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1.

Grammatik als Teilsystem der Sprache und als Bereich der Sprachwissenschaft
Nach Brockhaus Enzyklopädie, 19. Aufl., Mannheim, 1994
Wissenschaft - (mittelhochdeutsch für lat. scientia; mittelhochdeutsch wizzen[t]schaft =
[Vor]wissen, Genehmigung) ist der Inbegriff der Gesamtheit des menschlichen Wissens,
der Erkenntnisse und der Erfahrungen einer Zeitepoche, welches systematisch gesammelt,
aufbewahrt, gelehrt und tradiert wird.[1]
Nach Georg Klaus, Manfred Buhr (Hrsg.): Philosophisches Wörterbuch. 11. Aufl., Leipzig
1975.
Die Wissenschaft ist ein System der Erkenntnisse über die wesentlichen Eigenschaften,
kausalen Zusammenhänge und Gesetzmäßigkeiten der Natur, Technik, Gesellschaft und des
Denkens, das in Form von Begriffen, Kategorien, Maßbestimmungen, Gesetzen, Theorien
und Hypothesen fixiert wird.[2]
Gegenstand und Aufgaben der theoretischen Grammatik
• Der Gegenstand der theoretischen Grammatik ist der grammatische Bau einer konkreten
Sprache.
• Als Aufgaben der theoretischen Grammatik dürften abschließend genannt werden:
- die Einheiten des grammatischen Baus sowie die Regeln ihrer gegenseitigen
Verknüpfung und ihres Funktionierens aufzuzeigen, ihr Wesen zu erkennen und zu
beleuchten;
- ihre Beziehungen zu den Einheiten anderer Komponenten des Sprachsystems mit in
Betracht zu ziehen;
- die wichtigsten Konzeptionen kritisch zu besprechen;
- die Ursachen der wesentlichen Unterschiede in der Darstellung des grammatischen
Baus durch die einzelnen Autorinnen und Autoren kritisch und möglichst objektiv zu
erklären;
- die Fähigkeit der Studierenden, logisch zu denken und zu analysieren, zu
vervollkommnen.

2. Der Satz auf dem vorkommunikativen Niveau. Syntaktische Paradigmatik


Die moderne Sprachforschung identifiziert aber nicht die Begriffe mitteilen und
kommunizieren. Unter Kommunikation versteht man eine sprachliche Interaktion, an
deren Verlauf sich beide Gesprächspartner aktiv beteiligen. Indem der Sprecher seinen
Gedanken in Form eines Satzes oder einer Satzfolge zum Ausdruck bringt und ihn seinem
Gesprächspartner mitteilt, informiert er den Gesprächspartner nicht nur über einen Sach-
verhalt, sondern er ruft eine verbale oder nichtverbale Reaktion des Gesprächspartners
hervor. Seine Mitteilung ist also ein Stimulus für den Gesprächspartner.
„Die Leute hungern wohl", sagte Agnes schüchtern. ,£s sind ja auch Menschen".
„Menschen!" Diederich rollte die Augen. „Der innere Feind sind sie". (H.Mann)
„Schluss jetzt", sagte Kosten Wir wuschen uns.
Jeder Kommunikationsakt ruft also zwei Arten von Reaktion des Gesprächspartners
hervor — eine seelische Reaktion, wobei der Kommunikationsakt beim Gesprächspartner
bestimmte Gefühle auslöst und eine bestimmte Stellungnahme zum Gehörten hervorruft.
Die zweite Art ist eine Handfongsreaktion: Der Gesprächspartner reagiert dabei entweder
durch verbale Handlungen auf den Stimulus oder er führt nichtverbale Handlung aus, die
er als seine Stellungnahme zum Gehörten darstellt.
Die moderne Sprachforschung berücksichtigt die pragmatische Wirkung der Rede und
nennt die kommunikative Komponente der geistigsprachlichen Tätigkeit der Menschen
kommunikativ-pragmatische Komponente. Auch betrachtet sie das Kommunizieren nicht
isoliert, sondern als einen Bestandteil der gesamten Tätigkeit der Menschen im
gesellschaftlichen und privaten Lebensbereich, Das Kommunizieren wird
dementsprechend als Sprechhandlungen verstanden, die die Tätigkeit der Menschen in
verschiedenen Bereichen mitsteuern.
Der Satz als die kleinste kommunikative bzw. kommunikativ-pragmatische Einheit
besitzt ein System von Formen (Satzformen), die das Ausführen verschiedenartiger
Sprechhandlungen ermöglichen: 1) die Aussageform, 2) die Frageform, 3) die
Aufforderungsform.
Der kommunikativ-pragmatischen Funktion von Sätzen und Satzfolgen entspricht auch
die Tatsache, dass jeder Satz eine bestimmte kommunikative Satzperspektive aufweist.
Das wesentliche Merkmal der kommunikativen Satzperspektive ist die Zweiteilung des
Satzes in Thema und Rhema. Die kommunikative Satzperspektive wird durch ein System
von grammatischen Mitteln ausgedrückt und ist eine grammatische Kategorie mit Form,
Bedeutung und Funktion.

3. Die Teildisziplinen der theoretischen Grammatik und ihre Problematik


Die Stellung der Grammatiktheorie unter den anderen linguistischen Disziplinen ergibt
sich aus der Stellung des grammatischen Baus im Sprachsystem. Die Sprache kann als ein
System, d.h. als eine Gesamtheit von zusammenwirkenden sprachlichen Einheiten
betrachtet werden. Der grammatische Bau ist ein organischer Bestandteil des
Sprachsystems, der mit anderen Bestandteilen des Sprachsystems auf innigste verbunden
ist.
Jeder Bestandteil (Komponente/Ebene) des Sprachsystems besitzt eigene Einheiten sowie
die Regeln ihrer gegenseitigen Verknüpfung und ihres Funktionierens. Es ist möglich,
jeden Bestandteil des Sprachsystems zum eigenständigen Untersuchungsobjekt zu
machen, indem man von den Beziehungen zu den anderen Bestandteilen abstrahiert. Aber
diese Beziehungen müssen dort, wo sie nötig sind, berücksichtigt werden.
Die Verbindung der Grammatik mit dem Lautsystem und den prosodischen Mitteln
(Intonation und Akzent) ist verschiedenartig. So z.B. bestehen alle grammatischen
Morpheme aus Phonemen oder Phonemfolgen, die durch Laute bzw. Lautfolgen
ausgedrückt werden. Die Betonung spielt beispielsweise in der Formbildung eine gewisse
Rolle (z.B. das betonte Präfix wird vom Verbalstamm abgegrenzt). Am wesentlichsten
aber ist, dass die prosodischen Mittel als bestimmende Elemente des Satzes fungieren,
indem sie diesem eine bestimmte Klanggestalt verleihen. Die Intonation kann ein
einzelnes Wort zum Satz machen (z.B.: Feuer! Fort!).

4. Semantik und Pragmatik des Textes


In der Semantik erforscht man die Bedeutung (an sich) von einfachen und komplexen
Wörtern, aber auch von Phrasen und natürlich von ganzen Sätzen. Die Untersuchung von
Wortbedeutungen fällt dabei in den Bereich der lexikalischen Semantik. Bedeutungen
von Phrasen und Sätzen werden im Rahmen der Satzsemantik untersucht. Der Begriff
›Semantik‹ wird nicht nur für die Disziplin, sondern auch für die Bedeutungsart
verwendet.
In der Pragmatik werden diejenigen Bedeutungsarten untersucht, die bei der konkreten
Verwendung der sprachlichen Ausdrücke entstehen, aber auch die Voraussetzungen und
Effekte dieser Verwendung. Analysiert wird die Verwendung von deiktischen
Ausdrücken (Ausdrücke, deren Bedeutung von dem Sprecher, dem Hörer, dem
Äußerungszeitpunkt oder dem Ort der Äußerung abhängt), Präsuppositionen
(Voraussetzungen für die Angemessenheit einer Äußerung), Implikaturen (Informationen,
die über die Bedeutung an sich der Ausdrücke hinausgehen und in Abhängigkeit von der
Äußerungssituation entstehen) und von sogenannten Sprechakten (die Voraussetzungen
und Effekte erfolgreicher Äußerungen). Auch der Begriff ›Pragmatik‹ wird außer für die
Disziplin auch für die Bedeutungsarten verwendet.
In der Semantik und Pragmatik wird der Aspekt der Bedeutung von sprachlichen
Ausdrücken untersucht. Allgemein nimmt man an, dass sprachliche Ausdrücke
Bedeutung haben — wir sagen dann, dass wir ihre Bedeutung kennen. Sprachliche
Ausdrücke können aber auch bei der Verwendung in der Kommunikation Bedeutung
gewinnen. Wir kennen diese Sorte Bedeutung allerdings nicht, ohne dass die Ausdrücke
verwendet werden. Diese beiden Perspektiven auf Bedeutung entsprechen der
Unterscheidung der Teildisziplinen Semantik und Pragmatik.

5. Der Gegenstand der Morphologie. Morphologische Einheiten und ihre


Klassifikationen
Morphologische Einheiten (abstrakte und konkrete): Morphem und Allomorph, Wort,
Wortform, Form des Wortes.
Mit dem Ausdruck "Wort" wird gemeint:
Realisierungsform. In diesem Sinne "Wortform" ist eine konkrete Form, in der der Satz
auftritt. Diese Form ist einem Lexem zugeordnet. Bei der Bildung der Realisationsformen
können zusätzliche Lexeme beteiligt sein.
Das Lexem, lexikalisches Wort. Das ist ein Wort als Einheit des Lexikons oder
Wörterbuches, als Repräsentant aller Realisationsformen (Wortformen), in denen er im
Satz erscheinen kann.
Das Morph ist ein Minimalzeichen noch ohne Berücksichtigung seiner Zugehörigkeit zu
einer Klasse (zu einem Morphem), die kleinste Ausdruck- und Inhaltseinheit, in die sich
Äußerungen zerlegen oder segmentieren lassen.
Das Morphem ist eine Klasse oder Menge von Morphen, die denselben wert bei
identischer oder ähnlicher Ausdrucksseite haben.
Die Allomorphe sind Morphe, die demselben Morphem angehören, z.B. das Morphem
Arbeit hat nur ein phonisches Allomorph, dem ein grafisches Allomorph entspricht
([arbaet] = Arbeit).
Morpheme unterscheiden sich nach mehreren Gesichtspunkten in unterschiedliche Typen.
Hinsichtlich ihrer Bildungsfunktion gibt es lexikalische und grammatische Morpheme.
Hinsichtlich ihres Vorkommens (auch Selbstständigkeit) gibt es freie und gebundene
Morpheme.
Lexikalisches Morphem ist Morphem mit eigener lexikalischen Bedeutung
(Sachbedeutung). Kombinationen von lexikalischen Morphemen ergeben neue Wörter
oder Wortstämme, vgl.: auf, Schreib-tisch). Grammatisches Morphem ist Morphem mit
grammatischer oder struktureller Bedeutung. Kombinationen von lexikalischen mit
grammatischen Morphemen ergeben Wortformen (nicht neue Wörter!), vgl.: Büch-lein
(Büch- ist lexikalisches Morphem, das Suffix -lein ist grammatisches Morphem).
Freies Morphem ist Morphem, dessen Allomorphe allein für sich ohne direkte Bindung
an ein anderes Morphem in einem Satz als Wort auftreten können. Gebundenes Morphem
ist Morphem, dessen Allomorphe in einem Satz nicht selbstständig als Wort auftreten
können, sondern immer an ein anderes Morphem gebunden sind, vgl.: Auf dem
Schreibtisch liegt Büchlein (Das Morphem auf ist lexikalisch und frei, dem ist
grammatisch und gebunden, Schreib- ist lexikalisch und frei, -tisch ist lexikalisch und
frei, lieg- ist lexikalisch und frei, -t ist grammatisch und gebunden, Büch- ist lexikalisch
und frei, -lein ist grammatisch und gebunden).
Diskontinuierliche Morpheme sind mehrere Morphe, welche nicht direkt aufeinander
folgen, sondern die durch andere Elemente getrennt sind, ergeben das Gesamtmorphem,
vgl.: ge-lande-t, ge-koch-t (diskontinuierliche Morpheme sind ge- und -t).
Portmanteau-Allomorph ist nicht zerlegbarer Ausdruck, dem die Inhaltseiten mehrerer
Morpheme zugeordnet zugeordnet sind. Zum Beispiel, in Formen im, am sind die
Präpositionen in, an mit der Partikelform dem verschmolzen. Formen des Verbs sein, bin,
bist, sind lassen sich nicht wie die entsprechenden Formen anderer Verben (sing-e, sing-
st) in Stamm und Endung zerlegen, so dass bin, bist, sind als Ganze zu betrachten sind, in
denen Stamm- und Endungsbedeutung unsegmentierbar präsentiert wird.

