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Klausurarbeit Physik (für Studienrichtung Elektrotechnik)


Stoffgebiet Sommersemester (Windholz) 3.3.1999, Teil A

(Prüfung über 3 Semesterwochenstunden: Frage 1 nicht beantworten !)

1. Geometrische Optik: Welche Abbildungsfehler können bei einem abbildenden System


(Linse) bei Verwendung monochtomatischen Lichtes auftreten. Wie kann man die
chromatische Abberation korrigieren ? Skizzen!

2. Welche erzwungene optische Effekte wurden besprochen ? Geben Sie Beispiele


technischer Anwendungen an.

3. a) Eine optische Oberfläche soll mit einer Einfachschicht entspiegelt werden. Welche
Bedingungen müssen für die Schichtdicke und die Brechzahl des Schichtmediums
erfüllt werden?
b) Wie entstehen farbige Reflexe auf einer mit einem Ölfilm bedeckten Pfütze? Skizze !

4. a) Ein Elektron der Energie Ee trifft von links auf eine Potentialbarriere endlicher
Ausdehnung mit E > Ee. Beschreiben Sie im klassischen und im quantenmechanischen
Bild die Wahrscheinlichkeit, das Elektron rechts der Barriere vorzufinden (Skizze).
Welche Anwendungen hat dieser Effekt in der Elektrotechnik?
b) Wie lautet die zeitfreie Schrödinger-Gleichung und was bedeuten die in ihr
vorkommenden Größen ?

5. a) Die Rydbergkonstante für das Wasserstoff-Atom beträgt 109677 cm-1. Wie groß ist
die Wellenlänge der Balmer-Linie Hß (Übergang n=5  n=2) und der Lyman-Linie L
(Übergang n=2  n=1) Wie groß ist jeweils das Verhältnis der Radien der Bohr'schen
Bahnen vor und nach dem Übergang?
b) Wie groß muß die Energie eines freien Elektrons sein (in eV und J), damit das
Wasserstoff-Atom durch Stoß in den Zustand mit n=2 angeregt werden kann ?

6. a) Ein Linsensystem, bestehend aus einer Zerstreuungslinse (f = 12 cm) und einer


Sammellinse (f = 8 cm) im Abstand 9 cm, bildet einen 9 cm vor der Zerstreuungslinse
angeordneten Gegenstand ab. In welcher Entfernung von der Sammellinse entsteht das
Bild und wie lautet der Abbildungsmaßstab? (rechnerische und zeichnerische Lösung !)
b) Das Linsensystem soll (bei gleichen Abbildungsverhältnissen) durch eine Einzellinse
ersetzt werden. Wie groß muß die Brennweite dieser Linse sein und wo (gemessen vom
Gegenstand) muß sie angeordnet werden?

h = 6,62.10-34 Js, e = 1,602.10-19 C, c = 3.108 m/s


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Klausurarbeit Physik (für Studienrichtung Elektrotechnik)


Stoffgebiet Sommersemester (Windholz) 3.3.1999, Teil B

(Prüfung über 3 Semesterwochenstunden: Frage 10 nicht beantworten !)

7. a) Wie wird in der Quantenmeßtechnik die Zeit gemessen (Primärnormal) ? (Skizze !)


b) Welcher Quanteneffekt wird heutzutage für die Präzisionsmessung von Spannungen
verwendet und auf welche andere Größe wird die Spannung zurückgeführt?

8. Welche Eigenschaft der Atome wurde mit dem Franck-Hertz-Versuch demonstriert ?


Beschreiben Sie die Versuchsanordnung und den erhaltenen Zusammenhang Strom-
Spannung (Skizzen). Welche Wellenlänge wird von den Quecksilber-Atomen
abgestrahlt (Rechnung)?

9. a) Geben Sie die beiden besprochenen Modelle für den Aufbau der Atomkerne an und
beschreiben Sie, welche Indizien für das jeweilige Modell sprechen.
b) Wie können Neutronen erzeugt und nachgewiesen werden ?

10. Der Strahl eines Helium-Neon-Lasers ( = 633 nm) wird an einem Doppelspalt
gebeugt. Im Abstand von 12 m vom Spalt beträgt der Abstand der Beugungsmaxima
x1=0,2 m , die beiden Beugungsminima 1. Ordnung der Hüllkurve haben einen Abstand
von x2=3,2 m . Wie groß ist die Spaltbreite und der Spaltabstand? Wie verändert sich
das Beugungsbild, wenn bei gleichbleibendem Spaltabstand die Spaltbreite verdreifacht
wird? (Skizze und Rechnung)

11. Photoeffekt: Gegeben ist die folgende Tabelle (experimentelle Werte) für die kinetische
Energie von durch Photonen aus einer Cäsiumoberfläche abgelöste Elektronen
(e = 1,602.10-19 C, c = 3.108 m/s)

Lichtfrequenz / 1014 Hz Ekin / eV


6 0,61
8 1,39
10 2,22
12 3,1
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Tragen Sie diese Werte in ein Diagramm ein (Ausgleichsgerade graphisch durch die
Punkte legen) und bestimmen Sie die Plancksche Konstante und die Ablösearbeit (in eV
und J). Wie groß sind die eingestrahlten Wellenlängen?

