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Merkblatt: Chlor
Merkblatt M 020
Berufsgenossenschaft der chemischen Industrie
April 1997

Inhalt
1 Anwendungsbereich des Merkblattes
2 Eigenschaften und Nachweis
2.1 Physikalische und chemische Eigenschaften
2.2 Nachweis
3 Kenndaten
3.1 Physikalische und chemische Kenndaten
3.2 Kenndaten aus Regelwerken
4 Verwendung
5 Gesundheitsgefahren
5.1 Aufnahme und Wirkungsweise
5.2 Akute Gesundheitsgefahren
5.3 Chronische Gesundheitsgefahren
6 Ermittlung und Beurteilung von Gefährdungen und Belastungen
(Gefährdungsbeurteilung)
7 Schutzmaßnahmen
7.1 Allgemeines
7.2 Arbeitsbereichsüberwachung
7.3 Technische Schutzmaßnahmen
7.3.1 Anlagen, Rohrleitungen und Verfahren
7.3.2 Laboratorien
7.3.3 Arbeitsräume
7.3.4 Lagerräume
7.3.5 Umfüllen
7.3.6 Aufbewahren, Lagern, Transport
7.3.7 Werkstoffe
7.3.7.1 Werkstoffe für flüssiges Chlor und trockenes Chlorgas
7.3.7.2. Werkstoffe für feuchtes Chlorgas
7.3.8. Hinweise für den Umgang mit Druckgasbehältern (Stahlflaschen und
Stahlfässer)
7.3.9 Reinigung
7.3.10 Entsorgen von Abfällen und Rückständen
7.3.11 Brand- und Explosionsschutz
7.3.12 Verhalten bei Ausbruch von Chlor
7.3.12.1 Alarmierung
7.3.12.2 Allgemeingültige Maßnahmen
7.3.12.3 Bekämpfung von Chlorausbrüchen – Chlorgasausbruch
7.3.13 Instandhaltung
7.3.14 Arbeiten in Behältern und engen Räumen
7.3.15 Abluft, Abwasser
7.4 Organisatorische und persönliche Schutzmaßnahmen
7.4.1 Allgemeines
7.4.2 Atemschutz
7.4.3 Augenschutz
7.4.4 Körperschutz
7.4.5 Hygiene
7.5 Kennzeichnung
8 Erste Hilfe
8.1 Allgemeines
8.2 Augen
8.3 Atmungsorgane
8.4 Haut
8.5 Hinweise für den Arzt
Anhang Vorschriften, Regeln und andere Schriften
1. Gesetze/Verordnungen
2. Unfallverhütungsvorschriften
3. BG-Regeln, Grundsätze, Merkblätter
4. DIN/EN-Normen; VDI-, VDE-Bestimmungen
5. Andere Schriften
6. Zentrale Stoff- und Produktdatenbank (ZeSP)

1 Anwendungsbereich des Merkblattes


Das Merkblatt behandelt den Umgang mit Chlor und dessen Zubereitungen sowie
Tätigkeiten in deren Gefahrenbereich.
Es gilt nicht für den Umgang mit Chlor und dessen Verbindungen bei der
Chlorung von Wasser. Entsprechende Vorschriften sind in der UVV “Chlorung
von Wasser” zusammengestellt. [35]
In erster Linie soll es den Vorgesetzten unterstützen bei der
– Ermittlung und Beurteilung der Gefahren
– Festlegung der zum Schutz des Menschen und der Umwelt erforderlichen
Maßnahmen und Verhaltensregeln
– Festlegung des Verhaltens im Gefahrenfall
– Festlegung der Erste-Hilfe-Maßnahmen
– Ausarbeitung der Betriebsanweisung und
– Durchführung der mündlichen Unterweisungen
und Hinweise zur sachgerechten Entsorgung geben.
Als Ergänzung der Betriebsanweisung kann dieses Merkblatt den Beschäftigten zur
Information über Gefährdungsmöglichkeiten und Schutzmaßnahmen dienen.

2 Eigenschaften und Nachweis

2.1 Physikalische und chemische Eigenschaften


Unter Normalbedingungen ist Chlor ein gelbgrünes, stechend riechendes Gas. Es ist
nicht brennbar.
Chlor ist eines der reaktionsfähigsten Elemente. Es wirkt stark oxidierend und reagiert
bereits bei Normaltemperatur mit zahlreichen Elementen und vielen organischen und
anorganischen Verbindungen zum Teil sehr heftig unter starker Wärmeentwicklung.
Oft spielt dabei die Anwesenheit geringer Feuchtigkeitsmengen eine entscheidende
Rolle. So greift z.B. völlig trockenes Chlor bei Normaltemperatur Eisen oder Kupfer
nicht an, Chlor mit geringen Feuchtigkeitsspuren wirkt stark korrodierend auf diese
Metalle.
Trockenes Chlor kann dagegen bei Normaldruck und Temperaturen über 170 °C mit
Eisen in Form von unlegiertem Stahl unter Bildung von Eisenchlorid reagieren. Durch
die dabei auftretende Reaktionswärme kann unter Feuererscheinung ein
"Chlor-Eisen-Brand" entstehen. Mischungen von Chlor mit anderen Gasen können
explosionsfähige Gemische (z.B. "Chlorknallgas" mit Wasserstoff) oder
Reaktionsprodukte (z.B. Stickstofftrichlorid mit Ammoniak) bilden.
In der Technischen Regel Druckgase "Technische Gasgemische" (TRG 102) ist
zusammengestellt, welche Gase mit Chlor gemischt bzw. wegen gefährlicher
Reaktionen nicht gemischt werden dürfen. Gefährliche Reaktionen sind möglich mit
Wasserstoff, Ammoniak, Schwefeldioxid, Schwefelwasserstoff, Butadien, Ethylenoxid,
Cyanwasserstoff usw. (siehe auch Abschnitt 7.3.11). [20]
Auch Gemische von gasförmigem und flüssigem Chlor mit bestimmten
Kohlenwasserstoffen, Alkoholen, Estern, Ölen, Lösemitteln, Silikonölen und
Silikonkautschukmassen können explosionsfähig sein. Das gilt insbesondere auch für
Schmieröle und Fette, ausgenommen bestimmte chlorbeständige Öle und Fette, z.B.
perfluorierte Polyether.
Ebenfalls heftig und unter starker Erwärmung reagiert Chlor mit alkalischen Lösungen
(z.B. Natronlauge, Sodalösung und Kalkmilch) unter Bildung von Hypochloriten,
Chloriden und Chloraten.
In Wasser, wäßriger Salzsäure und verschiedenen organischen Lösemitteln wie
Chlorbenzolen, Nitrobenzol, Dimethylformamid ist Chlor gut bis sehr gut löslich.
Mit Wasser bildet Chlor unterhalb von + 10 °C feste grüngelbe Chlorhydratkristalle.
2.2 Nachweis
Zum quantitativen Nachweis von Chlor in der Luft sind kontinuierlich arbeitende
Analysengeräte erhältlich.
Eine photometrische Methode wird in der Literatur beschrieben, die Nachweisgrenze
liegt bei 0,03 mg/m3, d.h. 0,01 ppm*. Mit einem handelsüblichen Röhrchen (und
Gasspürpumpe) lassen sich bei 10 Hüben 0,2 bis 3 ppm (d.h. 0,6 bis 8,8 mg
Chlor/m3) nachweisen*. [75]
Anforderungen an Meßstellen zur Durchführung der Messungen gefährlicher Stoffe in
der Luft am Arbeitsplatz enthält die TRgA 400. [8]
Geeignete Meßinstitute sind der Liste geeigneter Meßstellen zu entnehmen. [78]
Undichte Stellen an chlorführenden Leitungen, Flanschen und Behältern, aus denen
Chlorgas entweicht, lassen sich durch die Bildung von weißem Nebel feststellen, der
bei der Reaktion zwischen bereits kleinsten Mengen von Chlorgas mit
ammoniakhaltigen Dämpfen in der Nähe dieser Leckstellen entsteht. Dafür geeignete
ammoniakhaltige Dämpfe sind im Gasraum über einer 5-prozentigen Lösung von
Ammoniak in Wasser verfügbar. Das Versprühen von Ammoniakwasser soll wegen
der Korrosionsgefahr vermieden werden.

3 Kenndaten

3.1 Physikalische und chemische Kenndaten

Quelle
Summenformel Cl2
CAS-Nr. 7782-50-5 [2]
Molekulargewicht 70,91 [76]
Siedepunkt (°C/1013 hPa) -34,05 [62]
Schmelzpunkt (°C) -100,98 [62]
Dampfdruck (bar)
bei 20 ° 6,731
bei 30 °C 8,8 [76]
bei 50 °C 14,27
Dichte bei 0 °C, 1013 m bar (g/l). 3,213 [62]
Relative Gasdichte bez. auf Luft 2,49 [76]
Kritische Temperatur (°C) 144,0 [62]
Kritischer Druck (bar) 77,0 [62]

1 hPa entspricht 1 mbar


1 ppm Chor (= 1 ml Chlor/m3) entspricht bei 20 °C und 1013 hPa 2,95 mg Chlor/m3
3.2 Kenndaten aus Regelwerken

Quelle
Index-Nr. 017-001-00-7 [2]
EWG-Nr. 231-959-5 [2]
MAK-Wert [13], [50]
in ml/m3 (ppm) 0,5*
in mg/m3 1,5*
Spitzenbegrenzung =1= [13], [50]
Hautresorption – [13], [50]
Sensibilisierung – [2]
Atemschutz Atemschutz Gasfiltertyp B,
Kennfarbe grau
(DIN EN 141, insbesondere [61]
als Fluchtfilter ) oder
Isoliergeräte
(siehe Abschnitt 7.4.2)
Geruchsschwelle 0,02-1,0 ml/m3 [63]
(für gesunde Personen)
Einstufung [2]
Gefahrensymbol: T (giftig) Xi (reizend)
R-Sätze: R23 R36/37/38
Kennzeichnung [2]
Gefahrensymbol: T (giftig)
R-Sätze: R23-36/37/38
S-Sätze:* S(1/2)-7/9-45
TA Luft Hinweis: Die zulässigen Emis-
sionen sind unterschiedlich
und in den Genehmigungen
der einzelnen Anlagen enthal-
ten. Die Werte in der TA-Luft [23]
sind nicht abschließend und
können sich ändern.

