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Seminar 6

DER SATZ:
FORM, INHALT, FUNKTION
Reader
1. Admoni W. Der deutsche Sprachbau / W. Admoni. – М. : Просвещение, 1986. –
S. 215-262.
2. Duden: Grammatik der deutschen Gegenwartssprache / hrsg. von der
Dudenredaktion. – Mannheim, Leipzig, Wien, Zurich : Duden, 1998. – S. 627-658.
2. Moskalskaja O.I. Theoretische Grammatik der deutschen Gegenwartssprache /
O.I. Moskalskaja. – M. : Высшая школа, 1983. – S. 229-268.
3. Иванова И.П. Теоретическая грамматика современного английского
языка / И.П. Иванова, В.В. Бурлакова, Г.Г. Почепцов. – М. : Высшая школа,
1981. – C. 183-230.

Schwerpunkte
1. Die Satzstruktur (Satzmodellierung, Satzparadigmatik, syntaktische
Derivationsprozesse).
2. Die Satzsemantik (Satzglieder, semantische Rollen, kommunikative
Gliederung).
3. Die Satzpragmatik (Kommunikative Situation, kommunikative Intention,
kommunikative Bedeutung).

Fragen zur Diskussion


1. Was stellt der Satz auf dem vorkommunikativen sowie kommunikativen Niveau
dar? Welche Unterschiede bestehen dazwischen?
2. Nach welchen Kriterien werden die Grundmodelle des Satzes erstellt? Worauf
beruhen die formbezogene, die inhaltsbezogene und die transformativ-generative
Auffassungen der Satzmodellierung?
3. Wie werden die Satzmodelle variiert? Welche Wechselbeziehungen bestehen
zwischen den syntaktischen und semantischen Satzmodellen?
4. Was setzt die Realisierung eines Satzmodells auf dem kommunikativen Niveau
voraus?
5. Wie lasst sich der Begriff „Satzparadigma“ erläutern? Wie ist er mit der
Kategorie der kommunikativen Intention verbunden?
6. Welche Derivationsprozesse sind in der Syntax festzustellen? Über welche
Mittel und Wege zur Veränderung der Satzstruktur verfugt die Sprache?
7. Welche Faktoren bestimmen das Fassungsvermögen des einfachen Satzes im
Deutschen?
8. Nach welchen Kriterien werden die Satzglieder klassifiziert?
9. Was untersucht die Kasusgrammatik? Was versteht man unter den semantischen
Rollen? Wie werden die letzteren sprachlich fixiert?
10. Was leistet die semantische Implikation in der logischen Struktur des Satzes?
11. Wie lasst sich das Prinzip der binaren Gliederung des Satzes als einer
kommunikativen Einheit erklären? Welche Formmittel dienen zum Ausdruck der
kommunikativen Gliederung der Satzes?
12. Welche Rolle spielt die Wortfolge bei der Gestaltung der
Mitteilungsperspektive des Satzes?
13.Wie korrelieren die Begriffe “kommunikative Situation”, “kommunikative
Intention” und “kommunikative Bedeutung”?

Praktische Aufgaben
1. Definieren Sie folgende Begriffe:
das Modell, die Semantik, die Relation, das Prädikat, die Proposition (der
Prädikatsausdruck), die Ergänzung (der Aktant, der Argument), die Derivation, die
Kontamination, die Parzellation, der Satzumfang, die Strukturtiefe, die Satzlange,
dieVerwendungsfrequenz, das Thema, das Rhema, die expressive Syntax, die
kommunikative Situation, die Intention.

2. Gestalten Sie die folgenden Wortgruppen in die Sätze um. Erklären Sie den
Unterschied zwischen den Wortgruppen und den Sätzen: Empörung der
Öffentlichkeit über Rauchverbot, das Herunterladen der neuesten Updates, in
manchen Kulturen als Delikatesse gelten, sein naiver Versuch, jedem zu helfen, die
Verletzung der kuscheligen Privatheit, die Vorliebe für alpenländische Ferienorte,
im Rahmen eines mehrjährigen Projekts durchfuhren.