6. Mittel der Textverflechtung


In einem Ganz- oder Teiltext sind die Sätze inhaltlich und formell mit- und untereinander
verflochten. Die Satzverflechtung unterscheidet sich in Nachbarnbindung
(Kontaktbindung), wenn es um die Nachbarsätze und um
Distanzverbindung geht. In der Verbindung der Sätze sind zwei Richtungen möglich: die
vorverweisende Richtung, die aufs folgende hinweist und das Erscheinen irgendwelcher
Aussageelemente vorbereitet. Solche Verbindung heißt die Katapher.
Die rüchverweisende Verbindung, welche etwas schon Erwähntes aufnimmt und auf das
Vorhergesagte hinweist, d.h. die Anapher. Kataphorische Mittel stehen in der Regel am
Anfang des Textes, anaphorische – am Schluss. Mitten im Text sind beide
Richtungen möglich. Der unbestimmte Artikel ist ein kataphorisches Mittel. Solche
Wörter, wie „erstens“ gehören auch dazu. Die Wörter „also“, „folglich“ sind
anaphorische Hinweise, weil sie Schlussfolgerungen aufgrund des Vorhergesagten
einleiten. Pronominaladverbien können beide Richtungen einweisen, z.B.: Ich habe
erfahren, dass der Zug zwei Stunden Verspätung hatte. Damit (Anapher) habe ich nicht
gerechnet. Ich habe damit (Katapher) nicht gerechnet, dass der Zug…
1. Lexikalisch-syntaktische Satzverflechtung
o Pronomen
o Pronominaladverbien (z.B.: nun, bald)
o Konjunktionen und Partikeln
o Fragewörter (die Antwort wird erwartet)
o Zahlwörter (erstens…)
o Wiederholungen (Wörtliche, synonymische und eine Paraphrase =
Umschreibung)
o Ellipsen (Ein elliptischer Satz wird erst in Anlehnung an Nachsatz
verständlich, besonders häufig sind Ellipsen im Gespräch, z.B.: Ich freue
mich – sagte ich. Und Gesprächspartner: Worüber? Ich: Über sie und unser
Gespräch, weil ich sie mit meinen Problemen belästige)
o Wortfolge. Eine besonders wichtige Rolle kommt der ersten Stelle als
 Anschlussstelle zu. Das Wort an der Anschlussstelle wirkt als rückverweisendes
 Wortmittel und zugleich kann es auch das Thema der Aussage festsetzen.
7. Grammatische Kategorie: Definition, Ausgliederungskriterien, Aufbau
Im Mittelpunkt der Morphologie stehen grammatische (morphologische) Kategorien.
Unter diesem Fachausdruck versteht man das System der grammatischen Formen, die
durch ein grammatisches Merkmal verbundenen sind (Admoni, 1986, 11), z.B., die
Kategorie des Kasus, die Kategorie des Tempus.
Grammatische Kategorien als verallgemeinernde Begriffe weisen eine grammatische
Bedeutung auf und finden in der grammatischen Form ihren Ausdruck. Jedes Wort stellt
eine Einheit der lexikalen und grammatischen Bedeutung dar.
Die grammatische Bedeutung dient zur Bezeichnung der Beziehungen zwischen den
Gegenständen und Erscheinungen der Wirklichkeit und zwischen ihnen und dem
Standpunkt des Sprechers.
Admoni unterscheidet drei Arten der grammatischen Kategorie:
 Logisch-grammatische Kategorien drücken objektive Beziehungen der Realität aus
(Zahl und Kasus der Substantive, zum Teil Steigerungsstufen):
*Unsere Gruppe zählt zehn Studenten (Plural);
*Wie hören einen Vortrag (Akkusativ: Objekt der Handlung)
*Berlin ist größer als Hamburg (Komparativ);
 Kommunikativ-grammatische Kategorien drücken die Beziehungen zwischen
Unterscheiden in der Welt vom Standpunkt des Sprechers aus (Zeit, Genus, Person,
Modus, Un-/Bestimmtheit; zum Teil Steigerungsstufen); das sind subjektive Kategorien:
*Dieses Buch ist interessanter als jenes.
 Strukturell-grammatische Kategorien dienen zur formalen Organisierung der Rede.
Dazu gehören Geschlecht, Kasus, Zahl der Adjektive, die inhaltlich nicht motiviert sind.
Sondern das sind relative grammatische Kategorien, die die entsprechende Kategorie des
Substantivs wiederspiegelt:
*Ein schönes Mädchen.
Jede grammatische Form des Wortes wird durch bestimmte grammatische Mittel
ausgredrückt

8. Textlinguistik vs. Textgrammatik


Die Textlinguistik ist eine vergleichsweise junge Disziplin der Linguistik, die sich ab den
1960er Jahren entwickelt hat. Sie beschäftigt sich mit satzübergreifenden sprachlichen
Strukturen. Das heißt: Linguistische Teildisziplin, deren primären Gegenstand Texte
bilden und deren Aufgabe in der Beschreibung der Konstitution von Texten, in der
Angabe von allgemeinen Prinzipien des Textaufbaus und insbesondere in der
Spezifizierung der Bedingungen besteht, unter denen Textkohärenz
entsteht.Nachbardisziplinen der Textlinguistik sind Literaturwissenschaft, Jura und
Theologie. Vorläufer der Textlinguistik sind Gattungslehre, die Rhetorik und die
Stilistik. Texte sind für den Linguisten nicht so sehr Aussageobjekte und
Mitteilungsträger als vielmehr Sprachgebilde, die nach bestimmten Regeln konstituiert
sind. Die Textlinguistik interessiert sich für den Inhalt der Texte nur als ein Ergebnis
semantischer und pragmatischer Regeln und achtet vielmehr auf die Entstehungs- und
Wirkungsbedingungen von Textstrukturen.
Die Textgrammatik ist eine Forschungsrichtung der Textlinguistik, die versucht, die
Grammatik, die traditionell ein Regelwerk zur Analyse und/oder Erzeugung von Sätzen
war, auf die Ebene der Texte zu erweitern. Zugrunde liegt die Beobachtung, dass
zwischen den Sätzen eines Textes eine Reihe von Beziehungen bestehen, die für einen
grammatischen und semantischen Zusammenhang zwischen ihnen sorgen und die
willkürlich zusammengewürfelte Sätze verschiedener Quellen nicht aufweisen.
Textgrammatik - eine Grammatik, die die Domäne des Satzes überschreitet und damit
gegenüber einer Satzgrammatik eine höhere Stufe der Sprachbeschreibung darstellt; ihr
Gegenstand ist die Erfassung der Regularitäten, Rekurrenzen und Distributionen, die
Text konstituieren; ihr Ziel ist die (grammatische) Explikation von Textkohärenz und
Textkonsistenz.

9. Lexikalische und grammatische Bedeutung


Lexikalische Bedeutung ist die Bezeichnung zwischen einer sprachlichen Einheit und
dem durch sie Bezeichneten, das real oder nur gedacht sein kann.
Jede Wortform hat eine grammatische Bedeutung. Die grammatische Bedeutung hat
ihren Träger, z.B. im Formativ Kinder ist Formans (Wortform) er der Träger der
grammatischen Bedeutung und bedeutet Plural. Im Formativ (er ist) kleiner (als) bedeutet
Formans er Komparativ. Ein Formans kann zugleich Träger von mehreren
grammatischen Bedeutungen sein, z.B.: -ES drückt die Bedeutungen des Genitivs
(Buches) und des Singulars (GEHST).

10.Syntaktische Derivationsprozesse (Vereinfachung, Verkomplizierung)


Derivation oder deutsch auch Ableitung ist in der Linguistik die Bezeichnung für ein
Verfahren der Wortbildung. Hierbei werden aus lexikalischen Morphemen
(Lexeme/Grundmorpheme) und Affixen (grammatische Morpheme) neue Formen
gebildet, die selbst nicht unbedingt Lexeme sein müssen, es jedoch in den meisten Fällen
sind. Als Derivation bezeichnet man den Prozess ihrer Bildung. Das Ergebnis nennt man
Derivat[um], Derivativ[um] oder deutsch abgeleitetes Wort oder Ableitung. Zusammen
mit der Komposition (Zusammensetzung) ist die Derivation das wichtigste
Wortbildungsmittel der deutschen Sprache.
Beispiele für Derivationen:
Frei-heit
mach-bar
be-greifen
un-be-greif-lich (abgeleitete Wörter (begreiflich) können auch selbst wieder abgeleitet
werden)
Ab-leit-ung

11.Die Wortartentheorie: Begriff, Ausgliederungskriterien


Der Wortschatz jeder Sprache kann als ein System von einem komplizierten Aufbau
angesehen werden. Dieses System besteht aus vielen Tausenden Elementen, die
untereinander durch mannigfaltige Beziehungen verbunden sind. Dieses System ist darüber
hinaus ein offenes, d. h. es wird stets durch neue Elemente bereichert. Einige Elemente
dagegen veralten oder verschwinden gar aus dem Gebrauch. Neue Elemente werden nicht
mechanisch zu den schon vorhandenen hinzugefügt, sondern sie werden in das bestehende
Netz von Beziehungen eingeordnet. Deshalb lassen sich die Elemente des Fortbestandes zu
verschiedenartigen Klassen zusammenfassen, je nachdem unter welchem Gesichtspunkt sie
gruppiert werden. Eine der möglichen Einteilungen ist die Gliederung des Wortschatzes in
Wortarten oder Wortklassen, früher Redeteile genannt.
Das Wesen der Wortarten oder der Wortklassen wird von den Linguisten unterschiedlich
beurteilt. Diese Beurteilung hängt davon ab, an welches Einteilungsprinzip dabei in erster
Linie gedacht wird. Häufig werden sie als lexikalisch-semantisch charakterisiert. Manchmal
nennt man sie grammatisch-semantisch. Einige Linguisten betrachten sie als grammatische
Klassen.
Der gesamte Wortschatz einer Sprache lässt sich in Wortarten einteilen, die sich nach
lexikalischen und grammatischen Merkmalen unterscheiden. Jede Wortart besitzt ihre
lexikalischen, morphologischen und syntaktischen Eigenschaften. Die Merkmale der Wörter,
die zu einer bestimmten Wortart gehören, sind:
- gemeinsame grammatische Bedeutung;
- gleiche grammatische Kategorien;
- gleiche syntaktische Funktionen und
- Art der Wortbildung.
Wortarten sind lexikalisch-grammatische Klassen von Wörtern, die sich nach der Bedeutung,
nach den morphologischen Merkmalen und den syntaktischen Funktionen im Bestand der
Wortgruppen und Sätze unterscheiden.
Über die Zahl der Wortarten im Deutschen sind sich die Grammatiker heute nicht einig. In
den normativen Grammatiken unterscheidet man gewöhnlich 12 Wortarten. Je nachdem,
welche syntaktische Funktion die Wortarten im Satz erfüllen, werden sie in vier mehr
gemeinsame Klassen von Wörtern eingeteilt:
1. Vollwörter. Dazu gehören Substantive, Adjektive, Pronomen, Numeralien, Verben
und Adverbien. Sie erfüllen nominative Funktion, indem sie verschiedene
Gegenstände, Eigenschaften, Zahlbegriffe, Handlungen, Prozesse und Zustände
nennen.
2. Hilfswörter. Zu den Hilfswörtern gehören: Artikel, Konjunktionen, Präpositionen,
Partikeln und Hilfsverben. Sie haben keine selbstständige lexikalische Bedeutung,
werden ohne Vollwörter nicht gebraucht und deshalb erfüllen sie im Satz keine
selbstständige syntaktische Funktion.
3. Modalwörter. Sie stellen eine bedeutende Gruppe von Wörtern dar. Sie erfüllen keine
nominative Funktion, drücken keine Verhältnisse zwischen den Satzgliedern aus. Die
Modalwörter weisen nur auf das Verhalten des Sprechenden zu dem geäußerten
Gedanken oder der realen Wirklichkeit hin: vielleicht, sicher, wahrscheinlich,
hoffentlich, leider.
4. Interjektionen. Die Interjektionen stellen eine besondere Klasse von Wörtern dar und
nehmen unter den Wortarten eine isolierte Stellung ein. Sie besitzen keine nominative
Funktion. Die Interjektionen drücken verschiedene Gefühle, Empfindungen,
Schallnachahmungen aus, ohne sie zu nennen.
Die Wortarten sind offene Wortklassen mit dem veränderlichen Wortschatz. Sie ergänzen
und erweitern sich ständig durch die Bildung der neuen Wörter und die Entlehung der
Wörter aus anderen Sprachen und den Übergang der Wörter aus einer Wortart in die andere.

