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T1

Entstehung Soziologie
- durch Krisenverhältnisse: Umbruch in Gesellschaft
- französische, industrielle Revolution, Veränderungen in Politik, Wirtschaft,
Verhältnissen
- Soziologie sucht Gründe statt Lösungen
- 4 Strömungen: Sinn, Ordnung, Relation, Interaktion
Spencer: Darwinistischer Ansatz
Adam Smith: Wirthschaft schafft Frieden
Organizismus
Funktionalismus

Saint-Simon / Comte
- Saint-Simon: Unsichtbare Hand: Geist organisiert die Gesellschaft
- politischer Ansatz: soziale Ordnung durch industriellen Staat, Staat als
Stabilisierungsfaktor, Staat schafft soziale Ordnung

- Comte:
- wissenschaftlicher Ansatz: Staat als Resultat einer entwickelten Gesellschaft:
generationenübergreifende, moralische und gemeinsame Aufgabe eine soziale
Ordnung zu schaffen

Marx / Engels
historischer Materialismus
- Voraussage: Reichtum, Verbesserung, aber Realität: soziale Klassen (Bourgeosie
& Proletariat)
- Marx Idee: kapitalistisches System abschaffen, sozialistisches System schaffen
- soziale Klasse= Menschengruppe mit gleichen ökonomischen Bedingungen
- Klassenbewusstsein: Bewusstsein des Individuums, dass es zu einer bestimmten
Klasse gehört
- Marx’ Vorhersage: durch Klassenbewusstsein wird es Revolution geben (Proletarier
zwar arm, aber in Überzahl) = Klassenkampf
- Profitrate: Verhältnis des Mehrwert
- Warenfetischismus: Gegenständen werden menschliche Eigenschaften
zugeschrieben, Menschen vergessen, dass hinter der Ware menschliche Hersteller
sitzen
- Wurzel der Gesellschaft = Wirtschaft

Durkheim / Mauss
- Durkheim:
- industrieller Fortschritt negativ, Rückgang
- Wandel von „Gesellschaft der Geburt“ (man wird in Milieu hineingeboren, keine
Mobilität), zu „Gesellschaft des Vertrags“ (mobilere Gesellschaft durch Ausbildungen)
- soziale Tatsachen existieren an sich (sui generis) und generieren eine Ordnung,
also soziale Ordnungen gab es schon immer und entstehen einfach durch die
Gesellschaft / soziale Tatsachen
- Soziologie soll nicht soziale Ordnungen entdecken, sondern Veränderungen in den
sozialen Ordnungen soziologisch verstehen
- Solidarität erklärt, warum wir zusammenleben, obwohl wir unterschiedlich sind,
Solidarität verbindet uns
- Anomie = Abwesenheit von Norm („Was bedeutet mein Können, wenn viele das
Gleiche können? Was tue ich hier? Ich gehöre hier nicht hin.“) in veränderter
Gesellschaft, dadurch erhöhte Selbstmordrate
- Anomie = Normlosigkeit: traditionelle Werte / Normen gehen in moderner
Gesellschaft verloren, Menschen orientierungslos ohne Verhaltensstandard
- Lösung: mehr Solidarismus in Wirtschaft
- Wurzel der Gesellschaft = Religion
- Religion stiftet Sinn und verbindet: löst deshalb Probleme des sozialen Ordnung,
reguliert das Zusammenleben
- Positivismus =
- Determinismus = alle Geschehnisse in der Gesellschaft haben einen Grund, nur
scheinbar freier Wille des Individuums (in Wirklichkeit durch soziale Ereignisse
bereits alles vorbestimmt), wir sind von außen und innen gelenkt

- Mauss:
- Religion produziert nicht Gesellschaft, sondern andersherum: Gesellschaft
produziert Religion
- durch Praxis (irgendeine) entwickelt sich Glaube – Routine – Gewohnheiten
- Habitus = kollektive Gewohnheit, schafft soziale Ordnung
- kollektive Handlungen durch Gaben ermöglichen Zirkulation und schaffen soziale
Ordnung
- Gabe: man verliert vllt den Gegenstand, den man gibt, gewinnt aber gleichzeitig an
Beziehung

