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Kursbericht

Modeling Complex Social Systems - A Systems Thinking Workshop


Universität Bern, 7. - 11. November 2005
Konferenz der
Gut zwanzig Teilnehmende trafen am ersten Kursmorgen an der neuen Uni Schanzeneck Gesamtuniversitären Einheiten
ein und wurden vom Kursleiter PhD Mohammad Mojtahedzadeh begrüsst. Der Kurs wur- (KGE)
de von Silvia Ulli-Beer von der Interfakultären Koordinationsstelle für Allgemeine Öko- Interfakultäre
logie (IKAÖ) initiiert und von der Kommission Nachwuchsförderung der Universität Koordinationsstelle für
Bern finanziert. Allgemeine Ökologie (IKAÖ)

Am letzten Tag wurde zu einem konkreten Problem aus ei-


nem laufenden SNF-Forschungprojekt des NFP 54 an einem
Modell mit der Methode des Group Model Buildings gearbei-
tet: Die Teilnehmenden versuchten gemeinsam ein Modell zu
bauen, wobei der Kursleiter als Moderator und Mediator
wirkte. Dabei war eindrücklich zu sehen, wie verschiedene
Sichtweisen zueinander konvergierten und wie aus den Lern-
prozessen der Teilnehmenden eine erste Modellskizze zu ent-
stehen begann.

Von vielen Teilnehmenden wurde das computergestützte


Modellieren auf dem eigenen Laptop als Highlight betrachtet.
Gleichzeitig wurde auch bedauert, dass nicht mehr Zeit für
technische Aspekte des Modellierens zur Verfügung stand.
Sehr geschätzt waren auch die Kurzreferate am Ende jedes
Kurstages, in welchen Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre
aktuelle Forschung vorstellten.
Die Vorstellungsrunde ergab, dass die Teilnehmenden aus
den verschiedensten Fachrichtungen kamen (siehe Tabelle 1).
Einige kamen von anderen Universitäten und Institutionen An der am letzten Tag durchgeführten Evaluation beurteilten
nach Bern. Mohammad, mit einem Hintergrund in Mathema- die Teilnehmenden den Kurs überwiegend positiv, und sie
tik und Ökonomie sowie spezialisiert in System Dynamics, stuften ihr eigenes Engagement als hoch ein. Vor diesem Hin-
war für diesen Kurs eigens aus New York angereist. tergrund erstaunt es nicht, dass eine sehr grosse Mehrheit der
Teilnehmenden den Kurs weiterempfehlen würde und auch
Nur wenige der Anwesenden brachten konkrete Erfahrung eine Folgeveranstaltung wünscht.
mit. Daher wurde am Anfang des Kurses grosser Wert auf die
theoretische Herleitung gelegt. An einem konkreten Beispiel Akademischer Hintergrund
erläuterte Mohammad, wie in der systemischen Betrachtungs- der Teilnehmenden
weise der Fokus nicht auf den Akteuren, sondern auf Prozes-
Politikwissenschaft 3
sen ruht. Diese Sichtweise wurde später konkretisiert und mit
Physik 2
grundlegenden Konzepten des computergestützten Modellie-
Biologie 4
rens (Stock, Flow und Feedback Loops) verbunden.
Psychologie 3
Diese Konzepte wurden im Verlauf des Kurses in verschiede- Geographie 2
nen Formen eingeübt: Zuerst einzeln mithilfe des abgegebe- Informatik 1
nen Skripts, dann in Gruppendiskussionen. Später wurden mit Recht 1
diesen Bausteinen die ersten Gehversuche mit der Modellie- Wirtschaftswissenschaften 4
rungssoftware Vensim unternommen. Die Übungen wurden Umweltwissenschaften 1
stets mit einer Diskussion im Plenum abgeschlossen, was Geschichte 1
merklich half, Brücken zum theoretischen Teil zu schlagen. Tabelle 1: Akademischer Hintergrund der
Teilnehmenden

Matthias Müller, 22. 11. 2005


Interfakultäre Koordinationsstelle für Allgemeine Ökologie

Modelling and analyzing dynamically complex social systems –


discovering System Dynamics

Training week for young social scientists offered by the University of Berne, November 7 – 11, 2005

First course day


Monday, 7.11.2005
9.15 a.m. – 16.30 p.m.
 Room A 122, KWB, Schanzeneckstrasse 1, 3001 Bern

