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Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen.

Imam as-Suyuti (‫ )رحﻤه ﷲ‬sagt: Alles Lob gebührt Allah und das ist ein ausreichendes
Lob. Friede sei mit seinem Dienern, die er erwählt hat.

Das Thema
Es ist eine Frage aufgetaucht und ziemlich berühmt geworden, über das Konzept des
Lebens des Edlen Propheten (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬in seinem Grab. Denken sie daran, dass
berichtet wurde, dass er (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬sagte:
„Keiner sendet den Gruß (Salam) an mich, außer dass Allah mir meine Seele
zurückgibt und ich ihm den Salam erwidere.“
Auf den ersten Blick möge dieser Bericht den Eindruck erwecken, dass die Seele des
Propheten (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬zu bestimmten Zeiten nicht in seinem Körper ist. Man
könnte sich also fragen, wie diese beiden Konzepte miteinander in Einklang gebracht
werden können? Dies ist eine gute Frage, die eine gründliche Untersuchung und
Überlegung erfordert.
In diesem Sinne erkläre ich: Der Edle Prophet (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬ist lebendig in seinem
Grab, er und auch die anderen Propheten, dies ist eine Realität die uns gut bekannt ist.
Es ist ein endgültiger Wissenspunkt (qati‘), wegen der zahlreichen Beweise die wir in
dieser Hinsicht gefunden haben, zusätzlich zu den unzähligen Massenüberlieferungen
(tawatur) die darauf hinweisen. Für eine detailliertere Behandlung des Themas hat
Imam al-Bayhaqi (‫ )رحﻤه ﷲ‬ein ganzes Buch geschrieben mit dem Titel: „Das Leben
der Propheten im Grab“.

Investigative Berichte
Unter den (Hadith)-Berichten, die über das Leben der Propheten im Grab sprechen,
gehören:
1. Imam Muslim (‫ )رحﻤه ﷲ‬überliefert von Anas (‫)رضﻲ ﷲ عنه‬:
„Während der Nachtreise (al-Isra‘) kam der Edle Prophet (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬am
Propheten Musa (‫ )عﻠيه السﻼم‬vorbei, während dieser in seinem Grab betete.“
2. Abu Nu’aym (‫ )رحﻤه ﷲ‬überliefert in „Hilya al-awliya‘“ von ‘Ibn Abbas (‫رضﻲ‬
‫)ﷲ عنه‬:
„Der Prophet (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬kam am Grab von Musa (‫ )عﻠيه السﻼم‬vorbei,
während er dort darin stand und betete.“
3. Abu Ya’la dokumentiert in seinem Musnad, genau wie Al-Bayhaqi (‫ )رحﻤه ﷲ‬in
seinem Buch „Das Leben der Propheten im Grab“, von Anas (‫ )رضﻲ ﷲ عنه‬der
überliefert, dass der Edle Prophet (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬sagte:

„Die Propheten sind lebendig in ihren Gräbern und beten.“


4. Abu Nu’aym (‫ )رحﻤه ﷲ‬verzeichnet in Hilya al-awliya‘ von Yusuf b. ‘Atiyya
der sagte:
„Ich hörte Thabit al-Banani Humayd b. Tawil fragen: ‚Wurde Ihnen
irgendetwas übermittelt, dass jemand anderes als die Propheten in ihrem Grab
beten?‘ Er antwortete: ‚Nein.‘“

5. Abu Dawud (‫ )رحﻤه ﷲ‬und al-Bayhaqi (‫ )رحﻤه ﷲ‬verzeichnen von ‘Aws al-
Thaqafi (‫)رضﻲ ﷲ عنه‬, der berichtet, dass der Edle Prophet (‫)ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬
sagte:

„Zu den schönsten eurer Tage gehört der Tag des Jumu’a (Freitag), also stellt
sicher, dass ihr darin reichlich Segenswünsche (salawat) auf mich sendet, weil
eure Salawat mir gezeigt werden.“

Sie fragten: „Oh Gesandter Allahs! Wie werden dir unsere Salawat gezeigt,
wenn deine Knochen bis dahin sich zersetzt hätten?“

Er (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬antwortete: „Wahrlich, Allah hat der Erde verboten das
Fleisch der Propheten zu verzehren.“

6. Al-Bayhaqi (‫ )رحﻤه ﷲ‬berichtet in Shu’ab al-Iman (Die Zweige des Imans) und
al-Isbahani in al-Targhib (Die Ermutigung) von Anas (‫)رضﻲ ﷲ عنه‬, der
berichtet, dass der Edle Prophet (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬sagte:

„Wer auch immer Segenswünsche (salawat) auf mich an meinem Grab schickt,
ich höre ihn. Und wer Salawat aus der Ferne auf mich schickt, es wird mir
übermittelt.“

7. Al-Bukhari (‫ )رحﻤه ﷲ‬verzeichnet in seinem Tarikh (Geschichte) von ‘Ammar


(‫)رضﻲ ﷲ عنه‬, der berichtet, dass er den Edlen Propheten (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬sagen
hörte:

„Wahrlich, Allah der Allerhöchste hat einen Engel an meinem Grab


positioniert den er befähigt hat, die ganze Schöpfung zu hören. Es gibt also
keine einzige Person, die einen Segenswunsch (salawat) auf mich schickt,
außer dass er (d.h. dieser Engel) es mir übermittelt.“

8. Al-Bayhaqi (‫ )رحﻤه ﷲ‬schreibt in „Das Leben der Propheten“ und al-Isfahani in


al-Targhib von Anas (‫)رضﻲ ﷲ عنه‬, der berichtet, dass der Edle Prophet (‫ﺻﻠﻰ ﷲ‬
‫ )عﻠيه وسﻠم‬sagte:
„Wer 100 Segenswünsche (salawat) am Tag und in der Nacht von Jumu’a auf
mich schickt, dem wird Allah 100 seiner Bedürfnisse beseitigen: 70 seiner
Bedürfnisse im Jenseits und 30 seiner Bedürfnisse im Diesseits. Danach, wegen
dieser Segenswünsche, wird Allah einen Engel entsenden, um mir diese
Segenswünsche in meinem Grab zu präsentieren sowie einem von euch
Geschenke präsentiert werden (in dieser Welt). Wahrlich, mein Wissen (’ilmi)
nach meinem Tod ist wie mein Wissen während meines Lebens!“

Und in dem Wortlaut berichtet von al-Bayhaqi (‫)رحﻤه ﷲ‬:

„(…) der Engel informiert mich von demjenigen der Segenswünsche (Salawat)
auf mich schickt durch Erwähnung seines Namens und seiner Abstammung
und ich nehme es mit mir in einem reinen Register auf.“

9. Al-Bayhaqi (‫ )رحﻤه ﷲ‬berichtet von Anas (‫)رضﻲ ﷲ عنه‬, der erzählt, dass der
Prophet (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬sagte:

„Wahrlich die Propheten bleiben nicht in ihren Gräbern über vierzig Nächte,
außer dass sie vor Allah dem Höchsten beten (und sie werden dies auch
weiterhin tun) bis in das Horn gestoßen wird.“

Es wird auch berichtet in al-Jami‘, dass Sufyan at-Thawri (‫ )رحﻤه ﷲ‬von einem
Sheikh, von Sa’id bin Musayyib (‫ )رضﻲ ﷲ عنه‬überliefert, der sagte:

„Es gibt keinen Propheten, der länger als vierzig Nächte in seinem Grab bleibt,
außer dass er auferweckt wird.“

Al-Bayhaqi (‫ )رحﻤه ﷲ‬kommentiert:

„Auf dieser Grundlage sind sie wie jedes andere Lebewesen; sie sind so, wie
Allah für sie bestimmt hat.“

Er fügt weiter hinzu:

„Und das Konzept, dass die Propheten nach ihrem Tod in ihren Gräbern leben,
hat mehrere Beweise.“

Dann erwähnt er die Geschichte der Nachtreise (al-Isra‘) des Propheten (‫ﺻﻠﻰ‬
‫ )ﷲ عﻠيه وسﻠم‬und sein Treffen und sprechen mit den Propheten (in den
Himmeln), und ihr sprechen mit ihm (‫)ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬.

10. Der folgende Abschnitt wird verzeichnet in dem Hadith über die Prophetische
Nachtreise (al-Isra‘) überliefert von Abu Hurayra (‫)رضﻲ ﷲ عنه‬:
„Ihr hättet mich gesehen inmitten einer Gruppe der Propheten (in al-Masjid al-
Aqsa). Plötzlich sah ich Musa (‫ )عﻠيه السﻼم‬der im Gebet stand. Er ist ein Mann
mit lockigem Haar, als gehöre er dem Clan der Shanu’a an. Siehe! ’Isa bin
Maryam (‫ )عﻠيه السﻼم‬stand im Gebet. Siehe! Ibrahim (‫ )عﻠيه السﻼم‬stand im Gebet
und der ihm am ähnlichsten ist, ist euer Gefährte [auf sich selbst Bezug
nehmend (‫])ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬. Dann begann das Gebet und ich habe sie alle
angeführt.“

11. Es wird in den Ahadith verzeichnet, dass:

„Die Menschen werden in Ohnmacht fallen (am Tag der Auferstehung) und ich
werde der Erste sein, der das Bewusstsein wiedererlangt.“

Dies deutet darauf hin, dass Allah (‫وتعالﻰ‬


ٰ ‫ )سبحانه‬die Seelen der Propheten
zurückbringen wird und dass sie mit ihrem Herrn in ähnlicher Weise wie die Märtyrer
am Leben sind. Wenn in das Horn zum ersten Mal geblasen wird, werden alle, die
bewusstlos zusammenbrechen sollen, auf der Stelle zusammenbrechen. Jedoch, dies
wird nicht als ‚Tod‘ angesehen in all dem was der Tod mit sich bringt, sondern eher
als ein Verlust von Bewusstsein, Gefühl und Wahrnehmung (istish’ar).

