Sie sind auf Seite 1von 9

The Haunting, verschiedene Manifestationen

Eine Gruppe von abenteuerlustigen Studenten nistet sich eine Woche lang in einem leerstehenden
Hotel ein. Das ehemalige Luxushotel steht seit Jahren leer und wartet auf die Abrissbirne. Julian,
dessen Familie das Hotel gehört, hat seine Freunde hierher eingeladen, um angemessen Abschied
von dem feudalen Prachtbau im Herzen der Stadt zu nehmen. Aber er möchte ihnen auch etwas ganz
Besonderes bieten, ein unvergessliches Erlebnis, denn das "Eden" hat eine sehr wechselvolle
Geschichte hinter sich, und angeblich haben noch nicht alle Gäste ausgecheckt. So vertreibt man sich
den ersten Abend bei Kerzenschein mit Schauergeschichten und billigem Rotwein. Und Julian kennt
jede Menge unheimlicher Anekdoten aus der beinahe hundertjährigen Geschichte des Hotels (wie
wäre es, wenn die Freunde den hundertjährigen Geburtstag des Eden feierlich begehen wollen? Mit
einer großen „Babylon Berlin“ Themen-Party in zeitgenössischen Kostümen).
In den Zwanzigern, nur wenige Jahre nach Kriegsende, wurde das Hotel eröffnet, in den Roaring
Twenties erlebte es seine turbulente Kindheit, mit der Machtergreifung der Nazis endete die Zeit der
Unschuld, es folgten die Bombennächte, das Chaos der Nachkriegsjahre, der Wiederaufbau, die
Wirtschaftswunderzeit und damit einhergehend eine kurze Phase feudaler Pracht, dann schließlich
der langsame Abstieg bis zum endgültigen Tiefpunkt, als das "Eden" zum Stundenhotel verkommen
war, immerhin seine lukrativste Zeit, die aber mit dem ungeklärten Tod seines letzten Besitzers jäh
endete, schließlich erwarb Julians geschäftstüchtiger Großvater den Schandfleck, und ihn
interessierte dabei nicht so sehr die wechselvolle Geschichte des Hotels, er hat es auf das Grundstück
abgesehen, hier will er nach dem Abriss teure Eigentumswohnungen errichten lassen, das zukünftige
Herzstück eines kernsanierten Viertels , welches jetzt noch von dem riesigen Schlachthof beherrscht
wird)

Zehn kleine Negerlein? Oder eine Anthologie von unheimlichen Geschichten, die sich zu
verschiedenen Zeiten im Hotel Eden ereignet haben oder ereignet haben sollen. Schon die Eröffnung
steht unter keinem guten Stern, in der nahe gelegenen Lichtburg wird zur gleichen Zeit ein großer
UfA Film uraufgeführt, die Stars sind alle angereist und logieren im Eden, während im großen Ballsaal
ausgelassen gefeiert wird, vergewaltigt der Regisseur im Suff (im Drogenrausch - nach einer
Kriegsverletzung ist er Morphiumsüchtig) eines der Zimmermädchen, die verzweifelte junge Frau
stürzt sich noch in derselben Nacht aus dem Fenster, natürlich versucht die Hoteldirektion den
Vorfall unter den Teppich zu kehren, schließlich will man keinen Skandal - aber manchmal kehren die
Toten zurück - hier in der Form einer Doppelbelichtung (eine andere Erklärung hat der Kameramann
dafür nicht), denn auf allen Aufnahmen ist plötzlich eine wunderschöne junge Frau zu sehen, die sich
meist bewegungslos im Hintergrund der Szene aufhält - und natürlich weiß nur der Regisseur, wer
diese Frau ist? Vielleicht hatte er ihr ja auch eine Rolle in seinem nächsten Film angeboten?
Jedenfalls beendet er seine Karriere wenig später/ oder sie wird beendet und er torkelt nachts durch
die Spelunken der Stadt ein versoffenes Wrack, das sich langsam zu Tode säuft - und natürlich hat
Julian eine Filmrolle mit der geisterhaften Darstellerin aufgetrieben - und natürlich ist es ein Fake,
oder doch nicht? Denn die junge Frau taucht später plötzlich auf, als Dienstmädchen gehört sie zu
der Crew, die sich während ihres Aufenthalts um das leibliche Wohl der Teilnehmer kümmert - Und
so weiter.

"The Pounding" - in der Nacht wird Kathrin durch ein lautes Hämmern an ihrer Zimmertür aus dem
Schlaf gerissen, sie traut sich erst die Tür zu öffnen, als sich das Geräusch entfernt, wer auch immer
an ihrer Tür geklopft hat, zieht weiter, von Tür zu Tür, den Korridor entlang, und schließlich in die
nächste Etage, als die Luft rein ist, schleicht sie in Gustavs Zimmer, er schläft selig, von dem Lärm hat
er nichts mitbekommen, aber nun, da er wach ist, hört er es auch, und es ist nicht die Heizung - sie
folgen dem Hämmern, zu sehen ist nichts, aber sie hören deutlich, wie etwas laut gegen die
Zimmertüren hämmert, einmal, zweimal, und schließlich zieht es weiter, zur nächsten Tür, was auch
immer das ist, es ist scheinbar auf der Suche nach jemandem, in der dritten Etage, vor Zimmer 317,
endet der Spuk, zweimal hämmert es noch einmal gegen die Tür, heftiger als zuvor, dann herrscht
plötzlich Ruhe, nach ein paar Minuten öffnet Gustav die Zimmertür, eigentlich sind alle Zimmer im
Hotel verschlossen, die Tür zu 317 jedoch nicht, dahinter gibt es nichts Besonderes zu sehen, ein
normales Doppelzimmer, mittlere Kategorie, wie alle anderen Zimmer im Hotel ist 317 kahl, komplett
ausgeräumt, Kathrin und Gustav sehen sich um, können aber nichts Ungewöhnliches entdecken
(außer einer blutroten Schrift auf der Wand über dem Bett?! Nein etwas subtiler bitte, meinetwegen
ein blass-blaues Seidentuch)

