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1.

Auf der Grundlage dieses Menschenbildes arbeite ich- diese Werte sind mir wichtig

Wenn ich mich auf eines, der in der Vorlesung vorgestellten, Menschenbilder festlegen
muss, dann kommt der Ansatz des „Complex man“ meinem Menschenbild am nähesten.

Dort heißt es u. a.: „Motive sind zu einem komplexen Motivmuster verwoben“. Ich teile die
Auffassung, dass ein Mensch nicht nur ein Motiv hat, in der Regel sind es mehrere, zum Teil
auch sich widerstrebende Motive, die ihn zu verschiedenen Entscheidungen veranlassen.

Schulz von Thun beschreibt das mit dem „inneren Team“ sehr anschaulich. Entsprechend
dem Bild eines Teams habe ich verschiedene Teamspieler in mir, die miteinander im Kontakt
sind (intraindividuell). Je nach Situation und Personen kommt mal der eine oder der andere
Spieler zum Zug (interindividuell), bzw. hat die Teamleitung inne. So kann es durchaus
passieren, dass dieselbe Situation mit jeweils anderen Personen, völlig unterschiedliche
Ergebnisse zum Vorschein bringt.

Wichtig ist für mich, dass jede Entscheidung ihre Berechtigung hat und Sinn macht, für die
Person, die diese Entscheidung trifft. Ich muss das nicht unbedingt nachvollziehen können,
auch wenn sie nicht logisch ist, psycho-logisch ist sie allemal.

Ein weiterer wichtiger Aspekt für mich ist, die Verantwortungsübernahme für das eigene
Handeln. So sehr meine eigenen Entscheidungen und daraus resultierenden Handlungen für
mich Sinn machen und logisch sind, so wenig kann ich doch damit jegliches Handeln
rechtfertigen. Da fällt mir von Ruth C. Cohn der Satz ein: „Gedanken sind.“ Gedanken, innere
Strebungen bzw. Motive sind da. Das kann ich nicht steuern, ich kann aber sehr wohl
steuern, wie ich handle und ob aus meinen (auch niederen) Gedanken Handlungen folgen,
diese Entscheidung habe ich in der Hand und dafür bin ich verantwortlich.

2. Meine Praxis stützt sich auf folgende Beratungstheorie(n)

Carl Rogers.
3. Das sehe ich als meine wichtigsten Aufgaben und Zuständigkeiten im
Beratungsprozess?

Meine wichtigste Aufgabe ist es, dem/der KlientIn zur „Bewußtwerdung“ der eigenen
inneren Strebungen/Motive zu verhelfen und entsprechende Handlungsmöglichkeiten mit
ihm/ihr zu entwickeln.

4. Das gewinnen meine KlientInnen durch meine Beratung (Mehrwert, den Sie bieten
im Unterschied dazu, wenn jemand die Beratung nicht Anspruch nehmen würde)

Sie gewinnen mehr innere Klarheit über das, was Sie zu bestimmten Gedanken und
Handlungen veranlasst und erhalten so einen größeren Handlungsspielraum in ihrer
Lebenssituation. Denn je klarer ich mir in meinem inneren Erleben bin (Gedanken und
Gefühle), desto nachvollziehbarer werden mir meine eigenen Motive und Entscheidungen
und desto eher kann ich an meinen Handlungen etwas ändern. Dies kann - meiner
Überzeugung nach - am besten gelingen, wenn ich auch die Außenperspektive mit
einbeziehe, also Feedback von jemand anderem erhalte.

Die Möglichkeit des professionellen Feedbacks haben sie nicht, wenn sie die Beratung nicht
in Anspruch nehmen.