L ie b e — es b eh ält dis
M o m e n t des an im alüc/im C h aracters, ab er b le ib t n u r M o m e n t, w ird geistig — wird
L ieb e — b e i den T h ie rm sic h t m a n d ie beiden G eschlechter physisch u n tersch ied en , |
J53m e in U nteischied d er a u c h z u e in e r geistigen bestim num g w ird — z u m verschiedenen 20
C h a ra c te r-T o n — w eibliche in sich g e d ru n g n e passive T o ta litä t, das m ännliche To­
ta litä t a b F o rm U n ru h e , T h ä tig e bestim m en# fü rs A llgem eine W issenschaft practür//e
T h ä n g k e it, a u f allgemeinen Z w e k g e r ic h te t----- d e m w eiblichen Geschlecht nich t ei-
g e n th ü m h c h —
W eitere r U nterschied b t b e i den P flan zen a u c h bestim m t — im p h y sik alischen U n - 25
enrschied — ab er a u c h unbestim m t. M ä n n e r m it M ilc h a b so n d e m d e n b rü s te n H e rm ­
a p h ro d ite n . V erein ig u n g b e id e r G eschlechtsthede. A c k e rm a n n ü b e r ein en seh r in -
stru cti ven H e rm a p h ro d ite n w o b e i m a n g a n z bestim m t zeig e n k a n n , w ie je d e r T h eü ,
je d e r b eso n d reT h eil a n den m ännlic/ien u n d w eiblichen G eschlechtstheilen veisdiieden
sind, aber s o sich veihalten d a ß T h e ile d e r m än n lich en n u r e in g e b ild e t sind in den so
a n d e rn z b d e r w eibliche U te ru s w ird z u r p ro sta ta e tc — es ist also a u c h ein Typus,
d e r h ie r z u m G ru n d e liegt — d ie E in h e it des T ypus k a n in s sp e c ie lle versetzt werden
G a t t u n g A r t e n d ie G a ttu n g d er T hiere th e ilt sic h e in , b esondert sich, da tritt
d ie Z ufällig k eit a u c h e in b t unendliche M a n n ic h fa ltig k e it, a b e r es h ä n g t a u c h ab von
e in e r bestim men# — 35
§ J6K § 3 6 8 Won e in e r G a llerte h e ra u s, ein em R ö h r c h e n g e h t d ie E n tw ic k lu n g h erau f
z u m hervo rtreten d e r D ifferenz im N e r v M uskel u n d so fo rt — das e in e ist also E n t­
w ic k lu n g das an d re sin d bestimmurigen d e r elem eiitarisr/ien N a tu r
O R G A N I S C H F. P H Y S I K 1159

