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Schon im frühen Universum gab es überraschend massereiche

Schwarze Löcher. Doch woher sie das „Futter“ bekamen, um so


schnell zu wachsen, blieb rätselhaft(idumali). Jetzt liefert eine
astronomische Entdeckung eine Antwort. Forscher haben ein
supermassereiches Schwarzes Loch entdeckt, das eng von sechs in
Gasfilamenten eingebetteten(chasheneba) Galaxien umgeben ist.
Dieses Ensemble (das_)erstreckt sich über das 300-fache Volumen
der Milchstraße und existierte bereits, als das Universum erst 0,9
Milliarden Jahre alt war. Die Präsenz von so viel Materie im Umfeld
des Schwarzen Lochs könnte ihm die nötige Nahrung für das rasche
Wachstum geliefert haben.

In den letzten Jahren haben Astronomen mehrere Dutzend ferne Galaxien


mit hochaktiven und massereichen Schwarzen Löchern entdeckt, die
innerhalb der ersten Milliarde Jahre nach dem Urknall(didi afetqeba)
entstanden sein müssen. Diese aktiven Galaxienkerne senden als
sogenannte Quasare so viel Licht aus, dass sie trotz der enormen
Entfernungen sichtbar sind. Viele der im Zentrum dieser Galaxien
sitzenden supermassereichen Schwarzen Löcher vereinen mehrere
Milliarden Sonnenmassen in sich und strahlen heller als Billionen Sonnen.
Das weckt die Frage, wie diese Schwerkraftgiganten in der relativ kurzen
Zeit nach dem Urknall und der Entstehung der ersten Sterne so stark
wachsen konnten. Denn um an Masse zuzulegen, müssen die Schwarzen
Löcher größere Mengen an Materie in sich aufsaugen. (shewova)
Astronomen vermuten zudem, dass zusätzlich mehrere kleinere
Vorgänger-Löcher miteinander zu einem größeren verschmolzen
(sheerteba) sind. Doch die nötige Nahrung für diese Objekte war in der
Frühzeit des Universums noch eher rar.

Kosmisches Spinnennetz
„Es handelt sich dabei um extreme Systeme, für deren Existenz wir bisher
keine gute Erklärung hatten“, sagt Erstautor Marco Mignoli vom Nationalen
Institut für Astrophysik (INAF) in Bologna. Um mehr Aufschluss(informacia)
zu gewinnen, haben er und sein Team mehrere frühe Quasare mit den
leistungsstärksten zurzeit verfügbaren optischen Teleskopen untersucht,
darunter auch dem Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte
in Chile. Beim Quasar SDSS J1030+0524 wurden sie fündig. Dieses
supermassereiche, aktive Schwarze Loch umfasst rund eine Milliarde
Sonnenmassen und existierte bereits 0,9 Milliarden Jahre nach dem
Urknall. Die Beobachtungen enthüllten(gancalkeveba) jedoch, dass dieser
Schwerkraftgigant nicht allein im All schwebte(curva): Er ist von sechs
Galaxien umgeben, die in einer Art kosmischem Spinnennetz (qseli) aus
Gas eingebettet (chasheneba)sind. „Die Filamente des kosmischen Netzes
sind wie Spinnennetzfäden“, erklärt Mignoli. „Die Galaxien liegen und
wachsen dort, wo sich die Filamente kreuzen.“

Zum ersten Mal wurde eine solch enge Ansammlung aus der Zeit so kurz
nach dem Urknall beobachtet, wie die Astronomen erklären. Zusammen
erstreckt sich dieses Gebilde(struqtura, sagani) über das 300-fache
Volumen der Milchstraße. In das Netz aus Gas und Sternenansammlungen
ist auch das supermassereiche Schwarze Loch eingebunden(sheerteba).
Für vier der sechs Galaxien konnten die Forscher eine direkte Verbindung
zum Schwarzen Loch nachweisen. „Entlang der Filamente können
Gasströme fließen(livlivi), die sowohl den Galaxien als auch dem zentralen
supermassereichen schwarzen Loch als Nahrung zur Verfügung stehen“,
erklärt Mignoli. Wie er und seine Kollegen feststellten, enthalten das
„Spinnennetz“ und die Galaxien darin genügend Gas, um dem zentralen
Schwarze Loch das „Futter“ zu liefern, damit es so schnell zu einem
supermassereichen Riesen werden konnte.

