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T3 Zusammenfassung

01 Einführung

egal

02 Geschichte

auch egal... glaube ich.

03 Lukacs & Goldmann

- marxistische Theorie mit 2 Versuchen, eine Theorie über Kunst in Sozialwissenschaften


anzubieten
- 1. Lukacs Theorie + Goldmanns Verbesserung
- 2. Kritik der kulturellen Industrien durch Benjamin, Kracauer und Adorno

Lukacs

- Theorie der Romane


- A-Historizität der Formen: Formen unabhängig von sozialer Struktur, haben ewiges Leben
- Formen erzählen aber von der sozialen Struktur
- Gesellschaft als Kampffeld von vernünftigen und unvernünftigen Kräften
- Widersprüche können aufgehoben werden, wenn vernünftige Kräfte (Humanismus)
gewinnen: hilft die Kluft zwischen Arm und Reich zu minimieren
- Vernunft durch Aufklärung: z.B. durch Schriftsteller
- Aufgabe Schriftsteller: Abspiegelungstheorie: Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten und
somit die Gesellschaft zum Fortschritt motivieren
- Kunst/Künstler zeigen der Gesellschaft was und wie sie ist, sodass Gesellschaft verbessert
werden kann

- Materialismus: fragt nicht „Was ist das Literarische in der Literatur“, sondern „Was macht
Literatur in der Gesellschaft aus?“
- Theorie der Literatur: die Frage ist, was Literatur in der Gesellschaft macht
- Literatur soll Leben wahrhaft beschreiben um Probleme des sozialen Lebens zu zeigen
- Kunst/Literatur als Werkzeug für die Durchführung der demokratischen Revolution
- idealtypisches Bild vom Schriftsteller: hat sofort die passende Idee, spontaner Schöpfer,
kann unmittelbar die typischen sozialen Verhältnisse in Gesellschaft verstehen und
beschreiben
- deshalb sehr idealistisches Bild: Künstler zu sein ist sehr idealtypisch und eigentlich auch
nicht wirklich realistisch (ein Künstler, der sich von der Gesellschaft entfremden/entziehen
kann um sie zu verstehen und zu beschreiben)
- Humanismus des Schriftstellers hebt die Entfremdung des Schriftstellers als Klassen- und
Gesellschaftsmitglied auf: Schriftsteller sucht nach der Totalität als moralischen Anspruch
und er versucht diese Totalität der Gesellschaft zu zeigen
- die Durchsetzung dieser neuen Gesellschaft (demokratische Revolution) gilt als moralischer
Anspruch

- zu kritischer Realismus und Abspiegelungstheorie: meint:


- es gibt keine Wechselwirkung zwischen Literatur und Gesellschaft, sondern einseitige
Beziehung: Literatur beschreibt soziale Realität
- Literatur als Verbindung zwischen Sein und Bewusstsein: Literatur als objektive Größe, die
zeigt was in Gesellschaft passiert
- Intentionalität des Schriftstellers: sucht nach den richtigen Bildern, den richtigen Typen um
eine zuverlässige Beschreibung der Gesellschaft zu liefern // Ziel: demokratische Revolution
in Gesellschaft zu unterstützen: dafür braucht es persönliche Herrlichkeit des Schriftstellers
- deshalb Ehrlichkeit des Künstlers und der Schriftsteller: jeder Künstler strengt sich an,
immer das „Richtige“ zu zeigen um die Gesellschaft auf den richtigen Weg zu bringen
- aber: Position des Schriftstellers als „ecrivain bourgeois“ nicht berücksichtigt
- analysiert Persönlichkeiten von Schriftstellern: z.B. Thomas Mann „Der Zauberberg“:
spiegelt angemessen fortschrittliche Tendenzen des Bürgertum, weil er selbst tiefe radikale
Erfahrung vom Fortschritt gemacht hat
- Kapitalismus versucht, Schriftsteller zu entfremden und sie nur zu bloßen Beobachtern zu
machen: denn Literatur wird auch verkauft
- Schriftsteller als Individualitäten kämpfen dagegen an, kämpfen für die ganze Gesellschaft
- die herrlichsten Schriftsteller kämpfen gegen den Kapitalismus, wollen nicht unbedingt ihre
Literatur verkaufen, sondern eig einfach nur schreiben
- Lukacs löst seine Theorie ziemlich einfach: alles hängt von Individuen ab

- zu Totalität: meint:
- Erkenntnisgegenstand als totale Tatsache: nur Teile können im Bezug auf das Ganze, das sie
bilden, verstanden werden
- Idee: Schriftsteller sucht immer nach einer Totalität, die er beschreiben will (dafür braucht
man unterschiedliche Romane: um immer neue Facetten der totalen Gesellschaft zu zeigen)
- Erkenntnisgegenstand ist nie auf einmal gegeben, sondern der Schriftsteller muss daran
arbeiten, muss alle möglichen verschiedenen Facetten der Totalitäten zeigen: es kann immer
nur ein Stück/ eine Facette gezeigt werden
- wenn ein Werk vorliegt (alles, was ein Schriftsteller je verfasst hat), dann kann man von
Literatur sprechen
- nur ein totales Werk = Literatur
- literarisches Werk ist auch einseitig: spiegelt nur eine Tendenz des Fortschritts wieder, die
aus einem authentischen Individuum (Schriftsteller) entsteht
- Formen und Romane können je nach Schriftsteller unterschiedlich sein, zeigen aber alle den
gleichen Realismus: nur Ausdrücke der Persönlichkeit des Schriftstellers sind unterschiedlich:
unterschiedliche Schriftsteller interessieren sich für unterschiedliche Ereignisse in der
Gesellschaft