12. Abu Ya’la verzeichnet von Abu Hurayra (‫)رضﻲ ﷲ عنه‬, der erzählt, dass er den
Gesandten Allahs (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬sagen hörte:

„Ich schwöre bei dem in dessen Hand meine Seele ist! ’Isa bin Maryam wird
sicherlich herabsteigen (bei seiner Wiederkehr) und er wird an meinem Grab
stehen und rufen, ‚Oh Muhammad!‘ (Ya Muhammad) und ich werde ihm
antworten.“

Der Vorfall von Harra


Anmerkung des Übersetzers1: Harra bezieht sich auf einen Teil des Landes am
nordöstlichen Stadtrand von Medina, auf dem sich viele schwarze, felsige Flächen
befinden. Die ‚Nacht von Harra‘ bezieht sich auf eine bekannte Zeitperiode der zivilen
Uneinigkeit im Jahr 63 nach Hijra, in der ‘Abdullah bin. Zubair (‫)رضﻲ ﷲ عنه‬,
zusammen mit den Leuten von Medina (Ahl Medina) und mehreren bedeutenden
Prophetengefährten, Yazid und seine Armee in berüchtigter Weise bekämpften.
Mehrere Prophetengefährten wurden getötet (‫)رضﻲ ﷲ عنهم‬. Ende der Anmerkung.

1
Hiermit ist der Übersetzer zum Englischen hin gemeint
1. Abu Nu’aym (‫ )رحﻤه ﷲ‬verzeichnet in „Dala’il an-Nubuwwa“ (Die Beweise des
Prophetentums), von einem der bekannten Imame der Tabi’in, Sa’id bin
Musayyib (‫ )رحﻤه ﷲ‬der überliefert:

„Du hättest mich gesehen in der Nacht von Harra, wie niemand außer mir in
der Moschee des Gesandten Allahs (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬war. Die Zeit für das
Gebet begann nicht, außer dass ich den Gebetsruf (Adhan) aus dem Grab [des
Propheten (‫ ])ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬kommen hörte.“

2. Zubayr bin Bakkar (‫ )رحﻤه ﷲ‬verzeichnet in „Akhbar al-Medina“ (Die


Medinensischen Berichte), von Sa’id bin. Musayyib (‫)رحﻤه ﷲ‬, der sagte:

„Ich hörte nicht auf, den Gebetsruf (Adhan) und den zweiten Gebetsruf (Iqama)
während den Tagen von Harra aus dem Grab des Propheten (‫)ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬
kommen zu hören, bis die Menschen wieder anfingen, die Moschee zu
besuchen.“

3. Ibn Sa’d schreibt in seinem „Tabaqat“ (Biographische Berichte) zur Aussage


von Sa’id bin Musayyib (‫)رحﻤه ﷲ‬, der es Pflegte sich in der Moschee des
Propheten (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬während den Tagen von Harra aufzuhalten, als es
zivile Uneinigkeit gab, dass er sagte:

„Als die Zeit zum Gebet kam, hörte ich den Gebetsruf (Adhan) aus dem edlen
Grab (des Propheten) (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬kommen.“

4. Ad-Darimi (‫ )رحﻤه ﷲ‬berichtet in seinem „Musnad“, dass Marwan bin


Muhammad bin Sa’id bin ’Abd al-Aziz überliefert:

„Während den Tagen von Harra wurde weder der Gebetsruf (Adhan) noch der
zweite Gebetsruf (Iqama) in der Moschee des Gesandten Allahs (‫ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه‬
‫ )وسﻠم‬gerufen. Jedoch, Sa’id bin Musayyib (‫ )رحﻤه ﷲ‬verließ nicht die Moschee
und er wusste nicht die Gebetszeiten, außer wegen eines schwachen
Geräusches, das aus dem Grab des Edlen Propheten (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬kam.“
Alle diese Berichte weisen auf (die Realität) des Lebens des Propheten (‫ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه‬
‫)وسﻠم‬, wie auch aller anderen Propheten, im Grab hin.
Über das Märtyrertum (Shahada)
Allah (‫وتعالﻰ‬
ٰ ‫ )سبحانه‬der Allmächtige sagt im Qur’an über die Märtyrer:
„Und betrachte nicht diejenigen, die auf Allahs Weg gefallen sind, als tot. Nein! Sie
leben bei ihrem Herrn, und sie werden dort versorgt.“ [Qur’an 3:169]
Die Edlen Propheten sind dieser Auszeichnung würdiger als die Märtyrer, da sie im
Rang höher stehen als die Märtyrer. Es ist ebenso selten, einen Propheten zu finden,
außer dass er neben seinem Prophetentum auch das Attribut des Märtyrertums
(shahada) besitzt. Daher sind sie in der allgemeinen Bedeutung dieses Qur‘an Verses
eingeschlossen.
Ahmad (‫)رحﻤه ﷲ‬, Abu Ya’la, at-Tabarani (‫)رحﻤه ﷲ‬, al-Hakim (‫ )رحﻤه ﷲ‬in seinem
„Mustadrak“ und al-Bayhaqi (‫ )رحﻤه ﷲ‬in seinem „Dala’il an-nubuwwa“ (Die Beweise
des Prophetentums) verzeichnen eine Überlieferung von Ibn Mas’ud (‫)رضﻲ ﷲ عنه‬, der
sagt:
„Neunmal einen Eid zu schwören, dass der Gesandte Allahs (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬als
Märtyrer getötet wurde ist mir lieber als nur einen Eid zu schwören, dass er nicht auf
diese Weise getötet wurde. Denn Allah (‫وتعالﻰ‬
ٰ ‫ )سبحانه‬nahm ihn als Propheten und
2
machte ihn zum Märtyrer (shahid).“
Al-Bukhari (‫ )رحﻤه ﷲ‬und al-Bayhaqi (‫ )رحﻤه ﷲ‬verzeichnen, dass ’Aisha (‫)رضﻲ ﷲ عنها‬
überliefert, dass der Prophet (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬pflegte während seiner letzten
Krankheit zu sagen, die schließlich zu seinem diesseitigen Ableben führte:
„Ich fühle immer noch den Schmerz, verursacht durch das (vergiftete) Fleisch, dass
ich in Khaybar gegessen habe. Und zu diesem Zeitpunkt habe ich das Gefühl, dass
meine Aorta von diesem Gift durchtrennt wird.“
Zusammengefasst lässt sich sagen, dass der Text des Qur’ans besagt, dass der Edle
Prophet (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬lebendig in seinem Grab ist – entweder aus dem allgemeinen
Wortlaut des Verses oder aus einem apriorischen Verständnis (in Bezug zu
Märtyrern). Al-Bayhaqi (‫ )رحﻤه ﷲ‬sagt in „Kitab al-i’tiqad“ (Das Buch der
Glaubenslehre):
„Nach dem versterben der Edlen Propheten, werden ihnen ihre Seelen zurückgegeben.
Daher sind sie wie Märtyrer lebendig bei ihrem Herrn.“
Al-Qurtubi (‫ )رحﻤه ﷲ‬schreibt in „al-Tadhkira“ (Die Erinnerung) über die große
Ohnmacht (sa’iqa) überliefernd von seinem Sheikh:

