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Zusammenfassung und Fazit

2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77

Die schwindenden Wälder der Welt


2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100

Zustand, Trends und Lösungswege


3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105

WWF-Waldbericht 2018
3.5 Bevölkerungszunahme 107
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108
3.7 Green Economy 110
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118
3.10.2 Lacey Act (USA) 121
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123
3.12 Massenströme von Holz und Papier
in Deutschland und der Schweiz 126
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130
Quellen 135

1 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege


Zusammenfassung und Fazit
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55 Globale Waldentwicklung Das muss getan werden:
2.3.1 Amazonas 56
Wälder sind Heimat für 80 Prozent der an Land lebenden Arten. Besonders wertvoll sind tro- Schaffung von Finanzierungsprogrammen, die verantwortungsvolle, naturnahe Waldbe-

2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65 pische Regenwälder, die 50 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten beherbergen. Wälder spei- wirtschaftung fördern, die Einkommen und Arbeitsplätze schaffen und die Umwandlung
2.3.3 Boreale Wälder 71 chern die Hälfte des terrestrisch gebundenen Kohlenstoffs. Waldbrände erklären ca. 15 Prozent des Waldes in landwirtschaftliche Flächen verhindern
2.3.4 Kongobecken 77 der globalen, von Menschen zu verantwortenden Kohlenstofffreisetzung auf der Erde. Zwi-
2.3.5 Greater Mekong Region 83 schen 1990 und 2015 wurden Naturwälder auf einer Fläche vernichtet, die mehr als 6,5-mal so Einrichtung neuer Schutzgebiete, um besonders bewahrenswerte Wälder zu erhalten

2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88 groß wie Deutschland und 58-mal so groß wie die Schweiz ist (239 Millionen Hektar Naturwäl-
2.3.7 Kaukasus 94 der) – vor allem in den Tropen. In weiteren 185 Millionen Hektar Wald schwand die Qualität Durchsetzung des Rechts im Wald- und Naturschutzsektor

3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99 des Waldes. Für 80 Prozent des Waldverlusts sind die Ausweitung der Landwirtschaft (u. a. für
Palmöl, Soja) und der Holz- und Zellstoffplantagen verantwortlich. Die Naturwaldzerstörung Bekämpfung von Korruption und Unterbindung des Imports von illegal eingeschlagenem

3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 verlangsamt sich vor allem, weil in Asien diese Wälder schon großräumig verschwunden sind. Holz und Holzprodukten
3.2 Der politische Beitrag 101 In Afrika und Südamerika wächst der Nutzungsdruck auf die Wälder mit dem Anstieg des welt-
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 weiten Ressourcenverbrauchs (vor allem für Papier, Fleisch und Palmöl), der auch ein Ergeb- großräumige Wiederherstellung von Waldlandschaften

3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 nis des Bevölkerungszuwachses ist. Selbst das nur zu 12 Prozent bewaldete Australien erlitt
3.5 Bevölkerungszunahme 107 zwischen 2000 bis 2010 immensen Waldverlust. Zwar stieg von 2010 bis 2015 die Waldfläche Inwertsetzung der Waldressourcen und Ökosystemdienstleistungen

3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 nach der Einführung strengerer Gesetze wieder um 1,5 Millionen Hektar. Doch fortwährende
Versuche, die Gesetzgebung aufzuweichen, lassen den Wiederanstieg der Entwaldung nicht
3.7 Green Economy 110
nur in Australien befürchten.
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118
3.10.2 Lacey Act (USA) 121
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123
3.12 Massenströme von Holz und Papier
in Deutschland und der Schweiz 126
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130
Quellen 135

2 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege


Zusammenfassung und Fazit
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
Afrika Das muss getan werden:
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11 Kommerzieller Holzeinschlag, Brennholzgewinnung und Wanderfeldbau haben in Afrika Renaturierung von 100 Millionen Hektar Waldlandschaften (Bonn Challenge)

2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12 zwischen 1990 und 2015 ca. 12 Prozent Waldfläche vernichtet. Bis zur Hälfte des Holzes wird
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16 illegal geschlagen. Zukünftig droht den Wäldern der Zugriff der industriellen Landwirtschaft Aufbau und Erweiterung von Schutzgebietsnetzen sowie deren effizientes Management

2.1.3 Lösungen 17 zum Anbau von Palmöl, Soja und Kautschuk. Der Waldverlust in Afrika schritt in den letzten
2.1.4 Das tut der WWF 18 fünf Jahren ungebremst voran. Mit 86 Millionen Hektar entspricht der Naturwaldverlust in Aufbau nachhaltiger Lieferketten

2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19 den vergangenen 25 Jahren fast der dreifachen Fläche Deutschlands. Vom Waldverlust be-
sonders betroffen ist Nigeria (vor allem wegen der europäischen Nachfrage von Holzkohle zum Durchführung von Projekten für lokale Gemeinschaften zur Reduzierung von Emissionen

2.2.1 Afrika 20
Grillen). Das westafrikanische Land verlor zwischen 1990 und 2015 knapp 60 Prozent seiner aus Entwaldung und Walddegradation (REDD+)
2.2.2 Amerika 27 Waldbedeckung, über 10 Millionen Hektar.
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40 Amerika Das muss getan werden:
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55 In den letzten Jahrzehnten wurden riesige Wald-, Grasland- und Savannenflächen in Acker­ finanzielle Unterstützung der Staaten Mittel- und Südamerikas beim Walderhalt

2.3.1 Amazonas 56 flächen umgewandelt. Die in Südamerika für den Sojaanbau genutzte Fläche wuchs von 17
Millionen Hektar im Jahr 1990 auf über 50 Mio. ha an. Brasilien verlor mit über 53 Millionen Identifizierung besonders schützenswerter Wälder und deren Ausweisung als Schutz­

2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65 Hektar absolut am meisten Waldfläche. Honduras hat innerhalb der letzten 25 Jahre fast die gebiete – wie auf 60 Millionen Hektar durch ARPA, Amazon Region Protected Areas
2.3.3 Boreale Wälder 71 Hälfte seiner Waldfläche eingebüßt – gefolgt von Paraguay mit fast einem Drittel der Waldflä-
2.3.4 Kongobecken 77 che. Die nordamerikanischen Wälder werden degradiert und leiden unter Klimawandelfolgen. naturverträgliche Bewirtschaftung der Wirtschaftswälder

2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88 Waldschutz durch deutliche Reduktion des weltweiten Fleischkonsums

2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
Asien Das muss getan werden:
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101 Südostasien hat in den letzten 15 Jahren wegen zumeist illegaler Umwandlung in Holz- und Verbindung von Schutzgebieten durch Renaturierung von Waldlandschaften

3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 Palmölplantagen etwa 9 Millionen Hektar Regenwald eingebüßt. Zwar hat Asien mit Chinas
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 Aufforstungen Wald gewonnen, andererseits massiv artenreichen Regenwald in Indonesien, entschiedenere Bekämpfung von Korruption

3.5 Bevölkerungszunahme 107 Myanmar und Kambodscha verloren.
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 Etablierung einer verlässlichen Landnutzungsplanung wie in Bukit Tigapuluh-Landschaft

(auf Sumatra), um die Ökosysteme wiederherzustellen
3.7 Green Economy 110
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 verbesserte Nachhaltigkeitskriterien für Biokraftstoffe

3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 Europa Das muss getan werden:
3.10.2 Lacey Act (USA) 121
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 Der starke Anstieg der Waldfläche zwischen 2005 und 2010 hat sich in den letzten Jahren Umkehr industrieller Forstwirtschaft mit Monokulturen hin zu artenreichen Mischwäldern

deutlich verlangsamt. Zwar ist Europas Waldfläche gewachsen, jedoch wird der Großteil
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 naturfern bewirtschaftet. Ein Drittel der Wälder besteht nur aus einer einzigen Hauptbaumart Einrichtung von Schutzgebieten in den letzten intakten Naturwäldern Europas

3.12 Massenströme von Holz und Papier und 70 Prozent aus gleichaltrigen Beständen. Primärwälder finden sich nur noch auf 2 Prozent
in Deutschland und der Schweiz 126 der europäischen Waldfläche (außer Russland). Gewährung ungelenkter, unbeeinflusster Waldentwicklung

3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 Unterstützung europäischer Länder bei der Durchsetzung geltenden Rechts im Forstsektor

Quellen 135
Bekämpfung illegalen Holzeinschlags und Einführung transparenter Rückverfolgungs­

3 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege systeme
Zusammenfassung und Fazit
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
Wald in WWF-Schwerpunktgebieten
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11 Amazonas Das muss getan werden:
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16 Der Amazonas-Regenwald ist wegen seiner Bedeutung für Artenvielfalt und Klimaschutz Berücksichtigung des Regenwaldschutzes in politischen und wirtschaftlichen Entschei-

2.1.3 Lösungen 17 von eminenter Bedeutung. Trotzdem bleibt der Amazonas nach Prognosen des WWF weiter dungsprozessen
2.1.4 Das tut der WWF 18 Schauplatz der größten Entwaldung der Erde. Hauptgründe: Rinderhaltung sowie Soja- und
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19 Palmölanbau. In Brasilien ist die Entwaldungsrate zwar seit Mitte der Zweitausenderjahre Einbindung der lokalen Bevölkerung ins Management von Schutzgebieten und deren

stark gesunken, doch nach Änderungen des Waldgesetzes 2012 ist ein erneuter Anstieg zu notwendiger Erweiterung
2.2.1 Afrika 20
verzeichnen. Seit 2012 hat sich der Waldverlust im brasilianischen Amazonasgebiet nahezu
2.2.2 Amerika 27 verdoppelt, auf knapp 800.000 Hektar 2016. Einbeziehung von Faktoren wie Biodiversität, Ökologie, Menschenrechte und traditionel-

2.2.3 Asien 33 le Landrechte bei der Vergabe von Holz-Konzessionen
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55 Atlantischer Regenwald Das muss getan werden:
2.3.1 Amazonas 56
Der Atlantische Regenwald Gran Chaco beherbergt ca. 7 Prozent aller weltweiten Pflanzenarten Erhalt und großräumige Wiederherstellung von Wald-Lebensräumen und Artenvielfalt

2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65 und 5 Prozent der Wirbeltierarten. Der angrenzende Gran-Chaco-Trockenwald hat die
2.3.3 Boreale Wälder 71 doppelte Fläche Spaniens. Ohne Veränderungen von Politik und Konsum werden diese Förderung nachhaltiger Waldnutzung und Landwirtschaft durch lokale Gemeinden ein-

2.3.4 Kongobecken 77 Wälder, außerhalb der Schutzgebiete, verschwinden. schließlich der Entwicklung verantwortungsvoller Absatzmärkte und eines ökologisch
2.3.5 Greater Mekong Region 83 verträglichen Konsumverhaltens
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94 Entwicklung gesetzlicher und finanzieller Mechanismen zum Schutz der Wälder

3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 Kongobecken Das muss getan werden:
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 Das Kongobecken beheimatet ca. 20 Prozent aller Tropenwälder. Verlust und Degradierung Lösungsstrategien müssen Armutsbekämpfung genauso berücksichtigen wie die Rechte

3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 dieser Wälder werden primär vom Flächen- und Brennholzbedarf einer wachsenden von Ureinwohnern und lokaler Bevölkerung
3.5 Bevölkerungszunahme 107 Bevölkerung forciert. Zwischen 1990 und 2015 verschwand eine Waldfläche größer als die
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 Deutschlands und der Schweiz zusammen. verantwortliche industrielle Bewirtschaftung zur Verhinderung illegaler Nutzung,

Übernutzung, Wilderei und Buschfleischhandel
3.7 Green Economy 110
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 Ausgleichszahlungen für Waldschutz und verbundene CO2-Reduktion

3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 Indonesien Das muss getan werden:
3.10.2 Lacey Act (USA) 121
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 Indonesien hat den zweithöchsten Waldverlust nach Brasilien. Der Inselstaat hat innerhalb Durchsetzung des Rechts und Gemeinwohls vor Partikularinteressen

von 25 Jahren durch Umwandlung in industrielle Palmöl-, Holz- und Zellstoffplantagen,
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 illegalen Holzeinschlag und Waldbrände fast ein Viertel seiner Waldfläche verloren. Selbst Schaffung neuer und Sicherung vorhandener Schutzgebiete

3.12 Massenströme von Holz und Papier Nationalparks verlieren Wald.
in Deutschland und der Schweiz 126 Einrichtung unabhängiger und glaubwürdiger Kontrollen der Holzwirtschaft

3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 langfristige Fortsetzung der vom WWF seit Jahren praktizierten Renaturierung von

Quellen 135 Torfmoorwäldern auf Borneo

4 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege


Zusammenfassung und Fazit
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
Greater Mekong Region Das muss getan werden:
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11 Bis in die 1970er Jahre war der Großteil der Greater Mekong Region dicht bewaldet. Aufforstung in strategisch wichtigen Gebieten

2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12 Heute sind die meisten Wälder verschwunden, zerschnitten oder degradiert. Das dortige
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16 Wirtschaftswachstum ging mit Infrastrukturprojekten einher. Deren Folgen: (oft illegaler) konsequente Durchsetzung bestehender Gesetze und Verordnungen, Bekämpfung von

2.1.3 Lösungen 17 Holzeinschlag und Waldumwandlung. Korruption
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19 verbesserte regionale u. internationale Zusammenarbeit

2.2.1 Afrika 20
Übertragung langfristiger Wald-Nutzungsrechte an die Gemeinden zur Verhinderung von

2.2.2 Amerika 27 Waldumwandlung
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47 Boreale Wälder Das muss getan werden:
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56 Die borealen Wälder nehmen etwa ein Drittel der globalen Waldfläche ein. Zu befürchten Berücksichtigung unzerschnittener Waldlandschaften bei der Vergabe von Förderkonzes-

ist weniger ihr Verlust als vielmehr ihre Degradierung. Anlass zur Sorge geben die sionen (z. B. Öl- und Gasförderung) und Planung von Infrastrukturprojekten
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65 Fragmentierung borealer Wälder und der damit einhergehende Verlust intakter, großflächiger
2.3.3 Boreale Wälder 71 und unberührter Waldlandschaften. kurz- bis mittelfristig: Abkehr von der Nutzung fossiler Energieträger ohne Intensivie-

2.3.4 Kongobecken 77 rung der Waldnutzung
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94 Energetische Waldnutzung Das muss getan werden:
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
Der weltweite Waldverlust hat seine Hauptursache im übermäßigen Verbrauch natürlicher Senkung des globalen Energiebedarfs durch z. B. Wärmedämmung

3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 Ressourcen. Über 70 Prozent des Holzeinschlags in Asien und sogar über 90 Prozent in Afrika
3.2 Der politische Beitrag 101 sind Ergebnis der dortigen Brennholz-Nachfrage. Auch die EU setzt auf verstärkte Nutzung Deckung des Energiebedarfs durch erneuerbare Energien (ohne Biomasse)

3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 von Holz für Bioenergie.
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 Effizienzsteigerung bei der energetischen Verwertung – verbesserte Brenntechnik und

3.5 Bevölkerungszunahme 107 mehr kaskadische Holznutzung
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108
intelligente Verlinkung verschiedener erneuerbarer Energieträger, z. B. Solarthermie mit

3.7 Green Economy 110
Pelletheizung als Unterstützung
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118
3.10.2 Lacey Act (USA) 121
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123
3.12 Massenströme von Holz und Papier
in Deutschland und der Schweiz 126
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130
Quellen 135

5 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege


Zusammenfassung und Fazit
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
Destabilisierung durch Korruption Das muss getan werden:
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11 Korruption ist Nährboden für illegalen Holzeinschlag, Landraub und Wald-Degradierung, mit Bekämpfung von Korruption durch verstärkte Rechtsdurchsetzung und Qualitäts­

2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12 allen verbundenen Effekten auf Artenvielfalt und Funktionalität der Wälder. Laut Interpol optimierung staatlicher Institutionen
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16 ist illegaler Holzeinschlag und einhergehender Handel das drittwichtigste Geschäftsfeld
2.1.3 Lösungen 17 organisierter Kriminalität. Verringerung des Korruptionsrisikos und Vertrauensbildung durch effiziente und

2.1.4 Das tut der WWF 18 transparente öffentliche Verwaltung
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
Waldwirtschaft und -zertifizierung Das muss getan werden:
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33 2017 waren weltweit ca. 200 Millionen Hektar Wald FSC-zertifiziert. Das sind knapp 5 Prozent Entwicklung eines weitreichenden Förderprogramms für verantwortungsvolle, die

2.2.4 Australien 40 der globalen Waldfläche. Aber nur 4 Prozent der FSC-zertifizierten Wälder befinden sich in Biologische Vielfalt erhaltende Bewirtschaftung genutzter Wälder
2.2.5 Europa 47 Afrika, nur 7 Prozent in Lateinamerika und nur 5 Prozent in Asien.
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55 Schaffung von Marktanreizen für verantwortungsvolle, naturnahe Waldbewirtschaftung

2.3.1 Amazonas 56 von Seiten der Politik

2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65 Stärkung bestehender Verbraucherakzeptanz von Produkten aus hochwertig zertifizierter

2.3.3 Boreale Wälder 71 Waldwirtschaft
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83 Kaufentscheid zugunsten langlebiger Holzprodukte

2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
Was Politik und jeder selbst tun kann Das muss getan werden:
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 Unser Lebensstil und der damit verbundene übermäßige Fleischkonsum ist Motor globaler Umsetzung einer nachhaltigen Beschaffungspolitik

3.2 Der politische Beitrag 101 Waldzerstörung. Neben dem weiterhin sehr hohen Verbrauch von Holz und Papier führen
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 vor allem unsere Ernährungsgewohnheiten und die Beimischung von Palmöl ins Benzin zur lückenlose Umsetzung waldrelevanter Gesetze

3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 Zerstörung naturnaher Wälder. (z. B. Europäische Holzhandelsver­ordnung)
3.5 Bevölkerungszunahme 107
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 sparsame Nutzung von Papier und Förderung von Recycling, Kaufentscheid zugunsten

qualitativ langlebiger FSC-Holzprodukte
3.7 Green Economy 110
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 Vermeidung von Lebensmittelverschwendung

3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 deutliche Verringerung des Fleischkonsums

3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118
3.10.2 Lacey Act (USA) 121
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123
3.12 Massenströme von Holz und Papier
in Deutschland und der Schweiz 126
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130
Quellen 135

6 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege


Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung
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1 Warum wir den Wald brauchen
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105
3.5 Bevölkerungszunahme 107
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108
Wälder sind für das heutige Leben auf der Erde unverzichtbar. Sie sind die artenreichsten Lebens-
3.7 Green Economy 110
räume der Welt und bieten 1,6 Milliarden Menschen1 und 80 Prozent aller an Land lebenden Arten
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 eine Lebensgrundlage. Wälder regulieren den Wasserhaushalt, dienen als Trinkwasserspeicher und
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 schützen vor Erosion, Lawinen und Überschwemmungen. Als Kohlenstoffspeicher wirken sie dem
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 Klimawandel entgegen. Werden Wälder zerstört, übernutzt oder zu Plantagen umgewandelt, gehen
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 diese Leistungen des Ökosystems Wald verloren. Wälder sind viel mehr als nur ihr Holz. Nutzen wir
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 sie intelligent und nachhaltig!
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123
3.12 Massenströme von Holz und Papier
in Deutschland und der Schweiz 126
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130
Quellen 135

7 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege


Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77 Eine Pygmäen-Familie des BAka-Stammes bereitet in Indigene vom Volk der Udege, in Fernen Osten Russlands, Erdrutsch nach einem Extremwetter in Blumenau, im bra-
2.3.5 Greater Mekong Region 83 ihrem Dorf eine Mahlzeit. Das in der Zentralafrikanischen stehen vor einer – nicht von ihnen – gerodeten Waldfläche. silianischen Bundesstaat Santa Catarina
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88 Republik durchgeführte Dzanga-Sangha-Projekt des WWF
2.3.7 Kaukasus 94 ermöglicht den Pygmäen, ihre natürlichen und tradi-
tionellen Ressourcen im Regenwald des Kongobeckens in
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
Anspruch zu nehmen.
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 Wälder sind Heimat für Menschen und 80 Prozent der an dem Rückgang der Waldfläche beeinträchtigt die Biodiversi- natürliche Wasserspeicher, die Regenwasser kontrolliert
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 Land lebenden Arten.2 Besonders wertvoll sind die tropi- tät daher auch die Degradierung und Fragmentierung der freigeben, und reinigen das Trinkwasser. Viele Menschen
3.5 Bevölkerungszunahme 107 schen Regenwälder, die zwar nur 7 Prozent der Erdoberflä- Wälder. Die Zerstörung und Degradierung des Lebensraums finden darüber hinaus in Wäldern Erholung und Entspan-
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 che bedecken, aber 50 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten Wald gefährdet weltweit 86 Prozent aller bedrohten Vogel- nung. Ein Drittel der weltgrößten Städte bezieht einen be-
weltweit beherbergen. Zahlreiche Arten, die in Wäldern le- arten, 88 Prozent der bedrohten Amphibien und 86 Prozent deutenden Teil ihres Trinkwassers aus Waldschutzgebie-
3.7 Green Economy 110
ben, sind endemisch – sie kommen ausschließlich in einem aller bedrohten Säugetiere.3 ten. Verantwortungsvoll bewirtschaftete natürliche Wälder
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 eng begrenzten Gebiet vor und sterben bei dessen Zerstö- bieten eine bessere Wasserqualität. Insbesondere tropische
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 rung aus. Bedeutsam für die Wälder sind Heimat und materieller wie spiritueller Regenwälder und Altwälder können den gesamten Wasser-
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 Biodiversität, die neben der Versorgungsraum von Millionen Menschen. Die FAO kreislauf einer Region positiv beeinflussen.4
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 Vielfalt von Arten auch die schätzt, dass 1,6 Milliarden Menschen, mehr als ein Viertel der
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 der Lebensräume und die der Weltbevölkerung, von Wäldern abhängig sind.1 Darunter sind Wälder sind zudem von immenser wirtschaftlicher Be-
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 Genetik innerhalb einer Art
Wälder sind Heimat für 80 % umfasst, ist neben der Fläche
viele indigene Völker, wie die Baka -Pygmäen im Kongobe- deutung. Im globalen Durchschnitt trägt der Forstsektor
cken, die Indianervölker des Amazonas oder die Udegi im Fer- knapp 1 Prozent zum Bruttosozialprodukt bei, wobei der
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123
der an Land lebenden Arten. der Wälder auch deren Zu- nen Osten Russlands. Mit der Zerstörung des Waldes verlieren Anteil in einkommensschwachen Ländern oft weitaus höher
3.12 Massenströme von Holz und Papier
Besonders wertvoll sind die stand. Unzerschnittene, na- diese Völker ihre Lebensgrundlage und damit ihre Kultur. ist.5 Der Forstsektor beschäftigt offiziell weltweit 13,7 Millio-
in Deutschland und der Schweiz 126
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128
tropischen Regenwälder, türliche, strukturreiche Wäl- nen Menschen. Hinzukommt ein hoher Anteil inoffiziell Be-
der verfügen über reichere Nicht weniger verzichtbar sind Wälder mit ihrem vielfälti- schäftigter. Während in Europa und Nordamerika die Zahl
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 die 50 % aller Tier- und Biodiversität als Wälder, die gen Schutzfunktionen auch in den hoch technologischen der Arbeitsplätze im Forstsektor aufgrund des vermehrten
Quellen 135 Pflanzenarten weltweit durch menschliche Eingrif- Gesellschaften Europas und Nordamerikas. Sie schützen vor Maschineneinsatzes abnimmt, steigt sie in Lateinamerika
beherbergen. fe verändert wurden. Neben Erosion, Muren, Lawinen und Überschwemmungen, sind und Asien an.6
8 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47 In der Mai Ndombe-Region der Demokratischen Republik
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55 Kongo arbeitet der WWF zusammen mit den Gemeinden
2.3.1 Amazonas 56 daran, die Freisetzung von Kohlenstoff aus Waldver-
nichtung und Walddegradierung deutlich zu reduzieren.
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65 (REDD+/Reducing Emissions Form Deforestation and
2.3.3 Boreale Wälder 71 Forest Degradation). Mit Unterstützung der Regierung
2.3.4 Kongobecken 77 werden hier Pläne umgesetzt, um die Wälder großflächig zu
2.3.5 Greater Mekong Region 83 Abbildung 1: Der globale Kohlenstoffkreislauf Kohlenstoffreiche Wälder in Primorsky Krai, Sibirien, schützen und in bewirtschafteten Wäldern eine nachhaltig
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88 Quelle: IPCC97, WHRC4 Russland Nutzung zu ermöglichen.
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
Wälder beeinflussen das Klima sowohl auf lokaler und wälder nehmen jährlich 1 Milliarde Tonnen Kohlenstoff auf, entsteht. Die Zerstörung und Degradation der Wälder ein-
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 regionaler als auch auf globaler Ebene. Ihre Bedeutung für also ungefähr 40 % der gesamten vom Land absorbierten schließlich ihrer Böden tragen mit circa 15 Prozent zum
3.2 Der politische Beitrag 101 das globale Klima wird offensichtlich, wenn man den Koh- Kohlenstoffmenge.8 gesamten durch Menschen verursachten Ausstoß von Treib-
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 lenstoffkreislauf betrachtet (Abbildung 1). Kohlenstoff ist hausgasen bei.10 Waldbrände und Brandrodung veranlassen
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 elementarer Bestandteil für organisches Material und somit Wälder bedecken 31 Prozent der Landoberfläche, speichern 32 Prozent der globalen Kohlenmonoxid- und 10 Prozent
3.5 Bevölkerungszunahme 107 für das Leben an sich. In Verbindung mit Sauerstoff bildet aber fast die Hälfte des terrestrisch gebundenen Kohlen- der Methanemissionen sowie über 86 Prozent Rußausstoß.11
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 Kohlenstoff jedoch Treibhausgase wie CO2. Aus drei Tonnen stoffs. Von dem Kohlenstoff, der in der Vegetation gebunden
Kohlenstoff (C) entstehen wegen der zusätzlichen Sauer- ist, befinden sich sogar über drei Viertel in Wäldern.9 Ins- Bedenkt man die Folgen des von Waldvernichtung in die
3.7 Green Economy 110
stoffatome (O) elf Tonnen CO2. An Land ist Kohlenstoff in gesamt sind in den Wäldern 1.146 Milliarden Tonnen Koh- Atmosphäre freigesetzten CO2 mit dessen klimaveränderten
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 der Vegetation und in den Böden gespeichert. Die weitaus lenstoff gebunden. Davon sind in der Waldvegetation 359 Effekten zu Ende, dann schließt sich der Kreis. Denn ver-
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 größten Kohlenstoffmengen binden aber die Weltmeere. So- Milliarden Tonnen Kohlen- änderte klimatische Bedingungen haben dramatische Aus-
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 wohl von den Ozeanen als auch vom Land wird Kohlenstoff, stoff gespeichert, im obersten wirkungen auf den Zustand der Wälder: Trockenstress und
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 vor allem in Form von CO2, Meter des Waldbodens wei- Stürme sowie Waldbrände und Insektenkalamitäten können
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 mit der Atmosphäre ausge- tere 787 Milliarden Tonnen dem Wald vermehrt zusetzen.
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 tauscht. Meer und Land fun- Kohlenstoff.9 Tatsächlich
Die Zerstörung und enthält der Waldboden mehr
gieren dabei als Senken, denn Ein gefährlicher Kreislauf droht: Würden Wälder infolge
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 sie nehmen mehr Kohlenstoff Degradation der Wälder Kohlenstoff als gegenwärtig des Klimawandels großflächig Schaden nehmen, setzte dies
3.12 Massenströme von Holz und Papier
Wälder bedecken 31 % der auf, als sie abgeben. Dadurch einschließlich ihrer Böden die Atmosphäre. Wird Wald gewaltige Mengen an Treibhausgasen frei, was, in die At-
in Deutschland und der Schweiz 126
Landoberfläche, speichern verbleibt weniger CO2 in der tragen circa 15 % zum zerstört, entweicht der ge- mosphäre freigesetzt, den Klimawandel wiederum weiter
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 Atmosphäre, was den von speicherte Kohlenstoff als CO anheizte. Beschleunigt wird dieser Kreislauf durch illegalen
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130
aber fast die Hälfte des Menschen verursachten glo- gesamten durch Menschen zusammen mit anderen Treib-2 und nicht nachhaltigen Holzeinschlag, Brandrodung und die
Quellen 135 terrestrisch gebundenen balen Klimawandel erheblich verursachten Ausstoß von hausgasen in die Atmosphäre, Erschließung und Zerschneidung der letzten großflächigen
Kohlenstoffs. abmildert.7 Allein Tropen- Treibhausgasen bei. sodass eine Kohlenstoffquelle unberührten Waldgebiete.
9 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung
11
12
16
2 Waldzerstörung und -degradierung
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105
3.5 Bevölkerungszunahme 107
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108
3.7 Green Economy 110
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118
3.10.2 Lacey Act (USA) 121
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123
3.12 Massenströme von Holz und Papier
in Deutschland und der Schweiz 126
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130
Quellen 135

10 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege


Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung
11
12
16
2.1 Die globale Waldentwicklung
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105
3.5 Bevölkerungszunahme 107
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108
Zwischen 1990 und 2015 wurden durch Holzeinschlag und Umwandlung in landwirtschaftliche Flächen
3.7 Green Economy 110
239 Millionen Hektar Naturwälder (21x die Waldfläche Deutschlands) vernichtet und weitere 185 Millionen
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 Hektar Wald degradiert – vor allem in den Tropen.
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118
3.10.2 Lacey Act (USA) 121
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123
3.12 Massenströme von Holz und Papier
in Deutschland und der Schweiz 126
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130
Quellen 135

11 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege


Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65 Tropische Wüste
2.3.3 Boreale Wälder 71 Tropisches Buschland
Tropisches Bergsystem
2.3.4 Kongobecken 77 Tropische Trockenwälder
2.3.5 Greater Mekong Region 83 Tropische Feuchtwälder
Tropische Regenwälder
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88 Subtropische Wüste
2.3.7 Kaukasus 94 Subtropischen Steppe
Subtropisches Bergsystem
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99 Subtropische Trockenwälder
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 Subtropische Feuchtwälder
Wüste gemäßigter Breiten
3.2 Der politische Beitrag 101 Steppe gemäßigter Breiten
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 Bergsystem gemäßigter Breiten
Kontinentale Wälder gemäßigter Breiten
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 Ozeanische Wälder gemäßigter Breiten
3.5 Bevölkerungszunahme 107 Boreales Bergsystem
Borealer Wald der Tundra
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 Borealer Nadelwald
3.7 Green Economy 110 Polar
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 Abbildung 2: Karte mit der Waldverteilung in den Ökoregionen. Quelle: FAO, 201515
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118
3.10.2 Lacey Act (USA) 121
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk
3.12 Massenströme von Holz und Papier Vor 8.000 Jahren, nach Ende der letzten Eiszeit und vor den Hektar. Damit ist weniger als ein Drittel der globalen geblieben sind.14 80 Prozent der Urwälder wurden in den
in Deutschland und der Schweiz 126 dem Beginn der großflächigen Landnutzung durch den Men- Landfläche mit Wäldern bedeckt. letzten 8.000 Jahren zerstört oder durch menschliche Ein-
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 schen, gab es weltweit über 6,2 Milliarden Hektar Wälder.12 griffe (Holznutzung etc.) so verändert, dass sie keine Urwäl-
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 Über ein Drittel dieser ursprünglichen Waldbedeckung Mit 1,28 Milliarden Hektar besteht weniger als ein Drittel der mehr sind.
Quellen 135 (Abbildung 2) haben wir bereits verloren. Heute beträgt die der heutigen globalen Waldfläche aus Urwäldern, also aus
weltweite Waldfläche laut FAO13 etwas weniger als 4 Milliar- Wäldern, die von zivilisatorischen Eingriffen unbeeinflusst
12 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105
3.5 Bevölkerungszunahme 107
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108
3.7 Green Economy 110
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 Allein zwischen 1990 und 2015 Nettozuwachs Nettoverlust kaum Veränderung (Zuwachs und Verlust)
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 wurden Naturwälder in einer Abbildung 3: Veränderung der Waldfläche zwischen 1990
50 – 250 > 500 < 50
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 Fläche mehr als sechseinhalbmal und 2015. Quelle: FAO, 201518
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 so groß wie Deutschland bzw. 250 – 500 500 – 250 Nettozuwachs/Nettoverlust = positive/negative Waldver-
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 achtundfünfzigmal so groß wie die > 500 250 – 50 Keine Daten
änderung aus der Differenz von Aufforstungsfläche minus
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 Schweiz vernichtet.
Naturwaldverlust

3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123


3.12 Massenströme von Holz und Papier Allein in dem Vierteljahrhundert zwischen 1990 und 2015 dere China hingegen nahm die Waldfläche zu. Der Anteil sionsschutz erfüllen mögen, können sie nicht den Verlust
in Deutschland und der Schweiz 126 wurden 239 Millionen Hektar Naturwälder vernichtet – eine naturferner Holzplantagen und gepflanzten Forsten an der tropischer Regenwälder mit ihren vielfältigen Funktionen,
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 Fläche mehr als sechseinhalbmal so groß wie Deutschland weltweiten Waldfläche, meist mit Baumarten wie Eukalyp- etwa für die Artenvielfalt oder als Kohlenstoffspeicher, aus-
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 bzw. achtundfünfzigmal so groß wie die Schweiz .16, 14 Vor tus, Akazien oder Nadelholz, stieg von 4 Prozent im Jahr gleichen. Für den Biodiversitäts- und Ökosystemschutz ist
Quellen 135 allem die tropischen Länder verlieren Wald (Abbildung 3 1990 auf 7 Prozent in 2015.17 Auch wenn Forstplantagen es daher substanziell, neben den quantitativen Angaben zur
und Abbildung 9). In Europa, Nordamerika und insbeson- wichtige Aufgaben z. B. für die Holzversorgung oder als Ero- Waldfläche auch die Qualität der Wälder zu betrachten.17
13 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2 Nettoverlust und tatsächlich vernichtete Waldfläche
1 Warum wir den Wald brauchen 7
▼Mio ha pro Jahr im Zeitabschnitt
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
10
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12 4,1
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16 8
2.1.3 Lösungen 17 5,7
6,3
2.1.4 Das tut der WWF 18 6
4,3
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20 4
2.2.2 Amerika 27
2
2.2.3 Asien 33 7,3 4,6 3,4 3,3
2.2.4 Australien 40 0
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55 1990 – 2000 2000 – 2005 2005 – 2010 2010 – 2015

