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Xatar [ˈχatar], kurdisch ‫خەتەر‬, bürgerlicher Name Giwar Hajabi, Sorani ‫ ژیوار حاجبی‬DMG Žīwār Ḥāğabī,

(* 24. Dezember 1981 in Sanandadsch, Iran), ist ein deutscher Unternehmer, Verleger, Gastronom,
Rapper und Produzent kurdischer Abstammung. Er steht seit 2018 bei der Universal Music Group
unter Vertrag. Zudem ist er Gründer und Inhaber der Labels Alles oder Nix Records und Groove
Attack TraX. Als Geschäftsführer der inzwischen geschlossenen Firma Kopfticker Records trat er
ebenfalls in Erscheinung. Über seine Labels förderte er Hip-Hop-Musiker wie SSIO, Schwesta Ewa,
Eno, Mero und Sero el Mero. Neben seiner musikalischen Tätigkeit erweiterte er mit der Shisha-Bar
Bar Noon, dem Köfte-Imbiss Haval Grill, der Tabak-Marke Orijinal und dem Schmuck- und
Kleidungsdesign für Massari seine unternehmerische Arbeit. Mit seiner Autobiografie Alles oder Nix:
Bei uns sagt man, die Welt gehört dir trat er 2015 als Autor in Erscheinung. Zudem erlangte er 2009
durch einen Überfall auf einen Goldtransporter nationale Bekanntheit.

Xatar wurde 1981 unter dem Namen Giwar Hajabi in Sanandadsch in der iranischen Provinz
Kordestān geboren. Sein Vater ist der Musikprofessor und Komponist Eghbal Hajabi.[1][2] Anfang der
1980er Jahre flüchteten seine Eltern mit ihm in den nahegelegenen Irak.[3] Zu dieser Zeit brach der
Erste Golfkrieg zwischen den beiden vorderasiatischen Staaten aus. Nach den Übergriffen des
Regimes Saddam Husseins auf die kurdische Minderheit im Irak kamen seine Eltern in Haft, als Xatar
drei Jahre alt war.[4] Im Interview berichtete er, dass seine Mutter in der Haft gefoltert wurde, weil
sie „die Positionen der kurdischen Rebellen verraten“ sollte.[5] Zusammen mit seinen Eltern war er
einige Monate im Gefängnis in Samawa eingesperrt.[6] Mit Hilfe des Deutschen Roten Kreuzes
gelangte seine Familie nach einem einjährigen Zwischenstopp in Paris 1985 als Asylbewerber nach
Bonn.[7][8] Dort lebte sie in einem Hochhaus im Ortsteil Brüser Berg am Rande der Stadt.[9][10] Ab
dem neunten Lebensjahr erhielt Hajabi Klavierunterricht. Durch Dr. Dres Debütalbum The Chronic
wurde 1993 sein Interesse an Hip-Hop geweckt.[11] Nach eigener Aussage litt er als Jugendlicher
unter Armut und Ausgrenzung: „Meine Mutter ging putzen, mein Vater ist abgehauen. Es war nicht
schön mit anzusehen, wie sich meine Mutter Tag für Tag abmühte. Dazu kam, dass ich auf dem
Gymnasium wie ein Außenseiter behandelt wurde. Die Deutschen nannten mich einen Asi. Zu den
Geburtstagen wurden alle eingeladen. Außer mir. Ich wurde dann der Asi, den sie wollten.“[12] Nach
Abschluss seiner Schullaufbahn schloss er eine Ausbildung zum informationstechnischen Assistenten
ab.[13] Als er wegen des Verdachts auf Drogenhandel gesucht wurde, zog er nach London, wo er von
2005 bis 2007 an der Metropolitan University International Business und Music Business studierte.[9]
[14] Nachdem der Haftbefehl gegen ihn wegen Beweismangels aufgehoben worden war, kehrte er
nach Deutschland zurück.[9]

Am 15. Dezember 2009 überfiel Hajabi gemeinsam mit drei Komplizen einen Goldtransporter. Die als
Steuerfahnder und Polizisten verkleidete Gruppe erbeutete dabei Gold im Wert von etwa 1,7
Millionen Euro.[15] Er floh daraufhin über Moskau in den Irak, wo er durch den kurdischen
Geheimdienst festgenommen und später auch gefoltert worden sein soll.[9][16][17] Im Mai 2010
erfolgte die Abschiebung nach Deutschland.[18] Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft erhob am 14. Juli
2010 Anklage gegen Hajabi und fünf weitere Tatverdächtige. Am 27. Oktober 2010 begann der
Prozess vor dem Stuttgarter Landgericht. Nachdem die große Strafkammer des Landgerichts in
Aussicht gestellt hatte, im Falle eines Geständnisses die Haftstrafen auf sieben bis acht Jahre zu
begrenzen, legte Hajabi im Mai 2011 ein umfassendes Geständnis ab.[19] Das Gericht verurteile ihn
daraufhin am 22. Dezember 2011 wegen schweren Raubes, gefährlicher Körperverletzung und
Freiheitsberaubung zu acht Jahren Haft. Mit seinem Urteil folgte es damit in weiten Teilen den
Forderungen der Staatsanwaltschaft.[15] Während seiner Inhaftierung blieb Xatar weiterhin als
Manager und Musiker aktiv. Für diese Zwecke ließ er sich ein Handy in seine Zelle in der Jus