12. An eine Röntgenröhre werde eine Spannung von U = 80 kV angelegt. Wie groß ist die
Mindestwellenlänge min der emittierten Röntgenstrahlung. Warum tritt keine Strahlung
mit min auf ? Skizze der spektralen Verteilung der Röntgen-Bremsstrahlung.
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Antworten 18.6.1997
1. Monochromatische Abberationen: Sphärische A.: Linsenmachergleichung gilt nur für
achsnahe Strahlen. Koma (Asymmetriefehler): achsferne Strahlen erzeugen das Bild an
einem anderen Ort als achsnahe Strahlen. Astigmatismus: Einem achsfernen
Objektpunkt entspricht im Bildraum eine Linie. Bildfeldkrümmung. Verzerrung.
Chromatische A.: Korrektur durch Kombination von Sammel- und Zerstreuungslinsen
aus Materialien mit verschiedener Dispersion.

2. Spannungsdoppelbrechung (induziert durch mechanische Spannungen;


Festigkeitslehre); Faraday-Effekt (Drehung der Polarisationsebene durch magnetisches
Längsfeld; Modulatoren); Kerr-Effekt (Ausrichtung von Molekülen im elektrischen
Feld; optische "Schalter" bzw. Verschlüsse); Pockels-Effekt (spannungsinduzierte
Doppelbrechung in Kristallen; elektrooptische Modulatoren)

3. a) Dicke /4; Brechzahl ist so zu wählen daß beide reflektierte Strahlen dieselbe
Amplitude des E-Vektors besitzen.
b) Interferenzen gleicher Neigung an dünnen Schichten. Für verschiedene Winkel
erfolgt für bestimmte Wellenlängen konstruktive, für andere destruktive Interferenz.

4. a) Klassisch: Teilchen kann Potentialbarriere nicht überwinden. Quantenmechanisch:


Wahrscheinlichkeit, das Teilchen rechts zu finden, ist gegeben. Wahrscheinlichkeit
oszilliert periodisch; innerhalb der Barriere nimmt sie exponentiell ab.
2m
b)   2  E  U    0

5. Rydberg-Formel,  (H) = 436 nm,  (L) = 121,5 nm.


Anregung: Elektron muß mindestens die kinetische Energie für den Übergang n=1 
n=2 besitzen: e.U =mv2/2=h.=h.c/ (L) = 1,65.10-18 J  10 eV

6. Abb. Mit Zerstreuungslinse: b1=-5,14 cm, M1=+0,57


Abb. Mit Sammellinse: g2=5,14+9=14,14 cm, b2=18,42cm, M2=-1,3
Ersatzlinse: g'+b'=9+9+18,42=36,42cm; b'/g'=M1.M2=-0,74  g'=20,93cm, b'=15,48cm
f'=8,9cm

7. a) Atomstrahl-Resonanz-Methode. 133Cs-Atome werden einem HF-Feld ausgesetzt und


Übergänge zwischen Hyperfeinniveaus detektiert.
b) Josephson-Effekt. Beziehung zwischen Spannung und Frequenz eines
Wechselstromes.

8. Franck-Hertz-Versuch: erster nicht-spektroskopischer Beweis der Existenz diskreter


Energieniveaus (Angeregter Niveaus) der Atome.
K A
I/mA

4,9 V
- +

U I

U/V
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9. a) Tröpfchenmodell: Dichte der Kerne konstant, konstante Bindungsenergie der


Nukleonen.
Schalenmodell (Einzelnukleonen-M.): Berücksichtigt WW zwischen den Nukleonen
und erklärt Drehimpuls, magnetisches Moment, Schalenaufbau und die dadurch
bedingte Stabilität (magische Zahlen).
b) Kernreaktionen, z.B. -Strahler + Beryllium; Kernreaktoren; Nachweis durch
Borreaktion, Rückstoßkerne, Energieübertrag auf Protonen.

10. a) Doppelspalt, Gitter: k. = d.sin; d = 38 m


b) Einzelspalt: Minima unter sin' = /b; b = 4,8 m
c) mit b= 14,4 m: Abstand der engen Maxima bleibt erhalten; Minima der Hüllkurve
haben nun 0,53 m Abstand

11. Aus Steigung der Ausgleichsgeraden: h=6,6.10-34 Js


Aus Achsenabschnitt: A1,8eV.
Wellenlängen: .=c, 250nm - 500 nm

12. E = e.U =1,28 .10-14J


E = h. Þ  = 1,92 .1019 Hz
min = c Þ  = 0,15 .10-10 m = 0.15 Å
min ergibt sich, wenn die gesamte kinetische Energie der Elektronen in
Strahlungsenergie umgewandelt wird. Dies ist meist nicht der Fall; daraus ergibt sich
das kontinuierliche Spektrum der Röntgenbremsstrahlung.