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Chicago führt in ihrer Hintergrundbeschreibung zum Gedeck der Schlangengöttin weiter aus, dass frühe

Interpretationen der Verehrung der Schlangengöttin, welche auch Evans stützte, besagen, dass sie in
einem häuslichen Kult verehrt wurde. Dieser wurde in Häusern und Palästen praktiziert. Spätere
Ausgrabungen haben Schreine mit Göttinnenfiguren auch in bestimmten Bereichen von Palästen
erbracht, was bedeuten könnte, dass sich der Einflussbereich der Göttin auf offizielle und öffentliche
Bereiche ausweitete. Weitere Tonfiguren von Göttinnen und Ritualgeräten, die sich in Schreinen
außerhalb des Palastes von Knossos fanden, lassen vermuten, dass die Göttin hauptsächlich mit
Schlangen und Vögeln in Verbindung gebracht wurde. Eine Unterscheidung jedoch ist nicht genau und
es können auch andere mögliche Assoziationen vorliegen. Entblößte Brüste und die Glockenform einiger
Lehmgöttinnen lassen auf einen Zusammenhang mit der Fruchtbarkeit schließen. Die Assoziation mit
Schlangen ruft auch einen unterweltlichen Aspekt hervor.

Die von Evans ausgegrabenen Figuren der „Schlangengöttin“ wurden aus Fayence gefertigt.
Göttinnenfiguren, die später an anderen Stellen ausgegraben wurden, sind aus Ton und haben
vereinfachte Formen. Weitere Statuetten tauchten auf dem Markt auf, nachdem Evans seine
Entdeckungen ausgestellt hatte. Sie wurden aus Elfenbein, Stein und in einem Fall aus Terrakotta
gefertigt. Die Echtheit dieser Statuetten wurde durch Kenneth Lapatin in Frage gestellt.

Das Gedeck der Schlangengöttin auf dem Tisch der Dinner Party wurde von Chicago und ihrem Team in
den Farben Elfenbein, Gold, Braun und Gelb gestaltet. Auf der hinteren Seite des Tischläufers befinden
sich zwei ineinander verschlungene Schlangen, die in Gold gestaltet sind. Der initiale Buchstabe „S“ von
Snake Goddess auf der Verderseite des Läufers ist ebenfalls durch eine Schlange gestaltet. An der
Vorderseite wurden Volants angesetzt, die an die Bekleidung der Statuetten erinnert, die auf Kreta
gefunden wurden. Bandwebstreifen aus Inkle-Loom fassen den Läufer ein und sind mit Mustern
bestickt, die denen minoischer Kleidungsstücke ähneln. Auf dem Teller befindet sich zentral eine
Darstellung einer Vulva mit vier weiteren ähnlichen, hellgelben Armen, die zum Rand des Tellers
verlaufen und aus der zentralen Darstellung herauswachsen. Die eiförmigen Formen sollen die
generative Kraft der Göttin darstellen. Die verwendeten Farben sind dem Farbschema der kretischen
Schlangengöttinnen entnommen.