- Typusbegriff:
- Typus = wahres Kriterium/Ergebnis der literarischen Vollendung
- mechanistische Perspektive auf Literatur: Schriftsteller informieren sich über soziale
Realität, erstellen Typen um Gesellschaft möglichst passend zu beschreiben
- Typen müssen aber auch gesellschaftlichen Fortschritt fördern: also im Idealfal „Helden“
- Typus = optimistischer, positiver Held, der aber gleichzeitig normaler Mensch ist: Typus
verkörpert wesentliche Merkmale aller Menschen, unterstützt damit die Entwicklung
- literarische Avant-Garde (z.B. Musil, Kafka) nur mittelmäßige Literatur, weil vom
Realismus entfernt, können Fortschritt nicht gut fördern

Goldmann:

Homologien und Kapitalismus


- übernimmt Lukacs Ansatz: Trennung zwischen Schriftsteller und der Welt in der er lebt und
die er beschreibt
- Romane als literarische Beschreibung dessen, was im Alltag der modernen, kapitalistischen
Gesellschaft passiert (auch Gemeinsamkeit zu Lukacs)
- strukturale Homologie: Strukturen der Romane spiegelt Strukturen der Gesellschaft wieder
(dabei sind die Strukturen aber nicht unbedingt gleich)
- 2 Hypothesen zur strukturalen Homologie:
- 1. H.: Struktur der Romane spiegelt Struktur des Tausches in kapitalistischen Gesellschaften
wider: Strukturen der Romane spiegeln Strukturen des Gesellschaft wider
(Formen/Verarbeitungsweisen entsprechen Gesellschaft)
- 2. H.: Zeit: Ähnlichkeiten in der Entwicklung von beiden Strukturen (literarische + soziale
Strukturen)
- strukturale Homologie muss wieder rekonstruiert und wieder sichtbar gemacht werden, wird
sonst vom kapitalistischen Markt zerstört
- in moderner kapitalistischer Gesellschaft wird Literatur auf wirtschaftlichem Markt
verkauft: Verkauf ersetzt den Wert der strukturalen Verbindung zwischen Roman und sozialer
Realität durch einen wirtschaftlichen Wert: Tauschwert der Romane wird ausgeblendet
- Tauschwert zeigt die Bedeutung von einem Kunstwerk in der Gesellschaft: unabhängig von
ökonomischer Bedeutung (wirtschaftlicher Wert)
- Markt setzt sich zwischen Schriftsteller/Werk und sein Publikum: Leser hat den Eindruck,
dass Schriftsteller nur reiner Beobachter der sozialen Realität wäre und nur eine ästhetische,
literarische Verbindung dazu hätte: Merkmal des Schriftstellers wird ausgeblendet
- Schriftsteller macht mehr als beobachten: analysiert, versteht und spiegelt Strukturen auch

Produktion der Romane


- Theorie der Romane nach Goldmann = Untersuchung literarischer Struktur, aber auch Kritik
der Produktion von Kunstwerken
- wirtschaftliche Produktion von Kunstwerken verändert das Bewusstsein der Menschen und
der Gesellschaft
- der Verbrauch muss nun die Produktion leiten: es werden immer mehr Kunstwerke
produziert um zu verkaufen
- dabei sollte eher nach Verbrauch produziert werden: so viel produzieren, wie wirklich
gelesen wird und nicht darüber hinaus = authentische Literatur
- Problem der Kunst/Literatur: wird mehr durch kapitalistische Wirtschaft bestimmt
- durch wirtschaftlichen Tausch wird Kunst degradiert: Zelebrierung menschlicher
Beziehungen in den Romanen bloß als wirtschaftliche Tauschstrategie
- eigentliche Funktion der Literatur geht verloren, gilt nur noch als Verbrauchs-
/Konsumprodukt
- Wirtschaft hat Sinn der Literatur verändert
- authentische Literatur entzieh sich der kapitalistischen Logik
- also: früher war es besser, heute wird Kunst durch wirtschaftlichen Markt degradiert