Lazarus / Steinthal
-Völkersoziologie = neue Wissenschaft der Kultur
- Kultur = im Sinne von Symbolen, Sprachen Gewohnheiten
- Sinn = Folge von generationsübergreifenden Ereignissen, Erkenntnissen (Akteure
sind sich dessen nur teilweise bewusst, Sinn wird über die Geschichte des Volkes
rekonstruiert)
Ordnung = nicht gesetzlich, sondern gesellschaftlich legitimierte Ordnung
- Objektiver Geist (Gesellschaft), subjektiver Geist (Individuum)
- unterschiedliche Kulturen machen unterschiedliche soziale Ordnungen: Grenzen
zwischen verschiedenen Gesellschaften
- 5 Brücken zwischen objektiven und subjektiven Geist:
1. Immaterielle Brücke (Sprache, Religion, Mythen)
2. Materielle Brücke (materielle Infrastrukturen wie Straßen, Gebäude, Kulturgüter,
Musik)
3. Instrumentale Brücke (Wirtschaftskultur)
4. Institutionelle Brücke (öffentliche Behörden)
5. Alltägliche Brücke (Gewohnheiten der Akteure)
- Sozialisierung durch Objektivierung (Gedanken, Gefühle in Objekten ausgedrückt)
und Subjektivierung (Subjekt lässt sich von Umwelt beeinflussen, entwickelt darauf
Ideen,...)

Gegner:
- Wundt
- Akteur muss als Gegenstand in Völkerpsychologie definiert werden
- Gesellschaft & Kultur sind Produkte individuellen Handelns
- Akteure handeln rational / zielorientiert
- Thurnwald:
- Organizismus: Menschen leben auf Grundlage von Bedürfnissen, die erfüllt werden
müssen
- durch Bedürfnisse wird Kultur produziert

Simmel: Formalismus
- soziale Form = Grundeinheit, nimmt Inhalte auf
- Vergesellschaftung = Sozialisation = Verstehen, Aneignen sozialer Formen
- Gesellschaft = Summe der Formen der Sozialisation
- Wechselwirkungen = Ursprung der Sozialisation: durch Wechselbeziehungen
(durch Attraktion / Anziehung und Repulsion / Abstoßen)
- also: Gesellschaft = Summe von Wechselwirkungen
- Tausch = Summe von Wechselwirkung / Vergesellschaftungsformen
- doppelter Determinismus (soziale Formen beeinflussen uns und wir projizieren
Inhalte in die Formen)
- subjektive Kultur = Kultur der Akteure, objektive Kultur = Kultur der sozialen Formen
- Erwartungen werden durch die Beschäftigung mit sozialen Formen gebildet und
erfüllt (z.B. Verhandlungen über die Regeln)
- 3 Aprioris:
1. Relation: als Beziehung: Wechselwirkung / Tausch
2. Idee der sozialen Rolle: wir übernehmen Rollen in der Gesellschaft
3. Idee der eigenen Position (Individualität): jeder hat einzigartige Identität, jeder
bleibt sich selbst und somit auch der Gesellschaft fremd
- Typus = Prozesse, Wechselwirkungen, Vergesellschaftungsformen, Routinen
bestimmter Gesellschaften (Lebensstile) = der Charakterzug / die Rolle, die ein
Akteur in seiner Gesellschaft annimmt
- Normen = entstehen an Arbeit mit sozialen Formen, die wir mit anderen Akteuren
der Gesellschaft zusammen leisten
- Werte = in Gesellschaft integrierte Handlungen