"Maternity Ward - eine "nächtliche Eingebung" - vielleicht auch das Produkt einer hyperaktiven Blase
(warum habe ich eigentlich immer das nagende Gefühl, die interessantesten Träume zu vergessen?) -
eine der weiblichen Teilnehmerinnen wacht mitten in der Nacht auf und hört ein Baby weinen, sie
steht auf und folgt dem Gewimmere durch die leeren Korridore des Hotels, sie a) entdeckt die Quelle
des Gejammers in einem abgetrennten Saal, in dem dutzende von Kinderbetten stehen und der von
dem deuerlichen Gejammere ebenso vieler Kinder erfüllt ist, weit und breit ist kein Erwachsener zu
sehen, also nähert sie sich vorsichtig einem der Bettchen, blickt hinein, erschrickt und wacht
schweißgebadet auf (Traumsequenz), oder b) sie findet zwar nicht das Baby, trifft dafür aber auf
einen kleinen Jungen, der verängstigt in einer dunklen Ecke des Flurs kauert, als sie ihn anspricht,
öffnet sich hinter ihr die Fahrstuhltür und der Junge stößt sie in den offenen Schacht, sie kann sich
gerade noch an einem der stählernen Kabel festhalten und um Hilfe rufen, dann hört sie, wie sich in
einem der oberen Stockwerke der Fahrstuhl in Bewegung setzt und sie versucht, den Flur zu
erreichen, der kleine Junge sieht ihrem verzweifelten Bemühen ungerührt zu, während der Fahrstuhl
näher kommt, und erst im allerletzten Moment wird sie entweder durch einen herbeigeeilten
anderen Teilnehmer gerettet, oder sie erreicht den Flur aus eigener Kraft. Warum die Kinder? Sind es
die abgetriebenen Föten der osteuropäischen Prostituierten, die hier jahrelang wie Tiere gehalten
wurden? Was für eine grausame Szene, die mir kurz vor dem Aufwachen durch den Kopf ging, ein
reicher Schnösel schwängert eine blutjunge Prostituierte, und als man ihn konfrontiert und ihn
zwingen will, zumindest das Finanzielle zu regeln, tötet er das Neugeborene, bricht ihm das Genick,
genau in dem Augenblick, in dem man ihm seine Tochter/ seinen Sohn in den Arm legt, am Bett der
erschöpften Mutter, bricht er dem Baby das Genick, so wie man eine Ähre vom Stängel bricht, und
damit wäre die Sache für ihn erledigt, a honest to good bad-guy, sehr drastisch, kaum war ich
vollständig erwacht, habe ich natürlich versucht, die Angelegenheit einvernehmlich zu regeln - ich
kann eben nicht aus meiner Haut.