Entfremdung und Verdinglichung


- Goldmann überzeugt, dass Schriftsteller nicht vollkommen entfremdet (Gemeinsamkeit zu
Lukacs)
- Schriftsteller = Schöpfer, der Werte der menschlichen Beziehung und Gebrauchswert von
künstlerischen Gegenständen schätzt und sie in abstrakter Welt erneuert
- Schriftsteller kann trotz seiner Rolle eine authentische Position beziehen, weil er besonders
gut versteht wohin die Gesellschaft geht: kann daher bessere Entscheidungen für sein Werk
treffen
- Schriftsteller und Künstler bleiben immer vom Gebrauchswert des Kunstwerkes bewusst:
Handwerker als übergeordnete moralische Eigenschaft, durch Markt wird Handwerk
schwieriger: weil Degradierung der Qualität der künstlerischen Arbeit -> Degradierung des
Gebrauchswertes des Kunstwerkes
- neue Romane zeigen Entfremdung und Verdinglichung der Gesellschaft: Figuren im
Hintergrund, Objekte im Vordergrund: beschreibt, wie sich kapitalistische Gesellschaft
entwickelt hat: weniger Beziehung zu Menschen, mehr Beziehung zu Objekten: wir verbinden
uns weniger mit Menschen als mehr mit Gegenständen
- zeigt auch, dass Gesellschaft immer kapitalistischer wird: es zählt mehr, was man hat, als
was man ist: „Haben“ ist wichtiger als „Sein“

04 Benjamin + Kracauer Bildphilosophie

- Lukacs + Goldmann -> Literatur // Benjamin + Kracauer -> Bild/Kino/Film


- Benjamin + Kracauer nur marxistischer Ansatz, aber auch mit kritischer Theorie verbunden
- kritische Theorie: Meinung, dass wir uns nicht emanzipieren können
- Benjamin + Kracauer sagen aber: Kunst mit Funktion der Emanzipation/Bildung der
Akteure (Unterschied zur kritischen Theorie)
- Gemeinsamkeit zu Lucaks/Goldmann: Kunst soll auch verständlich sein und soll
Gesellschaft kritisieren: Publikum kann Kunst verstehen und somit für Emanzipation kämpfen

Benjamin

- technische Entwicklung von Bild/Kino: animierte Bilder, nicht mehr nur statisch
- Massifikation -> neue Sinneserfahrung und Reproduktion (Hand macht nichts mehr, Auge
im Zentrum der Kunst)
- Unikat vs. Reproduktion: künstlerische einmalige Werke stehen nicht überall zur
Verfügung: durch Reproduktion kann fast jeder fast immer Kunstwerk sehen
- Pro: bessere Bekanntheit der Kunst, wird breiter aufgenommen: Demokratisierung der Kunst
- aber auch viel Contra
- Verlust Authentizität des Kunstwerks: durch Reproduzierbarkeit verlieren Bilder Merkmal
des Unikats
- Verlust Tradition: Geschichte der Bilder/Kunst verschwindet somit auch
- Erfahrung des Kunstwerkes keine Dasein-Erfahrung mehr, sondern Empfindung wird durch
Aktualität verändert: man kann durch Kunst kein Gefühl mehr von sich selbst erlangen,
sondern eher ständiger Wechsel des Gefühls durch schnelle Reproduzierbarkeit des Bildes:
neue Dimension des Empfindens: keine Empfindung der Präsenz zu sich selbst, sondern nun
Empfindung zur Aktualität
- Distanz Publikum – Kunst verschwindet: Kunst überall für alle, immer mehr Akteure sehen
Kunst: zerstört Aura (einmalige Eigenschaften) des Kunstwerkes: wird reproduziert und
dadurch auch gewissermaßen verbraucht
- Gemeinsamkeit Goldmann: Kunst als Produkt -> das Sakrale/Einmalige der Kunst
verschwindet
- Bild/Kunst verliert seine Autorität: symbolische/reale Identität geht verloren

- Reproduktion vs Kopie des Bildes


- Reproduktibilität eines Werks richtet sich gegen Kopie
- Reproduktibilität braucht nicht mehr alle Schritte, die für Kopie nötig waren: Menschen, die
Kopien angefertigt haben, konnten auch sehr berühmt werden (haben das Unsichtbare eines
Kunstwerkes durch ihre Kopie sichtbar gemacht)
- durch Reproduktibilität politische Funktion der Kunst erlangt: Kunst keine ästhetische oder
kommunikative Funktion mehr, sondern politisch (weil Kunst durch Reproduktion nun breite
Massen erreichen kann)
- Gewinn politische Funktion, dafür Rückgang künstlerische Funktion
- also: je mehr Kunst entwickelt wird, desto weniger ist sie künstlerisch
- Kunst weniger Kunst, sondern eher politisches Mittel: unterstützt eher politische als
künstlerische Botschaft
- besonders Fotografie/Kino wird von politischer Macht gebraucht (aber auch in anderen
Bereichen der Kunst, z.B. Architektur)