Nach Ansicht der Astronomen könnte die Entdeckung dieses kosmischen


Spinnennetzes erklären, woher die ersten großen Schwarzen Löcher ihre
Nahrung bekamen. „Unsere Studien haben ein wichtiges Teil zu dem
weitgehend(farto, vrceli) unvollständigen (modzvelebuli) Puzzle
beigesteuert, das die Entstehung und das Wachstum solch extremer, aber
relativ häufig vorkommender Objekte so schnell nach dem Urknall
beschreibt“, sagt Mignolis Kollege Roberto Gilli. Denn die Beobachtungen
stützen die Vermutung, dass schwarze Löcher damals innerhalb großer,
netzartiger Strukturen mit einem hohen Anteil an Gas heranwuchsen. Einer
Theorie zufolge bildeten sich solche kosmischen Galaxienansammlungen,
weil es im frühen Kosmos riesige Zonen mit einer hohen Dichte an Dunkler
Materie gab. Diese Dunkle-Materie-Halos zogen große Mengen an Gas an,
aus denen ein dichtes Netz kosmischer Gasfilamente wurde. An den
Knotenpunkten dieser Filamente entstanden durch intensive Sternbildung
Galaxien und Schwarze Löcher.

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„Unsere Ergebnisse unterstützen die Idee, dass die am weitesten


entfernten und massereichsten schwarzen Löcher in massereichen Halos
aus Dunkler Materie in großräumigen Strukturen entstehen und wachsen“,
sagt Co-Autor Colin Norman von der Johns Hopkins University in
Baltimore. Er führt die Tatsache, dass man nicht schon früher solche
„Spinnennetze“ gesehen hat, auf Einschränkungen durch die
Beobachtungstechnik zurück – die Lichtstärke und Auflösung(gaxsna,
garchevadoba) der Teleskope reichten einfach nicht aus. Weil sich dies
jedoch zunehmend ändert, gehen die Astronomen davon aus, dass sie in
Zukunft noch mehr solcher Gebilde entdecken könnten. „Wir denken, dass
wir gerade die Spitze des Eisbergs gesehen haben und dass die wenigen
Galaxien, die bisher um dieses supermassereiche Schwarze Loch herum
entdeckt wurden, nur die hellsten sind“, erklärt Co-Autorin Barbara
Balmaverde vom Astrophysikalischen Observatorium Turin.
Mit dem Herbst verlagern sich auch unsere Aktivitäten zunehmend
nach drinnen. Umso wichtiger ist es, die Ansteckungsrisiken mit dem
Coronavirus beispielsweise bei einer Unterhaltung zu kennen. Eine
neue Studie dazu zeigt: Während die meisten Sprachlaute kaum mehr
potenziell virushaltige Tröpfchen(wveti) und Aerosole
erzeugen(warmoshoba) als das Atmen, ist dies bei Stopp-
Konsonanten wie „p“ anders. Sie produzieren schnelle, konische
Luftströme, die bei gehäuftem Auftreten Tröpfchen mehr als zwei
Meter weit sprühen(gafantva) können. Die Wissenschaftler empfehlen
daher, beim Sprechen() nicht direkt voreinander, sondern deutlich
seitlich versetzt zu stehen.