12.Der komplexe Satz. Parataxe und Hypotaxe


Der Komplexer Satz ist jeder Satz, deren Bestandteile eine Subjekt-Prädikat-Struktur haben,
d.h. der Komplexer Satz besteht mindestens aus zwei Elementarsätzen. Die Elementarsätze
können nicht immer explizit eine Subjekt-Prädikat-Struktur besitzen: Das ist gut, das du
mich verstehst; Gut, dass du mich verstehst.
Man unterscheidet nach der Art der Verbindung zwei Typen der komplexen Sätze:
Die Satzreihe: die Elementarsätze werden durch beiordnete Konjunktionen verbunden: *Es
ist kalt und wir bleiben zu Hause.
Das Satzgefüge: die Elementarsätze werden durch unterordnete Konjunktionen oder durch
Relativwörter verbunden: *Ich weiß, dass Berlin die Hauptstadt Deutschlands ist; Ich weiß,
wo Berlin liegt.
Die Parataxe beschreibt eine Anein_anderreihung von selbständigen Sätzen, also
Hauptsätzen. Diese können mittels Kommata, Semikolon, Gedankenstrichen oder
Konjunktionen verbunden sein oder mit einem Punkt voneinander getrennt. Wesentlich ist,
dass diese Reihung nicht durch Nebensätze, also untergeordnete Sätze, unterbrochen wird.
Ein parataktischer Text kann knapp, stark oder absolut wirken. Das Gegenstück bildet die
Hypotaxe.
Die Unterordnung in der Satzgliederung wird als Hypotaxe (Satzgefüge) bezeichnet. Das
bedeutet, dass mit dem Begriff Hypotaxe die Unterordnung von Nebensätzen unter
Hauptsätze beschrieben wird. Durch den Einsatz des Stilmittels können sehr komplexe
Gedankengänge veran_schaulicht und Themen detailliert dargestellt werden. Das
Gegenstück zur Hypotaxe ist die Parataxe.

13.Verb als Wortart. Die kategoriale Bedeutung, Feldstruktur, Klassifikation


In der letzten Zeit wird die kategoriale Bedeutung des Verbs meist entweder als Prozess oder
als Prozessualität aufgefasst. Man könnte auch sagen, dass Verben das Sein als Prozess
(laufen, springen) oder als Zustand (häufig zugleich auch als Beziehung: entsprechen,
besitzen) bezeichnen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass ein Zustand dynamisch und statisch
sein kann.
Eine Klassifizierung der Verben unter morphologischem Aspekt erfolgt einerseits nach der
Konjungiertheit, andererseits nach der Art der Konjugation. Nach der Konjugiertheit
unterscheidet man zwischen finiten und infiniten Verbformen. Im Unterschied zu den
infiniten Verbformen sind die finiten Formen konjugiert, also besitzen ein reich ausgebautes
System von grammatischen Kategorien: der Person, des Numerus, der Zeit, des Modus, des
Genus verbi.
Unter den grammatischen Kategorien versteht man die in jedem Satz regelmäßig
wiederkehrenden sprachlichen Zeichen besonderer Art, die die lexikalischen Zeichen
überlagern und die Wörter in der Rede zu einem sinngemäßen zusammenhängenden
Satzganzen gestalten. Die Zahl der grammatischen Kategorien ist sehr beschränkt. Das
Zusammenspiel dieser Kategorien ergibt eine Fülle von Wortformen, die das Paradigma des
Verbs unter allen anderen Wortarten auszeichnet.
Das Verb verfügt über folgende Formen: die konjugierbaren und nicht konjugierbaren. Diese
Formen sind die wichtigsten im verbalen Paradigma. Zu den konjugierbaren Formen
gehören: 3 Personalformen im Singular und Plural, 6 Zeitformen, 3 Genera (Aktiv, Passiv,
Stativ), 3 Modi (Indikativ, Konjunktiv, Imperativ). Zu den Nominalformen gehören 4
Infinitivgruppen (Infinitiv I, Infinitiv II, Aktiv und Passiv) (in einigen Grammatikbücher sind
es 6 (+Stativ), 2 Partizipien.

14.Die Methoden der Satzanalyse (Konstituentengrammatik,


Abhängigkeitsgrammatik, Transformationsmethode)
In der heutigen syntaktischen Theorie werden außer der traditionellen Analyse nach
Satzgliedern noch andere Verfahren benutzt.
1. Die Konstituentengrammatik
Die Konstituentengrammatik, auch Phrasenstrukturgrammatik oder Grammatik der
unmittelbaren Konstituenten genannt, gründet auf zwei Prinzipien: auf dem Prinzip der
Konstituenz und auf dem Prinzip der binären Teilung. Ausgegangen wird von der Annahme,
daß jeder Satz in eine Nominalphrase und eine Verbalphrase primär aufzugliedern ist, die als
seine unmittelbaren Konstituenten angesehen weiden. Ihr Verhältnis zum Satz wird als eine
„Teil-von"-Beziehung aufgefaßt. Diese Phrasen werden ihrerseits in unmittelbare
Konstituenten zerlegt. Es wird solange auf diese Weise vorgegangen, bis nichts mehr zu
zerlegen ist. Die Satzstruktur wird deshalb als ein Netz der „Teil-von"-Beziehungen
angesehen.

2. Die Transformationsmethode liegen zwei Hauptideen zugrunde. Die erste Idee besteht
darin, daß das syntaktische System einer Sprache in seine Untersysteme aufgegliedert
werden kann. Das eine Untersystem wird als Basis für die anderen angesehen, die von dieser
abgeleitet werden. Das Basissystem umfaßt elementare Satztypen. Alle anderen Satztypen
werden als Ableitungen bewertet. Die zweite Hauptidee der Transformationsanalyse besteht
darin, daß die Basissätze (und ihre Transformen) mit elementaren Situationen, Sachverhalten
verbunden sind. Dementsprechend sind die Satztypen (und ihre Transformen) mit den
Klassen der elementaren Situationen verbunden. Die Transformationsanalyse kann auch in
der umgekehrten Richtung betrieben werden und zur Rückführung der abgeleiteten
Transformen auf den Basissatz dienen.

3. Die Abhängigkeitsgrammatik
Diese Art der Grammatik hat mehrere Namen: Dependenzgrammatik, Valenzgrammatik,
Verbgrammatik. Die Dependenzgrammatik ist einer unter vielen verschiedenen Ansätzen,
Grammatiken zu konzipieren.
Hauptanliegen der Dependenzgrammatik ist die Beschreibung der Dependenz-Struktur eines
Satzes, d.h. des Gefüges von Abhängigkeitsrelationen zwischen den Elementen eines Satzes.
Dabei geht man davon aus, dass bei einer syntaktischen Verbindung zweier Elemente eines
das regierende und das andere das abhängige Element ist. Wenn ein regierendes Element von
einem anderen regierenden Element abhängig ist, dann entsteht eine komplexe hierarchische
Dependenzordnung.
Die Dependenzgrammatik und die Konstituentengrammatik sind insofern alternativ, als sie
auf verschiedenen Annahmen beruhen. Man kann auch sagen, daß sie einander in gewissem
Sinne ergänzen, also komplementär sind.

15.Die grammatischen Kategorien des Verbs. Primäre und sekundäre Kategorien


Der Terminus ‘grammatische Kategorie’ ist systematisch zweideutig; es kann eines der
folgenden beiden Dinge damit gemeint sein.
Eine primäre grammatische Kategorie ist eine Kategorie von lexikalischen Zeichen, also
Wörtern oder komplexeren Zeichen.
Kategorien von Wörtern – genauer: Lexemen – heißen Wortarten (gelegentlich auch
Lexemklassen oder Wortklassen). Beispiel: Verb.
Eine sekundäre grammatische Kategorie ist eine Kategorie von grammatischen Formativen.
Beispiel: Artikel.
Soweit diese unselbständig sind, treten sie an Mitgliedern primärer grammatischer
Kategorien auf; in dem Falle ist die sekundäre grammatische Kategorie eine morphologische
Kategorie, und zwar normalerweise eine Flexionskategorie (da Derivationskategorien
ebensosehr lexikalisch wie grammatisch sind). Beispiel: Tempus.
Die einzelnen Ausprägungen einer sekundären grammatischen Kategorie heißen ihre Werte.
Z.B. hat die Kategorie Modus die Werte Indikativ und Konjunktiv, die Kategorie Numerus
die Werte Singular und Plural. Statt primäre grammatische Kategorie wird oft auch
syntaktische Kategorie gesagt. Das ist nicht ganz korrekt, denn zwar können viele Wortarten
als syntaktische Kategorien konzipiert werden, aber z.B. ‘Verbstamm’ ist eine primäre
grammatische Kategorie, jedoch keine syntaktische Kategorie.
Statt sekundäre grammatische Kategorie wird oft auch morphologische Kategorie gesagt.
Das schließt allerdings selbständige grammatische Formative wie die Artikel und die
Hilfsverben aus.
Insoweit primäre grammatische Kategorien als syntaktische Kategorien konzipiert werden
können, gibt es eine Entsprechung zwischen bestimmten Wortarten und bestimmten
Kategorien von Syntagmen. Die sekundären grammatischen Kategorien sind in erster Linie
semantisch begründet, also z.B. Tempus als die grammatische Kategorie, welche zeitliche
Bezüge zwischen Situationen ausdrückt. Insoweit ist eine bestimmte sekundäre
grammatische Kategorie nicht bereits dem Begriffe nach an eine bestimmte primäre
grammatische Kategorie gebunden; also z.B. kann es Tempus nicht nur am Verb, sondern
auch am Auxiliar und sogar am Substantiv geben. Aber in der Realität jeder einzelnen
Sprache tritt eine gegebene Flexionskategorie immer als morphologische Abwandlung von
bestimmten Wortarten auf.

16.Stellung der Satzelemente (semantisch / kommunikativ motiviert)


Der Satz – abstrakte Spracheinheit, Konstruktion, die ohne ihre lexische Struktur und
kommunikative Aufgabe betrachtet wird.
Ein Satz besteht in der Regel mindestens aus einem Subjekt und einem Verb. Dabei
bestimmt das Subjekt die Endung des Verbs.
Es (Subjekt) regnet (Verb).
Welches Satzelement hinter dem Verb folgt, hängt vom Verb ab.
Es gibt eine große Gruppe von Verben, wie z.B. 'suchen', die ein Akkusativobjekt fordert.
Paul sucht seinen Schlüssel. (Akkusativ)
Eine kleinere Gruppe von Verben, wie z.B. helfen, fordert ein Dativobjekt.
Paul hilft seinem Bruder. (Dativ)

Selten sind Verben mit einem Genitivobjekt.


Diese Behauptung entbehrt jeder Grundlage. (Genitivobjekt)

Verben mit einem Präpositionalobjekt sind dagegen sehr häufig.


Paul wartet auf den Bus. (Präpositionalobjekt)

Manchmal kommen auch Sätze vor, in denen zwei Elemente im Nominativ stehen. Das
zweite Element heißt dann Gleichsetzungsnominativ.
Paul ist ein Student. (Gleichsetzungsnominativ)

Neben Objekten und dem Subjekt kann ein Satz weitere Elemente enthalten, die Angaben
genannt werden.
Simone fährt morgen (temporale Angabe) wegen eines Arzttermins (kausale Angabe) mit
dem Zug (modale Angabe) nach München (lokale Angabe).

Die temporale Angabe gibt Informationen zur Zeit. (wann? wie lange? etc.)
Die kausale Angabe gibt Informationen zur Ursache. (warum? wodurch?)
Die modale Angabe gibt Informationen zur Art und Weise. (wie? auf welche Weise?)
Die lokale Angabe gibt Informationen zum Ort. (wo? wohin?)
Die Position der Angaben von links nach rechts lautet:
1. temporale Angaben, 2. kausale Angaben, 3. modale Angaben, 4. lokale Angaben
(tekamolo)
Stellung der Satzelemente
Fast alle Elemente eines Satzes können auf Position 1 stehen. Auf Position 2 des Hauptsatzes
steht immer das finite Verb.
Daniel (Subjekt) geht am Sonntag aus Langeweile ins Kino.
Am Sonntag (temporale Angabe) geht Daniel aus Langeweile ins Kino.
Aus Langeweile (modale Angabe) geht Daniel am Sonntag ins Kino.
Ins Kino (lokale Angabe) geht Daniel am Sonntag aus Langeweile.
Wenn Position 1 mit einem anderen Element als dem Subjekt besetzt ist, steht das Subjekt
gleich neben dem Verb an dritter Position. Lokale Angaben oder Objekte stehen jedoch nur
dann an 1. Position eines Hauptsatzes, wenn damit etwas betont werden soll.
Wenn das Subjekt nicht an erster Position des Hauptsatzes steht, kommt es sofort nach dem
Verb.
Dann folgen die Dativ- und Akkusativobjekte. Dabei steht das Dativobjekt im Allgemeinen
vor dem Akkusativobjekt.
Am Sonntag verkauft Carlo (Subjekt) den Touristen (Dativobjekt) handgearbeitete
Schmuckstücke (Akkusativobjekt).
Genitivobjekt und Präpositionalobjekt stehen in der Regel ganz rechts hinter den Angaben
und anderen Objekten.
Seine Argumente ermangeln schon bei oberflächlicher Betrachtung jeder Logik
(Genitivobjekt).
Er dankte ihm mit vielen Worten für seine Hilfe (Präpositionalobjekt).
Auch der Gleichsetzungnominativ steht im Allgemeinen am Ende des Satzes.
Er wurde zwei Jahre später aufgrund seiner guten Arbeit der neue Abteilungsleiter.
(Gleichsetzungsnominativ)
Die Stellung von Dativ- und Akkusativobjekten hängt davon ab, ob sie eine neue oder eine
schon bekannte Information beinhalten.
Eine schon bekannte Information in einem Dativ- oder Akkusativobjekt ist gekennzeichnet
durch einen bestimmten Artikel, durch ein Personalpronomen, oder durch ein
Demonstrativpronomen.
Er sucht den (bestimmter Artikel) Schlüssel. Er sucht ihn (Personalpronomen). Er sucht
diesen (Demonstrativpronomen) Schlüssel.
Eine neue Information in einem Dativ- oder Akkusativobjekt liegt vor, wenn vor dem Objekt
ein unbestimmter Artikel oder kein Artikel steht.
Er sucht ein (unbestimmter Artikel) Streichholz. Er sucht Streichhölzer. (ohne Artikel)
Enthält das Dativ- oder Akkusativobjekt eine bekannte Information, so steht es in der Regel
vor den Angaben und anderen Objekten.
Ich habe ihn vor zwei Tagen im Kaufhaus getroffen.
Enthält das Dativ- oder Akkusativobjekt eine neue Information, so steht es im Allgemeinen
hinter den temporalen, kausalen und modalen Angaben, aber vor den lokalen Angaben und
den anderen Objekten.