- „optische Täuschung“ der Fotografie: man hat den Eindruck, dass das Foto zeigt, was wir in
einer bestimmten Zeit waren: macht eine veränderte Wahrnehmung in der Moderne
- Ursache für veränderte Wahrnehmung: technische Entwicklung in Kunst
- veränderte Wahrnehmung verändert selbst noch mehr: verändert, was mit Kunstwerk erzählt
wird: nun Schauwert statt künstlerischer/kultureller Wert
- Schauwert: Kunst will sich vor allem zeigen: ist egal, ob wir davon kulturellem Wert
entnehmen können
- dadurch entsteht auch Asymmetrie zwischen Sehen und Tun: Sehen wird bedeutender
(verbunden mit Schauwert), Tun weniger bedeutend
- aber eigentlich sollte Kunst nicht hergestellt werden um gesehen zu werden, sondern einfach
um zu existieren: Kunst ist wie Magie: man muss Magie nicht sehen, damit sie existiert und in
der Gesellschaft wirkt
- also: Kunst ist (durch diese Entwicklung) gegen die Gesellschaft und deren Emanzipation
- Kunst durch Film/Bild könnte theoretisch auch aufklären, ist aber durch Reproduktibilität
schwierig: Produktionsprozesse müssten erst verändert werden (Gemeinsamkeit Goldmann)

Kracauer

- ähnliche Perspektiven wie Benjamin, beschäftigt sich auch mit Bild/Kino


- durch Foto kann man Gegenstände nicht objektiv repräsentieren: man kann sich durch
Fotografie eher weniger mit den Erinnerungen verbinden, weil sie nur Fragmente von
Gegenständen/Subjekten abbilden und abstrakt sind: Fotografie verändert Wahrnehmung der
Gegenstände/Gesellschaft/Zeit
- also: persönliches/soziales Gedächtnis wird durch Foto nicht unterstützt (ähnliche Meinung
wie Benjamin)
- Foto gibt nur abstraktes Bild, von dem, was wir mal in einer Bestimmten Zeit waren: dieser
abstrakte Anteil ist aber total aus dem Kontext gerissen
- Film/Kino bessere Möglichkeit für Emanzipation: denn Film als Akkumulation von Fotos:
dadurch kann mehr Kontext wiedergegeben werden, eine bestimmte Geschichte wird erzählt,
dadurch bekommen wir wieder mehr Bezug zur Zeitdimension
- also: Zeitdimension im Film etwas weniger gebrochen als in Fotografie
- Gesellschaft und Leben der Menschen wird degradiert: deshalb sind Masseneffekte der
Filme auch gut: je mehr es sehen, desto besser ist es für das Bewusstsein der degradierten
Situation und desto besser können wir dieser Situation entkommen
- Film als Werkzeug zur Bewusstwerdung von dieser degradierten Gesellschaft
- Bilder (selbst wenn animiert) können uns von Realität entfremden: nicht unbedingt negativ:
kann dazu beitragen, dass wir der Realität besser bewusst werden und uns dann befreien
können

- Schauwert Benjamin vs. Kracauer


- Schauwert Benjamin: kritisch: zerstört Aura des Kunstwerks
- Schauwert Kracauer: mit bestimmter Funktion: damit man auch was verstehen kann:
Filme/Bilder mit Erziehungs-/Bildungsfunktion
05 Adorno Kulturindustrie

- Kritik an Kunst und Kultur, besonders Musik


- Kulturindustrie paradoxes Wort: Kultur sollte eig frei von Planung und Kalkül sein
- Kultur steht nun aber unter Vorzeichen der Industrie
- Kultur in moderner, kapitalistischer Gesellschaft verschwindet dadurch: nicht weil weniger
sichtbar, sondern im Gegenteil weil sie zu sichtbar wird
- Verwirtschaftlichung der Kultur: besonders Kritik gegenüber des Publikums
- (Lukacs + Goldmann eher Kritik der Wirtschaft, die Kultur als Markt sieht und Kunst als
Produkt verkauft)
- Publikum = nicht mehr Leute die sich für Kultur interessieren, sondern nun nur noch
konsumieren: auch unerfahrene/unwissende Leute im Publikum
- Kunst als Produkt, Kunst nicht mehr als Bereicherung des Selbst
- moderne Gesellschaft massifiziert: durch Fernsehen, Radio, Internet: Kulturgüter erreichen
immer mehr Menschen
- durch weite Verbreitung der Kunst: neue Form des Konservatismus: man hat eig immer des
gleiche, obwohl Produkte eig. unterschiedlich sein sollten
- neue Künstler nehmen weniger Risiken auf sich: 1. weil vom wirtschaftlichen Markt
abhängig, 2. weil wollen auch eigene Karriere machen (Kunst als beruflicher Lebensweg)
- Gemeinsamkeit Benjamin/Kracauer: Desakralisierung der Kunst
- durch Desakralisierung auch Mystifizierung der Kunst: bekommt Fetischcharakter (im Sinne
von Warenfetischismus): man interessiert sich nicht mehr für Inhalt der Kunst, sondern man
verbraucht die Kunst
- Kunst nur noch als Konsumaspekt, nicht mehr als interessantes oder wichtiges Kulturgut

