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Technische Universität Dresden


Institut für Geotechnik

Grundlagen des Tunnelbaus


Dr. Raymund M. Spang

Skriptum zur Vorlesung


WS 2004 / 2005

Tunnel Oerlinghausen

Download Skriptum: http://www.tu-dresden.de/biwigt/Grundbau/Lehre/tnnlb.html


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0. Übersicht über die Vorlesung

! 8 Doppelstunden, jeweils 13.00 bis 14.30 Uhr, einschließlich 2 h Exkursion.

! Termine: 13.10.2004,
27.10.2004,
03.11.2004,
10.11.2004,
24.11.2004,
01.12.2004,
08.12.2004,
15.12.2004

Exkursion nach Vereinbarung

! Prüfungsstoff im Rahmen der Geotechnik

! Ziele:

! Überblick über Planung und Bau von Tunneln im Locker- und Festgestein

! Grundfertigkeiten/-Werkzeuge für Ersteinschätzung/Machbarkeit.

! Gliederung

1. Einführung
2. Planung und Erkundung
3. Tunnelbau in offener Baugrube
4. Bergmännischer Tunnelbau im Fels
5. Bergmännischer Tunnelbau im Lockergestein
6. Standsicherheit und Gebrauchsfähigkeit
7. Überwachung und Dokumentation
8. Tunnelbau und Umwelt
9. Außenanlagen und Sonderbauwerke
10. Ausstattung und Sicherheit
11. Vertragsgestaltung und Leistungsansätze
12. Unterhaltung und Sanierung
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0. Stoffübersicht 13.10.2004

1. Einführung
1.1 Begriffliche Abgrenzung von Felshohlraumbauten
1.1.1 Nach Lage und Größe
1.1.2 Nach Zweck
1.2 Zweckmäßigkeit von Tunneln
1.3 Beispiele
1.4 Abgrenzung Ingenieurtunnelbau/Bergbau (Tiefbau)
1.5 Wirtschaftliche Bedeutung, Prognose und Karrierechancen
1.6 Anforderungen an den Planer und den Tunnelbauer
1.6.1 Komplexe Planungs- und Bauaufgabe
1.6.2 Anforderungsprofil für den Tunnelplaner/-bauer
1.7 Terminologie
1.7.1 Begriffe
1.7.2 Figürliche Erläuterungen
1.8 Grundvariable des Tunnelbaus
1.9 Literatur / Organisationen
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1.0 Einführung
1.1 Begriffliche Abgrenzung von Felshohlraumbauten
1.1.1 Nach Lage und Größe

Tunnel: langgestreckte unterirdische Hohlräume, Ausbruchsquerschnitte i.d.R. >


20 m² bis ca. 300 m²; Straßen-, Eisenbahntunnel; realisierte Längen bis
60 km;

Stollen: langgestreckte unterirdische Hohlräume, Ausbruchsquerschnitte funkti-


onsabhängig; bei Neigungen > 12 % Schrägstollen; Freispiegelstollen,
Druck-, Umleitungs-, Erkundungs-, Fenster-, Visier-, Luftschutzstollen;
realisierte Längen bis 120 km;

Schächte: langgestreckte, lotrechte oder steil einfallende unterirdische Hohlräume


(Vertikal-, Schrägschacht) Förderschacht, Wetterschacht, Blindschacht,
Wasserschloss; Teufen bis 4 km, als Zugänge;

Kammern: gedrungene, unterirdische Hohlräume, bis ca. 10 m Breite; Abbauhohl-


räume im Bergbau (Kammerbau); Bunkeranlagen für Luftschutzwerke;
Lagerung;

Kavernen: gedrungene, unterirdische Hohlräume bis ca. 35 m Breite; Maschinen-


kavernen; Speicherung von Öl, Gas;

Strecken, Strebe, etc. im Bergbau; unterschiedliche Anforderungen an Hohlraumbau im


Bergbau und Ingenieurtiefbau; insbesondere hinsichtlich Lebensdauer, Profilgenauigkeit,
Unterhalt, Querschnitt.
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Beispiel für eine Kaverne (Parkkaverne Landsberg)

Querschnitt mit Parkdecks

Auffahrfolge
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1.1.2 Nach Zweck

Straßentunnel

- in der Regel für 2 bis 4 Fahrspuren


- 1 oder 2 Röhren zur Trennung des Richtungsverkehrs
- Breite bis ca. 17 m
- Höhe bis ca. 12 m
- Querschnittsfläche 90 bis ca. 160 m²
- Rechteckprofil: offene Bauweise
- Halbkreis- oder Froschmaulprofil: Regelfall bei flachliegenden Tunneln und
bei Tunneln in nicht drückendem Gebirge
- Kreisprofil: Regelfall bei Tunneln in drückendem oder
quellendem Gebirge oder bei Druckwasser
- Abdichtung gegen Bergwasser: offen, als Regenschirmabdichtung bei nicht
drückendem Wasser
geschlossen, mit Rundumdichtung insbe-
sondere bei drückendem Wasser
- Belüftung in der Regel künstlich (je nach Länge)
- Beleuchtung künstlich, als Tageslichtersatz
- Signalisierung, Notruf- und Brandmeldeanlagen
- fernüberwacht bzw. ab einer bestimmten Größe mit Steuerungszentrale sowie
Lüftungszentrale
- i.d.R. ab 500 m Länge mit zusätzlichen Räumen oder Querverbindungen zu parallel lie-
genden Tunneln, separaten Stollen oder Schächten zur Eigen- und Fremdrettung bei Un-
glücksfällen
- Herstellung in Abhängigkeit von der Gebirgsqualität, Durchmesser und Länge als Bagger-
oder Sprengvortrieb oder als Maschinenvortrieb bzw. als Tunnel in offener Bauweise mit
klassischen Tiefbaumethoden
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Typischer Querschnitt für einen Autobahntunnel (Tunnel Dölzschen, BAB A17)

Weströhre

Tunnelachse West

+8.273

2
5 1
l>5m 3 Kalotte

ca. 12,3 m
Strosse

Sohle
-3.283

ca. 16,5 m

1 Distanzeisen St 37, L 60 / 60 / 6 o. glw. 3 Spritzbeton B 25, d = 35 cm, 4 Spieße, Wiborex R38/21 o. glw., 5 Radialankerung GEWI BSt 500 S,
mit M 12 x 45 im Steg. 2-lagig bewehrt Q 378, l > 6 m, Bohr-Ø > 76 mm, im Stahl-Ø 28 mm, Bohr-Ø > 63 mm,
als Ausfachung, Einbau abschnitts- Achsabstand 0,3 m, unter mit Kalottenplatte und Ankermutter
2 Ausbaubogen GI 120, segmentiert. weise von unten nach oben. 15° gegen Tunnellaibung nach Zulassung, Ankermörtel nach
nach aussen. DIN 4125, im Abstand von 1,6 m.
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Eisenbahntunnel

- in der Regel für 1 oder 2 Gleise


- 1 oder 2 Röhren zur Trennung des Richtungsverkehrs
- Breite bis ca. 13 m
- Höhe bis ca. 12 m
- Querschnittsfläche ca. 65 bis 120 m²

- Rechteckprofil: offene Bauweise

- Halbkreis- oder Froschmaulprofil: Regelfall bei flachliegenden Tunneln und


bei Tunneln in nicht drückendem Gebirge

- Kreisprofil: Regelfall bei Tunneln in drückendem oder


quellendem Gebirge oder bei Druckwasser

- Abdichtung gegen Bergwasser: offen, als Regenschirmabdichtung bei nicht


drückendem Wasser
geschlossen, mit Rundumdichtung, ins-
besondere bei drückendem Wasser
- Belüftung in der Regel natürlich, nur bei großen Längen künstlich

- Beleuchtung künstlich, nur als Notbeleuchtung

- Signalisierung, Notruf- und Brandmeldeanlagen

- fernüberwacht

- ab 500 m Länge mit zusätzlichen Räumen oder Querverbindungen zu parallel liegenden


Tunneln, separaten Stollen oder Schächten zur Eigen- und Fremdrettung bei Unglücksfäl-
len

- Herstellung in Abhängigkeit von der Gebirgsqualität, Durchmesser und Länge als Bagger-
oder Sprengvortrieb oder als Maschinenvortrieb bzw. als Tunnel in offener Bauweise mit
klassischen Tiefbaumethoden
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Typischer Querschnitt für einen Eisenbahntunnel (Ril 853)
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U-Bahn-, S-Bahn- und Stadtbahntunnel

- in der Regel für 1 oder 2 Gleise


- 1 oder 2 Röhren, ggf. zur Trennung des Richtungsverkehrs
- Breite bis ca. 10 m
- Höhe bis ca. 12 m
- Querschnittsfläche bis ca. 100m²

- Rechteckprofil: offene Bauweise


- Halbkreis- oder Froschmaulprofil: Regelfall
- Kreisprofil: Regelfall bei Tunneln im Grundwasser