2
Diese Aussage zeigt das Gewicht, dass die Gefährten und die Frommen, die ihnen nachfolgten, auf
den Eid legten. Dies ist zu vergleichen mit unserer Zeit, in der das beiläufige Schwören eines Eides
weit verbreitet ist, sogar unter denen die sich selbst als Muslime betrachten. Möge Allah (‫وتعالﻰ‬
ٰ ‫)سبحانه‬
uns Rechtleiten!
„Der Tod ist kein Übergang zum reinen Nichts und zur Nichtexistenz. Vielmehr ist es
ein Übergang von einem Zustand (hal) zu einem anderen. Darauf wird hingewiesen
durch den Fakt, dass nachdem die Märtyrer getötet wurden, sie lebendig bei ihrem
Herrn sind, versorgt werden, sehr zufrieden sind und zahlreiche frohe Botschaften
erhalten (mustabshirin). Diese Zustände sind auffallend ähnlich zu den Eigenschaften
derer, die in dieser Welt (dunya) leben. Wenn also all dies den Märtyrern gegeben
wird, dann haben die Edlen Propheten mehr Anrecht darauf und sind dessen würdiger
(da sie bei Allah einen tugendhafteren Rang genießen).“
Es wurde gründlich Verifiziert, dass die Erde den Körper des Edlen Propheten (‫ﺻﻠﻰ ﷲ‬
‫ )عﻠيه وسﻠم‬nicht verzehrt hat und dass er (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬sich mit den Propheten
während der Prophetischen Nachtreise (al-Isra‘) in Masjid al-Aqsa, sowie in den
sieben Himmeln versammelte. Er (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬sah Musa (‫ )عﻠيه السﻼم‬während
dieser in seinem Grab stand und betete. Er (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬informierte uns, dass er
die Segenswünsche (Salams) von jedem der sie ihm sendet zurückgibt. Es gibt auch
mehrere andere endgültiger Beweise (qati‘), die darauf hinweisen, dass der „Tod“ der
Propheten nichts anderes ist als ihr Übergang in einen anderen Existenzbereich, in
dem wir sie nicht wahrnehmen können, selbst wenn sie anwesend (mawjudin) und
lebendig sind. Dies ist wie der Zustand der Engel: Auch sie sind anwesend und
lebendig, aber die Menschen können sie nicht sehen – mit Ausnahme derer unter
Allahs (‫وتعالﻰ‬
ٰ ‫ )سبحانه‬heiligen Freunden (awliya‘), denen er eine besondere
Auszeichnung und ein ehrenvolles Wunder (karamat) verliehen hat.
Imam al-Barizi wurde über den Edlen Propheten (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬gefragt, ob er
lebendig nach seinem Tod ist. Er antwortete, dass er (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬tatsächlich
lebendig ist.
Ustadh Abu Mansur Abd al-Qahir bin Tahir al-Baghdadi, der Rechtswissenschaftler
(Faqih), Gelehrter der Rechtsgrundlagen (Usul) und Schafi’i Sheikh der Fragen
vollständig und zufriedenstellend beantwortete sagte:
„Die Theologen unter unseren Gefährten, die sowohl durch Wissen, als auch durch
Taten (‘ilm wa ‘l-‘amal) gekennzeichnet waren sagten: ‚Wahrlich der Prophet (‫ﺻﻠﻰ ﷲ‬
‫ )عﻠيه وسﻠم‬ist lebendig nach seinem Tod. Ebenso ist er erfreut über die Gehorsamkeiten
(gegenüber Allah) seiner Gemeinschaft (Umma) und betrübt über den Ungehorsam,
der von den Ungehorsamen unter ihnen begangen wird. Die Segenswünsche (salawat)
derer aus seiner Gemeinschaft (Umma) die sie auf ihn schicken, werden ihm absolut
übermittelt. Die (Körper der) Propheten verwesen nicht, und ihre Körper werden nicht
von der Erde verzehrt; Musa (‫ )عﻠيه السﻼم‬starb in seiner jeweiligen Ära, doch unser
Prophet (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬sah ihn in seinem Grab im Gebet stehen. Es wird auch im
Hadith der Prophetischen Himmelreise (al-Miraj) erwähnt, dass er Musa (‫ )عﻠيه السﻼم‬im
vierten Himmel sah, und er sah Adam (‫ )عﻠيه السﻼم‬im ersten Himmel, und er sah
Ibrahim (‫ )عﻠيه السﻼم‬der zu ihm sagte: ‚Willkommen bei meinem frommen Sohn und
dem frommen Propheten!‘.
Da diese (Hadith)-Berichte nach unserer Auffassung authentisch sind, könne wir
daraus schließen, dass unser Prophet (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬nach einem irdischen Ableben
am Leben ist und seinen Status des Prophetentums beibehält.“
Al-Hafiz, der Sheikh der Sunna, Imam Abu Bakr al-Bayhaqi (‫ )رحﻤه ﷲ‬sagt in seinem
„Kitab al-i’tiqad“ (Buch der Glaubenslehre):
„Nachdem die Propheten verstorben sind, werden ihre Seelen zu ihnen
zurückgebracht, so dass sie bei ihrem Herrn lebendig sind, wie es bei Märtyrern der
Fall ist. Der Prophet (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬traf eine Gruppe von Propheten und führte sie
alle im Gebet (Salah). Er (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬lehrte – und seine Lehren sind absolut wahr
– dass unsere Segenswünsche (Salawat) auf ihn, ihm direkt gezeigt werden und unsere
Grüße ihm überbracht werden, und Allah (‫وتعالﻰ‬ٰ ‫)سبحانه‬, der Höchste, hat der Erde
verboten, die Körper der Propheten zu verzehren. Wir haben ein ganzes Buch verfasst,
das zeigt, dass die Propheten in ihren Gräbern am Leben sind. All dies gilt nach dem
Tod des Propheten Allahs – des Propheten Muhammad – seines Gesandten, seiner
reinsten und meist geliebten Schöpfung (‫!)ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬
Oh Allah! Ermögliche uns, nach seiner Sunna zu leben, nach seiner Sunna zu sterben,
und verbinde uns mit ihm in dieser und der nächsten Welt! In der Tat, Du bist zu
allem fähig!“
Sheikh ’Afif ad-Din al-Yafi’i sagte:
„Die Freunde Allahs (awliya‘) habe Zustände, in denen sie das unsichtbare Reich der
Himmel und der Erde erleben und die Propheten lebendig in ihrem Gräbern
wahrnehmen können, nicht tot – so wie der Prophet Muhammad (‫)ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬
Musa (‫ )عﻠيه السﻼم‬lebendig in seinem Grab sah. Es wurde bestätigt, dass das, was die
Propheten als unnachahmliches Wunder (Mu’jiza) erleben können, in der Tat von den
Heiligen (Awliya‘) als ehrenvolles Wunder (Karamat) erlebt werden kann – unter der
Bedingung, dass letztere nicht angefochten wird (d.h. die Awliya‘). Niemand außer
den Unwissenden wird dies leugnen. Die Berichte der Gelehrten darüber, dass die
Propheten lebendig in ihrem Grab sind, sind so zahlreich, dass wir uns damit
zufriedengeben.“
Die plausiblen Interpretationen der Rückkehr der Seele des
Propheten (‫)ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬
Was andere Ahadith (pl. Hadith) betrifft, so verzeichnet Imam Ahmad (‫ )رحﻤه ﷲ‬in
seinem „Musnad“, Abu Dawud (‫ )رحﻤه ﷲ‬in seinem „Sunan“ und al-Bayhaqi (‫)رحﻤه ﷲ‬
in „Shu’ab al-Iman“ über Abu Abd al-Rahman al-Muqri von Haywah bin Shurayh von
Abu Sakhr von Yazid bin Abdullah bin Qusayt von Abu Hurayra (‫ )رضﻲ ﷲ عنه‬der
überliefert, dass der Edle Prophet (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬sagte:
„Kein Muslim sendet Segenswünsche (salams) über mich, außer dass Allah mir meine
Seele zurückgibt (radda ‘Llahu) und (hatta) ich seinen Gruß erwidere.“
(Zurück zum Anfang der Abhandlung) Zweifellos ist der unmittelbare Eindruck dieses
Hadith, dass die Seele des Propheten (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬zu bestimmten Zeiten
angeblich von seinem edlen Körper abwesend ist, doch steht dies im Widerspruch zu
den zuvor zitierten Hadith Berichten. Daher habe ich über dieses Thema intensiv
nachgedacht, bis mir mehrere Antworten eröffnet wurden.

Die erste Antwort


Dies ist die schwächste der Antworten, nämlich dass der Erzähler über den Wortlaut
des Hadith verblendet oder verwirrt (Wahama) war, und dies ist der Grund, warum
das Problem auftrat. Gelehrte haben dies über zahlreiche Ahadith (pl. Hadith)
behauptet. Dies ist bei diesem (Hadith)-Bericht jedoch nicht der Fall, so dass er diese
Behauptung nicht unterstützt.

Die zweite Antwort


Dies ist die stärkste Antwort und wird nur von jemanden, der die arabische Sprache
beherrscht, vollständig verstanden werden. Es ist so, dass die Worte des Propheten
(‫)ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬, „Allah wird (die Seele) zurückbringen (…)“ ein Ausdruck ist, der
einen Seinszustand (jumla haliyya) anzeigt. Und es gibt eine Regel in der arabischen
Sprache, die besagt, dass wenn ein Ausdruck, der einen Seinszustand (hal) anzeigt, im
Präteritum (erste Vergangenheit) [und radda ‘Llahu ist im Präteritum] erscheint, dann
gibt es eine implizite Bedeutung der Betonung, normalerweise im Arabischen durch
das Wort „qad“ angegeben (was Bedeutet: Allah hat mir meine Seele bereits
zurückgegeben). Dies zeigt sich in Allahs Worten:
„(…) oder die zu euch kommen, deren Herzen vor dem Kampf gegen euch
zurückschreckt (…)“ [Qur‘an 4:90]
Dieser Vers bedeutet: Ihre Herzen waren bereits zurückschreckt und schützten sich
davor, gegen euch zu kämpfen. Gleichermaßen verwendet der obige Hadith [bzgl.
dem wiederkehrenden der Seele des Propheten (‫ ])ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬diesen
Sprachgebrauch. Nun ist der Teil des Hadith, der besagt, dass die Segenswünsche
(Salams) an jeden, der Segenswünsche (Salams) [an den Propheten (‫])ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬
sendet, zurückgegeben werden, Wirklichkeit geworden.
Das arabische Wort „hatta“ im Hadith ist nicht kausal (Sababiyya). Dies bedeutet,
dass das Wort „hatta“ nicht darauf hindeutet, dass Allahs zurückgeben der Seele des
Propheten (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬die Ursache, der Grund oder irgendeine direkte
Verbindung zu seiner Rückgabe der Segenswünsche (Salams) ist. Vielmehr ist „hatta“
einfach eine Konjunktion (harf ‘atf), die „und“ bedeutet (im Arabischen: „‫)“و‬. Dieses
linguistische Verständnis des Hadith ergibt folgende Bedeutung:
„Niemand schickt mir Segenswünsche (Salams), außer dass Allah mir meine Seele
schon vorher zurückgegeben hat, und ich werde ihm die Segenswünsche (Salams)
erwidern.“
Ein Problem tritt nur bei denen auf, die davon ausgehen, dass sich die Worte „Allah
hätte mir meine Seele bereits zurückgegeben (…)" auf einen vorübergehenden
Seinszustand (hal) beziehen, der in der Zukunft eintreten wird. Sie gehen davon aus,
dass das arabische Wort „hatta“ Kausalität (Sababiyya) vermittelt, aber das ist nicht
der Fall. Dies ist, was wir festgestellt haben und was das Problem von Grund auf löst.
Dies wird auch durch Logik verstanden.
Wenn wir jedoch hypothetisch die Bedeutung von „Zurückgeben der Seele" (radd)
hier so verstehen würden, dass die Seele „vorübergehend" und „in der Zukunft"
zurückkehrt - dann würde der Prozess unter diesen Annahmen, und nur unter diesen
Annahmen, darin bestehen, die Seele des Propheten (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬wiederholt in
seinen Körper zurückzugeben, immer und immer wieder, hin und her, so oft wie
Muslime Segenswünsche (Salams) auf ihn (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬schicken. In der Folge
bedeutet die wiederholte Rückkehr der Seele des Propheten (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬in seinen
Körper logischerweise eine wiederholte Abwesenheit der Seele vom Körper. Dieses
Konzept der „wiederholten Abwesenheit" wirft vier Probleme auf.

