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TR ANSKRIP TIONEN DER FILME Sicher in Alltag und Beruf!

B1+

Lektion 1 IN KONTAKT Lektion 2 FEIERN


Interview Sofia 01 Oktoberfest 04
Sofia Tschaidse vgl. Clip 05–07
Mein Name ist Sofia Tschaidse. Ich bin 22 Jahre alt und
komme aus Georgien. Meine Heimatstadt heißt Tiflis. Oktoberfest, Abschnitt 1 05
In Deutschland bin ich seit drei Monaten, aber ich hab’ Mitten in München, auf der Theresienwiese, findet jedes
vorher schon mal Deutsch gelernt, zwei Jahre, in der Jahr das Oktoberfest statt. Dann dreht sich in der Stadt
Schule. Ich kann schon ganz gut Deutsch. Also, Sprechen alles um die „Wiesn“, so nennen die Münchner ihr Volksfest.
und Hören, das ist okay. Aber mit dem Lesen und Schreiben, Die Theresienwiese ist, trotz ihres Namens, schon lange
da hab’ ich Probleme. Da muss ich viel besser werden. keine Wiese mehr. Mehrere breite, asphaltierte Straßen
Zurzeit bin ich als Au-pair-Mädchen in einer deutschen durchziehen sie. Zwischen den Straßen befinden sich,
Familie. Daneben mache ich einen B1-Intensivsprachkurs während des Oktoberfestes, die Achterbahnen und
hier in der Volkshochschule. Im Juli möchte ich den Test Karussells, die Stände mit Süßigkeiten und Backwaren und
DaF machen. Den brauch’ ich für die Uni. Ich möchte hier in natürlich die berühmten Bierzelte, in denen die Blasmusik
Deutschland studieren, in Kassel, Wirtschaftspädagogik. spielt und das Bier in Maßkrügen getrunken wird.
Das Oktoberfest dauert 16 Tage. Es endet am ersten
Interview Javier 02
Sonntag im Oktober, dem Erntedankfest. Der größte Teil
Javier Romero des Oktoberfestes findet also im September statt. Ein
Ich heiße Javier Romero. Ich komme aus Spanien, aus kleiner Widerspruch, der aber keinen Münchner stört.
Zaragoza. Auch die Touristen, die jedes Jahr anreisen, lassen sich
Ich bin 18 Jahre alt und ich möchte ab nächstes Jahr dadurch nicht verwirren. Sie finden den richtigen Ort und die
Pharmazie studieren. richtige Zeit, um am „beer festival“ teilnehmen zu können.
Mein Vater ist auch Pharmazeut. Er arbeitet für ein großes „Beer Festival“, dieser international gebräuchliche Name
deutsches Unternehmen. für das Oktoberfest, zeigt, worauf die Welt blickt, wenn sie
Er ist Vertreter für Spanien und Portugal. Er kennt vom Oktoberfest spricht.
Deutschland sehr gut. Er spricht perfekt Deutsch. Naja,
Deutsch verstehen kann ich ganz gut. Mit dem Lesen hab Oktoberfest, Abschnitt 2 06
ich auch keine Probleme. Aber Schreiben, das ist leider „Ein Prosit der Gemütlichkeit“, eigentlich ein kleines Lied
noch ein großes Problem für mich. Beim Sprechen mache zum Mitsingen im Bierzelt. Aber dieses kleine Lied wurde
ich auch noch Fehler, manchmal. zum Kampfruf, dem Biertrinker aus aller Welt folgen. Ihr
Deshalb bin ich für ein halbes Jahr hier in Deutschland. Ich Ziel: die Bierzelte des Oktoberfestes.
mache Kurse, ich schreibe und spreche viel und lerne Land Bierzelte sind in Bayern etwas ganz Normales. Sie gehören
und Leute kennen. Das ist gut, weil irgendwann möchte ich zu den Volksfesten, die jede Ortschaft einmal im Jahr
auch für eine deutsche Firma arbeiten. Bis dann möchte ich veranstaltet. Je nach Größe der Ortschaft sind auch die
so gut Deutsch können wie mein Vater. Das ist doch ein Bierzelte unterschiedlich groß. Ein kleines Dorf benötigt
gutes Ziel, oder? nur ein kleines Zelt, vielleicht 10 Meter breit und genauso
lang. Bei einer Kleinstadt reicht das nicht mehr. Hier sollte
Interview Colette 03
ein Bierzelt etwa so groß sein wie eine Turnhalle.
Colette Mahossier In ein Bierzelt des Münchner Oktoberfestes allerdings
Mein Name ist Colette Mahossier. Ich bin 29 Jahre alt und passen mehrere Turnhallen hinein. Sowohl in der Breite, als
ich bin verheiratet. in der Länge, als in der Höhe. Die „Wiesn“-Zelte haben die
Mein Mann und ich, wir kommen aus Haïti. Wir haben Ausmaße gotischer Kathedralen. Und es gibt elf Zelte, die
eine Tochter. Sie heißt Manon und sie ist drei Jahre alt. diese Größe erreichen und noch mehrere kleinere. In jedem
Mein Mann ist Mathematiker. Er ist Gastprofessor hier der großen Bierzelte finden ungefähr 5000 Gäste Platz. Es
an der Uni. ist laut, viele Menschen suchen einen freien Platz, die
Wir sind schon zweieinhalb Jahre hier und wir bleiben noch Kellnerinnen bahnen sich den Weg, die Hände voll mit
einmal zweieinhalb Jahre. Bierkrügen. Es wird geschrien, gedrängelt, auf den Tischen
Ich habe Modedesign studiert und ich schreibe für eine getanzt, Bier verschüttet. An den Biertischen eng zusam-
französische Magazin [Korrekt heißt es: für ein französisches mengedrängt ist es unmöglich, in Ruhe einen Schweine-
Magazin]. braten zu essen. Von Gemütlichkeit kann keine Rede mehr
Mit dem Deutsch hab’ ich noch ein paar Probleme. Das sein. Für einen Bayern, der doch auf seine Gemütlichkeit
Lesen und Schreiben klappt schon ganz gut, aber ich bin Wert legt, ist so etwas eigentlich eine Horror-Vorstellung.
