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VORMÄRZ

• Als Vormärz wird eine Epoche der deutschen Geschichte bezeichnet.


• Der Vormärz wird auf die Jahre vor der Märzrevolution (1848) datiert, wobei verschiedene
Einteilungen üblich sind.
• Vormärz im weiteren Sinne - 1815 und 1848
• In enger Fassung - der Zeitraum von 1830, auch 1840, bis 1848.
• Mit dem Begriff wird gleichermaßen die Literatur dieser Zeit bezeichnet.
• Parallel zum radikal-demokratischen Vormärz existierte der eher konservative oder auch
hausbackene Biedermeier.
• Die Motive des Vormärz waren die Forderung der Gleichbehandlung aller Menschen, eine
demokratische Verfassung und die Freiheit der Presse, welche damals der Zensur unterlag.
VORMÄRZ ALS EPOCHE
• Der Begriff verweist auf die Märzrevolution im Jahr 1848 und meint demzufolge die vorherigen Geschehnisse. In Bezug auf die
Literatur werden damit vor allem politische, oppositionelle und revolutionäre Schriften gefasst, die sich gegen die
politischen Verhältnisse wendeten und eben nicht – wie es etwa kennzeichnend für den Biedermeier war – resigniert das
Treiben der Obrigkeit hinnahmen sowie dagegen aufbegehrten.
• Unterteilt wird die Literatur des Vormärz in den Verbund Junges Deutschland, welcher das literarische Leben zwischen 1830
bis 1834 prägte und sich durch liberale Ideen auszeichnete und den eigentlichen Vormärz, der vor allem die Jahre vor der
Märzrevolution beschreibt.
• Autoren jener Zeit sind unter anderem Heinrich Heine, August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, Ernst Willkomm
sowie Georg Büchner, der sich sowohl dem Jungen Deutschland als auch dem Vormärz zuordnen lässt.
• Als Epochenbezeichnung wird der Begriff vor allem im 20. Jahrhundert geprägt. Da die Sammelbezeichnung allerdings zumeist
recht ungenau erscheint, wenn damit sämtliche Schriften vor der Märzrevolution von 1848 gemeint sind, muss der Vormärz
immer zusammen mit dem Jungen Deutschland und dem Biedermeier betrachtet werden. Vor allem der Biedermeier war
nämlich ebenso prägend für die Literatur der Zeit.
VORMÄRZLITERATUR
• Die Literaturepoche, welche heute als Vormärz bezeichnet wird, entstand zwischen dem Wiener
Kongress (1814/15) sowie der Märzrevolution (1848). Sie kann durchaus als notwendige Folge des
historischen Hintergrundes betrachtet werden. Die deutsche Bevölkerung war durch die Koalitionskriege gegen
die Fremdherrschaft Frankreichs und vom Krieg gezeichnet.
• Typisches Merkmal ist die Politisierung der Literatur, die sich für eine demokratische Verfassung, die
Gleichheit der Menschen sowie das Recht auf Bildung der Frau ausspricht und gegen die Obrigkeit und
Zensur wendet sowie für die Trennung von Kirche und Staat eintritt.
• Die Forderungen werden vor allem mithilfe der Satire und der Parodie transportiert, wobei vor allem
Kleinformen – vornehmlich die Lyrik und hierbei das Lied – die literarische Landschaft beeinflussen.
Schilderungen aus dem Leben gewinnen außerdem an Bedeutung.

HISTORISCHER HINTERGRUND
• 1815 wurde der Wiener Kongress eingeleitet, bei dem die Neuordnung Europas geregelt wurde.

• Die Zeit zwischen 1815 und 1848 war geprägt von dem Interessenskonflikt zwischen den deutschen Fürsten, welche
sich für eine Restauration einsetzten, und den „ Jungem Deutschland“ (Studenten und Professoren), das nach Freiheit
und einer politischen Einheit strebte.

• 1815 Gründung des Deutschen Bundes zwischen 39 Einzelstaaten; Gründung von Burschenschaften, zuerst in Jena,
später auch in anderen deutschen Städten.

• 1819 wurden die Karlsbader Beschlüsse gefasst, welche die Burschenschaften verboten, die Überwachung von
Universitäten einleiteten, eine Buch- und Pressezensur einführten und den Einsatz von Spitzeln erlaubten.

