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Weiße Arbeiterklasse

Überwinden der Klassenunwissenheit


in Amerika
Joan C. Williams
©2017 Joan C. Williams
Adaption mit Genehmigung von Harvard Business School Publishing Corporation
ISBN: 978-1-633-69378-4
Geschätzte Lesedauer des Buches: 2 bis 3 Stunden

Hauptkonzepte
Laut Joan C. Williams, Autorin des Buches Weiße Arbeiterklasse, missverstehen Mitglieder der
professionellen Elite etliche Dinge über die Arbeiterklasse, u. a.
• Wer sie sind. Amerikaner der Arbeiterklasse identifizieren sich mit traditionellen Familienwerten,
Moral, Stabilität und Gemeinschaft. Sie verlassen sich auf harte Arbeit und Selbstdisziplin, um ihren
Platz in der Mitte der amerikanischen Einkommensverteilung zu verteidigen.
• Welchen Herausforderungen sie sich gegenübersehen. Amerikaner der Arbeiterklasse haben Schwierig-
keiten, Arbeit zu finden, mit der sie genug verdienen, um selbst einen bescheidenen bürgerlichen
Lebensstandard aufrechterhalten zu können.
• Was sie brauchen. Amerikaner der Arbeiterklasse brauchen professionelle Eliten, die ihren für die
Arbeiterklasse typischen Traditionalismus respektieren, ihnen Möglichkeiten zum Erwerb eines
College-Abschlusses bzw. zur Aneignung guter beruflicher Qualifikationen bieten und ihnen die
staatlichen Programme aufzeigen, die ihnen dabei helfen können.
• Was sie wollen. Amerikaner der Arbeiterklasse wollen eine gemeinsame Basis mit den professionellen
Eliten zu Themen wie Handel, Abtreibung, Einwanderung, Bürgerrechte und Klimawandel finden.

Einführung
In ihrem Buch Weiße Arbeiterklasse gewährt Joan C. Williams Einblicke in die amerikanische Mittelschicht.
Sie untersucht die Werte, Motivationen und Herausforderungen der Arbeiterklasse und erklärt, wie Wut
gegenüber der professionellen Elite zum Aufkommen der jüngsten populistischen Bewegungen führte. Indem
sie Verständnis und Respekt für die Arbeiterklasse entwickeln und mit dieser in einen direkten Dialog treten,
können die professionellen Eliten Klassenunwissenheit durch Klassenbewusstsein ersetzen und bessere
Möglichkeiten finden, um das Land zusammenzuführen.

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Weiße Arbeiterklasse Joan C. Williams

Wer ist die Arbeiterklasse?


