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Endprodukt bereits eine glasartige Struktur aufweist.

Steingut Steingut ist im Regelfall eine industriell hergestellte Töpferware. Steingut


wird gegenüber Steinzeug bei einer geringeren Temperatur gebrannt und
muss anschließend glasiert werden, wenn Wasserdichtheit bzw.
Frostfestigkeit erfordert werden.

Steinzeug Als Steinzeug (Gruppe Tonzeug) bezeichnet man Tonwaren, deren


Scherben beim Brand wasserdicht gebrannt werden, d. h. sie verglasen
oder sintern. Typische Temperaturen, die diesen Prozess einleiten, liegen
über 1200°C. Steinzeug weist eine helle bis braune Färbung auf.

Terrakotta Terrakotta ist eine gelbliche bis rot gebrannte, bedingt wetterfeste
Keramik. Durch die Zugabe von feinen Schamotten oder Ziegelstaub kann
die Farbgebung beeinflusst werden.

Terra Nigra Terra Nigra ist eine antike, frühmittelalterliche Keramik von schwarzer
Farbe (Schwarzkeramik). Vor dem Brand wurde die Töpferware mit weißer
Engobe überzogen und poliert, wodurch der arttypische Terra Nigra -
Glanz beruht. Durch Reduktion im Brennvorgang und Duldung oder Zufuhr
von Rauch in den Brennofen erreichten die Töpfer einen grauen bis
grauschwarzen Tonscherben mit dem glänzend schwarzen Überzug.

Paperclay Ton-Zellulosegemisch. Höhere Festigkeit beim Modellieren dünner


Strukturen. Papier verbrennt beim Brennvorgang, es entsteht eine
schwammartige, leichte Keramikstruktur mit stabiler Festigkeit.

Magerung Fettiger Ton wird mit Sand oder häufiger mit feinst granulierten
Schamotten versetzt, wodurch die Schrumpfung und die Rissbildung der
Tonware bei der Trocknung herabgesetzt wird.

Schlickerguss Dieses Verfahren ermöglicht die Herstellung eines Hohlkörpers, indem die
flüssige Tonmasse in eine Gipsform ohne Kern gegossen wird. Der Gips
entzieht der Schlickergussmasse das Wasser in der Kontaktzone und die
festen Bestandteile dieser Tonmasse reichern sich an. Die Schichtdicke ist
eine Funktion der Zeit. Nachdem eine gewünschte Materialdicke erreicht
worden ist, wird die verbleibende Schlickergussmasse entleert. Nach
einer entsprechenden Verweilzeit wird das Ton- bzw. Porzellanprodukt
entnommen und vor dem Brennen restgetrocknet.

Engoben Angussmasse oder Begussmasse. Dünnflüssiger Tonschlick auf lederharten


Ton oder fertig geschrühten Scherben.

Kaolin Kaolin oder Porzellanerde ist ein eisenarmer und reiner Ton mit
wesentlichen Anteilen an Kaolinit (Verwitterungsprodukt von Feldspat =
hydratisierte Mischkristalle aus Aluminium und Siliziumoxid) dem
begleitende Materialien wie Quarzsand, Feldspat und Glimmer entzogen
wurden. Wichtigster Grundstoffen in der industriellen
Porzellanherstellung.

Porzellan Porzellan (Gruppe Tonzeug, weißes Tonzeug), (das Weiße Gold) besteht
aus Ton, Feldspat und Quarz. Man unterscheidet je nach mechanischen
Eigenschaften des Endproduktes zwischen Hartporzellan und
Weichporzellan. Für die Porzellanherstellung ist grundsätzlich ein höhere
Brenntemperatur unter Beisein von Sauerstoff (Luft) notwendig (1300°C
bis über 1400°C). Porzellan bildet einen dichten Scherben, weist einen
muschelartigen Bruch auf und zeichnet sich durch große Härte (heller
Klang) und chemische Beständigkeit aus.

Hartporzellan Das Hartporzellan ist ein bei sehr hoher Temperatur gebranntes Porzellan
(bis etwa 1460°C). Zum Unterschied zu Weichporzellan ist bei der
Porzellanmasse bis zu zweidrittel Prozent Kaolin enthalten, wodurch die
Härte wesentlich erhöht wird.

Weichporzellan Brenntemperatur max. 1350°C. Etwas mehr als 30% Kaolin, wodurch die
Festigkeit gegenüber Hartporzellan geringer wird. Typisch für
Weichporzellan ist das bekannte asiatischen Porzellan, das
Wedgwoodporzellan und Bone China Porzellan.

Fayence Fayence (Stadt Faenza, Italien) ist die französische Bezeichnung für eine
Tonware, die durch poröse Scherben gekennzeichnet ist, mit einer weißen
bis farbigen, deckenden Zinnglasur überzogen wird und mehrmals
gebrannt wird. Die Technik der Fayence-Herstellung existiert zumindest
Ansatzweise seit ungefähr 6000 Jahren. Im Laufe der Zeit änderte sich die
Bezeichnung in Majolika (keramische Produktionsstätten in Mallorca
(Maiorica), Spanien)

Glasur Pulverige Substanz und Wasser. Zur Konsistenzverbesserung können noch


weitere Substanzen zugesetzt werden. Bei der Porzellanherstellung aus
den gleichen Bestandteilen wie die Porzellanmasse, aber flüssiger.
Glattbrand (Sinterung des Materials) um die 1400°C. Beim
Sinterungsprozess kommt es zur Aufschmelzung des sog.
Porzellanscherbens (Verformungsgefahr)
Glasur verschließt die Poren der Tonware und macht sie wasserdicht und
pflegeleicht. Die Aufbringung der Glasur bei Tonprodukten erfolgt vielfach
erst nach dem Grob- oder Schrühbrand.