Musik
- Kritik Jazz und andere neue Bewegungen der klassischen Musik
- moderne Musik wiederholt Inhalte ständig: soll dazu dienen, damit man noch stärker mit
Musikstück verbunden wird (Wiederholungen wie ein Mantra): hat nichts mehr mit
Entwicklung eines Kunstwerkes zu tun, sondern dient nur noch dazu, Leute anzulocken
- Musikerfahrung bleibt dadurch oberflächliche Erfahrung, ohne Überraschungen: man wird
durch die Musik nicht gestört, es ist angenehm und man kauft es deshalb gerne
- man muss nicht mehr zuhören: Musik als Spaßfaktor, soll Laune anheben, auch um einfach
angenehme Geräusche da zu haben und sich nicht einsam zu fühlen (z.B. Musik auf Arbeit,
beim Kochen,...), auch in Einkaufszentren Musik: damit wir nicht so gestresst sind
- Musik wird nur noch lässig gehört: daher wird Musikproduktion auch immer oberflächlicher
- Wirkung auf Hörerschaft: gewisse Gewohnheit entsteht, Hörer will nichts anderes hören als
das, was man schon kennt: man wagt sich nicht mehr zufällig an die Musik sondern sucht die
Musik, von der man schon weiß, dass sie einem Spaß macht
- Rationalisierung der Musikproduktion: man sucht nicht mehr nach ganzen Musikstücken,
sondern manchmal auch nur nach bestimmten Passagen (die 30sek mit dem coolen Gitarren-
Riff)

Regression
- Infantilisierung des Publikums der Musik/Kunst
- Deklassierung der spezialisierten Personen (z.B. Musikkritiker): denen wird nicht mehr
zugehört
- Bremse beim Lernen von unkonventionellen Sachen: man will nicht lernen, was man nicht
kennt, sondern man will noch mal hören, was man schon kennt
- Demobilisation der Akteure: müssen sich nicht anstrengen um zu verstehen, worum es im
Musikstück geht
- Akteure werden gefüttert mit Kunstprodukten: je mehr sie bekommen, desto weniger
Interesse gegenüber der Inhalte: nur noch Konsum zählt
- ästhetische Erfahrung verändert sich: Empfindlichkeit für bestimmte Formen von
Kunst/Kultur wird gesenkt
- Ästhetik sollte aber eig nicht nur auf das „Schöne“ verweisen, sondern auch die Sinne
generell anregen (sinnliche Erfahrung)
- Regression betrifft also sinnliche und subjektive Empfindlichkeit
- ursprüngliche Funktion der Kunst: unerwartete, überraschende Elemente spüren,
Sinneserfahrung von Dingen, die noch keinen Platz in der Gesellschaft haben
- Kunst ist nun aber nicht mehr überraschend: daher verschwindet auch unser Interesse für das
Unkonventionelle, Beispiellose, Interessant (alles was nicht in gesellschaftlichen Rahmen
passt)
- eher andersherum: wir interessieren uns nur noch für das, was wir schon sind

Analyse leichte Musik


- Adorno, Horkheimer, Fromm, Marcuse Treffen im amerikanischen Exil: untersuchen
Radiomusik zwischen den Nachrichten
- will verstehen, warum leichte Musik (Jazz, Tango, Billie Holiday, Elvis) im Gegensatz zu
normaler klassischer Musik nun erfolgreich ist
- Typologie: Musik als Kulturgut vs. leichte Musik
- in leichter Musik kann man zwar bestimmte Sequenzen unterscheiden, die aber an sich das
Musikstück nicht verändern
- Sequenzen können beliebig getauscht und abgebrochen werden, aber das macht nichts mit
dem Musikstück und macht auch nichts mit dem Verbraucher: kauft weiter leichte Musik,
weil sie einfach Spaß macht
- Entwicklung der Kulturindustrien durch Konservatismus + Auffassung, dass Musik Spaß
machen muss: Musik muss Publikum als Konsumenten bewahren
- Ziel leichte Musik = Reproduktion + Verbreitung im Publikum: durch Einsatz von
Massenmedien
- je mehr Fans der leichten Musik dazukommen, desto besser kann man auch Muster in
Gesellschaft institutionalisieren: damit man noch besser Bedürfnisse und Vorliebe
voraussagen/erraten kann und entsprechende Produkte aus Kulturbereich herstellen kann
- Künstler machen nichts mehr spontan: folgen Trends, die das Publikum mag
- also: wirtschaftlicher Konservatismus, aber auch Entkulturisierung des Publikums
- Publikum merkt gar nicht, wie sehr es von echter Kultur entfernt wird

06 Kunst als Beruf

- Liberalisierung der Kunst / Künstler


- marxistische Tradition: kritische Ansätze gegenüber der Kunst: Kunst als Spiegel der
Gesellschaft (zeigt das schlechte Bewusstsein der Gesellschaft, hilft zur Emanzipation), dabei
wurden aber nicht alle Fragen gestellt
- z.B. wichtige Frage: was bedeutet der Künstler als Berufsbild? Wie hat sich der Beruf
entwickelt? Was sind die Voraussetzungen? Usw.
- daher historische Beschreibung des Künstlerberufes wichtig

