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Kapitel 2: Zusammenfassung

Nobelpreise
Ausgangssituation
• Jobangebot bei einem großen deutschen Automobilhersteller
• 8 Stunden am Tag, 5 Tage die Woche
• Sie müssen jede Arbeit verrichten die Ihnen ihr Vorgesetzter aufträgt
• Würden sie einem solchen Vertrag zustimmen?

2
Finanzierung junger Unternehmen
Versicherungen - Selbstbehalt
Sind vollständige Verträge eine mögliche Lösung?
• Nur dann, wenn genau spezifiziert werden könnte, was jede Partei in jeder denkbaren
Situation zu tun hat. Stimmt das mit den individuellen Interessen der Parteien überein, sind
solche Verträge die Lösung
• Aber: Bestimmte Transaktionen können nur zu prohibitiv hohen Kosten vertraglich fixiert
und festgelegt werden
» Jede Partei müsste in der Lage sein, alle Eventualitäten vertraglich zu spezifizieren, d.h. alle
Änderungen der Umweltbedingungen vorauszusehen, welche die Erfüllung des Vertrages
beeinflussen können
» Für alle Eventualitäten müssten vertragliche Lösungen festgesetzt werden, die in
beiderseitigem Interesse sind
» Alle Parteien müssten in der Lage sein, im Nachhinein festzustellen, ob die
Vertragsbedingungen eingehalten worden sind
-> Solche Verträge sind in der Realität nicht möglich/ beobachtbar
-> Reale Verträge sind typischerweise unvollständig ( langfristige, nicht-justiziable
Dauerschuldverhältnisse)

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Unvollkommene Märkte

Formen asymmetrischer Informationen

Hidden action Hidden information


(nachvertraglich) (vorvertraglich)

Moral hazard Adverse selection

Anreizschemata Signaling/Screening

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Formen von Verträgen
• Klassischer Vertrag
» Ein Zeitpunkt
» Vollständig
» Identität der Parteien irrelevant
» Rechtlich durchsetzbar
• Neoklassischer Vertrag
» Längerer Zeitraum
» Tw. Unvollständig
» Identität der Parteien relevant
» Überprüfung der Einhaltung/ Durchsetzung durch Dritte möglich
• Relationeller Vertrag
» Längerer Zeitraum
» Unvollständig
» Identität der Parteien wichtig
» Überprüfung der Einhaltung/ Durchsetzung durch Dritte nicht möglich

7
Nobelpreise

8
Early Works
Finanzierung junger Unternehmen
Entrepreneur 1
Wahrscheinlichkeit

“Kopf, Ich
gewinne”
Entrepreneur
“Zahl, du profitiert von
verlierst” Wertsteigerung,
Entrepreneur trägt Investor ist nach
keine Kosten, oben hin begrenzt
Investor trägt diese
für ihn

Insolvenz Firmenwert

Zahlung aufs Fremdkapital


Nennwert + Zinsen

Firmenwert
Finanzierung junger Unternehmen
Eigenkapital
schafft Anreize
Wahrscheinlichkeit

$ Firmenwert

Auszahlung auf Eigenkapital

Auszahlung auf Fremdkapital

Firmenwert
Venture Capital Firmen
Time = 0

General Partners
Limited Partners

Cumulative Limited Partners Investment

Initial
Commitment Realisation

Time
1
2 Investment
3

4
Drawdown
Kapitel 2: Zusammenfassung
Risikoaversion
Risikoaversion - Kursergebnisse

• Risikoaversion (konkave Nutzenfunktion)


Wenn der Nutzen des Erwartungswertes den erwarteten
Nutzen übersteigt, zieht der Spieler das sichere dem
unsicheren Ergebnis vor, ist also risikoavers.
- > U(E) größer als E(U).

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Reproduzierbarkeit der Antworten
Risikoaversion - Kursergebnisse

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Antwortverhalten
Risikoaversion nach Holt/Laury
Exkurs: Beispiel

• Angenommen Sie halten Aktien die sie Stand heute mit einem
Verlust von 10.000 EUR (gegenüber dem Einstandspreis)
veräußern können
• Alternativ haben sie die Möglichkeit die Aktien zu halten
• Mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% sind ihre Aktien im
nächsten Monat 20.000 EUR wert oder Sie verlieren ihr
gesamtes eingesetztes Kapital
• Für was entscheiden sie sich? Warum?

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Aktienkurs Q-Cells 1 Jahr
Exkurs: Beispiel

• Angenommen Sie halten Aktien die sie Stand heute mit einem
Verlust von 10.000 EUR (gegenüber dem Einstandspreis von
20.000 EUR) veräußern können
• Alternativ haben sie die Möglichkeit die Aktien zu halten
• Mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% sind ihre Aktien im
nächsten Monat 20.000 EUR wert oder Sie verlieren ihr
gesamtes eingesetztes Kapital
• Für was entscheiden sie sich? Warum?