Die Corona-Pandemie ist weiterhin im Gange, in vielen Regionen und


Ländern steigen die Infektionszahlen. Einer der Gründe für die erschwerte
Eindämmung von SARS-CoV-2 ist die Tatsache, dass das Virus nicht nur
durch Husten oder Niesen übertragen wird, sondern auch durch die beim
Sprechen, Singen oder Lachen freigesetzten Tröpfchen und Aerosole.
Studien haben gezeigt, dass schon kurzes Sprechen eine Tröpfchenwolke
erzeugt, die mehr als acht Minuten lang in der Schwebe bleiben kann.
Aerosole – winzige beim Atmen und Sprechen erzeugte Schwebtröpfchen
können sich sogar über Stunden in der Luft von Büros, Wohnräumen oder
Restaurants halten, wenn nicht genügend gelüftet wird. Um zumindest die
Ansteckungsgefahr durch eine Tröpfcheninfektion zu minimieren, wird von
Gesundheitsbehörden ein Sicherheitsabstand von 1,50 bis zwei Metern
empfohlen. Doch wie sicher ist dieser Abstand bei einer Unterhaltung?
Das haben nun Manouk Abkarian von der Universität Montpellier und seine
Kollegen näher untersucht. Sie wollten wissen, wie verschiedene
Sprechlaute den vom Mund ausgehenden Luft- und Tröpfchenstrom
beeinflussen. Für ihr Experiment erzeugten sie in einer speziellen Kammer
ein Streufeld aus grünen Laserstrahlen. An einem Ende der Kammer saß
eine Testperson, die verschiedene englische Sätze mit unterschiedlichen
Sprachlauten aussprach – von „We will beat the coronavirus“ bis „Peter
Piper picked a peck“. Dass der zweite Satz besonders viele „P“ enthält, war
dabei kein Zufall. Denn gerade Konsonanten wie „P“ erzeugen einen
abrupten Luftausstoß, der auch die Tröpfchenwolke beim Sprechen
entsprechend beeinflusst. „Für solche Stopp-Konsonanten wie P, B, K
wurde kürzlich schon demonstriert, dass sie besonders viele Tröpfchen
ausstoßen“, erklären die Forscher. Was dies konkret für die mögliche
Ansteckungsgefahr beim Sprechen bedeutet, haben sie nun in der
Laserkammer unter anderem mithilfe von Hochgeschwindigkeits-
Aufnahmen untersucht.

Es zeigte sich, dass schon ein einzelner „P“-Laut einen kleinen Luftstoß
erzeugt, der mit anfänglich bis zu 1,4 Metern pro Sekunde den Mund
verlässt. Das Tempo dieses Luftstoßes verringert sich zwar rapide,
dennoch reicht der Impuls aus, um rund einen Meter zu überbrücken. Die
mit der Luft ausgestoßenen Tröpfchen bilden dabei einen Wirbel,(talga) der
sich nach oben und unten in einem Winkel(kutze) von rund 40 Grad
aufweitet. Im Verlauf eines längeren Satzes oder eines Gespräch
summieren sich die Luftschübe jedoch und bilden einen konischen
Luftstrom – einen gerichteten Strom aus einer Serie aufeinanderfolgender
Luftstöße. Dieser Luftstrom hat eine erheblich größere Reichweite als die
Einzellaute. „Wenn man 30 Sekunden lang mit lauter Stimme spricht, dann
haben die Aerosole in dieser Zeit mehr als zwei Meter
überwunden(dadzleva)“, erklären Abkarian und seine Kollegen. Das
normale Social Distancing helfe dann nicht mehr viel.

Weitere Analysen ergaben, dass sich die Aerosolwolke bei ihrem Weg über
zwei Meter immerhin bis auf drei Prozent ihrer Ausgangsmenge verdünnt.
„Aber wenn längere Gespräche oder Meetings in geschlossenen Räumen
stattfinden, werden sich die Aerosole über längere Zeit in der Luft
anreichern(gamdidreba) und entsprechend höhere Konzentrationen
erreichen“, sagen die Forscher. Tatsächlich hat kürzlich eine Studie
ermittelt, dass ein „Superspreader“ in einem Büro von 50 Kubikmeter
Raumvolumen schon nach einer Stunde normalen Atmens die gesamte
Raumluft mit tausenden von Virenkopien pro Kubikmeter anreichern kann.
Hustet der Infizierte, steigt die Belastung auf mehr als sieben Millionen
Viren pro Kubikmeter. „Das unterstreicht die Notwendigkeit guten Lüftens –
vor allem, wenn man eine längere Unterhaltung hat“, sagt Co-Autor
Howard Stone von der Princeton University. Gleichzeitig illustriere ihr
Ergebnis, dass ein Sicherheitsabstand von zwei Metern zwar gut und
sinnvoll sei, aber eben keine Schutzmauer.

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Die Wissenschaftler empfehlen, bei Unterhaltungen möglichst nie direkt vor


dem Gesprächspartner zu stehen, sondern immer 40 bis 50 Grad seitlich,
um dem Hauptstrom der Tröpfchen zu entgehen. Auch das Tragen von
Masken in Innenräumen sei empfehlenswert, denn sie hemmen die mit
dem Sprechen verbundenen Luftstöße und verringern so die Reichweite
der Aerosole. „Masken hemmen diesen Strom wirklich enorm“, sagt Stone.