- Liberalisierung und Professionalisierung der Kunst


- zwischen römischen Reich – 15.Jh: Künstler besonders Handwerker: arbeiten in
Korporationen (Korporationen = Berufsgruppen, wo man sehr keusch ist)
- Kunst = handwerkliche, mechanische Arbeit
- das unterscheidet Künstler von den Personen in liberalen Künsten (diese versuchen eher
theoretische Erkenntnis zu entwickeln: z.B. in Bereichen der Grammatik, Musik, Logik, usw.)
- also starke Unterscheidung: Künstler als Handwerker vs. Intellektuelle (Leute der Arts
liberalis)

- 15.-16. Jh.: erste Tendenzen zur Liberalisierung der Künstler


- Künstler wollen Kunst freier gestalten und Korporationen verlassen
- wenn man Korporationen verlässt, kann man nicht mehr auf deren Schutz vertrauen
- daher suchen sich Künstler stattdessen Machtpersonen, die sie schützen (damit sie ohne
Druck von außen arbeiten können): z.B. Leonardo da Vinci
- 16. Jh.: Künstler wollen nun auch von anderen Handwerkern unterschieden werden: diese
Tendenz wächst immer mehr
- Künstler wollen zeigen, dass sie nicht nur Handwerker sind, sondern auch Geschmack
haben: wollen nicht nur für Handwerk, sondern auch für Ideen anerkannt werden (z.B. für
Auswahl der Motive, der Farben,...): Künstler zeigen, dass sie auch abstrakte Kompetenzen
und Kreativität brauchen

- diese Tendenz wird bis zum 19. Jh gestärkt: da hat man noch mehr diese Akzent-Setzung
auf die Kreativität: Idee des kreativen Individualismus: bestimmte Typen von Künstler,
werden als romantische Helden gefeiert
- Veränderung der Persönlichkeit des Künstlers entlang dieser Liberalisierung

- auch Institutionen wollen sich Künstler aneignen


- durch Betonung der Kreativität der Künstler und Liberalisierung der Kunst werden auch
viele andere Werte damit verbunden: z.B. Prestige: das ist für staatliche Institutionen wichtig
- Künstler werden vom Staat gezahlt damit sie das staatliche Prestige kreativ in Bilder
übersetzen

- Kunst entwickelt sich: z.B. ab 19. Jh. immer abstrakter


- das setzt auch Entwicklung der Kompetenzen des Künstlers voraus
- Liberalisierung bedeutet: Individualisierung der Künstler, aber auch Steigerung/Verstärkung
der Vielfalt in den unterschiedlichen künstlerischen Bereiche (Vielfalt der Themen, Vielfalt
der Techniken, Vielfalt der Materialien, ...)

- erste Biografien werden auch über Künstler verfasst (wie war der Künstler? Wie hat er
gearbeitet, gelebt,...?): das zeigt auch, dass Künstler eine Persönlichkeit haben, die mit einem
gewissen Prestige verbunden ist
- Künstler werden mehr und mehr mit Intellektuellen gleichgesetzt: besonders mit
Schriftstellern
- 19./20. Jh. Vereine, wo es keine Trennung mehr gibt zwischen unterschiedlichen Künstler
und Intellektuellen: Künstler tauschen sich mit Schriftstellern aus: Künstler, die Schriftsteller
porträtieren und auch Schriftsteller, die sich von Bildern der Künstler inspirieren lassen
- Gruppen von Künstlern werden trotzdem versucht zu kategorisieren

- Moderne: Verlust der sozialen Position der Künstler


- Folge der industriellen Revolution: Staat und Kirche verlieren ihre Positionen/Macht
- dadurch verschwindet auch starke Macht des Staates über die Kunst
- Staat hat versucht, die Regeln der Kunst zu bewahren, aber hat jetzt die Macht auf die Kunst
verloren
- Künstler kritisieren nun die Regeln der Kunst: Regeln werden von staatlichen Institutionen
gelehrt (z.B. Kunstakademien)
- durch Infragestellung der Regeln der Kunst: Künstler trennen sich fast vollständig von den
staatlichen Akademien: definieren nun neue Regeln der Kunst und veröffentlichen diese
- Veröffentlichung nicht nur in Form von „Regeln“, sondern auch in Form von Ausstellungen:
neue Künstler mit neuen Gemälden mit neuen Themen, neuen Materialien, neuen Strukturen
- wirtschaftlicher Markt gewinnt an Bedeutung für Künstler, aber auch für Leute die die
Künstler unterstützen wollen
- Künstler sind nämlich nicht unbedingt reich: waren vorher auf staatliche Institutionen
angewiesen, jetzt brauchen sie neue Unterstützer: also private Kunstinteressenten/liebhaber
- Galerien: auch eine gewisse Instution, aber nun nicht mehr staatlich, sondern wirtschaftlich:
Galerien und Galeristen mit einem anderen Ziel: wollen nicht nur Kunst anschauen, sondern
auch Geld verdienen
- Kunst wird nun immer mehr mit einer Idee der Karriere verknüpft (durch fortschreitende
Liberalisierung)
(- vorher war Kunst nur mit Idee von Arbeit und Werk verknüpft, nicht mit Karriere)
- nun ist man nicht mehr nur ein Künstler, sondern man kann als Künstler auch eine Karriere
erreichen