- Abdichtung gegen Grundwasser: offen, als Regenschirmabdichtung bei nicht


drückendem Wasser
geschlossen, mit Rundumdichtung insbe-
sondere bei drückendem Wasser

- Belüftung in der Regel natürlich, nur für Notfälle künstlich

- Beleuchtung künstlich, nur als Notbeleuchtung

- Signalisierung, Notruf- und Brandmeldeanlagen

- fernüberwacht

- i.d.R. ab 500 m Länge mit zusätzlichen Räumen oder Querverbindungen zu parallel lie-
genden Tunneln, separaten Stollen oder Schächten zur Eigen- und Fremdrettung bei Un-
glücksfällen

- Herstellung in Abhängigkeit von der Baugrundqualität, Durchmesser und Länge als Bag-
ger- oder Maschinenvortrieb bzw. als Tunnel in offener Bauweise mit klassischen Tiefbau-
methoden

- Bahnhöfe und Kreuzungen als Sonderbauwerke


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Typischer Querschnitt eines eingleisigen S-Bahn-Tunnels (City-Tunnel Leipzig)
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Fußgängertunnel

- 1 Röhre
- Breite bis ca. 8 m
- Höhe bis ca. 3 m
- Querschnittsfläche bis ca. 30 m²

- Rechteckprofil: offene Bauweise


- Halbkreis- oder Froschmaulprofil: Regelfall
- Kreisprofil: Regelfall bei Tunneln im Grundwasser

- Abdichtung gegen Grundwasser: Ohne, im Fall ohne Grundwasser;


Rundumdichtung bei Grundwasser

- Belüftung in der Regel natürlich

- Beleuchtung künstlich, als Tageslichtersatz (Sicherheit!)

- i. d. R. keine Notruf- und Brandmeldeanlagen wegen geringer Länge

- i.d.R. keine Fernüberwachung

- keine gesonderten Rettungseinrichtungen

- Herstellung in Abhängigkeit von der Bodenqualität, Durchmesser und Länge als Bagger-
vortrieb bzw. als Tunnel in offener Bauweise mit klassischen Tiefbaumethoden
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Typische Querschnitte verschiedener Fußgängertunnel (SZÉCHY, 1969)
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1.2 Zweckmäßigkeit von Tunneln
! Tunnel als topographische Abkürzung

! Tunnel zur Unterfahrung von Flüssen oder Meerengen

! Tunnel aus Platzgründen

! Kreuzende Verkehrswege

! Ökologie / Umweltschutz

Tunnel aus Platzgründen / kreuzende Verkehrswege - Beispiel City-Tunnel Leipzig (S-Bahn)


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1.3 Beispiele

1857 - 1870 Mont Cenis Eisenbahntunnel F/I 12 km 0,7 mio. m³


1872 - 1878 St. Gotthard Eisenbahntunnel CH 15 km 1,1 mio. m³
1959 - 1964 Mont Blanc Straßentunnel F/I 12 km 0,9 mio. m³
1955 - 1964 Stollensystem Grand Dixence CH 150 km 1,5 mio. m³
1969 - 1980 Gotthard Straßentunnel CH 16 km 1,3 mio. m³
1974 - 1978 Arlberg Straßentunnel A 14 km 1,5 mio. m³
1981 - 1984 Seikantunnel J 54 km 5,0 mio. m³
1982 - 1985 Mühlbergtunnel (DB) D 5,5 km 0,7 mio. m³
1983 - 1986 Landrückentunnel (DB) D 11 km 1,4 mio. m³
1983 - 1989 Mündener Tunnel (DB) D 11 km 1,0 mio. m³
1986 - 1993 Kanaltunnel F/GB 50 km 10 mio. m³
1989 – 1994 Grauholztunnel CH 6,3 km 0,6 mio. m³
1990 - 1994 Saukopftunnel D 2,8 km 0,4 mio. m³
1995 - 1998 Tunnel Königshainer Berge D 3,3 km 0,3 mio. m³
2000 - 2002 Tunnel Dölzschen A 17 D 1,1 km 0,3 mio. m³
2000 - 2002 Tunnel Coschütz A 17 D 2,4 km 0,7 mio. m³
2000 - 2003 Tunnel Bramschstraße, DD D 0,5 km 0,1 mio. m³

Exemplarisch seien einige Daten vom Bau des alten (Eisenbahn) und des neuen (Straße)
Gotthardtunnels gegenübergestellt, um die Entwicklungen und Veränderungen im Tunnel-
bau im Laufe von 100 Jahren zu demonstrieren.

Bauzeit Länge Querschnitt Vortriebsleist. Kosten Arbeiter Tote Verletzte


km m² m/d Mio. SFr
1872-81 15 45 3,5 55 3500 177 (5,4%) 260 (8%)

1969-80 16 70 – 96 6 560 700 12 (1,7%) 25 (3,5%)


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1.4 Abgrenzung Ingenieur-Tunnelbau / Bergbau

Aus WBK, Markscheidekunde (1959)


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1.5 Wirtschaftliche Bedeutung des Tunnelbaus (1)
„Struktur“ (aus HAAK, 2002)
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1.5 Wirtschaftliche Bedeutung des Tunnelbaus (2)
„Im Bau“ und „geplant“ (aus HAAK, 2002)
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1.5 Wirtschaftliche Bedeutung des Tunnelbaus (3)
„Regionalverteilung“ (aus HAAK, 2002)

Tabelle 3: Regionale Zuordnung der geplanten und gemeldeten Verkehrstunnelprojekte (Baubeginn ab 2002)
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1.5 Wirtschaftliche Bedeutung des Tunnelbaus (4)
„Vergabeverlauf“ (aus HAAK, 2002)

Bild 4: Vergabeverlauf im Verkehrstunnelbau der Jahre 1982 bis 2001


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1.6 Anforderungen an den Planer und den Tunnelbauer
1.6.1 Komplexe Planungs- und Bauaufgabe
Verkehrsplanung Trasse, Gradiente, Querschnitt, Ausrüstung

Geotechnik Erkundung, Kennwerte, Gebirgsklassifizierung

Objekt- und Tragwerks- Planen, Berechnen, Bauen


planung Boden, Fels, Beton, Stahl
Spannungen, Verformungen

Bauvertrag Ausschreibung, Vergabe, Vertragsgestaltung,


Vertragsabwicklung,
Nachtragsmanagement.

Finanzierung Kosten als Planungs-, Bemessungskriterium


Kosten als Vergabekriterium
Finanzierung
Kostenkontrolle
Kosten als Entscheidungskriterium allg.

Terminplanung Planungs- und Realisierungszeit


Terminkontrolle

Baubetrieb Bauablauf,
Personal- und Geräteeinsatz

Projektsteuerung Terminsteuerung
Kostensteuerung
Vertragssteuerung

Die Aufgaben aus technischer Sicht umfassen dabei die klassischen Studienfächer Geo-
logie, Boden- und Felsmechanik, Statik, Stahlbau und Betonbau, Hydromechanik und
Baubetriebslehre
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1.6.2 Anforderungsprofil für den Tunnelbauer

Kenntnisse: - Planungsinstrumente
- Baustoffe (Beton, Stahl, Holz)
- Baubetrieb Untertagebau
- Bauverfahrenstechnik
- Geotechnik
- Statik
- Vertragsrecht
- Arbeitsschutz
- Baumaschinentechnik

Persönlichkeit: - Führungseigenschaften
- Teamfähigkeit
- Organisationstalent
- Kaufmännisches Geschick
- Kostenbewusstsein
- Verhandlungsgeschick (Genehmigungen/Nachträge)
- PR-fähigkeiten (Öffentlichkeitsarbeit)
- Blick für das Machbare
- praktische Tunnelbauerfahrung
- räumliches Vorstellungsvermögen
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1.7 Terminologie
1.7.1 Begriffe (SIA 198)
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1.7.2 Figürliche Erläuterung (SIA 198)
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1.8 Grundvariable des Tunnelbaus

Die 3 entscheidenden Variablen im Tunnelbau sind:

Geologie - Geometrie - Herstellprozess

Dies sind die Eckpfeiler des Hohlraumbaus.