Bleiben wir bei dem Kind und der unglückseligen Mutter, nur ist sie eben keine ordinäre Prostituierte
aus irgendeinem trübseligen osteuropäischen Nest, sondern aus den feinsten Kreisen der Stadt, siehe
oben, Baby Doll, und dann wird es blutig, ein junger Medizinstudent muss das Kind per Kaiserschnitt
holen, unter den wachsamen Augen des Vaters, eines schwarzen Hünen, dem Boss der Unterwelt,
der ungeduldig auf seinen Sohn wartet, die junge Mutter erträgt die Schmerzen kaum noch und
verlangt nach einem Priester, aber wo soll man den jetzt herholen? Aber es ist doch einer im Haus,
meldet sich eine der Huren, die der jungen Frau beistehen, sie hat ihn eben noch gesehen, also wird
der Priester, der natürlich keiner ist, der aber die Kleidung eines Priesters trägt, und der soeben
einen Mann liquidiert hat, gesucht, gefunden und herbeigeholt, und während der Medizinstudent
(oder ein erfahrener Chirurg mit einem kleinen Alkoholproblem?) mit zitternder Hand den Schnitt
ansetzt, hält der Priester die Hand der jungen Frau, murmelt dabei ein paar lateinisch klingende
Worte, und leistet nach Kräften Beistand, und mit ihrem letzten Atemzug hält die junge Mutter einen
gesunden Jungen in den Armen, weiß wie Schnee, und definitiv nicht das Kind des Hünen, der
wutentbrannt den Raum verlässt .... und Cut .... einer der Teilnehmer betritt viele Jahre später den
Ort des Geschehens, die Geschichte dieser Geburt hat als Legende überlebt, ansonsten findet sich in
dem kahlen Zimmer keine Spur von der blutigen Nacht. Und seit dieser Nacht, erzählen sie sich im
trüben Schein einer 40 Watt Birne, irrt der Geist der jungen Mutter durch die Gänge des Hotels, auf
der Suche nach ihrem Sohn, das Schicksal des Jungen ist ungewiss, er wurde aber definitiv nicht von
dem gehörnten Schwarzen adoptiert, und der leibliche Vater? Ein junger Bursche, ein Schulfreund
des Mädchens, wie sich später herausstellte, für den unschuldigen Junge hatte der grausame Othello
sich eine besondere Strafe ausgedacht, und wieder muss der Chirurg eine Sonderschicht einlegen,
aber das gehört hier jetzt nicht hin, der Geist der jungen Mutter ist betörend schön, und jeder Mann,
der ihr begegnet, kann ihrer Schönheit nicht widerstehen, allerdings wurde die Wunde nie richtig
zugenäht und daher gibt es bei jeder Annäherung eine blutige Überraschung.
Schwangerschaft, eine der Teilnehmerinnen, Kitty, versucht schwanger zu werden? Ihr Freund ist
unfruchtbar? Oder sie ist mit einer Frau zusammen und sie denken über eine künstliche Befruchtung
nach? Vielleicht sind sie sich auch nicht einig, ob sie wirklich ein Kind zusammen haben wollen? Das
Hotel nimmt Kitty die Entscheidung jedenfalls schnell ab, und nachdem sie Sex mit einem fremden
Mann hatte, von dem im Nachhinein niemand sagen kann/ will, wer es war, wird in den nächsten
Tagen von Träumen und Visionen verfolgt, die sich alle um das Kind drehen, das in atemberaubender
Geschwindigkeit in ihrem Bauch heranwächst, und eben auch nicht, denn schließlich kann das ja
nicht sein, und die Anderen sehen es ja schließlich auch nicht, also alles Einbildung? Oder ein
weiterer mieser Trick von Julian (der so eine Art Autor dieser Geschichte ist, und als solcher muss er
seine Charaktere nun einmal so gut kennen, al sei er mit ihnen zusammen aufgewachsen) der sich
über seine Gäste bestens informiert hat, und der ihre Wünsche und Sehnsüchte und vor allem ihre
Ängste gut kennt.
Nicht vergessen: Die Hotelkatze, eine streunende schwarze Katze, die immer wieder mal auftaucht
und die schließlich einen Teilnehmer ins Verderben (oder in einen weiteren offenen
Fahrstuhlschacht) stürzt.
Abgesehen von der Katze sollten auch die überall im Hotel hängenden Gemälde eine Rolle spielen,
auf den ersten Blick nichts weiter als die generischen Kalenderblatt-Drucke, die man in allen
Business-Hotels ständig übersieht, eine Art Hintergrundgeräusch, das unser Auge ungefragt aussiebt,
aber Julian hat sehr großen Wert auf die Auswahl der Bilder gelegt, wie er betont, und ganz
allmählich dringen sie tiefer in unser Bewusstsein ein, wie ein lange ignoriertes Möbelstück, über das
man eines Abends betrunken stolpert, und welches man anschließend beim Betreten des Zimmers
immer als erstes wahrnimmt.

Einer der Teilnehmer ist ein junger Priester, der hier im Auftrag seines Bistums als Beobachter
fungiert, denn das Bistum ist der neue Besitzer des Hotels und ein Hotel, in dem es spukt, bringt
natürlich kein Geld in die klammen Kassen der Kirche, und wenn das Hotel tatsächlich von einem
bösen Geist heimgesucht werden sollte, kann der junge Pfarrer zur Not auch gleich einen Exorzismus
durchführen.

Und wer finanziert das Ganze? Ein steinreicher Unternehmer (siehe Harold Deutsch in "Hell House"),
der vor kurzem seine über alles geliebte Frau verloren hat, und an diesem Ort die Antwort auf die
eine Frage sucht, die ihn nach ihrem Tod umtreibt, gibt es ein Jenseits? Überlebt etwas von uns?
Unsere Seele?

Der Geist einer jungen Prostituierten streift ruhelos durch das verlassene Hotel, auf der Suche nach
ihrem Neugeborenen, das der Vater gleich nach der Geburt getötet hat, jetzt will sie wieder
schwanger werden und daher treibt sie es mit jedem Mann, der ihr begegnet, und niemand kann ihr
widerstehen, aber in Wirklichkeit sinnt sie natürlich auf Rache für ihr Kind, und stellvertretend für
den grausamen Mörder bekommt jeder ihrer Liebhaber ihren Zorn zu spüren, der Bann kann nur
gebrochen werden, wenn die sterbliche Überreste des kleinen Mädchens gefunden und neben dem
Leichnam der Mutter bestattet werden, es ist schon schwierig genug das Grab der Mutter, einer
namenlosen Prostituierten zu finden (der alte Priester weiß hier vielleicht Rat?), aber wie soll man
ein kleines Häufchen Knochen finden, das irgendwo in diesem riesigen Gebäude verscharrt wurde?

"Ankunft im Hotel", diese Idee kam mir heute Morgen, kurz nach dem Aufwachen (01.11.20) - und sie
gefällt mir, in dem Hotel versammelt sich an diesem Tag eine Gruppe von "Eden-Fans", Männer und
Frauen jeglichen Alters, Blogger, Journalisten, Möchtegern-Schriftsteller, die eine große Faszination
eint, das Grand Hotel Eden und seine wechselvolle Geschichte, und weil das Eden nun bald seinen
100. Geburtstag feiert und weil es diesen Geburtstag wahrscheinlich nicht lange überleben wird, hat
der neue Besitzer, Julian, sie alle eingeladen, und alle sind gekommen (vielleicht nicht alle, ein
besonders prominenter Eden-Liebhaber fehlt scheinbar, erscheint aber später doch noch, oder hat
sich bereits unters Personal gemischt), Julian begrüßt jeden Einzelnen im immer noch
eindrucksvollen Foyer des Hotels, natürlich trägt sich auch jeder ins Gästebuch ein (welches später
noch eine besondere Bedeutung erhalten sollte), und jeder wird von Julian persönlich auf sein/ ihr
Zimmer geleitet "ihr Zimmer mit Blick auf den Schlachthof" berichtet er einem weiblichen Gast stolz,
als er die Zimmertür für sie öffnet, ihr Spezialgebiet ist der massenmordende Schlachter, der hier in
den letzten Jahren des Eden sein Unwesen trieb, Prostituierte tötete, und ihre leblosen Leiber
anschließend mit zu seiner Frühschicht im angrenzenden Schlachthof nahm, wo er sie anschließend
fachmännisch verteilte und den Wurst- und Fleischwaren beimengte, die Dame ist entzückt über
diese kleine Aufmerksamkeit.