17.Das Inventar der infiniten Formen des Verbs im Deutschen


Verben ohne Personal- und Tempusendungen bezeichnet man als infinite Verbformen,
Verben mit Endungen (geht, werdet, lest) heißen finite Verbformen.
Infinite Verbformen – Infinitiv und Partizip infinit nennt man Verbformen, die unabhängig
vom Subjekt sind, also in ihrer Form nicht verändert werden.
Fast alle Infinitive enden auf -en, z. B. trennen, fliegen, helfen.
Ausnahmen sind: tun und sein.
Wenige Verben enden auf -eln, z. B. zischeln, hecheln, hoppeln, oder auf -ern, z. B. ballern,
hungern.
Der Infinitiv wird auch als Grundform oder Nennform des Verbs bezeichnet.

Finite Verbform
Die Verbform, die in Person und Numerus bestimmt ist, heißt Personalform, finite
(bestimmte) Verbform oder Finitum. Die Veränderung (Beugung) beim Verb nennt man
Konjugation. Die Wahl dieser Verbform richtet sich in Person und Numerus immer nach
dem Subjekt.
Konjugation der Verben
Verben können stark oder schwach konjugiert werden. Von einigen Verben gibt es
nebeneinander starke und schwache Konjugationsformen. Im deutschen Sprachgebrauch
setzt sich immer mehr die schwache Konjugation durch (backen – buk = stark konjugiert und
backte = schwach konjugiert).

18.Satzverflechtung und Satzverflechtungsmittel


In einem Text gibt es zahlreiche Mittel der inhaltlichen und formellen Satzverflechtung.
Nicht nur Nachbarsätze, sondern auch distanzierte Sätze sind durch bestimmte Zeichen
miteinander verbunden. Möglich sind 2 Richtungen von Verbindung: die vorverweisende,
die auf das Folgende hinweist, das Erscheinen irgendwelcher Elemente der Aussage
vorbereitet (die Katapher), und die rückverweisende, die das schon Erwähnte aufnimmt, auf
das Vorhergesagte zurückweist (die Anapher). Kataphorische Verflechtungsmittel (z.B. der
unbestimmte Artikel, die Wörter wie folgenderweise, wie folgt, weiter unten, erstens) stehen
bevorzugt am Anfang eines Textes, anaphorische (die Wörter wie folglich, also, kurz und
gut, davon) finden wir überwiegend am Schluss. Mitten im Text sind beide Richtungen
möglich (Anapher bevorzugt am Satzanfang, Katapher – am Satzende). Dank der Rück- und
Vorwärtsverweisung entsteht ein dicht verflochtenes Gewebe von sprachlichen Mitteln, was
eigentlich der etymologischen Bedeutung des Wortes “Text” (=Geflecht) genau entspricht.
Zur Verbindung der Sätze tragen grammatische (morphologische), lexikalische und
intonatorische Mittel bei.

19.Die Valenzeigenschaften der deutschen Verben


Die Wertigkeit (Valenz) des Verbs bezeichnet die Eigenschaft, durch andere Satzglieder
ergänzt zu werden, welche als Argumente in der deutschen Sprache bezeichnet werden.
Neben der Art der Satzglieder (Subjekt oder Objekt) bestimmt die Valenz auch deren
Anzahl, welche von null bis vier reichen kann. Viele Verben können je nach Verwendung
auch eine unterschiedliche Wertigkeit haben.
Zum einen gibt es nullwertige Verben, welche weder ein Subjekt noch Objekte zulassen. An
Stelle des Subjekts tritt bei diesen Verben das Personalpronomen ‚es‘ als Scheinsubjekt. Zu
dieser Gruppe gehören die ‚richtigen‘ unpersönlichen Verben (hauptsächlich Wetterverben):
regnen, nieseln, hageln, donnern usw.
„Morgen regnet es.“
Dieser Satz enthält kein Subjekt, sondern lediglich ‚es’ als Scheinsubjekt.
Die einwertigen Verben fordern lediglich ein Subjekt und können kein Objekt an sich
binden. Hierzu gehören die intransitiven Verben:
wachsen, schlafen, wehen usw.
„Die Blume wächst.“
1. Satzglied (Subjekt) → ‚Die Blume‘
Zweiwertige Verben fordern zwei Satzglieder, davon ein Subjekt sowie ein Objekt, welches
in der Regel (aber nicht immer!) im Akkusativ steht:
helfen, sagen, schneiden usw.
„Sabrina hilft ihrem Bruder.“
1. Satzglied (Subjekt) → ‚Sabrina‘
2. Satzglied (Dativobjekt) → ‚ihrem Bruder‘
Dreiwertige Verben können demzufolge drei Satzglieder, davon ein Subjekt und zwei
Objekte, haben:
geben, legen, schreiben usw.
„Der Kunde schreibt dem Unternehmen einen Brief.“
1. Satzglied (Subjekt) → ‚Der Kunde‘
2. Satzglied (Dativobjekt) → ‚dem Unternehmen‘
3. Satzglied (Akkusativobjekt) → ‚einen Brief‘

20. Text- und Situationsgebundenheit des Satzes. Kommunikative Gliederung des


Satzes
Der Satz ist eine kommunikative Einheit, d.h. eine Mitteilungsreinheit und die
kommunikative Struktur des Satzes fällt mit seiner konstituenten Struktur. Im XIX
Jahrhundert führte Hermann Paul bei der Erforschung der kommunikativen Gliederung des
Satzes neue Termini ein:

‘ das psychologische Subjekt


‘ das psychologische Prädikat

Die Termini „psychologisches Prädikat und Subjekt“ sind aber unglücklich gewählt und
haben in der Grammatik keine Verbreitung gefunden.
Die kommunikative Satztheorie wurde in den Arbeiten von Erich Drach (Schüler von Paul)
erweitert: das Wichtigste in der kommunikativen Theorie ist die Darstellung der Gesetzte der
Wortfolge und ihre Rolle beim Ausdruck des kommunikativen Inhaltes des Satzes. Vor
allem hat er zwei entgegengesetzte Tendenzen im Deutschen hervorgehoben:
1. die Tendenz zur festen Wortstellung, d.h. Zweitstellung des Prädikats (die
Konkretisierung); Satzmitte, Rahmenkonstruktion)
2. die Tendenz zur Verschiebbarkeit von Subjekt, Objekt und adverbiale Bestimmung.
Sinnwort kann man finden:
‘ im geschriebenen: letzte Position
‘ im mündlichen: Intonation

Крушельницкая betont den grammatischen Charakter der kommunikativen Gliederung des


Satzes. Jedes Satzglied hat einen bestimmten kommunikativen Wert: das Thema und das
Rhema. Der kommunikative Wert der Satzglieder wird durch bestimmte grammatische
Mittel ausgedrückt:
‘ Intonation,
‘ Satzbetonung
‘ Wortstellung
‘ Artikel
‘ Genera verbi (Aktiv und Passiv);
‘ Artikelgebrauch: der Schüler machte einen groben Fehler (direktes Objekt). Die Tochter
liebt die Mutter. Die Mutter wird von der Tochter geliebt.

21. Substantiv als Wortart: semantisch-strukturelle Klassen und grammatische


Kategorien
Die kategoriale Bedeutung des Substantivs wird als Gegenstandlichkeit im weiten Sinne des
Wortes verstanden. Dabei denkt man nicht nur an materielle, sondern auch an gedankliche
Gegenstandlichkeit. Es ist möglich auch Prozesse, Zustande, Relationen, Eigenschaften zum
Gegenstand eines Gedankens zu machen.
In funktionaler Hinsicht ist die Wortklasse SUBSTANTIV ebenfalls die wichtigste: ihre
Elemente können im Satz in allen syntaktischen Funktionen auftreten, d. h. als Subjekt,
Objekt, Attribut, Adverbiale verschiedener Semantik.
Von der funktionalen Wichtigkeit des Substantivs zeugt auch die Tatsache, daß jede
beliebige nichtsubstantivische Spracheinheit im Prinzip substantiviert werden kann. Am
leichtesten erfolgt bekanntlich die Substantivierung der Adjektive und der Infinitive im
Deutschen.
Gehören der Wortart SUBSTANTIV lassen sich einige semantisch-strukturelle Klassen
gehörenhalten, die sich durch semantische und grammatische Eigenschaften ihrer Elemente
ändern. Es gibt mehrere Klassifizierungsvorstellungen. In der DUDEN-Grammatik, die der
Tradition folgt, werden die substanziellen Rollen in zwei ungleich großen Gruppen
eingeteilt: in der Konkreta und in der Abstrakta. Die erste Klasse wird in Eigennamen,
Gattungsbezeichnungen, Sammelbezeichnungen (Kollektiva), Stoffbezeichnungen
weiterentwickelt. M.D. STEPANOWA und G. HELBIG nehmen die primare Aufteilung
anders vor. Sie gliedern die Substantive erste in Eigen- und Gattungsnamen auf. Die
Eigennamen werden ihr Leben in belebte und geografische eingeteilt. Personen der
Gattungsnamen unterscheiden die Autoren Rechte Konkreta und Abstrakta. Die Konkreta
teilen sie in zahlbare Individuativa, Kollektiva, Unika, Stoffnamen ein. Die zahlbaren
Individuativa und Kollektiva können glauben und unbelebt sein. Noch ein
Einteilungsvorschlag ist im Lehrbuch von E.I. SCHENDELS zu finden. Hier werden die
Substantive primar in Lebewesen und Nichtlebewesen eingeteilt. Die Klassifikation von
E.I.SCHENDELS ist die detaillierteste.
3.1. Die Kategorie des Genus (grammatischen Geschlechts) Diese Kategorie zerfällt in drei
Subklassen, von denen nur zwei zum Teil semantisch motiviert sind. Der Kernteil der
Subklasse Maskulina(Sg. Maskulinum) bilden die Substantive, die männliche Personen
bezeichnen (der Mann, Student, Lehrer usw.). Der Kernteil der Subklasse Feminina(Sg.
Femininum) besteht aus den Substantiven, die weibliche Personen bezeichnen (die Frau,
Mutter, Schwester usw.). Die Einteilung der Substantive in Maskulina und Feminina ist nur
in ihren Kernteilen motiviert. Die Subklasse Neutra(Sg. Neutrum) ist im heutigen Deutsch
unmotiviert.
Jedes deutsche Substantiv - Pluraliatantum ausgenommen - gehört in irgendeine dieser drei
Subklassen. Zu berücksichtigen ist jedoch, daß es einige gleichlautende Substantive mit
verschiedeher Semantik gibt, von denen jedes einer anderen Subklasse angehört,
Z.B.: der/die Flur; die/das Steuer; der/das Gehalt usw. Daneben gibt es einige Substantive,
deren grammatisches Geschlecht schwankt: der/das Vogelbauer; der/die Gischt; der/das
Joghurt.
3.2. Die Kategorie des Numerus.
Die lexikale Basis dieser Kategorie bilden die zahlbaren Substantive. Die Bedeutung dieser
Kategorie wird als Quantität definiert..
Die lexikalische Basis dieser Kategorie sind bezahlte Substantive. Der Wert dieser Kategorie
wird als Menge definiert.
Die Zahlenkategorie besteht aus Singular und Plural. Die Singularform des Substantivs auf
Deutsch spielt keine Rolle. Die Singularzahl wird verwendet, um einen einzelnen Vertreter
der Art (die Katze schläft auf der Fensterbank) oder der Art als solche (der Hund ist ein
treuer Freund) zu bezeichnen.
Der Plural bezeichnet mehrere Vertreter der Gattung (Bücher und Hefte auf dem Tisch) oder
der Gattung als solche (Die Katzenfangen Mduse). Die Pluralform bezieht sich auf die
artikulierte Pluralität von Individuen: ein Hund - Hunde; eine Lampe -Lampen..
3.3. Die Kategorie des Kasus
Diese Kategorie hat vor allem eine strukturelle Funktion. Mit Hilfe ihrer Gegenglieder wird
das Beziehungsverhältnis des betreffenden Substantivs zum grammatikalischen über die
Verantwortung Partner z, B .: J-m etw.geben; sich einer Sache denken; die Mappe des
Schulfreundes; einen Meter hoch; größer des Ganges.
Die Kasuskategorie im Deutschen ist viergliedrig. Sie erfaßt vier Kasus: den Nominativ, den
Genitiv, den Dativ und den Akkusativ, die verschiedenen Stellen im Satz und die
Wahrnehmung in Sinnem Sinne als Positionsmarken werden werden können.
Am Substantiv selbst ist der Kasus im Deutschen nur in zwei Gefallenen: im Genitiv Sg.
stärkere Deklination (Tisch-es, Haus-es) und im Dativ Plural aller Substantiv, ein Würfel in
diesem Kasus das Formans -nste werden kann (Tische-n, Hauser-n, Mutter-n). Sonst bleibt
der Kasus morphologisch ungek gehört.