Geologie: - Entstehungsgeschichte von Fels / Boden (Vorbelastung)


- Festigkeits- und Verformungseigenschaften von Fels/Boden
- Trennflächengefüge (Schichtung, Klüfte, Scherflächen)
- Gebirgsfestigkeit (im Gegensatz zur Gesteinsfestigkeit)
- Bergwasserverhältnisse
- Verhalten in Abhängigkeit von der Zeit (Kriechen)
- Verhalten in Abhängigkeit vom Wassergehalt (Quellen, Entfestigen)
↘ Erkundung

Geometrie: - Breite / Höhe


- Querschnittsformen (□ ▢ s. S. 3, 4)
- Länge
↘ Planung Endzustand

Herstellprozess: - Vortriebsart (Bagger, Sprengen, TSM, TBM, Schild)


- Bauweise (Vollausbruch, Teilausbruch)
- Betriebsweise (Abschnittslänge, Arbeitsgänge)
- Sicherungsmethoden (temporär, endgültig)
↘ Planung Herstellung
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1.9 Literatur / Organisationen


Zeitschriften:

Felsbau, Fachzeitschrift für Ingenieurgeologie, Geomechanik und Tunnelbau; Essen (Verlag


Glückauf)

Tunnel, Internationale Fachzeitschrift für unterirdisches Bauen; Gütersloh (Bertelsmann


Fachzeitschriften)

Geotechnik, Zeitschrift für Bodenmechanik Erd- und Grundbau Felsmechanik Ingenieurgeo-


logie Geokunststoffe Deponien und Altlasten; Essen (Verlag Glückauf)

Monographien:

Hoek, E., Brown, E.T. (1980): Underground Excavations in Rock, Herford (printed by Austin
and Sons Ltd.)

Kastner, H. (1971): Statik des Tunnel- und Stollenbaus, Berlin

Maidl, B. (1988/1994): Handbuch des Tunnel- und Stollenbaus, Essen

Maidl, B. Herrenknecht, M., Anheuser, L. (1995): Maschineller Tunnelbau im Schildvor-


trieb; Berlin

Müller-Salzburg, L. (1978): Der Felsbau, Bd. 3, Stuttgart

Terzaghi, K. (1968): Rock Tunneling with Steel Supports Ohio, USA (Commercial Shearing,
Inc.)

Terzaghi, K. (1977): Earth Tunneling with Steel Supports Ohio, USA (Commercial Shearing,
Inc.)

Tunnelbau: Taschenbuch für den Tunnelbau (27 Bände), Essen

Wittke, W. (1984): Felsmechanik.- Berlin


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Vorschriften und Regelwerke:

Richtlinie 853: DB Netz AG: - Eisenbahntunnel planen, bauen und instand halten, Neuaus-
gabe, gültig ab 01.06.2002.

DIN 18 312: Untertagebauarbeiten, , Deutsches Institut für Normungen e.V., Berlin.

ÖNORM B2203: Untertagebauarbeiten, Österreichisches Normeninstitut, Wien.

SIA 196: Baulüftungen von Untertagbauten (1983), Schweizerischer Ingenieur- und Archi-
tekten-Verein, Zürich.

SIA 198: Untertagbau (1975), Schweizerischer Ingenieur- und Architekten-Verein, Zürich.

SIA 198/1: Tunnel- und Stollenbau im Fels mit Vortriebsmaschinen (1985), Schweizerischer
Ingenieur- und Architekten-Verein, Zürich.

SIA 199: Erfassen des Gebirges im Untertagbau (1975), Schweizerischer Ingenieur- und Ar-
chitekten-Verein, Zürich.

Fachgesellschaften

Deutsche Gesellschaft für Geotechnik e.V.


Hohenzollernstraße 52, D-45128 Essen

Österreichische Gesellschaft für Geomechanik


Paracelsusstraße 2, A-5020 Salzburg

Studiengesellschaft für unterirdische Verkehrsanlagen e.V.


Mathias-Brüggen-Straße 41, D-50827 Köln
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0. Stoffübersicht 27.10.2004

2. Planung und Erkundung


2.1 Planung Endzustand
2.2 Planung Herstellung
2.3 Ausschreibung
2.4 Erkundung
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2. Planung und Erkundung
2.1 Planung Endzustand
2.1.1 Trasse

! Kürzeste Verbindung; Gerade wg. Sicht, leichterer Ausführung, Vereinfachung Abste-


ckung, besserer Belüftung;

! Günstigste Verbindung; Durchfahren möglichst standfester Schichten, einheitliche


Ortsbrustverhältnisse; Ausweichen ungünstiger geologischer Gegebenheiten (Störun-
gen möglichst normal, Karst, ungünstige Trennflächenverschneidungen, usw.);

! Mindestradien nach Verkehrsmittel und Entwurfsgeschwindigkeit;

! Vermeidung schleifender Schnitte beim An- und Ausfahren;

! Mindestabstand bei benachbarten Röhren (möglichst ≥ 1 D)

! Vermeidung von Lehnensituationen bei instabilen Hängen

! Zugluft (Bsp. Rudersdorfer Tunnel)

! Anordnung Portale

! Hindernisse (Bebauung)

Trassenvarianten, Vorzugsvariante.
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2.1.2 Gradiente

! Maximale Steigung nach Verkehrsmittel und Entwurfsgeschwindigkeit;

! Mindestneigung z.B. für Wasserabfluss ≥ 2 ‰ (3 ‰);

! Scheitelpunkt für Entwässerung bei langen Tunneln, Erleichterung 2. Angriff bei Was-
serandrang;

! Überdeckung (Talquerungen)

! Längsentwicklung
- Verkehrsanforderungen (Bahnhöfe bei U-Bahnen);
- Traktion
- Abgase
- möglichst standfeste Schichten (Fest-/Lockergestein)
- oberhalb GW-Spiegel
- Vermeidung „mixed face conditions“

2.1.3 Länge
! Trassierung

! Überdeckung (Länge Voreinschnitt, Lage Anschlag)

! Lage Portale

(Bsp. Burgholztunnel)
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2.1.4 Querschnitt

- Form/Abmessungen
- Richtungsfahrbahn getrennt/zusammen, eingleisig/mehrgleisig/einspurig/
zweispurig, Standspuren
- Sicherheit, Kosten, Luftwiderstand bis 2-fach, Begegnungsverkehr
- Basisanforderungen aus Nutzung (Lichtraum, hydraulisch erforderlicher Querschnit-
te, etc.)
- Einbauten
- Bauweise (TBM)
- Gebirgsdruck / Konvergenz
- Spannungsverhältnis (stehende Ellipse bei Dominanz der Vertikalspannungen)
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2.1.5 Einbauten und Ausrüstung
! Belüftung

! Beleuchtung

! Entwässerung

! Signalisierung

! Überwachung

! Befestigung Fahrleitung / Signale

! Steuer- und Bedienungseinrichtungen


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2.1.6 Portale
! Portale = Übergang von Tunnel in den Einschnitt / Brücke / freie Strecke, usw.

! Meist nicht identisch mit Anschlagpunkt (bergmännische / offene Bauweise, Vorein-


schnitt)

! Häufig als Stützwand / Steinschlagschutz (Portalkessel)

! Adaptionsstrecke

! Schäden durch Frost / Temperaturspannungen

! Früher gemauert, heute meist Innenschale nach außen verlängert (Bsp. A17, Olpe,
Burgbergtunnel)

Tunnel Metsovo, Griechenland


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2.1.7 Betriebseinrichtungen
! Lüftungsbauwerke (Metsovo)

! Leitwarten (Überwachung, Steuerung)

! Überleitungseinrichtungen

! Pumpwerke (Entwässerung)

Lüfterbauwerk Tunnel Metsovo, Griechenland


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2.1.8 Sicherheitseinrichtungen (Katastrophenschutz)
(EBA-Richtlinie)

! Randwege (meist erhöht)

! Standstreifen

! Pannenbuchten

! Schutznischen

! Löschwasserleitungen / Löschwasserversorgung

! Rauchabzugsschächte

! Fluchträume

! Querschläge

! Rettungsschächte mit Zugängen

! Fluchtstollen (meist parallel, Vorteil 2-röhrige Tunnel)

! Rettungsplätze

! Rettungszufahrten

! Überwachungseinrichtungen

2.1.9 Bemessung
! Innenschale (Einfluss auf Ausbruchquerschnitt)

Siehe gesondertes Kapitel


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2.1.10 Bauzeit, Kosten, Finanzierung
! Planungsvorlauf (Ausführungsplanung, Konzeption und Bau von Maschinen, Prüfung,
Genehmigungen)

! Bauvorbereitung: Herstellung von Zufahrten, Einrichtungsflächen, Einrichten, Herstel-


len Voreinschnitte, Zugangsstollen, Anschlagwände, etc.).

! Vortrieb (meist Durchlaufbetrieb/Leistungen)


konventionell 2 - 6 m
maschinell 6 - 12 m (und mehr)
Schild ca. 6 m

zur Bauzeitverkürzung mehrere Angriffe (Beispiel Schulwald-Tunnel)

! Kosten (netto, ohne MWSt.)