2.3.1 Amazonas 56 Nettowaldverlust


2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65 Aufforstungen (meist Plantagen)
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88 Abbildung 4: Waldvernichtung, Nettowaldflächenverlust
2.3.7 Kaukasus 94 und neu angelegte Plantagen pro Jahr im Zeitraum von
1990 bis 2015. Im Zeitraum 2010–2015 gingen 7,6 Mio ha
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
Naturwald verloren. An anderen Stellen wurden 4,3 Mio.
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 ha Plantagen angelegt, sodass der Nettowaldflächenverlust Abbildung 5: Degradierte Waldfläche im Zeitraum von 2000 bis 2012. Quelle: FAO; Forest Ressource Assessment 2015.
3.2 Der politische Beitrag 101 bei 3,3 Mio. ha liegt.
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105
3.5 Bevölkerungszunahme 107
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 Die Waldqualität sinkt
In den Statistiken zur Entwicklung der weltweiten Wald- Schweiz. Zwar hat sich der Waldverlust in den letzten Jah- die Vorstufe zum völligen Waldverlust ist. Selbst mit moder-
3.7 Green Economy 110
fläche wird der Verlust von Naturwäldern, der meist in den ren verlangsamt, dennoch verlieren wir laut FAO jedes Jahr ner Satellitentechnik ist die Walddegradation nur schwer zu
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 Tropen stattfindet, mit neu angelegten Holzplantagen und eine Waldfläche von 3,3 Millionen Hektar netto . Jährlich erfassen, da sie sich oft kleinflächig entwickelt und somit von
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 Aufforstungen in Europa, Nordamerika und China verrech- wurden 7,6 Millionen Hektar Naturwald zerstört, anderer- der Auflösung der Satellitenbilder unerfasst bleibt.13 Nach
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 net (Abbildung 4). Der statis- seits 4,3 Millionen Hektar aufgeforstet.13 Schätzung der FAO ist die Walddegradierung zwischen 2000
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 tische Nettoverlust an Wald- und 2012 um 185 Millionen Hektar fortgeschritten13 – vor
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 fläche fällt mit 129 Millionen Neben dem Verlust von Waldfläche lässt sich auch eine Ver- allem in den Tropen mit über
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 Hektar19 zwischen 1990 und schlechterung (Degradation) der Wälder feststellen (Abbil- 156 Millionen Hektar oder 9
2015 fast um die Hälfte ge- dung 5). Mit der Entnahme von Bäumen wird das Kronen- Prozent der tropischen Wald-
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 4,3 Mio. ha Holzplantagen ringer aus als die Fläche der dach aufgelichtet, ohne dass sich die Waldfläche dadurch fläche.13 Besonders betroffen
3.12 Massenströme von Holz und Papier
wurden in den letzten Wälder, die in diesem Zeit- verringert. Durch die Auflichtung des Kronendachs gelangt waren Süd- und Südostasien
in Deutschland und der Schweiz 126
5 Jahren neu angelegt. raum tatsächlich vernichtet mehr Sonnenlicht auf den Waldboden. Organisches Material
Von Walddegradierung be- mit über 50 Millionen Hektar,
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 wurden. Dies entspricht aber wird schneller abgebaut, die Kohlenstoffvorräte des Waldes Südamerika mit 47 Millionen
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130
Vernichtet wurde immer noch der 3,6-fachen verringern sich und Treibhausgase entstehen. Auf dem vom
sonders betroffen: Süd- und Hektar sowie West- und Zen-
Quellen 135 hingegen fast doppelt Fläche Deutschlands bzw. Sonnenlicht ausgetrockneten Waldboden können leichter Südostasien, Südamerika tralafrika mit 35 Millionen
so viel Naturwald. dem 31-Fachen der Fläche der Waldbrände ausbrechen, sodass die Degradation oftmals nur sowie Zentralafrika. Hektar.
14 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105
3.5 Bevölkerungszunahme 107
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108
3.7 Green Economy 110
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 Infobox 1: Die Osterinsel
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 Wie Waldzerstörung zum Niedergang einer Zivilisation war eine ausgefeilte Arbeitslogistik notwendig. Die Arbei- als Folge des gestörten ökologischen Gleichgewichts die
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 führen kann, zeigt anschaulich das Beispiel der Oster- ter mussten ernährt werden; gleichzeitig wurden für den Osterinselkultur zusammen. Als der holländische Kapi-
insel. Als die Polynesier als erste Siedler die Osterinsel um Transport der Steinkolosse Unmengen Holz benötigt. Im tän Jacob Roggeven um Ostern 1722 die Insel als erster
3.12 Massenströme von Holz und Papier
1200 n. Chr. erreichten, war die Insel noch von üppigen Gefolge der Siedler kamen zudem Ratten auf die Insel, die Europäer betrat, traf er von den vormals 10.000 Inselbe-
in Deutschland und der Schweiz 126 Palmwäldern bedeckt. Die Siedler begannen, die Palmwäl- sich von Palmensamen ernährten, wodurch sich die Palm- wohnern nur noch 2.000 bis 3.000 Insulaner an, die unter
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 der zu roden, um Ackerflächen und Holz für Häuser und wälder nicht mehr verjüngen konnten. Walddegeneration ärmlichen Verhältnissen lebten.13
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 Kanus zu gewinnen. Um die riesigen Steinskulpturen, die und Raubbau haben die Spirale galoppierender Entwal-
Quellen 135 „Moai“, zu errichten, für die die Osterinsel berühmt ist, dung und Bodenerosion in Gang gesetzt. Am Ende brach

15 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege


Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10 Chocó-Darién Greater Mekong
2.1 Die globale Waldentwicklung 11 3 million ha 15-30 million ha

2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12 Borneo


2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
Amazon
23-48 million ha 22 million ha

2.1.3 Lösungen 17 New Guinea


7 million ha
2.1.4 Das tut der WWF 18 Congo Basin
12 million ha
Sumatra
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19 East Africa 5 million ha

2.2.1 Afrika 20 12 million ha

2.2.2 Amerika 27 Cerrado

2.2.3 Asien 33
15 million ha
Atlantic Forest/
2.2.4 Australien 40 Gran Chaco
10 million ha
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55 Eastern Australia
2.3.1 Amazonas 56 3-6 million ha

2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65 Wald Entwaldungsfronten einschließlich des abgeschätzten Verlustes bis 2030

2.3.3 Boreale Wälder 71


2.3.4 Kongobecken 77 Abbildung 6 Wald und Entwaldungsfronten weltweit
2.3.5 Greater Mekong Region 83 2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94 Waldzerstörung schreitet oft schleichend voran. Sie hat Kakao. Sie ist für etwa 80 Prozent des Waldverlusts verant- Flughäfen gerodet werden oder Stauseen ganze Landstriche
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99 vielfältige Ursachen, die häufig ineinandergreifen. Mit der wortlich.21 In Lateinamerika ist es vor allem die industrielle überfluten. Zum anderen können sie Auslöser für weitere
menschlichen Nutzung der Wälder beginnt zumeist eine Landwirtschaft für Sojaanbau und Rinderzucht; in Afrika Waldzerstörung sein, wenn dadurch zuvor unberührte Na-
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 Kette der Zerstörung. So werden zunächst einfache Gassen in und dem tropischen Asien ist es gleichermaßen industriel- turwälder erschlossen werden.
3.2 Der politische Beitrag 101 den Urwald geschlagen, um an kommerziell wertvolle Bäume le und kleinbäuerliche Landwirtschaft, die die Entwaldung
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 heranzukommen und sie zu fällen. Entlang dieser Gassen sie- anheizt. Zu den treibenden Kräften zählen aber auch unsere Haupttreiber für die Walddegradation sind in La-
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 deln sich nach und nach Kleinbauern an. Sie roden kleinere Ernährungsgewohnheiten in Deutschland und der Schweiz. teinamerika und dem tropischen Asien der kommerzielle
3.5 Bevölkerungszunahme 107 Flächen und fällen weitere Bäume, die sie als Bauholz nut- Um nämlich den Konsum von Lebensmitteln in Deutschland Holzeinschlag, in Afrika hingegen Brennholznutzung, Holz-
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 zen. Mit zunehmender Besiedelung wird die einfache Gasse zu decken, werden zusätzlich zu den 17 Millionen Hektar kohleproduktion und, in einem geringeren Ausmaß, die
zur LKW-tauglichen Straße ausgebaut. Das macht die Ansie- landwirtschaftlicher Fläche in Deutschland knapp 7 Millio- Waldweide.21
3.7 Green Economy 110
delung industrieller Agrarbetriebe möglich, die eine solche nen Hektar weitere Fläche benötigt – hauptsächlich für den
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 Verkehrsinfrastruktur fordern, um mit ihren Produkten die Anbau von Futtermitteln, zum Großteil in Südamerika.22 Da- Der Klimawandel ist geeignet, den Waldverlust zu intensi-
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 internationalen Märkte zu bei ist es vor allem unser Fleischkonsum, der den Flächen- vieren. Die Klimaerwärmung wird in manchen Gebieten Hit-
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 beliefern. Durch Auflichtung verbrauch intensiviert. Er ist verantwortlich für über 70 Pro- zewellen, Dürre und Trocken-
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 wird der verbliebene, degra- zent unseres ernährungsbedingten Flächenfußabdrucks.23 heit nach sich ziehen.24 Dies
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 dierte Wald feueranfällig und begünstigt die Brandrodung
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 ist nun ein leichtes Opfer für Weitere Ursachen, die die und erhöht das Risiko von
großflächige Brandrodung Entwaldung vorantreiben, Waldbränden. In Australien
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 Haupttreiber der Entwaldung und die Umwandlung in land- sind Bergbau, Ausbreitung sind die Auswirkungen des
3.12 Massenströme von Holz und Papier
ist die Landwirtschaft wirtschaftliche Flächen.20 von Städten und Infrastruk- Selbst das waldarme Austra- Klimawandels auf die Wälder
in Deutschland und der Schweiz 126
u. a. für Palmöl, Soja und Vor allem unser turprojekte.21 Infrastruktur-
lien hat zwischen 2000 und bereits jetzt spürbar. Zwi-
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 Haupttreiber der Ent- projekte tragen zum einen schen 2000 und 2010 verlor
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130
Kakao. Sie ist für etwa waldung ist die Expansion
Fleischkonsum treibt unmittelbar zum Waldver-
2010 mehrere Mio. ha Wald das Land 5,6 Millionen Hekt-
Quellen 135 80 % des Waldverlusts der Landwirtschaft unter den Flächenverbrauch lust bei, wenn beispielsweise verloren. Einer der Gründe: ar Waldfläche durch Trocken-
verantwortlich. anderem für Palmöl, Soja und maßgeblich voran. Wälder für Autobahnen und Klimawandelfolgen. heit und Waldbrände.25
16 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77 Sonnenuntergang hinter dem Kronendach des Regenwaldes, Waldarbeiter in Kamerun markieren einen gerade gefällten Stamm eines Ayous (Abachi)-Baumes, um dessen legale Herkunft
2.3.5 Greater Mekong Region 83 Tambopata-National im peruanischen Amazonasbecken zu dokumentieren.
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99 2.1.3 Lösungen
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 Da ein Großteil der Wälder von Menschen genutzt wird, ihrem besonderen Schutzwert unterordnen und ihn keines- Stärkung der Exekutive und Bekämpfung der Korruption.
3.2 Der politische Beitrag 101 würde eine verantwortungsvolle Waldbewirtschaf- falls gefährden. Schutzgebiete sind eines der Instrumente, Auch die Politik in den Industriestaaten muss ihren Bei-
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 tung dauerhaft Einkommen und Arbeitsplätze schaffen und um besonders schützenswerte Wälder zu erhalten. 17 Pro- trag leisten, indem sie beispielsweise den Import illegal
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 zugleich die Umwandlung des Waldes in landwirtschaftliche zent der globalen Waldfläche – 651 Millionen Hektar – sind eingeschlagenen Holzes wirkungsvoll unterbindet
3.5 Bevölkerungszunahme 107 Flächen verhindern. Nicht selten fungieren nachhaltig be- in irgendeiner Form als Schutzgebiet ausgewiesen .13 Dies oder die negativen Auswirkungen auf tropische Wälder bei
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 wirtschaftete Wälder als Bastionen, die ein weiteres Vor- reicht vom strengen Totalschutz beispielsweise in der Kern- der Förderung von „Biokraftstoffen“ und bei der Gestaltung
dringen der Agroindustrie in dahinterliegende, unberührte zone eines Nationalparks bis hin zu Naturschutzgebieten, in der Agrarpolitik (Massentierhaltung) berücksichtigt. Inter-
3.7 Green Economy 110
Naturwälder aufhalten. denen Land- und Forstwirtschaft erlaubt sind. Oftmals wer- nationale Konventionen müssen helfen, Entwicklungs- und
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 den Schutzgebiete zwar auf dem Papier ausgewiesen, es fehlt Schwellenländer beim Erhalt ihrer Wälder finanziell ausrei-
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 Die letzten verbliebenen Urwälder dieser Erde sollten vor jedoch Geld und politischer Wille, diese Schutzgebiete effek- chend zu unterstützen, um der globalen Bedeutung des Wal-
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 allen menschlichen Eingriffen geschützt werden, die über tiv zu betreuen und zu schützen. des für Artenvielfalt und Klimaschutz gerecht zu werden.
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 die traditionelle Nutzung durch Indigene hinausgehen. Eine
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 nachhaltige Nutzung ist in Die Politik der vom Waldver- Glaubwürdige Zertifizierungssysteme, die Landnut-
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 Urwäldern unmöglich. Je- lust betroffenen Ländern ist zungsänderung von Flächen mit hoher Biodiversität in ihren
der Eingriff von außen zer- gefordert, nicht nur Schutz- Standards ausschließen oder eine nachhaltige Waldnutzung
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 stört Urwald. Neben den gebiete auszuweisen und fördern, tragen als freiwillige marktwirtschaftliche Instru-
3.12 Massenströme von Holz und Papier Urwäldern gibt es noch an- Gesetze zur nachhaltigen mente zum Erhalt der Wälder bei. Sie ermöglichen Wirt-
in Deutschland und der Schweiz 126
17 % der globalen Wald- dere Wälder mit hohem Waldbewirtschaftung zu schaft und Verbrauchern eine bewusstere Entscheidung,
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 Schutzwert, die bedeutend erlassen, sondern auch das Rohstoffe und Produkte aus einer umwelt- und sozialver-
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130
flächen sind in irgendeiner für die Biodiversität oder Zertifizierungssysteme geltende Recht im Wald- träglicheren Land- und Waldbewirtschaftung zu beziehen
Quellen 135 Form als Schutzgebiete die lokale Bevölkerung sind. können zum Erhalt der und Naturschutzsektor und durch ihr Konsumverhalten die Waldzerstörung nicht
ausgewiesen. Jegliche Nutzung muss sich Wälder beitragen. durchzusetzen – durch eine weiter voranzutreiben.26
17 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56 FSC-zertifiziertes Holz in einer Holzböden-Fabrik, Politische Waldarbeit zur Wiederaufforstung von Wald- Die auf den Stamm aufgebrachte Zahl ist Ausweis der lega-
Shanghai, China landschaften (FLR / Forest Landscape Restoration) auf len Herkunft des Holzes.
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65 dem Global Landscape Forum 2017, Bonn
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77 2.1.4 Das tut der WWF
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88 Der WWF kämpft für den Erhalt weiträumiger und resilien- Die Umsetzung dieser Ziele – regional wie lokal – ist ein Darüber hinaus setzt sich der WWF für eine nachhaltige
2.3.7 Kaukasus 94 ter Waldlandschaften, von denen die Biologische Vielfalt, die weiteres Kernstück der Arbeit des WWF. Der WWF setzt Landwirtschaft ein, die weltweit die Bodenfruchtbarkeit
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99 Menschen und unser Klima profitieren. sich mit über 300 Projekten in fast 90 Ländern für den langfristig erhält und somit neuen Landnutzungsänderun-
Schutz und Erhalt der Wälder ein. Die Projekte reichen von gen vorbeugt.
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 Die waldpolitische Arbeit des WWF zielt darauf ab, den der Betreuung und Finanzierung von Schutzgebietsmanage-
3.2 Der politische Beitrag 101 Waldschutz, eine nachhaltige Waldnutzung und Wiederher- ment, einer Förderung nachhaltiger Waldbewirtschaftung, In seiner Öffentlichkeitsarbeit gegenüber den Verbrauchern
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 stellung von Waldlandschaften auf globaler Ebene zu ver- der Wiederherstellung von großen Waldlandschaften bis wirbt der WWF für die Waldzertifizierung und fördert auf
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 ankern. Auf internationalen Konferenzen wie der UN-Kli- zur Unterstützung von nachhaltigen Geschäftsmodellen zur diese Weise den Absatz von Produkten, die verantwortungs-
3.5 Bevölkerungszunahme 107 makonferenz in Paris 2015 mit nachfolgenden Konferenzen nachhaltigen Waldnutzung. voller Waldbewirtschaftung zu verdanken sind. Zudem ar-
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 (COP 23 in Bonn, 2017) oder zur Artenvielfalt (UN-Biodi- beitet der WWF in seiner Öffentlichkeitsarbeit auf eine Ver-
versitätskonferenzen 2016 in Cancun und 2017 in Montréal) Gemeinsam mit Vertretern der Wirtschaft und anderen änderung der Ernährungsgewohnheitena hin, vor allem auf
3.7 Green Economy 110
verfolgt der WWF das Ziel, dass die globale Bedeutung der Nichtregierungsorganisationen hat der WWF Zertifizie- einen bewussteren Fleischkonsum sowie einen sorgsameren
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 Wälder in Übereinkommen stärker anerkannt wird, dass die rungssysteme ins Leben gerufen: 1992 das FSC-Siegel (Fo- Umgang mit Lebensmitteln zur Vermeidung von Lebensmit-
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 Abhängigkeit der Menschen vom Wald handlungsrelevant rest Stewardship Council) für Holz, Papier sowie für Nicht- telabfällen, um so unseren ernährungsbedingten Flächen-
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 verstanden wird und Finanzierungsinstrumente zum Schutz holz-Waldprodukte, 2004 RSPO für Palmöl (Runder Tisch fußabdruck zu reduzieren. Insgesamt sollte der Konsum
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 der Wälder geschaffen werden. für nachhaltiges Palmöl) und 2006 RTRS für Soja (Runder reduziert werden, um durch einen sorgsamen und haushäl-
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 Tisch für verantwortungsvolles Soja). Diese Systeme set- terischen Umgang mit den Naturgütern die Naturprodukti-
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 Auf nationaler und europäischer Ebene fordert der WWF die zen ökologische und soziale Mindeststandards, die einen vität auch für nachfolgende Generationen zu erhalten.
Politik auf, ihrer internationalen Verantwortung zum Schutz ersten Schritt zu einer nachhaltigeren Land- und Waldbe-
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 der Wälder gerecht zu werden. Beispiele dafür sind der Ak- wirtschaftung darstellen. Unternehmen, die mit dem WWF Vielfältige Beispiele des WWF-Engagements finden sich
3.12 Massenströme von Holz und Papier tionsplan zur Eindämmung des illegalen Holzeinschlags und zusammenarbeiten möchten, müssen sich verpflichten, in den Kapiteln zur Waldentwicklung auf den Kontinenten
in Deutschland und der Schweiz 126 -handel, Richtlinien für eine nachhaltige öffentliche Beschaf- Transparenz in ihre Lieferketten zu bringen, ihren Einkauf (Kapitel 2.2), den WWF-Schwerpunktgebieten (Kapitel 2.3)
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 fung von Holz- und Agrarprodukten und Renaturierung und auf glaubwürdig zertifizierte Rohstoffe und Produkte umzu- und den Fokusthemen des Kapitels 3.
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 Wiederaufforstung von bis zu 350 Millionen Hektar Wald- stellen sowie öffentlich kommunizierten Zielsetzungen Folge
Quellen 135 landschaften weltweit.27 zu leisten.
siehe http://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/ernaehrung/
a

18 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege


2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105
3.5 Bevölkerungszunahme 107
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108
3.7 Green Economy 110
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118
3.10.2 Lacey Act (USA) 121
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123
3.12 Massenströme von Holz und Papier
in Deutschland und der Schweiz 126
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130
Quellen 135

19 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege


2.2.1 Afrika
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105
3.5 Bevölkerungszunahme 107
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108
3.7 Green Economy 110
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118
3.10.2 Lacey Act (USA) 121
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123
3.12 Massenströme von Holz und Papier
in Deutschland und der Schweiz 126
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130
Quellen 135

20 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege


Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105
3.5 Bevölkerungszunahme 107
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108
Durch kommerziellen Holzeinschlag, Brennholzgewinnung und Wanderfeldbau gingen in Afrika zwischen
3.7 Green Economy 110
1990 und 2015 knapp 12 Prozent der Waldfläche (81,6 Millionen Hektar) verloren.
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118
3.10.2 Lacey Act (USA) 121
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123
3.12 Massenströme von Holz und Papier
in Deutschland und der Schweiz 126
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130
Quellen 135

21 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege


Zusammenfassung und Fazit 2 Entwicklung der Waldfläche in Afrika Nettowaldverlust Absoluter Prozentualer
1 Warum wir den Wald brauchen 7 Waldverlust Waldverlust
▼Mio. ha Land
2 Waldzerstörung und -degradierung 10 1990 – 2015 1990 – 2015
2.1 Die globale Waldentwicklung 11 700.000 (Mio. ha)
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12 680.000 Nigeria -10,2 -59,4 %
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16 660.000 Tansania -9,9 -17,6 %
2.1.3 Lösungen 17 640.000
2.1.4 Das tut der WWF 18 Simbabwe -8,1 -36,5 %
620.000
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19 Dem. Rep. Kongo -7,8 -4,8 %
2.2.1 Afrika 20 600.000
Kamerun -5,5 -22,6 %
2.2.2 Amerika 27 580.000
1990 2000 2005 2010 2015
2.2.3 Asien 33 Mosambik -5,4 -12,5 %
2.2.4 Australien 40 Sudan -4,4 -18,5 %
2.2.5 Europa 47 Abbildung 8: Entwicklung der Waldfläche in Afrika zwi-
Sambia -4,2 -7,9 %
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55 schen 1990 und 2015. Quelle: FAO2
2.3.1 Amazonas 56 Angola -3,1 -5,1 %
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65 Botswana -2,9 -21,0 %
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77 Tabelle 1: Die 10 afrikanischen Länder mit dem höchsten
2.3.5 Greater Mekong Region 83 absoluten Waldverlust in Millionen Hektar zwischen 1990
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88 und 2015. Quelle: FAO13
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 Abbildung 7: Karte der afrikanischen Wälder
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 2.2.1.1 Zustand
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105
3.5 Bevölkerungszunahme 107 Die Wälder Afrikas bedecken eine Fläche von 624 Millionen giraffen.29 Die afrikanischen Wälder bilden die Lebens- Fläche der Schweiz. Der Verlust an Naturwaldfläche fällt
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 Hektar und damit 21 Prozent des afrikanischen Kontinents.28 grundlage für Millionen von Menschen und tragen als mit 86 Millionen Hektar sogar noch höher aus. Vom Wald-
Die größten Waldgebiete finden sich entlang des Äquators Kohlendioxid-Speicher zur Stabilisierung des globalen verlust besonders betroffen ist Nigeria (siehe Fallbeispiel:
3.7 Green Economy 110
und reichen von Sierra Leone an der afrikanischen West­ Klimas bei. Waldzerstörung für den Grill – Holzkohle aus Nigeria).
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 küste über das Kongobecken bis nach Kenia (Abbildung 7). Das westafrikanische Land verlor zwischen 1990 und 2015
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 Afrika war im letzten Viertel- knapp 60 Prozent seiner Waldbedeckung, über 10 Millionen
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 Die Artenvielfalt der afrika- jahrhundert der Kontinent, Hektar (Tabelle 1). Dies entspricht der zweieinhalbfachen
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 nischen Wälder ist großartig. der prozentual am meisten Fläche der Schweiz. Im ostafrikanischen Land Tansania war
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 Allein die Regenwälder des Waldfläche eingebüßt hat der Waldverlust mit knapp 10 Millionen Hektar nur gering-
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 Durch kommerziellen
Kongobeckens beheimaten (Abbildung 8). Zwischen 1990 fügig kleiner. Simbabwe ver-
über 400 Säugetierarten, und 2015 gingen dort knapp lor im gleichen Zeitraum 37
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 Holzeinschlag, mehr als 1.000 Vogelspezies Die Artenvielfalt der 12 Prozent der Waldfläche Prozent seiner Waldfläche.
3.12 Massenströme von Holz und Papier
Brennholzgewinnung und wahrscheinlich über afrikanischen Wälder ist verloren. Mit 81,6 Millionen Auch das Kongobecken war
in Deutschland und der Schweiz 126
und Wanderfeldbau hat 10.000 Pflanzenarten. Dort
großartig. Und als Kohlen­ Hektar entspricht der Wald-
Prozentual ist Afrika der mit der Demokratischen Re-
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 finden sich Gorillas, Schim- verlust in den vergangenen publik Kongo und Kamerun
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130
Afrika zwischen 1990 und pansen und Bonobos, Wald- dioxid-Speicher helfen sie 25 Jahren mehr als der dop-
Kontinent mit dem höchsten von großflächigen Waldver-
Quellen 135 2015 knapp 12 % seiner elefanten und Waldbüffel, mit bei der Stabilisierung pelten Fläche Deutschlands Verlust an Waldfläche im lusten betroffen (siehe 2.6.4).
Waldfläche verloren. Bongoantilopen und Wald­ des globalen Klimas. bzw. dem 20-Fachen der letzten Vierteljahrhundert.
22 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94 Landwirtschaftliche Nutzung in Virunga, Demokratische Kohlenstofffreisetzung durch Feuer auf Weideflächen Abtransport von Holz aus dem Wildschutzgebiet Okomu,
Republik Kongo (DRC) Kameruns Nigeria
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101 2.2.1.2 Ursachen
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 Hauptverantwortlich für die Entwaldung in Afrika ist der Holzkohle.30 Das Holz dafür wird oftmals illegal eingeschla- Schutzgebiete wie der Virunga-Nationalpark in der Demo­
3.5 Bevölkerungszunahme 107 Wanderfeldbau. Wälder werden durch Brandrodung meist gen.31 Besonders bedenklich ist, dass ein Teil dieser Holzkoh- kratischen Republik Kongo sind immer wieder durch inter-
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 kleinflächig in Felder umgewandelt, die dann für nur wenige le nicht dafür verwendet wird, den Energiebedarf der afri- nationale Konzerne gefährdet, die dort z. B. Öl fördern
Jahre intensiv genutzt werden. Wenn der Boden ausgelaugt kanischen Bevölkerung zu stillen, sondern die europäischen wollen. Bisher ist es dem WWF gemeinsam mit National-
3.7 Green Economy 110
ist und die schwindende Bodenfruchtbarkeit ausreichenden Baumärkte und Discounter mit preisgünstiger Grillkohle zu parkvertretern, Aktivisten vor Ort und einer staatlichen
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 Ernteertrag vermissen lässt, werden Anbauflächen und Sied- beliefern (siehe Fallbeispiel: Waldzerstörung für den Grill – Behörde gelungen, derartige Pläne abzuwehren.33
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 lungen verlegt und neue Waldstücke brandgerodet. Kleinere Holzkohle aus Nigeria).
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 Brachflächen können sich im Laufe der Jahre mit Sekundär- Nicht genug damit: Zukünftig
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 wald wiederbewalden. Bei Der kommerzielle Holzeinschlag trägt ebenfalls zur Zerstö- droht die großflächige indus-
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 größeren Flächen hingegen rung und Degradierung der afrikanischen Wälder bei. Bis zu trielle Landwirtschaft zum
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 führen Nähstoffentzug und 50 Prozent des Holzes werden illegal eingeschlagen.32 Haupt- Anbau von Palmöl, Soja und
Erosion zur Verwüstung. absatzmarkt für das afrikanische Tropenholz ist neben den Kautschuk, sich der afrika-
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 ehemaligen europäischen nischen Wälder zu bemäch-
3.12 Massenströme von Holz und Papier Ein weiterer Motor der Ent- Kolonialmächten vor allem Zukünftig droht den tigen. Entsprechende Pläne
in Deutschland und der Schweiz 126 waldung ist die Brennholz- China. Dort wird das afrikani-
afrikanischen Wäldern der umfassen allein im Kongo­
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 gewinnung, mit der die hei- sche Rund- und Schnittholz zu becken bis zu 1,6 Millionen
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 Eine der Hauptursachen für mische Bevölkerung ihren Parkett und anderen Holzpro-
Zugriff der industriellen Land­ Hektar Regenwald.34
Quellen 135 die Entwaldung in Afrika ist Energiebedarf deckt. Zugleich Bis zur Hälfte des Holzes wird dukten weiterverarbeitet und wirtschaft zum Anbau von
der Wanderfeldbau. steigt die Produktion von in Afrika illegal geschlagen. dann in alle Welt exportiert. Palmöl, Soja und Kautschuk.
23 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105
3.5 Bevölkerungszunahme 107
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 WWF-Engagement in der Region Mai Ndombe, Demokratische Republik Kongo (DRC). Das Land ist eines der ärmsten der Welt und beheimatet das zweitgrößte tropische Regenwaldgebiet der
Erde. Als solches kann es entscheidend zum Klimaschutz beitragen, indem es seinen Wald schützt. Dafür haben die Vereinten Nationen den Mechanismus REDD+ geschaffen. Die Abkürzung REDD
3.7 Green Economy 110
steht für „Reducing Emissions from Deforestation and Degradation“ (Verminderung von Emissionen aus Entwaldung und Schädigung von Wäldern). Die Grundidee ist einfach: Wer nachweislich
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 weniger Waldflächen abholzt, tut etwas für uns alle und erhält einen entsprechenden finanziellen Ausgleich.
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 2.2.1.3 Lösungen
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 Ein Lösungsansatz, um mit agrarökologischen landwirt- Auch die Konsumenten in den europäischen Ländern kön- Die Einbeziehung der Klimarelevanz der Wälder in das Pari-
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 schaftlichen Anbaupraktiken wie dem Fruchtwechsel die Bo- nen zum Erhalt der afrikanischen Wälder beitragen, indem ser Klimaschutzabkommen bietet neue Finanzierungsmög-
denfruchtbarkeit längerfristig zu erhalten und den Flächen- sie beim Kauf von Holz- und Papierprodukten auf das Siegel lichkeiten für den Waldschutz in Afrika. Im Rahmen von
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 verbrauch durch den Wanderfeldbau der kleinbäuerlichen des FSC achten, das die Herkunft des Materials aus verant- REDD+ erhalten Entwicklungsländer Ausgleichszahlungen
3.12 Massenströme von Holz und Papier Landwirtschaft zu verringern, besteht in der Ausbildung wortungsvollerer Waldbewirtschaftung und kontrollierten für erfolgreichen Waldschutz und die damit verbundene
in Deutschland und der Schweiz 126 der ländlichen Bevölkerung. Mit Projekten zur effektiveren Quellen signalisiert, die keinen Anteil an der Entwaldung CO2-Reduktion. Im Rahmen der „African Forest Landscape
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 oder alternativen Energiegewinnung ließe sich nicht nur der haben. Die Europäische Union sollte die Holzhandelsverord- Restoration Initiative“ (AFR100) wollen zudem Weltbank,
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 Brennholzbedarf der Bevölkerung verringern, sondern auch nung erweitern, um künftig kritische Holzprodukte wie z. B. Geberländer wie Deutschland und Naturschutzfonds eine
Quellen 135 deren Lebensstandard steigern. afrikanische Grillkohle besser kontrollieren und eine illegale Milliarde US-Dollar für die Aufforstung von 100 Millionen
Herkunft ausschließen zu können. Hektar Land in 22 afrikanischen Ländern bereitstellen.35
24 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 17 % der globalen
3.2 Der politische Beitrag 101 Waldflächen sind in
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 irgendeiner Form als
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 Schutzgebiete ausgewiesen.
3.5 Bevölkerungszunahme 107
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 Nigeria ist das Land mit dem höchsten Waldverlust in Ausgerechnet in einem Sack Grillkohle, der damit wirbt, Der Sabingo-Vulkan im Virunga-Nationalpark, Demokra-
Afrika. Setzt sich dies fort, wird das Land in 17 Jahren frei von Tropenholz zu sein, hat der WWF in einer Labor- tische Republik Kongo, ist von einer Waldlandschaft um-
3.7 Green Economy 110
„waldfrei“ sein. analyse ausschließlich Tropenholz nachgewiesen. geben, in der die sehr seltenen Berg-Gorillas noch Lebens-
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 raum finden.
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 2.2.1.4 Das tut der WWF
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 Der WWF setzt sich seit Jahrzehnten für den Schutz und Bewirtschaftungsmethoden entsprechend den Standards essengruppen an einen Tisch gebracht werden – neben der
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 die nachhaltige Nutzung der afrikanischen Wälder ein. Er der FSC-Zertifizierung. Innerhalb der Strategie zur Reduzie- Regierung auch Indigenenvertreter und lokale Nichtregie-
betreibt vor allem im Kongobecken und ostafrikanischen rung von Emissionen aus Entwaldung und Walddegradation rungsorganisationen (NGOs), Ackerbaufirmen, die Holz-
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 Ländern politische Lobbyarbeit für den Schutz der Wäl- (REDD+) entwickelt der WWF Projekte für lokale Gemein- industrie, Vertreter der UN und internationale Geber. Die
3.12 Massenströme von Holz und Papier der und eine naturschonende Nutzung der Ressourcen. schaften, wie die Nutzung des Waldes als Kohlenstoffspei- Mühe hat sich gelohnt: Als eines der ersten Länder der Erde
in Deutschland und der Schweiz 126 Unter anderem engagiert sich der WWF für Aufbau und cher.36 So gelang es dem WWF, 43 Millionen Euro aus dem hat der Kongo die Zusage erhalten, mit rund 43 Millionen
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 Erweiterung eines Schutzgebietsnetzes sowie das effizien- REDD+-Programm zum Schutz von Kongos Wäldern zu Euro gefördert zu werden, wenn in Mai-Ndombe nachweis-
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 te Management der Schutzgebiete. Hierzu gehört auch die sichern.37 Als einer der wichtigsten Impulsgeber treibt der lich Wald geschützt wird und dadurch CO2 gebunden bleibt.
Quellen 135 Förderung einer dauerhaften Finanzierung. Holzkonzessio- WWF seit 2010 REDD+ in Mai-Ndombe voran. Für einen
näre unterstützt der WWF bei der Einführung nachhaltiger jetzt bewilligten Weltbank-Antrag mussten über 30 Inter-
25 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17 Es ist auch aus moralischen
2.1.4 Das tut der WWF 18 Gesichtspunkten
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19 inakzeptabel, beim Grillen
2.2.1 Afrika 20 in Deutschland die letzten
2.2.2 Amerika 27
Reste des Tropenwaldes in
2.2.3 Asien 33
Nigeria zu verfeuern.
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55 Fallbeispiel: Waldzerstörung für den Grill – Holzkohle aus Nigeria
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65 Nigeria ist das Land mit dem höchsten Waldverlust in lassen, um den Import von illegal eingeschlagenem Holz „Die Testergebnisse sind erschütternd. Die Holzkohle-
2.3.3 Boreale Wälder 71 Afrika. Zwischen 1990 und 2015 verlor das westafrikani- einzudämmen. Holzkohle fällt jedoch nicht unter diese branche scheint nach wie vor rücksichtslos alles zu ver-
sche Land knapp 60 Prozent seiner Waldbedeckung, über Verordnung40 und kann unkontrolliert in die Europäische kohlen, was sie als billigen Rohstoff in die Finger be-
2.3.4 Kongobecken 77
10 Millionen Hektar. Mittlerweile sind nur noch 8 Pro- Union importiert werden. Den Angaben zu Holzarten und kommt. Die vielen Tropenholzfunde sind besonders
2.3.5 Greater Mekong Region 83 zent der Landfläche Nigerias mit Wald bedeckt. Geht die Holzherkunft auf den Holzkohlesäcken ist nicht immer schockierend. Wenn die Regenwälder beim Grillfest in
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88 Waldzerstörung in diesem Ausmaß weiter, wird Nigeria in zu trauen. Das renommierte Thünen-Institut in Hamburg Rauch aufgehen, befeuert das den Artenverlust und die
2.3.7 Kaukasus 94 17 Jahren „waldfrei“ sein. untersuchte 2016 im Auftrag einer österreichischen Ver- Klimakatastrophe. Die Branche muss schleunigst umden-
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99 braucherschutzorganisation 18 Proben von Holzkohle, ken“, kritisiert Johannes Zahnen, Holzexperte des WWF
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 Zugleich ist Nigeria laut den EU-Außenhandelsdaten das die von Baumärkten, Discountern und Supermärkten in Deutschland. Er fordert darüber hinaus, dass alle Holz-
3.2 Der politische Beitrag 101 Land, aus dem die Europäische Union die meiste Holz- Österreich verkauft wurde. In 3 Proben fanden die Wis- und Papierprodukte von der Europäischen Holzhandels-
kohle importiert – 2016 über 143.000 Tonnen. Ein Fünf- senschaftler Tropenholz, bei 3 weiteren Proben entspra- verordnung (EUTR) erfasst und dann auch kontrolliert
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
tel der Holzkohle, die in die EU importiert wird, stammt chen die gefundenen Holzarten nicht den Angaben auf werden. Grillkohle ist davon wie eine Reihe anderer Pro-
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 aus Nigeria. In der EU ist Deutschland mit 26.000 Ton- der Verpackung.41 Verkauft wurde die Holzkohle aus Tro- dukte bisher ausgenommen.
3.5 Bevölkerungszunahme 107 nen der drittgrößte Abnehmer nigerianischer Holzkohle, penholz von der Baumarktkette Hellweg und der öster-
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 nach Polen mit knapp 43.000 Tonnen und Belgien mit reichischen Aldi-Tochter Hofer.42 Wer würde wissentlich Die DIN-Logos, die auf vielen Packungen zu finden sind,
3.7 Green Economy 110 35.000 Tonnen. Damit wird mehr Holzkohle aus Nigeria tropischen Regenwald verfeuern, um ein paar Würstchen besagen lediglich, dass die Holzkohle zum Grillen geeig-
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 importiert, als in Deutschland selbst produziert wird (ca. zu grillen? Auch Deutschlands Grillfreunde können dies net ist. Sie garantieren keine Herkunft aus legalem Ein-
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 30.000 Tonnen38). 13 Prozent der deutschen Importe von nicht sicher ausschließen, wie eine aktuelle WWF-Markt- schlag oder gar einer nachhaltigen Forstwirtschaft.
Holzkohle stammen direkt aus Nigeria. Nigeria ist damit analyse (2017) handelsüblicher Grillkohlen belegt: Ins-
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 der zweitwichtigste Handelspartner. Nur aus Polen im- gesamt wiesen 80 Prozent der getesteten Grill-Produkte Es ist auch aus moralischen und ethischen Gesichts-
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 portiert Deutschland mit einem Anteil von 33 Prozent Auffälligkeiten wie falsch deklarierte Holzarten auf. In 40 punkten absolut inakzeptabel, dass in jeder Grillsaison
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 mehr Holzkohle. Wie die Handelsstatistik zeigt, stammt Prozent der Grillkohlen fanden die Umweltschützer sogar Hunderttausende Tonnen Holzkohle in Deutschland, der
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 vermutlich auch ein Teil dieser Holzkohle ursprünglich tropische Hölzer. Skandalöser Spitzenreiter der Verbrau- Schweiz und anderen europäischen Ländern verfeuert
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 aus Nigeria und gelangt über Polen auf den deutschen chertäuschung war eine Grillkohle, die mit dem Aufdruck werden, wenn dafür die letzten Reste des Tropenwaldes
3.12 Massenströme von Holz und Papier Markt. „kein Tropenholz “ warb, laut Laboranalyse jedoch aus- in Nigeria gerodet werden.
schließlich aus solchem bestand. In mehreren Kohlesä-
in Deutschland und der Schweiz 126
Nach Expertenschätzungen wird über die Hälfte des Hol- cken wurden auch Ulme, Padouk und Bongossi gefunden
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 zes in Nigeria illegal eingeschlagen.39 Die Europäische – allesamt Holzarten, die vom Aussterben bedroht sind.
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 Union hat zwar 2010 die EU-Holzhandelsverordnung er-
Quellen 135