22. Theorie der Sprechakte


Die Sprechakttheorien thematisieren als Teilbereiche der linguistischen Pragmatik
sprachliche Äußerungen, z. B. Reden, die nicht nur Sachverhalte beschreiben und
Behauptungen aufstellen, sondern zugleich selbst Handlungen (Akte) vollziehen. Demnach
sind Befehle, Namensgebungen, Eide, Versprechen, Warnungen, Beleidigungen u. ä. aktive
Veränderungen der Realität.
Es gibt verschiedene Theorien des Sprechakts:
1)Theorie von Austin
Nach Austin lassen sich wie folgt handeln:
1. Der lokutionäre Akt
Der lokutionäre Akt - Die Handlung des Etwas Sagens, bestehend aus drei Teilakten:
Phonetischer Akt: Das Hervorbringen von sprachlichen Lauten und Lautketten, sterben in
phonetischer Schrift einer richtigen Sprache werden können.
Phatischer Akt: das Hervorbringen von Äußerungen, die nach den Regeln der Grammatik
einer richtigen Sprache unter den Wörter (Lexeme) und die syntaktischen Beziehungen sind
sind.
Rhetischer Akt: das Hervorbringen von Äußerungen, die auch einen sinnvollen Bezug zu
beziehen und zu beziehen der Welt als auch Bedeutung, Sinn sie zu entschädigen sie über die
Referenzobjekte machen.
Ein Beispiel: Hannah sagt zu ihrem Freund: „Fahrzahlen, die Straße da vorn in der Kurve
ist glatt.“ Sie bringt somit eine Lautkette hervor auf eine Stelle hin, ordnet ihr eine
bestimmte zu und gehörtert sich über das Fahrverhalten persönliche Freunde.
2. Der illokutionäre bzw. illokutive Akt
Der illokutive Akt: der Vollzug einer konventionellen Sprechhandlung, wie beispielsweise
einer Frage, Bitte, Warnung, Empfehlung, Drohung usw.
Der illokutionäre Akt ist der zentrale Aspekt eines Sprechaktes und enthält die
zwischenmenschliche Bestimmung.
3. Der perlokutionäre bzw. perlokutive Akt
Der perlokutive Akt ist das Erzielen einer Wirkung, die über den illokutionären Akt
hinausgeht, wie beispielsweise Überzeugen, Umstimmen, Verärgern, Verunsichern,
Kränken, Trösten usw.
Nach Austin ist zwischen dem perlokutionären Akt und dem perlokutionären Effekt zu
unterscheiden. Der perlokutionäre Effekt ist die Wirkung, die aufgrund eines perlokutionären
Aktes eintritt. Der Sprecher kann bei einem Sprechakt z. B. beabsichtigt haben, dass der
Hörer lacht. Der tatsächlich eingetretene Effekt ist aber, dass der Hörer sich ärgert. Der
intendierte perlokutionäre Akt des Sprechers ist also gescheitert. Vom Vollzug eines
perlokutionären Aktes kann man nur dann sprechen, wenn die vom Sprecher intendierte
Absicht mit der tatsächlich eingetretenen Wirkung übereinstimmt.
Der perlokutionäre Akt ist mit dem illokutionären Akt durch eine „dadurch, dass-Relation“
verbunden, d. h. kausal. Dementsprechend ist dieser die Folge einer Sprechhandlung.
2)Theorie von Searle
Searle unterscheidet vier solcher Teilakte:
1.Äußerungsakt
2.propositionaler Akt
3.illokutionärer Akt (wie bei Austin)
4.perlokutionärer Akt (wie bei Austin)
1. Äußerungsakt
(utterance act): Der Äußerungsakt fasst den phonetischen und den phatischen Akt bei Austin
zusammen, d. h. er besteht aus dem Hervorbringen von Äußerungen nach den Regeln der
Phonologie und Grammatik einer Sprache.
2. propositionaler Akt
(propositional act): Der propositionale Akt besteht nach Searle wiederum aus zwei Teilakten,
dem Referenzakt und dem Prädikationsakt. Mit dem Referenzakt bezieht sich der Sprecher
auf bestimmte Objekte der Welt, z. B. mit dem Eigennamen „Peter“ auf die Person Peter.
Mit dem Prädikationsakt ordnet der Sprecher dem Objekt, auf das er sich bezogen hat, eine
Eigenschaft zu (z. B. „ist mutig“). Bei den folgenden Sprechakten vollzieht der Sprecher den
gleichen propositionalen Akt: Peter ist mutig. Ist Peter mutig? Peter, sei mutig!. Man
prädiziert und referiert also nicht nur bei Behauptungen, sondern auch bei anderen
illokutionären Akten.
3. illokutionärer Akt
wie bei Austin
4. perlokutionärer Akt
wie bei Austin
23. Kasus als morphologisch-syntaktischer Phänomen
Der Kasus ist eine grammatische Kategorie, das heißt eine Kategorie in der Flexion der
nominalen Wortarten. Sie drückt die Abhängigkeit eines Satzteils aus, der von einem Wort
regiert wird, oder bezeichnet verschiedene adverbielle Funktionen. Deshalb kann sie genauer
auch als eine morpho-syntaktische Kategorie bezeichnet werden.
Die Morphosyntax ist der Bereich der Grammatik, der die Morphologie [1] und die Syntax in
ihren Wechselwirkungen betrachtet.
Morphosyntaktische Begriffe
diese beziehen sich auf eine Form-Funktionskorrelation: Kasus (Nominativ, Genitiv, Dativ,
Akkusativ, Vokativ, Instrumental, Ablativ, Lokativ), Tempus, Aspekt, Modus, Diathese,
Numerus, Genus, Person, Komparativ. Von morphosyntaktischen Begriffen spricht man in
erster Linie dann, wenn in einer Sprache die syntaktischen Funktionen durch
morphologische Mittel ausgedrückt werden, so existiert etwa im Deutschen eine
morphosyntaktische Kategorie „Kasus“, weil mit den Endungen -0, -es, -e, -0 in Mann,
Mannes, Manne, Mann die Kasus Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ ausgedrückt werden.
In der Morphologie ist der Kasus eine morphologische Kategorie, die durch ein System
einander gegenüberstehender Formenreihen gekennzeichnet ist, üblicherweise definiert als
„grammatische Kategorie deklinierbarer Wörter, insbesondere zum Ausdruck syntaktischer
Funktionen im Satz.“
Dieser morphologische Kasusbegriff ist auch auf das Deutsche anwendbar, da das Deutsche
noch ein ausgeprägtes Flexionssystem der nominalen Wortarten kennt. Im Deutschen werden
in der Deklination mit dem Kasus auch zugleich das Genus und der Numerus morphologisch
gekennzeichnet. Hinsichtlich der Art der Markierung wird für das Deutsche manchmal
zwischen einem reinen Flexionskasus (Beispiel: „Müllers Auto“) und einem
Präpositionalkasus (Beispiel: „das Auto von Müller“) unterschieden. Im engeren Sinn ist mit
Kasus jedoch Flexionskasus gemeint.
Es gibt zwei Mechanismen, wie Wörter einen Kasus erhalten können: Die Zuweisung eines
Kasus z. B. durch ein Verb an sein Objekt wird als Rektion bezeichnet. Eine zweite
Möglichkeit ist Kongruenz, also z. B. die Übereinstimmung zwischen Substantiv, Adjektiv
und Artikel innerhalb eines Objekts.
Typischerweise trägt ein Wort nur eine einzige Kasusmarkierung, in einigen Sprachen gibt
es jedoch auch Wörter mit zwei und mehr Kasusmarkierungen.

24. Textdefinitionen und Textklassifikationen


Die neue Aufgabestellung brauchte natürlich eine entsprechende Theorie. Ihre Ausarbeitung
ging auf verschiedenen Wegen vor sich. Für diese Theorie wurden mehrere Bezeichnungen
vorgeschlagen, und zwar: Texttheorie, Textlinguistik, Textgrammatik, Textologie,die sich
jedoch inhaltlich nicht völlig fexken, was häufig zur Ursache dessen wurde, daß man
aneinander vorbeigeredet hat.
Der Terminus ,,Text" wurde ebenfalls uneiheintlich gebraucht, d.h. auf die nicht identischen
Forschungsobjekte bezogen. Auf diese Tatsache wird übrigens von O.I.
MOSKALSKAJA /Moskalskaja 1983, 325/ hingewiesen: ,Als Text bezeichnet man jedes
Stück zusammenhängender Rede, abgefangen mit einer schlichten Äußerung im Alltag bis
zu einer Novelle, einem Roman, einer publizistischen Schrift oder einer wissenschaftlichen
Abhandlung, da sie alle Erzeugnisse der kommunikativen Sprechfahigkeit der Menschen
sind".
Textarten
• Grosstext;
• Gesamttext;
• Teiltext (Abschnitt des Textes, Absatz);
• Untertext;
• Kleintext.
Im Laufe von flieht als 30 Jahren, die seit Anfang der 60-er Jahre verflossen sind, hat viele
recht unterschiedlich formulierte Textdefinitionen vorgeschlagen. Einige davon sind im
,,Linguistischen Wörterbuch" von Th. LEWANDOVSKI /Lewandowski 1985, Bd.3, 968-
970/ zusammengetragen. Dort werden auch die theoretischen Positionen charakterisiert, von
denen aus die dort erwähnten Textdefinitionen formuliert sind.
Wesenhaft charakterisierendnennt LEWANDOWSKI die von P. HARTMANN stammende
Definition des Textes als ,,originares, d.h. ursprungliches, sprachliches Zeichen". Als
funktionalcharakterisiert er die Textdefinition, die sich im Buch von W.DRESSLER
,,Einführung in die Textlinguistik" findet und lautet: ,,Der Text ist eine ,,nach der Intention
des oder der Sender ...sprachlich abgeschlossene Spracheinheit, die nach den Regeln der
Grammatik ... gebildet ist".
Als sprachimmanent, d.h. der Sprache eignend, wird die von R. HARWEG gelieferte
Textdefinition qualifiziert, der unter dem Text ,,ein durch ununterbrochene pronominale
Verkettung konstruiertes Nacheinander sprachlicher Elemente" versteht.
Sprachextern,d.h. von außerhalb der Sprache beurteilend, wird die Textdefinition von J.S.
PETOFI genannt, weil er unter dem Text ,,eine als Ganzes fungierende Folge gesprochener
oder geschriebener spachlicher Elemente" versteht.
Als kommunikationswissenschaftlich und handlungstheoretischnennt LEWANDOWSKI die
Definition, die von W. KLEIN stammt: ,,Das Gesamte der in einem Kommunikationsakt
verwendeten Zeichen".
Das sind nur einige von vielen Textdefinitionen, die in der textologischen Literatur
angeboten werden. Die Fülle der unterschiedlich lautenden Definitionen zeugt deutlich von
der Komplexität und Vielseitigkeit des anvisierten Objekts, die es gestatten, dieses Objekt
unter verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und zu charakterisieren.
Obwohl die definitorischen Unterschiede recht betrachtlich sein können, wie es den obigen
Ausführungen zu entnehmen ist, geht es in den meisten Fallen im Grunde genommen um
zwei Hauptverwendungen des Terminus ,,Text".
Zum einen wird er als allgemeine Bezeichnung für verschiedenartige Gattungen der
Endprodukte der kommunikativen Tätigkeit der Menschen verwendet. Der Terminus ,,Text"
kann in diesem Sinne bezogen werden sowohl auf ein maximal kurzes Redewerk, das im
Grenzfall entweder aus nur einem einzigen Wort besteht: Feuer! (Befehl),
Gepäckaufbewahrung (Informationstafel) oder aus nur einem einzigen Satz: Wie komme ich
zum Groβen Theater?, als auch auf Mitteilungen, Notizen, Privat- und Geschäftsbriefe,
publizistische und wissenschaftliche Beitrage, Lehrbücher und Abhandlungen, auf
künstlerische Werke verschiedenen Umfangs, sogar auf mehrbändige Romane. Bei solch
einer Verwendung des Terminus ,,Text" wird zu verstehen gegeben, daß man irgendein
Produkt der Sprachverwendung meint. Es ist einfach nicht sinnvoll, dabei nach den
sprachlichen Mitteln der Satzverflechtung zu fragen.
Zum anderen wird der Terminus ,,Text" - entsprechend seiner etymologischen Bedeutung
,,Gewebe, Verflechtung" - in bezug auf die sprachliche Materie eines Redewerks angewandt.
Man kann z.B. vom Text einer Rede, eines Artikels, eines Romans, eines Vertrags usw.
sprechen. Erst bei solcher Verwendung des Terminus ,,Text" ist die Frage nach den
verwandten sprachlichen Mitteln der Textgestaltung berechtigt. Darüber hinaus verwendet
man häufig den Terminus ,,Text" ebenfalls zur Bezeichnung von semantisch relativ
selbständigen Segmenten eines Redewerks, für die auch die Benennungen ,,übersätzliches
Ganzes", ,,transphrastische Ganzheit" u.a.m. gebräuchlich sind. Um das ganze Redewerk und
seine semantisch-strukturellen Bestandteile terminologisch auseinanderzuhalten, benutzt
man für das Redewerk die Bezeichnungen ,, Makrotext", ,,Ganztext", ,,Großtext"und für
seine Bestandteile die Bezeichnungen ,,Mikrotext", ,,Teiltext", ,,Kleintext"usw. Diese
Vielfalt an Termini ist für die Texttheorie eher abträglich als förderlich.