4 Verwendung
Chlor wird unter anderem verwendet zur Herstellung vieler organischer und
anorganischer Zwischenprodukte und zum Desinfizieren von Trink- und
Brauchwasser.
Wichtige Zwischenprodukte sind z.B.
– Dichlorethan (für die Weiterverarbeitung zu PVC),
– Chlorhydrin (für Kunststoffe),
– Chlorbenzol (für Arzneimittel, Farbstoffe, Pflanzenschutzmittel),
– Bleichlauge (für Vitamin C, Desinfektionsmittel),
– Chlorwasserstoff (für Salzsäure),
– Siliciumtetrachlorid (für Computerchips, Solarzellen).

5 Gesundheitsgefahren
Die hier beschriebenen Gesundheitsgefahren beziehen sich in erster Linie auf Chlor
als Gas bzw. in flüssiger Form.
Chlorgas ist giftig beim Einatmen und reizt Augen sowie Atemwege. [2]

5.1 Aufnahme und Wirkungsweise


Chlor wird vor allem über den Atemtrakt in den Körper aufgenommen, in geringem
Maße auch über die Haut. Die Ausscheidung erfolgt hauptsächlich als Chlorid über die
Niere. [81]
Chlor bildet bei Kontakt mit den feuchten Schleimhäuten, aber auch in der Lunge
durch Reaktion mit Wasser Salzsäure, unterchlorige Säure und aktiven Sauerstoff.
Vor allem die unterchlorige Säure ist als Hauptursache der Gewebsschädigungen
anzusehen. Die Schäden bleiben jedoch nach dem Einatmen toxischer
Konzentrationen auf die Atemwege und die Lunge beschränkt, es treten keine
systemischen Vergiftungen auf. [63]
In der Regel fällt Chlorgas noch in großer Verdünnung durch seinen eigentümlichen
stechenden Geruch auf: die Geruchsschwelle liegt bei 0,02-1,0 ppm (ml/m3). [63]
Trockene Haut ist gegen Chlorgas weniger empfindlich; flüssiges Chlor dagegen wirkt
stark ätzend auf die Haut unter Bildung von Erosionen und Ulzerationen. [68]

5.2 Akute Gesundheitsgefahren


Nach akuter Exposition gegen Chlor stehen die starke Reizung der Augen sowie der
oberen und mittleren Atemwege und der Haut im Vordergrund. Bronchitis,
Bronchospasmus, Hustenreiz, Atemnot und Zyanose sind die typischen Symptome.
Nach dem Einatmen hoher Konzentrationen – z.B. bei Bewußtlosigkeit – kann es zum
toxischen Lungenödem kommen. [74], [81]
Inhalation von 3 bis 6 ppm (ml/m3) Chlor führt zur Reizung der Schleimhäute von
Nase, Mund, Rachen und Augen mit Husten und Tränenfluß und bei längerer
Exposition zu Bluthusten, Erstickungserscheinungen und Atemnot.
Bei Konzentrationen von 5 bis 15 ppm (ml/m3) treten diese Symptome sofort auf. Bei
sehr hohen Konzentrationen ist zusätzlich nach entsprechender Latenzzeit (4 bis 8
Stunden) die Entwicklung eines toxischen Lungenödems möglich.
Es wird kontrovers diskutiert, ob es Fälle mit bleibenden Schädigungen durch
hinzukommende Sekundärinfekte nach massiven Vergiftungen gibt. [71], [72], [69]
Konzentrationen über 50 ppm (ml/m3) können zu lebensbedrohlichen Zuständen
führen.

5.3 Chronische Gesundheitsgefahren


Definitionsgemäß sind bei chronischer Exposition unterhalb des MAK-Wertes keine
Gesundheitsschäden zu erwarten.
Ein Risiko der Fruchtschädigung braucht bei Einhaltung des MAK-Wertes nicht
befürchtet zu werden. [63]

6 Ermittlung und Beurteilung von Gefährdungen und


Belastungen (Gefährdungsbeurteilung)
Nach der EG-Rahmenrichtlinie 89/391/EWG und deren Umsetzung in das nationale
Recht (§§ 5 und 6 des Arbeitsschutzgesetzes vom 21. August 1996) ist der
Unternehmer verpflichtet, eine Bewertung der Gefährdungen und Belastungen am
Arbeitsplatz durchzuführen, z.B. für mechanische, elektrische und physische
Belastungen und Belastungen durch Gefahrstoffe. Bereits vorliegende Ergebnisse aus
Anforderungen anderer Vorschriften (z.B. Gefahrstoff-Verordnung,
Unfallverhütungsvorschrift Lärm, Störfall-Verordnung) können mit in die
Gefährdungsbeurteilung einfließen. [1]
In diesem Zusammenhang wird auf die Merkblätter A 016 und A 017 zur
Gefährdungsbeurteilung verwiesen. [48], [49]
Ein Schwerpunkt der durchzuführenden Gefährdungsbeurteilung wird in
chlorherstellenden und -verarbeitenden Betrieben der Umgang mit Chlor sein,
welches in der Gefahrstoff-Verordnung als giftig eingestuft ist. [2]
Wie für alle Gefahrstoffe hat der Unternehmer vor dem Umgang mit Chlor den
Ermittlungspflichten gemäß Gefahrstoff-Verordnung nachzukommen und eine
Bewertung aller Gefahren vorzunehmen. In die Betrachtung sind auch Tätigkeiten im
Gefahrenbereich von Chlor, Maßnahmen zur Verhinderung von Betriebsstörungen
und Vorsorgemaßnahmen zu deren Begrenzung einzubeziehen. [2], [29]
Dabei können z.B. die Sicherheitsanalysen, die gemäß der Störfall-Verordnung
durchgeführt wurden, herangezogen werden. Anwender von Chlor in kleinen Mengen,
die nicht der Störfall-Verordnung unterliegen, können bei der Ermittlung und
Beurteilung der Gefahren jederzeit Unterstützung durch ihre Lieferanten und alle
anderen deutschen Chlorhersteller erhalten. Der Verband der europäischen
Chlorhersteller (EUROCHLOR) hat Empfehlungen für den Umgang mit Chlor
erarbeitet. [80]
Das Ausmaß der Exposition kann z.B. festgestellt werden an Hand von
– bereits vorliegenden Konzentrationsmessungen nach TRGS 402 [9]
– Erfahrungen mit vergleichbaren Anlagen und Tätigkeiten
– zuverlässigen Berechnungen von hinreichender Plausibilität
– Konzentrationsmessungen.
Die Auslöseschwelle für Chlor ist überschritten, wenn die Einhaltung des
Luftgrenzwertes (MAK-Wertes) nicht nachgewiesen ist. [4], [13], [50]
Besondere Gefahren können auftreten bei der:
– Herstellung von Chlor
– Verflüssigung von Chlor
– Lagerung von Chlor
– Verarbeitung von Chlor
– Umfüllung von Chlor
– Verdampfung von flüssigem Chlor
– Absorption von Chlorgas
– Durchführung von Transportarbeiten (Flaschen, Fässer, Kesselwagen)
einschließlich Reinigungs- und Reparaturarbeiten.
Soweit Betriebsarten, Arbeitsplätze oder Tätigkeiten hier nicht genannt sind, ist das
Überschreiten der Auslöseschwelle ebenfalls zu unterstellen, bis durch Messungen
nachgewiesen ist, daß die Auslöseschwelle unterschritten ist. [4]
Der Unternehmer muß im Hinblick auf die zu treffenden Schutzmaßnahmen die zum
sicheren Umgang mit Chlor erforderlichen sicherheitstechnischen Kenngrößen
ermitteln und dokumentieren. [32]
Unter Berücksichtigung der wie oben ermittelten Gefahren sind vor dem Umgang mit
Chlor oder dessen Zubereitungen geeignete Maßnahmen zum Schutz der
Beschäftigten festzulegen (siehe Abschnitt 7). [2]

7 Schutzmaßnahmen

7.1 Allgemeines
Die Schutzmaßnahmen sind zu treffen
– nach dem Stand der Technik,
– nach den geltenden Arbeitsschutz- und Unfallverhütungsvorschriften,
– nach den allgemein anerkannten Regeln [3]
– der Sicherheitstechnik,
– der Arbeitsmedizin und
– der Hygiene,
– einschließlich der Regeln über Sicherheitsinformation und Arbeitsorganisation und
der sonstigen gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnisse. [2], [29]
Das Ziel dieser Schutzmaßnahmen ist es, eine Gesundheitsgefährdung durch Chlor
zu vermeiden.
Wesentlich ist das Vermeiden einer Gefährdung der Atmungsorgane durch Einatmen
von Chlorgas und das Einhalten des Luftgrenzwertes (MAK-Wertes). [2], [13], [50]
Um eine Gefährdung der Beschäftigten zu vermeiden, sind zunächst alle technischen
und organisatorischen Maßnahmen zu treffen. Es gilt folgende Rangfolge für die
technischen Maßnahmen: [2], [29]
– geschlossene Apparaturen,
– Absaugung an Entstehungs- oder Austrittsstellen,
– Belüftung.
Lassen sich dadurch nicht alle Gefährdungen vermeiden, sind wirksame persönliche
Schutzausrüstungen bereitzustellen und zu benutzen. [2], [29]
Allgemeine rechtliche Grundlagen für die beim Umgang mit Chlor zu treffenden
Schutzmaßnahmen sind insbesondere zu finden in:
– Gefahrstoffverordnung
5. und 6. Abschnitt [2]
– Arbeitsstättenverordnung
insbesondere §§ 3, 5, 13, 14, 16, 19, 39, 52 und 53 [14]
– Druckbehälterverordnung [17]
– Störfallverordnung [22]
– UVV "Allgemeine Vorschriften"
insbesondere §§ 4, 14, 16, 33 bis 36 und 43 bis 49 [29]
– UVV "Gase", insbesondere §§ 12 bis 14, 19 und 54 [32]
– UVV "Arbeiten an Gasleitungen" [31]
– UVV "Arbeitsmedizinische Vorsorge" [33]
– UVV "Gefahrstoffe" (in Vorbereitung) [36]
Aus diesen Vorschriften und den dazu gehörenden Regelwerken lassen sich
betriebstechnische Maßnahmen für den Umgang mit Chlor ableiten. Sie sollen
verhindern, daß Beschäftigte durch Chlor gefährdet werden.