26 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege


2.2.2 Amerika
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105
3.5 Bevölkerungszunahme 107
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108
In Südamerika vernichtete die Ausbreitung der industriellen Landwirtschaft, vor allem Sojaanbau und Rinder-
3.7 Green Economy 110
haltung, zwischen 1990 und 2015 über 90 Millionen Hektar Waldfläche. Ein beträchtlicher Teil dieser Agrar-
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 produkte wird aus Gründen der extremen Fleischnachfrage nach Europa exportiert. Die borealen Wälder Nord-
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 amerikas gefährdet der Abbau von Bodenschätzen wie Ölsand und die Auswirkungen des Klimawandels.
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118
3.10.2 Lacey Act (USA) 121
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123
3.12 Massenströme von Holz und Papier
in Deutschland und der Schweiz 126
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130
Quellen 135

27 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege


Zusammenfassung und Fazit 2 Entwicklung der Waldfläche in Amerika Nettowaldverlust
Absoluter Prozentualer Absoluter Prozentualer
1 Warum wir den Wald brauchen 7 Waldverlust Waldverlust Waldverlust Waldverlust
▼Mio. ha Land Land
2 Waldzerstörung und -degradierung 10 1990 – 2015 1990 – 2015
  1990 – 2015 1990 – 2015

2.1 Die globale Waldentwicklung 11 1.680 (Millionen Hektar) (Millionen Hektar)


2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12 1.660 Brasilien -53,2 -9,7  Honduras -43,6  -3,5
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
1.640 Bolivien -8,0 -12,8  Nicaragua -31,0  -1,4
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18 1.620 Argentinien -7,7 -22,1  El Salvador -29,7  -0,1
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19 1.600 Kolumbien -5,9 -9,2  Paraguay -27,6  -5,8
2.2.1 Afrika 20
1.580 Paraguay -5,8 -27,6  Guatemala -25,4  -1,2
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33 1.560 Venezuela -5,3 -10,3  Argentinien -22,1  -7,7
2.2.4 Australien 40 1.540 Peru -3,9 -5,1  Haiti -16,4  -0,02
2.2.5 Europa 47 1990 2000 2005 2010 2015
Mexico -3,7 -5,3  Belize -15,4  -0,2
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56 Abbildung 9: Entwicklung der Waldfläche in Amerika Honduras -3,5 -43,6  Ecuador -14,2  -2,1
zwischen 1990 und 2015. Quelle: FAO2
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65 Ecuador -2,1 -14,2  Bolivien -12,8  -8,0
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77 Tabelle 2: Die 10 amerikanischen Länder mit dem höchsten Tabelle 3: Die 10 amerikanischen Länder mit dem höchsten
2.3.5 Greater Mekong Region 83 absoluten Waldverlust in Millionen Hektar zwischen 1990 prozentualen Waldverlust zwischen 1990 und 2015. (Nur
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88 und 2015. Quelle: FAO13 Länder mit über 1.000 km² Landfläche) Quelle: FAO13
2.3.7 Kaukasus 94 2.2.2.1 Zustand
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
Amerika war im letzten Vierteljahrhundert der Kontinent und Uruguay jeweils um 1,1 bzw. 1 Millionen Hektar. Auch in Hohe Waldverluste im Millionenhektarbereich hatten auch
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 mit dem höchsten absoluten Verlust an Waldfläche (Abbil- der Dominikanischen Republik, Puerto Rico und Costa Rica Bolivien, Kolumbien, Venezuela, Peru und Ecuador zu ver-
3.2 Der politische Beitrag 101 dung 9). Zwischen 1990 und 2015 gingen dort 90,6 Millio- hat die Waldfläche in diesem Zeitraum stetig zugenommen. zeichnen (Tabelle 2), in denen sich Teile des Amazonas-Re-
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 nen Hektar Waldfläche verloren, davon knapp 53 Millionen genwalds befinden.
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 Hektar Naturwald. Damit schwand die Waldfläche binnen Auf der anderen Seite ging die Waldfläche allein in Brasi-
3.5 Bevölkerungszunahme 107 25 Jahren um 5,4 Prozent. Der Waldverlust entspricht der lien um 53 Millionen Hektar zurück (Tabelle 2). Brasilien In den Ländern Mittelamerikas fällt der Waldverlust insge-
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 2,6-fachen Fläche Deutschlands bzw. dem 22-Fachen der verlor damit knapp 10 Prozent seiner Waldfläche. Betroffen samt zwar geringer aus. Da aber deren Landesfläche wesent-
Fläche der Schweiz. sind hier vor allem der Amazonas-Regenwald (siehe Kapitel lich kleiner ist als die der meisten südamerikanischen Staa-
3.7 Green Economy 110
2.3.1) und der Atlantische Regenwald , der sich entlang der ten, kann ein flächenmäßig geringerer Waldverlust einen
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 Der Waldverlust ist in den brasilianischen Küste bis nach Paraguay und Nordargenti- hohen prozentualen Verlust an Waldfläche darstellen. So
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 amerikanischen Ländern sehr nien erstreckt (siehe Kapitel 2.3.2). In Argentinien ging die verlor Honduras fast die Hälfte, Nicaragua und El Salvador
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 unterschiedlich. Während in Waldfläche in den vergangenen 25 Jahren um ein Fünftel, fast ein Drittel der Waldfläche zwischen 1990 und 2015
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 manchen Ländern, allen voran fast 8 Millionen Hektar, zu- (Tabelle 3).
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 In Südamerika vernichten
in Brasilien, gewaltige Wald- rück. 2015 waren nur noch
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 vor allem Sojaanbau und
flächen verschwunden sind 9,9 Prozent der argentini- Von den Waldverlusten sind nicht nur lateinamerikanische
(Tabelle 2), ist die Waldfläche schen Landfläche von Wald Staaten betroffen. Auch in Kanada ging die Waldfläche zwi-
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 Rinderhaltung Millionen in anderen Ländern Nord-, bedeckt. Besonders betroffen schen 1990 und 2015 um 1,2 Millionen Hektar zurück43,
3.12 Massenströme von Holz und Papier
Hektar Waldfläche. Mittel- und Südamerikas so- sind hier die Trockenwälder verursacht durch Umwandlung in Agrarflächen, Abbau von
in Deutschland und der Schweiz 126
Ein Großteil wird aus gar gewachsen. In den USA
Brasilien verlor 10 % seiner der Gran-Chaco-Region, die Bodenschätzen und Ausbau der Infrastruktur und Sied-
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 wuchs die Waldfläche von den Norden Argentiniens, das lungsflächen.44 Die kanadische Waldfläche, die fast 350
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130
Gründen der extremen 1990 bis 2015 um 7,6 Millio-
Waldfläche. Besonders westliche Paraguay und den Millionen Hektar umfasst, schrumpfte damit aber nur um
Quellen 135 Fleischnachfrage nach nen Hektar, in Chile um 2,5 betroffen: der Amazonas- Südosten von Bolivien um- 0,35 Prozent.
Europa exportiert. Millionen Hektar, in Kuba und Atlantischer Regenwald. fasst (siehe Kapitel 2.3.2).
28 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105
3.5 Bevölkerungszunahme 107 Großflächiger Anbau von Soja-Bohnen (Glycine soja), Weiblicher Hirschkäfer (Lucanus cervus) an einer Fleisch im Kühlraum einer deutschen Fleischfabrik im
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 Raraná, Brasilien Eichen-Rinde texanischen Muenster
3.7 Green Economy 110
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 2.2.2.2 Ursachen
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 Die Ursachen der Waldzerstörung in Amerika sind vielfäl- te, die mit weiterer Zerstörung endet. Zumeist ist das auf le und Ölsand im Tagebau oder durch überdimensionierte
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 tig. Ein wichtiger Faktor ist die industrielle Landwirtschaft. diesem Wege geerntete wertvolle Tropenholz, wie z. B. Ma- Wasserkraftprojekte. An Bau und Finanzierung sind auch
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 Besonders in Südamerika werden die Regenwälder gerodet, hagoni, für die internationalen Märkte bestimmt. Für deren europäische Unternehmen und Banken beteiligt.
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 um Anbauflächen für Soja und Weideland für die Rinderhal- Bedarf weichen artenreiche Naturwälder öden Holzplanta-
tung zu gewinnen. Nur ein Teil dieser Agrarprodukte wird gen, die von der Zellstoff- und Die Auswirkungen des Klimawandels machen den amerika-
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 zur Nahrungsversorgung der südamerikanischen Bevölke- Papierindustrie verantwortet nischen Wäldern zu schaffen. Die globale Erwärmung be-
3.12 Massenströme von Holz und Papier rung verwendet. Als billiges Viehfutter werden Soja ebenso Die Erderwärmung werden. günstigt beispielsweise in den borealen Wäldern Nordameri-
in Deutschland und der Schweiz 126 wie Rindfleisch nach Europa exportiert, um hier unserer
als Klimawandel- kas die massenhafte Vermehrung von Forstschädlingen wie
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 Fleischproduktion zugutezukommen (siehe Kapitel 3.9). Nach wie vor fallen große dem Borkenkäfer. Längere Hitze- und Trockenheitsperioden
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130
folge macht den Waldflächen dem wachsenden erhöhen das Waldbrandrisiko.64
Quellen 135 Mit Holzeinschlag beginnt die Erschließung von Wäldern nordamerikanischen Energiebedarf zum Opfer, sei
und oft genug das erste Kapitel einer bekannten Geschich- Wäldern zu schaffen. es durch den Abbau von Koh-
29 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105
3.5 Bevölkerungszunahme 107
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 Teersand-Tagebau in der Mine Fort Mc Murray, Alberta Kanada. Der Abbau von Teersanden schlägt mit einem Mehrfachen an CO2-Emissionen zu Buche als die konventionelle Ölförderung.
Um Teersand zu gewinnen, muss auch Wald weichen.
3.7 Green Economy 110
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 2.2.2.3 Lösungen
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 Um die Wälder Amerikas zu erhalten, braucht es ein Bündel Artenvielfalt und Klimaschutz konsumieren sowie Lebens-
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 ineinandergreifender Maßnahmen. Neben der Identifizie- gerecht zu werden. mittelabfälle vermeiden. Soja
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 rung besonders schützenswerter Wälder und deren Auswei- und Palmöl sollten ebenso
sung als Schutzgebiete muss die verantwortungsvolle Be- Die Verbraucher in Europa wie Holz- und Papierprodukte
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123
3.12 Massenströme von Holz und Papier
wirtschaftung der übrigen Wälder deutlich gefördert werden. können zur Erhaltung der Europas Verbraucher nur mit den entsprechenden
Nur wenn diese Wälder der Bevölkerung einen Nutzen brin- Westliche Geberländer amerikanischen Wälder bei- schützen Amerikas Wälder, Zertifikaten gekauft werden,
in Deutschland und der Schweiz 126 gen, lässt sich langfristig deren Umwandlung in landwirt-
müssen die Staaten tragen, indem sie ihre eigenen
wenn sie ihre Ernährungs-
die eine Herkunft aus einer
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 schaftliche Flächen verhindern. Im Rahmen internationaler Konsum- und Ernährungs- verantwortungsvolleren Be-
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 Konventionen müssen westliche Geberländer die Staaten
Mittel- und Südamerikas gewohnheiten kritisch über- gewohnheiten fleischloser wirtschaftung ohne Waldzer-
Quellen 135 Mittel- und Südamerikas beim Erhalt ihrer Wälder finanziell beim Walderhalt finanziell denken und beispielsweise gestalten. störung belegen.
unterstützen , um der globalen Bedeutung des Waldes für unterstützen. Fleisch nicht mehr täglich
30 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 Monteverde-Nebel-
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 wald; Dunst in einem
3.5 Bevölkerungszunahme 107 feuchten Regenwald,
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 Costa Rica
3.7 Green Economy 110
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 Fallbeispiel: Waldschutz in Costa Rica
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 Costa Rica hat vorgemacht, wie sich der Waldverlust nicht nur aufhalten, sondern sogar umkehren lässt, wenn die Leistungen, die das Ökosystem Wald für die Gesellschaft erbringt, finanziell
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 honoriert werden. Noch bis in die 1990er Jahre hinein ging in dem mittelamerikanischen Land die Waldfläche kontinuierlich zurück. Erst die Idee, Waldbesitzer für jene Ökosystemdienst-
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 leistungen ihres Eigentums zu bezahlen, die sie für die Artenvielfalt, den Wasserhaushalt, den Klimaschutz und das Landschaftsbild erbringen, bewirkte die Trendwende. Seit 2000 stieg die
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 Waldfläche um 16 Prozent. 2015 waren wieder 54 Prozent der Landfläche bewaldet.18

3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 1995 machte es das Waldgesetz 7575 möglich, einen nationalen Fonds zum Schutz der Wälder, FONAFIFO, zu gründen, der Waldbesitzer bei der Aufforstung und der verantwortungsvol-
3.12 Massenströme von Holz und Papier len Waldbewirtschaftung unterstützt. Zur Finanzierung floss zunächst ein Anteil von 3,5 Prozent der Kraftstoffsteuer in den Fonds. Seit 2006 erhält der Fonds die Hälfte jener Abgaben, die
in Deutschland und der Schweiz 126 große Wasserverbraucher zum Schutz des Einzugsgebiets entrichten müssen. Zudem arbeitet der Fonds mit internationalen Geldgebern wie der Weltbank oder der deutschen KfW-Entwi-
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 cklungsbank zusammen.35 Der Fonds schließt Verträge mit privaten Waldbesitzern und zahlt für den Schutz der Wälder, für die ökologische Waldbewirtschaftung und Wiederaufforstung bis
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 zu mehreren Hundert Dollar pro Hektar und Jahr. Dadurch findet die staatliche Forstpolitik den nahezu einhelligen Rückhalt der privaten Waldbesitzer. Zudem hat der modellhafte Ansatz
Quellen 135 dazu beigetragen, das Umweltbewusstsein der Waldbesitzer und der Allgemeinbevölkerung zu stärken.45

31 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege


Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 Südlicher Pudu (Pudu puda), der kleinste Hirsch der Welt Besuchern wird im Rahmen der Umweltbildung des Chocó- Ecoregional-Programms (Kolumbien) der Samen der Panama-
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 Elfenbein-Palme gezeigt (Phytelephas seemannii).
3.5 Bevölkerungszunahme 107
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 2.2.2.4 Das tut der WWF
3.7 Green Economy 110
Der WWF setzt sich in Amerika auf vielfältige Weise für den In Lateinamerika stehen Schutz und Erhalt der Regenwälder tagen einer wachsenden Bedrohung ausgesetzt. Der WWF
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 Schutz und Erhalt der Wälder ein. In Nordamerika liegt ein durch die Schaffung und Finanzierung von Schutzgebieten setzt sich hier für eine grenzüberschreitende Naturschutz-
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 Schwerpunkt darauf, in Zusammenarbeit mit Unternehmen, sowie die Förderung naturverträglicher Wirtschaftssysteme zusammenarbeit und den Schutz von Wildtierpopulationen
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 Indigenen und Politik die Bewirtschaftung der temperierten im Vordergrund, beispielsweise im Amazonas-Regenwald und deren Lebensräume ein. Als einzige große internationa-
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 und borealen Wälder ökologischer zu gestalten, indem sich (siehe Kapitel 2.3.1) und im Atlantischen Regenwald, Gran le NGO, die in der Ökoregion aktiv ist, koordiniert der WWF
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 der WWF beispielsweise bei der Entwicklung von Standards Chaco und Chocó-Darién (siehe Kapitel 2.3.2). zudem die Unterstützung der Naturschutzmaßnahmen
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 für eine verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung wie dem durch internationale Organisationen wie der Weltnatur-
Forest Stewardship Council (FSC) einbringt. Auf nationaler Eine weitere Schwerpunktregion des WWF sind die Valdi- schutzunion IUCN, den FSC oder die Interamerikanische
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 und internationaler Ebene setzt sich der WWF dafür ein, die vischen Wälder, die sich an der Westküste Chiles bis nach Entwicklungsbank (IDP).
3.12 Massenströme von Holz und Papier Auswirkungen der globalen Klimaerwärmung, die beispiels- Argentinien hinein erstrecken. Sie sind die einzigen tem-
in Deutschland und der Schweiz 126 weise auch die borealen Wälder (siehe Kapitel 2.3.3) bedro- perierten Regenwälder Südamerikas und Heimat der pa-
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 hen, im wissenschaftlich gesetzten Rahmen zu halten. Über- tagonischen Zypresse, die bis zu 115 Meter Höhe erreichen
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 dies geht es in den wohlhabenden Ländern Nordamerikas kann, sowie des Pudu (Pudu pudu), des kleinsten Hirsches
Quellen 135 auch darum, die schädlichen Auswirkungen des Konsumver- der Welt. Die Wälder sind jedoch durch intensiven Holzein-
haltens auf die Wälder zu verringern. schlag und Umwandlung in Kiefern- und Eukalyptusplan-
32 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
2.2.3 Asien
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 Südostasien büßte in den
3.5 Bevölkerungszunahme 107 letzten 25 Jahren wegen
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 zumeist illegaler Umwand-
3.7 Green Economy 110 Während die Waldfläche auf dem asiatischen Kontinent mit den Aufforstungen in China und Vietnam ins-
lung in Holz- und Palmöl-
gesamt gewachsen ist, gingen in Südostasien in den letzten 25 Jahren durch illegalen Holzeinschlag und zu-
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 meist illegale Umwandlung in Holz- und Palmölplantagen Millionen Hektar Regenwald verloren.
plantagen Millionen Hektar
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 Regenwald ein.
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118
3.10.2 Lacey Act (USA) 121
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123
3.12 Massenströme von Holz und Papier
in Deutschland und der Schweiz 126
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130
Quellen 135

33 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege


Zusammenfassung und Fazit 2 Entwicklung der Waldfläche in Asien
Absoluter Prozentualer
1 Warum wir den Wald brauchen 7 Waldverlust Waldverlust
▼Mio. ha
2 Waldzerstörung und -degradierung 10 Land
1990 – 2015 1990 – 2015

2.1 Die globale Waldentwicklung 11 580


(Millionen Hektar)
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12 Indonesien -27,5 -23,2 %
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16 560
2.1.3 Lösungen 17 540
Myanmar -10,18 -25,9 %
2.1.4 Das tut der WWF 18 Kambodscha -3,5 -26,9 %
520
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
Nordkorea -3,2 -38,6 %
2.2.1 Afrika 20 500
2.2.2 Amerika 27 480
Nepal -1,2 -24,5 %
2.2.3 Asien 33 Pakistan -1,1 -41,7 %
2.2.4 Australien 40 460
Osttimor -0,3 -29,0 %
2.2.5 Europa 47 1990 2000 2005 2010 2015
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55 Sri Lanka -0,2 -9,4 %
2.3.1 Amazonas 56 Waldfläche ohne Aufforstung
Kirgisistan -0,2 -23,8 %
Aufforstungen seit 1990
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
Südkorea -0,2 -2,9 %
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83 Jingzhushan-Forstplantage in Linxiang, China Abbildung 10: Entwicklung der Waldfläche in Asien zwi- Tabelle 4: Die 10 asiatischen Länder mit dem höchsten ab-
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88 schen 1990 und 2015. Quelle: FAO2 soluten Waldverlust in Hektar zwischen 1990 und 2015.
2.3.7 Kaukasus 94 Quelle: FAO13
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 2.2.3.1 Zustand
3.5 Bevölkerungszunahme 107
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 Asien hatte in den 1990er Jahren noch einen Rückgang bewaldet. Die Aufforstungen sollen vor allem die Wüstenbil- artenreicher Regenwaldfläche allein in Indonesien zwischen
der Waldfläche um insgesamt 2,2 Millionen Hektar zu ver- dung eindämmen. Allerdings kommen bei den Aufforstun- 1990 und 2015. In Myanmar gingen im gleichen Zeitraum
3.7 Green Economy 110
zeichnen (Abbildung 10). Zwischen 2000 und 2015 wuchs gen oft geklonte und teilweise auch gentechnisch veränderte über 10 Millionen Hektar Waldfläche verloren, in Kambod-
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 die Waldfläche in Asien jedoch netto um 27,5 Millionen Bäume zum Einsatz.47 Über ein Viertel sind nicht heimische scha knapp 3,5 Millionen Hektar (Tabelle 4).
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 Hektar oder fast 5 Prozent – trotz der verheerenden Wald- Baumarten.48 In Indien wuchs
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 zerstörung in manchen südostasiatischen Ländern. Die Na- die Waldfläche im gleichen Besonders verheerend ist der Waldverlust auch in Nord-
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 turwaldfläche ging im gleichen Zeitraum um 8,7 Millionen Zeitraum um 10 Prozent oder korea und Pakistan, die beide in den vergangenen 25 Jah-
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 Hektar zurück. Doch allein in China wurden von 1990 bis 6,7 Millionen Hektar, in Viet- ren um die 40 Prozent ihrer
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 2015 über 51 Millionen Hektar nam sogar um 58 Prozent (5,4 Waldfläche einbüßten . In
neu aufgeforstet. Die chinesi- Millionen Hektar). Allerdings Pakistan sind nur noch 2 Pro-
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 sche Waldfläche vergrößerte Zwar hat Asien mit Chinas handelt es sich auch hier größ- zent der Landfläche bewaldet.
3.12 Massenströme von Holz und Papier sich damit um ein Drittel. 28 Aufforstung Wald hinzuge- tenteils um industrielle Holz- Nepal verlor in den 15 Jahren
in Deutschland und der Schweiz 126 China hat das Ziel, bis 2020
wonnen, doch auch massiv plantagen und Monokulturen zwischen 1990 und 2005 ein
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 den Waldanteil auf 23 Prozent aus Akazien oder Eukalyptus. Viertel seiner Waldfläche.
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130
China hat mit gewaltiger Auf- seiner Landesfläche zu erhö- artenreichen Regenwald in Verheerend ist der Wald- Seither hat das Land jedoch
Quellen 135 forstung seine Waldfläche hen.46 2015 waren bereits wie- Indonesien, Myanmar und Demgegenüber steht ein Ver- verlust in Nordkorea und weiteren Waldverlust aufhal-
um ein Drittel vergrößert. der 22 Prozent der Landfläche Kambodscha verloren. lust von 27,5 Millionen Hektar Pakistan. ten können.
34 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105
3.5 Bevölkerungszunahme 107
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108
3.7 Green Economy 110
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 Früchtebündel der Ölpalme, Kimbe Bay, Papua-Neuguinea Aus alt mach neu – Altpapier als Rohstoff für Recycling- Transport von Akazienstämmen auf dem Trans-Sumatra-
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 papier Fernverkehrsroute, Provinz Riau, Indonesien
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 2.2.3.2 Ursachen
3.10.2 Lacey Act (USA) 121
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 Hotspot der Waldzerstörung ist Südostasien, angetrieben Zu den Ursachen des Waldverlusts muss überdies der oft zeitig wachsendem Holzbedarf haben zudem nicht nachhal-
vor allem von industrieller Landwirtschaft, besonders vom illegal praktizierte Holzeinschlag gezählt werden. Wertvolle tigen und illegalen Holzeinschlag in anderen Ländern der
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 Anbau von Palmöl, aber auch Zucker, Reis und Kautschuk. Holzarten wie Birma-Teak (Tectona grandis) oder Ramin Region angekurbelt.50
3.12 Massenströme von Holz und Papier Ein Großteil der landwirtschaftlichen Produkte ist für den (Gonystylus spp.) sind auf den internationalen Märkten be-
in Deutschland und der Schweiz 126 Export, auch nach Europa, bestimmt. Klimaschutzmaßnah- gehrt und mittlerweile vom Aussterben bedroht. Auf Sumat- Korruption und Vetternwirtschaft erschweren darüber hin-
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 men der EU, wie die Beimischung von Palmöl in Kraftstoffe, ra fallen Wälder großflächig der Papierindustrie zum Opfer. aus in manchen asiatischen Ländern die Durchsetzung der
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 haben eine kontraproduktive Auswirkung auf die globale Über den Umweg China gelangt das Tropenholzpapier als Forstgesetze und den wirksamen Schutz der Wälder.
Quellen 135 Treibhausgasbilanz, wenn für die benötigten Anbauflächen Bücher auch auf den deutschen Markt.49 Einschlagsbe-
Regenwald wie in Südostasien gerodet wird. schränkungen in China, Vietnam und Thailand bei gleich-
35 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105
3.5 Bevölkerungszunahme 107
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 Einen Mindeststandard für den Anbau von Palmöl bietet seit 2004 der Runde Tisch für Nachhaltiges Palmöl (Round Table for Sustainable Palmoil, RSPO), an dem sich der WWF International
als eines von über 3.000 Mitgliedern engagiert und sich u. a. für eine Verschärfung der bestehenden Anbaurichtlinien einsetzt. Aber bei RSPO handelt es sich lediglich um einen Mindeststandard.
3.7 Green Economy 110
Der WWF fordert daher alle Unternehmen auf, ihre Lieferanten zusätzlich zur Zertifizierung in die Pflicht zu nehmen.
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 Hier im Bild eine Mitarbeiterin des RSPO-zertifizierten Palmöl-Produzenten „Agrocaribe“.
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 2.2.3.3 Lösungen
3.10.2 Lacey Act (USA) 121
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 Neben der Einrichtung von Schutzgebieten brauchen die dessen vorhandene Brachflächen für die Landwirtschaft zu nahmen verzichten, die in anderen Erdteilen den Ausstoß
asiatischen Länder Unterstützung, um Wege für eine wirt- nutzen. Dazu können freiwillige Zertifizierungssysteme wie von Treibhausgasen ankurbeln. Dazu würden beispielsweise
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 schaftliche Entwicklung ohne weitere Waldzerstörung zu der RSPO51 ebenso beitragen wie zwischenstaatliche Förder- verbrauchsärmere Motoren und die Entwicklung umwelt-
3.12 Massenströme von Holz und Papier finden. Erfolgversprechend hierfür ist einerseits die Be- instrumente im Rahmen des Klimaschutzes (REDD+) oder freundlicherer Transportkonzepte beitragen. Dies würde die
in Deutschland und der Schweiz 126 kämpfung der Korruption und andererseits eine Rechts- der Forest Landscape Restoration. CO2-Emissionen des Verkehrssektors tatsächlich reduzieren,
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 situation in der Landnutzungsplanung, die gleichermaßen anstatt die Treibhausgasbilanz durch die Beimischung nicht
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 ökonomische als auch ökologische und soziale Interessen Auf der anderen Seite sollten die Europäische Union und nachhaltiger Biokraftstoffe wie Palmöl künstlich schönzu-
Quellen 135 berücksichtigt. Zusätzlich sind finanzielle Anreize nötig, die andere Industrienationen die globalen Auswirkungen ihrer rechnen.
helfen, auf eine Rodung der Wälder zu verzichten und statt- Klimaschutzpolitik als Auftrag verstehen und auf alle Maß-
36 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20 Mit jedem Tiger,
den wir schützen,
2.2.2 Amerika 27
schützen wir 100 km2 Wald.
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47 Der Wald sorgt für Wasser,
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55 saubere Luft ...