Stollen 5.000,-- bis 8.000,-- €/m
Eisenbahntunnel 10.000,-- bis 15.000,-- €/m
Autobahntunnel 15.000,-- bis 20.000,-- €/m

! Finanzierung
(öffentlich / Public-private partnership / BOT)

2.1.11 Genehmigungen
! Planungsrecht (öffentlich rechtlich)

Raumordnung
Plangenehmigung
Planfeststellung

↘ Planfeststellungsbeschluss (mit Auflagen z.B. bzgl. Durchlaufbetrieb, Sprengen bei


Nacht, Zulieferung / Abtransport, Emission, Grundwasserschutz)

Grunderwerb
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2.2 Planung Herstellung
2.2.1 Bauvorbereitung
! Zugang

! Baustelleneinrichtung

! Ver- und Entsorgung (Abraum, Beton, Wasser, Druckluft, Strom, etc.)

! Voreinschnitte / Anschlagwände (s. Kap. 9)

! Zwischenangriffe

2.2.2 Bauverfahren
! Ausbruch (Bagger, Sprengen, maschinell, Vollschnitt, Teilschnitt, Schild)

! Sicherung (Stahlbögen, Stahlverzug, Anker, Spritzbeton als Versiegelung/tragende


Schale, Tübbinge, Holzzimmerung, usw.)

! Verbau / Ausbau

! Vorauseilende Sicherung

! Ortsbrustsicherung

! Anwendungsgrenzen

Vortriebsmethode Gebirge
konventioneller Sprengvortrieb Festgestein
maschineller Vortrieb (Vollschnitt- oder Teilschnittmaschine) Fest- und Lockergestein
Schildvortrieb Lockergestein
Messervortrieb Lockergestein
Messerschildvortrieb Lockergestein
Druckluftverfahren mit Vorfestigung Lockergestein
(Gefrierverfahren oder durch Injektionen) Lockergestein
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2.2.3 Bauweise (Ausbruchsart, Querschnittsaufteilung)


! Vollausbruch / Teilausbruch
! geotechnische und baubetriebliche Aspekte
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(Bochumer Querschnitte)
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2.2.4 Betriebsweise (Vortriebsverfahren, Längsentwicklung)
! intermittierend / kontinuierlich

! Längsentwicklung bei Querschnittsunterteilung

! gleisloser Betrieb / Gleisbetrieb

! Parallelarbeiten (Ausbruch/Sicherung/Abdichtung/Einbau Innenschale)

! Sohlschluss

! Auffahrrichtung (Trennflächengefüge, Wasser)

! Anzahl der Angriffe

2.2.5 Bemessung
(siehe gesondertes Kapitel)

2.2.6 Ver- und Entsorgung


! Abraum

! Sicherungsmittel

! Bewetterung

! Entwässerung / Neutralisierung / Entsorgung

! Wiederaufbereitung / Deponierung
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2.2.7 Genehmigungen
! Arbeitsschutz
! Emissionsschutz
! Immissionsschutz
! Ablagerung / Entsorgung

2.2.8 Überwachung und Dokumentation


Notwendigkeit

! Unsicherheiten bei der Bestimmung der generellen Gebirgseigenschaften


! lokale Besonderheiten
! starke Vereinfachungen bei der Lastermittlung, der Spannungs- und Verformungsbe-
rechnung
! ungenügende Berücksichtigung von Bauzuständen

↘ messtechnische Überwachung des Gebirgsverhaltens beim Ausbruch, teilweise


auch über Lebenszeit des Bauwerks (Gebirge mit rheologischen Eigenschaften)

Aufgaben

! Messung insbesondere von Verformungen, auch Spannungen (Extensometer, Druck-


messdosen, Konvergenz- und Senkungsmessungen)
! Absolutwerte und Trendanalyse (zeitlicher Verlauf), heute vielfach online an alle
Beteiligte (Planer, Prüfingenieur, Gutachter, Bauherr, Firma).
! Vergleich mit Prognose
! Überwachung des zeitabhängigen Verhaltens / Anpassung der Bauweise, der Betriebs-
weise „Umklassifizierung“
! „Beobachtungsmethode“ (EC7) (vertiefte Behandlung in Kapitel 7)
(Bsp. A17 / NBS / Olpe)
! Dokumentation
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Meßmethoden

Instrumentierung von Tunneln (Sharp et al. 1977)

Instrumentierungsbereiche

(A) Intensive Überwachung, um das Verhalten von oberflächennahem Fels und das
Verhalten des Ausbaus abzuschätzen.
(B) Bereich der hauptsächlichen Änderungen in Spannung/Dehnung.
(C) Bereich der signifikanten Verschiebungen.

Instrumentierung

(1) Mehrfach-Bohrloch-Extensometer, um die Verschiebungen an der Felsoberfläche und


in der Tiefe zu messen.
(2) Genaues Nivellement, um die Oberflächenbewegung der Extensometerköpfe zu
ermitteln und die Messergebnisse der Extensometer zu überprüfen.
(3) Konvergenzmessungen zwischen den Extensometerköpfen, um die Oberflächenver-
schiebung zu messen und um die Messergebnisse der Nivellements und der Exten-
someter zu überprüfen.
(4) Alternativ steifer Ausbau, z.B. hydraulische Stempel (nicht eingezeichnet).
(5) Im Fels eingebaute Druckkissen, um tangentiale Spannungsänderungen zu messen.
(6) Messung der Ausbaubelastung (nicht eingezeichnet).
(7) Messung der piezometrischen Drücke (nicht eingezeichnet).
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2.3 Ausschreibung und Vergabe
! VOB

! Leistungsbeschreibung mit Leistungsverzeichnis

! Leistungsbeschreibung mit Leistungsprogramm (Funktionalausschreibung)

2.4 Erkundung
2.4.1 Wechselwirkungen Tunnel / Gebirge
! Primärspannungszustand / Sekundärspannungszustand (Eigengewicht, Tektonik, Tem-
peratur)
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! Störungen

! Wirkung Ausbau (Steifigkeit, Einbauzeitpunkt)

! Gewölbewirkung

! Einfluss Trennflächengefüge (Orientierung, Scherfestigkeit, Durchtrennung)

! Standzeit und freie Stützweite (Lauffer)


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Geologische Faktoren im Felshohlraumbau
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! Einfluss Tektonik (Primärspannungen)

! Einfluss Wasser (Wasserdruck, Chemismus)

! Einfluss Bettung

! Verspannbarkeit

! Einfluss Hindernisse (City-Tunnel)

! Einfluss Durchlässigkeit (Ausbläser, Wasserzutritt)

! Einfluss Ortsbrustverhältnisse (mixed face)

! Einfluss mineralogische Zusammensetzung (Abrasivität, Werkzeugverschleiß, Staub-


entwicklung)

! Einfluss Karst

! Einsatzgrenzen

„Vor der Hacke ist es duster“

↘ Notwendigkeit der Erkundung der Untergrundverhältnisse

Die Leistungskurve zeigt,


dass bei relativ kleinen
Wassermengen schon
große Leistungseinbrüche
feststellbar sind
(SIDING, 1987, S. 188)
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2.4.2 Erkundungsziele und -strategien
! Erklärung von Baugrundaufbau und –eigenschaften für den Entwurf

! Erstellung eines Baugrundmodells (Geometrie und Eigenschaften)

! Wahl des geeignet(st)en Bauverfahren in technischer und wirtschaftlicher Hinsicht.

! Vermeidung von Gefahren / Schäden

! Erkennen und Minimierung von Risiken

! Vermeidung von Bauzeit- und Kostenüberschreitungen / Nachträgen

! Verantwortlichkeit des Bauherrn, „Baugrundrisiko“, VOB, A, § 9

! Leitungen, Kanäle, Kampfmittel, Hindernisse

2.4.3 Erkundungsverfahren
! Karten, Luftbilder

! vorhandene Aufschlüsse

! laufende oder abgeschlossene Bauvorhaben

! Aufschlussverfahren (direkt / indirekt)

! flächig wirkende Verfahren (geologische/geotechnische/hydrologische Kartierung, Geo-


physik)

! punktförmig wirkende Verfahren (Bohrungen, Sondierungen, Schürfe)

! Erkundung im Querschnitt (Bohrungen in der Achse, Erkundungsstollen, Mehrfachfunk-


tion von Erkundungsstollen)
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! Feldversuche (Indexversuche, Großversuche, wie Großscher- und Druckversuche,
Druckkissenversuche, Bohrlochersuche, wie acoustic log, Dilatometerversuche,
Hydrofrac-Versuche, geophysikalische Bohrlochmessungen, Pumpversuche)

! Laborversuche (Repräsentative Proben in Boden und Fels)

(Beispiele Engelberg, Metsovo, Kurobe)

2.4.4 Anordnung, Umfang und Ablauf


! Erwartungsmodell des Baugrunds als Planungsbasis

! Erkundungsziele

! Erkundungswahrscheinlichkeit

! Auswahl geeigneter Verfahren

! Festlegung Raster und Tiefen

! stufenweise Ausführung; synchrone Auswertung und Optimierung des Programms.

! Kombination von Erkundungsverfahren.

Hinweis: Tunnel sind nach DIN 4020, Geotechnische Untersuchungen für bautechnische
Zwecke, grundsätzlich in die geotechnische Kategorie 3 mit den höchsten Erkundungsan-
forderungen einzustufen.