- wirtschaftlicher Markt der Kunst als Zeichen der Liberalisierung von Kunst als Beruf:
bedeutet auch Bildung (Ausbildung), die sich durch Liberalisierung verändert hat
- Künstler werden immer mehr an Kunstakademien ausgebildet: erst an staatlichen
Institutionen, aber Träger sind immer häufiger nicht-staatlich
- Institutionen werden schon noch staatlich unterstützt, sind aber frei in den
Ausbildungsinhalten: Lehre der Kunst ist frei und kann frei gestaltet werden

- durch fortschreitende Liberalisierung kommt aus auch zur Normalisierung der


Persönlichkeit und der Beschäftigung der Künstler: werden nicht mehr als merkwürdige
kreative verlorene Menschen angesehen
- Rationalisierung des Lebens der Künstler: damit auch gewisse Integration der Künstler in
der Gesellschaft

- Zusammenfassung alle Veränderungen:


- zuerst Handwerker in Korporation
- dann weiter Handwerker, aber nicht mehr in Korporation, sondern eher unterstützt durch
staatliche Institutionen
- dann nicht mehr wirklich Handwerker, eher kreativ
- am Ende: nicht mehr nur Handwerker und kreativ, sondern auch Karriere
- Kunst war relativ geschützt und einheitlich (bezogen auf Definition „Was ist Kunst, was
sind Künstler?“), nun eher breiter und vielfältiger: dringt in unterschiedliche Bereiche der
Gesellschaft ein (Künstler können in vielen verschiedenen Berufsfeldern arbeiten: als Prof in
Kunstakademien, als freischaffender Künstler, bei verschiedenen Projekten,...)
- erklärt, warum Künstler immer häufiger in der Gesellschaft vorkommen
- Künstler sind keine Ausnahmepersonen mehr, Kunst ist keine Ausnahmearbeit mehr: das ist
ganz normal in der Gesellschaft mittlerweile
- Künstler können nun endlich als Personen verstanden werden, die genauso wie andere
Akteure in der Gesellschaft einen bestimmten Beruf haben und bei der Ausübung bestimmte
Schwierigkeiten haben und auch mit anderen Segmenten der Gesellschaft verbunden sind:
Unterschied zur marxistischen Theorie

07 Akademien & Avant-Gardes


08 Bourdieu

- Künstler existiert nur im Bezug auf eine Gemeinschaft von Künstlern (aus Vergangenheit
oder Gegenwart, begleitend oder entgegen) und im Rahmen von künstlerischen Institutionen:
gewährleistet künstlerisches Leben (am Kunstwerk arbeiten, sich als Künstler definieren,
Kunstwerk öffentlich vorzustellen)
- also Künstler brauchen Menschen, Institutionen, Werkzeuge, Techniken usw. um zu
arbeiten
- künstlerische Tätigkeit immer mit Bezug auf Publikum: rezipieren, kommentieren,
kritisieren Kunstwerke

Erwin Panofsky

- beeinflusst Bourdieus Theorie


- analysiert Kunst in Bezug auf das Repräsentationssystem einer Gesellschaft
- Ikonologie: durch Rekonstruktion des Bildinhalts werden auch die symbolischen Werte
eines Bildes rekonstruiert und widergespiegelt
- Kausalität Kunst – Gesellschaft: Kunstwerk mit symbolischer Vielfalt: hängt
unmittelbar/kausal mit Repräsentationssystem einer Gesellschaft zusammen -> symbolische
Formen der Kunst spiegeln symbolische Formen der Gesellschaft wieder
- 3 Stufen Ikonologie:
- Ikonische Stufe = förmliche Eigenschaften Kunstwerk (Materialien, Techniken, usw.)
- Ikonographische Stufe = Regeln der Kunst
- Ikonologische Stufe = symbolischer Wert/Form Kunstwerk: Kunstwerk als Repräsentation
der Gesellschaft, in der es entstanden ist
- z.B. 12.Jh. Architektur Kathedralen: nach Konstruktionsregeln des scholastischen Denkens
von Philosophen errichtet
- Habitus: Art des speziellen Denkens nicht nur für Philosophen/Theologen, sondern auch für
Künstler, die entsprechend philosophisch/religiöses Wissen für Kunstwerke anwenden

Bourdieu

- analysiert Kunst anhand von Statistiken (1960)