Die Arbeiterklasse wird definiert als diejenigen Amerikaner, die in der Mitte der Einkommensverteilung
leben. Ihr Gegenstück, die professionellen Eliten, werden definiert als diejenigen Amerikaner in Fach- und
Führungspositionen mit einem Haushaltseinkommen in den oberen 20 Prozent und mit College-Abschlüssen.
In den vergangenen Jahrzehnten haben die professionellen Eliten ihren Dialog mit der Arbeiterklasse
eingestellt – und dadurch eine Klassenunwissenheit erzeugt, die zu großer Wut unter den Mitgliedern
der Arbeiterklasse sowie zu einer polarisierten Politik geführt hat. Der Klassenkonflikt ist aus mehreren
Gründen eskaliert:
• Unterschiedliche Werte: Amerikaner der Arbeiterklasse streben nach einer Vollzeitstelle, führen ein
beständiges Leben, identifizieren sich mit traditionellen Familienwerten und sind stolz darauf,
die moralische Ordnung aufrechtzuerhalten. Während die Arbeiterklasse von Moralität, Stabilität und
Gemeinschaft lebt, legen die professionellen Eliten Wert auf Neues, Veränderung, Selbstverbesserung
und Leistung.
• Unterschiedliche Sicherheitsnetze: Amerikaner der Arbeiterklasse erlangen Stabilität, Hoffnung und
soziale Sicherheit von ihren Kirchen, während die professionellen Eliten diese Dinge von ihren Karrieren,
Therapeuten und Bankkonten erhalten.
• Unterschiedliche soziale Netzwerke: Amerikaner der Arbeiterklasse legen Wert auf Privatsphäre,
Ehrlichkeit und Direktheit. Sie ziehen es vor, außerhalb der Arbeit mit denjenigen Menschen zu verkehren,
die ihnen am nächsten stehen. Die professionellen Eliten legen Wert auf Glanz, Ironie und den Umgang
mit großen Gruppen von Bekannten, um beruflich voranzukommen.
• Unterschiedliche soziale Ehren: Amerikaner der Arbeiterklasse
identifizieren sich mit traditionellen Werten, während die Viele der klassischen
professionellen Eliten ihre Überlegenheit zeigen, indem sie sich Arbeiterberufe sind
avantgardistische Sexualität, exzentrische Selbstdarstellung und der Globalisierung
moderne Familiendynamiken zu eigen machen. sowie Fortschritten
im Bereich der
Was sind die Herausforderungen Automatisierung
der Arbeiterklasse? zum Opfer gefallen.
Die Arbeiterklasse sieht sich großen Herausforderungen gegenüber, Doch Angehörige der
darunter folgende: Arbeiterklasse ziehen
• Jobs: Viele der klassischen Arbeiterberufe sind der Globalisierung nicht dorthin um, wo
sowie Fortschritten im Bereich der Automatisierung zum Opfer die neuen Jobs sich
gefallen. Doch Angehörige der Arbeiterklasse ziehen oft nicht dorthin befinden, da sie tief in
um, wo die neuen Jobs sich befinden, da sie tief in ihren Gemeinden
verwurzelt sind. Ihre fehlende Marktmacht führt außerdem dazu,
ihren Gemeinden ver-
dass sie sich für mehr Dinge auf enge Netzwerke von Freunden und wurzelt sind.
Familie in ihren lokalen Gemeinden verlassen.
• Bildung: Ein College-Besuch ist für Schüler aus der Arbeiterklasse nicht immer wirtschaftlich sinnvoll.
Die Entscheidung für eine College-Ausbildung ist für Jugendliche aus der Arbeiterklasse mit einem
größeren Risiko verbunden, da sie nicht über das soziale Kapital zur Navigation von Elitekarrieren
verfügen, weniger gut über mögliche Stipendien informiert sind, ihre Gemeinden nicht verlassen wollen
und sich davor fürchten, ihre Familien auszuschließen.

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Weiße Arbeiterklasse Joan C. Williams

• Rassismus: Nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg spielten die Eliten aus dem Süden die weiße
Arbeiterklasse gegen die kürzlich befreiten Afroamerikaner aus. Die Rassendynamik, die daraufhin
ausbrach, wurde in den 1970er-Jahren zusätzlich angeheizt, als die Masseneinwanderung zeitlich
mit dem Verlust zahlreicher Arbeitsplätze in der Arbeiterklasse zusammenfiel. Dadurch hat sich die
Einstellung gegenüber der Einwanderung, die von den Angehörigen der weißen Arbeiterklasse zuvor
relativ positiv aufgenommen wurde, verändert.
• Sexismus: Die Gleichstellung der Geschlechter erhält im Kontext der Arbeiterklasse eine andere
Bedeutung. Viele Frauen aus der Arbeiterklasse sehen, dass die typischen Arbeiterjobs stark auf
Männer zugeschnitten sind. Statt „Männerarbeit“ anzustreben, beziehen sie ihre Identität daher häufig
lieber aus einem Dasein als Hausfrau und Mutter.

Was braucht die Arbeiterklasse?


Die professionellen Eliten können etwas gegen soziale Ungleichheit unternehmen, indem sie Folgendes tun:
• Einen Diskurs erzeugen: Statt die Arbeiterklasse zu beleidigen, sollten die professionellen Eliten die
Traditionen der Arbeiterklasse anerkennen und die Arbeiterklasse auf dieselbe Weise analysieren,
wie sie dies auch bei anderen Gruppen tun, die sich strukturellen Nachteilen gegenübersehen.
• Das System weiterentwickeln: Die professionellen Eliten müssen etwas gegen den erheblichen
Mangel an Amerikanern unternehmen, die für durchschnittlich qualifizierte Jobs ausgebildet sind.
Der Rückgang von berufsbildendem Unterricht in den Lehrplänen der Highschools hat dazu geführt,
dass Arbeitgeber kaum noch qualifizierte Mitarbeiter finden, weshalb die professionellen Eliten mit
Unternehmen zusammenarbeiten sollten, um öffentlich-private Partnerschaften aufzubauen, die die
lokale Versorgung mit Talenten sicherstellen. Das Zusammenführen von Highschools, Community
Colleges und Universitäten mit lokalen Unternehmen und Gewerkschaften kann Schulungs- und
Ausbildungsprogramme hervorbringen, die der Arbeiterklasse wichtige Qualifikationen vermitteln.
• Verständnis verbessern: Die professionellen Eliten müssen ein neues öffentliches Verständnis für staatliche
Programme schaffen. Viele Angehörige der Arbeiterklasse verbinden den Staat mit Subventionen für
die Armen, da Subventionen für den Mittelstand wie Hypothekenzinsabzüge, Studentendarlehen
und Steuerbefreiungen für Altersversorgungsleistungen für sie nicht ohne Weiteres zugänglich sind.
Die professionellen Eliten sollten die amerikanische Arbeiterklasse über die positive Rolle, die der Staat
dabei spielt, ihnen Sicherheit und wirtschaftliche Stabilität zu bieten, aufklären.