2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77 ... und Nahrung
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105
3.5 Bevölkerungszunahme 107 Tiger können nur in Landschaften mit besonderem Tigerschutz überleben.
Deshalb hilft
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 Tigerschutz allen.
3.7 Green Economy 110
2.2.3.4 Das tut der WWF
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 Dem Schutz der Wälder kommt in vielen Artenschutzprojek- sogenannte „Tiger Conservation Landscapes“ identifiziert, schutz nicht nur den Tigern selbst zugute, sondern der ge-
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 ten des WWF eine maßgebliche Bedeutung zu. Schließlich in denen in den vergangenen zehn Jahren Tiger nachgewie- samten Landschaft. Denn Tiger benötigen große Streifgebie-
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 ist die Zerstörung des Lebensraums in aller Regel Haupt- sen wurden und die in Zukunft ausreichend Lebensraum für te mit vielen verschiedenen Waldhabitaten, die weitgehend
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 ursache für das Aussterben einer Tierart. Ein gutes Beispiel eine Mindestanzahl von 20 erwachsenen Tigern bieten wür- frei von menschlichen Störungen und reich an Beutetieren
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 dafür ist das Tiger-Programm des WWF, das im Jahr 2010 – den. Um seine Kräfte nun effektiv zu bündeln, hat der WWF sind. Dabei spielen Tiger in ihrem Verbreitungsgebiet eine
nach dem chinesischen Kalender das „Jahr des Tigers“ – mit aus diesen Gebieten zwölf von besonderer Größe oder Wich- wichtige Rolle in der Struktur und der Funktion der Wald-
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 dem Ziel gestartet wurde, bis zum nächsten Jahr des Tigers tigkeit ausgewählt, auf denen der Hauptfokus der WWF- ökosysteme, von denen sowohl Wildtiere als auch Menschen
3.12 Massenströme von Holz und Papier 2022 die Zahl der Tiger in der freien Wildbahn auf etwa Arbeit liegt. Eine dieser Regionen ist die des Amur-Heilong abhängen. Wenn sich der WWF für den Schutz des Tigers
in Deutschland und der Schweiz 126 6.000 Tiere zu verdoppeln. Um dieses ambitionierte Ziel zu im russischen Fernen Osten und dem benachbarten chine- und seiner Lebensräume einsetzt, werden diese Gebiete
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 erreichen, müssen die Tiger, ihre Beute und Lebensräume sischen Grenzgebiet. Sechs befinden sich in Indien, Bangla- auch gleichzeitig für die dort vorkommende Tier- und Pflan-
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 effektiv geschützt, aber vor allem auch der illegale Handel desch, Bhutan und Nepal sowie fünf weitere, zum Teil grenz- zenwelt bewahrt – und damit auch die Lebensgrundlage der
Quellen 135 mit Tigern massiv reduziert werden. Schon 2006 hatte der übergreifende, in Indonesien, Kambodscha, Laos, Myanmar, einheimischen Bevölkerung.
WWF weltweit Tigerhabitate kartiert und solche Gebiete als Malaysia, Thailand und Vietnam. Insgesamt kommt Tiger-
37 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 Holztransporte, Provinz Riau, Sumatra, Indonesien
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 Parallel dazu baut der WWF auf internationaler Ebene sich dabei um eine freiwillige Initiative von über 3.600 Pro- POIG zählen Greenpeace, Rainforest Action Network, Forest
3.5 Bevölkerungszunahme 107 Druck auf die Papier- und Palmölindustrie auf, deren nicht duzenten, Verarbeitern, Händlern, Finanzinstitutionen und Peoples Programme, die Sumatran Orangutan Society oder
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 nachhaltige und teils illegale Aktivitäten verantwortlich für NGOs, die es sich zum Ziel gesetzt hat, den Palmölanbau Wetlands International, aber auch Wirtschaftsunternehmen
die starke Zerstörung von Tigerlebensraum sind. In einer umwelt- und sozialverträglicher zu machen.52 Der RSPO ist wie Danone, Ferrero oder Barry Callebaut. Ziel der POIG ist
3.7 Green Economy 110
Koalition mit anderen Umweltorganisationen deckt der ein Mindeststandard und entspricht nicht in allen Aspek- die Etablierung einer verantwortungsvoll agierenden Liefer-
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 WWF illegale Aktivitäten auf und setzt damit die Konzerne ten den Anforderungen des kette, in der die Produktion von Palmöl nicht mehr mit der
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 unter Druck, illegale Machenschaften zu beenden. Weltweit WWF. Aber die RSPO-Richt- Zerstörung von Wäldern und Torfmooren, der Ausbeutung
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 ruft der WWF Unternehmen dazu auf, keine Geschäfte mit linien sind strenger als die von lokalen Gemeinschaften und Arbeitern und dem Klima-
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 Konzernen zu machen, die eine gesetzlichen Vorschriften in wandel einhergeht.53
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 waldzerstörerische Praxis be- den Produktionsländern.
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 treiben oder eine illegale Her-
Der WWF ruft Unternehmen
Mit der Unterstützung von Regierungen bei Aspekten der
kunft des Holzes verschleiern. Der WWF setzt sich überdies Landnutzungsplanung sucht der WWF auch nach anderen
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 dazu auf, keine Geschäfte für eine Verschärfung der Wegen, der Entwaldung etwas entgegenzusetzen. Auf euro-
3.12 Massenströme von Holz und Papier
In vielen Artenschutzpro- Gemeinsam mit Vertretern mit Konzernen zu machen, RSPO-Richtlinien ein und hat päischer Ebene macht sich der WWF zudem für eine Ver-
in Deutschland und der Schweiz 126
jekten des WWF steht der der Wirtschaft und anderen
die eine waldzerstörerische dazu mit RSPO-zertifizierten besserung der Nachhaltigkeitskriterien für Biokraftstoffe
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 Nichtregierungsorganisatio- Unternehmen und anderen stark54, die in nicht geringem Maße in Asien produziert wer-
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130
Waldschutz im Zentrum. nen hat der WWF den Runden
Praxis betreiben oder NGOs die Palm Oil Innova- den. Nach Ansicht des WWF sollten Nachhaltigkeitsanfor-
Quellen 135 Denn Waldschutz ist auch Tisch für Nachhaltiges Palmöl eine illegale Holzherkunft tion Group (POIG) gegrün- derungen auf alle Biomassenutzungspfade (stofflich, energe-
Artenschutz. (RSPO) gegründet. Es handelt verschleiern. det. Zu den Mitgliedern der tisch, Lebens- u. Futtermittel) ausgeweitet werden.
38 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94 Teakholz-Transport, Myanmar
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 Fallbeispiel: Illegales Teak aus Myanmar (Birma)
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 Myanmar ist das asiatische Land mit dem zweithöchsten das sogenannte Burma-Teak vor allem im Schiffsbau hoch Der „Spiegel“ berichtete (2016; Nr. 50), die BLE habe sich
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 Waldverlust nach Indonesien. Zwischen 1990 und 2015 begehrt. schützend vor die Kieler Werft gestellt. Jetzt ermittelt die
3.5 Bevölkerungszunahme 107 verlor das südostasiatische Land ein Viertel seiner Wald- Kieler Staatsanwaltschaft. Erst danach rief die BLE Im-
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 fläche.28 Holzeinschlag und die Umwandlung in Agrarflä- So wurde nach Erkenntnissen der Kieler Staatsanwalt- porteure von Myanmar-Teak dazu auf, sich „ab jetzt“ an
chen sind die Haupttreiber der Entwaldung. Korruption55 schaft für die größte Segeljacht der Welt des russischen die EU-Holzhandelsverordnung zu halten, was aus Sicht
3.7 Green Economy 110
und illegaler Holzeinschlag sind weit verbreitet.56 Milliardärs Andrej Melnitschenko illegales Teakholz aus des WWF irritierend ist, da die EU im Februar 2016 in
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 Myanmar verwendet. Importiert wurde es von spanischen einem Zusatzdokument noch einmal klarstellte, dass
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 Nach Einschätzung der UN sind 85 Prozent der Holzex- und deutschen Unternehmen. Das hatte die gemeinnüt- staatliche Dokumente als Legalitätsnachweis aus korrup-
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 porte aus Myanmar illegal.57 zige Umweltorganisation Environmental Investigation ten Ländern nicht ausreichen.
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 Ein großer Teil des natürlichen Agency (EIA) herausgefunden. Der WWF informierte dar-
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 Teakvorkommens findet sich in aufhin die in Deutschland zuständige Behörde BLE (Bun- Bereits 2009 recherchierte der WWF zusammen mit „Re-
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 Myanmar.56 Das Teakholz aus desanstalt für Landwirtschaft und Ernährung). Obwohl port-Mainz“ illegale Teakholz-Importe aus Myanmar und
den Naturwäldern Myanmars die EU-Holzhandelsverordnung verbietet, illegal einge- erstattete mehrere Anzeigen. 2014 folgte eine Anzeige des
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 ist besonders wertvoll, da es – schlagenes Holz in Verkehr zu bringen und die vorgeleg- WWF bei der BLE, weil ein Möbelhaus in Deutschland
3.12 Massenströme von Holz und Papier im Gegensatz zu Plantagenteak ten staatlichen Dokumente aus Myanmar nach Ansicht Stühle aus „dunklem Burma-Teak“ zu verdächtig güns-
in Deutschland und der Schweiz 126 Nach Einschätzung der UN – langsam gewachsen ist und des WWF nicht die Anforderungen der EU-Verordnung tigem Preis verkaufte. Eine Labor-Analyse bestätigte die
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 sind 85 % der Holzexporte dadurch haltbarer ist. Trotz des erfüllten, durfte die „Yacht-A“ der BLE davonsegeln. Herkunft Myanmar. Zu Anklagen oder Verurteilungen ist
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 aus Myanmar illegal. hohen Risikos der Illegalität ist es bis heute in keinem der Fälle gekommen.
Quellen 135

39 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege


2.2.4 Australien
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105
3.5 Bevölkerungszunahme 107
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108
3.7 Green Economy 110
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118
3.10.2 Lacey Act (USA) 121
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123
3.12 Massenströme von Holz und Papier
in Deutschland und der Schweiz 126
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130
Quellen 135

40 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege


Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105
3.5 Bevölkerungszunahme 107
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108
Australien erlitt zwischen 2000 und 2010 mit über 5,6 Millionen Hektar einen immensen Waldverlust.
3.7 Green Economy 110
Ursachen sind die Umwandlung in Weideland und Ackerflächen sowie der Kohletagebau. Zusätzlich führt
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 der Klimawandel vermehrt zu Trockenheit und verheerenden Waldbränden.
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118
3.10.2 Lacey Act (USA) 121
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123
3.12 Massenströme von Holz und Papier
in Deutschland und der Schweiz 126
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130
Quellen 135

41 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege


Zusammenfassung und Fazit 2 Entwicklung der Waldfläche in Australien Nettowaldverlust
1 Warum wir den Wald brauchen 7
▼Mio. ha
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11 128
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12 127
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16 126
2.1.3 Lösungen 17 125
124 Queensland
2.1.4 Das tut der WWF 18
123
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19 122
2.2.1 Afrika 20 121
2.2.2 Amerika 27 120
New South
2.2.3 Asien 33 Wales
1990 2000 2005 2010 2015
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65 Abbildung 11: Entwicklung der Waldfläche in Australien
2.3.3 Boreale Wälder 71 zwischen 1990 und 2015. Quelle: FAO2
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83 Landwirtschaftliche Flächen im Bereich eines kreisrunden Abbildung 12: Entwaldungsfront (rosa) in Australien
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88 Bewässerungssystems, Queensland, Australien
2.3.7 Kaukasus 94 2.2.4.1 Zustand
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
Australien reicht von den Subtropen bis tief in die südliche Pflanzen- und 390 Tierarten nach Einschätzung der austra- Gefährdet sind vor allem die Wälder entlang der Ostküste
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 gemäßigte Klimazone und hat eine Waldfläche von 125 Mil- lischen Regierung als bedroht. Bei 77 Prozent der bedrohten Australiens in den Bundesstaaten Queensland und New
3.2 Der politische Beitrag 101 lionen Hektar43, etwa zehnmal so viel wie Deutschland. Von Pflanzenarten und bei 73 Prozent der Tierarten gilt die Ent- South Wales. Mindestens 10 Prozent der terrestrischen Ar-
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 der 768 Millionen Hektar großen Landfläche sind dennoch waldung sowie die daraus resultierende Zerschneidung und ten Australiens kommen nur in diesem Gebiet vor, weitere
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 nur 16 Prozent mit Wald bedeckt. Australien ist damit, ab- Degradierung der Lebensräume als Gefährdungsursache.61 24 Prozent haben dort ihren Verbreitungsschwerpunkt.65
3.5 Bevölkerungszunahme 107 gesehen von der Antarktis, der waldärmste Kontinent. Wei- Der WWF befürchtet, dass bis 2030 weitere 3 bis 6 Millio-
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 tere 251 Millionen Hektar, also mehr als doppelt so viel wie Australien verlor zwischen 2000 und 2010 über 5,6 Millio- nen Hektar Wald in dieser Region gerodet werden könnten59
die australische Waldfläche, sind so licht bewaldet, dass sie nen Hektar Wald, 4,4 Prozent der australischen Waldfläche – eine Fläche etwa so groß wie die Schweiz. Selbst eines der
3.7 Green Economy 110
nicht mehr unter die FAO-Definition für Wald fallen, nach (Abbildung 11 und 12). Damit hatte Australien in diesem Wappentiere Australiens, der Koala, wurde aufgrund der
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 der die Bäume über 5 Meter hoch und deren Kronen min- Zeitraum den zweitgrößten Waldverlust weltweit nach Brasi- Entwaldung in Queensland und New South Wales bereits als
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 destens 10 Prozent der Fläche beschirmen müssen.58 lien zu verzeichnen.48 Von 2010 bis 2015 stieg die Waldfläche vom Aussterben gefährdet eingestuft.66
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 nach der Einführung strengerer Gesetze zwar wieder um 1,5
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 Gleichzeitig ist Australien der Millionen Hektar62 an, doch ständige Versuche, die Gesetz- Die Entwaldung im Norden der Ökoregion trägt erheblich
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 einzige Kontinent, auf dem alle gebung aufzuweichen, lassen zur Sedimentbelastung bei, die das Great Barrier Riff schä-
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 drei Unterklassen der Säugetie- einen Wiederanstieg der Ent- digt. Der Oberflächenabfluss des Regenwassers wuchs um
re leben – eierlegende Ursäuger waldungsrate befürchten.63 40 Prozent bis 100 Prozent67 an. Neben der direkten Boden-
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 wie das Schnabeltier, Beuteltie- Zudem bedrohen die Auswir- erosion nach der Waldrodung verursacht die nachfolgende
3.12 Massenströme von Holz und Papier
in Deutschland und der Schweiz 126 Australien ist – von der re wie Känguru oder Koala, und kungen des Klimawandels, wie Nutzung der gerodeten Flächen als Weideland und Acker-

Antarktis abgesehen – mit


Plazentatiere, zu denen auch
Die Entwaldung im Norden Trockenheit und Waldbrände, flächen einen kontinuierlichen Eintrag von Bodensediment,
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 der Mensch zählt.59 Etwa 8 Pro- die australischen Wälder64 Nährstoffen und Chemikalien in das Riff.68
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 einer Waldbedeckung von zent aller Tier- und Pflanzenar-
trägt erheblich zur Sedi- (siehe Fallbeispiel: Brennende
Quellen 135 nur 16 % der waldärmste ten weltweit sind in Australien mentbelastung bei, die das Wälder auf Tasmanien, Kapitel
Kontinent der Erde. zu finden60, davon gelten 1.250 Great Barrier Riff schädigt. 2.2.4.4).
42 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105
3.5 Bevölkerungszunahme 107
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108
3.7 Green Economy 110
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 88 % der gerodeten Wald-
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 fläche Australiens wird in
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 Weideland umgewandelt.
3.10.2 Lacey Act (USA) 121
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 Rinderfarm in Queensland, Australien Vorbereitung des Feldes für den Anbau von Zuckerrohr, Queensland, Australien

3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123


3.12 Massenströme von Holz und Papier 2.2.4.2 Ursachen
in Deutschland und der Schweiz 126
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 Die Viehhaltung ist der Haupttreiber der Entwaldung. Wäldern im Bundesstaat New South Wales den Verlust an der Brigalow-Savanne und östlich temperierte Wälder zum
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 88 Prozent der gerodeten Waldfläche werden in Weideland natürlichen Wäldern voran. Hinzukommen der Ackerbau, Opfer fallen.59
Quellen 135 umgewandelt. Forstwirtschaft und die Umwandlung in der in manchen Gegenden die Hauptursache der Entwal-
Plantagen treibt vor allem in den östlichen temperierten dung ist, und der Kohletagebau, dem signifikante Flächen in
43 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105
3.5 Bevölkerungszunahme 107
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108
3.7 Green Economy 110
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118
3.10.2 Lacey Act (USA) 121
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 Cape Tribulations-Nationalpark, Queensland, Australien

3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123


3.12 Massenströme von Holz und Papier 2.2.4.3 Lösungen
in Deutschland und der Schweiz 126
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 In einer hoch entwickelten Industrienation wie Australien chende Gesetzgebung den Waldverlust nicht nur aufhalten, wieder ansteigt. Hier gilt es, die Gesetze zum Waldschutz
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 ist der Erhalt der Wälder in erster Linie eine Frage des poli- sondern sogar umkehren kann. Die jüngste Entwicklung gegenüber den Partikularinteressen von Lobbygruppen zu
Quellen 135 tischen Willens. Der Anstieg der Waldfläche um 1,5 Millio- zeigt jedoch, dass die Gesetze zum Schutz der Wälder wieder verteidigen, die beispielsweise fundamentale Gesetzesände-
nen Hektar seit 2010 zeigt eindrucksvoll, dass eine entspre- aufgeweicht werden und die Entwaldungsrate entsprechend rungen zugunsten der Landwirtschaft fordern.69
44 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 Fallbeispiel: Brennende Wälder auf Tasmanien
3.5 Bevölkerungszunahme 107
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 In den Wäldern Tasmaniens sind neben den höchsten ausgelöst wurde, in dem feuchten Regenwaldklima kaum 300 Brände, davon 15 auf dem Gebiet des UNESCO-Welt-
Laubbäumen der Welt (Eucalyptus regnans) viele ural- aus.71 Anfang 2016 kam es auf Tasmanien, einer Insel erbes. Die Bekämpfung der Brände gestaltete sich schwie-
3.7 Green Economy 110
te Baumarten beheimatet, die es nur dort noch gibt. Das südlich von Australien, zu einer Serie von Bränden. In rig, da die Mehrzahl der Brände in abgelegenen, unzu-
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 tasmanische Ökosystem erlaubt einen einzigartigen Rück- der Saison 2015/2016 waren Winter, Frühling und Som- gänglichen Gebieten wütete. Über 5.600 tasmanische
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 blick auf die Erdgeschichte. In ihren Grundzügen gehen mer in Tasmanien extrem trocken, da ein positiver In- Feuerwehrleute, unterstützt durch 1.000 Kollegen aus an-
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 Flora und Fauna Tasmaniens auf die Zeit des Superkon- discher-Ozean-Dipol und ein El Niño zusammentrafen deren australischen Bundesstaaten und bis zu 40 Lösch-
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 tinents Gondwana vor über 100 Millionen Jahren zurück und sich gegenseitig verstärkten.72 Bei einem positiven flugzeuge, waren im Einsatz, um die Feuer unter Kontrol-
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 – also auf das Zeitalter der Dinosaurier. Etwa 40 Prozent Indischer-Ozean-Dipol ist der östliche Teil des Indischen le zu bekommen.51
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 der Landesfläche sind Schutzgebiete. Die Hälfte davon, Ozeans kühler als normal, sodass es in Australien weniger
ungefähr 1,6 Millionen Hektar, sind als UNESCO-Welt- Niederschläge gibt. Als El Niño bezeichnet man ein Kli- Insgesamt fielen den Flammen im Januar und Februar
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 erbe eingestuft.70 maphänomen, das aus veränderten Warmwasserströmen über 100.000 Hektar zum Opfer, davon 20.100 Hektar
3.12 Massenströme von Holz und Papier entlang des Pazifiks entsteht und periodisch etwa alle des UNESCO-Welterbes. Auf rund 2.700 Hektar davon
in Deutschland und der Schweiz 126 Die gemäßigten Regenwälder Westtasmaniens sind ein 10 Jahre auftritt. Es kommt dann zu Dürren und verhee- siedelten feuerempfindliche Vegetationsgemeinschaften
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 feuerempfindliches Ökosystem, das sich nach Wald- renden Waldbränden in Südostasien und Australien. Am von hohem ökologischem Wert, die sich von den Bränden
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 bränden nur schwer regeneriert. Unter normalen Be- 13. Januar 2016 querte ein Gewittersturm Tasmanien. nur schwer erholen. Zudem wurden Böden, Gewässer und
Quellen 135 dingungen breitet sich ein Feuer, das durch Blitzschlag Blitze entzündeten in den ausgedörrten Wäldern über Moore durch die Brände geschädigt.51

45 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege


Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101 Der WWF schätzt, dass jährlich
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 etwa 34 Mio. Säugetiere, Vögel
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 und Reptilien Australiens der
3.5 Bevölkerungszunahme 107 Waldzerstörung zum Opfer fallen.
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108
3.7 Green Economy 110
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 2.2.4.4 Das tut der WWF
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 Der WWF verleiht in seiner politischen Arbeit in Australien Buschland, die sich innerhalb weniger Jahre verdreifacht nur Tropfen auf den heißen Stein gewesen.75 Der WWF for-
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 der Natur und Umwelt eine Stimme, indem er den Inter- hat. Die Waldzerstörung tötet nach Schätzungen des WWF dert von der erneut gewählten Labor-Regierung unter Pre-
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 essen wirtschaftlicher Lobbygruppen entgegentritt. In sei- jedes Jahr etwa 34 Millionen Säugetiere, Vögel und Repti- mier Annastacia Palaszczuk, die exzessiven Rodungen zu
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 ner Öffentlichkeitsarbeit macht er unter anderem auf die lien. Noch weitaus höher ist die Zahl der durch Fragmen- stoppen und die Gesetze zum Schutz von Wald- und Busch-
schädlichen Auswirkungen aufmerksam, die der Waldver- tierung und Degradierung der verbleibenden Lebensräume land zu verschärfen.76 Der WWF kämpft zudem dafür, dass
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 lust auf Artenvielfalt und Wahrzeichen Australiens wie das betroffenen Tiere.74 Der WWF Australien hatte die Waldzer- bei Rodungsprojekten verstärkt auf das Tierwohl geachtet
3.12 Massenströme von Holz und Papier Great Barrier Riff oder den Koala hat.73 Daneben setzt sich störung zum Wahlkampfthema in der Ende November 2017 und ein Umsiedlungsprogramm für die betroffenen Tierar-
in Deutschland und der Schweiz 126 der WWF dafür ein, den ökologischen Fußabdruck und die abgehaltenen Bundesstaatswahl gemacht. Die LNP, zweit- ten verpflichtend wird. Durch Ausgleichszahlungen soll die
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 Treibhausgasemissionen Australiens zu senken. stärkste Partei in Queensland, hatte versprochen, im Falle Wiederherstellung von Lebensräumen für Wildtiere finan-
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 eines Wahlsieges 3 Millionen Bäume in 6 Jahren pflanzen zu ziert werden.74
Quellen 135 Im australischen Bundesstaat Queensland kämpft der WWF lassen. Angesichts von 55 Millionen Bäumen, die in Queens-
beispielsweise gegen die exzessive Rodung von Wäldern und land allein in 2015–2016 gerodet wurden, wäre dies jedoch
46 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
2.2.5 Europa
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105
3.5 Bevölkerungszunahme 107
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108
3.7 Green Economy 110
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118
3.10.2 Lacey Act (USA) 121
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123
3.12 Massenströme von Holz und Papier
in Deutschland und der Schweiz 126
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130
Quellen 135

47 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege


Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105
3.5 Bevölkerungszunahme 107
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108
In Europa steigt zwar die Waldfläche, der Großteil der Wälder wird jedoch intensiv bewirtschaftet. Der
3.7 Green Economy 110
überwiegende Teil der europäischen Wälder wurde dadurch zu gleichaltrigen Forstbeständen mit wenigen
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 Baumarten verwandelt. Nur noch 4 Prozent der europäischen Wälder sind artenreiche, ungleich alte Misch-
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 wälder mit einem natürlichen Baumartenreichtum. Urwälder mit ihrem Biodiversitätsreichtum gibt es
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 kaum noch.
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118
3.10.2 Lacey Act (USA) 121
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123
3.12 Massenströme von Holz und Papier
in Deutschland und der Schweiz 126
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130
Quellen 135
Wisent (Bison bonasus) im Urwald des Bialowieza-Nationalparks in Polen
48 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2 Entwicklung der Waldfläche in Europa
1 Warum wir den Wald brauchen 7
▼Mio. ha
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11 1.020
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12 1.015
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
1.010
2.1.3 Lösungen 17
1.000
2.1.4 Das tut der WWF 18
995
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
990
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27 985

2.2.3 Asien 33 980


1990 2000 2005 2010 2015
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55 Abbildung 13: Entwicklung der Waldfläche in Europa
2.3.1 Amazonas 56 zwischen 1990 und 2015. Quelle: FAO2

2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65


2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
Urwald des polnischen Bialowieza-Nationalparks Lärchen-Sämling einer Waldbaumschule, Maramures,
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 Rumänien
3.2 Der politische Beitrag 101 2.2.5.1 Zustand
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 In Europa nahm die Waldfläche in den letzten Jahrzehnten fläche von einer Milliarde Hektar, einem Viertel der globa- Landfläche. Über die größten Waldflächen verfügen Schwe-
3.5 Bevölkerungszunahme 107 kontinuierlich zu: zwischen 1990 und 2015 um 21 Millionen len Waldfläche. Davon entfallen allerdings 80 Prozent auf den und Finnland gefolgt von Spanien, Frankreich, Norwe-
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 Hektar43 (Abbildung 13). Dies entspricht 60 Prozent der Flä- die Russische Föderation, die die FAO unter Europa sub- gen und Deutschland. Den höchsten Waldanteil hat Finn-
che Deutschlands bzw. der fünffachen Fläche der Schweiz. sumiert.43 Unter politisch-geografischen Gesichtspunkten land mit 73 Prozent seiner Landfläche gefolgt von Schweden
3.7 Green Economy 110
Der Flächenzuwachs an sekundären Wäldern und mehr oder muss ein Großteil der russischen Waldfläche aber Asien mit 68 Prozent und Slowenien mit 62 Prozent sowie die
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 weniger intensiv bewirtschafteten Forsten kann allerdings zugerechnet werden. Die beiden baltischen Staaten Lettland und Estland mit jeweils
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 aus ökologischer Sicht den Verlust an Urwäldern und Natur- FAO-Daten unterscheiden je- etwas über 50 Prozent.43
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 waldfläche in anderen Erdteilen, vor allem in den Tropen, doch nicht zwischen dem euro-
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 nicht wettmachen. Zudem ist päischen und dem asiatischen Zwischen 1990 und 2015 ist die Waldfläche in Europa (ohne
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 der europäische Konsum von Teil Russlands. Im Folgenden Russland) um 15 Millionen Hektar gewachsen. Das ent-
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 Holz und Papier sowie land- wird deshalb die Entwicklung spricht der Waldfläche von Deutschland und Österreich
wirtschaftlichen Produkten, der Wälder in Europa und in zusammengenommen. Dieser Zuwachs ist aber nur einigen
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 die aus tropischen Ländern Der europäische Konsum Russland getrennt betrachtet. wenigen Ländern zu verdanken, allen voran Spanien, auf
3.12 Massenströme von Holz und Papier
Zwar ist in Europa importiert werden, eine der von Holz, Papier und Agrar- das 30 Prozent der neu geschaffenen Waldfläche entfallen.
in Deutschland und der Schweiz 126
die Waldfläche zuletzt treibenden Kräfte für die dor- produkten aus tropischen Im Jahr 2015 war die europäi- Deutlich gewachsen ist die Waldfläche auch in Frankreich
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 tige Entwaldung . sche Waldfläche (ohne Russ- und Italien. In den meisten anderen europäischen Ländern,
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130
kontinuierlich gewachsen. Ländern ist eine der trei- land) 201 Millionen Hektar darunter Deutschland, blieb die Waldfläche hingegen nahe-
Quellen 135 Der Großteil jedoch wird Nach den Daten der FAO benden Kräfte der dortigen groß.43 Dies entspricht einem zu unverändert, in Portugal ging sie von 1990 bis 2015 sogar
intensiv bewirtschaftet. besitzt Europa eine Wald- Entwaldung. Waldanteil von 35 Prozent der um 254.000 Hektar zurück.77
49 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 2.2.5.2 Probleme und Ursachen
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105
3.5 Bevölkerungszunahme 107 Der positive Trend einer Zunahme der Waldfläche sagt noch dere Arten verdrängen und Ökosysteme verändern. Dagegen Wald zu erwarten wäre.80 Dabei sind bis zu einem Drittel
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 nichts über den Zustand der Wälder und deren Biodiversität sind nur noch 4 Prozent der europäischen Wälder artenrei- der im Wald lebenden Arten auf Totholz angewiesen, dar-
aus. Der Großteil der Wälder in Europa wird im Vergleich che Mischwälder.78 unter viele gefährdete Arten.79 Eine weitere Ursache für den
3.7 Green Economy 110
zu anderen Kontinenten intensiv bewirtschaftet. Die Aus- Verlust an Biodiversität ist die Fragmentierung der Wälder.
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 richtung der Wälder auf eine effiziente Holzproduktion, die Durch den Verlust an Vielfalt in der Baumartenzusammen- Allein im letzten Jahrzehnt ist die Zahl der über 500 Hektar
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 mit der Mechanisierung der Forstwirtschaft einhergeht, hat setzung und Altersstruktur geht auch die Vielfalt an Lebens- großen Wälder um 30 Prozent gesunken.81 Auf große, zu-
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 die Altersstruktur und Baumartenzusammensetzung tief- räumen im Wald verloren, wodurch sich das Artenspektrum sammenhängende Waldge-
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 greifend verändert. 70 Prozent der Wälder Europas sind verringert. Besonders betroffen sind die Arten, die auf alte biete sind nicht nur Bär, Elch
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 gleichaltrige Bestände.78 Etwa ein Drittel der europäischen Bäume und Totholz angewie- und Auerhahn angewiesen.82
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 Wälder besteht nur aus einer sen sind.79 Durch die inten- Wegen der Zerschneidung
einzigen Hauptbaumart und sive Nutzung sind Wälder in der Lebensräume existieren
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 weitere 50 Prozent aus 2 bis 3 späten Entwicklungsstadien viele gefährdete Arten wie die
3.12 Massenströme von Holz und Papier Baumarten. Auf über 9,5 Mil- mit alten Bäumen und aus- 12 % der Waldfläche Wildkatze oder der Eremit
in Deutschland und der Schweiz 126 lionen Hektar Wald sind zu-
Ein Drittel der reichend Totholz kaum mehr Europas (ohne Russland) (Osmoderma eremita) nur
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 dem nicht heimische Baumar- vorhanden. Die durchschnitt- noch in isolierten Teilpopula-
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 ten angebaut, darunter auf 10
euro­päischen Wälder liche Totholzmenge im Wald sind als Schutzgebiete tionen, wodurch sich das Risi-
Quellen 135 70 % der Wälder Europas Prozent dieser Fläche invasive besteht nur aus einer beträgt nur ein Zehntel des- ausgewiesen – manche ko des Aussterbens erhöht.81
sind gleichaltrige Bestände. Arten wie die Robinie, die an- einzigen Hauptbaumart. sen, was in einem natürlichen jedoch nur auf dem Papier.
50 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 Urwald des polnischen Bialowieza-Nationalparks
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105
3.5 Bevölkerungszunahme 107
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 Primärwälder finden sich nur noch auf 2 Prozent der euro- der höchsten Schutzkategorie, bei der die Natur sich selbst Für den Großteil des illegalen Holzeinschlags, den diese Sta-
päischen Waldfläche, lässt man Russland außen vor.43 Mit überlassen bleibt.78 Viele der Schutzgebiete gefährden un- tistiken nicht erfassen, sind jedoch kommerzielle Unterneh-
3.7 Green Economy 110
272 Millionen Hektar hat Russland weltweit die größte gelenkter Tourismus und damit verbundene Infrastruktur- men verantwortlich. Sie erschleichen sich beispielsweise die
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 Primärwaldfläche. Alle anderen europäischen Länder zu- maßnahmen sowie legaler und illegaler Holzeinschlag. Einschlagsgenehmigung durch Bestechung oder überschrei-
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 sammen verfügen nur mehr über 4,3 Millionen Hektar Pri- Illegaler Holzeinschlag ist nicht nur in tropischen Ländern, ten die Grenzen des genehmigten Einschlags. Das im Ver-
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 märwald. Davon befindet sich über die Hälfte, 2,4 Millionen sondern auch in Teilen Europas verbreitet. Besonders be- gleich zum Holzwert niedrige Gehaltsniveau in den Forstver-
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 Hektar, in Schweden. Größere Primärwaldflächen finden troffen waren in den vergangenen Jahrzehnten die Län- waltungen bildet dabei den Nährboden für die Korruption.85
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 sich auch noch in Weißrussland, Bulgarien, Rumänien, der des ehemaligen Ostblocks, wo der Übergang zur freien Russland und die Ukraine etwa zählen zu den Ländern mit
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 Finnland und Norwegen.43 Marktwirtschaft illegalen Machenschaften Gelegenheiten ge- der höchsten Korruption weltweit, vergleichbar mit afrikani-
boten hat. In einigen Staaten der Balkanregion führte Krieg schen Staaten wie Sierra Leone und Nigeria.86 Zudem ist die
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 12 Prozent der Waldfläche Europas (ohne Russland) sind als zum Zusammenbruch der staatlichen Institutionen und Gesetzgebung in manchen Ländern uneindeutig, was es so-
3.12 Massenströme von Holz und Papier Schutzgebiete zur Erhaltung der Biodiversität ausgewiesen.78 Kontrollorgane. Die offiziellen Statistiken der staatlichen gar verantwortungsvollen Unternehmen schwermacht, legal
in Deutschland und der Schweiz 126 Manche dieser Schutzgebiete bestehen jedoch nur auf dem Behörden erfassen nur aufgedeckte bzw. gemeldete Fälle zu wirtschaften. Selbst in EU-Staaten wie Rumänien87 ist der
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 Papier, denn für einen effektiven Schutz fehlt es an geeig- und damit nur einen Bruchteil des illegalen Holzeinschlags, illegale Holzeinschlag ein massives Problem und verursacht
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 neter Gesetzgebung und Managementplänen sowie an der nämlich den klassischen Holzdiebstahl, den die lokale Be- schwere Schäden an Natur und Umwelt (siehe Fallbeispiel:
Quellen 135 nötigen personellen und technischen Ausstattung. Zudem völkerung, oftmals sozial benachteiligte ethnische Minder- Illegaler Holzeinschlag in Rumänien).
rangieren nur 1,5 Prozent der europäischen Waldfläche in heiten, aus Gründen der Armut zum Eigenverbrauch begeht.
51 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10 In Deutschland gibt es kaum mehr vom Menschen
unbeeinflusste Wälder. Ein solcher Wald beheimatet
2.1 Die globale Waldentwicklung 11 faszinierende Baumpersönlichkeiten, die alt werden
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12 dürfen, sterben und vergehen – und zyklisch neues
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16 Leben hervorbringen. Von solchen Charakteren soll
2.1.3 Lösungen 17 es endlich mehr geben. Mindestens fünf Prozent
2.1.4 Das tut der WWF 18 des deutschen Waldes sollen „Urwälder von mor-
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19 gen“ werden. Der WWF setzt sich politisch dafür ein
und besitzt selbst 4.500 ha Naturschutzflächen, die
2.2.1 Afrika 20
meisten davon „Urwälder von morgen“.
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83 Der Lebensraum von Baumhöhlenbewohnern kann im „Ur- Gemeinsam mit Partnern will der WWF Deutschland mehr
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88 wald von morgen“ wieder so häufig entstehen, dass auch Wildnis wagen. Dazu arbeiten sie an einem landesweiten
2.3.7 Kaukasus 94 flugunfähige Käfer dauerhaft überleben können. „Thüringer Urwaldpfad“. Der will „Urwälder von morgen“
in den bedeutenden Landschaften Thüringens miteinander
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
vernetzen.
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 2.2.5.3 Lösungen
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 Da der Großteil der europäischen Wälder bewirtschaftet werden kann. Darüber hinaus sind auch gesetzliche Lösun- Einige europäische Länder brauchen bei der Bekämpfung
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 wird, kommt einer verantwortungsvollen Waldbewirtschaf- gen notwendig, die dafür Sorge tragen, dass die Waldwirt- der Korruption und der Durchsetzung des geltenden Rechts
3.5 Bevölkerungszunahme 107 tung eine tragende Rolle zu beim Schutz und Erhalt der schaft insgesamt höheren ökologischen Mindeststandards im Forstsektor Unterstützung. Andererseits sind die gelten-
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 Artenvielfalt. Dazu ist es dringend notwendig, eine Umkehr folgt. Zudem bedarf es einer klaren Definition der über die den Waldgesetze in den ehemaligen Staaten des Ostblocks
von der industriellen Forstwirtschaft mit strukturarmen Mo- Mindeststandards hinausgehenden ökologischen Kriterien häufig weitaus strenger als beispielsweise das deutsche
3.7 Green Economy 110
nokulturen hin zu arten- und strukturreichen Mischwäldern zur Waldnutzung in Natura2000-, Naturschutz- und sons- Waldgesetz; sie werden jedoch nur mangelhaft durchgesetzt.
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 einzuleiten, die der natürlichen Vegetation entsprechen und tigen Schutzgebieten, um hier substanziell die Waldbiodi- Ein Schlüssel zur Korruptionsbekämpfung ist dabei die ad-
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 eine höhere Widerstandskraft gegenüber den Auswirkungen versität langfristig zu erhalten. Die Biologische Vielfalt kann äquate Bezahlung der Forstbediensteten. Erfolg verspricht
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 des Klimawandels aufweisen. Eine integrative Waldwirt- in bewirtschafteten Wäldern und Forsten durch eine natur- in Ländern, die vom illegalen Holzeinschlag besonders be-
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 schaft mit Erhalt aller Waldentwicklungsphasen und damit nahe Waldbewirtschaftung deutlich gefördert werden, wenn troffen sind, die Einführung von Rückverfolgungssystemen
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 allen Baumaltern ist von gro- beispielsweise mehr Totholz im Wald belassen wird und der für Holz, bei denen man die Stämme gleich nach der Fällung
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 ßer Bedeutung für die Biodi- gesamte Lebenszyklus des Waldes mit seinem Strukturreich- markiert und die Daten zen-
versität. Die Zertifizierung der tum bei der Waldnutzung kleinräumig integriert wird. tral erfasst, sodass durch ge-
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 Wälder nach den Kriterien eignete Kontrollmaßnahmen
3.12 Massenströme von Holz und Papier des Forest Stewardship Coun- Schutzgebiete sind eine der wichtigsten Einrichtungen, um sichergestellt werden kann,
in Deutschland und der Schweiz 126
Dringend ist die Umkehr cil (FSC) hat sich dabei als ein die letzten intakten Naturwälder Europas zu erhalten. Vor dass kein Holz unkontrolliert
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 marktwirtschaftliches Instru- allem der Anteil der Schutzgebiete, in denen jegliche Ein- in die Lieferkette gelangt.
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130
industrieller Forstwirtschaft ment erwiesen, mit dem eine griffe untersagt sind und natürliche Prozesse ungestört ab-
Schutzgebiete helfen, die
Quellen 135 mit Monokulturen hin zu verantwortungsvollere Wald- laufen können, muss dringend erhöht werden. letzten intakten Naturwäl-
artenreichen Mischwäldern. bewirtschaftung gefördert der Europas zu erhalten.
52 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105
3.5 Bevölkerungszunahme 107
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108
3.7 Green Economy 110
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 2.2.5.4 Das tut der WWF
3.10.2 Lacey Act (USA) 121
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 Als Mitglied der Umweltkammer des FSC arbeitet der WWF Im Donau-Karpaten-Programm legt der WWF einen im Zweifelsfall die Legalität eines Holzes ermitteln lässt.
daran, die ökologischen Kriterien des FSC zu stärken und Schwerpunkt auf den Erhalt der letzten Urwälder in Ru- Auf europäischer Ebene setzt sich der WWF dafür ein, die
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 dessen Glaubwürdigkeit zu verbessern. Der WWF Deutsch- mänien, der Ukraine und der Slowakei. Hierzu werden die bestehende Gesetzgebung zur Eindämmung des illegalen
3.12 Massenströme von Holz und Papier land prüft mit regelmäßigen Marktanalyse FSC- und nicht letzten Urwälder kartiert, die Schaffung neuer Waldschutz- Holzeinschlags und dem damit verbundenen Handel weiter
in Deutschland und der Schweiz 126 zertifizierte Produkte und deckt zuweilen Missstände auf, gebiete unterstützt und für Verbesserungen im Manage- zu verbessern. Derzeit findet die Revision der Europäischen
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 wie etwa haarsträubende Falschdeklarationen (siehe auch ment und einen strengeren Schutzstatus der bestehenden Holzhandelsverordnung statt. Der WWF fordert, dass sich
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 Fallbeispiel Waldzerstörung für den Grill – Holzkohle aus Schutzgebiete gekämpft. Daneben geht der WWF gegen den die Verordnung über alle holzhaltigen Produkte erstreckt
Quellen 135 Nigeria, Kap. 2.2.1). illegalen Holzeinschlag vor und fordert die Einführung von und nicht nur auf eine Produktauswahl.
transparenten Rückverfolgungssystemen, mit denen sich
53 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55 In Rumänien wurde zwischen
2.3.1 Amazonas 56 2008 und 2014 etwa
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65 ein Drittel des gesamten
2.3.3 Boreale Wälder 71 geernteten Holzes
2.3.4 Kongobecken 77 illegal gefällt.
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94 Fallbeispiel: Illegaler Holzeinschlag in Rumänien
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
In Rumänien befinden sich noch etwa 120.000 Hektar unternehmen, ist der größte Holzverarbeiter in Rumä- men und drohte mit dem Abbau von Arbeitsplätzen und
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 der letzten Urwälder Europas.89 Die rumänischen Wäl- nien. Die drei rumänischen Sägewerke der Holzindustrie Klagen vor internationalen Gerichten.97 Als Folge der ille-
3.2 Der politische Beitrag 101 der sind Heimat für viele gefährdete Arten, darunter Bär, Schweighofer haben zusammen eine Produktionskapazi- galen Aktivitäten wurde damals nicht nur der Holzindust-
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 Wolf und Luchs. Diesen letzten ursprünglichen Lebens- tät von 3,7 Millionen Festmeter Nadelholz pro Jahr.93 Das rie Schweighofer das FSC-Zertifikat entzogen, auch deren
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 raum bedrohen jedoch nicht nachhaltiger und oftmals entspricht über der Hälfte des gesamten Nadelholzein- Zertifizierungsstelle Quality Austria verlor vorübergehend
3.5 Bevölkerungszunahme 107 illegaler Holzeinschlag. Abweichungen zwischen dem in schlags in Rumänien.94 Schweighofer nutzt nicht nur ru- die Zulassung, FSC-Zertifikate ausstellen zu können.98
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 der nationalen Waldinventur festgestellten Holzeinschlag mänisches Holz, sondern importiert auch aus den Nach- Schweighofer nutze zwar eine Lücke in den FSC-Regula-
und der offiziell genehmigten Holzeinschlagsmenge las- barländern wie der Ukraine oder Weißrussland. Laut rien, um über eine andere Zertifizierungsstelle, den TÜV,
3.7 Green Economy 110
sen den Schluss zu, dass zwischen 2008 und 2014 etwa eigener Aussage verarbeitet die Schweighofer Gruppe nochmals eine FSC-Zertifizierung für sein rumänisches
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 ein Drittel des gesamten Holzeinschlags – jährlich 8,8 heute ausschließlich Rundholz und Schnittholz aus nach Tischlerplattenwerk zu erhalten.99 Im Februar 2017 disso-
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 Millionen Festmeter Holz – illegal waren.90 Dies hat auch PEFC-kontrollierten Quellen.93 Bei PEFC handelt es sich ziierte sich der FSC von Schweighofer, sodass auch dieses
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 die rumänische Umweltministerin so bestätigt, als 2015 um ein in Europa weitverbreitetes Forstzertifizierungs- FSC-Zertifikat entzogen wurde und kein Unternehmen
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 die Einheiten der Forstpolizei aufgestockt wurden.91 Die system, das jedoch weitaus geringere Ansprüche als das der Schweighofer Gruppe auf absehbare Zeit ein FSC-Zer-
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 Fälle von illegalem Holz, die offiziell registriert und unter- FSC-Zertifikat stellt und deshalb vom WWF und anderen tifikat erhalten kann.100 Für den PEFC hingegen war die
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 sucht werden, decken jedoch nur einen Bruchteil dieser Umweltorganisationen nicht als glaubwürdig eingestuft Verwicklung in illegale Machenschaften und die Verlet-
Menge ab. 2013 und 2014 wurden über 45.000 Fälle wird. 2015 deckte die Environmental Investigation Agen- zung der Sorgfaltspflicht kein Anlass, der Holzindustrie
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 von illegalem Holzeinschlag mit einem Volumen von cy (EIA) auf, dass Schweighofer-Mitarbeiter offen Holz Schweighofer das PEFC-Zertifikat zu entziehen.101 Somit
3.12 Massenströme von Holz und Papier 1 Millionen Festmeter offiziell von den rumänischen Be- aus illegaler Herkunft einkauften und dafür sogar Boni kann weiter rumänisches Holz aus illegalem Einschlag
in Deutschland und der Schweiz 126 hörden registriert. Davon gingen nur zwischen 10 Prozent anboten.95 Gleichzeitig setzte Schweighofer die rumäni- mit dem PEFC-Siegel in deutschen Baumärkten angebo-
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 und 15 Prozent der Fälle vor Gericht.92 sche Regierung, auch mithilfe des österreichischen Bot- ten werden. Der WWF ist eine starke und treibende Kraft
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 schafters96, unter Druck, ein strengeres Forstgesetz zur bei der beschriebenen Bekämpfung des illegalen Holzein-
Quellen 135 Die Schweighofer Gruppe, ein österreichisches Familien- Eindämmung des illegalen Holzeinschlags zurückzuneh- schlages in Rumänien.