! Umfang (Bauaufgabe, Erwartungshorizont, Risikogröße; Anteil am Projektbudget im


allg. 2 – 5 % der Baukosten)

! Ablauf (Machbarkeit, Vorplanung, Entwurfsplanung, baubegleitende Erkundung)

! Zeitbedarf (Konzeption, Ausschreibung, Durchführung, Auswertung)

! Überwachung, Dokumentation

! Normen / Richtlinien
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2.4.5 Auswertung, Idealisierung und Modellbildung
! Identifizierung der Schichtlagerung

! geologische / geotechnische Schnitte

! statistische Methoden der Messwertaufbereitung

! Modellbildung (Geometrie, Kennwerte, Primärspannungszustand

! Zuverlässigkeit und Risiko


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2.4.6 Gebirgsklassifizierung im Felshohlraumbau
! Verknüpfung Gebirgseigenschaften und Gebirgsverhalten (empirisch)

! Basis meist Lauffer-Zuordnung Standzeit und freier Stützweite zu Gebirgsklasse

! RABCEWICZ

! System BIENIAWSI

! System NGI (BARTON)

! Beispiel PA 4, Tunnel Ferntal

Erkundungsstollen Metsovo, Griechenland


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Technische Universität Dresden


Institut für Geotechnik

Grundlagen des Tunnelbaus


Dr. Raymund M. Spang

Skriptum zur Vorlesung


WS 2004 / 2005
Dr. Spang
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0. Stoffübersicht 10.11.2004

3. Offener Tunnelbau
3.1 Anwendung
3.2 Ablauf
3.3 Beispiele
4. Bergmännischer Tunnelbau
4.1 Grundvoraussetzung
4.2 Anschlag
4.3 Ausbruch
4.4 Sicherung
4.5 Entwässerung
4.6 Abdichtung
4.7 Bewetterung / Belüftung
4.8 Transport
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2.4.7 Prognose

SIA-Empfehlung, Erfassen des Gebirges im Untertagebau, Ausg.199, 1975 (akt. 1998)


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3. Tunnelbau in offener Baugrube
(„cut and cover“) Übersicht, Fachgebiet Grundbau

3.1 Anwendung
! Geringe Überdeckung (Voreinschnitte im Fels < 0,5 D)

! Freie Strecke (keine Überbauung)

! Genehmigungsfähigkeit

! Wirtschaftlichkeit

Kosten / m

berg
män
nis cher
Vort
rieb

ieb
r Vortr
ne
offe

Überdeckung [m]
0,5 D 1,0 D 1,5 D

Kostenvergleich offener / geschlossener Vortrieb; die tatsächlichen Grenzkosten hängen vom


Einzelfall ab.
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Offener Tunnelbau, Essen, Huyssenallee, ca. 1965


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3.2 Ablauf
3.2.1 Wasserhaltung
Grundsätzliches
- Lage Grundwasserspiegel
- Durchlässigkeit / Zufluss / Beschaffenheit
- Einwirkungen auf Umgebung (bauzeitlich / permanent)
- Genehmigungsfähigkeit
- Entsorgung

Absenkung (offene, geschlossene Wasserhaltung)

Abdichtung
- Einbindung in dichten Horizont
- Dichtsohle (flach-/tief liegend)
- Unterwasserbetonsohle

Grundwasserkommunikation
- Flächenfilter
- Horizontaldränagen
- Vertikalbrunnen

3.2.2 Herstellen der Baugrube


! Abböschen; Böschungswinkel abhängig vom Material / Grundwasserstand

! Stützen
- Trägerwand
- Spundwand
- Pfahlwand
- Schlitzwand

! Aussteifen / Ankern
- Entsorgung / Wiederverwendung
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3.2.3 Herstellung des Bauwerks
siehe Stahlbetonbau

3.2.4 Wiederverfüllung
siehe Erdbau

3.3 Beispiele
! Tunnel Olpe

offene Bauweise im Schutz eines wasserdichten Verbaus

! Tunnel Bad Ems

! Haltepunkte City Tunnel Leipzig


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4. Bergmännischer Tunnelbau im Festgestein
4.1 Grundvoraussetzung
! Standzeit / freie Stützweite

! Geometrie

! Länge

4.2 Anschlag
! Mindestüberdeckung

! Voreinschnitt

! Anschlagwand

! Luftbogenstrecke

4.3 Ausbruch
4.3.1 Bauweise (Querschnittsaufteilung)
Vorüberlegung
- Standsicherheit Bauzustände
- Baubetriebliche Gesichtspunkte
- Unfallverhütung

Aufteilung
- Vollausbruch
- horizontale Aufteilung (Kalotte / Strosse / Sohle)
- vertikale Aufteilung (Firststollen, Mittel- / Sohlstollen, Ulmenstollen)
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Bauweise nach MORITZ et al, 2002

4.3.2 Betriebsweise

! Vollständige Trennung der Hauptvorgänge (vollständiger Vortrieb Kalotte, dann erst


Strosse, usw.)
! Paralleler Ablauf

Tunnel Altengronauer Forst, nachlaufender Strossenvortrieb


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Gebräuchliche Tunnelbauweisen nach MÜLLER, 1978, S. 560


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4.3.3 Löseverfahren

Mechanisches Lösen
- händischer Vortrieb
- Baggervortrieb
- Teilschnittvortrieb
- Vollschnittvortrieb

Sprengvortrieb
- Arbeitsablauf Taktbetrieb, kontinuierlicher Betrieb

Sprengvortrieb

Vollschnittvortrieb

Ausbruchphasen nach MÜLLER, 1978, S. 338f


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Grenzen der wirtschaftlichen Einsetzbarkeit von Teilschnittmaschinen


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Teilschnittmaschine

Vollschnittmaschine
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4.4 Sicherung

4.4.1 Funktion

! Unfallschutz (Steinfall)

! Versiegelung (Festigkeitsabnahme)

! Bauzeitliche Stützung

! Permanente Stützung

4.4.2 Sicherungsmittel
! Maschendraht / Baustahlmatten

! Holzzimmerung

! Stahlbögen

! Kleinpfähle, Anker

! Spritzbeton

! Verzug (Holzbohlen, Kanthölzer, Stahlbleche, Spritzbeton)

! Ortbeton

! Vorpfänddielen

! Spieße

! Rohrschirme

! HDI-Schirme

! Brustkeile
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4.4.3 Wirkungsweise und Einbauzeitpunkt
! Starr / nachgiebig

! Entwicklung Gebirgstragring

! Sicherung Ausbruchrand (Sargdeckel, Keile)

! Vorauseilende / nacheilende Sicherung

Verformungsverhalten verschiedener Einbauten nach LOMBARDI (1971)


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4.4.4 Ausbruchklassifizierung
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Zusammenstellung der Ausbruchsklassen beim Richthoftunnel nach MAIDL (1988)


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4.5 Entwässerung
4.5.1 Einfluss auf den Vortrieb
! Zuflussmenge

! Geotechnische Aspekte

! Baubetriebliche Aspekte

! Grenzwassermenge

4.5.2 Zutritt zum Vortrieb


! Freier Zutritt über Ortsbrust und Leibung

! Vorauseilende Absenkung über Brunnen von oben / Entlastungsbohrungen vom Tunnel

4.5.3 Fassung und Ableitung


! Abschlauchen

! Flächiger Abfluss

! Entwässerungsgräben

! Pumpensümpfe und Rohrleitungen


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Die Leistungskurve zeigt, dass bei relativ kleinen Wassermengen schon große Leistungs-
einbrüche feststellbar sind (SIDING, 1987)

4.5.4 Behandlung und Einleitung


! Wasserqualität

! Neutralisierung

! Klärung

! Einleitung in Vorfluter

4.6 Abdichtung (Notwendigkeit und Anforderung)


! Anforderungen an Dichtigkeit

! Regenschirmabdichtung

! Fullround-Abdichtung

! WU-Beton

! Injektionen
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4.7 Bewetterung / Belüftung / Beleuchtung
4.7.1 Bauzeitlich
! Typen

! Luftmengen

4.7.2 Permanent

4.8 Transport
! Stoffe und Mengen

! Transportmittel
- Gleistransport
- Förderband
- Kraftfahrzeuge
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Dr. Raymund M. Spang

Skriptum zur Vorlesung


WS 2004 / 2005
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0. Stoffübersicht 24.11.2004

5. Bergmännischer Tunnelbau im Lockergestein


5.1 Charakteristische Randbedingungen
5.2 Grundsätzliche Merkmale
5.3 Schildvortriebe
5.4 Sonderverfahren
5.5 Beispiele
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5. Bergmännischer Tunnelbau im Lockergestein
5.1 Charakteristische Randbedingungen
! Standzeit zu gering für Aufbau Stützdruck bei konventionellem Verbau

! Keine (nennenswerte / dauerhafte) Gewölbewirkung

! Senkungen an der Oberfläche ohne zusätzliche Maßnahmen (zu) groß

! Grundwassereinfluss teilweise beherrschend für Wahl Bauverfahren

↘ Gebirge muss sofort beim Lösen gestützt werden.