A n m . heutiges Tags ist der aristotelische Unterschied aufgenommen evaifxa


und avaipot dagegen hat der Verstand viel zu setzen Gewußt — er sagt aber auch
gelegentlich, die die blut haben | haben ein Rückgrath ein knöchernes oder eine 354^
Grathe die aridem aber nicht —also theilen die Franzosen die Thier? in solche rmt und
s solche ohne Rückenwirbel ein, wie die Pflanzen in M ono und Dycotyledonen —
das ist ein schlagender Unterschied und ein großer Natursinn vermag diesen Unter­
schied zu machen —
auch bei den Thienm ohne Rückenwirbel geht die Entwicklung in einem gewis­
sen Grade fort —die Mollusken die keinen Rückenwirbel haben, haben die Systeme
io sehr ausgebildet - bei den Insecten sind die äußern bewegungswerkzeuge sehr aus­
gebildet Kopf brüst Unterleib - auch die Sinneswerkzeuge, dagegen die Molusken
äußerlich unausgebildet sind, dagegen in der tnnem Entwicklung viel mehr fortge­
schritten durch Nerven, blutgefaße etc; das ist der Hauptunterschied —
die weitren Unterschiede sind die klimatischen Unterschiede —die nördliche Welt
is hat vielmehr Thierarten mit einander gemeinschaftlich, w o sie zusammenhängt, da­
gegen w o sich südlich die Länder theilen haben die Thiere einen andern Charac-
ter — eine Hauptsache aber sind die unterschiedenen Elemente — besonders bei den
Thieren mit Rückenwirbel — bei den Insecten ist das Elementansche gleichgülti­
ger — in dieser kleinen lebendigen Welt, hingegen in der ausgebildeten Thier-Welt
20 sind Landthier Seethier Liiftthier zwar vermischt, aber doch bemerkheher schlagende
Grundbcstimmnng, die Unvollkommenheit der N atur besondert sich nicht so sicher —
der weitre Unterschied bezieht sich vornehmlich au f das Verhältniß nach Außen
wodurch sich die Thiere erhalten —Wasser und Nahrung. | das Thier ist als Natürli­ 355,*
ches der äußern bestimmurig der elemenlarischen N atur der Erde dem großen AUgemei- den 26sien August
25 nen unterworfen dis die Hauptbestimmscnj?. - In Ansehung der näher elementarisc/icn
Unterschiede ist auch schon etwas bemerkt worden —so ist das Thier elementarisch
bestimmt nach den verschiedenen Zonen Klimaten; schlagende Unterscheidung der
Eintheilung in Thiere mit und ohne Rückenwirbel die ersten ausgebildeter voll-
kom m ner — der begriff m uß seine Glänze kennen, w o diese äußern bestimmungen
jo überm üthig werden - die Zufälligkeit hat hier ihr großes Spiel die Thier? sind sehr
beschränkt —so daß einige an ganz einzelne Naturgebilde geknüpft sind, z b. Insec­
ten auf eine einzige Pflanzen A rt angewiesen; das ist der ganze Umfang ihrer unor­
ganischen N atur; Mensch das vernünftige allgemeineThier mit allen Clunaten Zonen
alle A rt unorganischer N atur sich befaßend; die Zufälligkeit die ganz vereinzelte

35 3 gelegentlich,] Hk. gelegnthh, knöchernes] Hk. kochemen 5 Dycotyledonen] Hk: Dycoty-


lcdonen cinthcilt 13 Nerven,] Hk Nerven. das ist _. Hauptunterschied —] Hk: ds ist dr Hpt-
untrsh. ds ist dr Hptuntsh — 14 Unterschiede] in Hk folgt eine grsclnvungenc Linie 15 Zusammen­
hänge] Hk: zusliagn 20—21 schlagende Grundbestimniung in Hk über der Zeile
1160 N A C H S C H R IF T H U E C K * 1 8 2 8

b e s t i m m t e n is t 's z u d e r d o s o r g a n i s c h e L e b e n f o r t g e h t , a b e r a l l e n t h a l b e n w i r d m a n

n o c h S p u r e n d e s b r g n f l s a n t r e f f e n i n d e m m a n e i n e r s e i t s c s a u f g i b t , a lle s e r k l ä r e n z u

w o l l e n w i r d m a n d o c h a l l e n t h a l b e n e i n e L e i t u n g s e in e r b e s t i m m t e n h o b e n

S ä u g e t i e r e d ie g r ö ß te n a u s g e b ild e ts te n — h i e r is t d a n n v o rn e h m h e h z u r U n ­

te rs c h e id u n g g e n o m m e n w o rd e n (n a c h d e m In s titu t) d ie ä u ß e r n W a ffe n - K la u - s

e n Z a h n e , e s i s t u m ä u ß e r l i c h e M e r k m a l e z u t h u n g e w e s e n w o d u r c h w i r u n s d ie

U n te rs c h ie d e m e r k e n , in d e r T h a t a b e r s in d d i e E x t r e m itä te n u n d d o s G e b i ß d a s ­

j e n i g e w o d u r c h d o s T h i e r s ic h fiir s ic h e r h ä lt g e g e n d ie A u ß e n w e lt, — in A n se ­

h u n g d e r N a h r u n g u n d i n A n s e h u n g s e in e r V e r t e i d i g u n g — a l s o s i n d d o s n ic h t
356* b lo ß U n te r s c h e id u n g s m o le f ü r u n s , so n d e rn f ü r d o s T h i e r | s e lb s t d o s s ic h d a d u rc h 10

