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Pressemitteilung, Sperrfrist 17.10.

2012, 12:00
AutomotiveInnovation 2012

AutomotiveINNOVATION 2012:

© Arbeitspapier 2012/10
Innovationen in der Antriebstechnologie.
Eine Bilanz der Aktivitäten der 20 globalen
Automobilkonzerne.
Version 1.00

Center of Automotive Management (CAM)


Prof. Dr. Stefan Bratzel
M.Sc. B.Sc. Volkmar Neubert
Dipl.-Kfm. Ralf Tellermann

www.auto-institut.de

Innovationen in der Antriebstechnologie.


Eine Bilanz der Aktivitäten der 20 globalen Automobilkonzerne.

Prof. Dr. Stefan Bratzel (Leitung)


Pressezusammenfassung, Bergisch Gladbach 16.10.12

• Innovationen erheblich gesteigert:


Die globalen Automobilhersteller haben ihre Anstrengungen im Antriebsbereich deutlich ver-
stärkt und reagieren damit auf die technologischen und klimapolitischen Herausforderungen. Das
zeigt ein systematischer Vergleich von 379 Antriebsinnovationen des letzten Jahres sowie der In-
novationen des aktuellen Jahres 2012. Betrachtet wurden 20 globale Automobilkonzerne mit 55
Hersteller- Marken.
• Rekordwerte bei Verbrauchsreduktionen durch Innovationen:
Im Jahr 2011 erzielen die globalen Automobilkonzerne durch die Innovationen im Antriebsbe-
reich Verbrauchsreduktionen von 17,3 Prozent. Damit steigerten die Hersteller ihre Anstrengun-
gen im Vergleich zu den Vorjahren (2010: 15,6%; 2009: 12,4%). Im Jahr 2012 wird nach bisheri-
gen Auswertungen eine Verbrauchsreduktion in ähnlicher Höhe erreicht werden. Diese Innovati-
onen führen auch zu einer deutlichen Verminderung der CO2-Emissionen in allen Fahrzeugseg-
menten. Besonders im Bereich der schweren Oberklassenfahrzeuge und oberen Mittelklasse
wurden in 2011 die größten CO2-Einsparungen realisiert.

• Volkswagen innovationstärkster Konzern im Antriebsbereich:


Der Vergleich der 20 wichtigsten Automobilkonzerne zeigt, dass die Innovationskraft der deut-
schen Hersteller im Antriebsbereich derzeit enorm hoch ist. Die ersten drei Plätze des Innovati-
onsindexes im Bereich „Antrieb“ gehen an die deutschen Automobilkonzerne Volkswagen, BMW
und Daimler. Allerdings resultiert die Stärke insbesondere aus dem Bereich der konventionellen
Antriebe. Studienleiter Bratzel: „Die deutschen Automobilhersteller gehören im Antriebsbereich
zwar zu den Top-Innovatoren. Im Bereich der alternativen Antriebe gibt es jedoch noch deutli-
chen Nachholbedarf. Insbesondere die Plug-in Hybridtechnologie wird in Zukunft wichtiger.“

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Antriebs-Innovationsstärke der Automobilhersteller

Das Technologiefeld Antrieb entscheidet wesentlich über die Zukunft der in einem Paradigmenwech-
sel befindlichen Automobilindustrie. Eine hohe Innovationsstärke im Bereich der Antriebstechnolo-
gien ist eine grundlegende Voraussetzung, um sich bestmöglich an die dynamischen Umwelt- und
Kundenanforderungen anzupassen und somit zukünftig erfolgreich am Markt bestehen zu können.

Der Vergleich der Innovationsstärke der Automobilhersteller im Antriebsbereich im Jahr 2011 wurde
auf Basis von 379 antriebstechnischen Neuerungen erstellt, die einzeln nach technischen und markt-
bezogenen Innovationskriterien bewertet wurden. Dabei muss zwischen der Konzernsicht (innovati-
onsstärkster Konzern im Antriebsbereich) und der Markensicht (innovationsstärkste Marke im An-
triebsbereich) unterschieden werden.

Die Analyse der Innovationsstärke im Antriebsbereich unter den 20 globalen Automobilkonzernen


mit 55 Einzelmarken ergibt folgendes Bild (Abb. 1):

Abbildung 1: Innovationsstärke Automobilhersteller (Konzerne) im Antriebsbereich 2011

• Trotz eines deutlichen Rückgangs der Innovationsstärke gegenüber dem Vorjahr ist Volkswa-
gen erneut der innovationsstärkste Automobilkonzern im Bereich der Antriebstechnologien.
Rang 2 belegt der BMW-Konzern (2010: 5), der seine Innovationsstärke im Antriebsbereich
gegenüber dem Jahr 2010 deutlich steigert und somit Daimler (2010: 2) auf den dritten Rang
verdrängt. Die Top 3 der innovationsstärksten Konzerne in 2011 belegen somit drei deutsche
Automobilkonzerne.