nicht mit meiner Aussprache zufrieden. Oft habe ich Und tatsächlich gibt es Münchner, die nicht auf die „Wiesn“
Probleme, die Leute zu verstehen, zum Beispiel meinen gehen, weil ihnen dort zu viel Trubel herrscht. Die Meisten
Nachbar[n] oder die Erzieherin im Kindergarten, und dann aber lassen sich davon nicht abschrecken und das liegt
muss ich immer fragen: „Entschuldigung bitte, ich verstehe auch noch an etwas Anderem: Denn nicht nur das Bier
Sie nicht“, und das ist mir ein bisschen peinlich. Und zieht jedes Jahr mehrere Millionen Besucher nach München.
deshalb bin ich jetzt hier, um besser Deutsch zu lernen. Auch die verschiedenen Achterbahnen, Karussells und
sonstigen Fahrgeschäfte erreichen auf dem Oktoberfest
einen Rekordgewinn. Nicht zu vergessen die „Standln“, also
die Buden, die Süßigkeiten und andere Leckereien anbieten.
Vor allem für die kleinen Besucher ist das der interessantere
Teil des Oktoberfestes.

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Verkauf auslag und ich hab’ dann also mich für ein
Oktoberfest, Abschnitt 3 07
Fleisch entschieden und hab’ das auch dann gegessen,
Eines sollte über Bierhallen und Achterbahnen, Zuckerwatte hab’ dann gefragt – ganz hoffnungsvoll – war das jetzt
und gebrannten Mandeln nicht vergessen werden: Die Hühnchen, was ich da gegessen habe? Und dann hat
Tradition. Denn gerade die Tradition spielt für die Münchner die Verkäuferin gesagt, nein, das war kein Hühnchen,
und ihre Stadt eine große Rolle. Hinter allem Geldverdienen das war Ratte! Und das war erst mal ein Schock, wobei
versteckt sich doch die Sehnsucht des Münchners nach dem ich inzwischen Ratte auch empfehlen kann, weil das
Ursprung des Festes. Und dieser Ursprung war eine Heirat, ist sehr, sehr lecker!
eine königliche Heirat. Der Thronfolger und spätere König Reporterin: Sie sind, soviel ich weiß, immer alleine
Ludwig I. heiratete 1810 seine Frau Therese. Diese Heirat gab aufgebrochen. Hat das einen bestimmten Grund?
der Theresienwiese ihren Namen, legte den Grundstein zum Thomas Bauer: Ich bin immer alleine aufgebrochen,
jährlichen Oktoberfest und sie gab der „Wiesn“ ihre wahre, habe unterwegs ab und zu Freunde und Bekannte
wenn auch hintergründige Dimension: Die Liebe. Lebkuchen- gefunden, die dann mit mir mitgegangen sind ein
herzen zum Umhängen sind ein beliebtes Geschenk und Stück weit, aber das Alleinsein hat viele Vorteile. Ich
werden von den Damen gerne getragen. Ein „Wiesn“-Bum- glaub’, dass ich dadurch mit der anderen Lebensart,
mel gilt für verliebte Pärchen als äußerst romantisch. Und so mit anderen fremden Leuten viel einfacher in Kontakt
Mancher, und auch so mancher Zugereiste, fand auf der komme und auch mehr über deren Alltag und deren
„Wiesn“ seinen Schatz und blieb für den Rest seines Lebens Leben erfahren kann.
überzeugter Münchner und Liebhaber des Oktoberfestes. Reporterin: Gab’s gefährliche oder sehr gefährliche
Momente?
Thomas Bauer: Es gab tatsächlich einige Gefahrensitu-
Lektion 3 UNTERWEGS
ationen, eine davon ist auf der Donautour passiert, als
Interview mit einem Weltreisenden 08 ich mit meinem Kajak mitten in einen großen Sturm
geraten bin und dann zwei Kilometer weit bis zum Ufer
Reporterin: Ja, guten Tag Herr Bauer. Sie sind von paddeln musste. Das war schon sehr grenzwertig,
Beruf eigentlich Diplomverwaltungswirt, haben aber diese Erfahrung zu machen. Eine andere Gefahrensitu-
ein ganz besonderes Hobby: Sie unternehmen außer- ation habe ich
gewöhnliche Reisen und soviel ich weiß, sind Sie in Bolivien erlebt, wo ich innerhalb von einer Woche
gerade erst von einem spannenden Abenteuer fast dreimal entführt worden wäre. Aber bisher bin ich
zurückgekommen. Wo waren Sie denn diesmal? immer lebendig und munter aus allen Abenteuern
Thomas Bauer: Ich bin gerade von Grönland zurück- herausgekommen.