54 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege


2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105
3.5 Bevölkerungszunahme 107
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108
3.7 Green Economy 110
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118
3.10.2 Lacey Act (USA) 121
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123
3.12 Massenströme von Holz und Papier
in Deutschland und der Schweiz 126
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130
Quellen 135

55 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege


2.3.1 Amazonas
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 Nach Prognosen des WWF
3.5 Bevölkerungszunahme 107 bleibt der Amazonas Schau-
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 platz der größten Entwal-
3.7 Green Economy 110
dung der Erde.
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118
3.10.2 Lacey Act (USA) 121
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123
3.12 Massenströme von Holz und Papier
in Deutschland und der Schweiz 126 Nach Prognosen des WWF
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 bleibt der Amazonas Schau-
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 platz der größten Entwal-
Quellen 135 dung der Erde.

56 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege


Zusammenfassung und Fazit 2 Waldverlust im brasilianischen Amazonasgebiet
1 Warum wir den Wald brauchen 7 Guyana
Venezuela Suriname ▼Mio. ha
2 Waldzerstörung und -degradierung 10 Colombia
French Guiana
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12 2,5
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16 2,0
Ecuador
2.1.3 Lösungen 17
1,5
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19 1,0
Brazil
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27 0,5
2.2.3 Asien 33 0
2.2.4 Australien 40 1995 2000 2005 2010 2015
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55 Waldbedeckung
2.3.1 Amazonas 56 Peru Bolivia Abbildung 15: Waldverlust im brasilianischen Amazonas-
Entwaldungsfronten gebiet von 1995 bis 2016. Quelle: INPE107
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65 Für die anderen Amazonas-Anrainerstaaten sind ähnlich
2.3.3 Boreale Wälder 71 aggregierte Daten nicht verfügbar. In 2017 ist der Wald-
2.3.4 Kongobecken 77 Abbildung 14: die Entwaldungsfronten im Amazonasgebiet verlust wieder auf über 1 Mio. ha angestiegen.
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94 2.3.1.1. Zustand
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
Das Amazonas-Becken bedeckt eine Fläche, die in ihrer Aus- und 2012 durchschnittlich 1,4 Millionen Hektar pro Jahr,102 und den Ausläufern der Anden reicht von Kolumbien bis
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 dehnung im europäischen Maßstab von Lissabon bis War- insgesamt 17,7 Millionen Hektar in diesen 12 Jahren. Brasi- Bolivien und umfasst 670 Millionen Hektar.104 Die Entwal-
3.2 Der politische Beitrag 101 schau und von Palermo bis Kopenhagen reicht. Der Ama- lien war für 75 Prozent der Entwaldung verantwortlich, Peru dungsfronten dringen vom Südosten, Brasilien und Bolivien,
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 zonas ist sowohl im Hinblick auf die Artenvielfalt als auch und Bolivien für weitere 15 Prozent (Abbildungen 14 und 15). vom Fuß der Anden und vom Norden in Kolumbien und
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 für den Klimaschutz von herausragender Bedeutung. Schät- Ecuador vor. Angetrieben durch Palmölplantagen, Rinder-
3.5 Bevölkerungszunahme 107 zungsweise 10 Prozent der weltweiten Biodiversität sind hier Nach Schätzungen des WWF werden 27 Prozent, also über zucht und andere Landwirtschaft, illegalen Holzeinschlag
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 zu finden. Der Amazonas-Regenwald beeinflusst nicht nur ein Viertel des Amazonas-Bioms, bis 2030 nicht mehr von und ungenehmigten Bergbau hat der Waldverlust besonders
das regionale Klima in Latein- und Nordamerika bis hin zu Wald bedeckt sein, 13 Prozent aufgrund neuer Entwaldung, in den Andenstaaten, allen voran Peru, zugenommen, aber
3.7 Green Economy 110
Westafrika, sondern ist darüber hinaus als Kohlendioxid­ wenn die Entwaldungsrate als Mittel der letzten 10 Jahre auch in Teilen Boliviens105, Kolumbiens und, in einem etwas
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 senke für den Klimaschutz von globaler Bedeutung. fortgeschrieben wird. Von 2010 bis 2030 gingen damit 23 geringeren Ausmaß, in Venezuela, Guyana, Surinam und
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 Millionen Hektar Regenwald verloren.103 Wenn die geplan- Französisch-Guyana.106 In Brasilien ist die Entwaldungsrate
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 Seit 2005 hat das Entwaldungstempo in Teilen des Amazo- ten Staudämme und Straßenprojekte verwirklicht werden, zwar seit Mitte der Zweitausenderjahre stark zurückgegan-
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 nasgebiets nachgelassen, aber noch immer schreiten Wald- wie die Carretara Marginal de la Selva von Peru über Ecua- gen, doch nach Änderungen des Waldgesetzes 2012 ist ein
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 verlust und Degradierung in einem alarmierenden Ausmaß dor nach Kolumbien, die Transamazônica, die BR 319 von erneuter Anstieg zu verzeichnen (Abbildung 16). Seit 2012
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 voran. Nach den Prognosen des WWF wird sich der Ama­ Manaus nach Porto Velho und die BR 163 von Cuiabá nach hat sich der Waldverlust im brasilianischen Amazonasgebiet
zonas auch in den nächsten Jahrzehnten als Schauplatz Santarem, verbunden mit der Transoceánica von Brasilien nahezu verdoppelt, auf knapp 800.000 Hektar 2016.107
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 der größten Entwaldung der Erde präsentieren. Umgehend über Bolivien nach Peru, könnte sich die Entwaldung zwi-
3.12 Massenströme von Holz und Papier müssen Gegenmaßnahmen ergriffen werden, um ein groß- schen 2010 und 2030 auf 48 Millionen Hektar verdoppeln Hingegen hat die Entwaldung im kolumbianischen Amazo-
in Deutschland und der Schweiz 126 flächiges ökologisches Desaster zu verhindern. und bis 2050 sogar 100 Millionen Hektar betragen.59 nasgebiet seit 1990 abgenommen. Kolumbien hat sich zum
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 Ziel gesetzt, bis 2020 die Entwaldung im kolumbianischen
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 Der Waldverlust im Amazonas-Biom1 betrug zwischen 2001 Das von Entwaldung bedrohte Gebiet im Amazonasraum Amazonasgebiet aufzuhalten.
Quellen 135
1 Der Begriff Amazonas-Biom bezeichnet das überwiegend von dichtem tropischem Regenwald sowie von einigen anderen Vegetationsarten (Savannen, Bergwäldern, offenen Wäldern, Überschwemmungswäldern, Grasland, Sümpfen, Bambus, Palmenwäldern etc.)
bewachsene Gebiet. Es ist nicht deckungsgleich mit dem Amazonasbecken, das vom Amazonas und dessen Nebenflüssen bewässert wird, auch wenn es sich mit diesem großteils überlappt. Das Amazonasbiom umfasst auch Waldgebiete in Französisch-Guyana, Surinam und
57 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege Guyana sowie zusätzliche Gebiete in Venezuela und Kolumbien.
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20 Rinderhaltung sowie Soja-
2.2.2 Amerika 27 und Palmölanbau sind die
2.2.3 Asien 33 Hauptverursacher der Wald-
2.2.4 Australien 40 zerstörung im Amazonasraum.
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55 Der einstige tropische Regenwald südlich des jetzigen Juruena-Nationalparks (Brasilien) ist einem Weideland für Rinder gewi-
2.3.1 Amazonas 56 chen. Die Luftaufnahme zeigt die Situation 2006.

2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65


2.3.3 Boreale Wälder 71 Weidewirtschaft und Viehzucht108, vor allem Rinder- Straßen erschließen abgeschiedene Gebiete und ermögli-
2.3.4 Kongobecken 77 haltung für die Fleisch- und Milchproduktion, sind in chen den Zugang für Siedler und Grundstücksspekulan-
vielen Gebieten die vorherrschende Ursache des Wald- ten. Vielmals fehlen Instrumente, um die Auswirkungen
2.3.5 Greater Mekong Region 83 verlustes109, oft verbunden mit Grundstücksspekulation. neuer Straßenprojekte zu kontrollieren und zu reduzie-
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88 Die Expansion der industriellen Landwirtschaft, vor ren oder werden schlecht umgesetzt. Der Zusammen-
2.3.7 Kaukasus 94 allem der Anbau von Soja110 und Palmöl111 für Viehfutter hang ist offensichtlich: Die höchsten Entwaldungsraten
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99 und Biokraftstoffe, ist ein weiterer Haupttreiber. Auch finden sich in Gebieten vieler Straßen und geplanten
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 die indirekten Folgen der Landnutzungsänderung auf Straßenbauprojekten. Fast 95 Prozent des Waldver-
3.2 Der politische Beitrag 101 Shushufindi, eine Stadt, die um eine Ölraffinerie im ecua-
den Wald können signifikante Folgen haben, wenn bei- lusts im brasilianischen Amazonasgebiet entstehen im
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 dorianischen Amazonasgebiet herum gewachsen ist. Die
spielsweise Weideflächen für den Sojaanbau umgewan- Umkreis von 5,5 km einer Straße oder 1 km von einem
delt werden und es die Rinderzüchter dadurch immer schiffbaren Fluss entfernt.115
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 Erdölgewinnung lockt mit dem Versprechen auf Arbeit und
weiter in den Amazonas-Regenwald hineindrängt.
3.5 Bevölkerungszunahme 107 Wohlstand. Die Kehrseite: Ecuador hat zwischen 1990 und
Waldbrände, ausgelöst durch Brandrodung, tragen so-
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 2015 mehr als 14 Prozent seiner Waldfläche verloren.
Die kleinbäuerliche Landwirtschaft expandiert im nörd- wohl zur Entwaldung als auch zur Walddegradierung
3.7 Green Economy 110 lichen und östlichen Bolivien, in Kolumbien, Ecuador, bei.116
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 2.3.1.2 Ursachen der Waldzerstörung
Peru und Guyana aufgrund der großen Armut in der Be-
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 völkerung, wachsendem Flächenbedarf, nicht nachhaltiger Bergbau, Öl- und Gasbohrungen mit den damit verbun-
Bewirtschaftung und mangelnder staatlicher Kontrolle.112 denen Straßenbauten verschärfen die Waldvernichtung.
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 Die Ursachen der Waldzerstörung im Amazonasraum sind
Der Bergbau ist vor allem in Peru von Bedeutung, wo
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 vielfältig (siehe Tabelle 5) und hängen oftmals zusammen.
Staudämme und Wasserkraftwerke zusammen mit Sied- sich Kleinstbergbau und Goldschürferei seit der Jahr-
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 So ist eine industrielle Landwirtschaft nur möglich, wenn
lungen bei den Kraftwerken und der dazugehörigen tausendwende vervierfacht haben.117
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 Straßen vorhanden sind, um die landwirtschaftlichen Er-
Infrastruktur treiben ebenfalls den Waldverlust voran.
zeugnisse zu den Absatzmärkten zu transportieren. Stau-
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 dammprojekten fällt nicht nur der Wald auf der überfluteten
Von Entwaldung bedroht ist ein Gebiet im Umkreis von Nicht nachhaltiger legaler und illegaler Holzeinschlag
3.12 Massenströme von Holz und Papier Fläche zum Opfer. Die dafür notwendige Infrastruktur er-
40 bis 100 km um die Staudämme.113 Im Amazonasbe- führen zu Walddegradierung und können ein erster
in Deutschland und der Schweiz 126 schließt Waldgebiete im weiteren Umkreis und gibt sie der
cken gibt es bereits 154 Staudämme, weitere 298 sind im Schritt zur Waldzerstörung sein.102
Bau oder in der Planung.114 Die Staudammprojekte be-
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 Zerstörung preis. Holzeinschlag führt nicht zum unmittel-
einträchtigen oftmals Schutzgebiete und Territorien der
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 baren Waldverlust. Allerdings leistet er durch Erschließung
indigenen Bevölkerung.
Quellen 135 und Degradierung der Wälder der nachfolgenden Brand­
rodung zum Zwecke der Landwirtschaft63 Vorschub.
58 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Tabelle 5: Ursachen der Waldzerstörung im Amazonasraum
▼ Zunahme der Fläche von Schutzgebieten
Zusammenfassung und Fazit 2 und indigenen Territorien (Mio. Hektar) Kumulative Fläche von Schutzgebieten und indigenen Territorien (Mio. Hektar) ▼ Abbildung 16: Schutzgebiete und indigene Territorien im
1 Warum wir den Wald brauchen 7 40 350 Amazonas (1974 bis 2010)
2 Waldzerstörung und -degradierung 10 Indigene Territorien
2.1 Die globale Waldentwicklung 11 35 Schutzgebiete 300
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
insgesamt
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16 30
2.1.3 Lösungen 17 250
2.1.4 Das tut der WWF 18
25
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20 200
2.2.2 Amerika 27 20
2.2.3 Asien 33
150
2.2.4 Australien 40
15
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55 100
2.3.1 Amazonas 56 10
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71 5
50 Bereits knapp 50 Prozent
2.3.4 Kongobecken 77 des Amazonas sind durch
2.3.5 Greater Mekong Region 83 Schutzgebiete oder indigene
0 0
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88 Territorien geschützt.
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99 2.3.1.3 Lösungen
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 Schutzgebiete und indige- noch in der Entwicklung befindliche, nachhaltige Finanzie- Gebieten nötig, die Anwesenheit von Park-Rangern sowie
3.2 Der politische Beitrag 101 ne Territorien rungsprogramme wie etwa für Kolumbien und Peru sind ein Monitoringsystem, das auf modernen Technologien wie
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 hierfür eine Lösung. Durch ARPA in Brasilien werden 60 etwa satellitengestützten Systemen basiert.
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 Bereits knapp 50 Prozent des Millionen Hektar Schutzgebiete nachhaltig finanziert.118 Da-
3.5 Bevölkerungszunahme 107 Amazonas sind durch Schutz- mit ist dieses Schutzgebiet das größte seiner Art. Mit Schutz- Zu den Hauptforderungen der Indigenen-Dachorganisation
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 Durch ARPA (Amazon Region gebiete oder indigene Territo- gebieten lassen sich auch Fragen zu Landrechten klären. Im des Amazonas (COICA) gegenüber der Weltgemeinschaft
rien geschützt (Abbildung 16). Rahmen der Raumordnungsplanung werden diese Rechte zählt die Ausweisung weiterer indigener Territorien. Auch
3.7 Green Economy 110 Protected Areas) werden in Trotzdem sollte das Schutzge- klar definiert, allerdings in der Vergangenheit nicht immer viele Finanzierungsprogramme für Indigene (z. B. DGM Sa-
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 Brasilien 60 Mio. ha Schutz- bietssystem zur Erhaltung von im Sinne der indigenen und lokalen Bevölkerung. Um ein weto der Weltbank) haben die Ausweisung von neuen Terri-
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 gebiete nachhaltig finanziert. Ökosystemen, der Verbindung Schutzgebiet nachhaltig zu gestalten und damit es von der torien zum Hauptziel. Aktuell werden bis zu 100 Millionen
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 von Schutzgebieten und vor dort lebenden Bevölkerung akzeptiert wird, müssen Fragen, Hektar neuer indigener Territorien im Amazonas-Regenwald
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 allem zum Schutz der Lebensräume indigener Völker wei- etwa nutzungsrechtlicher Art, von Anfang an offen diskutiert gefordert. Anders als bei Schutzgebieten geht es hierbei nicht
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 ter ausgebaut werden. Dazu bedarf es genauer Planung, die werden. Nur so können illegale Aktivitäten innerhalb dieser primär um ökologisch schützenswerte Gebiete, sondern um
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 z. B. die ökologisch wertvollsten Gebiete identifiziert (siehe Gebiete reduziert werden. die traditionellen Siedlungsgebiete der indigenen Gemein-
Karte 1), Landrechte anerkennt und auch sonstige positive den. Ein Vergleich der Entwaldungsraten zeigt allerdings,
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 Auswirkungen, wie etwa Grenzsicherung bei transnationalen Nicht weniger wichtig ist die Einbindung der lokalen Be- dass es in den indigenen Territorien ebenso wenig Entwal-
3.12 Massenströme von Holz und Papier Schutzgebieten, berücksichtigt. völkerung in das Management der Schutzgebiete. Dies wird dung gibt wie in den Schutzgebieten. Indigene Territorien
in Deutschland und der Schweiz 126 u. a. im Juruena-Nationalpark in Brasilien erfolgreich prak- würden also dieser Bevölkerungsgruppe Sicherheit und
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 Die für den Ausbau und zum Schutz vorhandener Gebiete tiziert. Für die erfolgreiche Umsetzung des partizipativen Landrechte garantieren, ihnen eine legale nachhaltige Nut-
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 notwendigen finanziellen Mittel übersteigen in der Regel das Managements sind Kontrolle und Schutz der Gebiete wich- zung ihrer Ressourcen ermöglichen und gleichzeitig einen
Quellen 135 vorhandene Budget der Amazonas-Anrainerstaaten. ARPA tige Bedingungen. Zur Sicherstellung eines umfassenden Beitrag zum Schutz des Amazonas-Regenwaldes leisten.
(Amazon Region Protected Areas) in Brasilien oder neuere, Stopps illegaler Aktivitäten ist die Präsenz des Staates in den
59 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105
3.5 Bevölkerungszunahme 107 Amazonas Biom
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 Nationale Grenzen
3.7 Green Economy 110 Indigene Territorien

3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 Ökologische Prioritäten


Schutzgebiete
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 Hohe Priorität
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 Mittlere Priorität
Niedrige Priorität
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118
3.10.2 Lacey Act (USA) 121
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123
3.12 Massenströme von Holz und Papier
in Deutschland und der Schweiz 126
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130
Quellen 135
Karte 1: Prioritäten für die Erweiterung des Schutzgebietssystems nach einer Prioritätsanalyse. Hierzu wurden die für die Verbindung von Schutzgebieten wichtigsten Gebiete auf Basis verschie-
60 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege dener ökologischer Faktoren analysiert (Quelle RedParques, WWF Deutschland).
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33 Zusammen mit weiteren 39 Schutzgebieten (Mosaico da Amazonia Meridional) wurde ein 7 Millionen Hektar großer Schutz- Seit Generationen wird die Cupuaçu, eine Kakaofrucht, als
2.2.4 Australien 40 gürtel gegen die Entwaldung geschlossen. Nahrungsquelle von der Bevölkerung des amazonischen
2.2.5 Europa 47 Regenwaldes kultiviert. Die Pflanze, die den Schatten gro-
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55 ßer Bäume schätzt, wächst im gesamten Amazonasbecken.
2.3.1 Amazonas 56
Inwertsetzung des Waldes
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71 Das größte Potenzial für eine Inwertsetzung des Waldes hat der finanziert werden können. Dieser Vorschlag, „Indigenes reiche andere Bäume zum Opfer fallen, und die sich als Ein-
2.3.4 Kongobecken 77 wohl der Beitrag von Schutzgebieten und Indigenen Terri- REDD+ Amazonas“ genannt, wird nun international disku- fallsschneisen zur Besiedelung und Waldumwandlung ent-
2.3.5 Greater Mekong Region 83 torien zur Bekämpfung des Klimawandels. Studien belegen, tiert und ist auf nationalem Level in Peru inzwischen dem wickeln können. Um diese Entwicklung zu verhindern, ist es
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88 dass am Amazonas bis zu 53 Prozent des gespeicherten Koh- traditionellen REDD+ gleichgestellt. Weitere Elemente des zum einen notwendig, dass die Holzunternehmen langfristig
2.3.7 Kaukasus 94 lenstoffs innerhalb indigener Territorien zu finden ist, ob- „Indigenes REDD+ Amazonas“ sind indigene Rechte und die Verantwortung für den Walderhalt in ihren Konzessions­
flächen tragen; zum anderen sollten bisher ungenutzte
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99 wohl die indigenen Territorien lediglich etwa 25 Prozent der Traditionen sowie Finanzierungsinstrumente für die Aus-
Fläche abdecken. Der Beitrag, den indigene Territorien zur gleichszahlungen. In Brasilien fordert die Zivilgesellschaft Baumarten als Alternativen zu den bekannten Amazonas-
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 Erreichung der nationalen Ziele zur Reduktion von Treib- seit 2016 eine sofortige „Zero Deforestation“ Politik, d. h. holzarten auf den internationalen Märkten etabliert werden.
3.2 Der politische Beitrag 101 hausgasen (NDC) leisten, wurde daher auf der letzten Kli- keine weitere legale Entwaldung mehr.
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 makonferenz COP23 in Bonn (2017) prominent diskutiert. Ein weiteres Inwertsetzungspotenzial birgt die Nutzung
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 Zudem soll, wie das Klimaabkommen von Paris119 in Artikel Außerhalb von Schutz- und Indigenengebieten kann die von Nichtholz-Waldprodukten (NTFP, vom Englischen
3.5 Bevölkerungszunahme 107 7, Absatz 5 festlegt, traditionelles indigenes Wissen in die Einführung einer nachhaltigen Nutzung von Holz die Be- „Non-Timber-Forest-Products“). Hierzu zählen zum Beispiel
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel miteinfließen. mühungen zum Schutz der Wälder und der Ökosysteme Paranüsse, Medizinpflanzen, Baumöle, Früchte, Kakao und,
unterstützen. Was die Umsetzung im Amazonas-Regenwald je nach Definition, auch Zierfische. Für alle diese Produkte
3.7 Green Economy 110
Bisher beschränkt sich der Mechanismus REDD+ (Redu- erschwert, sind die höheren Kosten aufgrund der langen bestehen an internationalen Märkten gute Absatzchancen
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 cing Emissions from Deforestation and Degradation) darauf, Transportwege und der Aufwand für eine mögliche Zerti- und in den lokalen Gemeinden immenses Ausbaupotenzial.
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 staatliche oder private Grundbesitzer zu belohnen, wenn fizierung, was dem Holz auf dem nationalen Markt oft die Die Produkte lassen sich zumeist auf einfache Weise ern-
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 sie nachgewiesenermaßen drohende Entwaldung abwenden Konkurrenzfähigkeit nimmt. Auf den internationalen Märk- ten und produzieren. Die geringeren Mengen machen den
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 oder laufende Entwaldung stoppen, aber nicht, wenn sie ihre ten sind nur wenige bekannte Transport überdies unproblematisch. Bereits jetzt werden
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 Wälder bereits so gut schüt- Holzarten wie Mahagoni ge- auf den ausländischen Absatzmärkten NTF-Produkte aus
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 zen, dass sie nicht unmittel- fragt. Doch im Amazonas-Re- dem Amazonasregenwald nachgefragt. Im Rahmen von Zer-
bar von Entwaldung bedroht genwald gibt es Tausende von tifizierungssystemen wie dem FSC lässt sich auch hier die
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 sind. Vor allem die Indigenen Baumarten. Teilweise wird Herkunft aus einer verantwortungsvolleren Waldnutzung
3.12 Massenströme von Holz und Papier des Amazonas haben dafür Inwertsetzungspotenzial bei selektiver Nutzung nur über die gesamte Lieferkette hinweg nachweisen. Die Nut-
in Deutschland und der Schweiz 126
Über die Hälfte des ge­ lobbyiert, dass auch Wälder, birgt auch die Nutzung von ein einzelner Baum pro Hek- zung von NTFP wird von vielen indigenen Gemeinden als
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 die akut nicht entwaldet wer- tar über einen Zeitraum von vorrangige Einkommensquelle in ihre Territorialplanungen
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130
speicherten Kohlenstoffs am den und bei denen auch akut Nichtholz-Waldprodukten: 30 Jahren entnommen. Dafür (Planes de Vida, Lebenspläne) einbezogen.
Quellen 135 Amazonas finden sich inner- keine Entwaldungsbedrohung Nüsse etwa oder Kakao müssen jedoch Forststraßen
halb indigener Territorien. besteht, durch REDD+-Gel- und Früchte. angelegt werden, denen zahl-
61 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99 Der Schutz des
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 Amazonas-Regenwaldes
3.2 Der politische Beitrag 101 muss stärker in politischen
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
und wirtschaftlichen Ent-
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105
scheidungsprozessen
3.5 Bevölkerungszunahme 107
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108
berücksichtigt werden.
3.7 Green Economy 110
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 Kohärente Sektorpolitik
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 In den politischen und wirtschaftlichen Entscheidungspro- einfache Weise um weit über 90 Prozent reduzieren. Was- aus einer Null-Entwaldungs-Landwirtschaft kommen, dass
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 zessen sollte der Schutz des Amazonas-Regenwaldes ver- serkraftwerke brauchen nicht unbedingt Stauseen, denen also für ihren Anbau keine neuen Waldflächen gerodet wur-
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 stärkt berücksichtigt werden. So lässt sich zwar Bergbau Waldflächen zum Opfer fallen. Es gibt Durchflusskraftwerke den. Brachliegende Flächen lassen sich erneut nutzen, um
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 kaum verhindern, aber steuern. Bei der Vergabe von Kon- mit hoher Effizienz, die den Wasserfluss und das Ökosystem auf gleicher Fläche mehr zu produzieren. Zertifizierungssys-
zessionen verdienen Faktoren wie Biodiversität, Ökologie, weniger beeinflussen. Da bei dieser Art der Energiegewin- teme helfen, die Einhaltung von ökologischen und sozialen
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 Menschenrechte und traditionelle Landrechte ein größeres nung keine Stauseen benötigt werden, müssen Menschen Standards über die Lieferkette hinweg nachzuweisen. Damit
3.12 Massenströme von Holz und Papier Gewicht als momentan. Schutzgebiete und indigene Terri- nicht umgesiedelt werden. Zufahrtsstraßen z. B. zu Wasser- besäßen auch Verbraucher und Unternehmen ein „Werk-
in Deutschland und der Schweiz 126 torien sollten für die Vergabe von Konzessionen grundsätz- kraftwerken, Minen oder Ölbohrungen lassen sich (schon zeug“, um Einfluss zu nehmen. So wäre es ihnen damit
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 lich tabu sein. Bei Konzessionsvergabe sollte der Einsatz weiträumig vorher) mit Schranke kontrollieren, womit Vor- möglich, eine Null-Entwaldung in der gesamten Lieferkette
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 modernster und umweltfreundlichster Technik, Ersatzmaß- sorge getroffen würde, dass an den Straßenrändern nicht zü- einzufordern und sicherzustellen, dass keine Schutzgebiete
Quellen 135 nahmen sowie Restauration verlangt werden. So lässt sich gellos gesiedelt wird. Beim Import von Agrarprodukten nach oder indigene Territorien durch die Produktion beeinträch-
beispielsweise der Quecksilberemission beim Goldabbau auf Europa müsste mindestens sichergestellt werden, dass sie tigt wurden.
62 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101 Wasserfälle im Juruena-Nationalpark
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105
3.5 Bevölkerungszunahme 107 2.3.1.4 Das tut der WWF
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108
Indigenes REDD+ beruht auf einem Vorschlag der Indige- naler Ebene wurde in Peru Indigenes REDD+ dem traditio- In seiner Politikarbeit setzt sich der WWF national und
3.7 Green Economy 110
nen Dachorganisation des Amazonas (COICA), um die natio- nellen REDD+ als Klima- und Waldschutztool gleichgestellt. international für Schutzgebiete ein. So konnte beispiels-
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 nalen und internationalen REDD+-Prozesse und -Regeln an Kolumbien und Ecuador übernahmen die wichtigsten Ele- weise durch eine breit angelegte Public-Policy-Campaign,
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 indigene Realitäten anzupassen. Es beinhaltet einige An- mente in die nationalen REDD+-Strategien. In einem Video die sowohl in Deutschland als auch in Brasilien zeitgleich
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 forderungen, die inzwischen im traditionellen REDD+, auch zu REDD+ fordert der ecuadorianische Umweltminister Tar- gestartet wurde, so viel Druck auf den brasilianischen Prä-
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 dank eines WWF/COICA-Projektes zu diesem Thema, be- sicio Granizo alle Amazonasstaaten auf, indigenes REDD+ sidenten Temer ausgeübt werden, dass er das Dekret zur
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 antwortet wurden, wie etwa die Möglichkeiten zur Finanzie- zu übernehmen. Indigenes REDD+ ist dabei aber nur der Auflösung eines 4 Millionen Hektar großen Gebietes, in dem
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 rung des Schutzes von Wäldern ohne Nachweis akut drohen- Finanzierungsrahmen für eine Vielzahl von Elementen. Die kein Bergbau betrieben werden darf, Ende September 2017
der Entwaldung. Das ist vor allem im Kontext der indigenen Finanzierung soll unter anderem Titulierung von indigenen zurückgenommen hat. Das Dekret hätte zwei indigene Ter-
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 Territorien mit erwiesenermaßen sehr geringen Entwal- Territorien ermöglichen, indigene Landnutzungsplanung ritorien und sieben Schutzgebiete, darunter mit dem Tumu-
3.12 Massenströme von Holz und Papier dungsraten von Bedeutung. Das WWF/COICA Projekt hat, (Lebenspläne) finanzieren und indigene Ökonomie, also die cumaque-Nationalpark der größte tropische Nationalpark
in Deutschland und der Schweiz 126 teilweise in enger Zusammenarbeit mit weiteren Projekten nachhaltige Nutzung von Waldressourcen, unterstützen, der Welt, betroffen. Der WWF, der sich hier im Vorfeld als
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 und Organisationen, mehrere wichtige nationale und inter- um langfristig von solchen Finanzierungstools unabhängig einzige NGO engagiert hat, hat durch diesen politischen Er-
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 nationale Erfolge feiern können, wie etwa auf internationa- zu werden. Diese Implementierung von indigenem REDD+ folg seine Sichtbarkeit in und außerhalb Brasiliens erheblich
Quellen 135 ler Ebene die Einbeziehung der Rechte indigener Völker und muss nun in einem nächsten Schritt geschehen. gesteigert.
deren Wissen in das Klimaabkommen von Paris. Auf natio-
63 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
Die Arbeit des WWF
2.1.3 Lösungen 17
hat es vermocht, einen
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
Baustopp zweier
2.2.1 Afrika 20 Wasserkraftwerke im
2.2.2 Amerika 27 Juruena-Nationalpark zu
2.2.3 Asien 33 erwirken: 40.000 Hektar
2.2.4 Australien 40 Regenwald werden so vor
2.2.5 Europa 47 der Flutung geschützt.
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105
3.5 Bevölkerungszunahme 107
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108
3.7 Green Economy 110
Teles Pires-Wasserkraftwerk, Brasilien
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 Dem WWF ist es auch gelungen, den Bau von zwei Wasser- mobilisiert, eine weltweite Online-Petition gestartet, Politi- Derzeit arbeitet der WWF gemeinsam mit einem breiten
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 kraftwerken im Juruena-Nationalpark vorläufig zu stoppen ker überzeugt. Mit Erfolg: Knapp vier Monate später hat die zivilgesellschaftlichen Bündnis von Organisationen aus den
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 und damit 40.000 Hektar Regenwald vor der Flutung zu brasilianische Regierung nun einen neuen Energieplan vor- Bereichen Umwelt und Menschenrechte sowie Vertretern
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 schützen . Bis Mitte 2017 waren die beiden Wasserkraft- gelegt, in dem bis 2023 keine Wasserkraftwerke im Jurue- der indigenen Völker daran, weitere Gesetzesvorhaben der
werke im artenreichen Juruena-Nationalpark noch fester na-Nationalpark vorgesehen sind. Allerdings ist damit das Temer-Regierung zu verhindern, die den Umweltschutz im
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 Bestandteil des Energieplans. Mit fünf Gigawatt sollten sie Thema Wasserkraftwerke im Amazonas nicht grundsätzlich großen Stil aushebeln, Menschenrechte verletzen und dem
3.12 Massenströme von Holz und Papier so viel Energie liefern wie vier Atomkraftwerke – und das vom Tisch. Denn zum einen kann die Entscheidung bei einer Landraub Vorschub leisten würden. Mit Reformen wie dem
in Deutschland und der Schweiz 126 mitten im Urwald, tief im viertgrößten Nationalpark des Neuauflage des Energieplans wieder rückgängig gemacht neuen Bergbaurahmengesetz (Codigo de Mineracão), der
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 Landes, der zu den artenreichsten Gegenden der Erde zählt werden, zum anderen muss der Juruena-Nationalpark auch geplanten Verfassungsänderung PEC 215 oder dem Gesetzes-
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 und unzählige bedrohte Arten beherbergt, von denen etliche über 2023 hinaus erhalten bleiben. vorschlag PL 3751 könnten sonst Schutzgebiete und indigene
Quellen 135 nur dort vorkommen. Der WWF arbeitete mit der groß ange- Territorien einfach aufgelöst oder verkleinert werden, wann
legten Kampagne „SOS Juruena“ dagegen. Medien wurden immer es kurzfristigen ökonomischen Interessen dient.
64 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung
11
12
16
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 Der Atlantische
3.2 Der politische Beitrag 101 Regenwald zählt zu den
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 artenreichsten
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 Regenwäldern der Erde.
3.5 Bevölkerungszunahme 107 Die Biodiversität pro Fläche
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 ist höher als im Amazo-
3.7 Green Economy 110 nas-Regenwald.
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 2.3.2.1 Zustand
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 Der Atlantische Regenwald zählt zu den artenreichsten Regenwälder der Erde. Etwa 7 Pro- Fläche erhalten.120 Die Zerstörung des Atlantikwaldes, verursacht durch Ausbreitung der Land-
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 zent aller weltweiten Pflanzenarten und 5 Prozent der Wirbeltierarten sind im Atlantischen wirtschaft, Industrialisierung und Städtebau, begann bereits zur Kolonialzeit vor 500 Jahren.
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 Regenwald zu finden. Die Biodiversität pro Fläche ist höher als im Amazonas-Regenwald. Al- Mittlerweile sind zwar 9 Prozent der Region als Schutzgebiete ausgewiesen, doch zwei Drittel
lerdings leben in der Region des Atlantischen Regenwaldes mit den Millionenstädten Rio de davon sind landwirtschaftliche Flächen. Nur 2,8 Prozent, 3,3 Millionen Hektar, befinden sich
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 Janeiro und Sao Paulo drei Viertel der brasilianischen Bevölkerung. Die verbleibenden Regen- in Nationalparks oder anderen strengen Schutzgebietskategorien. Die verbliebenen Reste des
3.12 Massenströme von Holz und Papier waldreste stehen dadurch unter immensem Nutzungsdruck. Atlantischen Regenwalds sind stark fragmentiert; zudem werden weitere Flächen gerodet. In
in Deutschland und der Schweiz 126 Brasilien gingen in den letzten Jahren etwa 20.000 Hektar Atlantischer Regenwald pro Jahr
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 Der Atlantische Regenwald bedeckte einst mit einer Ausdehnung von 135 Millionen Hektar verloren. In Argentinien lag die Entwaldungsrate zwischen 2006 und 2011 bei durchschnittlich
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 ein Zehntel des südamerikanischen Kontinents.120 Nach den aktuellsten Erhebungen zur Natur- 5.485 Hektar pro Jahr.103
Quellen 135 waldfläche in Brasilien, Paraguay und Argentinien sind noch 16,8 Prozent seiner ursprünglichen