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Aktienkurs Q-Cells 1 Jahr
Exkurs: Beispiel

• Lotterie 1
» Auszahlung von 20.000 EUR mit einer Wahrscheinlichkeit von 50%, sonst
Null
» Sichere Zahlung von 10.000 EUR

• Lotterie 2
» Sicherer Verlust von 10.000 EUR (Auszahlung aber trotzdem 10.000 EUR!)
» Auszahlung von 20.000 mit einer Wahrscheinlichkeit von 50%, sonst Null

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Exkurs: Verlustaversion

• Prospekttheorie Kahneman und Tversky (1979)


»Referenzpunktbezogene Bewertung der Konsequenzen von
Optionen
»Das Wertkontinuum wird in einen Gewinn- und einen
Verlustbereich zerlegt mit dem Referenzwert als neutralem
Wert
»Der häufigste Referenzwert ist der status quo

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Exkurs: Verlustaversion

Daniel Kahneman *
1934
Nobelpreis 2002

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Exkurs: Implikationen von Verlustaversion
• Beispiel: Andeutungen seitens des Chefs führen zu der Erwartung einer Gehalterhöhung von 5% (Referenzpunkt).
Die erhaltene Erhöhung von 3% wird als Verlust bewertet. War die Erwartung 1% und die erhaltene
Gehaltserhöhung 2%, wird die Erhöhung als Gewinn bewertet

• Ein Betrieb in einem Gebiet mit hoher Arbeitslosigkeit hat starke Profiteinbußen hinnehmen müssen. Die
Betriebsleitung beschließt, die Löhne um 7 Prozent zu senken bei einer aktuellen Inflationsrate von 0 Prozent.
» Finden Sie den Beschluss akzeptabel oder nicht?

• In einem anderen gleich gelagerten Fall beschließt die Betriebsleitung, die Löhne trotz einer Inflationsrate von 12
Prozent nur um 5 Prozent zu erhöhen.
» Finden Sie den Beschluss akzeptabel oder nicht?

• Maßnahme 1: 63% von 125 Personen sagen inakzeptabel. Grund: Verlustkodierung


• Maßnahme 2: 22% von 125 Personen sagen inakzeptabel. Grund: Gewinnkodierung

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Kapitel 3: Kooperationsvorteile und
Austausch über Märkte
Kooperationsvorteile und Austausch über Märkte

Lernziele
• Kooperation bringt Vorteile
• Koordination durch Verhandlungen
• Leistungsfähigkeit von vollkommenen
Wettbewerbsmärkten als Referenzpunkt

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Gründe für eine Kooperation

Güterausstattung
• abnehmender Grenznutzen (konkave Nutzenfunktion)
→ Neigung zu gleichmäßigem Konsum
»Tauschmotiv: Beseitigung der ungleichmäßigen Güterausstattung

( )

( )

( )

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Güterausstattung

Beispiel
• Güterausstattung vor dem Tausch
Gut/Individuum 1 2
A 80 50
B 30 60

• Nutzenfunktion (Für Person 1 und 2)


 

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Güterausstattung

• Nutzen vor Tausch

• Tausch: Person 1 gibt Gut A ab und erhält Gut B (keine


Optimierung, nur Beispiel)
Gut/Individuum 1 2
A 50 80
B 50 40

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Güterausstattung

• erzielter Nutzen nach Tausch

→ beide profitieren

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Kostenvorteile

• Koordina on von Tausch und Produk on → engere


Kooperation

Absolute Kostenvorteile

→ geringere Kosten in Geldeinheiten

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Absolute Kostenvorteile

Beispiel
• 2 Produzenten/Konsumenten
• Produktion von unterschiedlichen Produkten mit dem
variablen Faktor Zeit
• Zeitbudget jeweils 60
• Zielfunktion: Konsumnutzen über Produktbündel,
Nutzenfunktion wie oben
• Produktionsbedingungen beschrieben durch
Produktionskoeffizienten

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Absolute Kostenvorteile

• Produktionskoeffizienten im Beispiel

Produkt/Produzent 1 2
X 2 1
Y 1 2

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Absolute Kostenvorteile

Optimierung vor Koordination der Produktion


• Individuelles Optimierungsproblem Produzent 1
 

unter der Nebenbedingung (Budgetrestriktion)

• Restriktion bindet (Gleichheitszeichen gilt)

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Absolute Kostenvorteile

• Einsetzen der Restriktion


 

• notwendige Bedingung

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Absolute Kostenvorteile
Optimierung durch Koordination der Produktion
• absolute Kostenvorteile für die beiden Produkte bei einer Partei
→ Konzentra on auf den Produk onsvorteil und späterer Tausch
• gesamte Produktionsmenge

• gleichmäßige Aufteilung

→ beide profi eren

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Komparative (= relative) Kostenvorteile

• Idee von Ricardo (1817)


• grundsätzlich gleiche Situation, aber andere
Produktionskoeffizienten

Produkt/Produzent 1 2
X 2 3
Y 1 2

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Komparative (= relative) Kostenvorteile

Vor Koordination der Produktion (Vorgehen wie oben)

» und nachrichtlich (für späteren Vergleich):


Produktionsgesamtmengen

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Komparative (= relative) Kostenvorteile
Koordination der Produktion durch Ausnutzen
komparativer Kostenvorteile

• geringere Kosten in Mengeneinheiten des


Alternativprodukts
» „Opportunitätskosten“:
Auf wieviel Einheiten von Produkt X muss ich verzichten, um eine
Einheit von Y zu bekommen?

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Komparative (= relative) Kostenvorteile
• Beispielhaft, Produzent 2 setzt seine Ressourcen für die Produktion von Gut X ein und Produzent
1 verteilt seine Ressourcen im Verhältnis 1:5 auf die Produkte X und Y
⇒ = 5 + 20 ; = 50
» also Gesamtmengen

= 25; = 50

Wenn jetzt Produzent 1 18 Einheiten von Y gegen 10 Einheiten von X tauscht, dann erhalten
wir einen Nutzen

= 21,91 (mit x=15 und y=32)


= 13,42 (mit x=10 und y=18)

» jeweils größer als ohne Koopera on → beidersei ge Nutzensteigerung möglich

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Komparative Vorteile und Tausch

Unterschiedliche Präferenzen
Kostenvorteile durch Arbeitsteilung
und Spezialisierung

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Historisch bedingte Vorteile