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FACHHOCHSCHULE Bielefeld 27.

Januar 2016
Fachbereich Ingenieurwissenschaften
Professor Dr. Ing. habil. Klaus Hofer

Klausur zu
LEISTUNGSELEKTRONIK (LE)

Bearbeitungsdauer: 90 Minuten
Hilfsmittel: Vorlesungsskriptum, Formelsammlung,
Seminarunterlagen, Taschenrechner

Lösungsblätter ohne den Namen und die Matrikelnummer werden nicht bewertet. Die
Aufgabenblätter bitte nicht mit abgeben. Eine Musterlösung wird gleich im An-
schluss am schwarzen Brett ausgehängt. Die Prüfungsergebnisse werden spätestens
nächste Woche bekannt gegeben.

1. Aufgabe (40 Punkte)


Zur Helligkeits- Steuerung für einen Stadion- Leuchtmast sollen zwanzig Glühbirnen zu je 100 W
parallelgeschaltet und über einen einphasigen Thyristor- Wechselstromsteller aus dem öffentlichen
Netz (230 V, 50 Hz) gespeist werden. Der Stromrichter darf als ideales Stellglied betrachtet werden.

1.1 Zeichnen Sie das elektrische Schaltbild der gesamten Anordnung.


1.2 Berechnen Sie die den Nennstrom der gesamten Parallelschaltung
1.3 Welchen Widerstand und welche Nennleistung hat der Gesamtverbraucher?
1.4 Zeichnen Sie die zeitlichen Verläufe der Netzspannung und des Netzstroms für einen Steuer-
winkel von α = 900 el. maßstäblich in ein Diagramm.
1.5 Geben Sie den Zusammenhang zwischen dem Effektivwert der Ausgangsspannung und dem
Steuerwinkel an?
1.6 Wie groß ist für α = 900 die Leuchtleistung des Masten?
1.7 Berechnen Sie für diese Aussteuerung die Grundschwingung des Netzstromes nach Betrag und
Phase.
1.8 Wie groß sind bei dieser Aussteuerung die Scheinleistung und der Leistungsfaktor auf der Netz-
seite.
1.9 Was versteht man unter der Verzerrungsleistung und wie groß ist diese für einen Steuerwinkel
von α = 900.
1.10 Nach welcher Formel lässt sich der maximale Effektivwert der dritten Harmonischen im Netz-
strom ermitteln?
1.11 Berechnen Sie für einen Steuerwinkel von α = 900 den Effektivwert der 3. Stromoberschwin-
gung im Netz.
1.12 Wie lautet die CE- Norm für den Grenzwert der dritten Stromharmonischen gemäß DIN VDE
0838 Teil2
1.13 Verletzt die vorliegende Anwendung diese Vorschrift?

Bitte lesen Sie alle Aufgaben in Ruhe durch, bevor Sie starten!
2. Aufgabe (30 Punkte)
Eine vollgesteuerte B2-Thyristorschaltung am öffentlichen Netz (230V, 50 Hz) speist über eine sehr
große Glättungsinduktivität den Ankerkreis einer Gleichstrommaschinerie (UdN = 160 V) mit einem
vollkommen glatten Gleichstrom (IdN = 10 A). Der B2-Stromrichter arbeitet im Kommutierungsbe-
trieb, weshalb eine Induktivität (LK = 10 mH) in den Netzzuleitungen vorhanden ist.

2.1 Zeichnen Sie das elektrische Schaltbild der Anordnung.


2.2 Was versteht man unter dem Kommutierungsbetrieb? (Begründung)
2.3 Wie lautet die Belastungskennlinie des Stromrichters?
2.4 Berechnen Sie den induktiven Gleichspannungsfall bei Nennstrom.
2.5 Bei welchem Steuerwinkel (α) müssen die Thyristoren gezündet werden, damit die Maschine
bei Nennstrom ihre Nennspannung an den Klemmen erhält?
2.6 Ermitteln Sie für diese Aussteuerung den Überlappungswinkel. (Hinweis: IK = UL/XK)
2.7 Zeichnen Sie die zeitlichen Verläufe der Ausgangsgleichspannung und des Gleichstroms maß-
stäblich in ein Diagramm.
2.8 Welchen arithmetischen und effektiven Mittelwert bzw. welchen Formfaktor und Welligkeit
hat der Gleichstrom in der Maschine?
2.9 Tragen Sie den zeitlichen Verlauf des Netzstroms unter Punkt 2.7 mit ein. Wie nennt man die-
sen Verlauf?
2.10 Geben Sie unter Vernachlässigung der Überlappung (u=0) den Effektivwert des Netzstromes
sowie die Scheinleistung und den Leistungsfaktor auf der Netzseite an.

3. Aufgabe (30 Punkte)


Für die Speisung eines ohmsch-induktiven Verbrauchers (R = X = 100 Ω) in der Funkstromtechnik
kommt ein selbstgeführter B2-Wechselrichter zum Einsatz, welcher aus einer 240V- Batterie ge-
speist wird. Die Leistungstransistoren werden mit 100 kHz in Volltaktung betrieben und dürfen als
verlustfreie Schalter betrachtet werden.

3.1 Geben Sie den elektrischen Schaltplan der Gesamtanordnung an.


3.2 Was versteht man unter einem selbstgeführten Stromrichtertyp?
3.3 Berechnen Sie näherungsweise die Phasenverschiebung bei obigem Verbraucher.
3.4 Skizzieren Sie die zeitlichen Verläufe der Wechselspannung und des Wechselstroms bei Voll-
taktung mit 100 kHz in ein Diagramm.
3.5 Um welche prinzipielle Art von Spannung und Strom handelt es sich dabei? (Begründung)
3.6 Tragen Sie die Leitdauern der Transistoren und Dioden unter Punkt 3.3 mit ein und erklären Sie
die Funktion der vier inversen Dioden?
3.7 Berechnen Sie den Effektivwert und die Periodendauer der Wechselspannung.
3.8 Geben Sie den Grundschwingungseffektivwert der Wechselspannung sowie deren Grund-
schwingungsgehalt an.
3.9 Ermitteln Sie die Effektivwerte und Frequenzen der 3., 5. und 7. Spannungsharmonischen und
stellen Sie diese in einem Balkendiagramm dar.
3.10 Berechnen Sie die Wirkleistung und Blindleistung sowie die Scheinleistung und den Leis-
tungsfaktor im Wechselstromkreis.

Wir wünschen Ihnen einen klaren Kopf und viel Erfolg!