Weber: Rationalismus
- Handlung ist rational
- soziale Handlung: geschieht immer in Anwesenheit eines anderen Akteures, hat
Sinn, da sie sozial ist
- Sinn: bleibt in Zeiten einer Neuordnung durch Rationalisierung erhalten
- verstehende Soziologie: will verstehen und erklären: Tatsachen sammeln,
Idealtypen bilden, Erklärungen und Deutungen entwickeln
- es gibt 4 idealtypische Handlungsmotive: Zweckrational, Wertrational, affektual
(nach Emotionen, intuitiv), traditional (nach Traditionen, das wurde schon immer so
gemacht)
- nur 2 davon sind rational und somit effizient:
- Typologie der sozialen Handlung: zweckrationale (instrumentell: Löffel zum Essen
benutzen) und wertrationale (nach Werten: jeden Sonntag in die Kirche) Handlungen
- Idealtypus (bestimmte Raster erklären Phänomene: Kriminelle haben oft große
Hände)
- protestantische Ethik: Arbeit hat jetzt Sinn durch religiöse Werte: wirtschaftliche
Welt entsteht (und damit Kapitalismus): selbst Nicht-Protestanten müssen sich dem
anpassen, denn Leistungsdruck
- Prädestinationslehre in der Religion zu dieser Zeit sehr angesagt: Es ist
vorbestimmt, wer in den Himmel kommt und wer in die Hölle kommt: dies führt dazu,
dass sich Akteure auf eine bestimmte Art und Weise verhalten, die Gott gefällig ist
(um zu beweisen, dass sie für den Himmel auserwählt sind): sie wollen den Zweifel
minimieren, deshalb viel Arbeit = Gott gefällig (fleißig sein, erfolgreich in Wirtschaft
sein)
- Entzauberung: Menschen und Gegenstände nicht mehr sakral, sondern
säkularisiert (verweltlicht)
- stahlhartes Gehäuse: rationalisierter Sinn durch Bürokratie
- Bürokratie als Gefahr der Rationalisierung: durch Akten, Haushaltspläne und
Statistiken wollen wir immer mehr errechnen, wie man möglichst effizient den
Wunschzustand erreichen kann, durch Bürokratie werden Vorschriften über den
Menschen gestellt, Mensch wird zum Objekt gemacht
- selbst scheinbar irrationale Bereiche werden immer rationaler, wie Religion oder
Musik
- Musikrationalität: früher frei improvisiert, jetzt exakt gebaute Instrumente,
Notenschrift, bestimmte Vorgaben in Kompositionen, Massenproduktion

- Macht = ist eine Chance (im Sinne von Möglichkeit: hat nicht jeder!), einen
bestimmten Einfluss auf jemanden ausüben zu können, der eine konkrete Wirkung
hat.
- Herrschaft = Ausübung von Macht
- Gewalt = Beschleunigung von Herrschaft
- charismatische (Macht eines Oberhauptes, durch persönlichkeit),
gesetzliche/bürokratische (wert-/zweckrational), traditionelle (religiöser Glauben an
Macht, das war schon immer so!) Macht / Herrschaft / soziale Handlung
- Asymmetrie
- Macht muss durch die Beherrschten akzeptiert und anerkannt werden um zu
funktionieren
- Macht reproduziert sich selbst

- Kapitalismus durch Bürokratie als Sinnfindung für die Akteure / Zweck in der
Gesellschaft zu leben

amerikanische Vordenker: Pierce, James


- USA empfängt viele Migranten: oft ärmlich: Slums entwickeln sich
- Jane Adams: lösungsorientiert, versorgt die armen Menschen mit Nahrung,
Obdach, Arbeit
- Pragmatismus: „Truth is synonymus with the solution of the Problem“ –
lösungsorientiert (im Gegensatz zu Weber: zweckorientiert, will nur verstehen)
- „Process determines form“: Evolution bedingt den Lebensstil
- 4 Prinzipien:
1. Prinzip der Wahrheit: (wahr = angepasst)
2. Prinzip der Form: Form = Ergebnis der Evolution = sozialdarwinistisch
3. Prinzip der Kontrolle: Regulation = soziale Kontrolle von Individuen ausgeübt
(Ordnung / Kontrolle = Verantwortung der Individuen, neighborhood-watchin)
4. Prinzip der Handlung: pragmatische Handlung schafft soziale Welt (Kreativität der
Handlung)

Pierce
- unsere Idee von Realität beeinflusst uns + umgekehrt
- Bedeutungen entstehen im Dialog und werden über die Sprache ausgedrückt:
Gewohnheiten entstehen (z.B. welche Worte nutze ich)
- Frage: Wie sind soziale Gewohnheiten mit sozialen Handlungen verbunden? Wie
wird eine Bedeutung zu einer Gewohnheit zu einer (sozialen) Handlung?
- Verbindung zwischen Individuen, Objekten (z.B. Sprache, alles wodurch Bedeutung
ausgedrückt werden kann), und Gesellschaft
- keine genaue Definition der 3 Begriffe, nicht genau kategorisierbar
- Gewohnheiten dienen der sozialen Integration in eine Gesellschaft
- Beziehung entsteht aus Dreieck: Zeichen, Person, Gegenstand
- Bedingung für diese Kommunikation und Handlungen daraus: Anpassung /
Korrektur des Verhaltens: rationale Gewohnheiten entstehen