65 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege


Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12 Brasilien
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47 Paraguay
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94 Ohne Veränderungen
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99 von Politik und Konsum
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 drohen Atlantischer
3.2 Der politische Beitrag 101 Regenwald und der
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
Trockenwald des
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105
Gran Chaco außerhalb Argentinien
3.5 Bevölkerungszunahme 107
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108
von Schutzgebieten
3.7 Green Economy 110 zu verschwinden. Waldbedeckung Entwaldungsfronten
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 Farmland frisst tropischen Regenwald, hier im Departamento Alto Paraguay, Paraguay Abbildung 17: Karte der Entwaldungsfronten im Paraguayischen und Argentinischen Atlan-
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 tikwald/Gran Chaco
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 Der angrenzende Gran Chaco ist mit 100 Millionen Hektar der größte Trockenwald Süd- Atlantischen Regenwaldes zurückzuführen – ein klassisches Beispiel für einen Leakage-Effekt,
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 amerikas und Heimat von Flachlandtapir, Jaguar und Puma. Das Ökosystem gliedert sich in bei dem Probleme nicht gelöst, sondern nur verlagert werden. Um dies zu verhindern, hat der
den unteren Chaco mit Palmenhainen und Überschwemmungsgebieten, den mittleren Chaco WWF beide Ökoregionen zu einem Schwerpunkt im Kampf gegen die Entwaldung zusammen-
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 mit seinen charakteristischen Florettseidenbäumen (Palo Borracho) und den hohen Chaco gefasst (Abbildung 17).103
3.12 Massenströme von Holz und Papier mit undurchdringlichen Dornbuschwäldern. Der Gran Chaco liegt zu 62 Prozent in Argenti-
in Deutschland und der Schweiz 126 nien, zu 25 Prozent in Paraguay, zu 12 Prozent in Bolivien und zu 1 Prozent in Brasilien.123 Im Nach Schätzung des WWF könnte sich zwischen 2010 und 2030 der Waldverlust im Atlan-
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 Gran-Chaco-Biom ist die Entwaldung außerordentlich hoch. Zwischen 1976 und 2011 wurden tischen Regenwald und im Gran Chaco zusammen auf etwa 10 Millionen Hektar summieren
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 11,7 Millionen Hektar des Gran Chaco-Waldes gerodet. In Argentinien gingen 23 Prozent, in Ohne einen Politikwechsel und einer Änderung des globalen Konsumverhaltens könnten beide
Quellen 135 Paraguay 19 Prozent und in Bolivien 3 Prozent bis 5 Prozent des Gran-Chaco-Bioms verloren.124 Ökosysteme außerhalb von Schutzgebieten so gut wie verschwinden. 103
Die Bedrohung des Gran Chaco ist teilweise auf die schärferen Kontrollen zum Schutz des
66 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16 Panama
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33 Kolumbien
2.2.4 Australien 40 Waldbedeckung Entwaldungsfronten
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99 Ecuador hat bereits
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 den Großteil seiner
3.2 Der politische Beitrag 101 ursprünglichen
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 Waldbedeckung Ecuador
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 verloren.
3.5 Bevölkerungszunahme 107
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 Atlantischer Regenwald im Serra do Mar State Park, São Paulo, Brasilien Abbildung 18: Karte der Entwaldungsfronten im Chocó-Darién
3.7 Green Economy 110
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 Die tropischen Regenwälder des Chocó-Darién erstrecken sich entlang der nordwestlichen Großteil seiner ursprünglichen Waldbedeckung verloren.127 Nach großflächigen Rodungen128
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 Pazifikküste Südamerikas vom Nordwesten Ecuadors über Kolumbien bis in den Osten Pana- sind nur noch 2 Prozent der Küstenwälder vorhanden.129 In Kolumbien ist besonders das Tief-
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 mas. Mit über 8.000 Pflanzenarten und knapp 600 Vogelarten zählt das Gebiet zu den arten- land entlang der pazifischen Ozeanküste von der Entwaldung betroffen, in Verbindung mit
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 reichsten Regionen der Welt. Der Chocó-Darién umfasst ein Gebiet von über 16,9 Millionen Bergbau, Infrastrukturentwicklung und Ausweitung der Landwirtschaft.130 Allein 2015 hat
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 Hektar. Noch sind drei Viertel davon, 12,5 Millionen Hektar, von Wald bedeckt. Szenario- Kolumbien 124.035 Hektar Waldfläche eingebüßt, davon 5.694 Hektar in Nationalparks.131 In
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 basierte Analysen zeigen, dass auf Grundlage des gegenwärtigen Entwaldungsdrucks in den Panama ging die Waldfläche von 1990 bis 2015 netto um 423.000 Hektar zurück. Teilweise
nächsten 30 bis 40 Jahren über drei Millionen Hektar Waldfläche verloren gehen könnten. wurden die Wälder durch Teakholzplantagen ersetzt132, sodass der Verlust an Naturwäldern
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 Dies entspricht 18 Prozent der Ökoregion. Auch in optimistischeren Szenarien wird der Wald- mit 491.000 Hektar noch etwas höher ausfällt.133 Bislang gibt es noch einige relativ unberührte
3.12 Massenströme von Holz und Papier verlust immer noch auf über 1,5 Millionen Hektar bzw. 9 Prozent geschätzt.125 Landwirtschaft, Wälder und Schutzgebiete, doch diese werden zunehmend durch Bergbau und Agrarindustrie
in Deutschland und der Schweiz 126 Straßen und Stromleitungen, Bergbau und Ölförderung sind die größten Treiber des prognosti- bedroht.134
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 zierten Waldverlusts (Abbildung 18).126
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 Basierend auf der derzeitigen Entwicklung befürchtet der WWF im Chocó-Darién einen Wald-
Quellen 135 Der Großteil der Entwaldung fand bisher im ecuadorianischen Teil des Chocó statt. Doch mitt- verlust von 3 Millionen Hektar bis 2030.
lerweile nimmt der Waldverlust auch in Panama und Kolumbien zu. Ecuador hat bereits den
67 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10 Die Expansion der Landwirtschaft, vor allem Sojaanbau135, aber auch Mais, Sonnen-
blumen, Weizen, Reis und Hafer, ist in Argentinien und Paraguay der Haupttreiber
2.1 Die globale Waldentwicklung 11 der Entwaldung.136 Proteste gegen Waldrodungen und Landrechtskonflikte im Zusam-
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12 menhang mit Sojaanbau werden manchmal von den Sojeros, den Eigentümern von
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16 Sojafeldern, gewaltsam unterdrückt.137 Auch im Chocó-Darién ist die Landwirtschaft
2.1.3 Lösungen 17 einschließlich des illegalen Kokaanbaus138 die Hauptursache. Sie ist schätzungsweise
2.1.4 Das tut der WWF 18 für 90 Prozent der Entwaldung in Ecuador und Kolumbien verantwortlich und auch in
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19 Panama einer der Haupttreiber.
2.2.1 Afrika 20
Rodungen für Weideflächen und Überweidung treiben die Entwaldung weiter voran.139
2.2.2 Amerika 27 Straßen und Pipelines drohen den Waldverlust zu vergrößern.123 Analysen im ecuado-
2.2.3 Asien 33 rianischen Chocó zeigten einen signifikanten Zusammenhang zwischen Bevölkerungs-
2.2.4 Australien 40 dichte, Transportkosten sowie der Entfernung zu Flüssen und dem Waldverlust.140
2.2.5 Europa 47 Straßenbau und die Nähe zu Straßen sind die größten Einflussfaktoren im Hinblick auf
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55 die Entwaldung. Allein in der Chocó-Darién-Region planen Kolumbien 18 und Ecuador
2.3.1 Amazonas 56 9 Straßenbauprojekte sowie Panama eine große Verbindungsstraße.125

2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65 Brände und die folgende Zunahme von invasiven Arten tragen erheblich zur Schädi-
2.3.3 Boreale Wälder 71 gung des Ökosystems bei.141
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83 Das Sammeln von Brennholz und die Produktion von Holzkohle sind Ursachen für
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88 Verlust und Degradierung der Wälder, besonders im Gran Chaco.142
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99 Die Nachfrage nach Holz regt den nicht nachhaltigen und oftmals illegalen Holzein-
schlag in allen 3 Regionen an.143
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101 Zellstoffplantagen sind Auslöser der Waldumwandlung im westlichen argentinischen
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 Chaco.144 In Kolumbien145 und Ecuador146 trägt der Bergbau besonders zur Entwaldung
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 bei. Zwischen 1990 und 2001 wurden in Kolumbien 564 und in Ecuador 1.092 Berg-
3.5 Bevölkerungszunahme 107 baukonzessionen mit einer Fläche von über 100.000 Hektar vergeben. Kolumbien hat
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 zudem 20 Ölfelder auf einer Fläche von 12,2 Millionen Hektar ausgewiesen, davon
17 in Schutzgebieten.125 Auch im bolivianischen Chaco nehmen Bergbau und Gasförde-
3.7 Green Economy 110
rung zu.147
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 Holzfirmen beuten den Wald im direkten Umfeld der indigenen Territorien aus und drängen
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 die Awa-Indigenen dazu, auch innerhalb ihrer Territorien wertvolles Holz zu fällen; Awa Geplante Staudämme und die damit verbundene Infrastruktur sind eine mögliche
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 Ethnic Forest Territory, Ecuador Ursache für zukünftige Waldverluste.
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 Bevölkerungswachstum, Landknappheit und Armut liegen im Chocó-Darién als
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 2.3.2.2 Ursachen Ursachen zugrunde129, verbunden mit bewaffneten Konflikten und Drogenanbau.148

3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 Auch wenn der Atlantische Regenwald und Gran Chaco an der Südostküste und der Chocó-
3.12 Massenströme von Holz und Papier Darién im Nordwesten des südamerikanischen Kontinents viele tausend Kilometer auseinan-
in Deutschland und der Schweiz 126 derliegen, ist der Haupttreiber der Entwaldung doch derselbe: die industrielle Landwirtschaft.
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 Produziert wird oftmals für den Export. Straßen und Infrastrukturprojekte sind dabei entschei-
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 dende Faktoren für die Umwandlung des Regenwaldes in landwirtschaftliche Flächen, denn
Quellen 135 über sie werden die Produkte, sei es Kakao, Soja, Rindfleisch oder Zellstoff, zu den internatio-
nalen Märkten transportiert. Tabelle 6: Ursachen der Waldzerstörung im Atlantikwald, Gran Chaco und Chocó-Darién
68 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88 Wald im Schutzgebiet Poço Antas Biological Reserve, Umweltbildung – hier im Rahmen des „Chocó Ecoregional“-Programms im La Planada-Naturschutzgebiet in Kolumbien –
2.3.7 Kaukasus 94 Rio de Janeiro, Brasilien ist einer der Schlüssel zur Bewahrung der Wälder, überall auf der Erde.
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 2.3.2.3 Lösungen
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 Im Kampf um den Erhalt und Schutz der südamerikani- ökologische und evolutionäre Prozesse und damit die Biodi- dig. Die Instrumente dazu sind bereits vorhanden, müssen
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 schen Regen- und Trockenwälder haben sich drei strategi- versität zu erhalten. aber verstärkt werden. Dazu zählen:
3.5 Bevölkerungszunahme 107 sche Ansätze als besonders erfolgreich erwiesen:
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 Dies bedeutet jedoch nicht, dass alle anderen Gebiete zur 1. Umsetzung und Vollzug der bestehenden Umweltgesetz-
1. Schutz und Wiederherstellung von Lebensräumen und Rodung und Umwandlung freigegeben sind. Vielmehr müs- gebung;
3.7 Green Economy 110
Artenvielfalt, sen hier die verbliebenen kleineren Waldfragmente als Ver-
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 bindungskorridore erhalten und degradierte Flächen aufge- 2. eine Regierungsführung, die wirtschaftliche, ökologische
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 2. Förderung der nachhaltigen Waldnutzung sowie nach- forstet werden, um den genetischen Austausch zwischen den und soziale Aspekte bereichsübergreifend integriert;
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 haltigen Landwirtschaft einschließlich der Entwicklung großen Regenwaldgebieten zu gewährleisten und die ökosys-
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 verantwortungsvoller Absatzmärkte und eines ökologisch temaren Dienstleistungen zum Nutzen von Mensch und Bio- 3. auf nachhaltige Waren und Dienstleistungen ausgerichte-
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 verträglichen Konsumverhaltens, diversität wiederherzustellen. Ziel sollte die Schaffung von te Märkte;
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 zukunftsfähigen und resilienten Landschaften sein, in denen
3. Entwicklung gesetzlicher und finanzieller Mechanismen große Waldblöcke, kleinere Waldfragmente, Wiederauffors- 4. ein ökologisch verantwortungsbewusstes Wirtschafts-
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 zum Schutz der Wälder. tungen und landwirtschaftliche Produktionsflächen unter- und Finanzwesen.120
3.12 Massenströme von Holz und Papier einander verflochten sind, um Konnektivität, Pufferung und
in Deutschland und der Schweiz 126 Um die verfügbaren Ressourcen zum Schutz der Wälder den Erhalt von Flora und Fauna zu gewährleisten.120 Die Schutzkonzepte erfordern dabei einen überregionalen
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 zielgerichtet und effizient einzusetzen, mussten zunächst Ansatz. Denn ohne die Einbindung in einen weiteren regio-
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 die Gebiete mit besonders hohem Schutzwert, wie etwa die Um dies zu verwirklichen und die alten Kräfte zu überwin- nalen und globalen Kontext kann die Bekämpfung der Ent-
Quellen 135 letzten großen Regenwaldblöcke, identifiziert werden. Die- den, die bisher die Zerstörung der natürlichen Lebensräume waldung in einem Gebiet zu einer Verlagerung des Problems
se Gebiete müssen streng geschützt werden, um langfristig vorantrieben, ist ein sektorübergreifender Konsens notwen- in ein anderes Gebiet führen.59
69 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20 Die Arbeit des WWF
2.2.2 Amerika 27 beruht wesentlich auf drei
2.2.3 Asien 33
Strategieansätzen:
2.2.4 Australien 40
Schutz und Wiederherstel-
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
lung, nachhaltige Nutzung
2.3.1 Amazonas 56 sowie Entwicklung gesetz-
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65 licher und finanzieller
2.3.3 Boreale Wälder 71 Mechanismen zum Schutz
2.3.4 Kongobecken 77 der Wälder.
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88 Waldlandschaften im Itatiaia-Nationalpark, Brasilien Der WWF unterstützt im Rahmen des „Chocó Ecoregional“-
2.3.7 Kaukasus 94 Programms eine Schmetterlingsfarm in der Chocó-Region,
Kolumbien, in ihrer lokalen Forschungsarbeit mit dem Ziel,
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
dass nachhaltige Nutzungsformen der lokalen Bevölkerung
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 zu Einkommen verhelfen.
3.2 Der politische Beitrag 101 2.3.2.4 Das tut der WWF
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 Die Arbeit des WWF zum Erhalt der drei Ökoregionen At- Provinz werden dabei in Kategorien wie streng zu schützende mindestens 50 Prozent der Zellstoffplantagen (12 Millionen
3.5 Bevölkerungszunahme 107 lantikwald, Gran Chaco und Chocó-Darién beruht im We- Wälder ohne Nutzung oder erhaltenswerte Wälder mit nach- Hektar) in den südamerikanischen WWF-Schwerpunkt-
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 sentlichen auf den drei oben genannten Strategieansätzen haltiger Waldnutzung eingeteilt. gebieten und Ökoregionen bis 2020 die FSC-Zertifizierung
(siehe Kapitel 2.3.2.3): Schutz und Wiederherstellung, nach- voranzutreiben.
3.7 Green Economy 110
haltige Nutzung sowie Entwicklung gesetzlicher und finan- In Brasilien hat der WWF zusammen mit Regierung, Uni-
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 zieller Mechanismen zum Schutz der Wälder. versitäten und anderen Partnern bereits 2009 den Atlantic Auch in der Chocó-Darién-Region arbeitet der WWF ge-
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 Forest Restoration Pact mit dem Ziel, 15 Millionen Hektar meinsam mit Partnern vor Ort, einschließlich indigener
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 So hat der WWF beispielsweise zusammen mit Partnerorga- Wald bis 2050 wiederherzustellen, ins Leben gerufen. 1 Mil- und schwarzer Gemeinden, in einer Vielzahl von Projekten
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 nisation wie der Fundacion Vida Silvestre Argentina (FVSA), lion Hektar Wald sollen bereits bis 2020 entstehen. Bis zu zur nachhaltigen Entwicklung, wie etwa Waldbewirtschaf-
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 The Nature Conservancy (TNC) und Wildlife Conservation 9 Millionen Tonnen CO2 könnten durch die wiederherge- tung durch die lokalen Gemeinden oder die Schaffung von
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 Society (WCS) eine umfassende ökologische Bewertung der stellte Waldflächen bis 2020 gebunden werden.149 Schutzgebieten.
gesamten Chaco-Region erstellt. Dabei wurden 49 Prozent
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 der Gesamtfläche des Gran Chaco als besonders schützens- In der Pulp and Paper Southern Alliance (PPSA) arbeiten Auf Initiative des WWF wurden Zertifizierungssysteme wie
3.12 Massenströme von Holz und Papier werte Gebiete eingestuft, die es vor jeglicher Umwandlung WWF mit Unternehmen aus Brasilien, Chile, Kolumbien, u. a. Bonsucro Standard für Rohrzucker oder der Global
in Deutschland und der Schweiz 126 zu bewahren gilt. Gemeinsam mit Greenpeace Argentinien Argentinien und Uruguay zusammen, einen Wandel im Zell- Roundtable for Sustainable Beef (GRSB)120 ins Leben ge-
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 und anderen Umweltorganisation wurde der Entwurf für ein stoff- und Papiersektor einzuleiten, um Ökosysteme und rufen, um mit ökologischen und sozialen Mindeststandards
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 neues Waldgesetz erarbeitet, das 2007 verabschiedet wur- Lebensgemeinschaften zu erhalten und zu verbessern. Ziel eine verantwortungsvollere Landbewirtschaftung zu ermög-
Quellen 135 de und die Grundlage für eine verbindliche Landnutzungs­ der Initiative ist es, eine Million Hektar besonders schützen- lichen, die unter anderem eine weitere Umwandlung von
planung schafft. Die Waldgebiete in jeder argentinischen werter Gebiete zu identifizieren und zu schützen sowie auf Flächen mit hoher Artenvielfalt verhindert.
70 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung
11
12
16
2.3.3 Boreale Wälder
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105
3.5 Bevölkerungszunahme 107
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108
3.7 Green Economy 110
Die borealen Wälder nehmen
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 etwa ein Drittel der globalen
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 Waldfläche ein.
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118
3.10.2 Lacey Act (USA) 121
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 2.3.3.1 Zustand
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 Die borealen Nadelwälder erstrecken sich auf der Nordhalb- der etwa ein Drittel der globalen Waldfläche ein. 60 Prozent weitaus artenärmer. Ihr ökologischer Wert ist vielmehr in
3.12 Massenströme von Holz und Papier kugel in einem Gürtel zwischen dem 40. und 70. Breiten- der borealen Wälder befinden sich in Russland, weitere 30 den riesigen, unzerschnittenen Waldlandschaften zu sehen,
in Deutschland und der Schweiz 126 grad von Alaska und Kanada über Nordeuropa und Sibirien Prozent in Kanada. die den Lebensraum für Großraubtiere wie Bär, Wolf und
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 bis nach Japan. Sie gehen im Norden in die Tundra und im Luchs bieten. In den abgelegenen, noch nicht erschlossenen
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 Süden in die Laubmischwälder der gemäßigten Breiten (zu Die borealen Wälder sind Nadel- und Birkenwälder und ge- Weiten Russlands und Kanadas befinden die größten noch
Quellen 135 denen auch die deutschen und Schweizer Wälder gehören) prägt von den Baumgattungen Fichte, Kiefer, Lärche, Tan- verbliebenen Urwälder der Erde.
über. Mit 1,5 Milliarden Hektar nehmen die borealen Wäl- ne und Birke. Im Vergleich zu tropischen Wäldern sind sie
71 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2 Die Verbreitung der borealen Wälder der Erde
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
Abbildung 19: Die Verbreitung der borealen Wälder der Erde,
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 Quelle: glokalchange.de/cms/p/wald_global_borealer_wald
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 Die Bedrohung der borealen Wälder (Abbildung 19) lauert nadas und Russlands können Blitzschläge gewaltige Wald- Besorgniserregend sind vor allem die zunehmende Fragmen-
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 weniger im Waldverlust als vielmehr in der Degradierung, brände auslösen, die nicht bekämpft werden, solange keine tierung der borealen Wälder und der damit verbundene Ver-
3.5 Bevölkerungszunahme 107 also der Verschlechterung der Wälder. In Kanada ist die Siedlungsgebiete oder Infrastruktur gefährdet sind. Diesen lust an intakten, großflächigen und unberührten Waldland-
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 Waldfläche zwar zwischen 1990 und 2015 um 1,2 Millionen Waldbränden fallen jedes Jahr Millionen Hektar borealer schaften. Als intakte Waldlandschaft (IFL) wird ein Gebiet
Hektar zurückgegangen. Angesichts der riesigen kanadi- Nadelwald zum Opfer.151, 152, 153 Dabei handelt es sich jedoch mit nur minimal vom Menschen beeinflussten Ökosystemen
3.7 Green Economy 110
schen Waldfläche ist dieser Waldverlust mit 0,35 Prozent nicht um einen permanenten Waldverlust. Die Baumarten definiert, das mindestens 50.000 Hektar groß ist und eine
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 jedoch marginal. In Russland stieg die Waldfläche in diesem des borealen Nadelwalds sind an das periodische Auftreten Mindestbreite von 10 km hat.154 Zwischen 2000 und 2013
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 Zeitraum sogar leicht, nämlich um 0,74 Prozent beziehungs- von Waldbränden angepasst. Manche Baumarten wie die verlor Russland 17,9 Millionen Hektar intakte Waldland-
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 weise knapp 6 Millionen Hektar.150 nordamerikanische Lodgepole-Kiefer benötigen sogar die schaft. Dies entspricht 6,5 Prozent der intakten Waldland-
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 Hitze eines Waldbrandes als Impuls, damit sich die Zap- schaften in Russland. Etwa 6 Millionen Hektar davon wur-
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 Diese Flächenänderung kann fen öffnen und die Samen für die neuen Waldgenerationen den durch Waldbrände vernichtet, die meist von Menschen
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 durchaus noch im Rahmen freisetzen. Die verbrannten Flächen bewalden sich auf na- verursacht wurden. Kanada
der natürlichen Schwan- türliche Weise wieder, auch wenn dies im rauen Klima der verlor im gleichen Zeitraum
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 kungsbreite gesehen werden. borealen Zone Jahrzehnte dauern kann. Werden jedoch 14,2 Millionen Hektar bezie-
3.12 Massenströme von Holz und Papier Denn großflächige Schader- Waldbrände bedingt durch menschliche Aktivitäten oder die hungsweise 4,7 Prozent sei-
in Deutschland und der Schweiz 126
Die Bedrohung der borealen eignisse durch Insekten oder Auswirkungen des Klimawandels häufiger, reicht der Zeit-
Besorgniserregend ist ner intakten Waldlandschaf-
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 Feuer sind ein natürlicher raum zwischen den Bränden nicht mehr aus, damit sich die ten. Über die Hälfte davon,
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130
Wälder lauert weniger im Bestandteil im Ökosystem Wälder regenerieren können, sodass ein dauerhafter Wald-
vor allem die zunehmende 7,3 Millionen Hektar, fielen
Quellen 135 Waldverlust als vielmehr in der borealen Wälder. In den verlust droht. Fragmentierung der Waldbränden zum Opfer.155
ihrer Degradierung. unerschlossenen Weiten Ka- borealen Wälder.
72 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18 Industrieller Holzeinschlag Öl- und Gasförderung ist die
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19 ist in den borealen Wäldern Hauptursache für die Frag-
2.2.1 Afrika 20 die dominierende Gefähr- mentierung der nördlichen
2.2.2 Amerika 27 dungsursache. borealen Wälder.
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40 Die Stadt Vancouver wächst
2.2.5 Europa 47 Industrieller Holzeinschlag ist in den borealen Wäldern Eine zunehmende Zersiedelung der Landschaft bringt
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55 die dominierende Gefährdungsursache. Etwa 17 Prozent in manchen Gebieten die ökosystemaren Prozesse der
2.3.1 Amazonas 56 des kommerziell eingeschlagenen Holzes weltweit stam- borealen Wälder aus dem Gleichgewicht. Siedlungen
men aus borealen Wäldern und sind größtenteils für den in Waldgebieten erhöhen das Waldbrandrisiko. Gleich-
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65 Export bestimmt.156 Etwa 90 Prozent des Holzeinschlags zeitig müssen Waldbrände sofort und intensiv bekämpft
2.3.3 Boreale Wälder 71 wird in Kahlschlägen ausgeführt.157 Zwar unterliegen die werden, um Schäden an Häusern und Infrastruktur zu
2.3.4 Kongobecken 77 meisten Einschlagsflächen keiner weiteren Umwand- verhindern.
2.3.5 Greater Mekong Region 83 lung und bewalden sich im Laufe der Zeit wieder. Ihr
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88 großflächiger Urwaldcharakter geht jedoch verloren. Waldbrände sind in den borealen Wäldern dann ein
2.3.7 Kaukasus 94 natürlicher Faktor, wenn sie, ausgelöst durch Blitz-
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99 Öl- und Gasförderung sind die Hauptursache für die schlag, im Laufe der Jahrhunderte sporadisch auftreten
Fragmentierung der nördlichen borealen Wälder und und sich zu Kronenfeuer von hoher Intensität ausweiten
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 dort für 41 Prozent des Verlusts an intakten Waldland- können, wie sie zur Verjüngung der Wälder zum Teil
3.2 Der politische Beitrag 101 schaften verantwortlich.155 Dies ist weniger auf den notwendig sind. In erschlossenen Wäldern brennt es
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 direkten Verlust an Waldfläche in den Fördergebieten weitaus häufiger, da dort der Großteil der Waldbrände
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 zurückzuführen als vielmehr auf die benötigte Infra- von Menschen entfacht wird. Diese Brandintensität hat
3.5 Bevölkerungszunahme 107 struktur wie Transportwege und Pipelines, die intakte keine ökologische Funktion. Auch die Auswirkungen des
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 Infotafel mit Aufruf zu mehr Naturschutz, Vancouver, Ka- Urwaldgebiete zerschneidet und meist Holzeinschlag Klimawandels bedrohen die borealen Wälder auf viel-
nada und durch Menschen verursachte Brände nach sich fältige Weise. Mit der Klimaerwärmung erhöht sich auch
3.7 Green Economy 110
zieht.155 In Kanada gefährdet der Abbau von Ölsand die das Waldbrandrisiko. Bereits seit 1970 ist ein merklicher
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 borealen Wälder.158 Der Tagebau und die dafür benö- Anstieg der Waldbrände im borealen Kanada feststell-
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 tigte Infrastruktur bedroht die natürlichen Ökosysteme bar, der mit der klimatischen Erwärmung, aber auch der
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 auf über 1,6 Millionen Hektar, eine Fläche siebzehnmal zunehmenden Fragmentierung der Region korreliert.160
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 2.3.3.2 Ursachen größer als Berlin.159 Längere Trockenperioden schwächen die Bäume und
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 machen sie anfälliger für Krankheiten und Insekten­
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 Die borealen Wälder sind vor allem durch industriellen Die Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur fördert den befall. Wärmere Winter begünstigen die Massenvermeh-
Holzeinschlag sowie durch Öl- und Gasförderung gefährdet. Verlust großflächiger Urwaldlandschaften, da sie die rung forstschädlicher Insekten. Extreme Wetterereig-
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 Neben dem Verlust von Waldfläche treiben sie die Fragmen- Wälder zerschneidet.155 Mit der Erschließung steigt die nisse wie Stürme und schwere Gewitter werden häufiger
3.12 Massenströme von Holz und Papier tierung der Wälder voran, sodass der großflächige Urwald- Häufigkeit der durch Menschen verursachten Waldbrän- und gefährden die Wälder durch Windwurf und Blitz-
in Deutschland und der Schweiz 126 charakter verloren geht. Durch die wachsende Erschließung de rasant. Zudem erleichtern die Transportwege die Aus- schlag.
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 nimmt auch die Zahl der von Menschen verursachten Wald- beutung der natürlichen Ressourcen in den umgebenden
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 brände zu. Die Klimaerwärmung erhöht ebenfalls die Wald- Wäldern, z. B. durch Holzeinschlag, Jagd oder Bergbau.
Quellen 135 brandhäufigkeit und begünstigt die Massenvermehrung
forstschädlicher Insekten wie dem Borkenkäfer.
73 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege Tabelle 7: Ursachen für die Gefährdung der borealen Wälder
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77 Straßen durchziehen den borealen Wald und fragmentieren Eine 50.000 Hektar große Urwald-Landschaft, … und mithilfe des WWF ein Holzsteg und Pfad für die
2.3.5 Greater Mekong Region 83 die größten zusammenhängenden Waldlandschaften der das Pinezhsky State Reserve, wurde in der Provinz Besucher gebaut, damit sie die Pufferzone, die das Schutz-
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88 Erde. Arkhangelsk (Russland) unter Schutz gestellt … gebiet umgibt, kennenlernen können.
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99 2.3.3.3 Lösungen
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101 Lösungsansätze zum Schutz der borealen Wälder müssen besonderen Schutzwert intakter Waldlandschaften zu be- von der Nutzung fossiler Energieträger nötig, vor allem, um
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 sich vor allem darauf konzentrieren, die Degradierung der rücksichtigen. Der FSC stuft daher großflächige intakte die globalen Auswirkungen des Klimawandels in einem er-
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 Wälder zu stoppen und deren ökologischen Wert, nämlich Waldlandschaften als Wälder mit hohem Schutzwert (HCVF) träglichen Rahmen zu halten. Den borealen Wäldern käme
3.5 Bevölkerungszunahme 107 großflächige, unzerschnittene Waldlandschaften, zu erhalten. ein und legt fest, dass mindestens 80 Prozent einer intakten dies in mehrfacher Hinsicht zugute. Schließlich zählt die
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 Dafür ist nach der bereits erfolgten Identifizierung der ver- Waldlandschaft unbewirtschaftet bleiben und mindestens Klimaerwärmung und deren Auswirkungen – etwa extreme
bliebenen intakten Waldlandschaften eine Ausweisung ent- 50.000 Hektar groß sein muss.161 Zu einer verantwortungs- Stürme, Massenvermehrungen von Insekten und häufigere
3.7 Green Economy 110
sprechend großer Schutzgebiete notwendig, um eine weitere vollen Waldbewirtschaftung in der borealen Zone gehört es Waldbrände – zu den maßgeblichen Bedrohungsfaktoren
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 Fragmentierung dieser Waldlandschaften zu verhindern. auch, die Lebensgrundlagen der indigenen Bevölkerung zu borealer Wälder.
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 erhalten, indem beispielsweise die Lebensräume der Rentie-
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 Dabei muss jedoch auch berücksichtigt werden, dass in den re (in Nordamerika Karibu genannt) und deren wichtigste Die Klimaerwärmung begünstigt zwar das Entstehen von
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 Ländern der borealen Zone Nahrungsquelle, die Flechten, geschützt werden. Waldbränden; Auslöser jedoch sind zu 96 Prozent die Men-
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 die Holzwirtschaft ein bedeu- schen. Folgerichtig ist der Schutz der Wälder vor Zerschnei-
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 tender Wirtschaftsfaktor und Die Öl- und Gasförderung ist in Staaten wie Russland und dung und Erschließung auch ein Schutz vor Waldbränden.
in den abgelegenen Regionen Kanada von immenser wirtschaftlicher Bedeutung, aber Andererseits haben Waldbrände im borealen Ökosystem
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 oftmals der größte Arbeitgeber gleichzeitig eine Hauptursache für die Fragmentierung und wichtige Funktionen, solange sie hinsichtlich Häufigkeit und
3.12 Massenströme von Holz und Papier
Lösungen zum Schutz der ist. Ein erheblicher Teil der damit für die Zerstörung eines charakteristischen Schutz- Intensität im „natürlichen Rahmen“ bleiben. Damit es –
in Deutschland und der Schweiz 126
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128
borealen Wälder müssen borealen Wälder wird daher
auch weiterhin bewirtschaftet
wertes borealer Wälder: deren großflächiger Unversehrtheit.
Der Erhalt großflächig intakter Waldlandschaften sollte ver-
ohne Häuser und Menschenleben zu gefährden – zu derglei-
chen ökologisch wertvollen Bränden kommen kann, muss
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 sich vor allem auf den Erhalt werden. Eine verantwortungs- stärkt sowohl bei der Vergabe von Förderkonzessionen als die Landnutzungsplanung eine Trennung von Wäldern und
Quellen 135 unzerschnittener Waldland- volle Waldbewirtschaftung auch bei der Planung der dafür benötigten Infrastruktur im Siedlungsgebiet zum Ziel haben und eine weitere Zersiede-
schaften konzentrieren. in der borealen Zone hat den Blick behalten werden. Kurz- bis mittelfristig ist eine Abkehr lung der Waldlandschaften vermeiden.
74 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2 Die weltweite Entwicklung der intakten Waldlandschaften
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105
3.5 Bevölkerungszunahme 107
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108
3.7 Green Economy 110
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 grün: Intakte Waldlandschaften im Jahr 2013
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 gelb: nicht intakte Waldlandschaften
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 Verlust intakter Landschaften 2000–2013
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 Andere Wälder
3.12 Massenströme von Holz und Papier
in Deutschland und der Schweiz 126
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130
Quellen 135 Abbildung 20: Karte der weltweiten Entwicklung der intakten Waldlandschaften zwischen 2000 und 2013.
Quelle: http://www.intactforests.org/world.map.html bzw. http://www.intactforests.org/data.ifl.html
75 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55 In Russland war der WWF
2.3.1 Amazonas 56 an der Schaffung von über
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
der Hälfte aller staatlichen
2.3.3 Boreale Wälder 71
Schutzgebiete beteiligt.
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88 Forschergruppe im russischen Urwald
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99 2.3.3.4 Das tut der WWF
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 Global Forest Watch, eine Partnerschaft des WWF und an- takter Waldlandschaften und anderer schützenswerter Wäl- zahl staatlicher Schutzgebiete beteiligt. Ein besonderer
3.2 Der politische Beitrag 101 derer Organisationen wie dem World Resources Institute der in Einklang bringen. Erfolg war die Gründung des Onezhskoye Pomorye-Na-
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 und Greenpeace entwickelte bereits 2001 eine Methodik zur tionalparks im Nordwesten Russlands, der eines der letz-
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 Erfassung von intakten Waldlandschaften, auf deren Grund- Finanziert durch die WWF-IKEA Partnership on Forests ten großen Taigawaldgebiete in Europa mit einer seltenen
3.5 Bevölkerungszunahme 107 lage Karten der intakten Waldlandschaften 2002 für Russ- ist der WWF an der Weiterentwicklung des russischen Kombination aus Taiga, Sümpfen, Seen und Küstenwälder
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 land, 2003 für Kanada und 2006 auf globaler Ebene erstellt FSC-Standards beteiligt und überwacht das Management schützt .
und veröffentlicht wurden. 2014 wurden die Daten aktuali- intakter Waldlandschaften. Die vom WWF Russland entwi-
3.7 Green Economy 110
siert, wodurch der dramatische Verlust an intakten Wald- ckelte Internetseite Hcvf.ru wurde zur offiziellen Informa- In den zahlreichen Artenschutzprojekten des WWF spielt
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 landschaften weltweit in den ersten 13 Jahren des 21. Jahr- tionsquelle für FSC-zertifizierte Unternehmen, um die Gren- der Erhalt der Wälder als Lebensraum für gefährdete Tier-
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 hunderts offenbar wurde (Abbildung 20). zen der intakten Waldlandschaften zu bestimmen und diese arten ebenfalls eine herausragende Rolle. Auf der Halbinsel
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 in der Waldbewirtschaftung entsprechend zu berücksichti- Kamtschatka hat der WWF beispielsweise gemeinsam mit
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 Um einen offenen Dialog über diese letzten intakten Wald- gen. Bisher konnte der WWF durch freiwillige Vereinbarun- der Citi Foundation ein Projekt zum Schutz der natürlichen
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 landschaften zu führen, hat der WWF gemeinsam mit dem gen mit Forstunternehmen einen Einschlagsstopp für über Lebensräume erfolgreich umgesetzt, bei dem für die lokale
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 Papierproduzenten Mondi die Boreal Forest PlattformA ins eine Million Hektar intakter Waldlandschaften erreichen. Bevölkerung durch Förderung des Ökotourismus und der
Leben gerufen, eine Diskussionsplattform, die führende Derzeit führt der WWF Verhandlungen, um die 450.000 Vermarktung anderer Waldprodukte als Holz alternative
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 Unternehmen der Holz- und Papierindustrie, Wissenschaft- Hektar große Kernzone des Dvinsky-Urwalds in der Region Einkommensquellen geschaffen wurden. In Kanada setzt
3.12 Massenströme von Holz und Papier ler, Nichtregierungsorganisationen und Forstbehörden rege Archangelsk im nordwestlichen Russland zu schützen, die sich der WWF für den Schutz des Karibu-Habitats ein, in-
in Deutschland und der Schweiz 126 zum Erfahrungsaustausch nutzen. Eine intensivere, aber größte intakte Waldlandschaft in Europa, die zur Bewirt- dem er sich bei der Landnutzungsplanung einbringt und
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 dennoch nachhaltige Bewirtschaftung sekundärer Wälder, schaftung freigegeben ist. interveniert, wenn Entwicklungsprogramme Lebensräume
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 die auf früheren Einschlagsflächen nachgewachsen sind, soll des nordamerikanischen Rentiers bedrohen.
Quellen 135 dabei die Belange der Holzproduktion mit der Erhaltung in- In Russland war der WWF an der Schaffung von einer Viel-
A http://borealforestplatform.org/en/
76 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung
11
12
16
2.3.4 Kongobecken
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105
3.5 Bevölkerungszunahme 107
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108
3.7 Green Economy 110
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118
3.10.2 Lacey Act (USA) 121
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123
3.12 Massenströme von Holz und Papier
in Deutschland und der Schweiz 126
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130
Quellen 135