gekommen, wo ich eine Hundeschlittentour gemacht Reporterin: Was war denn die günstigste Reise?
habe. Das waren drei Wochen. Thomas Bauer: Die günstigste Reise war diese lange
Reporterin: Andere Reisen, die Sie gemacht haben, Wanderung auf dem Jakobsweg durch Europa, weil
waren …? man in den Hütten meistens kosten-los übernachten
Thomas Bauer: Unter anderem bin ich den Jakobs- kann oder eben eine kleine Spende zurücklässt. Also
weg entlang gegangen, zweieinhalb tausend Kilo- da kam ich mit sehr sehr wenig Geld ein längeres Stück
meter zu Fuß durch Europa, ich bin die Donau mit weit voran, ich versuch’ aber generell auf meinen
einem Kajak entlang gefahren bis zum Schwarzen Meer Reisen die Ansprüche, die ich habe, zurückzuschrauben
und ich war drei Monate lang in Südamerika unterwegs. und mich jetzt nicht für das Luxushotel zu entscheiden,
Reporterin: Diese Reisen, die müssen Sie ja, wenn Sie sondern vielleicht eher ein Zelt mitzunehmen und dann
Bücher darüber schreiben, auch unterwegs festhalten, auch entsprechend meine Ansprüche zurückzufahren.
wie machen Sie das? Reporterin: Steckt vielleicht auch so ein bisschen die
Thomas Bauer: Ich habe immer einen Notizblock und Suche nach den eigenen Grenzen hinter Ihrer Abenteu-
auch ein Diktiergerät dabei und versuche immer, erlust? Sie wollen testen, wie weit Sie gehen können,
unmittelbar meine Gedanken festzuhalten. Wenn ich was Sie schaffen können?
dann nach Hause komme, kann ich das alles ins Reine Thomas Bauer: Das ist ein ganz großer Antrieb. Ich
schreiben und nach ungefähr einem halben bis einem versuche immer meine Grenzen zu sehen und dann
Jahr nochmal anschauen und nochmal korrigieren. auch die zu verschieben und ich hab’ auch sehr oft die
Reporterin: Was war für Sie persönlich am anstren- Erfahrung gemacht, dass man, wenn man dann doch
gendsten? solche Gefahrensituationen erlebt, im Endeffekt immer
Thomas Bauer: Die anstrengendste Reise war auf gestärkt daraus hervorgeht.
jeden Fall die Rikschatour, die ich durch Südostasien Reporterin: Ja, und zum Schluss hätte ich gern noch
unternommen habe, weil ich mit den tropischen einen Tipp von Ihnen. Was können Sie, vielleicht in
Bedingungen am Anfang überhaupt nicht zurecht zwei Sätzen, jemandem empfehlen, der so eine
gekommen bin. Also, es waren ungefähr 35 Grad im ähnliche Reise unternehmen möchte?
Schatten bei 90 Prozent Luftfeuchtigkeit und da Thomas Bauer: Einen der wichtigsten Tipps, die ich
kam ich schon ganz schön ins Schwitzen, als ich da geben kann und die ich auch auf meinen Reisen selbst
pro Tag 8 bis 9 Stunden Fahrrad gefahren bin. erfahren habe, ist, dass man von dem Gepäck, das man
Reporterin: Erzählen Sie doch mal von einem ganz mitnehmen möchte, die Hälfte zu Hause lässt. Weil
besonderen Erlebnis. man doch fast immer zu viel mitnimmt und weil ein
Thomas Bauer: Ein Erlebnis, das ich nie vergessen großer Koffer sehr, sehr unbequem werden kann. Ich
werde, ist in Süd-Laos passiert, wo ich mit der Rikscha hab’ auf meinen letzten Reisen ungefähr sechs bis
unterwegs gewesen bin und an einen Straßenstand sieben Kilogramm dabei gehabt, mit Zelt, mit Schlaf-
gekommen bin, in dem Fleisch und Gemüse zum sack mit allem und das genügt vollauf. Eine weitere

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Erfahrung, die ich gemacht habe, ist, dass man Makler: Sie sind also verheiratet?
versuchen sollte, einfach mal loszulassen und sich mal Nola / Tom: Oui / Nein.
auf Fremdes einzulassen, auch auf Dinge, die einem Nola: … verlobt. Aber ich warte jeden Tag.
vielleicht im ersten Moment sehr, sehr seltsam Makler: Und … wie lange sind Sie dann schon zusam-
vorkommen, die einen etwas abschrecken – man kann men?
am Ende, glaub’ ich, durch diese Erfahrungen nur Nola / Tom: Ein Jahr / Drei Wochen.
gewinnen.
Reporterin: Gut, das ist doch ein wunderbares Schluss- Zwei Zimmer, Balkon, Abschnitt 3 11
wort. Herr Bauer, ich danke Ihnen ganz herzlich für Nola: Bitteschön.
dieses Interview und wünsche Ihnen viel Glück für die Kunde: Danke.
nächste Reise! Kundin: Hallo. Einen Cappuccino, bitte.
Thomas Bauer: Vielen Dank! Tom: Zu zweit finden wir zehnmal so schnell eine
Wohnung.
Lektion 4 WOHNEN Nola: Ein Cappuccino.
Tom: Vermieter lieben Paare, stimmt´s?
Zwei Zimmer, Balkon, Abschnitt 1 09 Nola: Zum hier trinken oder?
