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Das Gedeck der Fruchtbarkeitsgöttin beinhaltet prähistorische Elemente, welche auf die

gesellschaftliche Rolle der Frau und die Verehrung der Göttin für Geburt und Erschaffung von Nahrung
hinweisen. Die Techniken, die bei der Herstellung des Tischläufers benutzt wurden, wurden
wahrscheinlich bereits von Frauen der Altsteinzeit bei ähnlichen Objekten verwendet. Knochennadeln
wurden von Hand aus den Oberschenkelknochen von Kühen hergestellt, und die Wolle wurde auf einer
Fallspindel gesponnen.

Auf dem Tischläufer findet sich die Spirale als vorherrschende Form. Sie bezieht sich auf die frühen
Wickelkörbe und Töpferwaren von Frauen. Als Unterlage dient grobes Sackleinen, eine frühe Textilie.
Chicago vermutet, dass diese Textilien ausschließlich von Frauen hergestellt wurden. Das Gedeck
erinnert an die traditionell geschaffenen Töpfer-, Korb- und Textilgüter der Jungsteinzeit, die von Frauen
gefertigt wurden und von denen viele für die Landwirtschaft und den Anbau von Lebensmitteln
verwendet wurden. Da die Landwirtschaft den Beginn des Neolithikums markiert und für den Fortschritt
der Zivilisation verantwortlich ist, kennzeichnet das Gedeck auch die Rolle der Frau bei der Gestaltung
der alten Gesellschaft.

Die für die Produktion von Tischläufer und Teller notwendigen Entscheidungen für Aussehen und Stil
fußen auf frühen Darstellungen von Göttinen, wie der Venus von Willendorf. Es wurde dabei vermutet,
dass es sich um kultische Gegenstände gehandelt habe, die von Männern und Frauen genutzt wurden.
Ihre üppigen Formen spiegeln sich in den fleischigen Qualitäten des Tellers wider. In den Tischläufer
wurden Figuren eingewebt, die frühe Reproduktionen des weiblichen Körpers darstellen sollen. Diese
Figuren wurden verwendet, um Frauen als Schöpferinnen und Erzieherinnen zu verehren. Muscheln und
Seesterne schmücken den Läufer und verweisen auf die Assoziation des Meeres mit Frauen,
Fruchtbarkeit und Göttinnen wie der Venus. Der Teller ist mit runden Formen verziert, die Brüste und
andere natürliche Elemente wie Samen darstellen sollen, die mit der weiblichen Fruchtbarkeit
zusammenhängen.