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• Auf den Rängen 4 bzw. 5 folgen die US-amerikanischen Automobilkonzerne General Motors
(2010: 3) und Ford (2010: 11). Der Ford-Konzern sichert sich nach einer schwachen Platzie-
rung im Vorjahr wieder einen Rang im oberen Mittelfeld. Die asiatischen Automobilkonzerne
Hyundai (2010: 4) und Toyota (2010: 10) landen unter 20 Konzernen auf den Plätzen 6 und 7.

Auch aus Markensicht ist die deutsche Automobilindustrie ist im Antriebsbereich derzeit hervorra-
gend positioniert. Unter den zehn innovationsstärksten Herstellern befinden sich fünf deutsche Au-
tomobilmarken, davon drei unter den Top 5. Die ersten beiden Ränge belegen die Premium-Marken
BMW (2010: 4) und Mercedes (2010: 1). Ford kann aufgrund einer erheblichen Steigerung von Anzahl
und Qualität der Innovationen von Rang 12 in 2010 auf einen bemerkenswerten den dritten Platz
unter 55 Automobilmarken vorrücken.

Trends und Umwelteffekte der Antriebsinnovationen


Während in der öffentlichen Wahrnehmung häufig alternative Antriebe im Fokus stehen, zeigt der
empirische Vergleich, dass rund 70 Prozent aller Antriebsinnovationen auf den Bereich der konventi-
onellen Antriebe im Jahr 2011 entfallen (Abb. 2). Insgesamt entfallen im Jahr 2011 266 Innovationen
auf den Bereich der konventionellen Antriebe, während rund 100 Innovationen im alternativen An-
triebsbereich bewertet wurden. Unter den alternativen Antriebstechnologien sind weiterhin die Hyb-
rid-Technologien mit rund 16 Prozent führend, wobei sich im Vergleich zum Vorjahr nur eine margi-
nale Veränderung ergibt. Innovationen im Bereich des Elektroantriebs belaufen sich im Jahr 2011 auf
einen Anteil von knapp 11 Prozent an allen Antriebsinnovationen.

Abbildung 2: Verteilung der Antriebsinnovationen (in Deutschland) im Längsschnitt 2006-2011

Im Jahr 2011 erzielen die globalen Automobilkonzerne durch die Innovationen im Antriebsbereich
Verbrauchsreduktionen von 17,3 Prozent und steigern damit sogar ihre Anstrengungen im Vergleich
zu den Vorjahren (2010: 15,6%; 2009: 12,4%). Aktuelle Auswertungen deuten darauf hin, dass die
Verbrauchsreduktionen in 2012 sogar bei über 18 Prozent liegen könnten. Weit überdurchschnittli-
che Reduktionen durch Innovationen konnten im letzten Jahr u.a. die Konzerne Daimler (22,9%),
Nissan und Volkswagen (18,5%) realisieren.

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Zwar liegen die Verbrauchseinsparungen bei alternativen Antriebinnovationen höher als bei Innova-
tionen im konventionellen Bereich. Allerdings ist – preisbedingt – die Nachfrage nach spriteffizienten
Benzin- und Dieselmotoren noch deutlich höher. Dadurch wirken sich diese Innovationen auf die
CO2-Bilanz derzeit noch viel stärker aus. Und das Einsparungspotenzial ist gerade auch bei konventi-
onellen Verbrennungsmotoren bei Weitem noch nicht erschöpft. Besonders in Kombination mit
Start-Stopp-Systemen sowie Bremsenergierückgewinnungssystemen lassen sich im Bereich der kon-
ventionellen Antriebe noch erhebliche Verbrauchsverbesserungen realisieren. Insgesamt ist bis zum
Jahr 2020 im Bereich der konventionellen Benzin- und Dieselantriebe mit weiteren Effizienzverbesse-
rungen in Höhe von 20-25 Prozent im Vergleich zum Stand heute zu rechnen.