Entscheidend sind:

! Reibungswinkel; Kohäsion

! Lagerungsdichte / Konsistenz

! Wasserdruck

! Durchlässigkeit

! Größe Hohlraum

! Überlagerung

! Überbauung

Ohne Stützung:

! Verbruch

! Sackungen Oberfläche

! Suffosion

! Hydraulischer Grundbruch
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5.2 Grundsätzliche Merkmale
5.2.1 Bauzeitliche Stützung des Gebirges
! mechanisch (vollflächig, teilflächig)
- Abböschen Ortsbrust
- Brustverzug
- Brustplatten
- Vorpfänden
- Erddruck
- Stahlzylinder (Leibung)

! pneumatisch
- Druckluft

! hydraulisch
- Stützflüssigkeit
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5.2.2 Abbau (Lösen)
! händisch

! mechanisch, teilflächig
- Bagger (separat, integriert)
- Schneidarm

! mechanisch, vollflächig, geschlossen


- Schneidrad

! hydraulisch
- vollflächig
- geschlossen
- (in der Regel mit Spülförderung kombiniert)

Die Schildsysteme. Übersicht über die verschiedenen Ausbruchsverfahren (MAIDL, 1994, S. 164)
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5.2.3 Abtransport Ausbruch
! Loren (gleislos, gleisgebunden)

! Förderband

! Spülförderung

5.2.4 Behandlung
! Wiedereinbaufähigkeit

! Deponiefähigkeit

5.2.5 Endgültige Stützung (Ausbau)


! Konventionell (mit Druckluftstützung)

! Tübbinge (Stahl- / Stahlbeton)

! Extrudierbeton (Faserbewehrung)

5.3 Schildvortriebe
5.3.1 Offene Schilde
! kreisförmig, oval, rechteckig

! keine Grundwasserstützung, deshalb nur oberhalb Grundwasserspiegel einsetzbar

! Ortsbruststützung ggf. mit Brustplatten, Brustbühnen

! Bodenabbau händisch, mit Bagger, Schneidarm, hydraulisch

! geringe Investitionskosten

! guter Zugang zur Ortsbrust, einfache Hindernisbeseitigung

! oft kombiniert mit Rohrvortrieb


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5.3.2 Druckluftschilde
! kreisförmig, oval, rechteckig

! Grundwasserstützung durch Druckluft, Einsatz im Grundwasser

! Ortsbruststützung ggf. mit Brustplatten, Brustbühnen

! Bodenabbau händisch, mit Bagger, Schneidarm, hydraulisch

! hohe Investitionskosten

! Obergrenze Luftdruck nach Druckluftverordnung


- Risiken für Gesundheit
- Leistungseinbußen
- Ein- und Ausschleußzeiten
- Tauglichkeitsprüfung

! Sicherheit gegen Ausbläser, Ausgleich von Druckverlusten

! guter Zugang zur Ortsbrust, einfache Hindernisbeseitigung

! erhöhte Brandgefahr

! mit offenen Schilden kombinierbar


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5.3.3 Flüssigkeitsschilde
! kreisförmig, geschlossen

! Grundwasser- und Erddruckstützung mittels Stützflüssigkeit (und tlw. Druckluft, Bento-


nit, wie Schlitzwände)

! Bodenabbau meist mit Schneidrad, tlw. mit Fräsarm oder hydraulisch

! Lösen des Bodens in geschlossener Abbaukammer

! hohe Investitionskosten

! Abtransport durch kontinuierliches Abpumpen des Boden-/Stützflüssigkeitsgemischs


aus der Abbaukammer

! Bodenaufbereitung in Separieranlage

! Ausbau mit Tübbingen oder Extrudierbeton

! schwierige Hindernisbeseitigung

! Hydroschilde, Thixschilde, Slurryschilde, Hydrojetschilde

Prinzip der Flüssigkeitsstützung nach MAIDL, 1994, S. 171


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5.3.4 Erddruckschilde (EPBS)
! kreisförmig, geschlossen

! Grundwasser- und Erddruckstützung mittels unter Druck stehendem abgebautem Boden


in der Abbaukammer

! Druckaufbau über Vortriebspressen / Druckwand auf den gelösten Boden

! Druckregulierung über Pressenvorschub und/oder Schneckendrehzahl

! Bodenabbau über Schneidrad

! Förderung
- Schneckenförderer
- konventioneller Weitertransport
- hydraulische Förderung

! hohe Investitionskosten

! Ausbau mit Tübbingen / Extrudierbeton

! Bodenkonditionierung (geringe innere Reibung, breiige Konsistenz, geringe Durchläs-


sigkeit)

! optimal in tonig-schluffigen Böden

! schwierige Hindernisbeseitigung

Prinzip der Erddruckstützung nach MAIDL, 1994, S. 174


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5.3.5 Messerschilde
! kreisförmig, rechteckig, oval

! Grundwasserstützung ggf. mittels Druckluft, Ortsbruststützung mit Brustverbau; Stüt-


zung Leibung mit Vortriebsmessern

! Messermantel auf 2 bis 3 Ausbruchbögen mit 12 bis 18 cm breiten Messern

! Vorschub der Messer hydraulisch in 50 bis 100 cm langen Abschnitten

! Ausbau mit Ortbeton / extrudiertem Faserbeton, Spritzbeton

! Bodenabbau mit Bagger, Fräsarm, hydraulisch

! schwer steuerbar, meist größere Oberflächensenkungen

! mittlere Investitionskosten, heute weniger gebräuchlich

! guter Zugang zur Ortsbrust, einfache Hindernisbeseitigung

! ungeeignet in Böden mit Blöcken

5.3.6 Einsatzgrenzen nach K. FUJITA (1971)


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5.4 Sonderverfahren
! Senkkasten (Caisson)

! Deckelbauweise

5.5 Beispiele

Senkkastenbauverfahren, Beispiel Landwehrkanaltunnel, Zentraler Bereich, Berlin


(aus „Drehscheibe Berlin“, DB Projekt GmbH Knoten Berlin)
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Deckelbauweise
(aus „Eine Stadt bahnt sich den Weg“ Verlag A. F. Koska, Berlin 1986)

Kärntner Deckelbauweise
(aus „Stadt Bochum, Westtangente“ Tiefbauamt, Informationsschrift Nr. 16)
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Grundlagen des Tunnelbaus


Dr. Raymund M. Spang

Skriptum zur Vorlesung


WS 2004 / 2005

Bewässerungsstollen Tashishkari, Georgien, Druckerscheinungen in der Tunnelfirste

Download Skriptum: http://www.tu-dresden.de/biwigt/Grundbau/Lehre/tnnlb.html


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0. Stoffübersicht 01.12.2004

6. Standsicherheit und Gebrauchsfähigkeit


6.1 Mechanisches Verhalten des Festgesteins
6.2 Gebirgsdruck
6.3 Wirkungsweise des Ausbaus
6.4 Bauzustände und Endzustand
6.5 Bemessungsverfahren
6.6 Gebrauchsfähigkeit
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6. Standsicherheit und Gebrauchsfähigkeit
6.1 Mechanisches Verhalten des Festgesteins
6.1.1 Spannungs-Verformungsverhalten
! Gestein / Gebirge

! Isotropie / Anisotropie

! Homogenität / Inhomogenität

! Kontinuum / Diskontinuum

Vollständige Spannungs-Dehnungskurve mit zyklischer Belastung im „post-failure“ (Nach-


Bruch-)bereich nach DENKHAUS, 1973
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6.1.2 Einfluss der Trennflächen
! Einfluss von Trennflächen auf die Festigkeit (Beispiel für eine Trennflächenschar)

σ1 > σ 2 = σ 3

! minimale Festigkeit bei β = 45° + ϕ/2 (nur noch ca. 1/3 der Materialfestigkeit)

! außerhalb der Parabel ist die Trennfläche mechanisch unwirksam, Bruch geht durch in-
taktes Material
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6.1.3 Bruchhypothesen
! Beispielhaft Mohr- / Coulomb’sche Bruchhypothese τ = c + σ x tan ϕ
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6.2 Gebirgsdruck
6.2.1 Primärspannungszustand (vor Beginn Ausbruch)
! Eigengewicht (SEEBER, 1974)

Annahme: Oberfläche horizontal, Gebirge isotrop.