25. Adjektiv und Adverb: Problem der Abgrenzung, grammatische Kategorien


Das Adjektiv ist nach Substantiv und Verb die größte Wortart. Das Adjektiv hat folgende
grammatische Kategorien: Kasus, Geschlecht und Zahl. Sie sind aber nicht absolut wie beim
Substantiv, sondern relativ, weil das Adjektiv richtet sich in Kasus, Geschlecht und Zahl
nach dem Beziehungswort. Die Zahl und Kasus können sich nicht verändern, sondern sie
spiegeln nur die entsprechenden Kategorien des Substantivs. Außerdem haben viele
Adjektive eine absolute grammatische Kategorie: die grammatische Kategorie der
Steigerung.
+Eine Besonderheit im Formenbestand der Adjektive ist die flexionslose Form. Hier kennt
das Adjektiv keine Kategorien des Kasus, Genus, Numerus: er trinkt Tee warm. Noch eine
Besonderheit idt die variable Flexion, weil das Adjektiv kann schwach oder stark dekliniert
werden.
Zahlreiche Adjektive können auch prädikative oder adverbiale werden. Als Prädikativ sind
Adjektive valenzabhängig, sie charakterisieren das Subjekt. Als Adverbialen sind sie
valenzunabhängig, sie charakterisieren die Art eines Geschehensverlaufs.
Das Adjektiv ist eine Wortart, die Merkmale, vor allem Eigenschaften eines Dinges,
bezeichnet. Der Bedeutung nach unterscheidet man absolute (qualitative) und relative
Adjektive.
Die qualitativen Adjektive bezeichnen verschiedene physische Eigenschaften:
Maß (groß, klein, schmal, lang),
Gewicht (leicht, schwer), Alter (jung, alt),
Farbe (rot, grün) und manche anderen (heiß, zornig, kalt, sauber, schmutzig, blind, feucht
usw.), auch innere Eigenschaften (gut, müde, stolz, klug, zornig, sparsam).

Nach der Beziehung zur Kategorie der Komparation lassen sich im Rahmen der qualitativen
Adjektive 2 Gruppen unterschieden:
+
vergleichfähige: groß – größer – am größten
vergleichunfähige: rot, hölzern.
Diese Fähigkeit ist von der lexikalischeb Bedeutung des Adjektivs abhängig.
Adverb bezeichnet in der Grammatik eine Wortart. Als Wortart ist das Adverb zu
unterscheiden von der Funktion einer adverbialen Bestimmung; Adverbien dienen
typischerweise als Adverbial, kommen jedoch manchmal auch in anderen Funktionen vor
(als Prädikativum, Attribut oder Ergänzung).
Als weitere typische Eigenschaft von Adverbien gilt, dass sie als Einzelwörter auftreten, die
selbst schon Satzglieder bilden, und dass sie unveränderlich sind (d. h. nicht flektierbar).
[1]
 Da adverbielle Verwendungen von Wörtern wie schnell oder spät Wörter zeigen, die im
Prinzip flektierbar sind“ werden solche Fälle in der Sprachwissenschaft regelmäßig nicht als
Adverbien eingestuft, sondern als Adjektive in adverbiellem Gebrauch.
Adjektive, die als Attribut zu einem Substantiv gebraucht werden, werden im Deutschen
flektiert (gebeugt), d. h., sie zeigen in dieser Konstruktion Übereinstimmung mit dem
Substantiv in den Merkmalen Kasus, Numerus und Genus. Zwischen dem Artikel und dem
Substantiv „Auto“ erscheint das Adjektiv „schnell“ daher in der Form „schnelle“, in anderen
Verwendungen erscheint es unverändert.

26. Konstitutive Parameter und Typologie der Sprachakte


Ausgehend von Austin hat John Searle die klassische Theorie der Sprechakte entwickelt; das
klassische Werk hierzu ist Searle (1969), ferner Searle & Vanderveken (1985). Searle
unterscheidet in Anlehnung an Austin vier Akte, die mit dem Sprechen als Kommunikation
verbunden sind:
 Den Akt der Äußerung: Äußerungsakte (utterance acts).
 Den Akt, sich auf Dinge zu beziehen (Referenz) und diesen Eigenschaften zuzuschreiben
(Prädikation): Propositionale Akte (propositional acts). Beispiel: Referenz auf Peter und
Zuschreibung der Eigenschaft des Rauchens.
 Die Funktion, welche Prädikationsakte in der Kommunikation einnehmen: Behaupten,
Erfragen, Befehlen, Versprechen usw.: Illokutionäre Akte (illocutinary acts). Beispiel:
Behauptung, dass Peter raucht.
 Konsequenzen und Auswirkungen von illokutionären Akten: perlokutionäre Akte.
Zur Klassifikation der  Illokutionen  verwendet Searle zwölf Kriterien,  drei davon sind:
Illokutionärer Witz
Mit dem illokutionären Witz bezeichnet er den Zweck eines Sprechaktes.
Ausrichtung
Damit ist angesprochen, wie sich reale Welt und Worte zueinander verhalten. Richten
sich die Worte nach der realen Welt (wie bei einer Beschreibung) oder soll sich die Welt
nach den Worten richten (wie z. B. bei einem Befehl oder einem Versprechen)
Zum Ausdruck gebrachter psychischer Zustand
Auf welchem inneren Zustand basiert die Äußerung? Bei einer Beschreibung basiert sie
z. B. darauf, dass der Sprecher glaubt, was er sagt. Der innere Zustand muss allerdings
nicht der tatsächliche psychische Zustand sein. Es ist vielmehr der Zustand, den ein
Sprecher zum Ausdruck bringt. Wenn sich jemand bedankt, dann bringt er Dankbarkeit
zum Ausdruck – unabhängig davon, ob er tatsächlich dankbar ist oder nicht.

27. Streitfragen der Wortartentheorie


Die moderne Grammatik verfügt über keine einheitliche Klassifikation des Wortschatzes in
Wortarten.
Es besteht auch die Meinung, dass in der deutschen Gegenwartssprache kein Grand vorliegt,
Adjektive und die ihnen stammverwandten Adverbien (Adjektivadverbien) als zwei
gesonderte Wortarten zu betrachten, da sie weder nach inhaltlicher noch nach
morphologischer Prägung geschieden sind; es handelt sich lediglich um verschiedene
syntaktische Verwendungsweisen derselben Wortart. Auf die Annäherung und
Verschmelzung von Adjektiv und Adverb in der deutschen Gegenwartssprache hatten schon
Adelung und Grimm und nach ihnen Paul hingewiesen. Noch entschiedener vereinigte sie zu
einer Wortart Sütterlin, indem er folgende Verwendungsweisen zusammenstellte: Karl ist
groß. Sie macht das Zimmer rein. Zeige dich großmiltigl Er läuft tüchtig. In der
zeitgenössischen Grammatikforschung hat sich dieser Standpunkt fast allgemein
durchgesetzt. Als gesonderte Wortarten werden Adjektiv und Adverb von Admoni und Jung
betrachtet; doch weisen beide Verfasser auf Berührungspunkte und Überschneidungen
zwischen Adjektiv und Adverb hin.

28. Der Satz auf dem kommunikativen Niveau. Modifizierung des Inhaltplans und des
Ausdrucksplans
Ein Satz ist eine aus einem Wort oder mehreren Wörtern bestehende in sich
geschlossene sprachliche Einheit. Definitionen des Satzbegriffs sind in verschiedenen
Perspektiven gegeben worden, die sich miteinander nicht decken. Vor allem kann der Begriff
Satz grammatikalisch definiert werden, als größte Einheit, die durch die Regeln
der Syntax erzeugt werden kann. Manche Auffassungen sehen den Satz auch kommunikativ
als die kleinste Verständigungseinheit, mit der eine Sprechhandlung (ein Sprechakt)
vollzogen wird, nach anderen Auffassungen wird hierzu der Begriff der Äußerung genutzt.
Jeder Kommunikationsakt ruft also zwei Arten von Reaktion des Gesprächspartners hervor
— eine seelische Reaktion, wobei der Kommunikationsakt beim Gesprächspartner
bestimmte Gefühle auslöst und eine bestimmte Stellungnahme zum Gehörten hervorruft. Die
zweite Art ist eine Hand-fongsreaktion: Der Gesprächspartner reagiert dabei entweder durch
verbale Handlungen auf den Stimulus (er stimmt zu, widerspricht, gibt eine Auskunft usw.)
oder er führt nichtverbale Handlung aus, die er als seine Stellungnahme zum Gehörten
darstellt.
Die moderne Sprachforschung berücksichtigt die pragmatische Wirkung der Rede und nennt
die kommunikative Komponente der geistigsprachlichen Tätigkeit der
Menschen kommunikativ-pragmatische Komponente. Auch betrachtet sie das
Kommunizieren nicht isoliert, sondern als einen Bestandteil der gesamten Tätigkeit der
Menschen im gesellschaftlichen und privaten Lebensbereich, Das Kommunizieren wird
dementsprechend als Sprechhandlungen verstanden, die die Tätigkeit der Menschen in
verschiedenen Bereichen mitsteuern.
Der Satz als die kleinste kommunikative bzw. kommunikativ-pragmatische Einheit besitzt
ein System von Formen (Satzformen), die das Ausführen verschiedenartiger
Sprechhandlungen ermöglichen: 1) die Aussageform, 2) die Frageform, 3) die
Aufforderungsform. Diese Satzformen gehen in das Satzparadigma ein und haben jede eine
entsprechende äußere Struktur und eine grammatische Bedeutung.

29. Adjektiv und Adverb: semantische Klassen und syntaktische Funktionen


Das Adjektiv ist nach Substantiv und Verb die größte Wortart. Das Adjektiv hat folgende
grammatische Kategorien: Kasus, Geschlecht und Zahl. Sie sind aber nicht absolut wie beim
Substantiv, sondern relativ, weil das Adjektiv richtet sich in Kasus, Geschlecht und Zahl
nach dem Beziehungswort. Die Zahl und Kasus können sich nicht verändern, sondern sie
spiegeln nur die entsprechenden Kategorien des Substantivs. Außerdem haben viele
Adjektive eine absolute grammatische Kategorie: die grammatische Kategorie der
Steigerung.
+Eine Besonderheit im Formenbestand der Adjektive ist die flexionslose Form. Hier kennt
das Adjektiv keine Kategorien des Kasus, Genus, Numerus: er trinkt Tee warm. Noch eine
Besonderheit idt die variable Flexion, weil das Adjektiv kann schwach oder stark dekliniert
werden.
Zahlreiche Adjektive können auch prädikative oder adverbiale werden. Als Prädikativ sind
Adjektive valenzabhängig, sie charakterisieren das Subjekt. Als Adverbialen sind sie
valenzunabhängig, sie charakterisieren die Art eines Geschehensverlaufs.
syntaktische Funktionen von Adjektiven
Prinzipiell treten Adjektive in drei Funktionen auf. Sie werden attributiv, prädikativ und
adverbial gebraucht. Als  Attribute sind sie flektiert,
als  Prädikativkomplemente und  Adverbialia sind sie unflektiert.
Der Kernbestand der Adjektive tritt in allen drei Funktionen auf. Einige Adjektive haben
jedoch Vorkommensbeschränkungen.
 Nur attributiv verwendbar sind deadverbiale Ableitungen (aus Adverbien abgeleitete
Adjektive) wie hiesig, dortig
 Nur prädikativ verwendbar sind viele Einheiten, die an der Peripherie der Wortart
Adjektiv angesiedelt sind, z. B. feind, gram, futsch, plemplem,