77 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege


Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105
3.5 Bevölkerungszunahme 107
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108
Im Kongobecken werden Verlust und Degradierung der Wälder vor allem vom Flächen- und Brennholz-
3.7 Green Economy 110
bedarf einer wachsenden Bevölkerung vorangetrieben. Um die Regenwälder des Kongobeckens als intakte
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 Waldlandschaften zu erhalten, müssen Lösungen gefunden werden, den Flächen- und Ressourcenverbrauch
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 trotz des starken Bevölkerungswachstums nicht weiter ansteigen zu lassen.
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118
3.10.2 Lacey Act (USA) 121
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123
3.12 Massenströme von Holz und Papier
in Deutschland und der Schweiz 126
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130
Quellen 135

78 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege


Zusammenfassung und Fazit 2 Waldverlust im Kongobecken
1 Warum wir den Wald brauchen 7 Central African Republic
▼Mio. ha
2 Waldzerstörung und -degradierung 10 Cameroon
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
250
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17 245
2.1.4 Das tut der WWF 18
240 Equatorial Guinea
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19 Republic
Democratic Republic of Congo
2.2.1 Afrika 20 235
of Congo
2.2.2 Amerika 27 Gabon
2.2.3 Asien 33 230
2.2.4 Australien 40 1995 2000 2005 2010 2015
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55 Abbildung 21: Entwicklung der Waldfläche im Kongobecken
2.3.1 Amazonas 56 zwischen 1990 und 2015. Quelle: FAO

2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65


2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 Abbildung 22: Karte der Entwaldungsfronten im Kongobecken
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 2.3.4.1 Zustand
3.5 Bevölkerungszunahme 107
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 Im Kongobecken befinden sich etwa 20 Prozent der welt- schlimmsten betroffen waren die Demokratische Republik Konflikten hat viele Menschen zu Flüchtlingen gemacht.169
weiten Tropenwälder.162 Es zählt mit 301 Millionen Hektar Kongo, die innerhalb von 25 Jahren 7,8 Millionen Hektar Die Auswirkungen der Flüchtlingsbewegungen auf die Wald-
3.7 Green Economy 110
zu einem der wichtigsten Wildnisgebiete der Erde.163 Das Wald verlor, und Kamerun mit einem Waldverlust von entwicklung sind schwer
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 Mosaik aus Flüssen, Wäldern, Savannen und Sümpfen er- 5,5 Millionen.133 In den letzten Jahren hat sich das Entwal- abzuschätzen. Zudem wird
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 streckt sich über sechs afrikanische Staaten – Kamerun, dungstempo zwar verlangsamt, doch zeigen verschiedene sich vermutlich die Bevölke-
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 Zentralafrikanische Republik, Demokratische Republik Studien, dass die Degradierung der Wälder als Problem häu- rungszahl im Kongobecken
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 Kongo, Republik Kongo, Äquatorial Guinea und Gabun – fig unterschätzt wird (Abbildungen 21 und 22) .165, 166, 167 bis 2030 im Vergleich zum
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 und ist Heimat für Arten wie den Berg- und Tieflandgoril- Jahr 2000 verdoppelt haben.
Von 1990 bis 2015 verloren Dies würde eine Bevölke-
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 la, Zwergschimpansen (Bonobos), Waldgiraffen (Okapis), Aufgrund wissenschaftlicher Analysen168 kommt der WWF

3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123


Schimpansen und Elefanten. zur Einschätzung, dass bis 2030 mindestens 12 Millionen die sechs Staaten des Kongo- rungszahl von 170 Millionen
3.12 Massenströme von Holz und Papier
Hektar Kongo-Regenwald verloren gehen. Es lassen sich beckens 5,3 % ihrer Wald- Menschen bedeuten, die sich
in Deutschland und der Schweiz 126
Im Kongobecken spielt sich die Entwaldung weniger ent- drei Schwerpunkte der Entwaldung feststellen: einer zwi-
fläche. Das ist mehr als die hauptsächlich in den Städten
lang einer Frontlinie als vielmehr an vielen einzelnen Brenn- schen Gabun, Kamerun und der Republik Kongo, und je ein konzentrieren. Die Wälder in
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 punkten ab. Von 1990 bis 2015 verloren die sechs Staaten weiterer in der östlichen und westlichen Demokratischen
Waldfläche von Deutschland der Nähe großer Städte wären
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 des Kongobeckens zusammen 5,3 Prozent ihrer Waldflä- Republik Kongo. Die instabile politische Lage, verbunden und der Schweiz zusammen- durch diese Entwicklung be-
Quellen 135 che – 13,4 Millionen Hektar, mehr als die Waldfläche von mit unsicherem Investitionsklima, macht allerdings Prog- genommen. sonders gefährdet.163
Deutschland und der Schweiz zusammengenommen.164 Am nosen schwierig. Eine Serie von nationalen und regionalen
79 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40 Im Kongobecken werden
2.2.5 Europa 47 ca. 50 % des Holzes illegal
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55 eingeschlagen. Hauptabsatz-
2.3.1 Amazonas 56 markt ist neben den ehema-
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65 ligen europäischen Kolonial-
2.3.3 Boreale Wälder 71 mächten vor allem China.
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88 Die kleinbäuerliche Landwirtschaft zählt wegen des Parkett und anderen Holzprodukten weiterverarbeitet
2.3.7 Kaukasus 94 praktizierten Wanderfeldbaus zu den Hauptverursa- und dann in alle Welt exportiert. Wenn das Wirtschafts-
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99 chern der Entwaldung. Da sich manche der danach wachstum in der Region steigt, könnte auch der heimi-
brachliegenden Flächen mit Sekundärwald wieder- sche Markt den Druck auf die Waldressourcen erhöhen.
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 bewalden, ist der tatsächliche Verlust an Waldfläche
3.2 Der politische Beitrag 101 schwierig zu berechnen.170 Großflächiger Bergbau, hauptsächlich durch chinesische
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 und australische Unternehmen177, ebenso wie Kleinst-
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 Brennholz hat einen Anteil von geschätzten 90 Prozent bergbau178 sind wichtige Treiber der Waldzerstörung
3.5 Bevölkerungszunahme 107 an der gesamten Holzernte im Kongobecken.171 und Degradierung. Die Bergbauflächen liegen oftmals in
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 Schutzgebieten.179
Die Entwicklung von großflächigen landwirtschaft-
3.7 Green Economy 110
lichen Plantagen, einschließlich Palmöl, wird wahr- Das Bevölkerungswachstum und die Infrastrukturent-
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 scheinlich ein wichtiger Problemfaktor werden. Die wicklung zählen zu den primären indirekten Treibern
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 diesbezüglich seit 2009 bekannt gewordenen Projekte der Entwaldung. Aufgrund der wachsenden Bevölke-
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 2.3.4.2 Ursachen umfassen eine Fläche von 1,6 Millionen Hektar.172 rungszahl breiten sich die Städte aus und bedrohen
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 Daneben werden auch Kautschuk und Sojaanbau an die Wälder in ihrem Umkreis. Die Verwirklichung der
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 Im Kongobecken werden der Verlust und die Degradierung Bedeutung gewinnen. gegenwärtig geplanten Verkehrsinfrastruktur in der
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 der Wälder vor allem durch den Flächen- und Brennholzbe- Region könnte die Entwaldungsrate verdreifachen.180
darf der Bevölkerung vorangetrieben. Angesichts des Bevöl- Die Waldbewirtschaftung ist größtenteils ineffizient und
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 kerungswachstums in der Region werden sich die Probleme nicht nachhaltig.173 Illegaler Holzeinschlag ist weit ver- Die Rinderzucht könnte an Bedeutung gewinnen, wenn
3.12 Massenströme von Holz und Papier weiter verschärfen, wenn keine Lösungen gefunden werden, breitet.174 Bis zu 50 Prozent des Holzes wird illegal ein- das Klima trockener wird. Viehzucht ist wegen der
in Deutschland und der Schweiz 126 um das Bevölkerungswachstum von einem steigenden Res- geschlagen. Hauptabsatzmarkt ist neben den ehemali- Tse-Tse-Fliege derzeit in der Region nur eingeschränkt
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 sourcenverbrauch zu entkoppeln. Eine industrielle, export- gen europäischen Kolonialmächten175 vor allem China.176 möglich.
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 orientierte Landbewirtschaftung spielt derzeit im Kongobe- Dort wird das afrikanische Rund- und Schnittholz zu
Quellen 135 cken noch keine Rolle, könnte aber in Zukunft an Bedeutung
gewinnen.
80 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege Tabelle 8: Ursachen der Waldzerstörung im Kongobecken
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 Das Sammeln von Kräutern, Blättern und Medizinpflanzen gehört zum Alltag einer BaAka-Pygmäen-Mutter im Kongobecken; Dzanga-Sangha-Schutzgebiet, im Süden der Zentralafrikanischen
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 Republik.
3.5 Bevölkerungszunahme 107
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108
2.3.4.3 Lösungen
3.7 Green Economy 110
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 Lösungsstrategien zum Schutz des Kongoregenwaldes planung bewertet und hinsichtlich ihrer Bedeutung für die durch legale und illegale Einschläge zu verhindern. Neben
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 müssen Konzepte zur Armutsbekämpfung integrieren und verschiedenen Interessengruppen zoniert werden. Auf diese der Holznutzung sollten neue Einkommensmöglichkeiten
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 sowohl die Rechte der Ureinwohner und der lokalen Be- Weise wird sie den unterschiedlichen Ansprüchen an den geschaffen werden, etwa durch Ausgleichszahlungen für er-
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 völkerung als auch das Recht der afrikanischen Staaten auf Wald gerecht. Noch weitgehend unberührte Wälder mit folgreichen Waldschutz und die damit verbundene CO2-Re-
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 wirtschaftliche Entwicklung respektieren. Um die Regen- hohem Wert für die Biodiversität sollten als Schutzgebiete duktion im Rahmen globaler Klimaschutzmaßnahmen wie
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 wälder des Kongobeckens als intakte Waldlandschaften zu ausgewiesen werden. Dabei sollte ein Schwerpunkt auf REDD+.
erhalten, müssen Lösungen gefunden werden, den Flächen- den Erhalt großer, intakter und zusammenhängender Wald-
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 und Ressourcenverbrauch trotz des starken Bevölkerungs- landschaften liegen. Wälder mit Bedeutung für die lokale In der Initiative AFR 100 haben sich Kamerun, Zentralaf-
3.12 Massenströme von Holz und Papier wachstums nicht weiter ansteigen zu lassen. Beispielsweise Bevölkerung, etwa die verschiedenen Pygmäenvölker, müs- rikanische Republik, Demokratische Republik Kongo und
in Deutschland und der Schweiz 126 durch Etablierung einer produktiveren kleinbäuerlichen sen weiterhin den Nutzungsinteressen ihrer Bewohner zur Republik Kongo zur Wiederherstellung von insgesamt über
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 Landwirtschaft oder anderer Energieformen als Alternative Verfügung stehen Die industrielle Bewirtschaftung von Wäl- 25 Millionen Hektar Waldlandschaft im Kongobecken ver-
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 zu Brennholz. dern, für die Holzeinschlagskonzessionen an Unternehmen pflichtet. Die afrikanischen Staaten werden dabei finanziell
Quellen 135 vergeben werden, sollte langfristig und verantwortlich er- und fachlich von Institutionen wie IUCN, FAO, KfW, UN,
Die Regenwälder sollten im Rahmen einer Landnutzungs- folgen, um Wilderei, Buschfleischhandel und Übernutzung Weltbank und dem WWF unterstützt.
81 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101 Über REDD+ konnte der
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 WWF dazu beitragen,
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105
43 Mio. Euro zum
3.5 Bevölkerungszunahme 107
Schutz von Kongos
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108
3.7 Green Economy 110
Wäldern zu sichern.
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 2.3.4.4 Das tut der WWF
3.10.2 Lacey Act (USA) 121
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 In seiner politischen Arbeit setzt sich der WWF neben dem 43 Millionen Euro in den Schutz von Kongos Wäldern flie- lokalen und indigenen Bevölkerung zusammen, um deren
Aufbau eines Schutzgebietsnetzes auch für die länderüber- ßen. (siehe Kapitel 2.2.1 Afrika). Konkret arbeitet der WWF Lebensgrundlagen dauerhaft zu sichern und neue Verdienst-
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 greifende Zusammenarbeit der Kongostaaten beim Wald- im Salonga-Nationalpark, der vom WWF und der kongolesi- möglichkeiten, etwa im Ökotourismus, zu schaffen. So hat
3.12 Massenströme von Holz und Papier schutz ein. Der WWF unterstützt das Management der schen Naturschutzbehörde gemeinsam geleitet wird. In der der WWF im Dzanga-Sangha-Schutzgebiet zahlreiche
in Deutschland und der Schweiz 126 Schutzgebiete fachlich und finanziell, etwa durch die Schaf- Demokratischen Republik Kongo unterstützt der WWF das Projekte initiiert, die die Rechte, Kultur und Gesundheits-
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 fung von Umweltfonds gemeinsam mit Partnern wie der Umweltministerium bei der Erstellung eines umfangreichen versorgung der Indigenen unterstützen. Im Umfeld des
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 KfW Entwicklungsbank. Der WWF setzte entscheidende Zonierungsplanes für den Wald des ganzen Landes. Lobeke-Nationalparks in Kamerun wurde auf Initiative des
Quellen 135 Impulse in den Verhandlungen des Weltbank REDD+ Pro- WWF der erste von den BaAka-Pygmäen selbst verwaltete
gramms. In der Folge werden in den kommenden Jahren In den Naturschutzprojekten arbeitet der WWF eng mit der „Community Forest“ eingerichtet.
82 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung
11
12
16
2.3.5 Greater Mekong Region
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105
3.5 Bevölkerungszunahme 107
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108
3.7 Green Economy 110
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118
3.10.2 Lacey Act (USA) 121
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123
3.12 Massenströme von Holz und Papier
in Deutschland und der Schweiz 126
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130
Quellen 135

83 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege


Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7 Lao PDR
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16 Myanmar
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19 Thailand
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56 Cambodia
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65 In den Jahrzehnten der Abschottung hat Myanmar 40 Pro-
Vietnam
2.3.3 Boreale Wälder 71 zent seiner ursprünglichen Waldfläche erhalten, darunter
2.3.4 Kongobecken 77 kostbare Regenwälder. Seit Öffnung des naturreichen
2.3.5 Greater Mekong Region 83 Landes hat sich Goldgräberstimmung breit gemacht – auf
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88 Gold, Jade, Edelhölzer.
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
2.3.5.1 Zustand Abbildung 23: Karte der Entwaldungsfronten im Greater Mekong.
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101 Tiger, Asiatischer Elefant, Waldrind (Saola), Rotschenkel- auch als Folgen von Kriegen.182 Nur etwa die Hälfte der zwischen 1980 und 2005. Illegaler Holzeinschlag, auch
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 Kleideraffe und Tausende anderer Arten, die weniger be- Greater Mekong Region ist noch bewaldet (Abbildung 23). in Schutzgebieten, ist in Kambodscha191, Myanmar192 und
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 kannt, aber ähnlich bedroht sind, bilden ein komplexes Netz Nur noch 13 Prozent der Primärwälder sind erhalten.183 Pri- Laos193 ein schwerwiegendes Problem und auch in den ande-
3.5 Bevölkerungszunahme 107 des Lebens in der Greater Mekong Region.103 Die Region märwälder sind in Vietnam so gut wie verschwunden, auch ren Ländern der Region verbreitet.194
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 umfasst Kambodscha, Laos, Myanmar (Birma), Thailand in Laos, Myanmar und Thailand selten und in Kambodscha
und Vietnam. Die Wirtschaft in diesen Ländern boomt. extrem selten.184 In Vietnam wurde durch Wiederbewal- Der WWF prognostiziert einen Verlust von weiteren 15 bis
3.7 Green Economy 110
Doch damit erklärt sich die dung185 und die Anlage von Plantagen zwar die mit Bäumen 30 Millionen Hektar Wald bis 2030. Nur etwa 14 Prozent
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 anspruchsvolle Aufgabe, die bedeckte Fläche teilweise wiederhergestellt, nicht aber die der verbleibenden Wälder
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 wirtschaftliche Entwicklung zerstörten Naturwälder.186 Dies alles verursachte im Ver- werden noch intakte Kern-
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 mit dem Schutz der Wälder bund mit Wilderei und Wildtierhandel eine Biodiversitäts- gebiete darstellen.188 Die
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 und dem Erhalt der ökosys- krise.187 Entwaldungsraten werden
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 temaren Dienstleistungen in wahrscheinlich in Kambod-
Das Wirtschaftswachstum in scha, Laos und Myanmar am
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 Bis in die 1970er Jahre war
Einklang zu bringen. Zwischen 1973 und 2009 gingen die Naturwälder im Greater
der Mekong-Region spiegelt höchsten bleiben, wo bereits
Mekong um nahezu ein Drittel zurück: 43 Prozent in Viet-
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 der Großteil des Greater Bis in die 1970er Jahre war nam und Thailand, 24 Prozent in Laos und Myanmar und sich in zahllosen Straßen- für die Dekade von 2010 bis
3.12 Massenströme von Holz und Papier
Mekong dicht bewaldet. der Großteil des Greater Me- 22 Prozent in Kambodscha. Intakte Waldgebiete schwan- und Infrastrukturprojekten 2020 ein Waldverlust von
in Deutschland und der Schweiz 126
Heutzutage sind die meisten kong dicht bewaldet. Heut- den von 70 Prozent auf 20 Prozent und nehmen nur noch
wider, die den (oftmals 4,8 Millionen195Hektar voraus-
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 zutage sind die meisten na- 98 Millionen Hektar ein.188 Die Mangrovenwälder wurden gesagt wird.
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130
Wälder der Region türlichen Wälder der Region schwer beeinträchtigt189, teilweise im Vietnam-Krieg durch
illegalen) Holzeinschlag
Quellen 135 verschwunden, stark zer- verschwunden, stark zer- Entlaubungsmittel.190 Die Länder im unteren Teil des Me- und die Waldumwandlung
schnitten oder degradiert. schnitten oder degradiert, kongs verloren geschätzte 223.000 Hektar Mangrovenwald vorantreiben.
84 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56 Mangrovenwälder
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65 weichen Krabbenfarmen
2.3.3 Boreale Wälder 71 und Reisfeldern.
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88 Die Umwandlung von Wald in Plantagen und landwirt- In der Region ist illegaler Holzeinschlag, auch in Schutz-
2.3.7 Kaukasus 94 schaftliche Flächen, vor allem für Zucker, Reis, Kaut- gebieten, weit verbreitet.194
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99 schuk197 und Biokraftstoffe198, ist die Hauptursache für
die Entwaldung in der Region. In Myanmar allein wur- Die Errichtung von oftmals kleinflächigen Holz- und
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 den zwischen 2011 und 2013 über 2 Millionen Hektar Zellstoffplantagen202, vor allem Akazie und Eukalyptus,
3.2 Der politische Beitrag 101 Wald in landwirtschaftliche Flächen umgewandelt199, ist eine wachsende Bedrohung für die Wälder, beson-
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 davon 1,15 Millionen Hektar Primärwald.200 ders in Vietnam und Laos, wo sie durch staatliche Anrei-
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 ze gefördert werden.
3.5 Bevölkerungszunahme 107 Das hohe Wirtschaftswachstum in der Mekong-Region
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 spiegelt sich auf der Fläche in einer schnellen und Der Bau von Stauanlagen hat relativ wenig direkten
zügel­losen Entwicklung von Straßen und Infrastruktur Einfluss auf die Waldfläche insgesamt, kann aber die
3.7 Green Economy 110
wider. Der rasante Ausbau von Straßen und Infrastruk- Proteinversorgung durch Fischfang unterminieren. Ei-
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 tur wiederum führt zur ungeregelten Ansiedlung von nige Studien weisen darauf hin, dass in der Folge Wald-
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 Menschen, für deren kleinbäuerliche Subsistenzwirt- flächen für die Rinderzucht umgewandelt werden, um
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 schaft Flächen gerodet werden.201 die Versorgung der Bevölkerung mit tierischem Protein
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 sicher zu stellen.203
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 Gesetzliche und politische Einschränkungen sowie eine
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 verbesserte Kontrolle des Holzeinschlags in Vietnam, Der hohe Verbrauch von Brennholz und und die Her-
China und Thailand, verbunden mit einer steigenden stellung von Holzkohle steigt in einigen Ländern weiter
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 2.3.5.2 Ursachen Nachfrage, treiben in den Nachbarländern Kambod- an und beschleunigt die Degradierung der Wälder.
3.12 Massenströme von Holz und Papier scha, Laos und Myanmar den nicht nachhaltigen und
in Deutschland und der Schweiz 126 Die zugrundeliegenden Ursachen für die Entwaldung in der illegalen Holzeinschlag für den Export an.193, 196 Mangrovenwälder werden in Krabbenfarmen und Reis-
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 Greater Mekong Region sind schwache Staatsgewalt, eine felder umgewandelt.
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 rasante sozioökonomische Entwicklung und die wirtschaftli-
Quellen 135 che Abhängigkeit von natürlichen Ressourcen196 (siehe auch
Tabelle 9). Tabelle 9: Ursachen der Waldzerstörung in der Greater Mekong Region
85 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105
3.5 Bevölkerungszunahme 107 Wald-Flusslandschaft am Mekong in der Nähe von Luang Probang, Laos
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108
3.7 Green Economy 110
2.3.5.3 Lösungen
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 Die Greater Mekong Region steht derzeit am Scheideweg. die des Verlusts an Artenvielfalt und die Verringerung von Wert der Ökosysteme und deren Dienstleistungen sollte in
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 Nach Jahrzehnten der Kriege und Armut sind in den Me- Treibhausgasemissionen zu den Kernpunkten zählen.204 Mit den Entscheidungsfindungen berücksichtigt und die lokale
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 kong-Staaten politische Stabilität und wachsender Lebens­ der Umsetzung der Strategie würden sich die Länder auf den Bevölkerung ebenso wie die Zivilgesellschaft besser einge-
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 standard eingezogen. Längst haben sich die Länder dem Weg hin zu einer grüneren Wirtschaft begeben. bunden werden. Der wirksame Schutz des Naturerbes der
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 Tourismus geöffnet, der sich zu einem beträchtlichen Wirt- Region würde von einer verbesserten regionalen und inter-
schaftsfaktor entwickelt hat. Zwar muss nach wie vor mit Zunächst sollten alle schädlichen Einwirkungen auf öko- nationalen Zusammenarbeit profitieren wie von bestehen-
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 ernsthaften Problemen im Umgang mit den natürlichen logische Strukturen und Prozesse unterbunden werden, die den Gesetzen und Verordnungen, die konsequenter durch-
3.12 Massenströme von Holz und Papier Ressourcen gerechnet werden. Doch die Länder der Me- sich an ihrer Belastungsgrenze befinden. Zu denen zählen gesetzt werden. Da, wo es beschädigt oder vernichtet wurde,
in Deutschland und der Schweiz 126 kong-Region verfügen mittlerweile mit ihren Strategien zur die weitere Umwandlung von Primärwäldern und illegaler muss das Naturkapital, beispielsweise durch Aufforstungen,
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 nachhaltigen Entwicklung über Instrumente, diesen zu be- Wildtierhandel. In den Planungen sollten alle relevanten in strategischen Gebieten wiederhergestellt werden. Nicht
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 gegnen. Die Staaten der Greater Mekong Region haben ge- Sektoren integriert sowie räumlich und zeitlich ausgedehnt zuletzt sind auch die Unternehmen, die in der Greater Me-
Quellen 135 meinsam eine 10-Jahres-Strategie zur wirtschaftlichen Ent- werden. Darüber hinaus müssen die Planungen die tragfä- kong Region aktiv sind oder von dort Waren beziehen, ver-
wicklung beschlossen, in der die Bekämpfung der Armut, hige Finanzierung der Schutzmaßnahmen sicherstellen. Der stärkt in der Pflicht, Verantwortung zu übernehmen.188
86 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
EU und WWF unterstützen Zur Verhinderung von Wälder
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17 die Gebiete eines mehr als in Plantagen und Acker­flächen
2.1.4 Das tut der WWF 18 200.000 Hektar großen setzt sich der WWF für die
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19 Schutzgebietsnetzwerks, Übertragung langfristiger
2.2.1 Afrika 20 wo das erst 1992 entdeckte Wald-Nutzungsrechte an die
2.2.2 Amerika 27 Saola-Waldrind vermutet wird Gemeinden ein.
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
Was für ein unglaubliches Bild – ein Nachweis des extrem Die Bewohner des Pegu-Joma-Gebirge in Myanmar hängen auf vielfältige Weise vom Wasser des Kha Paungs ab. Aber der
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
seltenen vietnamesischen Saola-Waldrindes per Fotofalle! Fluss trocknet insbesondere wegen der Umwandlung des Regenwaldes aus
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 2.3.5.4 Das tut der WWF
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105
3.5 Bevölkerungszunahme 107 Bereits in den 1990er Jahren unterstützte der WWF den Um die einzigartige Landschaft und ihre seltenen Tiere zu zu optimieren. Um eine Umwandlung der Wälder in Plan-
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 vietnamesischen Bach Ma-Nationalpark. Mittlerweile wurde schützen, arbeitet der WWF eng mit der lokalen Bevölke- tagen oder Ackerflächen zu verhindern, setzt sich der WWF
das Engagement auf weitere Schutzgebiete in Mittelvietnam rung zusammen und hilft den Gemeinden, den natürlichen dafür ein, dass die Gemeinden langfristige Nutzungsrechte
3.7 Green Economy 110
ausgedehnt, unter anderem auch auf zwei Gebiete, in denen Reichtum ihrer Wälder nachhaltig zu nutzen. Gemeinsam an ihren Wäldern erhalten .
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 das erst 1992 entdeckte und vom Aussterben bedrohte Viet- mit Projektpartnern vor Ort und finanziert durch IKEA, die
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 namesische Waldrind Saola vermutet wird. Die beiden Sao- Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit Daneben kartiert der WWF die gesamte Region, um zu
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 la-Schutzgebiete bilden wichtige Mosaiksteine eines mehr DEZA und der schwedischen Behörde für internationale zeigen, welche ökosystemaren Dienstleistungen – beispiels-
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 als 200.000 Hektar großen Schutzgebietsnetzwerks, das Entwicklungszusammenarbeit Sida hat der WWF ein groß weise sauberes Trinkwasser – bestimmte Gebiete erbringen.
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 sich bis nach Laos erstreckt. Auch in den Trockenwäldern angelegtes Programm in Laos, Kambodscha und Vietnam Die Kartierung soll den Regierungsstellen ermöglichen, den
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 Kambodschas arbeitet der WWF in zwei Schutzgebieten, zur nachhaltigen Nutzung von Rattan, Bambus und Akazien Wert dieser Leistungen zu erkennen und bei der Raum­
dem Mondulkiri Protected Forest und dem Phnom Prich etabliert. Dabei stehen die nachhaltige Nutzung der Wäl- planung und Landesentwicklung zu berücksichtigen.
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 Wildlife Sanctuary. Zusammen sind sie eine halbe Million der gemäß FSC-Kriterien, die Umstellung auf zertifizierte
3.12 Massenströme von Holz und Papier Hektar groß – etwa doppelt so groß wie das Saarland. Ge- Produkte, der Aufbau durchgängiger Lieferketten für den Schlecht geplante Wasserkraftanlagen zählen zu den größten
in Deutschland und der Schweiz 126 fördert wird das Projekt primär von der EU, was die Bedeu- nationalen, regionalen und internationalen Handel und die Gefahren für das Ökosystem des Mekong Flusses. Hier setzt
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 tung dieser Wälder unterstreicht. Trotz der Ausweisung der Stärkung von kleinen und mittelständischen Unternehmen sich der WWF für ein zehnjähriges Moratorium beim Bau
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 Schutzgebiete ist die Gefahr der Wilderei und der damit ver- im Vordergrund.205 Es werden zudem gemeinsame Work- von Stauanlagen im Mekong-Hauptarm ein, um die potenzi-
Quellen 135 bundene illegale Handel mit Buschfleisch, das in den Städ- shops veranstaltet, um Gewinnung und Vermarktung von ellen Auswirkungen der Dämme auf die Natur zu ermitteln.
ten als Delikatesse verkauft wird, noch längst nicht gebannt. Waldprodukten wie Baumharz, Honig, Bambus und Rattan
87 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung
11
12
16
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105
3.5 Bevölkerungszunahme 107
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108
3.7 Green Economy 110
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118
3.10.2 Lacey Act (USA) 121
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123
3.12 Massenströme von Holz und Papier
in Deutschland und der Schweiz 126
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130
Quellen 135