Eine Szene in der Badewanne darf natürlich nicht fehlen, ein weiblicher Gast nimmt ein
entspannendes Schaumbad, sie lehnt sich zurück und schließt die Augen, Pling, Pling, ist der
Wasserhahn noch offen? Mit dem Fuß dreht sie ihn noch einmal fest zu, aber es tropft noch immer,
Pling, Schnitt ins Badewasser, ein winziger Tropfen einer roten Flüssigkeit, die sich langsam
ausbreitet, noch einer, Schnitt, was auch immer es ist, es tropft von der Decke, sie öffnet die Augen,
sieht den rot gefärbten Schaum, blickt zur Decke und sieht die Bescherung, ein riesiger Blutfleck an
der Decke, von dem es stetig herabtropft, Entsetzen, sie stürmt nackt in den Flur, schreit die anderen
zusammen, sie sehen sich die Bescherung an, und die Mutigen unter ihnen inspizieren das über ihrer
Suite liegende Zimmer, nichts, als sie wieder ins Bad gehen, ist der Fleck verschwunden (?).

Der verstopfte Abfluss treibt die junge Frau noch in den Wahnsinn, das Wasser läuft nun gar nicht
mehr ab und steht jetzt knöcheltief in der Duschwanne, sie ruft an der Rezeption an, man wird
jemanden vorbeischicken, fünf Minuten später klopft es an der Tür, der Hausmeister, er schraubt den
Abfluss auseinander, kann aber nichts entdecken, das Wasser läuft einwandfrei ab, ein ratloses
Schulterzucken und er verabschiedet sich wieder, aber ein paar Minuten später (oder am nächsten
Morgen) ist der Abfluss wieder verstopft, die junge Frau legt nun selbst Hand an, sie schraubt den
Abfluss ab und durchwühlt die fettige Schmutzschicht mit bloßen Fingern, aber da kennt sie nichts,
schließlich bekommt sie etwas zu fassen, zieht es heraus, und hält einen dicken Strang dunklen
Frauenhaars in der Hand, mindestens einen Meter lang, eine prachtvolle Mähne.

Eine Idee, die mir heute (13.02.2021) kam, als ich durch ein Youtube Video an den ziemlich guten
Horror Film "Session 9" erinnert wurde, was wäre also, wenn während des "Experiments" schon die
Handwerker im Hotel wären? Sie würden gelegentlich mal durchs Bild laufen, oder sie wären im
Hintergrund zu sehen, gelegentlich wären wir auch mal dabei, wie sie sich das Hotel sägen und
fräsen, und dabei die eine oder andere un-appetitliche Entdeckung (The Bloody Chamber, The Secret
Room) machen, und vielleicht auch mal einen Geist sehen, oder sich gegenseitig unheimliche
Geschichten über das Hotel erzählen, sie würden aber nie mit den Hauptfiguren direkt interagieren,
aber -ähnlich wie bei "The Others" - die Handwerker sind zu dem Zeitpunkt, an dem die Geschichte
beginnt, die einzigen tatsächlich lebenden Menschen in dem Hotel, die Hauptfiguren sind die Geister
der Männer und Frauen, die im Eden ums Leben gekommen sind, das erklärt auch, warum eine von
ihnen panisch aus ihrem Hotelzimmer flieht, weil plötzlich die Tapeten von den Wänden gerissen
werden (wie soll sie ahnen, dass hier gerade Renovierungsarbeiten im Gange sind?).

Eine kurze Schauder-Szene, die es aber wahrscheinlich in einem anderen Film schon gab: Einer der
Teilnehmer steigt in den Aufzug und drückt den Etagenknopf - die Tür schließt sich bereits, öffnet
sich aber im letzten Moment wieder, gerade so, als habe ein weiterer Fahrgast noch im letzten
Moment seinen Fuß in die Lichtschranke gehalten, aber niemand ist zu sehen, die Tür öffnet und
schließt sich, diesmal endgültig, der Fahrstuhl setzt sich in Bewegung; scheinbar ist niemand
hinzugestiegen - dennoch spürt der Teilnehmer so etwas wie eine unsichtbare Präsenz - das könnte
man noch ausbauen, zum Beispiel, indem man den Fahrstuhl in ein anderes Stockwerke als das
ursprünglich gewählte fahren lässt, in den Keller .... wo gerade die mysteriöse Party stattfindet.
Der Teilnehmer ist zunächst etwas nervös, es schaudert ihn buchstäblich, aber als nichts weiter
passiert, beruhigt er/ sie sich schnell wieder, dann erscheint plötzlich an der verglasten Rückwand ein
leichter Dunstfilm, so als habe jemand dagegen gehaucht, und gerade als man fest damit rechnet,
dass gleich jemand etwas mit dem Finger auf die angehauchte Fläche schreiben wird, eine Botschaft
aus dem Jenseits, öffnet sich die Tür und der Teilnehmer stürzt heraus.