semantische und funktionale Eigenschaften


Adjektive dienen der zusätzlichen  Charakterisierung eines Gegenstands. Über die
Zuschreibung von Eigenschaften wird der Gegenstand in der Gesamtcharakteristik stärker
eingegrenzt und leichter identifizierbar gemacht. Man vergleiche die zunehmende
Eingrenzung:
Ich suche ein Haus → ein altes Haus → ein zweistöckiges altes Haus.
Die dabei zugeschriebenen Eigenschaften
können absolute sein (zweistöckig) oder relative (klein, alt, dick), die durch eine Dimension
und den Wert auf einer entsprechenden Skala gekennzeichnet sind: ein kleines Haus wird
wahrscheinlich größer sein als ein großes Fenster.
Andere Adjektive wie wahrscheinlich werden zur Modalisierung verwendet, die sich als
Geltungseinschränkung auswirkt bis hin zum Ausschluss des  Charakteristikums, auf das sie
angewandt werden: ein wahrscheinlicher Sieg muss kein Sieg sein. Diese Adjektive üben in
adverbialer Verwendung die gleiche Funktion aus wie bestimmte  Satzadverbien.
Adverb bezeichnet in der Grammatik eine Wortart. Als Wortart ist das Adverb zu
unterscheiden von der Funktion einer adverbialen Bestimmung; Adverbien dienen
typischerweise als Adverbial, kommen jedoch manchmal auch in anderen Funktionen vor
(als Prädikativum, Attribut oder Ergänzung).
Syntaktische Eigenschaften
Adverbien können im Unterschied zu  Partikeln allein im Vorfeld stehen und selbständige
Antworten auf w-Fragen bilden: Wann kommst du? Bald! Sie lassen sich mitunter zu
komplexen  Adverbphrasen ausbauen, vor allem mit Intensitätspartikeln
wie sehr oder ganz: sehr gern, ganz anders, völlig erwartungsgemäß oder in der Form
von Adverbial-Kombinationen wie in dort hinten neben dem Nussbaum; hoch oben in den
Bergen in der Carabinieri-Station; ins Haus hinein; dort entlang.
Adverbphrasen fungieren typischerweise als adverbiale  Supplemente, aber auch
als  Adverbialkomplemente zu bestimmten Verben, in deren Valenzrahmen eine Stelle für
einen adverbialen Mitspieler vorgesehen ist, sowie als nachgestellte  Attribute in der
Nominalphrase
Semantische und funktionale Eigenschaften
Adverbien modifizieren  Verbgruppen verschiedener Komplexität bis hin zum  Satz. Sie
spezifizieren sprachliche Entwürfe von Sachverhalten, so genannte  Propositionen, oder die
im  Prädikat vorgenommenen Charakterisierungen. Die Art der Spezifikation richtet sich
dabei nach den semantischen Eigenschaften des Adverbs. Beispiele dafür sind
 räumliche Spezifikation: oben liegen
 zeitliche Spezifikation: morgen ankommen
 konzessive Spezifikation: trotzdem nicht den Mut verlieren
 modale Spezifikation: blindlings in sein Unglück rennen
Solche adverbialen Spezifikationen können im Deutschen auch durch  Präpositionalphrasen,
durch subordinierte Sätze und durch  Konnektivpartikeln ausgedrückt werden.

30. Theorie der Satzmodelle


In den neueren G ram m atiktheorien spielt die Aufstellung von Satzmodellen eine wichtige
Rolle. Es zeigt sich, daß auf der Grundlage so verschiedener Ansätze wie dem der
Inhaltbezogenen Grammatik, des klassischen Strukturalismus und der
Abhängigkeitsgrammatik versucht worden ist, die Menge der möglichen Sätze einer
Einzelsprache auf eine eng begrenzte Zahl von Grundmustern zurückzuführen. Eine
vergleichende Typologie dieser Modelle ist erstmals 1965 von Helbig vorgelegt worden.
2. Helbig unterscheidet fünf A rten von Satzmodellen, die er nach den
“ Ebenen” klassifiziert, auf denen die Modelle gewonnen w urden:4
1. rein strukturelle, formbezogene Modelle
a) auf der Basis des Bestandes an vorhandenen Gliedern im Satz ,
b) als Kernsätze,
c) auf der Grundlage der Valenz der Verben,
2. formbezogene Modelle mit fester Inhaltzuordnung,
3. inhaltbezogene Modelle,
4. sachbezogene Modelle,
5. funktionale Modelle
Die erste Gruppe bilden die strukturellen, formbezogenen Modelle, die
vor allem im klassischen Strukturalismus für das Englische aufgestellt
w urden.

Die zweite Gruppe umfaßt die Ansätze, die zwar auch ausdrucksseitig
orientiert sind, bei denen aber den Grundmodellen (und nicht deren konkreten Belegungen)
bestimmte inhaltliche Bestimmungen zugeordnet werden.

Als Vertreter einer dritten G ruppe wird Brinkmann angeführt, dessen Satzmodelle auf die
Inhaltsebene bezogen sind. Helbig sieht es für diese Gruppe als typisch an, daß für die
Inhaltsmodelle im Sinne der Inhaltbezogenen Grammatik bestimmte Sehweisen von
Sachverhalten ausschlaggebend sind, während deren morphosyntaktische Ausprägung keine
entscheidende Rolle spielt.
Die logisch-grammatischen Satztypen von Admoni folgen als vierte Gruppe, die im
Gegensatz zu Brinkmann von objektiven Sachbezügen selbst geprägt sein sollen und nicht
von einer einzelsprachen-spezifischen Sehweise dieser Sachverhalte.

In der fünften und letzten Gruppe erscheinen die Vertreter der Funktionalen Grammatik der
Potsdam er Schule, die ihrerseits an B rinkmann anknüpfen. Helbig sieht jedoch einen
prinzipiellen Unterschied zur dritten Gruppe, “indem die inhaltlichen Grundmodelle
sachbezogen verstanden — oder mißverstanden — werden” . Im Funktionsbegriff dieser
Grammatikrichtung seien inner- und außersprachliche Faktoren miteinander vermischt.
31. Der Satz als Systemeinheit bzw. Redeeinheit. Satz und Äußerung
Ein Satz und eine Äußerung können, was den Wortlaut betrifft, koextensiv sein. Sie werden
auch in linguistischen Texten i.a. in gleicher Form notiert, nämlich in Kursivsatz . Sie sind
jedoch auf verschiedenen theoretischen Ebenen angesiedelt, und alle zwischen ihnen
bestehenden Unterschiede hängen damit zusammen.

Eine Äußerung kann aus mehr als einem Satz bestehen;


Der Satz ist eine (die höchste) Einheit der Syntax. Die Äußerung ist eine Einheit eines
Textes. Es ist also ungenau, zu sagen, ein Text bestehe aus Sätzen.
Disziplinär betrachtet, ist folglich der Satz Gegenstand der Syntax und Semantik, die
Äußerung dagegen Gegenstand der Pragmatik.
Der Satz ist eine Einheit des Sprachsystems, die Äußerung eine Einheit der ‘parole’. Diese
Unterscheidung birgt das schwierigste Problem. Denn die meisten Sätze gehören nicht zum
Inventar, sondern werden aus Elementen des Inventars nach Regeln gebildet.

Eine Äußerung kann aus mehr als einem Satz bestehen;


Der Satz ist eine (die höchste) Einheit der Syntax. Die Äußerung ist eine Einheit eines
Textes. Es ist also ungenau, zu sagen, ein Text bestehe aus Sätzen.
Disziplinär betrachtet, ist folglich der Satz Gegenstand der Syntax und Semantik, die
Äußerung dagegen Gegenstand der Pragmatik.
Der Satz ist eine Einheit des Sprachsystems, die Äußerung eine Einheit der ‘parole’. Diese
Unterscheidung birgt das schwierigste Problem. Denn die meisten Sätze gehören nicht zum
Inventar, sondern werden aus Elementen des Inventars nach Regeln gebildet.

Eine Äußerung ist eingebettet in eine bestimmte Sprechsituation, mit Redeuniversum,


Kontext, Weltwissen usw. Sie fungiert dort als sozial relevante Handlung und kann gemäß
dem Sprechakt, den sie realisiert, klassifiziert werden. Ein Satz dagegen ist isoliert. Er gehört
zwar einem Satztyp an; aber dieser determiniert nicht eindeutig die Sprechakte, die man mit
ihm ausführen kann.

32. Kommunikation als Handeln


Es existiert eine unüberschaubare Anzahl von Definitionen von Kommunikation. Sie
konstituiert sich in einem Wechselspiel aus voluntaristischem Handeln und
gesellschaftlichen Strukturen, die einander bedingen. Damit lässt sich Kommunikation auch
strukturationstheoretisch fassen. Ein Akteur vollzieht danach kommunikative Handlungen,
die Bezug nehmen auf Regeln und Ressourcen, z. B. Sprache, Symbole und Bedeutungen.
Im kommunikativen Handeln werden die Strukturen aktualisiert und reproduziert,
gleichzeitig bietet sich dem Akteur auch die Möglichkeit der Beeinflussung und
Veränderung dieser Strukturen. Kommunikation als soziales Handeln umfasst also
sprachliches (sowie symbolisches) und nichtsprachliches Handeln von Personen und
Organisationen und dient der Verwirklichung spezifischer Interessen. Aus dem bloßen
Erleben und nicht-intentionalen Verhalten entsteht durch Sinn Intentionalität und somit
Handeln. Aus dem Handeln wird durch die Orientierung auf andere soziales Handeln.
Vollzieht sich eine Handlung somit „in Hinblick aufeinander“, d.h. sind mindestens zwei
Kommunikationsteilnehmer involviert, die wechselseitig (reziprok) miteinander interagieren,
dann wird aus einer bloßen Handlung soziales Handeln. Werden in diesem Prozess nun
Bedeutungen übermittelt und ausgetauscht, so wird aus einer sozialen Handlung
kommunikatives Handeln. Während somit im genannten Fall das Kochen des Mittagessens
soziales Handeln darstellt, ist es noch lange nicht kommunikatives Handeln. Im Gegensatz
dazu stellt das Schreiben einer E-Mail an einen Kollegen nicht nur soziales Handeln, sondern
nun auch kommunikatives Handeln dar, da hier auch Bedeutungen übermittelt werden
(sollen). Somit ist folgender Schluss zulässig.

Aus dem bloßen Erleben und nicht-intentionalen Verhalten entsteht durch Sinn
Intentionalität und somit Handeln. Aus dem Handeln wird durch die Orientierung auf andere
soziales Handeln. Und aus dem sozialen Handeln wird durch eine geteilte
Bedeutungsvermittlung kommunikatives Handeln.

33. Die Stellung der Theoretischen Grammatik unter anderen linguistischen


Disziplinen
Der grammatische Bau ist ein organischer Bestandteil des Sprachsystems und als solcher mit
dessen anderen Bestandteilen aufs innigste verbunden. Denn die Sprache fungiert in
Zusammenwirkung ihrer verschiedenartigen Einheiten, die ihre speziellen Aufgaben bei der
Textbildung erfüllen. Jeder Bestandteil des Sprachsystems seine Komponente oder Ebene,
besitzt eigene Einheiten sowie die Regeln ihrer gegenseitigen Verknüpfung und ihres
Funktionierens. Deshalb ist es möglich, jede Komponente des Sprachsystems zum
eigenständigen Untersuchungsobjekt zu machen, indem man dabei von den Beziehungen der
zu untersuchenden Komponente zu den anderen Komponenten des Sprachsystems
abstrahiert. Die Grammatik stellt nur einen Bereich der Sprache dar. Als solcher ist sie mit
den anderen Bereichen der Sprache, d.h. dem Wortschatz (auch Lexik genannt), dem
Lautsystem und den prosodischen Mitteln (Intonation und Akzent) aufs engste verbunden.
Am wesentlichsten aber ist, dass die prosodischen Mittel als konstitutive Elemente des
Satzes füngieren, indem sie diesem eine bestimmte Klanggestalt verleihen. Die Intonation
kann auch ein einzelnes Wort zum Satz machen, z.B.: Feuer! Fort! Warum? usw. Zugleich
bringt sie die Redeabsicht zum Ausdruck, vgl: Er wird heute zum Zahnarzt gehen
(Mitteilung). Er wird heute zum Zahnarzt gehen? (Frage) Er wird heute zum Zahnarzt gehen!
(indirekter Befehl) Die kommunikative Gliederung und emotioneile Färbung des Satzes
werden auch von der Intonation bewirkt.Nicht selten werden deshalb das Lautsystem und die
prosodischen Mittel wenn auch nicht als unmittelbare Bestandteile der Grammatik
aufgefasst, so doch in den Grammatikwerken behandelt.

