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Contractual Trust Arrangement

Eine Pensionstreuhand bzw. Contractual Trust Arrangement (CTA) (auch als Treuhand-Modell bezeichnet)
ist ein Modell im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge, um im Durchführungsweg der Direktzusage
Pensionsverpflichtungen aus der Bilanz auszugliedern.

Dabei wird eine eigene Treuhandgesellschaft gegründet, in die die Pensionen übertragen werden, die diese
verwaltet und deren Vermögen ausschließlich zum Zweck der Erfüllung der Pensionsverpflichtungen
verwendet werden darf. Es bestehen Ähnlichkeiten zum Durchführungsweg der „normalen“ Pensionsfonds, zu
dem ein CTA alternativ oder ergänzend genutzt werden kann.[1]

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen dem unternehmenseigenen CTA (auch Einzel-CTA genannt) und
dem überbetrieblichen CTA (auch Gruppen-CTA genannt).

In Deutschland existieren mit Stand Juni 2010 rund 100 Einzel-CTA und etwa 20 Gruppen-CTA. Eine
vollständige Liste aller CTA in Deutschland gibt es nicht, da keine Verpflichtung besteht, diese zentral oder in
einem Verband zu registrieren. Annähernd lassen sich Einzel-CTA über die Vereins- und Handelsregister
recherchieren. Gruppen-CTA erfordern im Allgemeinen eine Freistellung durch die BaFin nach KWG § 2 und
sind dort gelistet.

Inhaltsverzeichnis
1 Aufbau von CTAs
2 Abgrenzung zum Pensionsfonds
3 Vorteile
4 Nachteile
5 Insolvenzen
6 Literatur
7 Weblinks
8 Einzelnachweise

Aufbau von CTAs


CTAs sind rechtlich selbstständige Vereine die über entsprechende Verträge an die Unternehmen, aus dem die
Pensionsansprüche stammen, gebunden sind. Unternehmen können ihre Pensionsverpflichtungen durch das
„Contractual Trust Arrangement“ (CTA) zu einem externen Treuhänder verlagern.

Der Treuhänder für das CTA kann die Rechtsform einer GmbH, einer Stiftung oder eines eingetragenen Vereins
haben.

Die rechtlich und wirtschaftlich unabhängige Organisation übernimmt die Funktion eines "Trusts" (dazu
Förster, Wolfgang, Ausgliederung von Pensionsverpflichtungen auf eine Pensionsgesellschaft, BetrAV 2001,
133, 135).

Kern der CTA-Konstruktion ist Folgendes: Zwischen dem Unternehmen / Arbeitgeber und dem Treuhänder
besteht eine Treuhandabrede, die Verwaltungstreuhand. Rechtlich betrachtet besteht in diesem Verhältnis meist
ein Vertrag zugunsten Dritter im Sinne des § 328 BGB. Zwischen Treuhänder und Arbeitnehmerseite besteht
die Sicherungstreuhand (zur vollständigen CTA-Konstruktion s. insbes. das Schaubild bei Förster, Wolfgang,
Ausgliederung von Pensionsverpflichtungen auf eine Pensionsgesellschaft, BetrAV 2001, 133, 135).
Abgrenzung zum Pensionsfonds
Mitunter werden CTA und Pensionsfonds nebeneinander dargestellt, gleichwohl handelt es sich beim CTA
nicht um einen eigenen bAv-Durchführungsweg, sondern nur einen Weg zur Kapitalunterlegung einer
Direktzusage mittels Treuhandmodell. Auch wenn die Grundidee der Konstruktion ähnlich ist, zeigen sich
Unterschiede arbeits-, aufsichts- und steuerrechtlicher Natur sowie in ökonomischer Hinsicht, u. a. auch bei den
Kosten der Insolvenzsicherung.

Eine Verbindung beider Verfahren als sog. „Integrationsmodell“ (auch „Ein-Plan-Modell“) soll die Vorteile
kombinieren und wurde erstmals im Jahr 2006 umgesetzt.[2]

Vorteile
Durch Gründung einer eigenen Gesellschaft entsteht ein zusätzlicher Schutz vor Insolvenz
Die internationale Bilanz der Unternehmen wird verkürzt und es entsteht dadurch eine Verbesserung
einiger finanzwirtschaftlicher Kennzahlen. Hierdurch kann sich das Kreditrating eines Unternehmens
verbessern.
Hoher Gestaltungsspielraum bei Anlagestrategien (beispielsweise Investitionen in das eigene
Unternehmen)
keine Nachschusspflicht bei Unterdeckung
keine Überwachung bzw. Kontrolle durch Versicherungsaufsicht

Nachteile
Verpflichtungen gegenüber den Arbeitnehmern aus Direktzusagen bleiben unverändert, d.h. eventuelle
Pflicht zur Nachreservierung
Beiträge an den Pensionssicherungsverein bleiben bestehen
Die für die Finanzierung des CTAs aufgebrachten Finanzmittel stehen nicht mehr für die
Innenfinanzierung des Unternehmens zur Verfügung

Insolvenzen
Es gibt zwei erste sogenannte Sicherungsfälle. Im Allgemeinen tritt der Sicherungsfall mit Antrag auf
Eröffnung des Insolvenzverfahrens ein. Wichtig ist zu unterscheiden, dass der Treugeber und nicht der
Treuhänder insolvent ist.

1. Qimonda AG
2. Arcandor AG

Bei beiden Insolvenzen sind unternehmenseigene Treuhänder in der Rechtsform eines Vereins vertreten durch
den Vorstand betroffen.

Literatur
Schirin Rüger: Die Doppeltreuhand zur Insolvenzsicherung von Arbeitnehmeransprüchen. Nomos,
Baden-Baden 2010, ISBN 978-3-8329-5036-1 (Schriften zum Insolvenzrecht Bd. 36; zugl. Göttingen,
Univ., Diss. 2009).
Martin Begiebing: Contractual Trust Arrangement (CTA) - Insolvenzfestigkeit und
Verwertungsbefugnisse im Pfandrechtsmodell. Lang, Frankfurt am Main 2011, ISBN 978-3-631-61355-9
(Schriften zum Deutschen und Europäischen Arbeits- und Sozialrecht Bd. 21; zugl. Köln, Univ., Diss.
2010).

Weblinks
Chancen und Risiken der Auslagerung von Pensionsverpflichtungen (PDF-Datei; 340 kB)
Die größten deutschen Pensionsfonds (PDF-Datei; 26 kB)

Einzelnachweise
1. Rößler, Nicolas: Rechtliche Gestaltung von CTAs und Vorteile der Treuhandlösung. (mayerbrown.com (h
ttp://www.mayerbrown.com/public_docs/v2.pdf) [PDF] Präsentation).
2. Wildner, Stephan: CTA versus Pensionsfonds: Bilanzvolatilität unter BilMoG. In: Benefits! Das bAV-
Fachmagazin von Towers Watson Deutschland. Nr. 3, Dezember 2010, S. 6–7 (towerswatson.com (http://
www.towerswatson.com/assets/pdf/3514/Benefits-magazin-2010-Dezember.pdf) [PDF]).

Abgerufen von „https://de.wikipedia.org/w/index.php?


title=Contractual_Trust_Arrangement&oldid=136622772“

Diese Seite wurde zuletzt am 9. Dezember 2014 um 20:07 Uhr bearbeitet.


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