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Klausurarbeit Physik (für Studienrichtung Elektrotechnik)


28.4.1999, Teil A

(Prüfung über 3 Semesterwochenstunden: Frage 6 nicht beantworten !)

1. a) Wie wurde von EINSTEIN der lichtelektrische (photoelektrische) Effekt gedeutet und
welche Folgerungen ergeben sich daraus?
b) Erklären Sie das Auftreten von Absorptionskanten in Röntgen-Absorptionsspektren.

2. (a) Wie wurde die Schrödinger-Gleichung für das Wasserstoff-Atom gelöst (verbale
"Skizze" der Rechenschritte)?
(b) Woher weiß man, daß die bei (a) auftretende 
Größe  etwas mit dem Drehipuls
des Elektrons zu tun hat? Welchen Betrag L hat ein quantenmechanischer
q

Drehimpuls, wenn der Wert der zugehörigen



Quantenzahl q gegeben ist. Wie groß
sind die zugehörigen Projektionen L q,z?

3. (a) Welche beiden Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit Laserlicht abgestrahlt
werden kann? (b) Was versteht man unter der Kohärenzlänge von Licht? Mit welchem
Interferometer kann die Kohärenzlänge einfach bestimmt werden (Skizze)? Wie hängt
sie mit der Frequenzbreite des Lichtes zusammen?

4. Welche Atommodelle wurden besprochen? Geben Sie die zugrundeliegenden Ideen an.
In welchen Bereichen der Physik verwendet man diese Modelle (oft stillschweigend)
heute?

5. Die Rydbergkonstante für das Wasserstoffatom beträgt 109677 cm -1. Wie groß ist die
Wellenlänge der Balmer-Linie H (Übergang n=5  n=2) und der Lyman-Linie L 
(Übergang n=2  n=1) Wie groß ist jeweils das Verhältnis der Radien der Bohr'schen
Bahnen vor und nach dem Übergang?

6. Durch die Glühbirne einer gewöhnlichen Taschenlampe fließen bei 3 V 0,25 A; sie
wandelt 1% der Leistung in Licht um (mittlere Wellenlänge 550 nm). Der Strahl hat
anfänglich einen Querschnitt von 10 cm2. (a) Wie viele Photonen werden pro Sekunde
emittiert? (b) Wie groß ist die Photonenanzahl pro m 2? (c) Wie viele Photonen
verteilen sich auf dem Strahl pro Meter Länge? (d) Wie groß ist die Flußdichte des
Strahls, wenn er die Lampe verläßt?

me = 9,109.10  kg, h=6,62.10-34 Js, e = 1,602.10-19 C


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Klausurarbeit Physik (für Studienrichtung Elektrotechnik)


28.4.1999, Teil B

(Prüfung über 3 Semesterwochenstunden: Frage 7 nicht beantworten !)

7. Erklären Sie den Unterschied zwischen Interferenzen gleicher Neigung und gleicher
Dicke und geben Sie jeweils mindestens ein Beispiel an, wo beide Effekte im täglichen
Leben beobachtbar sind. Erklären Sie auch, warum dabei Farbeffekte auftreten.

8. Erklären Sie die Bedeutung des Compton-Effektes hinsichtlich der Wellen- und
Teilchennatur von Licht. Skizze der Versuchsanordnung !

9. Geben Sie die beiden besprochenen Modelle für den Aufbau der Atomkerne an und
beschreiben Sie, welche Indizien für das jeweilige Modell sprechen.

10. a) Ein gut kollimierter Elektronenstrahl trifft auf einen Kristall mit dem
Netzebenenabstand d = 1 Å. Bei  beobachtet man ein Interferenzmaximum
(Braggsche Reflexion). Wie groß ist die De Broglie-Wellenlänge der Elektronen und
mit welcher Spannung wurden die Elektronen beschleunigt?
b) Derselbe Kristall zeigt für monochromatisches Röntgenlicht unter demselben
Winkel ein Reflexionsmaximum. Wie groß muß die Spannung an der Röntgenröhre
sein, wenn man annimmt, daß 50% der Elektronenenergie in Strahlungsenergie
umgewandelt wurden?

11. a) Ein Linsensystem, bestehend aus einer Zerstreuungslinse (f = 5 cm) und einer
Sammellinse (f = 14,5 cm) im Abstand 2 cm, bildet einen 8 cm vor der
Zerstreuungslinse angeordneten Gegenstand vergrößert ab. In welcher Entfernung von
der Sammellinse entsteht das Bild und wie lautet der Abbildungsmaßstab?
b) Das Linsensystem soll (bei gleichen Abbildungsverhältnissen) durch eine
Einzellinse ersetzt werden. Wie groß muß die Brennweite dieser Linse sein und wo
muß sie angeordnet werden?

12. Die erste künstliche Kernumwandlung wurde mit der Reaktion

7 N14 + 2He4  8O17 + 1H1

nachgewiesen. Die relativen Atommassen sind:


14 4 17 1 12
7N : 14,0031; 2He : 4,0026; 8O : 16,9993; 1H : 1,0078, die Masseneinheit 1/12 6C :
1,6605510 kg. Welche Mindestenergie muß das -Teilchen besitzen, um die
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Reaktion auszulösen?
b) Ein radioaktiver Strahler emittiert zu einem bestimmten Zeitpunkt 5.10 5 Teilchen/s.
Nach 12 Monaten wird eine Emission von 10 4 Teilchen/s beobachtet. Wie groß ist die
Zerfallskonstante und wie groß ist die Halbwertszeit ?

me = 9,109.10  kg, h=6,62.10-34 Js, e = 1,602.10-19 C


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