Kundin: Ja.
Kathrin: Ich kann mir einfach nicht erklären, wie man
Nola: Bitte.
so einen wichtigen Termin vergessen kann. Diese
Kundin: Dankeschön.
Wohnung war super, die hatte zwei große Zimmer, eine
Tom: Wie sieht es aus? Sind wie ein Team?
große Küche und sogar eine Badewanne.
Nola: Was, bitteschön?
Tom: Ja, aber die hatte keinen Balkon.
Tom: Wir suchen zusammen, als Paar. Eine Wohnung
Kathrin: Ja, du findest aber auch immer was, Tom. Mal
für dich, eine für mich. Wir müssten nur bald anfangen.
ist es der Balkon, dann ist es die laute Straße. Du wirst
Ich habe schon was rausgesucht. Heute Abend, hier in
die perfekte Wohnung nicht finden. Was machst denn
der Gegend. Wann machst du Schluss? Komm schon.
du da?
Nola: Gestern hast du nicht so spontan gewirkt.
Tom: Du wolltest doch mehr Platz. Jetzt ist mehr Platz.
Tom: Ach, Schnickschnack. Da war ich müde.
Kathrin: Ach … ich wollte doch nicht mehr Platz. Ich
Nola: Nein danke! So dringend brauche ich keine
will mit dir zusammenziehen.
Wohnung.
Tom: Ja, aber … wir wohnen doch zusammen.
Kellnerin: Deine Matratze hat schon wieder vor dem
Kathrin: Das tun wir eben nicht, solange du noch das
Lieferanteneingang gelegen. Du musst dir jetzt echt
Zimmer in der WG hast.
mal was suchen.
Tom: Das ist doch gut so! Wir können zusammen sein,
Nola: Aber die erste Wohnung ist für mich.
wenn wir wollen und nicht, wenn wir nicht wollen.
Tom: Okay. Also, du bist geboren am 13 .Juli 1984 in
Kathrin: Raus!
Rosenheim., Einzelkind.
Tom: Wie?
Nola: Ja.
Kathrin: Es ist nicht der Balkon! Du bist es! Du kannst
Tom: Okay. Du bist auf einem Mädcheninternat
dich zu nichts entscheiden. Ich will, dass das was
gewesen, wo du vor allem durch deine Kreativität und
Richtiges ist.
deine künstlerische Ader aufgefallen bist.
Tom: Ich kann mich entscheiden.
Nola: Eh, ja.
Kathrin: Dann beweise es! Such eine Wohnung. Jetzt.
Tom: Mit 16 hast du dich dann in einen Schauspieler
Tom: Okay, ich suche eine Wohnung. Wenn‘s das ist,
verliebt. Bist mit ihm durch ganz Deutschland getourt
was du willst.
und dann … hey! Habt sogar an der Staatsoper
Kathrin: Du musst es wollen, Tom. Du musst es einfach
gespielt.
nur wollen.
Nola: Jaaa … an der Staatsoper.
Zwei Zimmer, Balkon, Abschnitt 2 10 Tom: Ja gut, du bist zurzeit glücklicher Single, du
kannst diese ständigen On-Off-Beziehungen nicht
Makler: Hier, bitte. Die Schufa-Auskunft können Sie leiden. Und du hast es nicht eilig, einen Freund zu
dann noch dazu legen. finden. Stimmt‘s?
Tom: Schu … ? Ah ja, danke. Nola: Sag mal … müssen wir das machen?
Nola: Hallo Monsieur, ich bin begeistert von ihrem Tom: Wenn wir uns nicht ein bisschen besser kennen
Apartment. lernen, dann wird das nie was.
Makler: Schön. Sagen Sie, was heißt das hier in der Nola: Nagut. Du heißt Tom Relling, du bist geboren,
Zeile hier Arbeitgeber? aufgewachsen, in die Schule gegangen bla bla bla …
Nola: Äh … ich bin tätig in der Gastronomie. Quatre und du studierst jetzt Literaturwissenschaften. Deine
moulins de Jacques de poissons. Ich bin mein eigener letzte Seminararbeit ging um die Lemmata im
Chef. Existentialismus.
Makler: Und Sie sind alleinstehend? Der Vermieter Tom: Ja.
hätte gerne ein Ehepaar. Nola: Genau, und so mit Sinn des Lebens und so.
Nola: Oui … No. Mon mari est là. Tom: Eh … genau.
Makler: Schön. Sie sind also auch „Français“? Nola: Du arbeitest nebenbei in der Filmbranche und
Tom: Äh … Nein. Ich bin nicht, also da haben Sie was … hast sogar bei „Heroman“ mitgemacht. Was hast du da
Nola: Mein Mann meint, er sei sehr … deutsch. gemacht?
Tom: Was? Tom: Ach … ganz kleines Licht.

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Nola: Deine Hobbies sind … Sport. Was denn genau? Nola / Tom: September 2004!
Tom: Fußball, Basketball, Tetris … äh, Tennis Tom: Wir waren damals in der Mensa.
Nola: Ja, dann wissen wir ja jetzt Bescheid. Und welche Nola: Und dann haben wir gleichzeitig nach dem
Nummer? letzten Blumenkohl gegriffen.
Tom: 66, im Hinterhof. Tom: Ich war zuerst da.
Nola: Dass du das immer noch sagst …
Zwei Zimmer, Balkon, Abschnitt 4 12 Vermieterin: Sie gefallen mir, Sie beide. Wissen Sie
Hausbesitzer: Im Winter müssen Sie halt Licht machen. was? Sie können einziehen.
