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Studie der Uni Oxford Forscher warnen vor Ausfall

von Facebook
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Könnten Sie gut ohne Facebook und andere soziale Netzwerke leben und trotzdem
Kontakt zu Freunden und der Familie halten? Wenn Sie diese Frage mit Ja
beantworten, haben Sie einigen Nutzerinnen und Nutzern etwas voraus. Das legt
zumindest eine Untersuchung von Forschern der Universität Oxford nahe, die
behauptet: Wie in der Finanzkrise ab 2007, als große systemrelevante Banken vom
Staat gerettet werden mussten, seien nun auch große soziale Netzwerke, allen voran
Facebook, heute ebenfalls "too big to fail".

Man müsse sich darauf vorbereiten, falls Facebook einmal ausfalle. Das Abschalten
einer solchen globalen Plattform "könnte katastrophale soziale und wirtschaftliche
Folgen für unzählige Gemeinschaften haben, die täglich auf die Plattform angewiesen
sind", schreiben die Autoren Carl Öhman und Nikita Aggarwal. Das gelte aber auch für
die Nutzer selbst, die viele Daten auf den Facebook-Servern gespeichert hätten, für
kleine Unternehmen und Vermarkter, die sich auf die Seite ausgerichtet hätten oder auf
die Kommunikation in Gruppen.

"Wir ziehen ausdrücklich eine Analogie zum Konzept der 'systemisch wichtigen
Finanzinstitute', das eine Antwort auf das 'Too big to fail'-Problem war", sagt Forscherin
Aggarwal dem "Guardian". Die Lehren aus der Finanzkrise zeigten, dass Gesellschaften
das Unmögliche planen müssen - und es gebe Parallelen zu Institutionen, die erhalten
werden müssten, die aber nicht am Leben erhalten werden könnten.

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Von einem Shutdown besonders betroffen wären nach Ansicht der beiden Forscher
Entwicklungsländer. So seien die Menschen dort teils von einer Facebook-basierten
Öffentlichkeit abhängig, die Plattform habe sich dort teilweise zum Synonym für das
Internet an sich und als zentrale Nachrichtenquelle etabliert.

In Laos heißt Internet fast immer Facebook


Ein bemerkenswertes Beispiel, so schreiben es die Autoren, sei Laos: "Es ist ein Land,
das erst vor so kurzer Zeit digitalisiert wurde, dass seine Sprache noch nicht
ordnungsgemäß von Google indexiert wurde. Diese Lücke wird durch Facebook
geschlossen." Da je nach Land Alternativen fehlten, könnte ein plötzlicher Verlust
Kontakte zwischen Menschen, Freunden, in der Familie hemmen, den
Nachrichtenstrom stoppen und den Handel behindern.

Neben diesen unmittelbaren Folgen für Nutzer bestehen laut den Forschern auch
Gefahren für künftige Generationen - nämlich des Verlusts einer riesigen Menge
historischen Materials, auf das nicht mehr zugreifen kann. Falls das Unternehmen in
einem Insolvenzverfahren verkauft würde, könnten womöglich auch Datensätze einfach
weiterverkauft oder gelöscht werden.

Forscherin Aggarwal denkt deshalb laut "Guardian" bereits über die Möglichkeit nach,
das Facebook-Archiv zu einer "Stätte des digitalen Welterbes" erklären zu lassen,
ähnlich dem Welterbestatus der Unesco. Um zudem Schäden bei einem Ausfall des
Netzwerks zu verhindern, fordern sie und Öhman Schritte für "systemisch wichtige
technologische Institutionen".

Ob dies realistisch ist, ist offen. Bemühungen im US-Kongress, die Machtfülle der
Techkonzerne - neben Facebook noch Amazon, Google, Apple - überhaupt nur zu
erörtern, schlugen fehl.

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