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Ihr Tischläufer trägt als Umrandung wellenförmige Strukturen aus leuchtenden und schillernden Stoffen,

die mit weiß schimmernden Stoffen überzogen wurden, um einen Perlglanzeffekt zu erzielen. Damit soll
auf die abgehäutete Haut einer menschlichen Leiche angespielt werden, als direkte Evokation von Kalis
Kraft und ihrer Rolle in Bezug auf den Tod. Die im vorderen Teil des Läufers züngelnden Wellen stellen
einen Bezug zu der mehrarmigen Manifestation von Kali her. Auf der Rückseite des Läufes münden sie in
einer mundähnlichen Öffnung, einem „klaffenden Schlund“, wie Chicago es beschreibt. Durch die
abstrakte Darstellung werden Kalis Kräfte eher als regenerierend statt als grauenhaft dargestellt. Kalis
Teller ist im Zentrum mit Kernen bemalt, die mit Samenformen gefüllt sind. Sie symbolisieren
Fruchtbarkeit und verweisen auf Kalis Verbundenheit mit den Zyklen der Natur. Der Teller ist in tiefen
Rot-, Purpur- und Brauntönen bemalt. Vom Bild im Zentrum weisen fingerartige Auswüchse an den Rand
des Tellers, diese sind auch im initialen Buchstaben „K“ eingenäht. Die Farben sollen den Betrachter
daran erinnern, dass die Göttin das Blut von Dämonen trinkt. Die rippenartigen vertikalen Bänder auf
der Platte erinnern an ihre anthropomorphe Form, die typischerweise als mit hervorstehenden Rippen
abgemagert dargestellt wird.

Die Schlangengöttin gehört zu den auf Siegeln überlieferten ikonographischen Darstellungen von
Gottheiten der Minoer. Eine Gruppe von Statuetten wurde bei minoischen Ausgrabungen vom britischen
Archäologen Arthur Evans am Palast von Knossos auf Kreta gefunden. Sie stammen aus der
Neupalastzeit der minoischen Zivilisation. Evans wies der größeren der beiden Statuen den Titel
Schlangengöttin zu und nannte die kleinere Schlangenpriesterin. Es ist jedoch ungeklärt, ob seine These
stimmt, oder ob beide Statuetten die gleiche Göttin oder unterschiedliche Göttinnen darstellen. Die
Schlangengöttin steht in der minoischen Mythologie für die Erde und die Unterwelt. Sie ist von
Schlangen umwunden oder hält Schlangen empor, zudem stellt sie eine Variation der Herrin der Tiere
dar. Ihr Attribut sind Schlangen.