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Agiles Testkonzept

- das generelle Testkonzept ist beim agilen Testen ähnlich der Test Policy auf hohem Abstraktionsniveau

- darin definiert sind Prinzipien, Vorgehensweisen und wichtigsten Ziele einer Organisation in Bezug auf
das Testen, die für jedes Projekt einzuhalten sind

- möglicher Aufbau:

Testrichtlinie der Fa. Anonym GmbH


1. Definition des Testens im Unternehmen
Unsere Produkte stehen für Qualität. Wir stimmen jede Kundenanforderung mit

unseren Kunden ab, identifizieren gemeinsam jene, die unseren Kunden am

wichtigsten sind bzw. den größten Nutzen bringen, und liefern diese zügig und

mit nachweislicher Qualität.

Diese Qualität wird nachweislich im gesamten Entwicklungsprozess gelebt.

2. Definition des Testprozesses


Von der Erhebung der Anforderungen über den Ansatz des Test-Driven Development begleitende
Sicherstellung der Qualität durch Tester in den Teams, die die Qualität jeder einzelnen Anforderung aus
Enduser-Sicht sicherstellen, Automatisierung der Akzeptanzkriterien bis hin zu Regressionstests der
bestehenden Funktionalität.

Im Detail:

a) Backlog Item Quality


Jeder Eintrag, der in das Product Backlog aufgenommen wird, ist dahingehend zu prüfen, dass dieser das
richtige Story-Format hat und der vereinbarten Beschreibungstiefe entspricht.

b) Testbare Akzeptanzkriterien
Sicherstellen, dass jedes Backlog Item bzw. jede User Story testbare Akzeptanzkriterien aufweist – hier
sind statische Testtechniken wie Reviews anzuwenden und so lange mit Product Owner, Entwicklern und
Business Analysten abzuklären, bis alle Kriterien klar sind.

c) Testaufwand berücksichtigen
Einbringen der Testsicht bei allen Planungsmeetings, d. h. bei den Komplexitätsschätzungen ist
sichergestellt, dass auch der Testaspekt berücksichtigt wird.
d) Testentwurf und Durchführung
Während der Entwicklungszyklen (Sprints) sind für jedes Akzeptanzkriterium je nach Kritikalität Testfälle
zu entwerfen, zu dokumentieren und durchzuführen.

f) Abnahmetest
Sicherstellung, dass zu jedem Akzeptanzkriterium zumindest ein Testfall erstellt wird.

g) Traceability
Jeder Testfall ist eindeutig einer Story zugeordnet.

3. Sicherstellung der Qualität (Testevaluation)


a. Vorgaben für Teams bzgl. Entwicklung:
Jede Funktion ist mittels TDD (Test-Driven Development-/Test First-Ansatz) zu entwickeln. Die so
entstandenen Unit- und Integrationstests sind im Rahmen der Daily/Nightly Builds laufend
durchzuführen. Sollten dabei Fehler auftreten („Broken build“), sind diese umgehend zu beheben.

b. Fertigkriterium (definition of done)


Fertig ist eine Story (Anforderung) erst dann, wenn alle Kriterien der Definition of Done erfüllt sind.

c. Qualitätsnachweis
Der Nachweis ist durch ein Testprotokoll zu erbringen.

d. Teamzusammensetzung
Das Team besteht aus Mitgliedern mit crossfunktionalen Skills. Um die Enduser-Sicht in den Teams
bereits zu berücksichtigen, ist in jedem Team mindestens ein Tester fix einzubinden.

4. Zu erreichende Qualitätskriterien
Durch „Definition of Done“-Meldung von Stories ist sichergestellt, dass keine Fehler der Klasse „Blocker“
und „Schwere Fehler“ vorliegen. Somit ist sichergestellt, dass diese Funktion im Einsatz funktionstauglich
ist.

5. Verbesserungsprozess
Jeder Entwicklungszyklus (Sprint) ist mit einer Retrospektive abzuschließen, in der Rückblick und
Potenzial für Verbesserungen entwickelt wird.