Die Innovationsanstrengungen der Automobilhersteller führen insgesamt zu einer merklichen Ver-


besserung der CO2-Bilanz. Die Entwicklung der CO2-Emissionen pro Kilometer bei den Neuzulassun-
gen von Pkw/Vans in Deutschland zeigt weiterhin einen deutlich abnehmenden Verlauf:

• Die Premium-Hersteller haben die CO2-Emissionen zwischen 2009 und 2012 (1. Halbjahr) im
Mittel um rund 10 Prozent reduziert. Auffällig ist hierbei, dass die Marke Mercedes (inkl.
Vans) allein (156g/km) aber auch inklusive der Marke smart (150 g/km) immer noch einen
deutlich höheren CO2-Ausstoß aufweist als die Konkurrenten. Audi (144,5g/km) hat
mittlerweile BMW (145,4g/km) in der CO2-Bilanz der Neuzulassungen in Deutschland
überflügelt (vgl. Abb. 3)

• Im Bereich der großen Volumenhersteller sind die CO2-Emissionen der Neuzulassungen zwi-
schen 2009 und 2012 (1. Halbjahr) im Mittel um 7% gesunken. Die Fahrzeugflotte des japani-
schen Automobilherstellers Toyota weist mit Abstand die niedrigsten C02-Emissionen
(129g/km) auf (Abb.4).

Abbildung 3: Vergleich der CO2-Emissionstrends bei Premium-Marken 2009-2012

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Abbildung 4: Vergleich der CO2-Emissionstrends bei ausgewählten großen Volumen-Marken
2009-2012

Fazit: Fahrzeugtechnische Trends der Zukunft


Aus Sicht des Center of Automotive Management (CAM) wird sich der Wandel im Bereich der Antriebs-
technologien kontinuierlich über den Zeitraum der nächsten 10 bis 15 Jahren erstrecken.
• Die konventionellen Benzin- und Dieselmotoren werden auch weiterhin den Automobilmarkt
dominieren. Nach CAM-Prognosen wird bis 2025 der Anteil an konventionell angetriebenen
Fahrzeugen jedoch kontinuierlich bis auf einen Marktanteil von rund 75 Prozent (2025) absinken.
In Bezug auf die Energieeffizienz der konventionellen Antriebe werden sich in diesem Zeitraum
weitere Verbrauchsreduktionen zwischen 20 bis 30 Prozent der Fahrzeugflotte realisieren lassen.

• Hybridantriebe, vor allem Plug-in Hybride/Range-Extender Konzepte, werden deutlich schneller


als reine Elektroautos zulegen und ihren Marktanteil bis auf rund 20 Prozent (2025) steigern. Aus
Kundensicht bieten sie die Möglichkeit lokal emissionsfreier Elektromobilität für kurze Reichwei-
ten von etwa 25-60 km und eignen sich durch den Verbrennungsmotor für längere Strecken, wo-
durch sie auch als Erstwagen in Frage kommen.

• Reine Elektrofahrzeuge werden voraussichtlich bis 2025 einen globalen Marktanteil von fünf
Prozent erreichen, wobei diese primär in urbanen Ballungsräumen und als Zweitwagen eine Ni-
schenposition einnehmen können. Insgesamt sind Meldungen über den Tod des Elektroautos je-
doch verfrüht und weit übertrieben. An den guten langfristigen Marktchancen von Elektromobili-
tät – in Form batteriebetriebener (BEV) Konzepte oder mittels einer wasserstoffbetriebenen
Brennstoffzelle (FCEV) – hat sich auch nach der Phase der Ernüchterung nichts geändert.

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Über die Studie:
Das Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach untersucht unter der Leitung
von Prof. Dr. Stefan Bratzel im achten Jahr in Folge die Zukunftstrends und Innovationsprofile der
20 globalen Automobilkonzerne mit insgesamt 55 Marken. Grundlage der Studie sind über 4.000
fahrzeugtechnische Neuerungen der letzten Jahre, darunter allein rund 900 Innovationen des Jah-
res 2011/2012, die einzeln nach technischen und marktbezogenen Innovationskriterien bewertet
werden. Die Innovationen der Automobilhersteller können als wichtige Indikatoren für die fahr-
zeugtechnischen Trends der Zukunft gelten.

AutomotiveINNOVATION 2012:
Innovationen in der Antriebstechnologie. © Arbeitspapier 2012/10
Eine Bilanz der Aktivitäten der 20 globalen
Automobilkonzerne.
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Center of Automotive Management (CAM)


Prof. Dr. Stefan Bratzel
M.Sc. B.Sc. Volkmar Neubert
Dipl.-Kfm. Ralf Tellermann

www.auto-institut.de

Autoren: Prof. Dr. Stefan Bratzel, Dipl.-Kfm. Ralf Tellermann, M.Sc. B.Sc. Volkmar Neubert
Arbeitspapier 2012/10, ca. 30 Seiten

Center of Automotive Management


Prof. Dr. Stefan Bratzel
Langemarckweg 31
51465 Bergisch Gladbach

Telefon: +49 (0) 22 02 / 28577 - 0


Telefax: +49 (0) 22 02 / 28577 - 28
Handy: +49 (0) 174 / 9 73 17 78
E-Mail: stefan.bratzel@auto-institut.de
Internet: www.auto-institut.de

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