• 1834 kam es zur Gründung des Deutschen Zollvereins, der die innerdeutschen Zollschranken beseitigte und somit
eine wirtschaftliche Einheit herstellte. Die Enttäuschung über die unerfüllten Hoffnungen des „Jungen Deutschlands“
und das Festhalten an der alten Ordnung deutscher Fürsten führte 1848 schließlich zur Märzrevolution.
ZENSUR
DAS JUNGE DEUTSCHLAND
• Als Junges Deutschland wird eine Bewegung innerhalb der Epoche des Vormärz bezeichnet.
• Die Jungen Deutschen wandten sich gegen die restaurative und reaktionäre Politik Metternichs, traten für soziale Gerechtigkeit sowie
demokratische Freiheitsrechte ein und wandten sich gegen überholte religiöse und moralische Vorstellungen.
• Die Anhänger des Jungen Deutschlands können als literarische Wegbereiter der späteren Märzrevolution gelten. Als einer der
wichtigsten Vertreter gilt der Dichter Heinrich Heine.
• Richtete sich gegen die Schriften der (Spät-)Romantik und dabei den Idealismus der Romantik, aber auch Klassik, als unpolitisch und
rückständig abtat. Eine eindeutige Abrechnung mit der Romantik bildet hierbei Heinrich Heines Die romantische Schule (1836), das die
Tendenzen der Romantik verurteilte.
• Literatur sollte politisch und nicht elitär sein und darüber hinaus auf politische und gesellschaftliche Misstände aufmerksam machen
• gegen das Verträumte oder das Schweifen in die Ferne, was in der Romantik noch ein typisches Merkmal war, und bevorzugte das
Schildern der Wirklichkeit im Hier und Jetzt
• Vertreter: Heinrich Laube, Karl Gutzkov, Heinrich Heine
VERBOT
• Am 10. Dezember 1835 wurde im Deutschen Bundestag ein
folgenschwerer Entschluss gefasst. Den Jungen Deutschen wurde
vorgeworfen, dass ihre “Bemühungen unverhohlen dahin gehen, in
belletristischen, für alle Klassen von Lesern zugänglichen Schriften die
christliche Religion auf die frechste Weise anzugreifen, die bestehenden
sozialen Verhältnisse herabzuwürdigen und alle Zucht und Sittlichkeit zu
zerstören”, woraufhin alle Werke der Strömung verboten wurde.
TENDENZDICHTUNG

Die Lyrik war für die Autoren des Vormärz die wichtigste Gattung, in der sie ihre politischen
Absichten ausdrücken konnten.
Mit der Veröffentlichung der Sammlung „Gedichte eines Lebendigen“ (1841) wurde Georg
Herwegh trotz Zensurverbots zu einem weit bekanntem Dichter.
Der Gebrauch der Lyrik als politisches Instrument, wie sie z.B. von Georg Herwegh,
Ferdinand Freiligrath und Fallersleben eingesetzt wurde, fand jedoch nicht bei allen
Schriftstellern Zustimmung und führte zu heftigen Diskussionen.
EPISCHE DICHTUNG
• Heinrich Heine Deutschland. Ein Wintermärchen (1844)

• Das Versepos Deutschland. Ein Wintermärchen entstand nach Heines Deutschlandreise im Jahr 1843 von
Paris nach Hamburg. In dem 27 Kapitel umfassenden versifizierten Reisebilden beschrieb und parodierte
Heine die aktuellen gesellschaftlichen Verhältnisse in Deutschland, wie z.B. das Zoll-, Zensur- oder
Militärwesen oder die Monarchie. Die Motive für die Reise sind Heimweh und Wiedersehen mit der Mutter.

• Im ersten Kapitel schildert das lyrische Ich seine Eindrücke, Gefühle und Gedanken beim Betreten
Deutschlands nach langer Abwesenheit. Mit dem Entsagungslied wird Kritik am Alten und an der Kirche geübt.
Im neuen Lied wird eine Vision vom zukünftigen Deutschland hergestellt. Den dichterischen Höhepunkt des
Werkes bildet die Auseinandersetzung mit der Barbarossa-Sage in den Kapiteln 14 bis 17. In dem fiktiven
Gespräch des lyrischen Ichs mit der Barbarossa-Gestalt findet eine Konfrontation des Barbarossas mit der
aktuellen politischen Realität statt. Das Ergebnis des Gesprächs ist eine Absage an den volkstümlichen
Barbarossa-Mythos.
DRAMA
• Georg Büchner „Dantos Tod“ beschreibt, wie freiheitliche Ideale urplötzlich in die zynischen Mittel einer Willkürherrschaft
umschlagen können, wobei das Stück als Vorläufer des Dokumentarischen Theaters gilt

• „Wojzeck“ der Protagonist scheitert an den Umständen seiner Zeit scheitert. Kritik der Gesellschaft.