Das erste Problem


Die Annahme wiederholter Abwesenheit würde bedeuten, dass sein edler Körper
Schmerzen erfährt, weil seine Seele den Körper wiederholt verlässt. Zumindest
widerspricht dies dem ihm gebührenden Respekt und der ihm gebührenden
Aufwertung - auch wenn kein Schmerz damit verbunden wäre.

Das zweite Problem


Es kontrastiert stark mit dem Zustand der Märtyrer und anderer. Der Grund dafür ist,
dass nie bewiesen wurde, dass bei einem Märtyrer die Seele wiederholt den Körper
verlässt, und später wieder dazu zurückgebracht wird. Von allen Menschen in der
Schöpfung ist der Edle Prophet (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬derjenige, der am würdigsten dafür
ist, dass seine Seele ununterbrochen und dauerhaft in seinem Körper verbleibt, da
dieser Zustand höher und erhabener ist als ständige Fluktuation.
Das dritte Problem
Diese Vorstellung steht im Widerspruch zum Qur‘an, der in Sure al-Ghafir (40), Vers
11, sagt, dass es nur zwei Tode und zwei Leben gibt. Das ständige Ein- und Austreten
der Seelen in den und aus dem Körper impliziert mehrfache Tode, was falsch und
eindeutig falsch (Batil) ist. Der Vers lautet:
„Sie werden sprechen: „Unser Herr, Du hast uns zweimal sterben lassen und uns
zweimal lebendig gemacht. So bekennen wir unsere Sünden. Gibt es denn einen Weg
hier (aus der Hölle) herauszukommen?“ [Qur’an 40:11]

Das vierte Problem


Dieses Konzept widerspricht den massenhaft (mutawatir) übermittelten Hadithen, und
was immer dem Qur‘an und den „mutawatir“-Hadith entgegensteht, muss eine
plausible Interpretation haben. Wenn es keine plausible Interpretation zulässt, dann ist
es inkorrekt und falsch. Deshalb ist es obligatorisch, die Bedeutung der Ahadith (pl.
Hadith) gemäß dem zu verstehen, was wir zuvor erwähnt haben.

Die dritte Antwort


Es heißt, dass das arabische Wort „Rückkehr“ (radd) nicht unbedingt bedeutet, dass
man den Körper verlässt [und dann in ihn zurückkehrt]. Vielmehr bietet sich das Wort
auch für sprachliche Bedeutungen wie „übertragen/übergeben"3 und „zurück gehen/
regredieren"4 an, und es wird auch metaphorisch verwendet, um „dauerhaft zu
werden"5 oder „dazu führen, dass etwas dauerhaft geschieht"6 (mutlaq sayrura) zu
bedeuten. Diese Bedeutung ist im Qur‘an verwendet worden, als Allah (‫وتعالﻰ‬
ٰ ‫)سبحانه‬
über den Propheten Shu'ayb (‫ )عﻠيه السﻼم‬sagte:
„Wir würden ja eine Lüge gegen Allah erdichten, wenn wir zu eurer Religion
zurückkehrten (…)“ [Qur’an 7:89]

3
In der englischen Übersetzung steht hier: „devolve“
4
In der englischen Übersetzung steht hier: „regress“
5
In der englischen Übersetzung steht hier: „to permanently become“
6
In der englischen Übersetzung steht hier: „to result in something occurring permanently“
Das Wort „Zurückkehren“ (‚awd) bedeutet in diesem Zusammenhang: „wenn wir
letztlich eure Religion/Gesetze/Lebensweise7 annehmen/übernehmen“ (mutlaq
sayrura) und nicht „wenn wir zu eurer Religion/Gesetze/Lebensweise8 zurückkehren
nachdem Entfernen von dort“, weil der Prophet Shu’ayb (‫ )عﻠيه السﻼم‬gemäß dem selbst
nie ihrer götzendienerischen9 Religion/Gesetze/Lebensweise10 angehörte.11
Daher ist in diesem Zusammenhang die Bedeutung dieses Hadithes: „Infolgedessen
wird mir Allah meine Seele auf Dauer zurückgeben, und ich werde die
Segenswünsche (Salams)12 meiner Umma zurückgeben.“
Eine gute Möglichkeit, die doppelte Verwendung des Wortes „Zurückgeben“ (radd) in
diesem Hadith zu verstehen, ist die folgende: Es erklärt die Tatsache, dass es in der
arabischen Rhetorik (Balagaha) und Eloquenz (Badi‘) beredsamer und schöner ist, ein
Wort am Anfang eines Satzes und das gleiche Wort am Ende des Satzes zu
verwenden, obwohl sie zwei verschiedene Bedeutungen haben (d.h. Allah wird meine
Seele zurückgeben und ich werde die Segenswünsche (Salams) zurückgeben (…)).
Und es ist kein Geheimnis, dass der Prophet (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬von allen Arabern der
eloquenteste war.
Daher wird das Wort „zurückgeben" (radd) am Anfang des Hadith verwendet, um mit
dem gleichen Wort am Ende des Hadith übereinzustimmen, obwohl sie je nach
Kontext zwei verschiedene Bedeutungen haben. Das erste Bedeutet „wird zur
dauerhaften Rückgabe meiner Seele führen“ während das zweite bedeutet „antworten“
– und Allah (‫وتعالﻰ‬
ٰ ‫ )سبحانه‬weiß es am besten.

Die vierte Antwort


Diese Antwort ist ziemlich eindeutig, nämlich, dass sich die Bedeutung von
„Rückkehr der Seele“ sich nicht darauf bezieht, dass die Seele nach dem Verlassen
des Körpers in diesen zurückkehrt. Stattdessen bezieht es sich darauf, dass der Edle
Prophet (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬im Zwischenreich (Barzakh) mit den wundersamen
Zuständen des unsichtbaren Reiches (Malakut) beschäftigt ist und völlig in die
Bezeugung seines Herrn eingetaucht ist, so wie er es zu bestimmten Zeiten in seinem
7
Die Wort Kombination „Religion/Gesetze/Lebensweise“ wurde für das arabische Wort „Deen“
verwendet was nicht ausschließlich auf das Wort „Religion“ zu übersetzen ist. Dies wurde getan, um
den Umfang der arabischen Worte klarzustellen und Missverständnisse zu vermeiden
8
Siehe Fußnote 7
9
In der englischen Übersetzung steht hier: „idolatrous“, wobei dies nicht auf den Shirk der
Götzenanbetung zu beschränken ist, sondern alle Arten den Shirks mit einschließt
10
Siehe Fußnote 7
11
Diejenigen, die versuchen, die Unfehlbarkeit der Edlen Propheten (‘ismat al-anbiya‘) in Frage zu
stellen, benutzen diesen Vers, um zu behaupten, dass der Prophet Shu’ayb (‫ )عﻠيه السﻼم‬irgendwann
einmal der ungläubigen Religion angehörte, aber dies ist völlig unbegründet. Vielmehr zeigt dies die
Unwissenheit der Anspruchsteller in Bezug auf die arabische Sprache und Rhetorik, die nur eines von
einem Dutzend erforderlicher Hilfsmittel ist, die für einen Kommentar zum Buch Allahs (‫وتعالﻰ‬
ٰ ‫)سبحانه‬
erforderlich sind. Möge Allah (‫وتعالﻰ‬
ٰ ‫ )سبحانه‬uns alle davor schützen, aus Gelüsten (hawa‘) über den
Koran zu sprechen.
12
In der englischen Übersetzung steht hier: „greetings“
weltlichen Leben war, als ihm die Offenbarung offenbart wurde. Auf diese Weise
drückte er (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬die Wiedererlangung seines Bewusstseins und seiner
vollen Aufmerksamkeit aus seinem entrückten Zustand der Zeugenschaft und anderer
weltlicher Gefangenschaft (Istighraq) mit dem unsichtbaren Reich als „Rückkehr der
Seele“ aus.
Dies wird auch durch Kommentare von Gelehrten zu den folgenden Wörtern, die in
einigen (Hadith)-Berichten über die Prophetische Nachtreise (al-Isra‘) verwendet
werden, unterstützt:
„(…) also wachte ich auf und siehe da, ich war in Masjid al-Haram.“
Die Gelehrten erklären, dass damit nicht das Erwachen aus dem Schlaf gemeint ist, da
die Prophetische Nachtreise nicht im Traumzustand stattgefunden hat.13 Genauer
gesagt, bezieht es sich einfach darauf, sein Bewusstsein und Aufmerksamkeit (Ifaqa)
wiederzuerlangen, nachdem man in wundersame Dinge vertieft wurde, die seine
Aufmerksamkeit im unsichtbaren Bereich beschäftigen (Malakut).
Dies ist die Antwort, die ich nun gebe; es ist die stärkste Antwort, die über die
Formulierung „Rückkehr der Seele" gegeben wurde. Früher hielt ich meine zweite
Antwort für die stärkste, aber diese Erklärung erscheint mir jetzt stärker.

Die fünfte Antwort


Die Rückkehr der Seele des Propheten (‫)ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬, macht es erforderliche, dass
sie in seinem Körper dauerhaft ist. Das liegt daran, dass in jeder Sekunde jeder Minute
jemand in der einen oder anderen Ecke der Erde Segenswünsche (Salawat) an den
Propheten (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬sendet. Daraus folgt, dass seine edle Seele (‫ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه‬
‫ )وسﻠم‬immer seinen gesegneten Körper besetzt.