7.2 Arbeitsbereichsüberwachung
Ist das Auftreten von Chlor in der Luft am Arbeitsplatz nicht sicher auszuschließen, so
ist, z.B. durch Konzentrationsmessungen, zu ermitteln, ob der Grenzwert (MAK-Wert)
unterschritten ist. [2], [13], [50]
Auf Nachweismethoden wird in Abschnitt 2.2 eingegangen.
Planung, organisatorische Durchführung und Beurteilung von
Konzentrationsmessungen sind in den Technischen Regeln für Gefahrstoffe TRGS
402 beschrieben. Ergebnisse der Ermittlungen und Messungen sind aufzuzeichnen
und mindestens 30 Jahre aufzubewahren. [9], [2]
Die Bestimmungen über Kurzzeitwerte der TRGS 900 sind zu beachten. [13], [50]

7.3 Technische Schutzmaßnahmen

7.3.1 Anlagen, Rohrleitungen und Verfahren


Anlagen und Arbeitsverfahren sind so zu gestalten, daß sie technisch dicht sind und
somit chlorhaltige Gase nicht frei werden. Das kann z.B. geschehen durch Arbeiten in
geschlossenen Anlagen. Ist das Freiwerden chlorhaltiger Dämpfe technisch nicht zu
verhindern, so sind sie an der Austritts- oder Entstehungsstelle vollständig zu
erfassen ("absaugen") und anschließend ohne Gefahr für Mensch und Umwelt zu
entsorgen. Hierfür sind z.B. ausreichend dimensionierte Absaugvorrichtungen
geeignet, die an eine Chlorabsorptionsanlage angeschlossen sind. [2], [29], [32]
Ist eine vollständige Erfassung ("Absaugung") nicht möglich, sind geeignete
Lüftungsmaßnahmen zu treffen. [2], [29]
Beim Umgang mit Chlor sind Maßnahmen und Vorkehrungen nach dem Stand der
Technik zu treffen. [2]
Anlagenteile sowie ihre Ausrüstungsteile einschließlich aller
Rohrleitungsverbindungen, die mit Chlor beaufschlagt werden, dürfen nur in Betrieb
genommen, betrieben, überwacht und instandgehalten werden, wenn sie bei den
aufgrund der vorgesehenen Betriebsweise zu erwartenden mechanischen,
chemischen und thermischen Beanspruchungen technisch dicht sind. [32]
Pumpen für flüssiges Chlor dürfen nur in Betrieb genommen werden, wenn sie auf
Dauer technisch dicht sind. [32]
Die Leitungen müssen so verlegt werden, daß sie durch Schwingungen,
Erschütterungen, Verlagerungen, Verspannungen und Erwärmungen nicht in
gefährlichem Maße beansprucht werden. Werden Leitungen für flüssiges Chlor in
unzureichend gelüfteten Räumen verlegt, muß die technische Dichtheit auf Dauer
gewährleistet sein. [32]
Rohrleitungen können geschweißt oder geflanscht sein. Die Anzahl von
Flanschverbindungen sollte möglichst klein sein, da die Dichtigkeit von
Schweißverbindungen in der Regel größer ist.
Für flüssiges Chlor und Chlorgas über 16 bar gilt:
Es sollten Flanschverbindungen gewählt werden, die aufgrund ihrer Konstruktion auf
Dauer technisch dicht sind. Die Chlorhersteller empfehlen die Verwendung von
Flanschen mit Nut und Feder oder Vor- und Rücksprung, wie sie auch in der UVV
"Gase" als auf Dauer technisch dichte Flanschverbindungen ausgewiesen sind. Als
weitere Beispiele nennt die UVV "Gase" z.B. Flansche mit Schweißlippendichtungen.
[32], [32]
Für Chlorgas unter 16 bar gilt:
Unterhalb von 16 bar sind für Chlorgas glatte Flanschverbindungen zulässig. Bei
glatten Flanschen kann es sich je nach verwendeten Dichtungen um Verbindungen
handeln, die nur durch Instandhaltung und Überwachung die technische Dichtheit
gewährleisten. In diesem Fall sind selbständig wirkende Einrichtungen vorzusehen,
um Gasgefahren zu erkennen und zu melden, falls die Anlagen während des
Betriebes nicht regelmäßig kontrolliert werden. Außerdem gilt in diesem Fall für
Anlagen in Räumen, daß Lüftungsmaßnahmen vorrangig vorgesehen werden
müssen, um die Bildung gesundheitsschädlicher Gas/Luft-Gemische zu vermeiden.
[32]
Geeignetes Dichtungsmaterial kann vom Lieferanten und von allen anderen
Chlorherstellern erfragt werden.
Anlagen dürfen erstmalig, nach Instandsetzung oder einer wesentlichen Änderung nur
in Betrieb genommen werden, nachdem sie auf Dichtheit geprüft worden sind. Die
Dichtheitsprüfung ist mit einem Inertgas durchzuführen. Vor Beaufschlagung mit
Flüssigchlor sollte eine Überprüfung mit Chlorgas erfolgen (Prüfung mit
Ammoniaknebel, siehe auch Abschnitt 2.2). [32]
Vor Inbetriebnahme der Anlage und der Rohrleitungen sind diese zu reinigen. Um
Korrosion zu vermeiden, sollte der Feuchtigkeitsgehalt sehr gering sein.
Erfahrungsgemäß wird dies erreicht, wenn im austretenden Gas ein Taupunkt von -40
°C eingehalten wird. [32]
Hinsichtlich erforderlicher Schutzabstände zu anderen Anlagen siehe UVV "Gase".
[32]
Die Anlagenteile müssen mindestens entsprechend den gesetzlichen Vorschriften in
betrieblich festzusetzenden, angemessenen Zeitabständen, mindestens jedoch
einmal jährlich, auf Zustand und Funktion geprüft werden. Dies schließt auch
Prüfungen auf Korrosion ein. Die Prüfungen sind durch vom Unternehmer beauftragte
Personen durchzuführen und zu dokumentieren. [32]
Kann in Anlagenteilen Chlor in flüssiger Form eingeschlossen werden, so sind
Maßnahmen zu ergreifen, die unzulässig hohe Betriebsdrücke infolge
Wärmeausdehnung verhindern. In Anlagenteilen zur Speicherung von flüssigem Chlor
gibt es vorgeschriebene maximale Füllgrade. Zum Fördern von flüssigem Chlor
verwendete Gase dürfen zu keiner unzulässigen Drucksteigerung in der Anlage führen
und dürfen nicht mit Chlor reagieren. [32]
Es ist zu beachten, daß Chlor und Wasser unter + 10 °C festes Chlorhydrat bilden
und dadurch Leitungen, in denen feuchtes Chlorgas strömt, verstopfen können.
Für die Probenahme müssen geeignete technische Einrichtungen vorhanden sein,
z.B. Schleusen, geschlossene Probenahmegefäße, Probenahmeventile ohne
Toträume und ohne Nachlauf. Jede Emission von Chlor muß vermieden werden. [43]
Emissionen von Chlor sind so gering wie möglich zu halten. Dabei müssen
Vorkehrungen getroffen werden, daß das austretende Chlor gefahrlos abgeleitet,
aufgefangen und absorbiert werden kann (siehe auch Abschnitt 7.3.15). Das gilt auch
für das Abblasen von Gasen aus Sicherheitseinrichtungen aufgrund von
Drucküberschreitungen. [2], [32]
Das Rückströmen von Chlor in Zuleitungen oder das Eindringen anderer Stoffe in
Chlorleitungen oder Chlorbehälter muß unbedingt vermieden werden. Die dafür
eingebauten Sicherheitseinrichtungen sind regelmäßig auf ihre Funktionsfähigkeit zu
überprüfen. [32]
Bei Chloranlagen im Freien müssen gut sichtbare Windrichtungsanzeiger aufgestellt
werden. [32]
Für störungsbedingte Austritte von Chlor sind Maßnahmen zu treffen, welche die
Explosions- oder Gesundheitsgefahren gering halten. Dafür sind z.B. Einrichtungen
zur Erzeugung von Wasserschleiern bereitzuhalten. [32]
Rohrleitungen für Chlor, die in geschlossene Gebäude führen, müssen von
ungefährdeter Stelle aus absperrbar sein. [32]
Es müssen Einrichtungen, z.B. Notduschen, vorhanden sein, die es ermöglichen, bei
Hautkontakt die betroffenen Stellen sofort mit reichlich Wasser zu spülen. Zusätzlich
sind Augenduschen in ausreichender Zahl und auffallend gekennzeichnet zu
installieren. Augenspülflaschen sind als Notbehelf anzusehen und daher nur in
Ausnahmefällen zu verwenden. [34]
Weitere Anforderungen an den Betrieb von Gasanlagen enthält die UVV "Gase". [32]