Im Sommer geht‘s, finde ich. Nola: Wirklich?
Tom: Äh, ja. Tom: Sicher?
Nola: Die Wohnung kannst du mit deiner Alten haben. Vermieterin: Ich bin ja froh, dass ich so ein nettes Paar
Hausbesitzer: Bitte? wie Sie gefunden habe. Wissen Sie, ich habe ja hier mit
Tom: Eh, nichts. Sagen Sie, mit was heizen Sie eigent- meinem Mann über 30 Jahre gewohnt. Und jetzt … na
lich? jetzt wohne ich im Erdgeschoss. Ist auch besser für
Nola: Mit Leichen aus dem Keller. mich. Kommen Sie morgen früh und meine Tochter
Hausbesitzer: Strom. macht dann die vertraglichen Sachen mit Ihnen.
Nola: Wah! Tom: Wir freuen uns.
Tom: Aaahh … man, du nervst. Vermieterin: So. Bitte!
Nola: Du auch.
Nola: Danke. Wir schlafen da nochmal drüber.
Zwei Zimmer, Balkon, Abschnitt 6 14

Hausbesitzer: Dann ist sie aber weg. Sicher. Tom: Hi, ich wollte zur Nola. Ist die da?
Vermieter: Wissen Sie, ich habe hier fast 23 Jahre lang Kellnerin: Wegen dem WG-Zimmer?
gelebt. Deswegen hängen Hannibal und Charlie sehr Tom: WG-Zimmer?
an den Räumen. Nola: Ja, genau. Das ist das Zimmer.
Tom: Wer? Kellnerin: Du bist nicht der Erste, der die Wohnung
Vermieter: Meine Katzen. Sie müssen jederzeit Zugang sehen will. Warte, ich habe den Zettel hier.
zu den Räumen haben. Deshalb gibt es eine Klappe an Nola: Telefon und Internet ist da hinten in der Ecke.
der Eingangstür. Kellnerin: Kannst du aber glaube ich eh vergessen. Die
Nola: Praktisch. sucht irgend so einen … Ach, was weiß ich.
Vermieter: Sobald sie sich an Sie gewöhnt haben, Nola: Die Fenster gehen nach Westen raus, also
werden sie Sie als Teil ihres Rudels akzeptieren. abends ist es hier schön hell.
Genauso wie Joey, Issi, Spider, Jimbo und Lulu. Wann Nola: Ich, Freelancerin, Ende 20 suche Mitbewohner.
können Sie einziehen? Was du sein solltest: Sauber, ruhig, Tier- und Vorstra-
Nola: Hatschi! fenlos. Gute Schulbildung und Manieren, ein gepfleg-
Maklerin: So, so. Und Sie können sich das leisten? tes Gespräch sollte möglich sein. Bitte mit Ganztags-
Tom: Wieviel ist es denn genau? job, geregeltem Einkommen und am besten einer
Maklerin: Moment, dass ich nichts Falsches sage. Fernbeziehung, die du am Wochenende besuchst. Kein
Kaltmiete, Heizung, Strom. Das ist ein altes Haus, wildes „Privatleben“ nach 21 Uhr. Keine Drogen, keine
wissen Sie. Das ist nicht so gut isoliert, dafür hat es Computerspiele. Studenten unerwünscht, weil immer
einen Charme, verstehen Sie? Plus Hausmeister, Zuhause. Außerdem: Keine Künstler.
Isarsteuern. Nola: Moment eben.
Tom: Isarsteuern? Tom: (am Telefon) Ich ruf sie dann an …
Maklerin: Ja, das ist was Neues, weil wir so nahe am Nola: Was zur Hölle mach…?
Ufer sind. Plus Ablöse der Küche. Mhm … Bitteschön. Tom: Ich komme, um mir die Wohnung anzusehen.
Nola: Ist das ein Komma? Aber ich habe nicht viel Zeit, denn ich muss nämlich
Maklerin: Nein. gleich zum Flughafen. Ich arbeite unter der Woche
Nola: Wissen Sie, wir sind noch Berufsanfänger. nämlich immer in meinem Office, in Shanghai. Ja,
Maklerin: Ja … wenn das so ist, dann habe ich die gefällt mir.
ideale Lösung für Sie. Nola: Vergiss es. Ich habe schon jemanden.
Nola: Ja? Tom: Ja, ich habe natürlich alle nötigen Unterlagen
Maklerin: Ziehen Sie doch nach Berlin, in so eine gleich dabei. Hier meine Finanzaufstellung der letzten
Fabriketage! Jahre. Ich habe mir erlaubt, meine Immobilien hinzu-
zufügen. Als kleine Sicherheit, sozusagen. Zeugnisse.
Zwei Zimmer, Balkon, Abschnitt 5 13 Mein Harvard Abschluss.
Tom: Die hohen Decken und diese alten Fenstergriffe, Nola: Das ist ein Stundenplan von der Uni.
super oder? Tom: Ich bin genau der Richtige.
Nola: Der Boden ist der Hammer, hör mal. Nola: Vom letzten Jahr!
Tom: Die kriegen wir. Tom: Ich habe sehr viele Sicherheiten. Alle führenden
Tom: Dankeschön. Kreditkarten. Genau das, was du suchst.
