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Klausurarbeit Physik (für Studienrichtung Elektrotechnik, Stoffgebiet SS)


16.6.1999, Teil A
(Prüfung über 3 Semesterwochenstunden: Frage 2 nicht beantworten !)

1. Erklären Sie folgende Interferenzerscheinungen:


a) Interferenzen gleicher Neigung
b) Interferenzen gleicher Dicke
c) Geben Sie jeweils mindestens ein Beispiel an, wo beide Effekte im täglichen Leben
beobachtbar sind. Erklären Sie auch, warum und unter welchen Bedingungen bei
Beleuchtung mit weißem Licht Farbeffekte auftreten. Skizzen!

2. a) Welche Abbildungsfehler können bei einem abbildenden System (Linse) bei


Verwendung monochomatischen Lichtes auftreten.
b) Wie kann man die chromatische Abberation korrigieren ?
Skizzen!

3. a) Erklären Sie den Unterschied zwischen spontaner und induzierter Emission.


b) Wie wird beim Helium-Neon-Laser die Überbesetzung bestimmter Neon-Niveaus
erzeugt ? (Prinzipskizze der Termschemen!)
c) Was versteht man unter der longitudenalen Modenstruktur und wie kommt sie
zustande? (Skizze!)

4. Erklären Sie die Bedeutung Compton-Effektes hinsichtlich der Wellen- und


Teilchennatur von Licht. Skizze der Versuchsanordnung! Beschreibung, wo und wie in
den einzelnen Apparaturteilchen der Wellencharakter und der Teilchencharakter
bewiesen wird.

5. Ein Linsensystem besteht aus einer Sammellinse (f=20 cm) und einer Zerstreuungslinse
(f=-80 cm) im Abstand von 20 cm. Der Gegenstand wird 30 cm vor der Sammellinse
angeordnet. In welcher Entfernung vom Gegenstand entsteht das Bild? Wie groß ist der
Abbildungsmaßstab? Zeichnerische und rechnerische Lösung !

6. Ein He-Ne-Laser emittiert bei 633 nm eine Lichtleistung von 2 mW. Wie hoch sind der
Photonenfluß (Photonen/s) und die Energiedichte (Strahlquerschnitt 2 mm 2;
h = 6,62.10-34 Js). Wie hoch ist die Intensität auf der Netzhaut, wenn der Strahl ins Auge
(f = 17 mm, Pupillenradius R = 1,7 mm) fällt (beleuchtete Fläche = Durchmesser des
zentralen Beugungsscheibchens). Wie groß ist die Intensität auf der Netzhaut, wenn man
direkt in die Sonne blickt (Solarkonstante 1,4 kW/m2, Winkel, unter dem der Radius der
Sonnenscheibe erscheint: 4,6 mrad). Man vergleiche die beiden Intensitäten!
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Klausurarbeit Physik (für Studienrichtung Elektrotechnik, Stoffgebiet SS)


16.6.1999, Teil B
(Prüfung über 3 Semesterwochenstunden: Frage 10 nicht beantworten !)

7. a) Welche Atommodelle wurden besprochen? Geben Sie die zugrundeliegenden Ideen


an. In welchen Bereichen der Physik verwendet man diese Modelle (oft stillschweigend)
heute?
b) Wie lauten die Bohr'schen Postulate und welche Voraussagen der klassischen Physik
werden dadurch außer Kraft gesetzt?

8. a) Wie wurde die Schrödinger-Gleichung für das Wasserstoff-Atom gelöst (verbale


"Skizze" der Rechenschritte)?
b) Woher weiß man, daß die bei (a) auftretende Größe  etwas mit dem Drehipuls des
Elektrons zu tun hat?
c) Welchen Betrag Lq hat ein quantenmechanischer Drehimpuls, wenn der Wert der
zugehörigen
 Quantenzahl q gegeben ist. Wie groß sind die zugehörigen Projektionen
Lq , z ?

9. a) Geben Sie die beiden besprochenen Modelle für den Aufbau der Atomkerne an und
beschreiben Sie, welche Indizien für das jeweilige Modell sprechen.
b) Wie können Neutronen erzeugt und nachgewiesen werden ?

10. a) Der Strahl eines He-Ne-Lasers (Wellenlänge 633 nm) durchläuft ein Beugungsgitter.
Auf einem Schirm (Entfernung vom Gitter 2 m) liegt die 5. Beugungsordnung 2,5 m von
der 0. Ordnung entfernt. Wie groß ist die Gitterkonstante ?
b) Dasselbe Gitter wird nun mit dem Licht einer Spektrallampe beleuchtet (paralleles
Bündel). Man erkennt in 1. Ordnung Beugungsmaxima in 0,42 und 0,45 m Entfernung
von der 0. Ordnung. Welche Wellenlängen emittiert die Spektrallampe?

11. a) Ein gut kollimierter Elektronenstrahl trifft auf einen Kristall mit dem
Netzebenenabstand d = 0,9 Å. Bei  beobachtet man ein Interferenzmaximum
(Braggsche Reflexion). Wie groß ist die De Broglie-Wellenlänge der Elektronen
-31
und mit
welcher Spannung wurden die Elektronen beschleunigt? (me = 9,109.10  kg,
h=6,62.10-34 Js, e = 1,602.10-19 C).
b) An eine Röntgenröhre werde eine Spannung von U = 80 kV angelegt. Wie groß ist die
Mindestwellenlänge min der emittierten Röntgenstrahlung (nicht über Faustformel
berechnen!). Warum tritt keine Strahlung mit min auf ? Skizze der spektralen
Verteilung der Röntgen-Bremsstrahlung.

12. Die erste künstliche Kernumwandlung wurde mit der Reaktion

7 N14 + 2He4  8O17 + 1H1

nachgewiesen. Die relativen Atommassen sind:


14 4 17 1 12
7N : 14,0031; 2He : 4,0026; 8O : 16,9993; 1H : 1,0078, die Masseneinheit 1/12 6C :
1,6605510 kg. Welche Mindestenergie muß das -Teilchen besitzen, um die Reaktion
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auszulösen?
b) Ein radioaktiver Strahler emittiert zu einem bestimmten Zeitpunkt 5.10 5 Teilchen/s.
Nach 12 Monaten wird eine Emission von 104 Teilchen/s beobachtet. Wie groß ist die
Zerfallskonstante und wie groß ist die Halbwertszeit ?
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Antworten 16.4.1997