7.3.2 Laboratorien
Arbeiten mit Chlor dürfen nur in Abzügen durchgeführt werden. Die Frontschieber sind
bei solchen Arbeiten geschlossen zu halten. [39]
Tritt Chlor unerwartet und in möglicherweise gefährlicher Konzentration oder Menge
aus, so sind der gefährdete Bereich zu räumen und die betroffene Umgebung zu
warnen. Die Beseitigung des gefährlichen Zustandes darf nur unter geeigneten
Schutzmaßnahmen erfolgen. Die Schutzmaßnahmen sind in der Betriebsanweisung
festzulegen. [2], [12], [46]
Es sollen nur möglichst kleine Chlor-Druckgasflaschen verwendet werden. Die
Druckgasflaschen sind außerhalb des Labors aufzustellen. Ist das technisch nicht
möglich, können sie auch im Abzug aufgestellt werden. [39]
Einzelheiten enthalten die "Richtlinien für Laboratorien" und das Merkblatt M 006
"Besondere Schutzmaßnahmen in Laboratorien". [39], [40]

7.3.3 Arbeitsräume
Räume, in denen mit Chlor umgegangen wird, müssen gut durchlüftet werden.
Abluftführungen sind so zu gestalten, daß schadstoffhaltige Luft nicht durch den
Atembereich der Beschäftigten geführt wird. [14], [15], [51]
Das schnelle und sichere Verlassen der Räume muß durch Anzahl, Lage, Bauart und
Zustand von Rettungswegen und Ausgängen gewährleistet sein. [32], [14], [16]
Unbefugte dürfen die Räume nicht betreten. Entsprechende Hinweisschilder sind
anzubringen. [29]

7.3.4 Lagerräume
Bei der baulichen Ausführung und bei der Ausrüstung von Lagerräumen sind das
Wasserhaushaltsgesetz mit zugehörigen Verordnungen, die TRGS 514 und die
Auflagen der zuständigen Wasserbehörde zu berücksichtigen. Angaben zur Lagerung
von Gasen macht die TRB 610 "Aufstellung von Druckbehältern zur Lagerung von
Gasen". [24], [11], [18]
Unbefugte dürfen die Räume nicht betreten. Entsprechende Hinweisschilder sind
anzubringen. [29]

7.3.5 Umfüllen
Für das sichere Umfüllen von Chlor wird auf die Chlor-Broschüre verwiesen. [79]

7.3.6 Aufbewahren, Lagern, Transport


Chlor ist unter Beachtung der einschlägigen Vorschriften und Technischen Regeln so
aufzubewahren und zu lagern, daß Mensch und Umwelt nicht gefährdet werden. [2]
An Arbeitsplätzen darf Chlor nur in Mengen bevorratet werden, die für den Fortgang
der Arbeit erforderlich sind. [29], [14]
Beispiele für weitere Regelungen
– UVV "Allgemeine Vorschriften", [29]
insbesondere § 34 Lager, Stapel
§ 36 Gefährliche Arbeiten
– "Störfall-Verordnung" [22]
– UVV "Gase" [32]
– TRGS 514 "Lagern sehr giftiger und giftiger Stoffe in Verpackungen und
ortsbeweglichen Behältern" [11]
– TRG 280 "Betreiben von Druckgasbehältern" [21]
– Druckbehälterverordnung mit den Technischen Regeln Druckbehälter (TRB) und
Technischen Regeln Druckgase (TRG) [17]
– TRB 610 "Aufstellung von Druckbehältern zum Lagern von Gasen" [18]
Ausführliche Hinweise enthält die Broschüre "Lagerung gefährlicher Stoffe". [70]
Den Transport von Chlor auf öffentlichen Verkehrswegen regeln eine Reihe nationaler
und internationaler verkehrsrechtlicher Vorschriften. [65]
Einzelheiten enthält das Merkblatt A 013 "Transport gefährlicher Güter" (siehe auch
Abschnitt 7.5). [47]
In Druckgasbehälter dürfen maximal 1,25 kg Chlor je Liter Fassungsraum eingefüllt
werden. Das eingefüllte Chlor muß trocken sein (max. 20 mg H2O/kg Chlor).
Druckbehälter zum Lagern dürfen bei der höchstmöglichen Temperatur (50 °C) nur bis
zu 95 % mit Flüssigphase gefüllt sein. [19], [32]

7.3.7 Werkstoffe
Werkstoffe müssen so ausgewählt werden, daß sie von Chlor nicht angegriffen
werden können. [32]
Werkstoffe sind auf ihre Eignung zu prüfen. Nähere Informationen können u.a. den
DECHEMA-Werkstofftabellen entnommen oder bei den Chlorproduzenten erfragt
werden. [64]
Die Werkstoffwahl hängt auch vom Zustand des Chlors ab (gasförmig feucht oder
trocken, verflüssigt) und muß dem Verwendungszweck angepaßt werden.
Insbesondere ist dabei die EURO-Chlor-Recommendation GEST 79/82 zu beachten.
[80]
Es dürfen nur Schmiermittel verwendet werden, die mit Chlor nicht reagieren, z.B.
perfluorierte Öle oder Fette.
Beispiele für nicht geeignete Werkstoffe sind im Anhang 3 der UVV "Gase" aufgeführt.
[32]

7.3.7.1 Werkstoffe für flüssiges Chlor und trockenes Chlorgas


Für Lager- und Transportbehälter, Rohrleitungen und Armaturen wird unlegierter Stahl
verwendet, da flüssiges Chlor und trockenes Chlorgas (Feuchtigkeit: < 20 mg H2O/kg
Chlor) diesen Werkstoff nicht angreifen. Aufgrund der Reaktionsfähigkeit von
Chlorgas mit unlegiertem Stahl bei höheren Temperaturen läßt die Chlor erzeugende
Industrie diesen Stahl in ihren Anlagen bis max. 120 °C zu.
Sind aus betrieblichen Gründen höhere Temperaturen nicht zu vermeiden, müssen
Sonderwerkstoffe (z.B. Nickel oder austenitische Edelstähle) eingesetzt werden.
Für den Einsatz anderer Werkstoffe sollten die Empfehlungen der Chlorproduzenten
befolgt werden, z.B. die EURO-Chlor-Recommendation GEST 79/81 und 79/82. [80]

7.3.7.2. Werkstoffe für feuchtes Chlorgas


Feuchtes Chlor reagiert mit fast allen Metallen. Ausnahmen sind Titan und Tantal.
Titan ist gegenüber feuchtem Chlor nur oberhalb 15 °C beständig. Bei Verwendung
von Titan ist zu beachten, daß trockenes Chlorgas spontan mit diesem Metall reagiert.
Für Leitungen eignen sich gummierte Stahlrohre oder auch Rohre aus Kunststoffen,
wie PVC, PVDF, PTFE oder GF-UP. Auch Glas ist gegen feuchtes Chlor beständig.

7.3.8. Hinweise für den Umgang mit Druckgasbehältern (Stahlflaschen und


Stahlfässer)
– Behälter dürfen nicht geworfen, gefüllte Behälter nicht der Sonnenbestrahlung
ausgesetzt oder in der Nähe wärmestrahlender Einrichtungen (Heizkörper,
Dampfleitungen) untergebracht werden. Sie sind kühl und trocken zu lagern und
gegen Umfallen zu sichern.
– Chlorflaschen und -fässer dürfen zur Beschleunigung der Entnahme mit warmem
Wasser von höchstens 40 °C und nur bei geöffnetem Entnahmeventil erwärmt
werden.
– Ventilschutzkappen von Chlorflaschen müssen, solange die Flaschen nicht
angeschlossen sind, fest aufgeschraubt sein.
– Die Abgangsstutzen der Ventile sind durch Verschlußmuttern (mit Dichtung) zu
verschließen.
– Ventile an Chlorflaschen und -fässern sind vorsichtig, ohne Gewalt und nur mit
dazugehörigem Schlüssel zu betätigen.
– Handradventile dürfen nur von Hand und nicht unter Gebrauch von Werkzeug
bedient werden.
– Festsitzende Ventile können durch Erwärmen mit Warmluft von höchstens 40 °C
gangbar gemacht werden. Andere Wärmequellen, wie Lötlampen oder
Schweißbrenner, dürfen nicht verwendet werden, weil hierbei eine Reaktion des
Chlors mit der Wandung der Behälter eingeleitet werden kann
("Chlor-Eisen-Brand", siehe Abschnitt 2.1).
– Bei Unklarheiten oder undichten Druckgasbehältern ist der Füllbetrieb zu
benachrichtigen.
Weitere nützliche Hinweise sind in der EURO-CHLOR-Recommendation 88/138
enthalten. [80]

7.3.9 Reinigung
Anlageteile, Apparaturen und Einrichtungen, in denen mit Chlor umgegangen wird,
sind so zu gestalten, daß sie leicht zu reinigen sind. Für die Reinigung sind bevorzugt
technische Maßnahmen zu treffen, z.B. Verdrängen, Abpressen-Entspannen.
Anlagenteile für trockenes Chlor müssen anschließend so weit getrocknet werden,
daß im austretenden Gas ein Taupunkt von höchstens -40 °C erreicht wird. Beispiele
sind im Merkblatt T 006 "Reinigen von Behältern" beschrieben. [32], [42]

7.3.10 Entsorgen von Abfällen und Rückständen


Abfälle und Rückstände, die Chlor enthalten können, müssen sachgemäß entsorgt
werden. [27], [29]
Ein Verzeichnis der für die Abfallbeseitigung zuständigen Landesbehörden,
Auskunftstellen und Abfallverwertungs- bzw. Beseitigungsanlagen enthält die
"Informationsschrift Abfallarten". Verwertungs- und Beseitigungsanlagen sind auch im
"Handbuch der Verwerterbetriebe für industrielle Rückstände" zusammengestellt. [66],
[67]

7.3.11 Brand- und Explosionsschutz


Chlor selbst ist nicht brennbar. Durch seine Reaktionsfähigkeit können jedoch
oberhalb von 170 °C mit Eisen "Chlor-Eisen-Brände" entstehen (siehe auch
Abschnitte 2.1 und 7.3.8). Mischungen mit bestimmten anderen Gasen (z.B.
Wasserstoff und Erdgas) können explosionsfähige Gemische ergeben (siehe
Abschnitt 2.1). Solche Gemische sind unbedingt zu vermeiden. [20]
Mit flüssigem Chlor gefüllte Behälter sind durch Feuer und Wärmestrahlung gefährdet,
weil dabei eine unzulässige Druckerhöhung und eine Reaktion des Chlors mit dem
Stahl dieser Behälter auftreten kann. Im Brandfall sind deshalb mobile Behälter sofort
aus der Gefahrenzone zu bringen, stationäre Behälter sofort mit Wasser zu kühlen. In
der Nähe von gefüllten Behältern und Rohrleitungen sind Feuerarbeiten (Schweißen
und Löten) nur zulässig, wenn eine – auch lokale – Erwärmung durch geeignete
Maßnahmen ausgeschlossen werden kann.