- These: Kunst stützt sich auf Wert des symbolischen Profits: dadurch Negierung von
ökonomischen Profiten: so scheint es, dass Künstler/Kunstakteure uneigennützig arbeiten
- Kunst bildet soziales Milieu: Akteure versuchen Kunst vor Demokratisierung zu schützen,
damit symbolische Profite (Distinktionsprofite) behalten werden können
- soziales Milieu der Kunst generiert Ungleichheiten: in der Kunst + im Publikum
- z.B. Museumsbesuch: 1 Mitglied der unteren Arbeiterklassen zu 100 Mitgliedern der
mittlerern/oberen Klassen
- Kunst zwar auch demokratisiert, aber Ungleichheiten bleiben trotzdem: besonders durch
steigendes Bildungsniveau der Akteure
- Hauptursache Ungleichheit: Sozialisation zur Kultur durch Schule/Familie -> Menschen
ohne Kunstsozialisierung haben auch weniger Lust ins Museum zu gehen

- Distinktionsprofite
- Gebrauch der legitimen Kultur generiert Distinktionsprofite für Akteure, die die Kunst
prägen
- Moderne mit zahlreichen kulturellen Angeboten: jeder Geschmack kenn bedient werden:
jedem seine Kultur, jedem seine Kunst
- aber: Sozialisierung zur Kunst in Familie/Schule verursacht ungleiche Verteilung des
Geschmacks für Kunst -> dadurch haben bestimmte soziale Schichten auch keinen Zugang
zur Kunst/Kultur
- Ethos (kultureller Hintergrund) bestimmt Entwicklung des Habitus (Wahrnehmungs- und
Handlungsprinzipien)
- Geschmack ≠ persönliche Sache, sondern = sozial bedingt
- Geschmack verursacht ungleiche Verteilung kultureller Kompetenzen und damit auch
intellektueller, politischer, ökonomischer, usw. Kompetenzen
- je mehr der Geschmack als persönliche Eigenschaft gilt, desto mehr kann dir Freiheit des
Geschmacks Diskriminierung bedingen
- nur bestimmte Akteure können durch ihren Geschmack Distinktionsprofite erhalten
- Geschmack = Klassifikationsmuster: Klassifikation des Geschmacks gleiche Klassifikation
der sozialen Schichten
- Geschmack = klassifizierte Struktur, die selbst aktiv klassifiziert (verrät den sozialen
Ursprung)
- besonders angenehm für hohe Schichten
- daher Naturalisierung des kulturellen Geschmacks (Geschmack ist „natürlich“) ->
Naturalisierung von kulturellen Unterschieden als legitime Unterschiede
- durch Art und Weise die Kunst „richtig“ oder „falsch“ zu verbrauchen wird der Geschmack
und somit die Sozialisation zur Kunst sichtbar
- durch Naturalisierung der Ungleichheiten der Gesellschaft können hohe Klassen ihre soziale
Position an der Spitze der Gesellschaft legitimieren und verteidigen
- durch Verbrauch von kulturellen/künstlerischen Gütern können sich dich hohen sozialen
Schichten noch besser an der Spitze der Gesellschaft installieren
- also Kultur in diesem Legitimationsprozess noch effizienter als Vermögen
- materielle/wirtschaftliche Bedingungen als Ursache für soziale Spitzenposition können so
gut negiert werden

- kulturelles Feld
- Gesellschaft geteilt in Felder: bestehend aus bestimmten Institutionen (für Reproduktion des
Feldes, zur Vereinigung und Verteilung der Akteure im Feld)
- kulturelles Feld mit verschiedenen Unterfeldern: Kunstfelder, z.B. Literatur, Malerei,
Bildhauerei, Musik, usw.
- Felder funktionieren nach Regel des Kampfes der Akteure in einem Feld: Kampf um
Definition der Regeln, die das Feld organisieren
- Ziel Akteure eines Feldes: Feld eigene Regeln aufzwingen, sodass man selbst beste Position
im Feld erreicht
- durch hohe Position im Feld kann man Feld nach eigenem Geschmack organisieren, Akteure
rekrutieren/verteilen, Regeln so gestalten dass die eigene Position noch besser gestärkt wird
- Feld als Spielplatz für unterschiedliche Akteure: wollen frei vom Einfluss anderer Felder
werden
- z.B. Emile Zola gewinnt gegen Dichter/früher französische Schriftsteller (z.B. Flaubert,
Balzac): schreibt neue Art von Romanen, entgegen des herrschenden Geschmacks
- Zola mit realistischem Roman: keine Heldfigur, Figuren eher mittelmäßig mit schlimmen
Schicksal -> Zolas Romane beschreiben nackte Realität
- Zola im Kampf gegen vorher herrschende französische Schriftsteller: will Schriftsteller eine
neue Rolle geben: politisch engagiert, intellektuell -> politische Macht der Literatur/Kunst
soll Gesellschaft in Veränderungen bestärken
- also dann neue Definition des Künstlers durch Zolas Sieg: „echter“ Künstler als Mensch, der
politische Botschaften liefert
- alle anderen Künstler sind entweder „überholte Klassiker“ oder „Anfänger“
- also drei Bezeichnungen der Künstler: „Avant-Gardes“ (Zola) – „Klassiker“ – „Anfänger“
- gleiche Strukturierungen und Kämpfe können in anderen Bereichen der Kunst (z.B.
Unterfeld der Malerei) erkannt werden

09 Zeitgenössische Kunst

10 Museum und Kunst

11 Kunst und Politik