Clara ist schwanger, drei Tage vor "ihrem Einzug" hatte sie einen positiven Test, aber will sie Marks
Kind wirklich haben? Ist es nicht aus? Denkt sie über einen Abbruch nach? Denkt sie darüber immer
noch nach, als sie am Morgen des dritten Tages aufwacht und plötzlich mindestens im achten Monat
ist? Was ist da so schnell in ihrem Bauch gewachsen? Will sie warten, bis es herauskommt?

Sunnys Selfies, Sunny schießt jede Menge Selfies, bei jeder Gelegenheit, ihre Fans erwarten das, nach
der Aufzug Episode (siehe oben , sie ist mit knapper Not mit dem Leben davon gekommen), taucht
sie auf ihren Fotos jedoch nicht mehr auf. Ein schlimmer Verdacht beschleicht sie, und sie steigt
schließlich (mutig) in den Keller herab um den Aufzugschacht zu inspizieren, und als sie ihrer eigenen
Leiche gegenübersteht, übel zugerichtet nach dem Sturz durch den Schacht, verliert sie die Fassung,
sie fängt sich aber wieder und spricht mit dem Priester über ihren Verdacht (I'm a ghost), der
beruhigt sie aber schnell wieder (Is that your pick-up line?) und sie steigen gemeinsam noch einmal in
den Keller hinab und finden ... nichts. Hat sich Sunny alles nur eingebildet? Oder hat sie einen Blick in
die Zukunft geworfen?

"Do you think ghosts exist?" "I know they exist." She waits for him to continue. "But it's not the dead
that haunt us. It's us." All the phenomena that we have oberserved so far are psycho-kinetic
phenomena that we have set in motion when we started this. Every human has the capacity to
control external events by sheer will-power. With most people it barely registers. But some people
can blow up every scale. Sometimes without knowing it. And we have been pooling our psychic
capabilities. That's the idea behind every seance." "Like mass-hypnosis." "More like mass psychosis."
She shakes her head. "There's more to it than that. I can feel it" "Whatever it was. It is real now. And
it is here with us."

Während unseres Sonntagsspaziergangs (01.11.2020) habe ich Anne ein paar Szenen aus dieser
Geschichte beschrieben, sie war davon auch ganz angetan, und während des Erzählens wurde mir
auch Einiges klarer, zum Beispiel, dass es mehrere Quellen des Spuks gibt, Julian will den alten Bau
wieder eröffnen und dazu braucht er publicity, die eingeladenen Influencer sollen ihm dabei helfen,
und er wird ihnen einen unvergesslichen Aufenthalt bereiten, dafür hat er schon ein paar
Überraschungsmomente vorbereitet, zum Teil sind die Phänomene also fake, von Julian manipulierte
Geschehnisse, mit denen er seine Gäste beeindrucken will, er selbst glaubt natürlich keine Sekunde
daran, dass es in dem heruntergekommenen Gemäuer spukt, und daher hilft er eben ein bisschen
nach, und genau in dem Augenblick, in welchem ihm die anderen auf die Schliche kommen, noch
bevor sich Enttäuschung breit machen kann, rafft es Juian von Geisterhand dahin (und später steht er
auf wundersame Weise wieder von den Toten auf, denn auch sein spektakulärer Abgang war Teil der
Inszenierung, die zweite Quelle des Spuks ist das oben von dem Physiker beschriebene Phänomen
einer Massenpsychose, die Manifestation ihres kollektiven Unterbewusstseins, verstärkt durch ihre
jahrelange Fixierung auf angebliche übernatürliche Ereignisse im Dunstkreis des Hotels, durch diese
sich gegenseitig verstärkende Dynamiken werden die rätselhaften Phänomene hervorgerufen,
unheimlich, aber nicht zielgerichtet, und nicht von einer paranormalen Entität gesteuert, weder im
Guten noch im Bösen, damit hat er auch Recht, aber es gibt eben auch die dritte Quelle des Horrors,
die sich letztlich auch durchsetzt, die ruhelosen Geister, für die das Eden Heimat und Gefängnis
zugleich geworden ist, und die jetzt die ungebetenen Besucher heimsuchen.
Der oder die Physikerin hat für die meisten Phänomene immer schnell eine rationale Erklärung parat,
überhaupt bringt sie nichts aus der Ruhe und während sich die anderen Teilnehmer ängstlich
aneinander klammern, bleibt sie kühl und analysiert die Lage, wir können davon ausgehen, dass sie
dem ganzen Hokuspokus nicht viel abgewinnen kann, für jedes übernatürliche Vorkommnis hat sie
eine sehr diesseitige Erklärung, dann kehrt sie eines Abends nach einer weiteren Seance in ihr
Zimmer zurück und findet dort alle Möbel an der Decke wieder, Tisch, Stühle, Lampen haben sich wie
von einem riesigen Magneten angezogen an der Zimmerdecke festgesogen, sie verzieht bei dem
skurrilen Tableau keine Mine, seufzt, als habe sie es mit einem besonders widerspenstigen Kind zu
tun, geht zur Minibar und bedient sich erst einmal, mit einem Drink zieht sie sich ins Bad zurück, setzt
sich auf den Badewannenrand und nippt an ihrem Glas, bis ein lautes Scheppern nebenan ihr
signalisiert, dass der Spuk vorbei ist.