a l s u n t r r s c h i e d n e s s e t z t . — E s i s t d a n n d i e v e r s c h ie d e n e b i l d u n g R i c h t u n g d ie s e r W a f ­

f e n d i e w e s e n d i c h e U n t e r s c h i e d e a u s n r a c h t ; L a m a r k p h i l o s o p h i e z o o l o g i q u e — e in

g e is tr e ic h e s W e r k w i e ü b e r h a u p t d ie F r a n z o s e n e in e n g r o ß e n N a t u r s i n h o b e n (e n t­

f e r n t v o r n k ü n s t l i c h e n S y s te m a b s tT o rfe r G e s i c h t s p u n k t e ) — e r t h e i l t e i n S ä u g e t i e r e

rm t K la u e n — m it H u f e n — o h n e H u f e u n d K la u e n , C e t a c e c n m it F lö ß e n — dos is

is t s o e in g r o ß e r w e s e n tlic h e r U n te rs c h ie d , d ie T h i e r e m it K l a u e n s in d v o r n e h m lic h

d ie h e r v o r r a g e n d s te G a t t u n g a u f a n im a lis c h e N a h r u n g a n g e w ie s e n ; d ie m it H u f e n

h a b e n k e i n e G e w a l t ü b e r a n d e r e , a u f v e g e t a b i l i s c h e N a h r u n g a n g e w i e s e n — b e i e i­

n i g e n h a b e n d i e K l a u e n b e i a n d e r n ( N a g e t i e r e ) d i e Z ä h n e d o s U e b e r g e w i c h t - d ie

F ü ß e s in d s t w a c h , w e rd e n s o g a r b e i d e n F le d e rm ä u s e n z u r H a u t — d a s s in d G e - zo

s i t t s p u n k t e w o r a u s d i e U n te r s c h ie d e z u f o l g e r n

d i e T h i e r O r g a n i s a t i o n i s t s o m i t e i n E i n i g e s , G a n z e s ; C u v i e r s u r l e s a n i m a u x fo s­

s ile s im g r o ß e n N a t u r s m n v e r f a ß t z e i g t a u s e in e m K n o t e n Z a h n , w i e d ie w e s e n t­

lic h e n b e s ti r n r n u n g e n d e r ü b r i g e n T h e i l e b e s c h a f f e n s e y n m ü ß e n , a n d r e Z ä h n e d e r

T h i e r r d i e s i c h v o n F le is c h , a ls d i e s i c h v o n V e g e t a b i l i e n n ä h r e n ; f ü r d i e K l a u e n is
g e h ö r e n M u s k e l n , f ü r d i e s e K n o t e n , a n w e l c h e j e n e a t t a c h i r t s i n d . V o n d ie s e r Be­

s t i m m u n g n o t w e n d i g e r F o r m a t i o n h ä n g t n u n d a s w e i t e r e a b — W e i s e d e r S c h u l-

t e r k n o t e n e t c — a u s e i n e m K n o c h e n e r g e b e n s i c h d i e H a u p t b e s t i m m i m g e n f ü r d ie

g a n z e O rg a n is a tio n des T h ie rs . — |

357,* u n d s in d d ie v ie le n S y m p a th ie n d ie a u f e in e n Z u s a m m e n h a n g h in d e u te n w e n n »
d ie s e r a u c h m c h t g e f a ß t, d e r G e d a n k e w ir d g e le ite t , d i e Notlvwcndigkeit d ie se s b e i -

s a m m e n s e y n s z u f i n d e n — z . b . d i e H ö r n e r b e i v i e l e n T h i e r e n m i t g e s p a l t e n e n K la u ­

en — G ö te ü b e r d ie o s te o lo g ie in tr e s s a n te beobachtungen — is t wie von d e r M e ta ­

m o r p h o s e d e r P f la n z e d ie I d e n t i t ä t e in e r F o r m d u r c h H e r a u s b i l d u n g v o n e in a n d e r

z u z e ig e n — v o m W ir b e l a u s. O k e n s c h rie b e in e D is s e r ta tio n d a r ü b e r — w as G ö t e is
ih m p riv a tim m i t g e t e i l t h a t , h a t d ie s e r a l s s e i n eignes a u s g e g e b e n th e i l s a u f e in e