James
- Ausgang: radikaler Imperizismus: Realität kann man nicht begreifen, ist mehr als
nur Begriffe: Realität ist tägliche Schöpfung, wird durch Akteure ständig neu
geschöpft
- Dreieck: Bewusstsein (eigene Erfahrung der eigenen mentalen Zustände,
Selbstbewusstsein), Selbst (Fähigkeit, sich selbst und eigene mentale Zustände zu
beobachten, als wären wir jemand anderes, mit sich selbst in Dialog treten =
Reflexivität), Wirklichkeit (alles, was uns umgibt, auch eigener Körper)
- Körper ist wichtig: nimmt Eigenschaften der Wirklichkeit auf, bildet individuelle
Wahrnehmung unserer Wirklichkeit
- Pluralität der Erfahrung der Wirklichkeit: nicht alle nehmen gleiche Wirklichkeit wahr
- deshalb: Pluralität der Wirklichkeiten an sich (Tafel ist schwarz UND grün)
- denn: unterschiedliche Formen von Bewusstsein und damit von Selbst =
methodologischer Individualismus: Bedeutung entsteht aus individueller Erfahrung
- stark individualistisch
- nicht nur eine Identität vorhanden, sondern viele Formen der Identität: Identität ist
Prozess, bildet sich ständig neu und bildet auch ständig wieder neue Wahrnehmung
(Bewusstsein) über die Welt (Wirklichkeit)

Interaktionismus: Cooley, Thomas

Cooley
- aufbauend auf James: Pluralität des Selbst, Entstehung von Gesellschaft durch die
Vorstellungen der Individuen voneinander
- Selbst zeigt und bestimmt sich durch die Meinungen und Wirkungen anderer (zeigt
sich als Reaktion), nicht durch Angst, sondern durch Freundschaft (James:
„Sympathie“)
- Gesellschaft = Summe sozialen menschlichen Denkens
- primäre / sekundäre Gruppen
- primär = Familie: wenige Mitglieder, face-to-face, relative Dauer, Unbestimmtheit
der Beziehungen, Intimität, Erziehung findet statt
- sekundär: Sozialisierung findet statt

Thomas
- ähnlich wie Cooley mit primärer Gruppe
- zirkuläre Kausalität: Individuum hat Einfluss auf Wirklichkeit (konstruiert eine
Gesellschaft), aber Gesellschaft und Kultur haben auch Einfluss auf Individuum
- soziale Situation: Annahme, dass eine Situation wirklich ist, bedeutet, dass diese
Situation eine konkrete Wirkung auf Menschen hatte
- Soziologie als Wissenschaft der Wirkung des Kontextes auf die Menschen
- Handlung bestimmt Kontext (wird zur Situation), Kontext bestimmt Handlung
- Situation kann nur definiert werden, wenn Rivalität zwischen Akteuren
(Machtkampf)
- 4 Motivationen für Handlung:
1. Neue Erfahrung
2. Beherrschung der Situation
3. Soziale Anerkennung
3. Sicherheit der Identität
- gegen sozialen Darwinismus: hier handelnder Akteur
- sozialer Wandel: Gesellschaft entsteht durch Handlungen der Individuen, wird die
Individuen gleichzeitig aber immer mehr Kontrollieren (Menschen = Subjekte der
Kontrolle: kontrollieren und werden kontrolliert), Gesellschaft ist also auch verletzlich,
Ziel: Gesellschaftliche Komplexität (der neuen, modernen Welt) begreifen: durch
empirische Forschung

Ökologischer Interaktionismus: Ross, Mead

Ross
- Wie Simmel (3 Aprioris): relationaler Ansatz
- Individuen von Gesellschaft beherrscht, Frage: Wie herrschen Gruppen über
Individuen?
- Antwort: durch soziale Prozesse = soziale Regulation / Kontrolle: reguliert die
Reaktionen der Akteure auf die soziale Ordnung (auf zugehörige Gruppe): jeder
weiß, wo er in der Ordnung steht
- soziale Ordnung ist dynamische Ordnung, ständig im Wandel

- 2 Arten von Regeln:


1. Soziale Regeln (nicht schriftlich, informell, kein Verfahren nötig zur Änderung,
können mit Zeit verschwinden und irgendwann wieder aufgegriffen werden)
2. Gesetzliche Regeln (schriftlich vorhanden, Änderung bedarf Verfahren)