7.3.12 Verhalten bei Ausbruch von Chlor

7.3.12.1 Alarmierung
Es muß ein auf die örtlichen Verhältnisse abgestimmter Alarm- und
Gefahrenabwehrplan aufgestellt sein (siehe auch Abschnitt 7.4.1). [32]
Abhängig von den Windverhältnissen und dem Umfang des Chlorausbruches können
unterschiedlich große Bereiche der Betriebsanlagen gefährdet werden. Es sind
Windrichtungsanzeiger an geeigneten Stellen in der Anlage aufzustellen und der
Gesamtbetriebsbereich in verschiedene Warnbereiche aufzuteilen. Bei jedem
Chlorausbruch erfolgt je nach der Stärke des Chlorausbruches und der Windrichtung
eine abgestufte Alarmierungsfolge. [32]
Diese Alarmierung kann z.B. geschehen über das betriebseigene Telefonnetz und die
Rundspruchanlage, über Gasmeldeeinrichtungen oder über die Betriebsfeuermelder.
Wie die Meldung abzufassen ist, muß vorher genau festgelegt werden, um
Mißverständnisse zu vermeiden.
Bei einem Chlorausbruch sollte umgehend der Chlorhersteller informiert und das
Transport-Unfall-Informationssystem der deutschen chemischen Industrie (TUIS) in
Anspruch genommen werden (siehe folgende Auflistung).

Vermittlungs-Hilferuf
Transport-Unfall-Informations- und TUIS
Hilfeleistungssystem der deutschen Unfall-Notruf
chemischen Industrie
BASF Aktiengesellschaft, Ludwigshafen 0621/604 33 33*
Bayer AG, Leverkusen 0214/30 30 30
Hoechst AG, Frankfurt am Main, Höchst 069/305 64 18
Henkel KGaA, Düsseldorf 0211/797 33 50
Hüls AG, Marl 02365/49 22 32
Schering AG, Berlin 030/468 42 08
Wacker-Chemie GmbH, Burghausen 08677/83 22 22
E. Merck, Darmstadt 06151/72 24 40
BASF, Schwarzheide GmbH 035752/621 12
Stand: Dezember 1996

7.3.12.2 Allgemeingültige Maßnahmen


– Verletzte aus dem Gefahrenbereich bringen.
– Feuerwehr alarmieren.
– Gefährdeten Betriebsbereich räumen. Beim Verlassen des Gefahrenbereiches
nicht tief atmen, möglichst Atemschutzgeräte (Fluchtfilter) verwenden. Quer zur
Windrichtung flüchten.
– Beschäftigte in der Umgebung warnen.
– Versuchen, das Ausströmen des Gases zu unterbinden.
– Wenn möglich, Wassersprühnebel einsetzen, Leckstellen jedoch trocken halten.
– Möglichst für bessere Durchlüftung sorgen.
– Der Gefahrenbereich darf nur mit ausreichenden persönlichen
Schutzausrüstungen betreten werden (z.B. mit von der Umgebungsatmosphäre
unabhängig wirkenden Atemschutzgeräten, Gasschutzanzug). Siehe auch
Abschnitte 7.4.2 und 7.4.4.
Weitere Maßnahmen können erforderlich sein.

7.3.12.3 Bekämpfung von Chlorausbrüchen – Chlorgasausbruch


Beim Freiwerden von geringen Chlorgasmengen kann durch Versprühen von Wasser
aus mobilen oder fest installierten Werfern das Chlorgas niedergeschlagen werden.
Auch eine Regenwandanlage rings um ein Chlorlager kann im Gefahrenfalle eine
Chlorimmission begrenzen. Niemals darf jedoch eine Leckstelle mit Wasser bespritzt
werden, weil dann durch eine rasche und intensive Korrosion das Leck und damit die
Emission nur vergrößert werden. [79]
– Ausbruch von flüssigem Chlor
Auslaufendes flüssiges Chlor geht sehr schnell in den Gaszustand über und bildet
dabei in feuchter Luft ätzende Nebel.
Aus 100 kg flüssigem Chlor entstehen 31 m3 reines Chlorgas. Der sich bildende
Chlornebel ist schwerer als Luft und bleibt in Bodennähe. Er kann mit einem
feinversprühten Wasserstrahl niedergeschlagen werden. Auch hier ist Vorsicht
angebracht: Kein Wasser an die Leckstelle!
Ausgelaufenes flüssiges Chlor darf nicht mit Wasser angespritzt werden! Durch die
mit dem Wasser zugeführte Wärme würde eine schlagartige Verdampfung auftreten.
Um die Verdampfung zu verlangsamen, kann das flüssige Chlor mit einem Schaum
von geringer Wärmekapazität (z.B. Mittelschaum) abgedeckt werden. [79]

7.3.13 Instandhaltung
Verschiedene Wartungs-, Inspektions-, Instandsetzungs- und Abbrucharbeiten in oder
an Anlageteilen, Apparaturen oder Einrichtungen, in denen Chlor vorkommen kann,
dürfen nur mit schriftlicher Erlaubnis durchgeführt werden. [32]
Dazu gehören z.B.:
– Arbeiten in Behältern und engen Räumen, [38]
– Feuerarbeiten, z.B. Schweißen, Schneiden, Löten, Anwärmen (siehe auch
Abschnitte 2.1 und 7.3.8, Gefahr des Chlor-Eisen-Brandes!), [30]
– Arbeiten, bei denen mit dem Austritt von Chlor zu rechnen ist.
Wegen der gesundheitsschädigenden Wirkung von Chlor sollen auch alle übrigen
Instandhaltungs- und Abbrucharbeiten nur nach Erteilung einer schriftlichen Erlaubnis
durchgeführt werden. Dadurch soll sichergestellt werden, daß alle im Einzelfall
erforderlichen Schutzmaßnahmen durchgeführt sind.
In der Erlaubnis sind die notwendigen Schutzmaßnahmen festzulegen, z.B.
vollständige Entleerung der Apparatur, Prüfung auf mögliche Produktreste (die
Apparatur muß chlorfrei sein), persönliche Schutzmaßnahmen beim Öffnen und
Reinigen mit geeigneten Mitteln.
Das gleiche gilt für Arbeiten an chlorführenden Rohrleitungen. [31]
Alle Arbeiten in oder an chlorführenden Rohrleitungen sind unter der Aufsicht einer
geeigneten, zuverlässigen und besonders unterwiesenen Person durchzuführen [31]
Weitere Schutzmaßnahmen für Arbeiten in oder an Rohrleitungen sind in der UVV
"Arbeiten an Gasleitungen" zusammengestellt. [31]
Absaug- und Abscheideeinrichtungen sind in Intervallen zu warten, die den
betrieblichen Verhältnissen angepaßt sind. Wegen ihrer Bedeutung sind die
Absaugeinrichtungen regelmäßig zu warten und die Funktionsfähigkeit zu überprüfen.
[32], [14]
Weitere organisatorische Maßnahmen in Abschnitt 7.4.1.

7.3.14 Arbeiten in Behältern und engen Räumen


Arbeiten in Behältern und Tanks, die Chlor enthielten, dürfen nur mit schriftlicher
Erlaubnis, nach Anordnung der entsprechenden Schutzmaßnahmen und nach
mündlicher Unterweisung der Beschäftigten ausgeführt werden. Mit den Arbeiten darf
erst begonnen werden, nachdem der Aufsichtführende festgestellt hat, daß die
schriftlich festgelegten Maßnahmen getroffen sind.
Einzelheiten sind festgelegt in den "Richtlinien für Arbeiten in Behältern und engen
Räumen". [38]

7.3.15 Abluft, Abwasser


Es ist darauf zu achten, daß sowohl das Oberflächenwasser wie die Umgebungsluft
mit Chlor nicht kontaminiert werden. Hierfür gelten Grenzwerte aus gesetzlichen
Regelungen und Auflagen wie z.B. das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) einschließlich
der Verwaltungsvorschrift wassergefährdende Stoffe (VAwS) und die TA-Luft. [24],
[28], [25], [23]
Ist die Rückführung in einen Produktionsprozeß nicht möglich, kann Chlor aus Abluft
z.B. in Wäschern mit verdünnter Natronlauge oder Kalkmilch entfernt werden.