Seitendruckziffer λ aus Versuchen;

0,2 ≤ λ ≤ 3

! Lage zur freien Oberfläche

The influence of
topography on
initial stresses
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! Entspannung in den Flanken (tiefer) Täler, Talzuschub, atektonische Klüftung

! Anisotropie der Festigkeitseigenschaften (GOODMAN, 1980, 102)


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! Tektonische Spannungen (λ > 0,4)
- Plattentektonik
- Gebirgsbildung
- Störungen

! Schwelldruck
- Volumenzunahme durch Quellen (Aktive Tonminerale)
- Mineralumwandlung (Gips/Anhydrit)
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6.2.2 Sekundärspannungen
! (vorübergehende) Wegnahme der Stützung

Spannungszustand
am Hohlraumrand
(SEEBER, 1974)

! Spannungsänderungen führen zu Verformungen bis neues Gleichgewicht erreicht oder


Bruch eintritt.

! Plastifizierung, elastische Verformung

! Gebirgstragring

! Schwelldruck infolge Wasserzutritt / Entspannung


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6.2.3 Auswirkungen auf den Tunnelbau
Gebirgsdruck (KASTNER, 1971): Alle Auswirkungen des sekundären Spannungszustandes
des Gebirges, die im nicht ausgebauten Hohlraum in den Randzonen des Gebirges auftre-
ten oder in Wechselwirkung mit dem zeitweiligen bzw. dauernden Ausbau diesen beanspru-
chen; man unterscheidet 3 Erscheinungsformen:

1) Auflockerungsdruck: Wirkung lockerer Gebirgsmassen auf den Verbau / Ausbau;


durch Trennflächengefüge und/oder vortriebsbedingte Auflockerung des Gebirgsver-
bandes; bevorzugt in der Firste, schwächer in den Ulmen; nicht möglich in der Sohle.

2) echter Gebirgsdruck: verursacht durch Übergang vom elastischen zum plastischen


Gebirgsverhalten im Gefolge der Spannungsänderungen beim Ausbruch; äußert sich in
a) Bergschlägen; b) mäßigen, von den Ulmen ausgehenden Verformungen und
Gesteinsablösungen; c) starken, von den Ulmen ausgehenden plastischen
Verformungen und Brucherscheinungen, die mit Stauchungen im First und an der Sohle
verbunden sein können; d) plastischen Verformungen und u.U. auch Ablösungen, die
den ganzen Umfang des Ausbruchs erfassen.

3) Schwelldruck: verursacht durch Volumenzunahme des Gebirges / Gesteins infolge


Wasseraufnahme, insbesondere bei tonhaltigen und anhydrithaltigen Gebirgsarten.

Typische Brucherscheinungen in der Tunnelschale.


a) durch Zerdrücken, b) durch Abscheren,
c) durch Verdrücken infolge Vertikaldruck,
d) durch Knicken, e) infolge Horizontaldruck
(MÜLLER, 1978)
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6.3 Wirkungsweise des Ausbaus
! Verhinderung der Auflösung des Gesteinsverbandes an der Oberfläche

! Verminderung der tangentialen Druckspannung σ’t = σt - pa

! Aufbau einer radialen Druckspannung am Ausbruchsrand von σr = 0 auf σr = pa, wo-


durch der Spannungskreis kleiner, d.h. der Scherwiderstand des Gebirges größer wird.
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(aus Hochschul-Skriptum NATAU)


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6.4 Bauzustände und Endzustand
! Querschnittsaufteilung

! Vortriebsgeschwindigkeit

! Unterbrechungen

! Dreidimensionaler Lastabtrag

! Einbauzeitpunkt Innenschale

! Lebensdauer

6.5 Bemessungsverfahren
6.5.1 Aufgaben
! Ermittlung der Belastung

! Bemessung des Verbaus

! Bemessung der Innenschale (Einbauzeitpunkt)

6.5.2 Bruchkörpermodell
! Begrenzung durch Trennflächen
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! Begrenzung durch Gewölbewirkung (TERZAGHI, 1977)
Dr. Spang Blatt 99
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6.5.3 Analytische / numerische Verfahren
! Komplexe Systeme (s.o.)

! In der Regel keine geschlossenen Lösungen

! Numerische Verfahren nach der Elastizitäts-/Plastizitätstheorie

! Vergleich Rechenergebnisse mit Erfahrung und Messungen

! Stabzugverfahren

! Finite Elementmethode

Beispiel Stadtbahntunnel mit FEM-Berechnung: FEM-Netz ohne Darstellung der Elemente für
die Sicherung (MAIDL, 1988)
Dr. Spang Blatt 100
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Systeme der Tunnelstatik: a) Gewölbter Durchlaß; b) Gewölbter Durchlaß, anbetoniert; c) bis


f) eingebettetes Rohr; d) und e) Variante Vielgelenkbögen; f) Vieleckrahmen; g) gelochte
Scheibe; h) gelochte Scheibe mit vergütetem oder ausgesteiftem Rand; i) und j) stark ausge-
steifter Rand; k) und l) Variante Vielgelenkbogen (MÜLLER, 1978)
Dr. Spang Blatt 101
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6.6 Gebrauchsfähigkeit
! Zweck

! Dichtigkeit

! Geometrie

! Beispiel Tashishkari

Bewässerungsstollen Tashishkari, Georgien, Druckerscheinungen in der Tunnelfirste


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0. Stoffübersicht 08.12.2004

7. Überwachung und Dokumentation


7.1 Überwachung des Gebirgsverhaltens
7.2 Dokumentation
7.3 Richtungs- und Profilkontrolle
7.4 Baustoffprüfung / Qualitätskontrolle
7.5 Sonstige Überwachungsmessungen
Dr. Spang Blatt 102
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7. Überwachung und Dokumentation


7.1 Überwachung des Gebirgsverhaltens
7.1.1 Notwendigkeit und Grenzen
! Notwendigkeit (siehe Kapitel 2.2.8)

! Grenzen im Festgestein aus Gebirgsverhalten


- Nachbrüche aus Starrkörperversagen (Sprödbruch) (ohne Ankündigung!)
- Konvergenz aus duktilem (elasto-plastischem) Verhalten (Kriechen)

Firstsenkungen vs Baufortschritt nach SCHUBERT et al. (2002)


Dr. Spang Blatt 103
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7.1.2 Messgrößen
! Verschiebungen

! Spannungen

! Messgenauigkeiten

! Größenordnungen

! Erfassung

Konvergenzmessung am Sinnberg-Tunnel der Bundesbahn-Neubaustrecke


nach MAIDL (1988)
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7.1.3 Messinstrumente
! Geodätische Messgeräte (Konvergenzmessbänder, Reflextargets, Nivellier / Tachyme-
ter, Laser)

! Gleitmikrometer

! Inklinometer

! Extensometer

! Druckmessdosen

! Ankerkraftmessdosen

! Erschütterungsmessgeräte

! Anordnung vgl. Blatt 43

! Visuelle Kontrolle (Risse,


Abplatzungen, Beulen)

! Schutz gegen Einflüsse


aus dem Baubetrieb

Gleitmikrometer (ISETH)
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7.1.4 Messprogramm
! Messziele

! Auswahl der Messinstrumente

! Anordnung im Querprofil (Standard-/Hauptmessquerschnitte)

! Anordnung im Längsprofil

! Anordnung außerhalb des Tunnels

! Einbauzeitpunkt

! Messintervalle

! Übermittlung

! Anpassung Intervall an Ergebnisse

7.1.5 Auswertung und Interpretation


! Darstellung (Zeitachse / Baufortschritt)

! Auswertung (Geschwindigkeit /
Beschleunigung)

! Interpretation

! Konsequenzen (Klassifizierung /
Sofortmaßnahmen)

! Verantwortlichkeiten

vgl. 7.1.2
Dr. Spang Blatt 107
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7.2 Dokumentation (Längsschnitt, OBA)
Dr. Spang Blatt 108
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7.3 Richtungs- und Profilkontrolle


(nicht behandelt)

7.4 Baustoffprüfung / Qualitätskontrolle


(nicht behandelt)

7.5 Sonstige Überwachungsmessungen


Pegelmessungen
Chemismus Grundwasser
Beweissicherung
Dr. Spang
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Technische Universität Dresden


Institut für Geotechnik

Grundlagen des Tunnelbaus


Dr. Raymund M. Spang

Skriptum zur Vorlesung


WS 2004 / 2005

Bewässerungsstollen Tashishkari, Georgien, Druckerscheinungen in der Tunnelfirste

Download Skriptum: http://www.tu-dresden.de/biwigt/Grundbau/Lehre/tnnlb.html


Dr. Spang
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0. Stoffübersicht 15.12.2004

8. Tunnel und Umwelt


8.1 Einwirkungen auf Natur und Landschaft
8.2 Einwirkungen auf aufstehende Anlagen
8.3 Einfluss auf Menschen
Dr. Spang Blatt 109
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8. Tunnel und Umwelt
8.1 Einwirkungen auf Natur und Landschaft
8.1.1 Eingriff in das Landschaftsbild / die Natur
! Offene Bauweise (cut and cover)