- Grenzen sozialer Kontrolle:


1. Obere Grenze: darf nicht zu sehr institutionalisieren, darf keine rechtliche Kontrolle
werden, sonst fehlt Akteuren die Freiheit, soziale Kontrolle mit zu gestalten, soziale
Kontrolle MUSS von Akteuren mitgestaltet werden
2. Untere Grenze: nicht zu informell (zu wenig institutionalisiert): soziale Kontrolle
nicht nur durch einen Akteur, sondern durch viele andere (schafft Institutionen), nur
so sind Verhandlungen und Neudefinitionen über soziale Kontrolle möglich

- Funktion soziale Kontrolle: Selektion (Sortieren): Eigenschaft wird Akteur


zugeschrieben und dadurch in verschiedene Gruppen der Gesellschaft eingeteilt
- Selektion hilft Akteuren Entscheidungen zu treffen, verbesserte Chancen/Optionen
für ihr Leben = positiv
- subjektiver Moment (im Sinne von individueller Entscheidung) allerdings durch
soziale Kontrolle eingeschränkt = negativ
- Entscheidungen zwar durch bestimmte Rationalität (Planbarkeit), jedoch sind die
Folgen der Entscheidung nie vollends bewusst
- Entscheidungen haben durch ihre Folgen systemische Wirkungen auf Akteure und
deren Gruppen
- durch soziale Kontrolle entscheiden wir uns nur für die Möglichkeiten/Optionen, die
wir bereits kennen, wir sind uns nicht bewusst, wie viele Wahlmöglichkeiten wir
eigentlich haben
- Entscheidungen treffen ist wichtig: stabilisiert Erwartungen

Mead: soziale Behaviorismus


- Behaviorismus: Verhalten gibt Information darüber, was in der Person gerade
geschieht, nicht nach Watson: Verhalten kein Reflex, sondern aufgrund
kommunikativer Handlung
- durch soziale Situationen (Beziehungen Akteur – Akteur oder Akteur – Umwelt)
werden Triebe, Bedürfnisse, Tendenzen entwickelt und befriedigt: Bedürfnisse,
Triebe usw. sind also grundsätzlich schon sozial
- Beziehungen sind wichtig: dadurch wird Akteur von seinem Körper / Bewusstsein /
Affekten / Handlungen bewusst: durch die Reaktionen von außen schaffen wir uns
Identität / Bewusstsein
- Routine von Handlungen (soziale Gewohnheiten) entstehen: durch soziale
Gewohnheiten können wir uns bestimmten Gruppen von Merkmalen zuteilen
- wir suchen uns Gruppen so aus, wie uns deren Art und Weise von Kommunikation
anspricht
- Gesellschaft ist das, was aus sozialen Gewohnheiten entsteht
- Interaktion durch Symbolisierungsprozess
- Körper ist wichtig: sendet Symbole aus (Sprache, Gestik, Mimik,...), bestimmt über
Integration oder Exklusion in Gruppen
- Pluralität der Identitäten: jeder ist eigenartig und somit in Kommunikation kreativ

- I und Me:
- I = Intimität, psychologische Identität (I am someone)
- Me = soziale Identität, soziale Eigenschaften des Selbst (soziale Rollen, die man
spielt=
- man kann sich selbst aus verschiedenen Standpunkten betrachten
- sich an die Stelle des I stellen: ist auch der „I“ der anderen / Generalisierung der „I“
der anderen = „generalized other“
- sich an stelle des me aus betrachten: sich in die Rolle einer anderen Person zu
begeben um andere Perspektive auf eigene Rolle oder „I“ zu entwickeln = „role
taking“

Robert Parks
- Gesellschaft durch soziale Integration, nicht Regulation (gegen Ross)
- soziale Integration = Möglichkeit, eine Position in der Gesellschaft beziehen zu
können und damit einen Platz in der Gesellschaft zu bekommen

- soziale Integration durch Gruppen: 3 Funktionen:


1. Gruppe integriert Akteure, die Mitglied der Gruppe sind
2. Gruppe zeigt, dass ihre Akteure von anderen unterschiedlich sind
3. Gruppe zeigt Identität im Raum (Stadtsoziologie)

- = Erklärung für viele soziale Probleme:


- wenn Akteur einen Platz in Gesellschaft will, muss er einen bestimmten Raum in
der Gesellschaft besetzen
- Anzahl an Akteuren steigt, weniger Raum steht für einzelne Akteure zur Verfügung:
Machtkampf: wer bekommt den schönsten Raum?
- sozialer Darwinismus: mächtige Gruppen bekommen die schönsten Raume =
soziale Selektion
- Lösung: Integration nach „Zyklus Race-Relation“: 4 Stufen:
1. Akteure beziehen Räumlichkeiten
2. Konkurrenz beginnt, Konflikte zwischen Akteuren / Gruppen, Akteure passen sich
langsam bestimmten Gruppen an, Raum wird verteilt
3. Akzeptanz der Raumverteilung, Gewöhnung an eigenen Raum: Legitimierung
4. Unterschiede zwischen Akteuren / Gruppen in den Hintergrund, Beziehungen
zwischen Akteuren / Gruppen in Institutionen gefördert: Akteure definieren sich nicht
nur über die Zugehörigkeit ihrer Gruppe

Soziologie nach 1. WK
- Problem: viele Soziologen sowie deren Schüler (Nachwuchs) im Krieg gestorben

Max Scheler
- Werte sind mit Emotionen verbunden

- 4 Werte:
1. Sensitive Werte (Was ist körperlich angenehm / unangenehm)
2. Vitale Werte (was ist sozial und gesellschaftlich vulgär / adelig? Was entspricht
unserem Geschmack?)
3. Geistige Werte (Verbindung zur Wirklichkeit: Was ist richtig / falsch, wichtig /
unwichtig?)
4. Sakrale / Heilige Werte (Spiritualitätsdimension, was ist sakral und verboten /
profan und erlaubt?)

- Soziologie = Wissenschaft von Erfahrungen


- Erfahrung = Verhältnis zu einem Alltag und zu Routinen im Alltag
- Erfahrung der Akteure bedeutet Erfahrung der Gesellschaft
- „Über-sich-Hinauswachsen“ durch Sozialisierung (Ausbildung), das unterscheidet
uns vom Tier

3 Erkenntnismodi:
1. Erkenntnis des Sakralen / Profanen: von sozialen Instanzen (Kirche, Religion)
gefördert, unterscheiden; was ist erlaubt oder verboten?
2. Erkenntnis des Lebens: durch Bildungsinstanzen gefördert, dadurch erlangen wir
Reflexivität: unterscheiden zwischen Erfahrung und Erleben
3. Erkenntnis der Macht: verstehen wo macht steckt und was sie tut

- generationaler Ansatz (wie Comte): Gesellschaft ist nicht nur die momentanen
Menschen, sondern hat auch Funktion der Verbindung zwischen Generationen
- Wissenssoziologie (wie Weber): wir können nur etwas lernen in der Gesellschaft,
wenn wir verstehen
- Werte setzen sich in Gesellschaft durch, weil bestimmte Werte durch Erkenntnisse
zum Durchsetzen auserwählt werden

Leopold von Wiese


- Formale Soziologie, aber gegen Simmel: soziale Formen zwar wichtig, jedoch zu
unsystematisch, literarisch, philosophisch
- hier eher: Formalismus im Sinne von Beziehungslehre
- Soziologie = Wissenschaft der (sozialen) Beziehungen in der Gesellschaft
- wie Simmel: Wechselwirkung, Tausch
- (individueller Mensch): M = I (Individualität) * E (Erfahrung)

Formen von sozialem Prozess:


1. Das Auseinandersein (Trennung zwischen Akteuren)
2. Das Zueinandersein (Attraktion, Begegnung zwischen Akteuren)

Sozialer Prozess: P = M (Mensch) * SU (soziale Umwelt)


Soziale Umwelt: SU = U (Umwelt) * MV (menschliches Verhalten auf Umwelt)

- soziales Leben = Wechselspiel zwischen Miteinandersein und Ohneeinandersein

Stufen sozialer Ordnung:


1. Erste Komplexitätsordnung: individuelle Ebene: unmittelbares Verhältnis zur
Realität, das was wir in unserem Leben feststellen
2. Zweite Komplexitätsordnung: Gesellschaftliche Ebene: Reflexivität, das was wir in
der Gesellschaft beobachten

- soziale Beziehung ist Grundkategorie, sozialer Prozess ist Unterkategorie