Nola: Ihre Wohnung gefällt uns sehr. Wir würden gern Nola: Schon besser. Viel besser.
einziehen. Tom: Ich dachte, Schummeln ist erlaubt.
Tom: Ja, wenn ihr was gefällt, dann weiß sie es sofort. Nola: Man muss nur wissen, wann man aufhören muss.
Nola: Ja, genau. So wie bei uns damals.

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Lektion 5 BERUFSEINSTIEG nachdem man was genäht hat und dann das Ergebnis
sieht, ist man auch total stolz auf sich selber – und
Das „Atelier La Silhouette“ 15 das ist das Besondere an diesem Beruf. Das Tollste war
eine Bluse aus Wildseide, die fand ich total toll! Und
vgl. Clip 15–18
die Farbe war rot.
Pinar: Wenn die Ausbildung zu Ende ist, hat man die
Das „Atelier La Silhouette“, 16
Möglichkeit, weiter auf die Schule zu gehen oder im
Abschnitt 1 Theater irgendwie Arbeit zu suchen, weil wir auch
Barbara Hemauer-Volk: Also, ich bin die Barbara Theaterprojekte machen. Eine Kollegin von mir, die
Hemauer-Volk, von Beruf Sozialarbeiterin, mir liegt so dieses Jahr fertig war, hat jetzt einen Job bei einem
am Herzen die Verbindung von der Sozialarbeit mit der Atelier, das Brautmoden macht, sie verdient da richtig
realen gesellschaftlichen Welt. Deshalb war es für gut.
mich ganz wichtig, vor 22 Jahren diesen Betrieb hier zu Ivana: Wenn eine Kundin zu uns kommt, wird erst
gründen, der Ausbildung, Mode, Träume von jungen beraten über Stoffe, Farben, ob ein Outfit, ein Kleid,
Frauen und soziale Chancen miteinander vereint. ein Hosenanzug, ... erst danach wird Maß genommen,
Ivana Bugicevic: Ich bin die Ivana Bugicevic, bin danach werden Schnitte hergestellt, also aufgestellt,
Schneidermeisterin, seit fünf Jahren bei „La Silhouet- also wir machen erst mal eine Probe, ob das alles
te“ und bin eben für den ganzen praktischen Teil der perfekt passt, ob das Kleid auch richtig sitzt. Erst zum
Ausbildung verantwortlich – ich bring den Mädchen Schluss, wenn alles perfekt sitzt, wird die Kundin dann
mit meinen Kolleginnen das Nähen bei, bereite sie auf das mitnehmen.
die Prüfungen vor und bin eigentlich so auch für den
Kundschaftsbetrieb, für die Schnitte, für die Anproben Das „Atelier La Silhouette“, 19
zuständig. Abschnitt 4
Gülnur: Ich heiße Gülnur, bin 20 Jahre alt und ich
Pinar: Wenn ich einen Zauberstab hätte, dann würde
befinde mich im dritten Lehrjahr und ursprünglich
ich mir eine Wohnung herzaubern und schön einrich-
komme ich aus der Türkei.
ten und würde meine Schulden wegzaubern.
Pinar: Ich bin die Pinar, bin auch im dritten Lehrjahr
Gülnur: Wenn ich einen Zauberstab hätte, dann würde
und komme aus dem Irak, spreche aber auch Türkisch
ich mir für alle, die nach einem Ausbildungsplatz
und ich bin 18 Jahre alt. Seit sieben Jahren bin ich in
suchen, eine Ausbildungsstelle wünschen.
Deutschland.
Barbara Hemauer-Volk: Wenn ich einen Zauberstab
hätte, dann würde ich gerne zaubern, dass Frauen
Das „Atelier La Silhouette“, 17
miteinander sehr viel zufriedener werden können,
Abschnitt 2 glücklicher werden können. Sie denken oft, ich bin
Barbara Hemauer-Volk: Das „Atelier La Silhouette“ ist nicht schön, ich bin nicht dünn – das würde ich gerne
ein sozialer Ausbildungsbetrieb und eine Modewerk- wegzaubern. Herzaubern würde ich gerne Lebensfreude,
statt, auch international, worauf wir besonders stolz die Lust am Lernen und dass weltweit anerkannt wird,
sind, weil Mode einfach was Internationales ist. Wir welche wunderbaren Ressourcen, welche Stärken und
geben jungen Frauen eine Chance, die sie brauchen, welche Kräfte Frauen haben – junge Frauen und ältere
damit sie lernen können, damit sie Freude an einem Frauen.
Beruf finden können, damit sie sich selber finanzieren
können. Ja, die jungen Frauen, die bei uns arbeiten, die Offensive Gutes Bauen 20
können einige Sachen so richtig gut und bei manchen (Stummfilm)
brauchen sie noch Unterstützung, zum Beispiel: wie
manage ich Krisen, wie finde ich eine Wohnung, wie
kann ich mich finanzieren. Deshalb ist die Verschrän- Lektion 6 MUSIK
kung zwischen Meisterinnen und Sozialarbeitern
richtig gut. Wir werden finanziell unterstützt, das ist
Kayas Kanal, Abschnitt 1 22
ganz wunderbar, weil das Geld brauchen wir dringend Kaya: Hallo liebe Leute, ich bin es wieder, eure Kaya! Und
für die Ausbildung – Ausbildung ist teuer. Unterstüt- heute habe ich wieder für euch einen neuen Freizeittipp.