Offene Bauweise, Tunnel Bad Ems (Dr. Spang GmbH)

! Geschlossene Bauweise (Beispiel Tunnel Burgholz)


Dr. Spang Blatt 110
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8.1.2 Veränderung der Geländeoberfläche
! Senkungen
! Auffüllungen (Tunnelausbruch,
Nutzung!)
Dr. Spang Blatt 111
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8.1.3 Einfluss auf den Wasserhaushalt


! Absenkung des Grundwasserspiegels (bauzeitlich / permanent / Wasserversorgung /
Vegetation)

! Verunreinigung von Oberflächengewässern (bauzeitlich; Schwebstofffracht, chemische


Veränderungen (pH, wassergefährdende Stoffe)
↘ wasserdichter Ausbau (Wasserdruck)
↘ Absetzbecken / Neutralisation

8.2 Einwirkungen auf aufstehende Anlagen


! Erschütterungen (DIN 4150)

! Senkungen / Schiefstellung
Dr. Spang Blatt 112
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Senkungsmulden in dichten Sanden unterhalb des Grundwasserspiegels nach PECK;


a) nach Auffahren des ersten Tunnels;
b) Gesamtsenkung nach Herstellung der 2. Röhre
Dr. Spang Blatt 113
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Schadenskriterien für Winkelverdrehungen in Muldenlage (GTB, Teil 1, SMOLTCZYK, 1995)

Winkelverdrehung Krümmungsradius
Beurteilungskriterium - [m]
Sattel Mulde Sattel Mulde

Sicherheitsgrenze zur Vermeidung jeglicher Risse 1 / 1.000 1 / 500 2.500 1.250

Grenze für erste Risse in tragenden Wänden 1 / 600 1 / 300 900 450

Schadensgrenze allgemein, erhebliche Risse in tra-


genden Wänden 1 / 300 1 / 150 220 110
Schadensgrenzen (SCHÜRKEN, 1995)
Dr. Spang Blatt 114
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8.3 Einfluss auf Menschen
8.3.1 Außerhalb des Tunnels
! Erschütterungen (DIN 4150)

! Schall (Baubetrieb / Sprengungen / mechanischer Abbau)

! Baustellenverkehr

8.3.2 Innerhalb des Tunnels


! Arbeitszeit / Arbeitsbedingungen

! Gefahren

! Klima

! Gesundheitsschädliche Gase (Sprengschwaden, Abgase)

! Staub (mechanischer Abbau / Sprengen / Fahrbetrieb, Spritznebel)


↘ Arbeitsschutzgesetze
↘ Bewetterung
↘ Messungen
↘ Entstaubung

nach TBG (GÖNNER / KAUFMANN /


RAMISCH, 1986)
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0. Stoffübersicht 15.12.2004

9. Außenanlagen und Sonderbauwerke


9.1 Bauzeitlich
9.2 Permanent
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9. Außenanlagen und Sonderbauwerke
9.1 Bauzeitlich

Tunnel Egnatia Road bei Metsovo, Griechenland, Baustelleneinrichtung

Baustelleneinrichtung

! Lagerplätze

! Büroflächen

! Wohncontainer / Kantine

! Werkstattgebäude

! Waschplätze

! Tankstellen
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! Anlagen zur Wasserbehandlung

! Belüftungsaggregate

! Zwischenlagerflächen für Ausbruch

! Betonmischanlage

! Brecheranlage

! Energieerzeugung

! Sprengstoffbunker

! Besucherzentrum

! Auswahl der Flächen

Voreinschnitte (Beispiel Coschütz)

Anschlagwand Strenger Tunnel (aus: Tunnelbau 1/2003)


Dr. Spang Blatt 117
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9.2 Permanent
! Portale (siehe 2.1.6)

! Betriebsgebäude (siehe 2.1.7)

! Rettungseinrichtungen (siehe 2.1.8)


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0. Stoffübersicht 15.12.2004

10. Ausstattung und Sicherheit


10.1 Bauzeitlich
10.2 Permanent
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10. Ausstattung und Sicherheit
10.1 Bauzeitlich
siehe Kap. 4.5 bis 4.8

10.2 Permanent
siehe Kap. 2.1.5 bis 2.1.8
Dr. Spang
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0. Stoffübersicht 15.12.2004

11. Vertragsgestaltung und Leistungsansätze


11.1 Vertragsgestaltung
11.2 Leistungsansätze
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11. Vertragsgestaltung und Leistungsansätze
11.1 Vertragsgestaltung
! Baugrundrisiko

Unter Baugrundrisiko versteht man die Gefahr, dass bei jeder, auch
noch so geringfügigen Inanspruchnahme von Baugrund trotz vorherge-
hender, den Regeln der Technik entsprechender bestmöglicher Unter-
suchung und Beschreibung der Boden- und Wasserverhältnisse unvor-
hersehbare Erschwernisse trotz einer Leistungserbringung nach den
Regeln der Technik auftreten können (nach ENGLERT, GRAUVOGEL &
MAURER, 1999).

! Unterscheidung zum „allgemeinen Baugrundrisiko“

! Systemrisiko

! Spezielle Risiken im bergmännischen Tunnelbau

! Klassenverschiebung

! Mehrausbruch

! Risikoverteilung.
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Vertragstypen (Überblick, vgl. Kap. 2.3)

! Einheitspreisvertrag

! Teilpauschalen (Problem der „Mischung“ von Sicherungsmitteln) / Ausbruchklasse

! Detail-Pauschalvertrag

! Global-Pauschalvertrag

11.2 Leistungsansätze
Aufwandswerte des Ausbruchs und der Sicherung
(ohne Aufsichten, Werkstätte und sonstiges = ca. 27 % der aufgewendeten Stunden)
nach SIDING, 1987.

Ausbruch und schuttern:


Kleinprofile:
Ausbruch und schuttern händisch 3,50 - 3,90 Std./m³
Ausbruch händisch, schuttern mechanisch 2,50 - 3,00 Std./m³
Mittelprofile ca. 10 bis 20 m²
Ausbruch und schuttern (Schießvortrieb) 0,90 - 1,20 Std./m³
Ausbruch und schuttern voreilende Sicherung 1,30 - 1,50 Std./m³
Ausbruch und schuttern Stützkern 1,00 - 1,20 Std./m³
Ausbruch unter die Fahrsohle 1,00 - 2,00 Std./m³
Großprofile ca. 50 m²
Ausbruch und schuttern (Schießvortrieb) 0,30 - 0,45 Std./m³
Ausbruch und schuttern (Meißelabbau) 0,40 - 1,00 Std./m³
Ausbruch und schuttern Stützkern 0,45 - 0,60 Std./m³
Ausbruch und schuttern voreilende Sicherung 0,65 - 0,85 Std./m³
Baustahlmatten, sonstige Stahleinbauteile 0,025 - 0,04 Std./kg
Spritzbeton je nach Maschinenleistung
bei ca. 16 m³ je Std. 0,50 - 0,70 Std./m³
bei ca. 12 m³ je Std. 0,70 - 0,90 Std./m³
bei ca. 8 m³ je Std. 0,90 - 1,40 Std./m³
bei ca. 4 m³ je Std. 1,00 - 2,50 Std./m³
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Anker
4 m lang vermörtelt 0,40 - 0,60 Std./m³
6 m lang vermörtelt 0,60 - 1,20 Std./m³
8 m lang vermörtelt 1,00 - 1,50 Std./m³
10 m lang vermörtelt 1,20 - 2,00 Std./m³
Spieße
gerammt, 4 m lang 0,20 - 0,40 Std./Stk.
vermörtelt wie Anker um 0,1 vermindert
Rohrdielen inkl. Verpressen
4 m lang 0,90 - 1,30 Std./Stk.
6 m lang 1,20 - 1,70 Std./Stk.
Nettobohrzeiten mit Bohrwagen und umsetzen
1m 0,015 - 0,018 Std.
2m 0,015 - 0,020 Std.
4m 0,020 - 0,040 Std.
6m 0,060 - 0,070 Std.
8m 0,090 - 0,120 Std.
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0. Stoffübersicht 15.12.2004

12. Unterhaltung von Tunneln


12.1 Häufige Schäden
12.2 Untersuchungsverfahren (Inspektion)
12.3 Darstellung und Bewertung
12.4 Wartung und Instandsetzung
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12. Unterhaltung von Tunneln
12.1 Häufige Schäden
! Risse

! Abplatzungen

! Verformungen

! Undichtigkeiten

! Schadhafte Dränagen

12.2 Untersuchungsverfahren (Inspektion)


! visuell

! Radar

! Wärmebildverfahren

! Bohrungen

! Untersuchungsintervalle

12.3 Darstellung und Bewertung


! Darstellung in Abwicklungen

! Schadensklassen / Gesamtzustandsklassen (Ril 853)

12.4 Wartung und Instandsetzung


! Reinigung

! Instandsetzung (siehe Baustoffkunde)