13
Zu den zahlreichen Beweisen dafür, dass die Nachtreise des Edlen Propheten (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬nicht
im Traumzustand ohne seinen Körper, sondern mit Körper und Seele unternommen wurde, gehören
die folgenden:

1) Wenn die Prophetische Nachtreise (al-Isra‘) ohne seinen gesegneten Körper unternommen
worden wäre, hätte er (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬den Buraq nicht zum Reisen benötigt, weil die Seele
zum Reisen kein Gefährt benötigt.
2) Bei der Erwähnung der Prophetische Nachtreise zu Beginn der Sure al-Isra verwendet Allah
(‫وتعالﻰ‬
ٰ ‫ )سبحانه‬das Wort „‘abd“ (deutsch: Diener), um den Propheten (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬zu
beschreiben. Per Definition besteht ein Diener sowohl aus Körper als auch aus Seele, da der
Körper mit der Anbetung (‘Ibada) beauftragt ist, die Seele (ohne den Körper) jedoch nicht.
Das liegt daran, dass die Seele vor dieser Welt in der Welt der Seelen erschaffen wurde, in der
wir nicht verpflichtet waren, Handlungen der Anbetung / Unterwerfung/Gehorsamkeit
(‘Ibada) durchzuführen. [Aufgezeichnet von dem Übersetzer von Sheikh Abdullah al-Haddad
al-Fasi bei seinem Besuch in Toronto]
Die sechste Antwort
Es ist denkbar, dass ihm (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬die „Rückkehr der Seele“ offenbart wurde,
bevor ihm offenbart wurde, dass er in seinem Grab fortwährend leben würde.14
Infolgedessen informierte er uns über den ersten Zustand, dann wurde ihm der zweite
Zustand anschließend offenbart. Auf diese Weise gibt es im zweiten Bericht, der auf
den ersten folgt, keinen Widerspruch. Das ist es, was Allah (‫وتعالﻰ‬
ٰ ‫ )سبحانه‬der Höchste
mir an Verständnis gewährt hat, wenn es um die Beantwortung dieser Frage geht. Ich
habe in dieser Hinsicht von niemandem sonst etwas anderes übermittelt bekommen.15
Die siebte Antwort
Nachdem ich meinen Artikel geschrieben hatte, stieß ich auf ein Buch mit dem Titel
„al-Fakhr al-munir fi ma faddala bihi ‘l-bashir ‘l-nadhir“ von Sheikh Taj al-Din al-
Fakihani al-Maliki, und ich fand folgendes Zitat:
Wir überliefern von at-Tirmidhi, der verzeichnet, dass der Gesandte Allahs (‫ﺻﻠﻰ ﷲ‬
‫ )عﻠيه وسﻠم‬sagte: „Niemand wird Segenswünsche (Salams) auf mich senden, außer dass
Allah mir meine Seele zurückgibt und ich ihm seine Segenswünsche (Salams)
erwidern werde.“ Man versteht und leitet aus diesem Hadith ab, dass der Prophet
(‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬in seinem Grab fortwährend [d.h. dauerhaft] am Leben ist, denn es
ist praktisch unmöglich, dass es in einer bestimmten Epoche nicht mindestens eine
Person gibt, die bei Tag und bei Nacht Salat und Salams16 auf den Propheten (‫ﺻﻠﻰ ﷲ‬
‫ )عﻠيه وسﻠم‬schickt!
Wenn Sie also Einwände erheben und behaupten, dass seine (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬Worte
„Allah wird meine Seele zurückgeben“ mit seinem fortwährenden Leben unvereinbar
sind und das Konzept nicht ansprechen und in Einklang bringen17.
Und wenn Sie behaupten, dass sie stattdessen implizieren und erfordern, dass er
mehrere Leben und mehrere Tode innerhalb einer einzigen Sekunde besitzt (da, wie
bereits erwähnt, in jeder Sekunde Tausende von Muslimen Salat und Salams18 auf ihn
senden, nein, Hunderttausende von Segenswünsche19 werden jede Sekunde auf ihn
gesandt) …

14
Damit sind die (Hadith)-Berichte via Anas (‫ )رضﻲ ﷲ عنه‬zahlreicher Autoritäten wie Bazzar in
seinem „Musnad“ und Haythamis „Majma‘ az-zawa'id“ (8:211) gemeint, in denen der Prophet
Mohammed (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬erklärte: „Die Propheten sind lebendig in ihren Gräbern und beten.“
15
Ich, der Übersetzer ins Deutsche, halte die sechste Antwort von Imam as-Suyuti für nicht korrekt.
16
Mit dem Ausdruck „Salat und Salams“ sind die Segenswünsche auf den Propheten (‫)ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬
gemeint
17
In der englischen Übersetzung steht hier: „and do not address and reconcile the concept“
18
Siehe Anmerkung 16
19
In der englischen Übersetzung steht hier: „benedictions“
Dann lautet die Antwort [die ich gebe] - und Allah (‫وتعالﻰ‬
ٰ ‫ )سبحانه‬weiß es am besten -,
dass: Die Bedeutung von „meine Seele“ (ruhi) hier, eine Metapher für „Sprache“
(nutqi). Es ist also, als ob er (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬metaphorisch sagte: „Allah wird mir
meine Rede zurückgeben“, während er fortwährend am Leben ist - doch sein Leben
macht seine Rede logischerweise nicht erforderlich - und Allah (‫وتعالﻰ‬
ٰ ‫ )سبحانه‬der
Erhabene gibt ihm seine Rede immer dann zurück, wenn ein Muslim ihm Grüße
schickt. Darüber hinaus ist das Zeichen, dass das Wort „Seele“ metaphorisch
verwendet wird, dass die Sprache zu den Dingen gehört, die die Anwesenheit der
Seele erfordern, so wie die Sprache der Zunge und die physische Kraft selbst die
Anwesenheit der Seele erfordern. So erwähnte er (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬einen wesentlichen
Aspekt des Lebens [d.h. die Seele], der eine Voraussetzung für einen anderen [d.h. die
Rede] ist.
Und möglicherweise ist die Vorstellung, dass die Seele nur zweimal [d.h. einmal im
Mutterleib und das andere Mal nach dem Tod] in den Körper eintreten darf, durch die
Worte Allahs untermauert:
„Sie werden sagen: ‚Unser Herr, Du hast uns zweimal sterben lassen und uns zweimal
lebendig gemacht (…)‘“ [Qur’an 40:11]
Nehmen Sie zur Kenntnis, dass die vorhergehende Antwort, die von Sheikh Taj al-Din
al-Fakihani eingebracht wurde, nicht eine der sechs Antworten ist, die ich vorgelegt
habe. Sie kann also im Grunde genommen als die siebte Antwort betrachtet werden.
Aber auf der anderen Seite lässt es mich innehalten.
Es impliziert offenbar, dass der Edle Prophet (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬trotz der Tatsache, dass
er im Grab lebt, bei manchen Gelegenheiten nicht sprechen kann, jedoch in der Lage
ist zu sprechen, wenn ein Muslim Segenswünsche (Salams) an ihn richtet.
Dies ist äußerst weit hergeholt. Um sicher zu sein, es ist eigentlich unvorstellbar und
unmöglich, weil sowohl der Intellekt (‘Aql) als auch die heiligen Texte von Qur‘an
und Sunna (Naql) das Gegenteil beweisen.
Die heiligen Texte (Naql) und verschiedene überlieferte Berichte, die seinen (‫ﺻﻠﻰ ﷲ‬
‫ )عﻠيه وسﻠم‬Zustand beschreiben - ebenso wie den Zustand der Edlen Propheten im
Zwischenreich (Barzakh) - sind alle sehr explizit, indem sie feststellen, dass sie [die
Propheten] tatsächlich sprechen und nicht im Geringsten daran gehindert werden, zu
sprechen. Vielmehr sprechen selbst gewöhnliche Gläubige im Allgemeinen - ganz zu
schweigen von Märtyrern und anderen - in der Tat im Barzakh, wie sie möchten, ohne
jede Einschränkung. Es wird nicht berichtet, dass jemand daran gehindert wird, im
Barzakh zu sprechen, außer demjenigen, der stirbt, ohne ein Testament zu
hinterlassen.
Abu Shaykh überliefert in „Kitab al-wasaya“ von Qays bin Qubaysa (‫)رضﻲ ﷲ عنه‬, der
berichtet, dass der Gesandte Allahs (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬sagte:
„Wer [stirbt und] kein Testament hinterlässt, erhält keine Erlaubnis, mit den
Verstorbenen zu sprechen.“
Es wurde gefragt, „Oh Gesandter Allahs! Sprechen die Verstorbenen miteinander?“
Er (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬informierte: "Ja, und sie besuchen sich gegenseitig".
Shaykh Taqi al-Din as-Subki (‫ )رحﻤه ﷲ‬sagt:
„Das Leben der edlen Propheten im Grab gleicht ihrem Leben in dieser Welt. Dies
wird durch das Gebet von Musa (‫ )عﻠيه السﻼم‬in seinem Grab bestätigt, denn dies
bezeichnet und bedeutet einen lebendigen Körper20. Ähnlich sind die Eigenschaften,
die von den Propheten während der Prophetischen Nachtreise erwähnt wurden; das
sind alles Eigenschaften, die leibliche Körper betreffen. Dennoch ist es nicht
notwendig, dass derjenige, der im Barzakh lebt, einen leiblichen Körper mit den
gleichen Bedürfnissen, wie sie in der Welt bestehen, wie das Bedürfnis zu essen und
zu trinken, hat. Was Fähigkeiten wie Bewusstsein und Hören betrifft, so ist
zweifelsfrei bewiesen, dass sie dies tatsächlich erleben. Sie, wie auch andere unter den
Verstorbenen.“
Der rationale Beweis, dass die Toten sprechen können, wird intuitiv verstanden. Zu
bestimmten Zeiten am Sprechen gehindert zu werden, ist eine Art von Einschränkung
und Strafe. Das ist genau der Grund dafür, dass diejenigen, die kein Testament
hinterlassen, mit der Verhinderung des Sprechens bestraft werden.21 Der geliebte
Prophet (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬geht jedoch weit über einen solchen Tadel hinaus.
Tatsächlich könnte ihn nach seinem irdischen Ableben keine solche Einschränkung
oder Beschränkung jemals in irgendeiner Weise, in welcher Form auch immer,
heimsuchen. Dies wird durch die Erklärung belegt, die er (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬seiner
geliebten Tochter Fatima al-Zahra (‫ )رضﻲ ﷲ عنها‬während seiner letzten Krankheit, in
der er diese Welt verließ, zugeflüstert hat:
„Dein Vater wird nach dem heutigen Tag nicht mehr leiden.“

