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Soziale Marktwirtschaft als Basis

Seit 1949 bildet das Modell der Sozialen Marktwirtschaft die Basis der deutschen Wirtschaftspolitik. Die
Soziale Marktwirtschaft garantiert freies unternehmerisches Handeln und bemüht sich gleichzeitig um
sozialen Ausgleich. Dieses in der Nachkriegszeit vom späteren Bundeskanzler Ludwig Erhard entwickelte
Konzept hat Deutschland auf einen erfolgreichen Entwicklungspfad geführt. Deutschland engagiert sich aktiv
in der Gestaltung der Globalisierung und setzt sich für ein nachhaltiges globales Wirtschaftssystem ein, das
faire Chancen für alle bietet.
Deutschland gehört zu den zwölf Ländern, die 2002 den Euro als Bargeld eingeführt haben. Die
Finanzmarktkrise (2008) sowie die nachfolgende Schuldenkrise haben die gesamte Eurozone getroffen – auch
Deutschland. Die Bundesregierung hat daraufhin mit einer Doppelstrategie die Neuverschuldung gestoppt und
Maßnahmen zur Stärkung der Innovationskraft ergriffen. Seit 2014 konnte zum sechsten Mal in Folge ein
ausgeglichener Bundeshaushalt vorgelegt werden.

Folgen der Corona-Pandemie


Als Auswirkung der Corona-Krise im Frühjahr 2020 erwarten Wirtschaftsexperten für das Jahr einen
deutlichen Abschwung, eine Erhöhung der Arbeitslosenquote sowie in Folge der finanzpolitischen
Stabilisierungsmaßnahmen ein Rekorddefizit im Staatshaushalt. Die Experten der großen
Wirtschaftsforschungsinstitute gehen in ihrer „Gemeinschaftsdiagnose“ vom April 2020 jedoch auch davon
aus, dass Deutschland den wirtschaftlichen Einbruch verkraften und mittelfristig wieder das wirtschaftliche
Niveau erreichen wird, das sich ohne die Krise ergeben hätte.

Globaler Akteur
Deutschland ist mit der Weltwirtschaft stark verflochten. Jeder zweite Euro wird mit dem Export verdient.

Deutschland ist ein exportorientiertes, international stark verflochtenes Industrieland mit einem ausgeprägten
Exportsektor. In den jährlichen Rankings der Welthandelsorganisation (WTO) gehört Deutschland – nach
China und den USA – regelmäßig zu den drei größten Exportnationen weltweit. 2019 schloss die
Außenhandelsbilanz mit einem Überschuss von 223 Milliarden Euro. Die Ausfuhren deutscher Unternehmen
(Waren und Dienstleistungen) lagen bei 1.327 Milliarden Euro, der Wert der Einfuhren bei 1.104 Milliarden
Euro.

Mehr als eine Million Unternehmen im Außenhandel


Jeder zweite in Deutschland erwirtschaftete Euro wird durch Auslandsgeschäfte verdient; annähernd jeder
vierte Arbeitsplatz hängt vom Export ab, in der Industrie sogar jeder zweite. Über eine Million Unternehmen
sind im Außenhandel tätig. Wesentlichen Anteil am deutschen Außenhandel hatten rund 10.700 Unternehmen
mit Sitz im Ausland; der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) schätzt, dass mehr als 7
Millionen Beschäftigte für deutsche Firmen im Ausland arbeiten.

Exportnation Deutschland
Die Partnerländer der Europäischen Union sind der wichtigste Zielmarkt, aber die Bedeutung der asiatischen
Staaten nimmt zu.

Deutschland ist weltweit ein wichtiger Handelspartner. Auf der Exportseite dominieren Kraftwagen und
Kraftwagenteile, Maschinen, Datenverarbeitungsgeräte und elektronische sowie chemische Erzeugnisse. Auf
diese vier Produktgruppen entfällt knapp die Hälfte des deutschen Exports. Insgesamt hat sich die
Exportquote seit 1991 von 23,7 Prozent auf 46,9 Prozent nahezu verdoppelt. Die Außenhandelsquote, die
Summe der Im- und Exporte im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP), lag 2019 bei 88,0 Prozent.
Deutschland ist damit die „offenste“ Volkswirtschaft der G7-Staaten.

Unterschiede zwischen Im- und Export


Die Partnerländer der Europäischen Union (EU) sind für Deutschland  der wichtigste Zielmarkt, es folgen die
Vereinigten Staaten und die Volksrepublik China.  Bei den Importen zeigt sich hingegen ein umgekehrtes
Bild: Die meisten Einfuhren kamen 2019 aus China, den Niederlanden und  den USA. Kontinuierlich nimmt
die Bedeutung von Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zu den asiatischen Staaten zu. Allein in China sind
5.200 deutsche Unternehmen mit eigenen Vertriebsstrukturen und Produktionsstätten aktiv, für die rund 1,1
Millionen Menschen arbeiten.

Hohe Direktinvestitionen im Ausland


Ausdruck der starken Verflechtung in die Weltwirtschaft sind weiterhin die deutschen Direktinvestitionen im
Ausland, die sich seit 1990 auf weit mehr als eine Billion Euro (2018) versechsfacht haben. Knapp die Hälfte
davon wurde in Europa  investiert. Auf der anderen Seite beschäftigen etwa 26.000 ausländische
Unternehmen mehr als 3,7 Millionen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Deutschland. Der Bestand an
ausländischen Direktinvestitionen beläuft sich auf 540 Milliarden Euro.

Wichtige Logistikdrehscheibe
Deutschland ist zugleich Umschlagplatz für europäische und weltweite Güterströme. Durch kein anderes Land
der EU werden mehr Güter transportiert. Etwa ein Drittel des Umsatzes der zehn wichtigsten Logistikmärkte
in der EU wird in Deutschland erbracht. 3 Millionen Menschen sind mit Logistik befasst. Ein Tor zur Welt ist
der Hamburger Hafen, in dem pro Jahr rund 9 Millionen Standardcontainer umgeschlagen werden.