12 roologique] Hk dieo ? 30 und] In H k ist der Anschluss an die vorhergehende Seile flinke Seite eines
Doppelblattes) fraglich. Vielleicht ist ein Doppelblatt verloren gegangen; siehe Editorixher Beruht.
ORGANISCHE PHYSIK 1161

oberflächliche theils auf eine schiefe Weise aufgefaßt - das os intermaxillare hat
Gothe bei Menschen nachgewiesen - Streit darüber —
So hot man einen typus festzuhalten und unter Leitung des brgnfls da hincinzu-
gehn wo absolute Zufälligkeit, Paraculantät zu herrschen scheint. -
s Man kann auch von unten herauf von der einfachsten bildung zur entwickel­
ten fortgehn — es ist aber Gedankenmäßiger vom vollkommenen anzufängen und
ah degradaDon die iibngen herbeizuziehn denn dis Unten ist nur ein Rest von der
Vollkommenheit der Entwicklung, wo die Natur nicht dazu gekommen ist, ein O r­
gan zu bilden, man versteht die untern Thierklassen nicht ohne die obren, dos ist die
io Ohnmacht der Natur, daß sie eine Menge uebrrfliissigcs hat, das seinen Grund hat im
allgemeinen Typus, der als Ansatz in den untern vorhanden ist, hier aber keine Func­
tion hat — |
§ 371. Als Individuum ist es nicht angemessen der Gattung - dieses Unangemess- 358,*,/ J7I
ne ist eine Krankheit die das Individuum mit auf die Welt bnngt, eine Krankheit an
is der es sterben muß — dos Einzelne ist dos unwesentliche ist deshalb ein Vorüber-
gehndes dos deshalb sterben muß - diese Unangemessenheit zeigt sich in Form von
Krankheit
Krankheit ein weitläufiges Kapitel - sie ist dos, daß ein einzelnes System des O r­
ganismus für sich ist, sich isolirt dem Allgemeinen Proce/J der Flüssigkeit des Ganzen
io sich entgegen stellt, zu einer Art von Selbstständigkeit kommt, wie es dazu kommt
ist eine äußerliche Sache hauptsächlich durch Verwicklung und Ueberwälagung von
der unorganischen Natur, dieses ist der Organismus offen, kann über ihr Meister
sverden kann aber auch mit ihr in Conflickt kommen, so daß diese nichtig in ihm
werde - Veriiältniß zu Luft und Wasser Feuchtigkeit und zum Einzelnen — in A n-
25 sehung des Verhäl/msses zur Luft muß man sich gehörig halten, denn die meisten
Krankheiten haben in einer Erkältung ihren Grund oder in einer Unverdaulich-
keit - Hautproceß und Vendauungsproce(J, dis gibt zunächst dos Verschiedene, die
Hitze ist ein anderes — der menschliche Organismus ist an ein besondres Clima
gewohnt, wenn Organismen sich berührn, die sehr verschieden sind durch ihre Ac-
30 dimaosation, so entstehen Krankheiten |
Entstehung der Syphilis durch Versetzen nördlicher Völker in südlir/te Länder der 359,,,
Scythen nach babylonien (Hcrodot) der Europäer nach Amerika — dos schwarze
Erbrechen dos gelbe Fieber ist ebenso —so sterben an der afrikanischen Küste von
den Europäern viele, wo die Neger gesund bleiben —Krankheit vorwiegend durch
js Galle erzeugt —dagegen die Neger von haus aus schwarz sind, da ist dos galligte
Princip in die Haut ausgegangen da sind sie dieser Art von partiellerer Erregung
nicht mehr unterzogen

6 fortgehn) Hk: fmughn 31 Völker] HIr Völlkr 34 vorwiegend Hk' Lesung unsvher
1162 NACHSCHRIFT HUECK * l 8 i 8

a c u t e u n d c h r o n is c h e K r a n k h e it - a c u t - d e r O rg a n is m u s ü b e rh a u p t a fö c rrt -
chronisch — w o e i n V e rd e rb e n i n e i n e m b r s o n d e r n S y s te m s i c h f e s tg e s e tz t h o t -