zung bekommen wir von der Landeshauptstadt So, worum geht es heute? Viele von euch haben mir in
München. Migrantinnen, Einwanderinnen oder junge letzter Zeit in die Kommentare gepostet, ich soll mal
Flüchtlingsfrauen haben es besonders schwer bei uns wieder was mit Musik machen. Und jetzt habe ich etwas
am Ausbildungs- und Arbeitsmarkt gute Stellen zu ganz Besonderes für euch. Wenn ihr beim nächsten
bekommen und die brauchen ’ne Chance und die Karneval in Köln nicht nur mitfeiern, sondern auch
kriegen sie eben im „Atelier La Silhouette“. mitmachen wollt, der ultimative Tipp. Es geht um …
Sambatrommeln. Letzten Donnerstag habe ich mal
Das „Atelier La Silhouette“, 18 wieder was ausprobiert. Die Samba Gruppe Bateria
Abschnitt 3 Colonia hatte mich gefragt, ob ich nicht auf meinen
Channel ein bisschen Werbung für sie machen kann. Und
Gülnur: Es ist für die Zukunft sehr wichtig, eine
ich meinte: Klar! Musik ist ja eine gute Sache. Die haben
Berufsausbildung zu machen und dass man auch sein
mich auch gleich zu sich eingeladen. Und ich habe den
eigenes Geld verdienen kann. Die jungen Frauen
ganzen Abend mitgetrommelt. Ich bin total begeistert.
verdienen auch in der Ausbildungszeit Geld – leider
Man lernt unheimlich schnell ein paar Grundrhythmen
verdient man als Schneiderin wenig. Ich mach’ den
und kann schon nach wenigen Stunden mit anderen
Beruf, weil der mir Freude macht, mir Spaß macht und,
zusammen spielen. Ehrlich, es macht richtig viel Spaß.

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Kayas Kanal, Abschnitt 2 23 Menschen, die viel weniger verdienen und zwei oder
mehr Jobs haben müssen.
Kaya: Sambatrommeln kommen ursprünglich aus
Brasilien. Das ist … hier. Deshalb haben die Instrumente
Das Deutschlandlabor, Abschnitt 3 28
auch brasilianische Namen. Die Trommeln heißen zum
Beispiel Surdo und Caixa. Und weil Samba vor allem David: Wie wichtig ist dir Geld?
während dem berühmten brasilianischen Karneval auf Passant 1: Geld zu haben erleichtert das Leben.
den Straßen gespielt wird, haben die Instrumente alle Passant 2: Ja, Geld macht viele Dinge einfacher.
eine Sache gemeinsam. Sie sind super laut. Ich habe in Passant 3: Man braucht es, ohne geht es auch nicht.
dem Workshop am Donnerstag, erstmal nur die Surdo David: Wie lebt man in Deutschland, wenn man wenig
gespielt. Das ist eine Basstrommel. Die ist ziemlich groß. Geld hat?
Etwa so. Auch für Anfänger leicht zu spielen und ziemlich Passant 4: Es gibt in Deutschland viele Menschen, die
laut. So richtig: Bum, bum, bum, bum. Die Surdo darf bei nicht genug Geld haben.
keiner Sambatrommelgruppe fehlen. Zum Trommeln Passant 5: Gerade wenn man auf der Straße irgendwie
einer Surdo benutzt man zwei Stöcke. Das ist leichter als schläft und mit dem Schlafsack da am Straßenrand im
mit den Händen und die Finger tun hinter her auch nicht Hauseingang sitzt, dann sieht man es schon.
so weh. Toll ist auch, dass man sich die Trommeln mit Passant 6: Grundsätzlich würde ich sagen, keiner muss
einem Gurt um den Bauch hängt. So kann man auch auf der Straße leben. Wir haben alle die Möglichkeit,
damit herumlaufen. Auch hier muss ich noch ein wenig irgendwie unterzukommen.
ins Training kommen. Es ist gar nicht so einfach, mit der
großen Trommel zu laufen. Aber mit der Zeit, bekommt Das Deutschlandlabor, Abschnitt 4 29
man das schon hin. David: Deutschland ist ein reiches Land. Aber auch
hier gibt es Menschen, die arm sind.
Kayas Kanal, Abschnitt 3 24 Nina: Menschen, die wenig Geld haben können Hilfe
Kaya: Na? Wie sieht es aus? Habe ich euer Interesse bekommen.
geweckt? Das wäre super, denn die Gruppe sucht Sprecher: Zum Beispiel bei sogenannten Tafeln, die es
dringend noch Trommler. Bald ist hier in Köln auch wieder überall in Deutschland gibt. Nina und David sind heute
Karneval. Und da will natürlich auch Bateria Colonia am bei der Berliner Tafel. Hier werden Lebensmittel aus
Start sein. Wenn ihr also Lust habt mitzutrommeln, dann Supermärkten gesammelt, die nicht mehr verkauft
kommt einfach vorbei. Die Probe ist immer Donnerstag- werden. Die beiden sortieren aus, was nicht mehr gut
abend in der Volkshochschule Papestraße. Weitere Infos ist.
und die Website von Bateria Colonia findet ihr wie immer Nina: Oh … hier sehe ich aber direkt ein paar Sachen,
in der Beschreibung des Videos. Und wenn euch dieses die nicht mehr gut sind.