7.4 Organisatorische und persönliche Schutzmaßnahmen

7.4.1 Allgemeines
Die Beschäftigten müssen auf mögliche Gefährdungen beim Umgang mit Chlor
aufmerksam gemacht und über die zu treffenden Schutzmaßnahmen eingehend
unterrichtet werden. Die Unterweisungen müssen vor der Beschäftigung und danach
mindestens einmal jährlich mündlich und arbeitsplatzbezogen erfolgen. Inhalt und
Zeitpunkt der Unterweisung sind schriftlich festzuhalten und von den Unterwiesenen
durch Unterschrift zu bestätigen. Der Nachweis der Unterweisung ist 2 Jahre
aufzubewahren. [2], [28], [25], [23]
Grundlage für die Unterweisung ist die arbeitsbereichs- und stoffbezogene
Betriebsanweisung nach § 20 Gefahrstoffverordnung und § 5 UVV "Gase". Sie muß
genaue Angaben über die im Einzelfall für Mensch und Umwelt möglichen Gefahren
sowie die zu deren Abwehr erforderlichen Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln
enthalten. Auf die sachgerechte Entsorgung gefährlicher Abfälle, das Verhalten im
Gefahrenfall und Erste-Hilfe-Maßnahmen ist ebenfalls einzugehen. Die
Betriebsanweisung ist in verständlicher Form abzufassen und an geeigneter Stelle in
der Arbeitsstätte bekanntzumachen. Die Betriebsanweisung muß jederzeit von den
Beschäftigten eingesehen werden können. [2], [32], [57], [12], [56]
Weitere Hinweise zur Gestaltung von Betriebsanweisungen gibt das Merkblatt A 010
"Betriebsanweisungen für den Umgang mit Gefahrstoffen". [46]
Es kann erforderlich sein, die Unterweisung durch praktische Vorführung einzelner
Maßnahmen vor Ort und durch Einüben seitens der Beschäftigten unter sachkundiger
Anleitung zu ergänzen, z.B. durch Anlegen von Schutzanzügen, von
Atemschutzgeräten, durch Übungen für den Schadensfall und Feuerlöschübungen.
Weiterhin kann eine eingehende Arbeits- und Sicherheitsabsprache vor Ort
erforderlich sein. Wesentlich ist auch eine Erfolgskontrolle, z.B. durch Beantworten
eines arbeitsplatzbezogenen Fragebogens.
Soweit auf Seiten der Beschäftigten Unklarheiten über die erforderlichen
Sicherheitsmaßnahmen bestehen, sind diese mit dem nächsten Vorgesetzten zu
besprechen.
Der Arbeitgeber hat für die Arbeitsstätte einen Flucht- und Rettungsplan aufzustellen,
wenn Lage, Ausdehnung und Art der Nutzung der Arbeitsstätte dies erfordern. Der
Flucht- und Rettungsplan ist an geeigneter Stelle in der Arbeitsstätte bekannt zu
machen. In angemessenen Zeitabständen ist nach diesem Plan zu üben, wie sich die
Beschäftigten im Gefahr- oder Katastrophenfall in Sicherheit bringen oder gerettet
werden können. [14], [77]
Vergibt der Unternehmer Arbeiten an andere Unternehmer (Fremdunternehmen), muß
der Unternehmer die Fremdunternehmer über mögliche Gefahren informieren, mit
ihnen die erforderlichen Schutzmaßnahmen vereinbaren und im einzelnen schriftlich
festlegen. Er hat darüberhinaus in Abstimmung mit den Fremdunternehmern
schriftlich einen Koordinator zu bestellen, der Weisungsbefugnis gegenüber allen
beteiligten Arbeitsgruppen hat. [29], [45]
In Anlagen für Chlor ist zusätzlich ein Alarm- und Gefahrenabwehrplan aufzustellen,
auf dem neuesten Stand zu halten und den Beschäftigten bekannt zu geben. In
Großanlagen (Summe der geometrischen Behälterinhalte größer als 500 m3) sind in
regelmäßigen Abständen, mindestens jedoch halbjährlich, Übungen nach dem Alarm-
und Gefahrenabwehrplan durchzuführen, hierüber ist Buch zu führen. Die
Durchführung von Alarmübungen wird auch für kleinere Anlagen empfohlen. [32]
Diese sollten sich nicht nur auf die Prüfung der vorhandenen Sicherheitsmaßnahmen
und Schutzausrüstungen erstrecken, sondern möglichst auch einmal jährlich eine
Ernstfallübung durchführen.
Die Zusammenarbeit mit öffentlichen Hilfsorganisationen ist immer dann erforderlich,
wenn das Unternehmen selbst über keine ständig besetzte Werksfeuerwehr verfügt
und zur Bekämpfung von größeren Chlorgasemissionen auf werksfremde Hilfe
angewiesen ist. So kann es im Falle eines Chlorausbruches notwendig werden, die
Nachbarschaft zu warnen und gegebenenfalls zu evakuieren. Dazu bedarf es der
Abstimmung mit den örtlichen Hilfsorganisationen.
Für genehmigungspflichtige Anlagen, die der Störfall-Verordnung unterliegen, sind die
nach Art und Ausmaß der möglichen Gefahren erforderlichen Vorkehrungen zu
treffen, um Störfälle zu verhindern und Auswirkungen von Störfällen so gering wie
möglich zu halten. In Abhängigkeit von der Anlagenart sind zusätzliche Bestimmungen
zu beachten, wie z.B. Erstellung eines betrieblichen Alarm- und
Gefahrenabwehrplans, Erstellung und Fortschreibung einer Sicherheitsanalyse und
Benennung eines Beauftragten für die Begrenzung der Auswirkungen von Störfällen.
[22]
Wenn eine Gefährdung der Beschäftigten beim Umgang mit Chlor durch technische
Maßnahmen allein nicht ausgeschlossen werden kann, müssen geeignete persönliche
Schutzausrüstungen zur Verfügung gestellt, in gebrauchsfertigem, hygienisch
einwandfreiem Zustand gehalten und bei Bedarf benutzt werden. Das Tragen von
Atemschutz und Vollschutzanzügen darf keine ständige Maßnahme sein. [2], [29],
[44], [10]
Chlor ist in dem Verzeichnis der im Betrieb verwendeten Gefahrstoffe aufzuführen. An
Angaben müssen darin enthalten sein: [2], [7]
– Einstufung oder Angabe der gefährlichen Eigenschaften
– Vorhandene Menge im Betrieb
– Arbeitsbereiche, in denen mit Chlor umgegangen wird.
Das Verzeichnis ist auf aktuellem Stand zu halten.
Die Prüfpflichten der UVV "Gase" sind zu beachten. [32]

7.4.2 Atemschutz
Besteht die Gefahr des Einatmens von Chlor, z.B. bei offener Probenahme,
Reparaturarbeiten oder bei unkontrollierten Betriebszuständen und Störungen, sind
geeignete Atemschutzgeräte bereitzustellen und zu benutzen. Die Bereitstellung und
Benutzung muß erfolgen, wenn der MAK-Wert nicht unterschritten wird. [2], [29], [44]
In Abhängigkeit von der Chlorkonzentration, dem Sauerstoffgehalt und der
Arbeitsdauer können Vollmasken mit Gasfiltern oder Isoliergeräte (von der
Umgebungsatmosphäre unabhängige Atemschutzgeräte) geeignet sein.
Bei Gasausbrüchen, unkontrollierten Betriebszuständen, unklaren Bedingungen und
Störungen (siehe auch Abschnitt 7.4.4) müssen Isoliergeräte verwendet werden,
ebenso spätestens bei Chlorkonzentrationen über 200 ml/m3. Isoliergeräte sind z.B.
Schlauchgeräte oder Preßluftatmer.
Vollmasken mit Gasfilter, Filtertyp B, Kennfarbe grau sollten insbesondere als
Fluchtfilter verwendet werden. Die Bereithaltung von Fluchtfiltern wird empfohlen.
Werden Gasfilter mit hohen Chlor-Konzentrationen belastet, so kann sich Phosgen
bilden. [41]
Die Schutzausrüstung ist außerhalb der gefährdeten Bereiche, jedoch für die
Beschäftigten schnell erreichbar, aufzubewahren.
Alle Benutzer von Atemschutzgeräten, die unter die Tragezeitbegrenzung nach TRgA
415 fallen, sind arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen nach dem Grundsatz
G 26 zu unterziehen. [10], [33], [58], [59]
Die "Regeln für den Einsatz von Atemschutzgeräten" sind zu beachten. [53]
7.4.3 Augenschutz
Beim Umgang mit Chlor muß eine Schutzbrille getragen werden. Augen und Gesicht
werden zweckmäßig durch das Tragen von Isoliergeräten geschützt, wenn
chlorhaltige Dämpfe oder Aerosole auftreten können, z.B. beim Beseitigen von
Störungen. [54]
Einzelheiten enthält das Merkblatt A 008 "Persönliche Schutzausrüstungen". [44]

7.4.4 Körperschutz
Kontakt von flüssigem oder gasförmigem Chlor bzw. von chlorhaltigen Lösungen mit
Haut und Schleimhäuten ist wegen der starken Reiz- bzw. Ätzwirkung zu vermeiden.
Für die Auswahl und Benutzung von Schutzkleidung sind die "Regeln für den Einsatz
von Schutzkleidung" und die "Regeln für den Einsatz von Schutzhandschuhen" zu
beachten. [52], [55]
Schutzkleidung und Schutzhandschuhe müssen mit CE-Kennzeichnung versehen
sein. Hersteller bzw. Lieferer müssen bestätigen, daß die Schutzausrüstungen unter
Beachtung angegebener Bedingungen zum Schutz gegen flüssiges bzw. gasförmiges
Chlor bzw. gegen chlorhaltige Lösungen geeignet sind.
Für störungsbedingte Gasaustritte sind in der Nähe der Arbeitsstätten, z.B. in der
Meldestelle, Preßluftatmer in Verbindung mit schweren Chemikalienanzügen
bereitzuhalten. [32]
Die Hände können gegen den Kontakt mit Chlor durch Handschuhe aus beständigem
Gummi oder Kunststoff, z.B. Fluorkautschuk mit dem Handelsnamen "Viton",
geschützt werden. Völlig ungeeignet sind Schutzhandschuhe aus Leder oder aus
Textilfasern.
Zusätzlich ist für den Einzelfall geeignete Schutzkleidung zu tragen. [44]
In Abhängigkeit von dem Ausmaß der möglichen Gefährdung sind Vollschutzanzüge
aus geeigneten Materialien zu tragen. Hinweise geben die "Regeln für den Einsatz
von Schutzkleidung". [52]
Schutzanzüge sind nach jeder Verwendung zu prüfen, besonderes Augenmerk ist
dabei auf Materialversprödung zu richten.
Einzelheiten enthält das Merkblatt A 008 "Persönliche Schutzausrüstungen". [44]