20
In der englischen Übersetzung steht hier: „(..) because that denotes and signifies a corporeal body
that is alive.“
21
Vielleicht liegt diese Bestrafung - und Allah (‫وتعالﻰ‬
ٰ ‫ )سبحانه‬weiß es am besten - daran, dass eine
Person, der im Laufe ihres Lebens genügend Zeit gegeben wurde, um ein Testament zu verfassen -
wenn auch einen informellen Entwurf auf einem Stück Papier, um ihre Wünsche auszudrücken und
ihrer Familie den Stress und die Sorgen der Verteilung ihres Nachlasses nach ihrem Ableben zu
ersparen -, die aber entschied, dies nicht zu tun, und wirksam beschloss, zu schweigen und es nicht
mit seiner Familie zu besprechen, während Allah (‫عﺰ وج ّﻞ‬ ّ ) ihm dafür genügend Zeit gewährte, im
Jenseits (Akhira) zum Schweigen gebracht wird. Möge Allah (‫عﺰ وج ّﻞ‬ ّ ) uns bewahren!
Wenn also die Märtyrer und alle anderen Gläubigen aus seiner Umma - mit Ausnahme
einer Minderheit, die bestraft wird - nicht am Sprechen gehindert werden, was ist dann
im Fall des Propheten (‫!?)ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬
Es ist möglich, aus der Antwort von Sheikh Taqi al-Din al-Subki (‫ )رحﻤه ﷲ‬eine andere
Erklärung zu entnehmen und einen anderen Ansatz zu wählen. Das setzt voraus, dass
die Bedeutung von „Seele“ (Ruh) „Sprache“ (Nutqi) ist und die Bedeutung von
„Rückkehr“ „kontinuierlich ohne Abwesenheit“, wie in meiner dritten Antwort erklärt
wurde.
Dies würde dazu führen, dass der Hadith diese beiden metaphorischen Bedeutungen
des Wortes „Seele" und „Rückkehr" in sich trägt, wobei die erste eine Metapher
(Isti’ara) und die zweite eine bildliche Bedeutung (Majaz mursal) ist. Der Unterschied
besteht darin, dass nach dem, was in der dritten Antwort festgestellt wurde, darin nur
eine Metapher vorkam.

Die achte Antwort


Diese Antwort gibt Anlass zu einer anderen Antwort, nämlich dass das Wort „Seele“
eine Metapher für „Hören“ ist, und somit wäre die Bedeutung: Allah der Allerhöchste
(‫وتعالﻰ‬
ٰ ‫ )سبحانه‬gibt ihm (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬sein Gehör in einem Bruch mit den
konventionellen Gesetzen der Welt (Khariq li ‘l-‘adat) zurück, so dass er die
Segenswünsche (Salams) desjenigen, der Segenswünsche (Salams) sendet, hören
kann, selbst wenn diese Person in einem fernen Land wohnt. Er antwortet ihm, ohne
dass ein Vermittler [z.B. die Engel] es ihm übermitteln muss.
Was hier nicht gemeint ist, ist das normale menschliche Hörvermögen. Das liegt
daran, dass er - sogar in seinem weltlichen Leben - die Fähigkeit besaß, auf eine
Weise zu hören, die weit über das normale menschliche Hörvermögen hinausging. Er
hat sogar das Knarren des Himmels hören, wie es in den Hadith Büchern in den
Kapiteln über unnachahmliche Wunder (Kitab al-mu’jizat) erläutert wird. Manchmal
war es aktiv, ein anderes Mal nicht; es war nicht eingeschränkt. Und sein Zustand
(Hal) im Barzakh ist im Vergleich zu seinem Zustand während seines weltlichen
Lebens identisch.

Die neunte Antwort


Daraus lässt sich eine andere Antwort extrapolieren, nämlich dass das, was hier
gemeint ist, das herkömmlichen menschlichen Gehör (Sam’uhu al-mu’tad) ist, und
was mit der „Rückkehr der Seele“ gemeint ist, die Wiedererlangung seines
Bewusstseins und seiner Aufmerksamkeit nach dem Eintauchen in das unsichtbare
Reich (Malakut) und dem Bezeugen all dessen, was es enthält.
Also, Allah (‫وتعالﻰ‬
ٰ ‫ )سبحانه‬der Höchste bringt das Bewusstsein und die
Aufmerksamkeit des Edlen Propheten (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬in diesem Augenblick zurück,
damit er den Gruß desjenigen erwidert, der ihm im Leben dieser Welt Segenswünsche
(Salams) schickt.
Wenn er (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬die Rückgabe der Segenswünsche (Salams) abgeschlossen
hat, kehrt er seine Aufmerksamkeit wieder auf seinen vorherigen Zustand [der
Beschäftigung mit dem unsichtbaren Bereich] zurück.

Die zehnte Antwort


Eine andere Antwort, die sich daraus ableiten lässt, ist, dass der Sinn der „Rückgabe
der Seele“ darin besteht, sich von seiner (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬Beschäftigung im Grab zu
lösen und seinen Geist von dem zu lösen, was ihn im Barzakh am meisten bedrängt,
wie:
 die Handlungen seiner (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬Umma zu sehen
 Allah (‫وتعالﻰ‬
ٰ ‫ )سبحانه‬um Vergebung für ihre Sünden zu bitten
 [zu Allah (‫وتعالﻰ‬
ٰ ‫ ])سبحانه‬dafür beten, dass Trübsal von ihnen genommen wird
 häufiges Kommen und Gehen in verschiedenen Teilen der Erde, um dort Segen
zu bringen22
 Teilnahme an den Beerdigungen (Janaza) der verstorbenen Frommen seiner
Umma usw.
Die oben genannten Angelegenheiten stellen eine kurze Zusammenfassung seiner
Vorbeschäftigungen im Grab dar, die in den Ahadith (pl. Hadith) und von den
Gefährten übermittelt wurden.
Daher ist das Senden von Segenswünschen (Salams) an den Edlen Propheten (‫ﺻﻠﻰ‬
‫ )ﷲ عﻠيه وسﻠم‬eine der am überlegensten und berühmtesten Arten, Allah (‫وتعالﻰ‬
ٰ ‫)سبحانه‬
nahe zu kommen, weil es dem Edlen Propheten (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬erlaubt, sich -
auch nur für einen Moment - von seinen beängstigenden Sorgen und
überwältigenden Besorgnissen zu befreien, um die auf ihn gelegten
Segenswünsche (Salams) an den Absender zurückzuschicken, um ihn zu ehren.
Dies sind zehn Antworten, die alle aus meiner eigenen Ableitung stammen. Der
berühmte Dichter al-Jahiz sagte:
Wenn Kontemplation und Auswendiglernen (Fikr und Hifz) miteinander
verbunden werden, dann werden die Ergebnisse wundersam sein.

22
Der Autor spricht nicht vom Hörensagen, sondern aus eigener Erfahrung und Gewissheit. Siehe
Suyutis Biografie für nur einen persönlichen Bericht von Imam al-Suyuti über einen solchen Vorfall.
Die elfte Antwort
Dann erschien mir eine elfte Antwortmöglichkeit, nämlich dass das Wort „Seele“
(Ruh) in diesem Hadith nicht die „Seele des Lebens“ bedeutet. Vielmehr bezieht es
sich auf ein verwandtes Wort „irtiyah“ [vom Wortstamm „rawh“], dass Entspannung
und Komfort bedeutet. Diese Interpretation wird den Hadith wiedergeben: „Allah wird
mir Entspannung und Trost gewähren („rawh“) ...“, weil „rawh“ in der Sure al-Waqi'a
erwähnt wird:
Dann ist für ihn Entspannung und Großzügigkeit und ein Garten der Glückseligkeit.
[Qur’an 56:89]
Der Grund dafür ist, dass es anstelle von „rawhun“ wie oben - was der
gebräuchlichere Hafs-Stil der Rezitation mit einem „Fatha“ auf dem „ra“ ist - eine
andere gültige Rezitationsart gibt, bei der es als „ruhun“ mit einem „damma“ auf dem
Buchstaben „ra“ rezitiert wird. Das würde die Bedeutung wiedergeben: Wenn jemand
Frieden auf ihn (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬sendet, erfährt er dadurch einen solchen Komfort, ein
solches Glück und eine solche Freude, dass es ihn dazu treibt, dem Absender die
Friedensgrüße zu erwidern.