34. Aktualisierung der Satzprädikation auf dem kommunikativen Niveau


Prädikation ist ein Fachbegriff, der eine sprachliche Handlung bezeichnet, durch die einem
Gegenstand (Ding, Objekt, Sachverhalt) Eigenschaften zu- oder abgesprochen werden. In
der Logik wird der sich auf einen Gegenstand beziehende Ausdruck auch Nominator, der
eine Eigenschaft (im weiten Sinn) bezeichnende Ausdruck auch Prädikator genannt. Dann
lässt sich wie Wilhelm Kamlah in seiner Logischen Propädeutik[1] die Prädikation auch
definieren als sprachliche Handlung, bei der durch Verwendung von Nominator und
Prädikator ein Objekt identifiziert und ihm Eigenschaften zu- oder abgesprochen werden.
Um eine Prädikation sprachlich auszudrücken, bedient man sich einer logischen Aussage
bzw. eines logischen Urteils. In frühen Phasen der Sprachentwicklung genügen Ein-Wort-
Sätze; Theo Herrmann (1972). In der Regel dient die Prädikation dazu, entweder den
Gegenstand mithilfe der Kategorie (z. B. Dies ist ein Spargelschäler), oder die Kategorie am
Beispiel des Gegenstandes zu erklären (z. B. Linden sind Bäume, Eichen sind Bäume,
Tannen sind Bäume).
Wird nur einem Gegenstand eine Eigenschaft (sogenannter einstelliger Prädikator) zu- oder
abgesprochen, führt diese einfache Prädikation zu einem Elementarsatz. Beispiel: Diese
Enzyklopädie ist umfangreich oder: Dieser Artikel ist nicht lang. Kamlahs Beispiel für eine
elementare Prädikation lautet „Dies ist ein Fagott“. Dieser Satz könnte in einer
Gesprächssituation zwischen Musiklehrer und -schüler fallen, während der Lehrer auf ein
gewisses Instrument zeigt (sog. deiktische Handlung). Indem andere (Eltern, Lehrer)
Prädikationen wiederholen, lernen wir durch Beispiel und Gegenbeispiel (Kamlah: „Dies ist
ein Fagott; jenes ist kein Fagott (sondern eine Klarinette).“) die Begriffe der Alltagssprache,
nämlich die Wörter und zugleich die Kategorien, die sie bezeichnen.

35. Das morphologische Paradigma


Der Begriff des morphologischen Paradigmas. Das Paradigma als Existenzform einer
grammatischen Kategorie. Das Verhältnis des Mikro- und Makroparadigmas.

Mit dem Begriff der grammatischen Kategorie ist der Begriff des Paradigmas aufs engste
verbunden. Das Paradigma einer Kategorie ist die Gesamtheit der durch sie erfassten
Wortformen. Deshalb kann das morphologische Paradigma als Existenzform einer
grammatischen Kategorie angesehen werden. Man nennt so ein definiertes Paradigma auch
Mikro- oder Kleinparadigma zum Unterschied von Makro- oder Großparadigma, das
seinerseits die Gesamtheit der Mikroparadigmen darstellt, die einer flektierenden Wortklasse
zugewiesen werden. Zum Makroparadigma des Verbs zählt man die Mikroparadigmen der
Person, des Numerus, des Tempus, des Modus und des Genus.

Das Mikroparadigma eines Wortes verhält sich zum Makroparadigma seiner Wortart wie das
Besondere zum Allgemeinen.
Das morphologische Paradigma kann als Existenzform einer grammatischen Kategorie
angesehen werden,da unter dem Paradigma einer Kategorie die Gesamtheit der durch sie
erfaßten Wortformen verstanden wird. Man nennt so ein definiertes Paradigma auch Mikro-
oder Kleinparadigmazum Unterschied von Makro- oder Großparadigma,das seinerseits die
Gesamtheit der Mikroparadigmen darstellt, die einer flektierenden Wortklasse zugewieseri
werden. Zum Mikroparadigma des Verbs zahlt man die Mikroparadigmen der Person, des
Numerus, des Tempus, des Modus und traditionell auch noch das Generalverb.

36. Wortgruppe: Definition, Arten der syntaktischen Verhältnisse


Als Determinativ wird in der jüngeren Linguistik ein Wort bezeichnet, das Substantive oder
andere Nominal begleitet. Die Aufgabe eines Determinativs ist es dabei, näher einzugrenzen,
auf welche Individuen sich das begleitende Nomen bezieht. Dieses Phänomen nennt man
Determination. Im Deutschen wird ein Substantiv meist von einem Determinativ begleitet.
Das Determinativ macht das beim Substantiv nicht immer offen gekennzeichnete Genus
sichtbar und dient entsprechend auch als Flexionsmarkierung in der Nominalgruppe.

In der Regel kann immer nur ein Determinativ in einer Nominalphrase vorkommen.
Arten von Determinatoren Bearbeiten
Determinatoren dienen dazu, ein Substantiv (als Beispiel diene hier Känguru) in Bezug zur
Klasse seiner Referenten zu setzen. Diese Klasse beinhaltet alle möglichen sprachlichen
Objekte, auf die das Wort Känguru referieren kann (also zum Beispiel alle Kängurus des
Planeten Erde, alle Kängurus in Texten oder auf Bildern usw.).

Zu den Determinatoren gehören drei Unterklassen:

Artikel Bearbeiten
Primär wird unter Determinativen der Artikel verstanden, der in zwei paradigmatischen
Kategorien auftritt.
-der unbestimmte (indefinite) Artikel zur Referenz auf ein unbestimmtes Exemplar einer
Klasse.
Eine besondere Form des indefiniten Artikels ist der Nullartikel als Begleiter von Nomina,
die etwas Unzählbares bezeichnen.
-der bestimmte (auch definit genannte) Artikel zur Referenz auf ein bereits bekanntes,
erwähntes, eindeutig identifiziertes oder eindeutig identifizierbares (der, die, das) Exemplar
einer Klasse.
- Der bestimmte Artikel schafft auch generische Referenz, also Referenz auf alle Exemplare
einer Klasse.

37. Syntax und ihr Gegenstand. Syntaktische Einheiten


Die Syntax gehört im traditionellen Verständnis, das empirisch, nicht mentalistisch
begründet wird, zusammen mit der Morphologie zur Grammatik, sowohl im ontologischen
Sinne als "grammatischer Bau" als auch im deskriptorischen und explananatorischen Sinne
als "Lehre". Die Syntax stützt sich in vielem auf die Morphologie, so daß man die
Morphologie auch als Baustein für das syntaktische Gebäude betrachten kann. Gelegentlich
findet sich als Bezeichnung für die Grammatik im Ganzen auch die Prägung
"Morphosyntax".
So wie man sich für die Phonetik als kurze Einordnung einprägen kann, dass sie die Lehre
von den Lauten, die Lautlehre ist, für die Morphologie, dass sie die Lehre von den
grammatischen Formen, die Formenlehre ist, kann man für sich die Syntax als Lehre vom
Satz, als Satzlehre einordnen. Anders gesagt: Gegenstand der Syntax als linguistischer
Teildisziplin ist der Satz (die Äußerung).
Als wichtigste Aufgaben der Syntax kann man mindestens ansehen:
 zu definieren, was ein Satz ist,
 zu beschreiben, welche Satzkomponenten (Satzglieder, Fügungen von Wörtern) es
gibt, die seine konstruktiven Bausteine darstellen,
 darzustellen, welche unterschiedlichen Typen von Sätzen in einer Sprache existieren
(Satztypologie)
 zu erklären, welche Ebenen in der Satzstruktur und im Satzinhalt zu unterscheiden
sind .
Geht man von den den Satz konstituierenden Einheiten aus zum Satz selbst hin, kann man
auch sagen, dass sich die Syntax folgenden Aufgaben widmet:
1. Beschreibung und Erklärung satzrelevanter nominativer Einheiten (syntaktische
Wortform, Wortfügung, Wortverbindung/Wortreihung)
2. Beschreibung und Erklärung der Einheit "Satz" hinsichtlich
o der satzbildenden Kategorie(n) (Prädikativität/Temporalität, Modalität,
Intonation),
o der Arten von Sätzen (Klassifikation nach inhaltlichen, strukturellen Kriterien),
o der beteiligten Satzkomponenten (Satzglieder, Syntagmen/Phrasen),
einschließlich ihrer formalen und inhaltlichen Konfiguration (Valenz),
o von Ebenen in der Satzstruktur und im Satzinhalt.

Als Einheiten der Syntax werden traditionell angesehen:


Nominative Einheiten Kommunikative Einheiten
einfacher Satz,
syntaktische Wortform
zusammengesetzter Satz
Syntagmen (Wortfügung, transphrastische Einheit
Wortverbindung/Wortreihung) (Hypersatzeinheit)

Von einigen Wissenschaftern wird auch der Text zu den syntaktischen Einheiten gezählt,
dann als größte syntaktische Einheit angesehen. Dies bietet sich z.B. dann an, wenn man auf
der Unterscheidung von "Satz" als sprachlicher und "Urteil" als gedanklicher Einheit aufbaut
und den Text als komplexes Urteil definiert

38. Isotopie, Phorik, thematische Progression


Eine thematische Progression ist ein durch die Beziehungen zwischen Satzthemen bedingter
thematischer Textaufbau und eine Entwicklung von Satzthema-Sequenzen zu textuellen
thematischen Zusammenhängen.
Der textlinguistische Erklärungsansatz der thematischen Progression geht auf die Thema-
Rhema-Gliederung als Modell der Satzgliederung zurück. Diese beruht auf der Annahme
einer binären Informationsstruktur des Satzes, nach der beide Teile aufeinander bezogen
sind.
Thema und Rhema haben in einem Satz komplementäre Mitteilungsfunktion: das Thema
enthält das, über das etwas ausgesagt werden soll, es ist die Ausgangsbasis für die neue
Information bzw. für das, was spezifiziert werden soll; zumindest ist das durch das Thema
Ausgesagte unter den Sprachverwendern unstrittig , es stellt den Bezug zum geteilten Wissen
her. Das Thema ist fast immer kontextabhängig (abhängig vom sprachlichen Kontext oder
auch vom situativen Kontext oder vom Kontext des geteilten Wissens); daher fungieren die
Themen von Satzsequenzen auch textkonstituierend.
Die Thema-Rhema-Gliederung des Satzes wird oft durch die Wortstellung signalisiert; das
Thema steht in vielen Sprachen grundsätzlich, in anderen häufig am Anfang des Satzes.
Nach Beneš wird die Thema-Rhema-Gliederung als Organisation und Hierarchie der
semantischen Einheiten entsprechend ihrem Mitteilungswert aufgefasst.

39. Problem der Satzdefinition


Aus der Gegenüberstellung des Satzes zu den anderen Einheiten ergeben sich folgende
wesentliche Charakteristiken des Satzes:
1. Der Satz ist die minimale Einheit der Rede, während alle Einheiten der unteren
hierarhischen Ebene die Einheiten der Sprache sind.
2. Als Einheit der Rede erfüllt der Satz eine kommunikative Funktion, während das Wort
und die Wortgruppe nominative Funktion ausüben.
3. Die Größe des Satzes kann sehr unterschiedlich sein. Die deutsche Sprache kennt sowohl
Einwortsätze (Feuer! Nein. Stille. Klar.), als auch sehr erweiterte Sätze. Alle Sätze,
ungeachtet ihrer Größe, vereint aber, dass sie minimale kommunikative Einheiten sind. Jeder
Satz, sei er groß oder klein, genügt, um einen bestimmten Gedankengehalt vom Sprecher
zum Hörer zu vermitteln.
Zugleich ist jeder Satz eine minimale Redeeinheit, d.h. er kann auf kommunikativer Ebene in
keine kleinere Einheiten derselben Art zerlegt werden. Man kann ihn nur in die
Konstituenten gliedern, aber sie sind nur Segmente des Satzes, das Segment kann aber an
und für sich einen abgeschlossenen Gedanken nicht ausdrücken.
Der Satz als minimale kommunikative Redeeinheit ist eine ganzheitliche Struktur, d.h. er ist
strukturell abgeschlossen. Seine strukturelle Ganzheit kommt durch die kommunikative
Intonation zustande.

40. Strategien und Taktiken der verbalen Kommunikation


Bei Kommunikation geht es aber nicht nur um direkte verbale Verständigung. Es macht
einen großen Unterschied, ob man jemandem etwas von Angesicht zu Angesicht, über das
Telefon oder via E-Mail mitteilt. Bei Face-to-Face-Gesprächen spielt die nonverbale
Kommunikation, also Mimik, Gestik und vor allem auch der Tonfall, eine wichtige Rolle.
Dadurch kann eine Botschaft gleich ganz anders wirken. Und hier bewegen wir uns schon im
Feld der nonverbalen Kommunikation. Sie wird oft vergessen, da wir sie eher unbewusst
einsetzen, beispielsweise durch bekräftigendes Nicken oder ein skeptisches Heben der
Augenbraue. Mimik und Gestik gehören genauso zur täglichen Verständigung, wie die
Kommunikation über Worte. Die Körpersprache lügt nicht: Vielmehr wird mit nonverbaler
Kommunikation dem Gesagten noch mehr Ausdruck verliehen oder aber gezeigt, was uns
wirklich bewegt. Anhand dieser nonverbalen Zeichen kann zum Beispiel der Redner am
schnellsten erkennen, wann ein Thema das Publikum wirklich fesselt.