7.4.5 Hygiene
Technische und organisatorische Maßnahmen sollen die Aufnahme von Chlor
verhindern, Hygienemaßnahmen sollen das unterstützen.
Dazu sind vor Pausen und nach der Arbeit angemessene Hautreinigungs- und
Hautschutzmaßnahmen durchzuführen. Empfehlungen dazu gibt der Bundesverband
Handschutz e.V., Brunnenweg 1, 27404 Elsdorf.
Arbeitskleidung, Schuhe, Schutzkleidung und persönliche Schutzausrüstungen, die
durch Chlor verunreinigt sind, müssen umgehend gewechselt und gründlich gereinigt
oder erforderlichenfalls vernichtet werden.
Um den Aufwand bei der Entsorgung zu verringern, sollten Kleidung und
Schutzausrüstung vor dem Vernichten ebenfalls gereinigt werden.
Beschäftigten, die mit Chlor umgehen, sind Waschräume sowie Räume mit
getrennten Aufbewahrungsmöglichkeiten für Straßen- und Arbeitskleidung sowie für
persönliche Schutzausrüstung zur Verfügung zu stellen. Ist es zum Ausschluß von
Gesundheitsgefahren erforderlich, so sind für Straßen- und für Arbeitskleidung sowie
für persönliche Schutzausrüstung Umkleideräume zur Verfügung zu stellen, die durch
einen Waschraum mit Duschen voneinander getrennt sind. [2]
Beschäftigte, die mit Chlor umgehen, dürfen in Arbeitsräumen oder an Arbeitsplätzen
im Freien keine Nahrungs- und Genußmittel zu sich nehmen. [2]
Nahrungs- und Genußmittel dürfen nur so aufbewahrt werden, daß sie nicht mit Chlor
in Berührung kommen. [2]

7.5 Kennzeichnung
Werden Chlor und dessen Zubereitungen in den Verkehr gebracht oder verwendet, ist
die Verpackung nach der Gefahrstoffverordnung zu kennzeichnen (siehe auch
Abschnitt 3.2). Ergänzende Hinweise enthält die TRGS 200. [2], [5]
Räume und Bereiche im Freien, in denen mit Chlor umgegangen wird, müssen mit
dem Warnzeichen "Warnung vor giftigen Stoffen" deutlich erkennbar und dauerhaft
gekennzeichnet sein. [37], [32]
Sichtbar verlegte Rohrleitungen sind in ausreichender Häufigkeit und gut sichtbar in
unmittelbarer Nähe der gefahrträchtigen Stellen, z.B. Schieber, Anschluß- und
Entnahmestellen, zu kennzeichnen. Behälter sind eindeutig, deutlich erkennbar und
dauerhaft zu kennzeichnen, wenn durch Inhalt, Temperatur oder durch Verwechseln
Gefahren entstehen können. [2], [60]
Ausnahmen von der Kennzeichnungspflicht beim Umgang sind in § 23
Gefahrstoffverordnung zusammengestellt. [2]
Die Kennzeichnung von Chlor bei Transporten auf öffentlichen Verkehrswegen regeln
eine Reihe nationaler und internationaler verkehrsrechtlicher Vorschriften, z.B. das
Gesetz über die Beförderung gefährlicher Güter (GGBefG) und seine Verordnungen
(siehe auch Abschnitt 7.3.6). [26]
Einzelheiten enthält das Merkblatt A 013 "Transport gefährlicher Güter". [47]
Die Kennzeichnung von Abfällen regelt die TRGS 201. [6]

8 Erste Hilfe

8.1 Allgemeines
Alle Personen, die mit Chlor umgehen, müssen über die Erste Hilfe-Maßnahmen
unterrichtet sein und über das Verhalten bei Arbeitsunfällen unterwiesen werden. [2],
[29], [34]
Die von den Berufsgenossenschaften anerkannten Anleitungen zur Ersten Hilfe sind
entsprechend dem jeweiligen Gefährdungsgrad an geeigneten Stellen auszuhängen.
[34]
Über jede Erste Hilfe-Leistung sind Aufzeichnungen zu führen, z.B. in einem
Verbandbuch, und 5 Jahre lang aufzubewahren. [34]
Bei Verdacht auf eine Gesundheitsschädigung durch Chlor muß der Betroffene den
Gefahrenbereich verlassen bzw. aus dem Gefahrenbereich gebracht werden. Die
Helfer haben sich dabei vor Kontakt mit Chlor zu schützen (Atemschutz,
Schutzhandschuhe usw.).
Ärztliche Hilfe ist unverzüglich in Anspruch zu nehmen. Dem Arzt sind der chemische
Stoff und die bereits durchgeführten Erste Hilfe-Maßnahmen anzugeben.
Um wirksame Hilfe leisten zu können, kann eine Absprache zwischen Betrieb,
Betriebsarzt, Krankenhaus oder Notdienst erforderlich sein.
Grundsätzliche Fragen, die Gegenstand der Erste Hilfe-Ausbildung sind, wie "Stabile
Seitenlage", "Herz-Lungen-Wiederbelebung", "Schockbekämpfung" werden in diesem
Merkblatt nicht angesprochen.

8.2 Augen
– Augen unter Schutz des unverletzten Auges sofort ausgiebig bei geöffneten
Augenlidern mit Wasser spülen
– Augenärztliche Behandlung

8.3 Atmungsorgane
– Verletzten unter Selbstschutz aus dem Gefahrenbereich bringen
(Achtung: auch bei subjektiver Beschwerdefreiheit darf der Verletzte nicht selbst
gehen, sondern muß getragen oder gefahren werden; Lagerung mit erhöhtem
Oberkörper)
– Bei Atemstillstand künstliche Beatmung nach Möglichkeit mit Gerät (z.B.
Schlauch-Mund-Beatmer), auf jeden Fall Einatmen von Chlor vermeiden
– Unmittelbar nach dem Unfall, auch bei fehlenden Krankheitszeichen,
Dexamethason-Dosieraerosol, z.B. Auxiloson-Spray
(Dexamethason-21-isonicotinat) inhalieren lassen: 5 Hübe alle 10 Minuten bis zum
Eintreffen des Arztes; weitere Behandlung nach ärztlicher Anordnung. Richtige
Handhabung beachten (Kopfhaltung, Ein- und Ausatmungsphase)
– Für Körperruhe sorgen, vor Wärmeverlust schützen
– Ärztliche Behandlung

8.4 Haut
– Verunreinigte Kleidung, auch Unterwäsche und Schuhe, sofort ausziehen
– Haut mit Seife und viel Wasser abwaschen
– Wunden keimfrei bedecken
– Für Körperruhe sorgen, vor Wärmeverlust schützen
– Ärztliche Behandlung

8.5 Hinweise für den Arzt


– In Frühfällen kann Inhalation von feinst vernebelten Lösungen von 0,5 bis 2%iger
NaHCO3-Lösung versucht werden. [68], [69], [71], [73]
– Bei Hinweisen auf die Entstehung eines Lungenödems können klinische
Überwachung, Röntgen-Thorax-Kontrollen, Vitalographie, Beatmung und die Gabe
von Sauerstoff und Glukokortikoiden, Bronchodilatatoren, Antitussiva, Sedativa,
Herzglykosiden und Antibiotika (Pneumonieprophylaxe) sinnvoll sein.
– Hat der Verunglückte Atemschutzgeräte mit Gasfiltern getragen, so kann im
Gasfilter durch eine chemische Reaktion mit Kohlenstoff Phosgen entstehen.
Erste Hilfe-Maßnahmen für diesen Fall enthält das Merkblatt M 015 "Phosgen".
[41]

Anhang
Vorschriften, Regeln und andere Schriften
Nachstehend sind die insbesondere ZU beachtenden einschlägigen Vorschriften, Regeln und
andere Schriften zusammengestellt.
EG-Richtlinien können bezogen werden beim:
Bundesanzeiger Verlag, Postfach 10 05 34, 50667 Köln.