Die erste Szene des jungen Priesters, eine ärmliche Wohnung in den Slums einer
lateinamerikanischen Stadt, das Zimmer ist nur von Kerzen beleuchtet, die überall im Raum verteilt
sind, die Familie hat sich um das Bett einer jungen Frau versammelt, sie wirkt erschöpft, völlig
entkräftet, ihr schwarzes Haar klebt an ihrer schweißnassen Stirn, so als habe sie soeben ein Kind zur
Welt gebracht, anstelle der Ärzte oder einer Hebamme befinden sich jedoch zwei Geistliche im
Raum, ein älterer Priester, der gerade eine Zigarette rauchend sein Messgewand zusammenfaltet
und ein blutjunger Kollege, der etwas benommen vor sich hin starrt, die Mutter bedankt sich
überschwänglich bei dem jungen Priester, der Rest der Familie kniet um das Bett herum und betet
einen Rosenkranz, wir verstehen kein Wort von dem, was die Mutter sagt, aber ihr beseeltes Gesicht
spricht eine deutliche Sprache, sie küsst die Hand des Priesters, kniet vor ihm nieder, das alles ist
dem jungen Mann sichtlich unangenehm, sein älterer Kollege betrachtet die Szene etwas amüsiert,
er packt die Paraphernalien seines Standes in einen kleinen Arztkoffer, und gib seinem jungen
Kollegen das Zeichen zum Aufbruch, bevor sie die Wohnung verlassen, treffen sich die Blicke der
jungen Frau und des Priesters, für einen kurzen Moment glaubt er in ihrem Blick etwas lasziv-
herausforderndes zu erkennen, er wendet seinen Blick verschämt ab, als er wieder zu ihr hinschaut,
lächelt sie ihn dankbar an, unschuldig, der Moment ist vorüber - die beiden Priester gehen
schweigend durch die engen Gassen nach Hause, der Ältere denkt an sein Bett und an die gute
Zigarre, die auf seinem Nachttisch wartet, der Jüngere grübelt über das eben Erlebte, "haben wir den
Dämon wirklich vertrieben?" will der junge Priester endlich wissen, der ältere Priester schüttelt
lachend den Kopf, "of course not, we never do." er bemerkt den erschrockenen Blick des Jüngeren,
"But don't worry. She's safe. He'll get bored now and look for another girl."

The Contraption, ein Glory Hole der besonderen Art, die beiden jungen Frauen erkunden das Arsenal
der Lust, den Nachlass der "Gräfin", alles was das BDSM Herz begehrt hat sich hier im Laufe einer
langen Karriere angesammelt, die Beiden sehen sich belustigt um, hier ist nichts, was sie erröten
lassen würde, Mainstream, dann stehen sie vor einer schwarzen Kugel, die im Raum zu schweben
scheint, erst bei sehr genauem Hinsehen erkennt man den Mechanismus, auf dem die Kugel
balanciert, man kann sie in jede Richtung drehen, in die gummierte pechschwarze Oberfläche sind
dutzende von Löchern eingelassen, durch die man in die Kugel hineingreifen kann, Mandy fasst sich
ein Herz und greift hinein, verzieht dabei keine Mine, bis sie plötzlich festzustecken scheint, ihre
Augen weiten sich, verzweifelt versucht sie ihren Arm herauszuziehen, Sunny gerät schon in Panik,
als Mandy sie verschmitzt anlächelt und den Arm problemlos befreien kann, reingelegt, die beiden
finden schließlich heraus, wie man die Kugel benutzt, im Innern befinden sich Fixierungen für Arme,
Beine und eine für den Kopf, diese Fixierungen sind durch einen federnden Mechanismus mit der
Innenwand der Kugel verbunden, der "Proband" wird hier befestigt und schwebt gewissermaßen im
Innern der Kugel, jedes Körperteil befindet sich dabei in Reichweite eines der Löcher, nachdem die
Kugel gedreht wurde, greift man hinein und berührt nacktes Fleisch ("Brust oder Keule", Mandy),
Mandy geht wie immer tapfer voran, sie zieht sich aus und Sunny befestigt sie an den Vorrichtungen,
dann schließt sie die Einstiegsluke und dreht die Kugel, anschließend befühlt sie Mandys Körper
durch eines der Löcher, im ersten Versuch erwischt sie gleich eine ihrer Brüste, Jackpot, das Innere
der Kugel ist beleuchtet, so dass Mandy in ihrer Aufhängung hilflos wie ein Hühnchen am Spieß die
tastenden Hände beobachten kann - die Beiden haben in dieser ersten Session richtig Spaß, und sie
erleben auch knisternde Erotik, aber Mandy wird sich später natürlich erneut in dieser Kugel
wiederfinden, und als sie sehen muss, wie sich dutzende von Armen nach ihrem Körper ausstrecken,
beginnt der Alptraum für sie erst, aber das ist eine andere Geschichte)