Kalkspatz Keramikfehler bei Einschluß von Kalkteilchen. Hygroskopisch. Durch


Volumsvergrößerung Absprengung von Keramikteilen.

Lederhart Der geformte Ton ist nicht mehr verformbar, kann aber wegen der
Restfeuchte noch dekoriert bzw. mit Gravuren ohne großen mechanischen
Aufwand versehen werden.

Trocknung Der geformte Ton muss vor dem Brennen langsam trocknen, da in den
Hohlräumen zwischen den Tonpartikeln noch viel Wasser mechanisch
eingeschlossen ist. Die Trocknungsgeschwindigkeit soll möglichst gering
sein, da sich bei inhomogener Trocknung partielle Schwindungen ergeben,
die zur Rissbildung führen (Steuerung der Trockenzeit durch Klimaschrank,
Klimaraum, Abdeckung). Das nach der Trocknung vorliegende Restwasser
ist als Kapillarwasser und als chemisch gebundenes Kristallwasser
vorhanden und wird erst beim Brennvorgang frei oder anderwärtig
gebunden.

Brennreif Tonmasse fühlt sich trocken und warm anfühlt (reduzierte


Wärmeleitfähigkeit). Erhöhte Saugfähigkeit aus.

Schrühbrand Die getrockneten Gegenstände werden, um formstabil zu werden, bei


einer geringen Brenntemperatur, beim sogenannten Schrühbrand
(Vorbrand oder Rauhbrand) vorgebrannt. Die übliche Brenntemperatur
liegt etwa im Bereich von 900°C bis 1000°C. Während dieses
Brennprozesses kommt es bei bestimmten Temperaturen zu kristallinen
Umwandlungen und eventuellen Verglasungen, die mit Volumsänderungen
einhergehen. In diesen Bereichen ist eine langsame Aufheizrate
erforderlich, um das Zerspringen des Ton- bzw. Porzellankörpers infolge
thermischer Spannungen zu vermeiden.

Scherben Die Umwandlung von Ton in den sog. Scherben beginnt bei ca. 650°C.
Liegen die Brenntemperaturen unterhalb von 1000°C (Schrühbrand,
Vorbrand, Rohbrand), so ist diese Töpferware (Scherben) noch porös,
wasserdurchlässig und nicht frostfest. Um wasserfest zu werden, wird der
Scherben glasiert und nochmals gebrannt (Zweitbrand, Glattbrand,
Glasurbrand). Die Brenntemperaturen liegen vorwiegend zwischen 960°C
und 1100°C.

Glattbrand Um die 1400°C erfolgt hier der sog. Glattbrand (Hochbrand), wobei es zur
Sinterung des Materials kommt (Aufschmelzung des sog.
Porzellanscherbens mit erhöhter Verformungsgefahr)

Raku Die Raku-Keramik, auch nur Raku genannt, entstand sehr früh in Japan.
Diese Töpfertechnik wurde erst vor wenigen Jahrzehnten in Europa
bekannt. Bei der Raku-Technik wird die Töpferware glasiert und um die
1000°C in Öfen oder Gruben gebrannt. Die noch glühenden
Töpfereiprodukte werden dann aus der Feuerstelle bzw. dem Ofen direkt
in einen mit Sägemehl, Stroh oder Holzmaterial gefüllten, geschlossenen
Behälter gebracht. Durch die Verbrennung wird Sauerstoff entzogen und
es entsteht ein Reduktionseffekt, der die typischen Raku-Keramik-
Farbeffekte hervorruft.

Verglasung Verglasungsprozesse (Vitrification) finden in der Keramikherstellung


allgemein erst über 1000°C statt. Kaolinit in Verbindung mit Feldspat
erfordert in der Keramikherstellung Hochtemperatur-Brennöfen, die
Brenntemperaturen von 1450°C erreichen müssen.

Quarzsprung Der im Ton vorkommenden Quarzanteil (SiO2) liegt bei niedriger


Temperatur als Tiefquarz (auch Alpha-Quarz) vor. Bei 573°C entsteht
daraus Hochquarz (auch Beta-Quarz). Diese Umwandlung ist mit einer
sprunghaften Volumenvergrößerung (ca. 0,8%) Da die Erwärmung bei
größeren Objekten wegen der geringen Wärmeleitfähigkeit nicht
gleichmäßig erfolg, kann die partielle Veränderung des Volumens zu
Spannungen bzw. zur Zerstörung des Objektes führen. Um die
Temperaturdifferenz im Objekt gering zu halten, ist bei dieser Temperatur
(Quarzsprung) eine thermische Verweilzeit oder zumindest eine langsame
Aufheizrate einzuhalten.