Video gefallen hat, dann klickt den Daumen nach oben. Mitarbeiter Tafel: Genau, die dann gleich aussortieren
Und schreibt mir gerne immer wieder in die Kommentare, und in die roten Kisten.
was euch sonst noch so interessiert. Macht‘s gut und bis Nina: Wo kommen all diese Lebensmittel her?
bald – Ciao! Mitarbeiter Tafel: Die ganzen Lebensmittel werden der
Tafel gespendet. Von Biomärkten, Supermärkten und
von Bäckereien. Ein großer Teil der Arbeit, die hier
Lektion 7 GELD stattfindet ist auch Ehrenamtsarbeit. Das heißt, die
Leute werden nicht bezahlt. Die Leute machen das,
Das Deutschlandlabor 25
weil sie hinter der Idee stehen, weil sie die Idee gut
vgl. Clip 26–30 finden.
Sprecher: Die Lebensmittel werden in die Ausgabestel-
Das Deutschlandlabor, Abschnitt 1 26 len gebracht. Hier werden sie an die Menschen verteilt,
Sprecher: Wie leben die Deutschen? Und wie sind sie die kaum Geld für das alltägliche Leben haben. In
wirklich? Deutschlandlabor. Berlin gibt es 45 Ausgabestellen.
Nina: Hallo. Wir sind Nina … Nina: Wer kommt denn zu Ihnen, Herr Fogt?
David: … und David vom Deutschlandlabor. Wir Herr Fogt: Alleinstehende. Kranke, die nicht arbeiten
beantworten Fragen zu Deutschland und den Deut- können … und Großfamilien würde ich mal sagen. Also
schen. Leute, die manchmal als Alleinerzieher sechs Kinder
Nina: Heute geht es um das Thema: Geld. Haben alle haben. Die kommen zu uns.
Menschen in Deutschland genug Geld? David: Wie ist das denn? Die Leute arbeiten hier ohne
David: Und warum arbeiten manche Leute ohne Geld Geld zu verdienen. Warum machen die das?
dafür zu bekommen? Herr Fogt: Das hängt damit zusammen, dass … ich kann
das kurz sagen: Ganz einfach, weil das Freude macht.
Das Deutschlandlabor, Abschnitt 2 27 Sprecher: An zwei Tagen in der Woche können
Menschen, die nicht genug Geld haben, hier kostenlos
Sprecher: Die Deutschen reden nicht gerne darüber,
Lebensmittel bekommen.
wie viel Geld sie verdienen. Deutschland ist ein reiches
Land. Insgesamt besitzen alle Deutschen zusammen
9,3 Billionen Euro. Ein Drittel dieses Geldes gehört
nur einem 1 Prozent der Menschen in Deutschland.
Durchschnittlich verdient ein Arbeitnehmer in
Deutschland 30 000 Euro im Jahr. Aber es gibt auch

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TR ANSKRIP TIONEN DER FILME Sicher in Alltag und Beruf! B1+

Eisverkäufer: Mit Herz. Haben Sie gut gesungen!


Das Deutschlandlabor, Abschnitt 5 30
Nina: Oh, dankeschön!
Nina: In Deutschland gibt es Organisationen, die für Eisverkäufer: Et Voila!
arme Menschen Lebensmittel sammeln. David: Dankeschön! Ciao bello!
David: Und in diesen Organisationen arbeiten die Eisverkäufer: Gerne, gerne. Schönen Tag noch!
Leute ehrenamtlich. Das heißt in ihrer Freizeit und Nina: Nicht alle Menschen in Deutschland haben viel
ohne Bezahlung. Geld. Manche von ihnen brauchen Hilfe.
Sprecher: Ohne Bezahlung. Das ist doch das Stichwort David: Es gibt Leute, die arbeiten ehrenamtlich um
für die heutige Aufgabe. armen Menschen zu helfen.
Nina: Wir sollen uns heute Lebensmittel verdienen, Nina: Und andere Menschen helfen sich gegenseitig
ohne dafür zu bezahlen. Haben Sie Arbeit für uns. und sparen so Geld.
Können wir Ihnen helfen? David: Ich habe einen Vorschlag. Ich mache dir ein
Kellnerin: Ach wenn Sie so fragen, können Sie ein paar Kompliment und du kochst uns was zum Abendessen.
Gläser spülen und polieren. Nina: Nein. Ich habe eine ganz andere Idee. Du putzt
David: Super! das Labor und ich gehe früher nach Hause.
Nina: Gläser? Okay.
David: Ja, gut. Können wir hinter die Theke kommen?
Nina: Was bekommen wir denn dafür?
Lektion 8 LEBENSLANG LERNEN
Kellnerin: Ähm … eine Schrippe und ein Croissant.
Ich liebe dich, Sprachenlernen an 31
Sprecher: Ohne Kamerateam würde das wahrschein-
lich nicht funktionieren. der VHS
Nina: Ich mache euch ein Kompliment und dann (Sprecher verschiedener Sprachen sagen „Ich liebe
bekomme ich ein Kaugummi. dich“ in ihrer Muttersprache. Unter anderem hört man
Passant 7: Perfekt. Italienisch, Englisch, Französisch, Schwedisch, Hindi,
Nina: Du hast eine wunderschöne Brille an. Japanisch, Arabisch, Türkisch, Mandarin, Hawaiianisch,
Passant: Ach – Danke! Thai, Koreanisch, Maa, Deutsch. Man sieht „Ich liebe
Nina: (singt) Livin’ it up at the hotel California … any dich“ auch in Gebärdensprache.)
time of year … you can find it here …

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