Die zwölfte Antwort


Dann schien es mir eine zwölfte Antwort zu geben, nämlich dass die Bedeutung des
Wortes „Seele“ (Ruh) sich dort auf die Barmherzigkeit bezieht, die man [von Allah]
erlangt, indem man einen Segenswunsch (Salawat) über den Edlen Propheten (‫ﺻﻠﻰ ﷲ‬
‫ )عﻠيه وسﻠم‬sendet. Ibn Athir (‫ )رحﻤه ﷲ‬sagt in „al-Nihaya“:
Die Erwähnung „der Seele“ (al-Ruh) wurde in den Hadith Büchern ebenso
wiederholt wie im Qur‘an, und sie wurde mit zahlreichen Bedeutungen überliefert.
Die vorherrschende Bedeutung ist, dass sich „die Seele“ (al-Ruh) auf die nicht
greifbare Essenz bezieht, die dem Körper Leben gibt. Es wird jedoch auch
verwendet, um sich zu beziehen auf:
 Den Qur’an selbst
 Offenbarung
 Barmherzigkeit
 Jibril (‫)عﻠيه السﻼم‬
Ibn Mundhir (‫ )رحﻤه ﷲ‬hält in seinem Tafsir fest, dass Hasan al-Basri (‫ )رضﻲ ﷲ عنه‬den
Vers in der Sura al-Waqi'a [56:89] rezitierte als: „fa ruhun wa rayhanun wa jannatun
na’im“ (d.: dann Barmherzigkeit (Ruh) und Huld und ein Garten der Glückseligkeit)
mit einem „damma“ auf dem Buchstaben „ra“ [anstelle der üblicheren Rezitation mit
„fatha“], sagte dann:
„Das Wort ‚ruh‘ bezieht sich hier auf Barmherzigkeit (Rahma)“
Wie bereits erwähnt und bestätigt im Hadith von Anas (‫( )رضﻲ ﷲ عنه‬siehe
Investigative Berichte, Hadith Nr. 8), treten Segenswünsche (Salawat), die über den
edlen Propheten (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬gesandt werden, auf dieselbe Weise in sein Grab,
wie Geschenke und Belohnungen (Thawab) den Menschen in dieser Welt gegeben
werden. Das Wort „Thawab“ bezieht sich hier auf Segenswünsche (Salawat) von
ّ ), was sich auf die Barmherzigkeit Allahs (‫وتعالﻰ‬
Allah (‫عﺰ وج ّﻞ‬ ٰ ‫ )سبحانه‬und Seine
zahllosen Segnungen bezieht.

Die dreizehnte Antwort


Als nächstes scheint es mir eine dreizehnte Antwort zu geben, nämlich dass sich die
Bedeutung des Wortes „Seele“ (ruh) sich hier auf einen besonderen Engel bezieht, der
in der Nähe des edlen Grabes des Propheten (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬stehen soll. Und „der
Geist“ (al-Ruh) wird an anderer Stelle verwendet, um den Erzengel Jibril (‫)عﻠيه السﻼم‬
zu bezeichnen [z.B. Sura al-Qadr; „tanazzalu ‘l-mala’ikatu wa ‘r-Ruh“]. Imam Raghib
al-Isfahani (‫ )رحﻤه ﷲ‬sagt:
„Die Elite und Berühmtheiten unter den Engeln werden ‚al-Arwah‘ (Mehrzahl von
‚Ruh‘) genannt.“
In diesem Fall ist die Bedeutung von „Allah wird meine Seele zu mir zurückgeben
(...)“, dass Allah (‫وتعالﻰ‬
ٰ ‫ )سبحانه‬einen Engel zu mir senden wird, um mir die
Segenswünsche (Salams) zu übermitteln, die von meiner Umma gesendet wurden. Das
ist es, was Allah (‫وتعالﻰ‬
ٰ ‫ )سبحانه‬mir klar gemacht hat, und Allah (‫وتعالﻰ‬
ٰ ‫ )سبحانه‬weiß es
am besten.

Zwei wichtige Aspekte über die Kommentare von Shaykh Taj al-Din
al-Fakihani
In den Kommentaren von Shaykh Taj al-Din al-Fakihani al-Maliki (in der siebten
Antwort) erfordern zwei Dinge Aufmerksamkeit.

Fehler in der Zuschreibung


Der erste ist, dass er den Hadith Imam al-Tirmidhi (‫ )رحﻤه ﷲ‬zuschrieb, was ein Fehler
ist. Keiner der Verfasser der sechs Hadith Bücher hat es aufgezeichnet, außer Abu
Dawud (‫)رحﻤه ﷲ‬, wie von al-Hafiz Jamal al-Din al-Mizzi (gest. 742 n.H.) in „al-A'raf“
erwähnt.

Der Unterschied zwischen den arabischen Wörtern ‘Alayya und ‘Ilayya


Der zweite ist, dass der Hadith mit der Formulierung „Allah wird zu mir
zurückbringen (...)“ mit dem arabischen Wort „‘alayya“ übermittelt wird. So ist es in
Abu Dawuds (‫ )رحﻤه ﷲ‬Sunan festgehalten. Wohingegen der Wortlaut von al-Bayhaqis
(‫ )رحﻤه ﷲ‬Überlieferung eine andere Art und Weise von „Allah wird zu mir
zurückbringen (…)“ enthält, indem das arabische Wort „‘ilayya“ verwendet wird.
Dieser Weg ist subtiler und angemessener, da zwischen den beiden Wörtern ein
wichtiger nuancierter Unterschied besteht.
Wenn auf das Wort „zurückbringen" (Radd) das arabische Wort „‘ala“ folgt, bedeutet
es Erniedrigung, wenn auf das Wort „zurückbringen" (Radd) das Wort „ila“ folgt,
bedeutet es Veredelung.
Es wurde in den autorisierenden Büchern der arabischen Sprache überliefert: Man
verwendet das arabische Wort „‘ala“ nach dem Wort „radd“, um auszudrücken:
‚jemandem etwas zurückzugeben, wenn es nicht akzeptiert wird‘. In ähnlicher Weise
verwenden man das Wort „‘ala“ zum Beispiel um auszudrücken: „Zu ihm
zurückzugeben“ etwas zu konnotieren, dass jemanden fälschlicherweise
zurückzugeben wurde und, dass jemand entweder nicht will oder für das jemand keine
Verwendung hat.
Umgekehrt heißt es, dass man das Wort „ila“ nach dem Wort „radd“ in Fällen von
Freundlichkeit verwenden, z.B. „jemanden zurück nach Hause bringen“ (d.h. ihn
zurück in seine Heimat begleiten) und „sende eine Antwort zu ihm“.
Imam Raghib al-Isfahani sagt:
Die Bedeutung der Entwürdigung (Ihana) wird im Qur‘an wie folgt dargestellt:
„(…) bringen sie euch dazu, dass ihr kehrtmacht (…)“ [Qur’an 3:149]
„Bringt sie zu mir zurück (…)“ [Qur’an 38:33]
„(…) und sollen wir auf unseren Fersen umkehren (…) [Qur’an 6:71]
Und die Bedeutung der Veredelung (Takrim) wird in Allahs Wort demonstriert:
„Dann gaben Wir ihn seiner Mutter zurück (…)“ [Qur’an 28:13]
„(…) Selbst wenn ich zu meinem Herrn zurückgebracht werde, so werde ich ganz
gewiss einen besseren Aufenthalt als diesen finden.“ [Qur’an 18:36]
„(…) Hierauf werdet ihr vor den gebracht werden, der über das, was verborgen, und
was offenkundig ist, Bescheid weiß. (…)“ [Qur’an 62:8]
„Hierauf werden sie vor Allah, ihren wirklichen Herrn, gebracht. (…) [Qur’an 6:62]
Der meisterhafte persische Gelehrte und Linguist Imam Raghib al-Isfahani sagt:
Zu den Bedeutungen des arabischen Wortes „radd“ (Rückkehr) gehört auch
Resignation (Tafwid). Es wird gesagt: ‚Ich habe die Angelegenheit (Raddadthu-hu)
seinem Urteil überlassen‘, d.h. ich bin zurückgetreten/die Angelegenheit an ihn
delegiert. Allah (‫وتعالﻰ‬
ٰ ‫ )سبحانه‬sagt:
„(…) wenn ihr über etwas streiten, dann bezieht euch auf Allah und den Gesandten
(…)“
[Qur’an 4:59]
„(…) Hätten sie sich aber auf den Gesandten und die Verantwortlichen unter ihnen
bezogen (…)“
[Qur’an 4:83]