• Büchner selbst distanzierte sich allerdings vom Jungen Deutschland und kann demnach nur aufgrund der inhaltlichen Nähe
zu ebendieser Strömung gezählt werden, wobei er in einem Brief an seine Familie festhält: Übrigens gehöre ich für meine
Person keineswegs zu dem sogenannten Jungen Deutschland, der literarischen Partei Gutzkows und Heines. Nur ein völliges
Mißkennen unserer gesellschaftlichen Verhältnisse konnte die Leute glauben machen, daß durch die Tagesliteratur eine völlige
Umgestaltung unserer religiösen und gesellschaftlichen Ideen möglich sei.
ZUSAMMENFASSUNG
• Die Literaturepoche, welche heute als Vormärz bezeichnet wird, entstand zwischen dem Wiener Kongress (1814/15) sowie der
Märzrevolution (1848). Sie kann durchaus als notwendige Folge des historischen Hintergrundes betrachtet werden. Die
deutsche Bevölkerung war durch die Koalitionskriege gegen die Fremdherrschaft Frankreichs und vom Krieg gezeichnet.
• Beinahe zeitgleich entwickelten sich dabei mehrere Strömungen. Einerseits prägte die Literatur des Biedermeiers die
literarische Landschaft, wohingegen eine Minderheit – vor allem Studenten und liberale Bürger – das Junge Deutschland und
in der Folge den eigentlichen Vormärz niederschrieben sowie in Kunst und Literatur fulminant zum Ausdruck brachten.
• Typisches Merkmal ist die Politisierung der Literatur, die sich für eine demokratische Verfassung, die Gleichheit der Menschen
sowie das Recht auf Bildung der Frau ausspricht und gegen die Obrigkeit und Zensur wendet sowie für die Trennung von
Kirche und Staat eintritt.
• Die Forderungen werden vor allem mithilfe der Satire und der Parodie transportiert, wobei vor allem Kleinformen – vornehmlich
die Lyrik und hierbei das Lied – die literarische Landschaft beeinflussen. Schilderungen aus dem Leben gewinnen außerdem
an Bedeutung.
BIEDERMEIER
BEGRIFF. BEDEUTUNG
• Oft wird die Literatur des Biedermeiers als hausbacken sowie konservativ bezeichnet,
wobei die Flucht ins Idyll und Private ein typisches Epochen-Motiv ist.

• Der Begriff Biedermeier stammt von der ausgedachten Figur Gottlieb Biedermaier. Dabei
handelte es sich um einen treuherzigen und doch sehr spießbürgerlichen Mann, der von Adolf
Kußmaul und Ludwig Eichrodt erschaffen wurde. Unter seinem Namen veröffentlichten die
beiden Autoren zahlreiche Werke, darunter insbesondere Gedichte.

• Zunächst hatte der Begriff „Biedermeier“ einen eher negativen Klang. Erst nach der
Jahrhundertwende fassten die Menschen ihn überwiegend neutral auf und verwendeten ihn
auch für die Bezeichnung der Epoche
MERKMALE
• genügsame Selbstbescheidung,
• Zähmung der Leidenschaften,
• Unterordnung unter das Schicksal,
• politische Haltung des Mittelwegs,
• Schätzung des inneren Friedens und kleinen Glücks,
• Bedacht auf Ordnung,
• Hang zum Pietismus,
• Interesse für Natur und Geschichte
• ABER AUCH
• Resignation, Weltschmerz, Schwermut, Stille, Verzweiflung und
Entsagung
LYRIK
• Einfachheit und Volksliedhaftigkeit • Frühling läßt sein blaues Band
• Wichtige Themen waren: Liebe, Religion, Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Vergänglichkeit, Entsagung und häusliches
Streifen ahnungsvoll das Land.
Glück.
Veilchen träumen schon,
• Überhaupt galt die Natur – ein Gut, das es zu Wollen balde kommen.
beobachten galt, in dem darüber hinaus etwas – Horch, von fern ein leiser
Göttliches sichtbar werden konnte. Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
• Vertreter: Dich hab’ ich vernommen!
• Anette von Droste-Hülshoff, Franz Grillparzer, • Edward Mörike
Edward Mörike.
EPIK IM BIEDERMEIER
• kurze Erzählformen: Novelle (Stimmungsnovelle) und Kurzgeschichte
• ■ Die Judenbuche Annette von Droste-Hülshoffs ,
• ■ Die schwarze Spinne Jeremias Gotthelfs
• ■ Der arme Spielmann Franz Grillparzers

• größere epische Dichtungen (Romane)


• Karl Immermann Die Epigonien. Familienmemoiren in neun Büchern (1836) und Münchhausen. Eine
Geschichte in Arabesken (1838/39)
• Eduard Mörikes Maler Nolten (1832)
• Adalbert Stifter Der Nachsommer (1857)
DRAMA
• Franz Grillparzer , der in der Tradition des Wiener Burgtheaters stand

• Charakteristisch ist für die Dramen jener Zeit aber nicht nur das Melancholische oder Pessimistische, sondern gleichermaßen
das Düstere. Allerdings entwickelte sich darüber hinaus das Rührstück, ein Theaterstück, das die Zuschauer zu Tränen rühren
sollte, wofür die Werke von Charlotte Birch-Pfeiffer ein Zeugnis sind.

• Außerdem verbreiteten sich komödiantische Stücke rasant, wobei vor allem die Possen Johann Nestroys sehr typisch sind.
Dennoch tragen diese meist groteske, also übersteigerte und teils verzerrte Züge. Als besonders charakteristisch gilt
hierbei Der Zerrissene (1844)

• Volksbühnenautoren:

• ● Johann Nestroy und

• ● Ferdinand Jacob Raimund .