Der Kontrollraum. Die Teilnehmer entdecken in einem schwer zugänglichen Winkel des Kellers,
hinter einer verrammelten Eisentür, den Kontrollraum (Welchen Anlass hatten sie, oder eine(r) von
ihnen, überhaupt danach zu suchen? Vielleicht wurden die Aufnahmen der versteckten Kameras
dazu genutzt, die ehrbaren Klienten des Bordells "Zu Spenden" zu animieren? Eine Art Premium
Member Service? Aber in einem Fall endete die Erpressung tödlich, mit einer Kugel im Kopf, das
Aufgezeichnete ging über den üblichen käuflichen Sex hinaus, drohte eine Karriere, ja eine ganze
Existenz zu vernichten, den Selbstmord des Vaters erlebt seine jüngste Tochter/ sein jüngster Sohn
mit, das Ereignis hat sie/ ihn ein Leben lang verfolgt, bis zu der Schwelle dieses Hotels, sie hat nie
erfahren, was auf dem der Video-Kassette zu sehen war, die Ihr Vater eines Tages mit der Post
erhalten hatte - wir sehen, wie sie die Leiche entdeckt, Schnitt zur Beerdigung, sie steht am offenen
Grab ihres Vaters, Schnitt in die Gegenwart, sie recherchiert als Journalistin eine Story), in dem
Kontrollraum befindet sich eine Wand aus Monitoren, etwa zwanzig kleine Bildschirme, und
mehrere Regale mit bespielten Videokassetten, es sieht aus, wie in der Sicherheitszentrale eines
Gefängnisses, da die Stromversorgung unterbrochen ist, sind alle Bildschirme schwarz, natürlich
funktioniert auch der Videorecorder nicht, und natürlich gibt es im ganzen Hotel auch kein zweites
Gerät, auf dem man die altertümlichen Kassetten abspielen könnte, aber einem der Teilnehmer
gelingt es schließlich, den Strom wieder einzuschalten, aber die Bildschirme bleiben schwarz,
wahrscheinlich wurden die Kameras schon abmontiert, auf den Bändern befinden sich, wie erwartet,
Aufnahmen aus den aus der schlüpfrigen Endphase des Eden tausende von Stunden Sex in allen
Variationen, offenbar wurden die Begegnungen zwischen den Prostituierten und ihren Freiern hier
unten überwacht und aufgezeichnet, aus welchem Grund auch immer, vielleicht auch zum Schutz der
Mädchen, vielleicht für das private Archiv eines Spanners, aber wahrscheinlich spielte auch
Erpressung eine Rolle, und als der Teilnehmer das Material fasziniert/ erregt/ angewidert/ ungläubig
sichtet, ist auf einem der Monitore plötzlich ein Bild zu sehen, und was er dort sieht, verschlägt ihm
die Sprache.

Close Call/ Brush with Death - einer der Teilnehmer ist/ war Polizist (etwas älter?), nachdem er eine
schwere Schutzverletzung mit knapper Not überstanden hat, hat er den Dienst Quittiert - wir treffen
ihn auf dem Weg in den OP, auf einer Bahre, die Pfleger und Ärzte kämpfen um sein Leben, jemand
schneidet seine Uniform auf, das Unterhemd ist blutverschmiert, es sieht nicht gut aus, im OP wartet
bereits ein Ärzte-Team um die Not-OP durchzuführen - wir gehen davon aus, dass er die Operation
überstanden hat, denn er ist ja schließlich einer unserer Protagonisten, aber es war knapp, nun kehrt
er an den Ort zurück, in welchem er (unter immer noch ungeklärten Umständen) beinahe tödlich
verletzt wurde (was ist seine Geschichte?) - schon bald verfolgen in die Bilder der OP in seinen
Träumen, er sieht sich bei vollem Bewusstsein auf dem OP Tisch liegen, sein Bauch eine einzige
blutende Wunde, der blutverschmierte Chirurg beugt sich über ihn, sieht, dass er bei Bewusstsein ist,
und sagt nur: "Gleich tut es ein bisschen weh .... " dann schreckt er aus seinem Alptraum hoch. Sein
Leben hängt während der Geschichte buchstäblich in der Schwebe (so wie James Stewart noch
immer über dem Abgrund hängt - Vertigo) Und warum er? Die Kugel hat er sich im Eden eingefangen,
während eines nächtlichen Einsatzes, das Hotel stand zu diesem Zeitpunkt schon leer (?), aber
Anwohner hatten die Polizei alarmiert, weil sie aus dem Innern Schreie gehört hatte, sein Kollege
hatte ihn gebeten, auf Verstärkung zu warten, aber er hatte nicht auf ihn gehört (vielleicht ist
während des Schusswechsels sein Kollege gestorben? Vielleicht hat er einen Moment lang nicht
aufgepasst, weil er abgelenkt war, weil er in dem dunklen Korridor etwas gesehen hatte -- Daddy?!
Und jetzt wird er natürlich von Schuldgefühlen geplagt!?).

Der Pianist - Anne spielt gerade (Sonntagabend, 15.11.20) einige Stücke aus ihrem Repertoire auf
dem Flügel. Natürlich gehört auch ein richtiger (wenn auch verstimmter) Konzertflügel in das Hotel,
und dazu gehört die Geschichte des genialen Komponisten, der einem Rivalen die Geliebte ausspannt
und der dafür teuer bezahlt (ich sage nur, und krümme mich dabei vor Schmerz, seine Hände!), und
natürlich wird der Übeltäter später von dem Klavierspiel des verstümmelten Pianisten verfolgt ( und
natürlich kann nur er die Chopin Etüden hören, nachts, wenn er in seinem Bett liegt, in dem
menschenleeren Bürogebäude, das er wie immer als Letzter verlässt, im Auto, und irgendwann
verliert er den Verstand und verunglückt tödlich - oder er stirbt im Hotel, an einem Herzinfarkt.)