§§ 372,373 h e i l m i t t e l § 3 7 3 . — F ie b e r is t d o s d a ß d i e L e b e n d ig k e it n a c h e i n a n d e r in d e n u n -
te r s e h ie d n e n S y s te m e n is t, d ie d u r c h d e n b e g r i f f b e s tim m t s i n d , w o d e r g e s u n d e O r ­
g a n is m u s d i e W ir k s a m k e it i n e in e m i s t - d a s F ie b e r f i n g t m it K o p f w e h a n (N e r v o i- s
System ) d i e H i t z e ( I r r ita b ilit ä t) S c h w e iß C r i s e ( R e p r o d u c t i o n ) d o s C r i t i s r h e — ist
ir g e n d e i n e A b s o n d r u n g n a c h A u ß e n —
d a is t a ls o im F ie b e r d ie S u c c e s s io n d e r V e r l a u f d e r L e b e n d ig k e it i n d ie se n u n t c r -
s d iie d n e n S y ste m e n , d i e G e s u n d h e it h in g e g e n is t, d a ß d i e L e b e n d ig k e it d ie s e r System e

a ls e i n e is t — m

d o s T h i e r a ls u n m i t t e l b a r e E i n z e lh e it is t d e r G a t t u n g n ic h t a n g e m e s s e n d a h e r n u r
e i n v o r ü b e r g e h n d e s ; d i e I d e e in d e r W e is e i h r e r U n m i t t e l b a r k e i t , d i e S u b je c tiv itä t
g e h t n u r f o r t b is z u d e r E m p f i n d u n g i s t n ic h t f ü r s i c h s e lb s t in d e r fo r m d e r A llge­

3«U m e in h e it | s p a lt e t s ic h n ic h t in d ie se b e id e n S e ite n S u b j e c t i v i t ä t f ü r s i c h u n d Id e a litä t.

§370 $ 3 7 0 der Proceß d e s T h i e r s s e in e G a t t u n g is t d ie se s d a r i n a u f g e h o b e n z u w e rd e n , is


i n d e r G a t t u n g h e b t d o s T h i e r s e in e D iff e r e n z g e g e n s e in a n d e rs s e in a u f — d a e x istirt
e s a ls G e is t a b e r i n d e r N a t u r fa llt d ieses E r z e u g n i ß i n d i e N a tü r lic h k e it u n d d a m it in
d ie E i n z e lh e it h e r u n t e r
§375 d ie a n d r e F o r m is t, d a ß d a s In d iv id u u m in n e r h a l b s e in e r s e lb s t e r s t i r b t u n d d is E r­
s te r b e n i s t s o a u s g e d r ü k t d a ß e s s e in e E i n z e lh e it s e in e r A llg e m e in h e it e in b ild e t a b e r 20

a u f e i n e n a tü r lic h e W e is e , w o d u r c h d o s L e b e n z u e i n e r G e w o h n h e i t w ir d , d ie se O b -
j e c t i v i t a t In tr e s s e n lo s ig k e it, b e f rie d ig ts e y n - d o s is t, d a ß e s d e n G e g e n s a t z seines s u b -
j ectiven b e d ü rfn isse s g e g e n s ein e O b je c t iv itä t, b e f r i e d i g u n g d e r s e lb e n s i c h a u sg e lö sch t
h a r — b e f r ie d ig t w o r d e n is t i n s ic h , d a ß e s e r r e i c h t h a t d i e A u s g l e ic h u n g se in e r E in ­
z e lh e it m it se in e r A llg e m e in h e it, G a t t u n g a b e r g e r a d e z u g le ic h is t d ie s e A u s g le ic h u n g is
d ie t o d t e a b stra rfe E i n h e i t d ie G e w o h n h e i t d ie o h n e I n t r e ß e is t, L e b lo s ig k e it, d ie
b r g i r d e s t i r b t in d e r b e f r ie d ig u n g u n d s t i r b t d a s In d iv id u u m i n s e in e r b e f r ie d ig u n g
g r a d e in s e in e r A n g e m e ß e n h e it zu seiner G a t t u n g —