Syllabus and tentative schedule

Date Part 1 Part 2


Monday Getting known each other, Overview Maps and models
workshop and introduction, Principles of mapping and modeling,
Validity, Different approaches to modeling
Tuesday Understanding structure: Stock and Understanding dynamics: Bathtup dynamics,
flow, Feedback loops, Ratios, Impacts Feedback loop dynamics, Sensitivity
analysis
Wednesday Model formulation: Reinforcing Model formulation: Overshoot processes,
processes, Balancing processes, S- Oscillatory processes
shaped processes
Thursday Policy analysis: Leverage points and Conversational systems thinking: Reference
trade offs mode, Accumulation points, Feedback
loops, Time horizon
Friday Group model building Group model building

Reading list
 Papers can be downloaded from the IKAÖ-Homepage:
Mitteilungen - Training week - Modelling complex social systems – papers
(an handout including these papers will also be provided in the beginning of the course)

Ackermann, F., S. Howick and D. F. Andersen (2004). "Stirling revisited: Practical approaches to
merging two system thinking streams." Proceedings of the 21st International Conference of the
System Dynamics Society.
Andersen, D. F. and G. P. Richardson (1997). "Scripts for group model building." System Dynamics
Review 13(2): 107-129.
Andersen, D. F., G. P. Richardson and J. A. M. Vennix (1997). "Group model building: adding more
science to the craft." System Dynamics Review 13(2): 187-201.
Martinez-Moyano, I. J. and G. P. Richardson (2002). An expert view of the system dynamics modeling
process: Concurrence and divergences searching for best practices in system dynamics
modeling. Proceedings of the 20th International Conference of the System Dynamics Society,
Palermo, Italy (July 28 - August 1).
Rahmandad, H. (2004). "Heterogeneity and network structure in the dynamics of contagion:
comparing agent-based and differential equation models." Proceedings of the 22nd International
Conference of the System Dynamics Society.
Sterman, J. D. (1991). A skeptic's guide to computer models. Managing a Nation: The Microcomputer
Software Catalogue. G. O. B. e. a. Boulder, Westview Press: 209-229.
Sterman, J. D. (2001). "System dynamics modeling: tools for learning in a complex world." California
Management Review 43(4): 8-25.

Contact
Dr. Silvia Ulli-Beer, silvia.ulli-beer@ikaoe.unibe.ch, 031 / 631 39 40 or 056 / 310 27 23
Interfakultäre Koordinationsstelle für
Allgemeine Ökologie (IKAÖ)
Evaluation der Veranstaltung
„Modeling Complex Social Systems“
7.-11. November
Evaluation des Kurses „Modeling 2005
Complex Social Systems“ 7.-11. November 2005
Evaluation der Veranstaltung
„Modeling Complex Social Systems“
7.-11.
Von insgesamt 22 ausgeteilten November 2005
Evaluationsbögen wurden 18 retourniert (N=18), was einer
Rücklaufquote von gut 81% entspricht.

Inwieweit stimmte das Kursangebot mit der Ankündigung der Veranstaltung überein?
sehr gut: 7 gut: 9 mässig: 2 schlecht: 0 sehr schlecht: 0

Inwieweit stimmte das Kursangebot mit Ihren Erwartungen überein?


sehr gut: 2 gut: 6 mässig: 9 schlecht: 0 sehr schlecht: 0 Keine Angabe: 1

Wie beurteilen Sie den inhaltlichen Aufbau des Kurses?


sehr gut: 3 gut: 13 mässig: 2 schlecht: 0 sehr schlecht: 0

Wie beurteilen Sie die fachlichen Fähigkeiten des Lehrenden?


sehr gut: 14 gut: 4 mässig: 0 schlecht: 0 sehr schlecht: 0

Wie beurteilen Sie die Stoffmenge?


zu gering: 8 angemessen: 9 zu gross: 0 Keine Angabe: 1

Wie schätzen Sie Ihren persönlichen Wissenszuwachs ein?


sehr gross: 2 gross: 8 mässig: 6 gering: 1 sehr gering: 0 Keine Angabe: 1

Wie gut entsprachen die Kursunterlagen Ihren Bedürfnissen?


sehr gut: 2 gut: 9 mässig: 6 schlecht: 1 sehr schlecht: 0

Wie beurteilen Sie das Engagement der TeilnehmerInnen im Verlauf der Veranstaltung?
sehr gut: 10 gut: 8 mässig: 0 schlecht: 0 sehr schlecht: 0

Wie fanden Sie die Kursatmosphäre?


sehr gut: 11 gut: 7 mässig: 0 schlecht: 0 sehr schlecht: 0

Würden Sie diesen Kurs anderen empfehlen?


Ja: 15 mit Vorbehalt: 3 nein: 0

Wünschen Sie eine Folgeveranstaltung?


Ja: 13 mit Vorbehalt: 5 nein: 0