3. Belegen Sie die folgenden Satztypen mit deutschen Beispielen [Вихованець


1983, c. 45-46]:
3.1. Typen der elementaren Satze mit Handlungsprädikaten:
P3 + Aagens P + Aob + Aadres + Aagens
P + Aob + Aagens P + Aob + Aident + Aagens
P + Ares + Aagens P + Aob + Aob + Aagens
P + Aloc + Aagens P + Aob + Aadres + Amittel +Aagens
P + Aob + Aloc + Aagens P + Aob + Aadres + Aloc + Amittel + Aagens
P + Aob + Ainst + Aagens P + Aob + Ainst
P + Aob + Amittel + Aagens P + Aob + Amittel
P + Ares + Amittel + Aagens
3.2. Typen der Elementarsätze mit Zustandsprädikaten:
P + Aallgemein. phys. Zustand P + Aob + ATrager des phys. Zustandes
P + ATräger des phys. Zustandes P + Aident + Aident
P + Ares + Amittel + Aagens PZustand + Akompon + Akompos
P + Aexplik P + Aloc + ATräger des phys. Zustandes
P + Aexplik + Aob PZustand als Res + Ares + Aagens
P + Aob + Aadres P + Aob + ATrager des phys. Zustandes

4. Erläutern Sie die Struktur der eingliedrigen Sätze in den folgenden Auszügen:
4.1. 1918. Das war im Lazarett. Ein paar Tage vorher war ein neuer Transport
angekommen. Papierverbande. Schwere Verletzungen. Den ganzen Tag fuhren die
flachen Operationswagen herein und hinaus. Manchmal kamen sie leer wieder.
Neben mir lag Josef Stoll. Er hatte keine Beine mehr, aber er wusste es noch nicht.
Es war nicht zu sehen, weil die Decke uber einem Drahtkorb lag. Er hatte es auch
nicht geglaubt, denn er spurte Schmerzen in den Fusen. Nachts starben zwei Leute
bei uns im Zimmer. Einer sehr langsam und schwer.
1919. Wieder zu Hause. Revolution. Hunger. Draußen immerfort
Maschinengewehrgeknatter. Soldaten gegen Soldaten. Kameraden gegen
Kameraden. 1920. Putsch. Karl Broger erschossen. Koster und Lenz verhaftet.
Meine Mutter im Krankenhaus. Krebs im letzten Stadium. (E.M. Remarque “Drei
Kameraden”)
4.2. Torben drehte den Zettel in seiner Hand. Nummer 215. Die Zeitung hatte er
bis auf die
allerletzte Mord- und Totschlagsmeldung durchgelesen. Kein Geräusch drang
durch die Wände der Wartekabine. Zwei fensterlose Quadratmeter, ein kleiner
Tisch, ein Plastikstuhl. Die Wände nackt bis auf ein großes Plakat der unendlichen
Weite des Ozeans, aufgenommen vom Bug eines Schiffes: “Wir schaffen neue
Horizonte”. (S. Henke “Dein nachster Auftrag”).
5. Charakterisieren Sie die syntaktischen Prozesse der Satzvereinfachung anhand
der folgenden Tabelle [Приходько 2004, c. 48]. Belegen Sie ihre Charakteristik
mit Beispielen:
Parameter Beispiele
Kontamination - Zusammenschmelzung von Sätzen oder Satzgliedern
Konversion - Transformation der von Verb abhängigen Satzkomponenten
Reduktion - Ersetzung der zweiten Konjunkts der Parataxe durch eine Konjunktion
Kompression - Beseitigung von informativ überflüssigen Komponenten der
Aussage (Zusammenpressen)
Parzellation - Absonderung einiger Satzteile oder Teilsatze
Ellypse - Eliminierung eines Satzgliedes aus der Satzstruktur
Asyndetisation - Eliminierung einer Konjuktion
6. Charakterisieren Sie die syntaktischen Prozesse der Satzverkomplizierung
anhand der folgenden Tabelle [Приходько 2004, c. 48]. Belegen Sie ihre
Charakteristik mit Beispielen:

7. Unzufrieden? Enttäuscht? Unglücklich? Greifen Sie zur Fernbedienung – hier


werden Sie bestens bedient. Überlegenheitsgefühle en gros und en detail liefert
Ihnen Ihr Fernsehgerät direkt ins Haus! Prügeln sie nicht langer ihre Ehepartner,
Kinder oder Hunde nur aus Frust. Mit der entsprechenden Dosis "Arabella" oder
"Hans Meiser" werden Sie sich wie neu fühlen. Emotional weichgespült werden
Sie wieder Freund mit der Menschheit. Sie fahren wieder rucksichtsvoller Auto
und grüβen ihre Nachbarn. Nutzen Sie die Sozialkompetenzen Ihrer Talkshow-
Moderatoren und werden Sie noch heute ein glücklicher Mensch! (A. Kalmer
“Unser täglich Frust gib uns heute”).