§376 h i e r m a c h t s ic h d e r U e b e r g a n g z u m G e is te , d a s n a tü r lic h e In d iv id u u m a ls A u fh e b e n
se in e r E irrz e ln h e it, d a ß d ie s e r A u f g e h o b n e a ls id e e ll g e s e tz t i s t — d o s is t d o s T h u n d e r jo

N a t u r , d i e U n m i t t e l b a r k e i t a u f z u h e b e n ; e s k o m m t i n d e r N a t u r z u r E m p f in d u n g ,
d i e h ö c h s te W e is e d e r A e u ß e d ic h k e it a u f g e h o b e n z u h a b e n , d e r b e g r i f f d e r bestrrn-

361,* mung d e s U c b e r g a n g r z u m G e is t h e g t i n d e m G e s a g te n , d a ß die I d e e , d i e | in d e r


N a t u r d ie R e a l i t ä t a ls A e u ß e r lic h e h a t — d a ß d e r b e g r i f f d ie s e ä u ß e r lic h e R e a litä t
id e e ll g e se tz t h a t d e m b e g r if f e n a c h , u n d s o v e r h ä lt d e r begriffs i c h z u d ie s e m A rid e m ss
als z u i h m s e lb s t, e s is t f ü r i h n s o , d a ß d ie s e A e u ß e d ic h k e it f ü r i h n e i n A u fg e h o b n e s
is t — d a s is t d a s P n n c i p d e s G e iste s

28 Gattung] Hk. Gttung u wnch lehr k folgt nur Ttxilucke von gwei tVortlängrn azufchen
ORGANISCHE PHYSIK 1163

d e r G eist ist in W ahrheit das L e b e n u n d das L eben ist die W ah rh eit der N a tu r;
ini Leben ist d ie Id ee a u f die w ah rh afteste W erse, k o m m t z u d e r R e a litä t d ie em p­
findend ist, dieses b e i sich seyn bestimm/ seyn In sich z u seyn; das ist das L e tz te des
Lebens ab er a n sich das e rs te ; alles V arhergehnde ist entfalten des Lebens das seine
s M o m en te h in au sw irft e n tlä ß t - ab er im wissenschaftlichen G anzen fängt m a n m it
d e m a n , w as n u r a n sich ist —

S -8
W o d e r b e g n jf der N a tu r z u r Erscheinung k ä m m t u n d nichts in d e r N a tu r ist
nicht A usdncrh des G eists d er Id e e ist, u n d es k o m m t n u r d a ra u f a n in w iefern
begriff der R e a litä t ein g eb ild et ist o d e r nicht, d a ra u f d a ß d e r begnffals solcher in sei-
io n er Einfachen E in h eit, in d er Id en tität der Unterschiede zum daseyn ko m m t

7—10 W o d er... kommt in Hk an fanden Rändern tingtnukt und in Unntm Sthnfi


ZEICHEN, SIGLEN 1165

ZEICHEN, SIGLEN

Sperrdruck Hervorhebung im Original


Kunivdnuk Herausgeberrede
Seitenzahlen Paginierung des Originals
auf dem Rande
1 neue Seite im Original
/ neuerAbsatz im Variantenapparat bzw. Zeiknumbnull im textkriti­
schenApparat
u Hinzufiigung des Herausgebers
1 Abgrenzung des Lemmas
<> im Manuskript gestrichen
die| tiefgestellte Ziffer im Apparat, die bei öfterem Vorkommen des glei­
chen Wortes in einer Zeile die Reihenfolge angibt
r, v Abkürzungen von rccto und verso, die Vorder- und Rückseite eines
Blattes angeben
22„ Angabe im texlkritischen Apparat, die sich aufdie Zeilennummer der
auf dem Rande daigestellteti Marginalie bezieht

Bei den Seitenangaben am Rande, im Variantenapparat und lexlkritisclien Apparat wer-


denfolgende Siglen verwandt:

Do bzw. Do Nachschrift Dove


Hk bzw. Hk Nachschrift Hueck
Li bzw. Li Nachschrift Libelt
Pi bzw. Pi Nachschrift Pindcr