Was wünscht sich die Arbeiterklasse?


Der kulturelle Unterschied zwischen den Klassen ist zu einem wesentlichen Faktor in der amerikanischen Politik
geworden. Als die professionellen Eliten ihre Aufmerksamkeit auf Dinge wie Frieden, Gleichberechtigung
und Umweltschutz zu richten begannen, musste die Arbeiterklasse allein mit großem wirtschaftlichem Leid
fertigwerden. Dieses Verlassenwerden führte zu der Wut, die populistische, nationalistische Bewegungen
hervorgebracht hat. Damit die Politik einen Schritt vom Abgrund zurücktreten kann, hilft Folgendes:
• Handel: Geben Sie es zu: Handelsverträge haben einige Gruppen und Regionen benachteiligt.
Künftige Handelsverträge müssen effektive Umschulungsprogramme beinhalten, um gute Arbeitsplätze,
die verloren gegangen sind, zu ersetzen.
• Einwanderung: Die einwanderungsfeindliche Stimmung ist Realität. Indem wir uns der wirtschaftlichen
Sorgen der Arbeiterklasse annehmen, kann das Problem entschärft werden, genauso wie durch den
Hinweis auf die Tatsache, dass Landwirte und kleine Unternehmen häufig auf Einwanderer angewiesen
sind für Arbeiten, an denen Amerikaner kein Interesse haben.

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• Klimawandel: Statt die Debatte über den Klimawandel zu einem Kampf um die Autorität der
Wissenschaft zu machen, können die professionellen Eliten die Unterstützung von Landwirten
gewinnen, die echte Veränderungen am Boden beobachten.

Wenn die professionellen Eliten es schaffen, diese Probleme in Angriff zu nehmen und ihre Beziehung
zur Arbeiterklasse in Ordnung zu bringen, kann Amerikas Politik damit beginnen, zu heilen und zur alten
Stabilität zurückzufinden.

Über die Autorin


Joan C. Williams ist Distinguished Professor of Law, Hastings Foundation Chair und Founding Director
des Center for WorkLife Law am Hastings College of the Law der University of California. Mit ihrer Arbeit zu
sozialer Klasse hat sie Wissenschaftler, politische Entscheidungsträger und die Presse beeinflusst. Ihr in der
Harvard Business Review veröffentlichter Artikel „What So Many People Don’t Get About the U.S. Working Class“
wurde innerhalb kürzester Zeit zum meistgelesenen Artikel in der über 90-jährigen Geschichte der HBR.

Williams ist Autorin von mehr als 90 wissenschaftlichen Artikeln und 10 Büchern, darunter ihr 2014
erschienenes Buch What Works for Women at Work: Four Patterns Working Women Need to Know,
das sie zusammen mit Rachel Dempsey geschrieben hat und das auf LeanIn.org vorgestellt wurde.
Sie ist eine der zehn meistzitierten Wissenschaftlerinnen auf ihrem Gebiet. Ihr Werk wurde in zahlreichen
Veröffentlichungen thematisiert, vom Oprah Magazine bis hin zum Atlantic. Sie hat zahlreiche
Auszeichnungen erhalten, u. a. den Work Life Legacy Award des Families and Work Institute (2014),
den Outstanding Scholar Award der American Bar Foundation (2012), den Margaret Brent Award for
Women Lawyers of Achievement der ABA (2006) und den Distinguished Publication Award der Association for
Women in Psychology (2004; mit Monica Biernat und Faye Crosby).

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