Noch ein paar Einfälle aus den letzten Tagen (05.12.20), die ich hier in loser Reihenfolge
herunterschreibe: Das Bild, ich sitze gerade vor dem Dezember-Blatt meines "ewigen" Edward
Hopper Kalenders, es ist eine abendliche Büroszene, der Mann sitzt an seinem Schreibtisch und blickt
auf ein Blatt Papier, seine Sekretärin (?) steht an einem Aktenschrank, vor einer offenen Schublade
und sieht ihn an, das Fenster ist offen und die halb herabgelassene Jalousie wiegt sich in einer
sanften Brise, eine unverfängliche Büroszene, vielleicht wendet sich die junge Frau ihrem Kollegen/
Chef zu um eine Frage zu stellen oder zu beantworten, vielleicht sieht sie ihn aber auch heimlich an,
ob verliebt oder mit Abscheu lässt sich nicht sagen, eigentlich eine banale Szene, aber je länger man
sie betrachtet, desto geheimnisvoller erscheint sie uns, und es geht beinahe etwas Bedrohliches von
diesem Bild aus, was mich zu unserer Geschichte bringt, denn überall im Hotel hängen die Gemälde
eines unbekannten Künstlers, man beachtet sie zuerst nicht, so wie man das gefällige Gedudel nicht
mehr wahrnimmt, das einen in großen Kaufhäusern umgibt, die übliche generische Kunst, die man in
allen Hotels findet, aber wenn man die Bilder länger betrachtet, wenn man sich in die dargestellten
banalen Alltagsszenen vertieft, gerät man förmlich in ihren Bann, wer ist der geheimnisvolle Künstler,
der diese Szenen auf die Leinwand gebracht hat? War er auch Gast im Eden? Vielleicht hat er hier
jahrelang gelebt und gearbeitet? Bilden die vage unheimlichen Gemälde Szenen aus der Geschichte
des Hotels ab? Ist die junge Frau, die uns da den Rücken kehrt, die am Rand des menschenleeren
Schwimmbeckens steht, das Opfer eines Mordes? (die junge Frau aus der ersten Szene) Verändern
sich die Bilder? Finden sich unsere Protagonisten später selbst in diesen Szenen wieder? Wie stellt
man den Augenblick dar, der einer Gewalttat vorausgeht, der letzte Moment Normalität, bevor die
Ahnung zur Gewissheit wird?

Dazu passt vielleicht die Serie „Girls Under Glass“ aus einer früheren Geschichte („Frozen“)? Oder
wäre es eher eine Alternative?

The artist is completing his cycle "Girls under Glas", showing portraits of beautiful young girls,
seemingly asleep under a translucent layer of ice, as if they have drowned in a frozen lake, their
lifeless bodies drifting beneath the icy surface, dreaming. A huge crowd has gathered for his first
exhibition, a huge success, his pictures are selling for hundreds of thousands of dollars, he watches
the eager crowd with open disdain until he sees a young woman sauntering through the aisles,
intently studying the haunting photographs, he's fascinated by her aloofness, her casual attitude
towards his work, as if she just dropped into the exhibition to avoid a sudden downpour. The Artist
approaches her and invites her into his studio, he wants her to become his next model, she happily
agrees and they arrange the date of her visit. Little does she know, how the artist achieves the
otherworldly, dreamlike mood of his portraits. Or does she?

Frozen – hier würde dann dem Swimming Pool eine besondere Rolle zukommen – wenn plötzlich die
Wasseroberfläche gefriert und die Heldin darunter gefangen ist.

More random ideas: analog zu The Shining oder Hell House wird vor jedem neuen Kapital ein Datum
eingeblendet (Time Stamp), etwa wie Day One, Wednesday, gerne auch, wenn die Geschichte ihrem
Höhepunkt entgegensteuert, eine Uhrzeit, die zeitlichen Abstände werden dabei immer kürzer, in
dem gleichen Maße, wie sich die Ereignisse überschlagen.

Der Swimming Pool - eigentlich war der Swimming Pool schon außer Betrieb, das Wasser wurde
schon abgelassen, schade, denn der spektakuläre Pool war immer das Herzstück des Hotels,
allerdings war er auch der Schauplatz eines Mordes - in der ersten Szene sehen wir einen älteren
Mann einsam seine Bahnen drehen (Caption 1978) - plötzlich geht das Licht aus, er verharrt in der
Mitte des Beckens, sieht sich ängstlich um, aber niemand ist zu sehen, dann hören wir, wie jemand
ins Becken steigt, nur ein leises Plätschern, der Mann ruft, aber niemand antwortet und es ist auch
nichts zu sehen, aber er ist nicht mehr allein im Wasser (weiter wie in "True Faith"), ein neuer Tag,
die Polizei ist am Pool, untersucht einen verdächtigen Todesfall, Spurensicherung, Fotograf, Beamte
in Uniform und in Zivil, das Übliche, allerdings ist das Opfer nicht der ältere Herr, sondern eine junge
Frau (Caption 1965) - das Rätsel löst sich mit der Anmoderation von Veronika auf, einer Teilnehmerin
unseres Experiments, die den treuen Followern ihres Podcasts von der Toten im Pool berichtet, ein
Mord, der niemals aufgeklärt wurde, der aber eine Reihe von ungeklärten Unfällen im Hotelpool
nach sich zog (unter anderen der ältere Herr aus der ersten Szene), die Opfer waren allesamt
männlich, Ende fünfzig, wohlhabend und elegant (a certain type) - und Veronika erzählt von weiteren
unerklärlichen Vorkommnissen im Wellnessbereichs des Hotels, die alle auf eine paranormale
Existenz schließen lassen, der Geist der Ermordeten? Der noch immer auf der Suche nach ihrem
Mörder ist?