1. Gesetze/Verordnungen
Bezugsquelle: Buchhandel
oder
Carl Heymanns Verlag KG,
Luxemburger Straße 449, 50939 Köln:
[1] Gesetz über die Durchführung von Maßnahmen des Arbeitsschutzes zur
Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten
bei der Arbeit (Arbeitsschutzgesetz – ArbSchG)
[2] Verordnung zum Schutz vor gefährlichen Stoffen (Gefahrstoffverordnung –
GefStoffV) (ZH 1/220) mit Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS),
insbesondere:
[3] Technische Regeln für Gefahrstoffe TRGS 003 "Allgemein anerkannte
sicherheitstechnische, arbeitsmedizinische und hygienische Regeln (Hinweise
des BMA)"
[4] Technische Regeln für Gefahrstoffe TRGS 101 "Begriffsbestimmungen"
[5] Technische Regeln für Gefahrstoffe TRGS 200 "Einstufung und
Kennzeichnung von Stoffen und Zubereitungen"
[6] Technische Regeln für Gefahrstoffe TRGS 201 "Kennzeichnung von Abfällen
beim Umgang"
[7] Technische Regeln für Gefahrstoffe TRGS 222 "Verzeichnis der Gefahrstoffe
– Gefahrstoffverzeichnis"
[8] Technische Regeln für gefährliche Arbeitsstoffe TRgA 400 "Anforderungen an
Meßstellen zur Durchführung der Messungen gefährlicher Stoffe in der Luft am
Arbeitsplatz"
[9] Technische Regeln für Gefahrstoffe TRGS 402 "Ermittlung und Beurteilung
der Konzentrationen gefährlicher Stoffe in der Luft in Arbeitsbereichen"
[10] Technische Regeln für gefährliche Arbeitsstoffe TRgA 415
"Tragezeitbegrenzungen von Atemschutzgeräten und isolierenden
Schutzanzügen ohne Wärmeaustausch für Arbeit"
[11] Technische Regeln für Gefahrstoffe TRGS 514 "Lagern sehr giftiger und
giftiger Stoffe in Verpackungen und ortsbeweglichen Behältern"
[12] Technische Regeln für Gefahrstoffe TRGS 555 "Betriebsanweisung und
Unterweisung nach § 20 GefStoffV"
[13] Technische Regeln für Gefahrstoffe TRGS 900 "Grenzwerte in der Luft am
Arbeitsplatz – Luftgrenzwerte"
[14] Verordnung über Arbeitsstätten (Arbeitsstättenverordnung – ArbStättV) mit
Arbeitsstätten-Richtlinien, insbesondere:
[15] Arbeitsstätten-Richtlinie ASR 5 "Lüftung"
[16] Arbeitsstätten-Richtlinie ASR 10/1, "Türen und Tore"
[17] Verordnung über Druckbehälter, Druckgasbehälter und Füllanlagen
(Druckbehälterverordnung – DruckbehV) (ZH 1/400) mit Technischen Regeln
zur Druckbehälterverordnung – Druckbehälter – (TRB), Technischen Regeln
zur Druckbehälterverodnung – Rohrleitungen – (TRR) und Technischen
Regeln Druckgase (TRG), insbesondere
[18] Technische Regeln Druckbehälter TRB 610 "Aufstellung von Druckbehältern
zur Lagerung von Gasen"
[19] Technische Regeln Druckgase TRG 101 "Gase"
[20] Technische Regeln Druckgase TRG 102 "Technische Gasgemische"
[21] Technische Regeln Druckgase TRG 280 "Betreiben von Druckgasbehältern"
[22] Zwölfte Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes
(Störfall-Verordnung) – 12. BImSchV –
[23] Erste Allgemeine Verwaltungsvorschrift der Bundesregierung zum
Bundes-Immissionsschutzgesetz – TA Luft
Bezugsquelle: Deutscher Bundes-Verlag GmbH,
Postfach 12 03 80, 53045 Bonn:
[24] Gesetz zur Ordnung des Wasserhaushalts (Wasserhaushaltsgesetz – WHG),
ergänzt durch Verordnungen und Ländervorschriften
[25] Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährlichen Stoffen und
über Fachbetriebe (VAwS), erlassen von den einzelnen Bundesländern bzw.
Muster-VAwS
[26] Gesetz über die Beförderung gefährlicher Güter (GGBefG) und seine
Verordnungen
[27] Gesetz zur Vermeidung, Verwertung und Beseitigung von Abfällen (KrW/AbfG)
Bezugsquelle: Umweltbundesamt,
Bismarckplatz 1, 14193 Berlin
[28] Katalog wassergefährdender Stoffe

2. Unfallverhütungsvorschriften
Bezugsquellen: Jedermann-Verlag,
Postfach 10 31 40, 69021 Heidelberg,
Berufsgenossenschaft der chemischen Industrie,
Postfach 10 14 80, 69004 Heidelberg
und
Carl Heymanns Verlag KG, Luxemburger Straße 449, 50939 Köln:
[29] Allgemeine Vorschriften (VBG 1)
[30] Schweißen, Schneiden und verwandte Verfahren (VBG 15)
[31] Arbeiten an Gasleitungen (VBG 50)
[32] Gase (VBG 61)
[33] Arbeitsmedizinische Vorsorge (VBG 100)
[34] Erste Hilfe (VBG 109)
[35] Chlorung von Wasser (VBG 65)
[36] Gefahrstoffe (VBG 91) (in Vorbereitung)
[37] Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung am Arbeitsplatz (VBG 125)

3. BG-Regeln, Grundsätze, Merkblätter


Bezugsquellen: Berufsgenossenschaft der chemischen Industrie,
Postfach 10 14 80, 69021 Heidelberg;
Jedermann-Verlag,
Postfach 10 31 40, 69021 Heidelberg
und
Carl Heymanns Verlag KG,
Luxemburger Straße 449, 50939 Köln:
Mitgliedsbetriebe der BG Chemie können die folgenden Schriften (bis zur nächsten
Bezugsquellen-Angabe) bei der BG Chemie und beim Jedermann-Verlag kostenlos
beziehen.
[38] Richtlinien für Arbeiten in Behältern und engen Räumen (ZH 1/77)
[39] Richtlinien für Laboratorien (ZH 1/119)
[40] Merkblatt M 006: Besondere Schutzmaßnahmen in Laboratorien
[41] Merkblatt M 015: Phosgen
[42] Merkblatt T 006: Reinigen von Behältern (ZH 1/79)
[43] Merkblatt T 026: Probenahme – Flüssigkeiten (ZH 1/376)
[44] Merkblatt A 008: Persönliche Schutzausrüstungen
[45] Merkblatt A 009: Zusammenarbeit im Betrieb, Sicherheitstechnisches
Koordinieren
[46] Merkblatt A 010: Betriebsanweisungen für den Umgang mit Gefahrstoffen (ZH
1/124)
[47] Merkblatt A 013: Transport gefährlicher Güter
[48] Merkblatt A 016: Gefährdungsbeurteilung – Anleitung zur Durchführung
[49] Merkblatt A 017: Gefährdungsbeurteilung – Prüfliste, Gefährdungs- und
Belastungsfaktoren
[50] Anlage 4 zu den Unfallverhütungsvorschriften: TRGS 900, TRGS 903, TRGS
905
Bezugsquelle: Carl Heymanns Verlag KG,
Luxemburger Straße 449, 50939 Köln:
[51] Sicherheitsregeln für Anlagen zur Luftreinhaltung am Arbeitsplatz
(Arbeitsplatzlüftung) (ZH 1/140)
[52] Regeln für den Einsatz von Schutzkleidung (ZH 1/700)
[53] Regeln für den Einsatz von Atemschutzgeräten (ZH 1/701)
[54] Regeln für den Einsatz von Augen- und Gesichtsschutz (ZH 1/703)
[55] Regeln für den Einsatz von Schutzhandschuhen (ZH 1/706)
[56] Sicherheit durch Betriebsanweisungen (ZH 1/172)
[57] Sicherheit durch Unterweisung (ZH 1/46)
Bezugsquelle: Buchhandel
[58] "Berufsgenossenschaftliche Grundsätze für arbeitsmedizinische
Vorsorgeuntersuchungen", ISBN 3-87247-450-2, insbesondere:
[59] G 26 "Atemschutzgeräte"

4. DIN/EN-Normen; VDI-, VDE-Bestimmungen


Bezugsquelle: Beuth-Verlag GmbH,
Burggrafenstraße 6, 10787 Berlin
[60] DIN 2403: Kennzeichnung von Rohrleitungen nach dem Durchflußstoff
[61] DIN EN 141: Atemschutzgeräte; Gasfilter und Kombinationsfilter;
Anforderungen, Prüfung, Kennzeichnung

5. Andere Schriften
Buchhandel:
[62] "Ullmann's Encyclopedia of Industrial Chemistry", ISBN 3-527-20113-0
[63] "Gesundheitsschädliche Arbeitsstoffe: Toxikologisch arbeitsmedizinische
Begründung von MAK-Werten", ISSN 0930-1984
[64] "Korrosionsverhalten von Werkstoffen – DECHEMA-Werkstoff-Tabelle", ISBN
3-926959-64-9
[65] Hommel: "Handbuch der gefährlichen Güter", ISBN 3-540-58564-8
[66] "Informationsschrift Abfallarten", ISBN 3-503-01951-0
[67] "Handbuch der Verwerterbetriebe für industrielle Rückstände",
Umweltbundesamt, ISBN 3-503-02494-8
[68] Kühn-Birett: "Merkblätter gefährliche Arbeitsstoffe", ISBN 3-609-73000-5
[69] Wirth, Gloxhuber: "Toxikologie", ISBN 3-13-421105-X
[70] G. Jürgens: "Lagerung gefährlicher Stoffe", I SBN 3-98003086-3-4
[71] Moeschlin: "Klinik und Therapie von Vergiftungen", ISBN 3-13-378407-2
[72] K.U. Straßburger, A.M. Thies: "Inhalative Noxe: Chlor", 21. Jahrestag der
DGAM 1981 in Berlin, S.223-2301SBN 3-87247-286-0
[73] R. Ludewig, K. Lohs: "Akute Vergiftungen", ISBN 3-334-00095-8
Gentner Verlag Stuttgart, Postfach 10 17 42, 70015 Stuttgart:
[74] W.F. Diller: "Zur Therapie von Lungenreizstoff-Vergiftungen", Arbeitsmedizin,
Sozialmedizin, Präventivmedizin 11/1978, S.233-236
VCH Verlagsgesellschaft mbH, Postfach 10 11 61, 69451 Weinheim:
[75] D. Henschler (Hrsg.): "Analytische Methoden zur Prüfung
gesundheitsgefährlicher Arbeitsstoffe – Luftanalysen"
Auergesellschaft GmbH, Postfach 44 04 40, 12004 Berlin:
[76] AUER-Technikum
Deutscher Bundesverlag GmbH, Postfach 12 03 80, 53045 Bonn:
[77] "Empfehlung des Bundesministers für Arbeit und Sozialordnung zur
Aufstellung von Flucht- und Rettungsplänen nach § 55
Arbeitsstättenverordnung", Bek. des BMA vom 10.12.1987 – IIIb2 -8
W. Kohlhammer GmbH, 70549 Stuttgart:
[78] "Verzeichnis anerkannter außerbetrieblicher Meßstellen gemäß § 18 Abs. 2
GefStoffV vom 12.09.1995", Bundesarbeitsblatt 1/1996, S.63
Verband der chemischen Industrie (VCI), Frankfurt/Main:
[79] Hinweise für den Umgang mit Chlor, Ausgabe 1/90
Bezugsquelle: EUROCHLOR, Avenue E. Van Niewenbuyse 4, Box 2, B-1160
Brussels, Belgien
[80] EURO-Chlor-Recommendations GEST 79/81, 79/82 und 88/138

6. Zentrale Stoff- und Produktdatenbank (ZeSP)


Herausgeber: Berufsgenossenschaftliches Institut für Arbeitssicherheit (BIA) beim
Hauptverband für gewerbliche Berufsgenossenschaften (HVBG),
St. Augustin
[81] Stoffdatenblatt "Chlor" vom 9.10.1995

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