Die vierzehnte Antwort


Daraus lässt sich eine vierzehnte Antwort ableiten, nämlich dass die Bedeutung des
Begriffs "etwas Allah überlassen" (Tafwid) darin besteht, dass Allah (‫وتعالﻰ‬
ٰ ‫ )سبحانه‬die
Verantwortung für die Rückgabe des Segenswunsches (Salams) derjenigen, die
Segenswünsche (Salams) zum Propheten (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬schicken, direkt auf die
Schultern des Propheten (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬selbst gelegt hat. Dabei wird berücksichtigt,
dass die Bedeutung des Wortes „Rawh“ Entspannung und Barmherzigkeit ist, und
dass sich Segenswünsche (Salawat) von Allah (‫وتعالﻰ‬
ٰ ‫ )سبحانه‬auch auf Barmherzigkeit
bezieht [wie in der zwölften Antwort erwähnt]. Daher ist es so, als ob derjenige, der
Segenswünsche (Salams) auf den Propheten (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬schickt, tatsächlich
demonstriert, dass er Segenswünsche (Salawat) von Allah (‫وتعالﻰ‬
ٰ ‫ )سبحانه‬sucht. Dies
zeigt das Wort des Propheten (‫)ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬:
„Wer auch immer einen Segenswunsch (Salawat) auf mich sendet, dem wird Allah
zehn Segnungen auf ihn senden.“
Segenswünsche (Salawat) von Allah (‫وتعالﻰ‬
ٰ ‫ )سبحانه‬bezieht sich auf ‚Barmherzigkeit
von Allah‘, und Allah (‫وتعالﻰ‬
ٰ ‫ )سبحانه‬das Überlassen der Angelegenheit bezieht sich auf
Barmherzigkeit, die dem edlen Propheten (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬zugeteilt und übertragen
wurde, so dass jeder, der Segenswünsche an ihn sendet, zweifellos Allah (‫وتعالﻰ‬
ٰ ‫)سبحانه‬
veranlassen wird, das Gebet des Propheten (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬zu erhören. Folglich
erlangt ein Muslim Allahs Gnade, indem er dem geliebten Propheten (‫)ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬
Segenswünsche (Salams) schickt, allein wegen des Segens der Du’a des Propheten
(‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬und seiner Rückgabe der Friedensgrüße (Salams) an seine Anhänger.
Das Ergebnis der göttlichen Annahme (Qubul) eines zum Propheten (‫)ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬
gesandten muslimischen Salams sowie die Belohnung dafür werden sich erst bei der
Großen Fürbitte (al-Shafa’at al-Kubra) des Propheten (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬im Jenseits
vollständig manifestieren.
Durch die Gnade Allahs (‫وتعالﻰ‬
ٰ ‫ )سبحانه‬wird es sich als ein dringend benötigter Vorteil
und Nutzen erweisen, nämlich dass man sich wohl fühlt und sich in einem Zustand der
Entspannung befindet, in dem man weiß, dass man in dieser gefährlichen Phase des
Jenseits eine direkte Verbindung zu ihm (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬hat und mit ihm eng
verbunden ist.
Dies wird durch sein (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬Wort im Hadith der Fürbitte untermauert:
„(…) so dass die bedeutsame Aufgabe der Fürbitte von einem Propheten auf einen
anderen, von einem zum anderen, übertragen wird, bis sie bei Muhammed endet.“
Um Ihr Gedächtnis aufzufrischen, es heißt im Hadith über die Prophetische
Nachtreise: „Auf der Nachtreise trafen sich die Propheten Ibrahim, Musa und Isa mit
mir, und sie begannen, die letzte Stunde zu besprechen. Sie verschoben sich auf
Ibrahim, und er sagte: ‚Ich habe kein Wissen davon‘. Also wandten sie sich an Musa,
und er sagte: ‚Ich habe kein Wissen davon‘. Dann wandten sie sich an Isa und er
sagte: ‚Ich habe kein Wissen davon‘.“
Das Ergebnis ist, dass der Hadith der Rückkehr der Seele des Propheten einfach
bedeutet: „Allah hat diese Angelegenheit der Barmherzigkeit mir gegenüber gegeben,
wobei jeder Muslim, der Segenswünsche (Salams) zu mir schickt, durch mich
Barmherzigkeit erlangen wird. Daher werde ich es persönlich auf mich nehmen, den
Segenswunsch (Salam) eines Muslims zurückzugeben, wenn er ihn mir anbietet und
wenn er Allah (‫وتعالﻰ‬
ٰ ‫ )سبحانه‬darum bittet, dass er Frieden und Segen auf mich sendet.
z.B. indem ich sagt: „salla ‘Llahu ‘alayhi wa sallam“ (Allahs Frieden und Segen auf
ihm).

Die fünfzehnte Antwort


Schließlich scheint es mir noch eine fünfzehnte Antwort zu geben, nämlich dass die
Bedeutung von Seele (ruh) sich auf die Barmherzigkeit im Herzen des Propheten
(‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬bezieht, weil seine Umma zu ihm zurückkehrt, sowie auf die
Sanftmut (ra'fa), die Allah (‫وتعالﻰ‬
ٰ ‫ )سبحانه‬in ihm schuf. Denn es stimmt, dass er
gelegentlich sauer wurde über diejenigen, deren Sünden exzessiv waren und die offen
gegen die Verbote Allahs (‫وتعالﻰ‬
ٰ ‫)سبحانه‬, des Höchsten, verstießen. Und da wir alle
Sünden haben, die Allahs (‫وتعالﻰ‬
ٰ ‫ )سبحانه‬Vergebung erfordern, ist das Senden von
Segenswünschen auf den Edlen Propheten (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬ein gewaltiges Mittel zur
Vergebung unserer Sünden, wie es im Hadith beschrieben wird:
„(…) es wird dir die Sorgen um die Zukunft nehmen und die Vergebung deiner
vergangenen Sünden bewirken.“
Deshalb teilte er uns in dem bezogenen Hadith mit, dass niemand Segenswünsche
(Salams) auf ihn senden wird - unabhängig davon, wie viele Sünden und Verbrechen
diese Person begangen hat - außer, dass Allah (‫وتعالﻰ‬
ٰ ‫ )سبحانه‬die Barmherzigkeit im
Herzen des Propheten (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬für seine Anhänger (Ummati) ihm
zurückgegeben wird und er die Salams zurückgeben wird.
Nichts wird ihn daran hindern, die Segenswünsche (Salams) zurückzugeben,
ungeachtet dessen, was sein Anhänger an Sünde erworben hat. Dies ist ein wertvoller
Punkt des Nutzens, eine bedeutsame Freude und eine extreme Zurschaustellung von
Liebe und Güte gegenüber seinen Anhängern.
Dies ist das letzte von dem, was Allah (‫وتعالﻰ‬
ٰ ‫ )سبحانه‬der Höchste mir in dieser Zeit als
Antworten zu dieser Angelegenheit eröffnet hat. Sollte Er sich uns danach mehr
öffnen, werden wir einen Zusatz dazu machen - und Allah (‫وتعالﻰ‬
ٰ ‫ )سبحانه‬allein gewährt
Erfolg (Tawfiq).
Zusatz
Später sah ich den Hadith, der in „Das Leben der Propheten im Grab“ von Imam al-
Bayhaqi (‫ )رحﻤه ﷲ‬aufgezeichnet ist, mit dem Wortlaut:
„(…) außer dass Allah mir ohne Zweifel bereits meine Seele zurückgegeben hat (…)“
Er erwähnt ausdrücklich das arabische Wort „Qad", das eine nachdrückliche Betonung
darstellt. So danke ich Allah (‫وتعالﻰ‬
ٰ ‫ )سبحانه‬sehr, weil ich glaubte, dass der Hadith, die
ich in meiner zweiten Antwort zitiert habe - der das Wort „Qad" nicht enthielt -
tatsächlich „die Bedeutung von Qad" oder Betonung enthielt, auch wenn das Wort laut
diesen Erzählern weggelassen wurde [und hier ist eine Erzählung, die ausdrücklich
Qad erwähnt!]. Dies ist die Meinung, zu der ich in meiner zweiten Antwort tendierte,
und ich erkenne jetzt, dass es angesichts dieser Darstellung die bevorzugte und
akzeptable Meinung und die stärkste Antwort ist.

Zusammenfassung der Abhandlung


Die Absicht des Hadithes über die Rückkehr der Seele des Propheten (‫)ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬
ist es, uns zu informieren, dass Allah (‫وتعالﻰ‬
ٰ ‫ )سبحانه‬der Höchste, die Seele des
Propheten (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬nach seinem Hinscheiden dauerhaft an ihn zurückgegeben
hat. Daher ist sein Zustand ein Zustand des ständigen (d.h. permanenten) Lebendig
seins, so dass, wenn jemand Segenswünsche (Salams) an ihn schicken würde, er die
Segenswünsche (Salams) an ihn zurückgeben würde, weil er am Leben ist. Daher
bestätigt dieser Hadith die anderen (Hadith)-Berichte über das Lebendig sein des
Propheten (‫ )ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه وسﻠم‬in seinem Grab. Es ist nur einer von vielen Berichten, die
dies tun, und er widerspricht dieser Vorstellung in keiner Weise, in keiner Form - und
Allah (‫وتعالﻰ‬
ٰ ‫ )سبحانه‬allein gebührt aller Lob und Ruhm.

Schlussfolgerung: Vorsicht bezüglich Hadithe


Einer der Hadith Meister (Huffaz) sagte:
„Wenn wir nicht einen einzigen Hadith aus sechzig verschiedenen
Übertragungswegen (die leicht unterschiedliche Formulierungen enthalten)
herausgeschrieben hätten, hätten wir seine Bedeutung nicht vollständig
verstanden. Das liegt einfach daran, dass all die verschiedenen
Übertragungswege eines einzigen Berichts zum Verständnis der nuancierten
Details beitragen, die in die Kette der Erzählung und des Textes eingebettet
sind. Daher decken die alternativen Versionen eines Hadith im Wesentlichen
auf, was in einer mangelhaften Version derselben Erzählung verborgen ist - und
Allah (‫وتعالﻰ‬
ٰ ‫ )سبحانه‬weiß es am besten.“
Dies ist die Schlussfolgerung von „Inbah al-adhkiya' fi hayat al-anbiya“ (Das
Informieren der Intelligenten über das Leben der Propheten im Grab). Alles Lob
gebührt Allah (‫وتعالﻰ‬
ٰ ‫ )سبحانه‬allein, und Friede und Segen sei mit dem, dem kein
Prophet nachfolgt: unserem Meister, unserem Beschützer23, Muhammad (‫ﺻﻠﻰ ﷲ عﻠيه‬
‫)وسﻠم‬, und seiner ganzen Familie, seinen Gefährten, Kindern, Frauen, Nachkommen
und seinem Haushalt - möge Allahs (‫وتعالﻰ‬
ٰ ‫ )سبحانه‬Wohlgefallen auf ihnen sein.
Alles Lob gebührt Allah (‫وتعالﻰ‬
ٰ ‫)سبحانه‬, dem Herrn der Welten.

23
Mit „unser Beschützer“ ist wohl gemeint: Derjenige durch den Allah (‫وتعالﻰ‬
ٰ ‫ )سبحانه‬uns Schutz
gewährt