88 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege


Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55 Nach dem Anlegen von Entwässerungskanälen wurde das Giftiger Rauch auf Kalimantan, dem indonesischen Teil Äxte und Sägen leisten in Indonesien ganze Arbeit, auch um
2.3.1 Amazonas 56 Gebiet des heutigen Nationalparks Sebangau gerodet. Die Borneos. Die verheerenden Brände in Indonesien, 2015, die steigende Palmöl-Nachfrage des europäischen Marktes
Kanäle wurden zum Flößen des Holzes verwendet. verbreiteten Rauch bis weit über die Landesgrenzen hinaus. für „Bioethanol (E10)“ und Fette (z. B. Pizza) zu bedienen.
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65 Es gab Todesfälle und viele Kranke durch Rauchvergiftung.
2.3.3 Boreale Wälder 71 2.3.6.1 Zustand
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83 Indonesien ist weltweit das Land mit dem zweithöchsten Zwischen 1985 und 1997 gingen auf Borneo 20 Millionen Die Umwandlung in industrielle Palmöl-, Holz- und Zell-
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88 Waldverlust nach Brasilien. Zwischen 1990 und 2015 büß- Hektar Regenwald verloren.206 Auch in den 2000er Jahren stoffplantagen ist die Hauptursache der Entwaldung. Dane-
2.3.7 Kaukasus 94 te der Inselstaat fast ein Viertel seiner Waldfläche ein, über ging die Entwaldung weiter,207 besonders in den beiden in- ben tragen auch die Rodung für die kleinbäuerliche Land-
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99 27,5 Millionen Hektar. Über 80 Prozent der indonesischen donesischen Provinzen Zentral Kalimantan208 und West Ka- wirtschaft, Waldbrände, illegaler Holzeinschlag sowie neue
Regenwälder befinden sich auf den drei Hauptinseln Suma- limantan sowie dem malaysischen Bundesstaat Sarawak.209 Straßen und Staudämme ihren Teil bei. Eine schwache
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 tra, Borneo (Kalimantan) und Papua-Neuguinea (West-Pa- Zwischen 2003 und 2008 wurden auf Borneo weitere 5,8 Durchsetzung des geltenden Rechts durch die Staatsgewalt
3.2 Der politische Beitrag 101 pua). Während auf Sumatra und Kalimantan in den letzten Millionen Hektar Regenwald abgeholzt.210 2010 hatten nur verstärkt den Druck auf die Wälder. Vorgebliche Erlaubnis-
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 Jahrzehnten intensive Abholzungen und Waldumwandlun- noch 53 Prozent der ursprünglichen Wälder überlebt, von se zur Landumwandlung stehen oftmals im Widerspruch zu
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 gen stattfanden, blieben die Regenwälder in West-Papua denen etwa die Hälfte, 21 Millionen Hektar, noch intakt war. branchenspezifischen Vorschriften, Raumordnungsplänen,
3.5 Bevölkerungszunahme 107 bisher noch weitgehend verschont. 42 Prozent dieser intakten Wälder sind zum Holzeinschlag Landansprüchen der lokalen Bevölkerung oder für andere
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 vorgesehen, 16 Prozent sollen nach dem Einschlag in Holz- Sektoren erteilte Genehmigungen.
Vor hundert Jahren war Bor- plantagen umgewandelt werden.211, 212 Bis 2030 könnten im
3.7 Green Economy 110
neo größtenteils mit Wald indonesischen Teil Borneos 45 Prozent des Torfmoorwaldes Wenn die gegenwärtigen Entwaldungsraten unvermindert
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 bedeckt. Seitdem hat die Insel verloren gehen.213 anhalten, werden innerhalb von nur 13 Jahren bis 2030
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 einen massiven Wandel er- weitere 21,5 Millionen Hektar Regenwald zerstört werden,
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 fahren: Die küstennahen Die indonesische Regierung hat zwar festgelegt, dass in den sodass nur noch 24 Prozent der Insel von Wald bedeckt
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 Tieflandregenwälder wurden indonesischen Provinzen bleiben.215 Jüngste Selbstverpflichtungen des Privatsektors,
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 Innerhalb von 25 Jahren gerodet, in andere Landnut- auf Kalimantan ein Waldan- die Entwaldung aufzuhalten, und Änderungen in der Regie-
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 verlor Indonesien durch zungsformen umgewandelt teil von 45 Prozent erhalten rungspolitik lassen hoffen, dass sich die Entwaldungsrate

3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 Umwandlung in industrielle oder degradiert. Entwaldung bleiben soll.214 Dies spiegelt verlangsamen könnte. In der „Heart of Borneo“-Erklärung

3.12 Massenströme von Holz und Papier Palmöl-, Holz- und Zellstoff- und Degradierung haben sich sich jedoch weder in den Ent- haben sich beispielsweise Indonesien, Malaysia und das Sul-
beschleunigt; allein in den wicklungsplänen auf Distrikt- tanat Brunei verpflichtet, die Regenwälder im Inneren der
in Deutschland und der Schweiz 126 plantagen, illegalen Holzein-
schlag und Waldbrände fast
letzten 40 Jahren wurden 30
Eine schwache Durchsetzung oder Provinzebene noch in Insel, wo noch ein Großteil der Waldbedeckung erhalten ist,
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 Prozent der Wälder auf Bor- den zahlreichen, sich oftmals zu bewahren.216 Die im Rahmen dieser Erklärung geplanten
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 ein Viertel seiner Waldfläche. neo vernichtet.
des geltenden Rechts durch überlappenden Konzessionen Maßnahmen könnten die Entwaldungsraten signifikant ver-
Quellen 135 die Staatsgewalt verstärkt für Bergbau und Agrarindust- ringern.
den Druck auf die Wälder. rie wider.
89 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
Orang-Utans, die in den vergangenen drei Jahrzehnten Wie ihren menschlichen Verwandten schaden ihnen … und völlig zerstörte Wälder.
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65 fast die Hälfte ihres Lebensraumes verloren haben, degradierte …
2.3.3 Boreale Wälder 71 haben Vieles mit den Menschen gemeinsam.
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83 Neuguinea und die umliegenden Inseln teilen sich zwei Sumatra, insbesondere die Provinz Riau218, ist das Zentrum Geht die Entwaldung in dieser Geschwindigkeit weiter, pro-
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88 Staaten: Der westliche Teil umfasst die indonesischen Pro- der indonesischen Papier- und Palmölherstellung.219 Riesige gnostiziert der WWF einen Waldverlust von bis zu 5 Millio-
2.3.7 Kaukasus 94 vinzen Papua und Westpapua, der östliche Teil den eigen- Zellstoff- und Ölpalmplantagen haben die natürlichen Wäl- nen Hektar in der Dekade von 2020 bis 2030.210
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99 ständigen Staat Papua-Neuguinea. Neuguinea und die um- der ersetzt. Entlang der Flüsse und Küsten finden sich einige
liegenden Inseln sind eine Schatzkammer der biologischen der weltgrößten Zellstoffwerke und Palmölraffinerien. Allein Die Waldzerstörung nimmt meist mit dem selektiven Ein-
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 und kulturellen Vielfalt und beherbergen die größten ver- in der Provinz Riau gibt es über 200 Palmölmühlen.220 schlag kommerziell wertvoller Holzarten ihren Anfang, ge-
3.2 Der politische Beitrag 101 bliebenen Regenwaldgebiete der asiatischen Pazifikregion. folgt von illegalem Holzeinschlag. Anschließend wird das
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 Die Ökosysteme Sumatras sind im System der Schutzgebiete Gebiet entweder durch staatliche Behörden als degradiert
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 Die Landnutzung ist von zwei sehr unterschiedlichen Wirt- ungleichmäßig erfasst.221 Die meisten Nationalparks und Re- eingestuft, als Konzession für Zellstoff- oder Palmölplan-
3.5 Bevölkerungszunahme 107 schaftssystemen geprägt. Im traditionellen System bestreitet servate liegen im gebirgigen Hinterland und nur wenige im tagen ausgewiesen und der verbliebene Wald gerodet, oder
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 der Großteil der ländlichen Bevölkerung seinen Lebens- Tiefland mit seinen ausgedehnten Torfmooren. Seitdem Mit- es wird von Zuwanderern besiedelt, die es für kleinflächige
unterhalt mit Jagen, Sammeln und Gartenbau, während das te der 80er Jahre der Boom der Papier- und Palmölindustrie Landwirtschaft, Palmöl- und Kautschukplantagen roden.
3.7 Green Economy 110
andere Wirtschaftssystem auf industrielle und exportorien- einsetzte, kam es auf Sumatra zu großflächigen Entwaldun- Starke Hangneigung oder schwierige Bodenbeschaffenheit
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 tierte Ausbeutung von Ressourcen und Plantagen setzt. gen, durch die viele Ökosysteme stark gefährdet sind.221, 222 sind bei der Waldnutzung und -zerstörung keine Hindernis-
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 Bis 2014 verlor Sumatra mit 13,9 Millionen Hektar über die se, auch wenn die Schutzgebiete in den Steillagen vermutlich
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 Auf Neuguinea sind mit 82 Millionen Hektar noch bedeu- Hälfte seiner natürlichen Wälder. Nur 11,5 Millionen Hek- zuletzt gerodet werden.
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 tende Regenwaldflächen vorhanden, die jedoch vom wach- tar Naturwald ist in stark fragmentierten Blöcken erhalten
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 senden Entwaldungsdruck bedroht sind. Von 2001 bis 2012 geblieben und bedeckt noch ein Viertel der Inselfläche.210 Teile der Regierung haben Pläne entwickelt, den Waldver-
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 verlor die Region etwa eine Million Hektar Wald, davon Schutzgebiete wie Nationalparks können die Entwaldung lust aufzuhalten oder sogar umzukehren226, 227, doch der
373.000 Hektar in den beiden indonesischen Provinzen und zwar eher als andere Gebiete aufhalten, werden aber teils Stand der Umsetzung bleibt unklar und die erwünschte
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 630.000 Hektar in Papua-Neuguinea.217 ebenfalls Opfer der Umwandlung zu Plantagen.223, 223, 225 Wirkung konnte bisher noch nicht erzielt werden. Die ver-
3.12 Massenströme von Holz und Papier bliebenen Wälder auf Sumatra sind in großer Gefahr, wenn
in Deutschland und der Schweiz 126 Die indonesische Insel Sumatra ist die sechstgrößte Insel Außerhalb von Schutzgebieten betrug die Entwaldungsrate die bisherigen Praktiken fortgesetzt werden und eine verant-
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 der Welt. Sie beheimatet einige der artenreichsten Tropen- zwischen 2008 und 2014 2,9 Prozent pro Jahr, vor allem für wortliche Regierungsführung fehlt.
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 wälder, die Lebensraum für bedrohte Tierarten wie Suma- die Zellstoff- und Palmölproduktion in den Provinzen Riau
Quellen 135 tra-Nashorn, Elefant, Orang-Utan und Tiger, aber zugleich und Jambi. Innerhalb von Schutzgebieten lag die Entwal-
auch Lebensgrundlage für Millionen von Menschen sind. dungsrate im gleichen Zeitraum bei 0,4 Prozent pro Jahr.
90 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10 Die Umwandlung zu Palmölplantagen ist eine der Menge an Plantagenholz bezweifelt werden. Dennoch
Hauptursachen der Entwaldung228, 229, 230. Im letzten eröffnete der Papiergigant APP erst 2016 die weltgrößte
2.1 Die globale Waldentwicklung 11 Jahrzehnt ist deren Fläche deutlich angestiegen231 und Zellstofffabrik auf Sumatra und steigerte damit seinen
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12 umfasst jetzt allein im indonesischen Teil Borneos 11,7 Holzbedarf nochmals um über 50 Prozent.239 Nach Re-
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16 Millionen Hektar.210 Die Profite aus Holzeinschlag und gierungsplänen sollen deshalb noch mehr Waldgebiete
2.1.3 Lösungen 17 Umwandlung in Palmölplantagen überschreiten bei wei- in Zellstoffplantagen umgewandelt werden. Auf Neu-
2.1.4 Das tut der WWF 18 tem die voraussichtlichen Einnahmen aus Emissions- guinea gibt es noch keine Zellstofffabriken. Die Akazien-
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19 handel und anderen Zahlungen für Ökosystem-Dienst- plantagen im indonesischen Teil der Insel exportieren
leistungen232, wodurch zusätzliche Herausforderungen stattdessen das Holz nach China, um die wachsende
2.2.1 Afrika 20
für den Waldschutz entstehen. Große Palmölproduzen- Nachfrage durch die dortige Zellstoff- und Papierindust-
2.2.2 Amerika 27 ten wie Asian Agri, Golden Agri Resources, Musim Mas rie zu decken.240
2.2.3 Asien 33 and Wilmar haben zwar zugesichert, der Waldumwand-
2.2.4 Australien 40 lung Einhalt zu gebieten und die RSPO-Zertifizierung Brände werden sowohl gelegt, um Land für kleinflächi-
2.2.5 Europa 47 anzustreben. Allerdings stehen diese freiwilligen Ver- ge Landwirtschaft zu roden als auch mit dem Interesse,
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55 einbarungen in Konflikt mit der Politik mancher Regie- später kommerzielle Konzessionen für die Nutzung der
2.3.1 Amazonas 56 rungsbehörden, die die Ausbreitung der Landwirtschaft dann ökologisch vernichteten Flächen erwirken zu kön-
in Waldgebiete fördern. Zudem akzeptieren viele Palm- nen.241 Die Brände geraten oftmals außer Kontrolle und
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65 ölmühlen weiterhin Palmfrüchte von Kleinbauern, die greifen auf Naturwälder und entwässerte Torfmoore
2.3.3 Boreale Wälder 71 sich Land durch illegale Waldrodung angeeignet haben. über.242 Wälder, die bereits durch Holzeinschlag degra-
2.3.4 Kongobecken 77 diert sind, mit Lücken im Kronendach, sind weitaus an-
2.3.5 Greater Mekong Region 83 Die unkontrollierte kleinflächige Umwandlung treibt die fälliger für Feuer als intakter Regenwald. Besonders in
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88 Entwaldung selbst in Schutzgebieten und Nationalparks El Niño-Jahren, wie zuletzt 2015, steigt die Waldbrand-
2.3.7 Kaukasus 94 voran233, 234, 215. Mit der steigenden Bevölkerungszahl gefahr immens.
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99 wird besonders auf Neuguinea Subsistenzlandwirtschaft
und Brandrodung zunehmen. Der Bau neuer Straßen steht in direktem Zusammen-
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 hang mit der Entwaldung.243, 244 Auf Borneo sind 95 Pro-
3.2 Der politische Beitrag 101 Dieser Kanal gehört zum Entwässerungssystem eines gro- Die Holzeinschlagsgenehmigungen erlauben meist nur zent der Entwaldung weniger als 5 Kilometer von der
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 ßen Torfmoorwaldes. Austrocknung und Torfsetzung wie den selektiven Holzeinschlag und führen nicht direkt nächsten Straße entfernt.209 Neue Straßen machen ab-
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 -brände setzen immens viel Kohlenstoff frei (Sebangau, zum vollständigen Waldverlust. Allerdings zeigt die geschiedene Wälder zugänglich für Siedler und ermögli-
3.5 Bevölkerungszunahme 107 Borneo, Indonesien) bisherige Entwicklung, dass im Folgenden ein beträcht- chen illegalen Holzeinschlag und Landnahmen. Projekte
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 licher Teil der Wälder in aufgelassenen Holzeinschlags- wie der Bau der Trans-Sumatra-Fernstraße245 oder eine
2.3.6.2 Ursachen konzessionen durch illegalen Holzeinschlag und Feuer neue Brücke zwischen Sumatra und dem malaysischen
3.7 Green Economy 110
weiter degradiert, bis sie letztlich in landwirtschaftliche Festland246 haben bzw. werden die Entwaldung weiter
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 Der immense Waldverlust in Indonesien ist vor allem auf Flächen gerodet werden.209 beschleunigen.
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 die Zellstoff- und Papier- sowie auf die Palmölindustrie zu-
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 rückzuführen (Tabelle 10). Dabei handelt es sich häufig um Die beiden größten Papierproduzenten Indonesiens ha- Kohle- und Goldbergbau könnten in einigen Teilen
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 multinationale Konzerne, die beide Geschäftszweige unter ben sich verpflichtet, den Waldverlust zu stoppen.235,236 Borneos den Waldverlust vorantreiben, wenn entspre-
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 ihrem Dach vereinen und deren Aktivitäten zum Zwecke der Dennoch roden Dritte in den Konzessionen der beiden chende Entwicklungspläne realisiert werden. Große
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 Gewinnoptimierung miteinander verknüpfen. Tochtergesell- Unternehmen weiterhin Wälder, die als Schutzzonen Bergbauunternehmen versuchen zumindest, die Um-
schaften schlagen das Holz ein und beliefern die konzern- ausgewiesen wurden.237, 238 Inwieweit sich die Selbstver- weltauswirkungen ihrer Tätigkeit zu minimieren, doch
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 eigenen Zellstoff- und Papierfabriken, während die Erlöse pflichtung der Unternehmen umsetzen lässt, darf ange- im Kleinbergbau werden die Umweltauswirkungen kom-
3.12 Massenströme von Holz und Papier aus dem Holzverkauf als Anschubfinanzierung für die An- sichts der Lücke zwischen den Produktionskapazitäten plett ignoriert.
in Deutschland und der Schweiz 126 lage von Ölpalmplantagen genutzt werden. Die Überreste der Zellstofffabriken und der zur Verfügung stehenden
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 des Holzeinschlags werden durch Brandrodung beseitigt. In
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 Trockenperioden geraten die Brände häufig außer Kontrolle,
Quellen 135 vernichten angrenzende Wälder und beeinträchtigen durch
ihren Rauch und Smog die gesamte Region. Tabelle 10: Ursachen der Waldzerstörung in Indonesien
91 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17 Die Umsetzung von Einsichten
2.1.4 Das tut der WWF 18 in Notwendigkeiten scheitert
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19 an mangelnder Rechtsdurch-
2.2.1 Afrika 20 setzung und wirtschaftlichem
2.2.2 Amerika 27 Eigeninteresse von Regie-
2.2.3 Asien 33 rungsvertretern.
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105
3.5 Bevölkerungszunahme 107 Über 50 Dämme sollen das Entwässerungssystem nach und nach verschließen und eine Renaturierung des dahinter liegenden Torfmoorwaldes bewirken; Sebangau, Borneo, Sumatra. Der WWF
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 hat dies zusammen mit der Brauerei Krombacher ermöglicht.
3.7 Green Economy 110
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 2.3.6.3 Lösungen
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 Teile der indonesischen Regierung haben die Notwendigkeit eine Harmonisierung der Landesentwicklungspläne auf na- werden, um den Absatz von Produkten aus einer verantwor-
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 erkannt, den Regenwald mit seinen Funktionen und Lebe- tionaler und regionaler Ebene notwendig, um Widersprüche tungsvolleren Wald- und Landbewirtschaftung zu fördern.
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 wesen zu erhalten, und entsprechende Pläne entwickelt. zu beseitigen und zumindest den Erhalt der als besonders Allerdings ist hierfür mittelfristig auch eine Bewusstseinsän-
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 Die Umsetzung scheitert jedoch an der mangelnden Rechts- schützenswert identifizierten Wälder zu gewährleisten. derung auf den Hauptabsatzmärkten für indonesische Pro-
durchsetzung und dem wirtschaftlichen Eigeninteresse von dukte notwendig, die sich in China und anderen asiatischen
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 Regierungsvertretern auf regionaler und lokaler Ebene. Im Freiwillige Selbstverpflichtungen der Wirtschaft können Nachbarländern befinden. Ansonsten besteht die Gefahr,
3.12 Massenströme von Holz und Papier Rahmen der internationalen Zusammenarbeit muss Indo- einen wichtigen Beitrag zum Waldschutz leisten, wenn sie dass zwar Europa und andere Märkte, die darauf Wert legen,
in Deutschland und der Schweiz 126 nesien dabei unterstützt werden, die Politikgestaltung und denn eingehalten und umgesetzt würden. Dies ist jedoch legal mit umweltverträglichen Produkten beliefert werden,
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 Rechtsdurchsetzung im Forstsektor zu verstärken. Eine nicht immer der Fall, wie das Beispiel der beiden Papierrie- während die weitaus größere Nachfrage auf den asiatischen
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 verbesserte Rechtsdurchsetzung würde auch die Rolle der sen APP und APRIL zeigt. Deshalb ist eine unabhängige und Märkten weiterhin mit illegal eingeschlagenem Holz und
Quellen 135 Schutzgebiete stärken, damit diese den Waldverlust nicht glaubwürdige Kontrolle unabdingbar. In diesem Rahmen Palmöl aus Regenwaldzerstörung gestillt wird.
nur verlangsamen, sondern aufhalten können. Daneben ist können auch marktwirtschaftliche Instrumente eingesetzt
92 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71 Die Pflanzung von einheimischen Baumarten unterstützt die Wiederbewaldung dort, wo der Tormoorwald sich nur schlecht
2.3.4 Kongobecken 77 selbst regenerieren kann.
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94 2.3.6.4 Das tut der WWF
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
Auf Initiative des WWF und seiner Partner wurden in Indo- zungs- und Entwicklungsplänen zu entwickeln und Prinzi- serungskanäle zu schließen, und die Torfmoorwälder wieder
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 nesien zahlreiche Schutzgebiete geschaffen, wie etwa 1995 pien von grüner Wirtschaft einzuführen. Im Rahmen eines großflächig unter Wasser gesetzt. Dadurch wird Kohlenstoff
3.2 Der politische Beitrag 101 der Nationalpark Bukit Tigapuluh auf Sumatra, in dem in- WWF-Projekts wird der Prozess der Landnutzungsplanung gebunden und der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausga-
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 digene Volksstämme sowie die letzten Exemplare der Su- in ausgewählten Dörfern konkret angeleitet und fortwäh- se verhindert. Zugleich kommt das Waldprojekt auch einer
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 matra-Tiger, Sumatra-Elefanten und Sumatra-Orang-Utans rend unterstützt. Gleichzeitig werden die institutionellen der größten Orang-Utan-Populationen zugute. Denn nach
3.5 Bevölkerungszunahme 107 leben. 2015 erhielt der WWF zudem für eine angrenzende und finanziellen Grundlagen für ein nachhaltiges, gemein- der erfolgten Wiedervernässung wird auf besonders geschä-
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 Waldfläche von knapp 400 Quadratkilometern eine Natur- schaftliches Parkmanagement unter Einbindung der indige- digten Flächen des Projektgebietes mit heimischen Bäumen
schutzkonzession zur Wieder- nen Bevölkerung geschaffen. Zivilgesellschaft und Medien wiederaufgeforstet. Auch Futterpflanzen für Orang-Utans
3.7 Green Economy 110
herstellung der Ökosysteme. werden gestärkt, um eine nachhaltige Entwicklung bei den werden gesetzt. Die Population der Menschenaffen war
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 politisch Verantwortlichen wirksam einzufordern. durch den intensiven Holzeinschlag stark dezimiert. In-
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 Auf Borneo fördert der WWF zwischen hat sich ihr Bestand wieder bei rund 6.000 Tieren
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 den Aufbau einer grünen Auf Borneo engagiert sich der WWF im Ulu Segama Malua stabilisiert und ist damit eine
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 Auf Initiative des WWF Wirtschaft, die ökologische Forstreservat in einem Modellprojekt, um durch gezielte der größten Orang-Utan-Po-
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 und seiner Partner wurden
Nachhaltigkeit mit wirtschaft- Aufforstung die ökologische Funktion des Tiefland-Regen- pulationen weltweit. Zudem
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 in Indonesien zahlreiche
licher Profitabilität und so- waldes als Lebensraum für Orang-Utan und andere bedroh- werden Nutzpflanzen wie
zialer Inklusion verbindet, te Arten wiederherzustellen. Gleichzeitig wurde die Grund- Kautschuk in die Lücken des
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 Schutzgebiete geschaffen, in um den Fortbestand des Na- lage für eine nachhaltige Forstwirtschaft geschaffen, die der Waldes gepflanzt, von denen
3.12 Massenströme von Holz und Papier
denen indigene Volksstämme turkapitals für künftige Ge- einheimischen Bevölkerung verlässliche Arbeitsplätze bietet. die Bewohner der umliegen-
in Deutschland und der Schweiz 126
sowie die letzten Exemplare nerationen zu sichern. Dazu
In Sebangau, auf der Insel den Dörfer künftig genauso
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 werden Distrikt- und Pro- In Sebangau auf der Insel Borneo führt der WWF eine der profitieren sollen wie aktu-
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130
der Sumatra-Tiger, vinzbehörden in ihrer Kom- größten Moor-Renaturierungen der Welt durch. Mit finan-
Borneo, führt der WWF eine ell von den Arbeiten an den
Quellen 135 Sumatra-Elefanten und petenz gestärkt, Leitlinien zieller Unterstützung der Brauerei Krombacher werden dort der größten Moor-Renatu- Dämmen, von Aufforstungen
Sumatra-Orang-Utans leben. zur Umsetzung von Landnut- Dämme gebaut, um einst von Holzfirmen gezogene Entwäs- rierungen der Welt durch. und Feuerbekämpfung.247
93 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung
11
12
16
2.3.7 Kaukasus
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105
3.5 Bevölkerungszunahme 107
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108
3.7 Green Economy 110
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118
3.10.2 Lacey Act (USA) 121
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123
3.12 Massenströme von Holz und Papier
in Deutschland und der Schweiz 126
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130
Quellen 135

94 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege


Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
Alte Wälder und die für den
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
Kaukasus typischen Wald-
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
ökosysteme sind fragmen-
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 tiert und nurmehr in Bruch-
3.2 Der politische Beitrag 101 stücken vorhanden.
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105
3.5 Bevölkerungszunahme 107 2.3.7.1 Zustand
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108
Die Ökoregion Kaukasus hat eine Fläche von 58 Millionen der. Die Bergwälder, die den größten Teil der kaukasischen Nach den Daten der FAO ist die Waldfläche insgesamt in
3.7 Green Economy 110
Hektar und erstreckt sich vom russischen Nordkaukasus Wälder ausmachen, verhindern die Bodenerosion und regu- den drei Kernländern des Kaukasus, Georgien, Armenien
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 über Georgien, Armenien und Aserbaidschan bis in die lieren den Wasserhaushalt. und Aserbaidschan, seit 1990 nicht wesentlich geschrumpft,
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 nordöstliche Türkei und den nordwestlichen Teil des Irans. sondern in Georgien leicht und in Aserbaidschan sogar um
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 Als Schnittstelle zwischen Europa, Zentralasien und Mittle- Ein Großteil der kaukasischen Laubwälder wurde bereits ge- ein Drittel gestiegen.248 Bei verschiedenen Waldökosystemen
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 rem Osten verfügt die Region über eine enorme Artenvielfalt rodet und in Ackerflächen umgewandelt. Die für die Region ist jedoch ein besorgniserregender Schwund feststellbar.
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 und wurde deshalb vom WWF als eine der 35 „priority pla- typischen Kastanienwälder sind in ihrer Ausdehnung deut- So sind etwa im südlichen Kaukasus nur noch 2 bis 3 Pro-
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 ces“ eingestuft. Von den 7.000 Arten höherer Pflanzen, die lich geschrumpft, da die wertvolle Holzart seit Jahrhunder- zent der ursprünglichen Auwälder erhalten. Die meisten der
es im Kaukasus gibt, ist mindestens ein Viertel endemisch, ten intensiv eingeschlagen wird. In der Gebirgsregion Ara- alten Naturwälder sind in kleine Teilbereiche fragmentiert,
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 also nur dort zu finden. Von den 153 Säugetierarten des sparan im nordwestlichen Iran sind von den Laubwäldern, zerschnitten von künstlichen Forsten und Plantagen wie
3.12 Massenströme von Holz und Papier Kaukasus kommt ein Fünftel ausschließlich dort vor. die für ihre große Zahl endemischer Arten bekannt sind, auch von landwirtschaftlichen Flächen und bebautem Land.
in Deutschland und der Schweiz 126 nur noch 12 Prozent übrig geblieben. In der nordöstlichen Betrachtet man den Kaukasus insgesamt, ist etwa ein Viertel
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 Wälder bedecken heute 18,52 Prozent der Kaukasusöko- Türkei werden die Laubwälder für Tee- und Haselnussplan- der Region in einem angemessenen Zustand. Aber weniger
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 region und sind Heimat für gefährdete Tierarten wie dem tagen gerodet. Zudem wurden in der gesamten Ökoregion als 12 Prozent der Vegetation, einschließlich der Wälder,
Quellen 135 Braunbär, Kaukasusleopard, Bezoarziege, Kaukasischen Waldgebiete großflächig in Viehweiden umgewandelt. kann als ursprünglich betrachtet werden.249
Rothirsch, Europäischen Bison und Kaukasischen Salaman-
95 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56 Der Kaukasus ist durch seine Wälder … Ohne Verjüngung führt die Waldweide zu degradierten Wäldern.

2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65


2.3.3 Boreale Wälder 71 Der nicht nachhaltige und oftmals illegale Holzeinschlag Die Viehhaltung im Wald, die sogenannte Waldweide,
2.3.4 Kongobecken 77 ist eine wesentliche Ursache für die Degradierung der trägt ebenfalls zur Degradierung der kaukasischen Wäl-
2.3.5 Greater Mekong Region 83 kaukasischen Wälder und den Rückgang von Waldöko- der bei. Das Weidevieh frisst die Baumsprösslinge und
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88 systemen wie den Kastanienwäldern. Der Großteil des beschädigt die Rinde junger Bäume, sodass Pilze ein-
2.3.7 Kaukasus 94 eingeschlagenen Holzes wird in der Region verbraucht. dringen können. Die Folge der Überweidung sind lichte,
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99 Für den Export, z. B. nach Westeuropa, sind vor allem überalterte Bestände.
wertvolle Baumarten bestimmt. So hatte etwa 2016 das
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 aus Georgien in die EU importierte Schnittholz einen Aufgrund des Klimawandels ist bereits seit dem letzten
3.2 Der politische Beitrag 101 Durchschnittswert von 1.600 Euro pro Kubikmeter.250 Jahrhundert ein Anstieg der Durchschnittstemperatu-
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 Der offizielle Holzeinschlag ist in den vergangenen ren im Kaukasus feststellbar.253 Bis 2050 wird ein weite-
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 Jahren zwar in manchen Gebieten zurückgegangen. Im rer Temperaturanstieg von bis zu 5,5° C befürchtet, bei
3.5 Bevölkerungszunahme 107 russischen Nordkaukasus etwa wurde nur 30 Prozent einem gleichzeitigen Rückgang der Niederschläge.254 Die
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 bis 50 Prozent der ursprünglich geplanten Fläche ein- prognostizierten klimatischen Veränderungen werden
geschlagen. Der illegale Holzeinschlag ist jedoch gleich- für die meisten Waldtypen, die in der Region vorkom-
3.7 Green Economy 110
… und vielfältigen Bergregionen ein Hotspot des Arten- zeitig angestiegen.251 men, negative Auswirkungen haben und zu einer nied-
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 reichtums. rigeren Wuchsleistung, einer geringeren Fortpflanzung
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 Brennholznutzung ist eine der Hauptursachen für die und zu einer größeren Anfälligkeit gegenüber Krank-
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 2.3.7.2 Ursachen großflächige Degradierung der Wälder. Brennholz ist heiten und Insekten führen. Das Waldbrandrisiko wird
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 der wichtigste Energieträger. In Georgien etwa wird zu steigen. Häufigere Stürme werden vermehrt zu Wind-
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 Die kaukasischen Wälder und die ökosystemaren Dienst- 60 Prozent mit Holz geheizt. Auf dem Land heizen so- wurf führen. Die Klimaveränderung verläuft zu schnell,
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 leistungen, die diese zur Verfügung stellen, sind durch den gar 95 Prozent der Haushalte mit Holz. Die staatlichen als dass sich die Baumarten daran anpassen und bei-
hohen Nutzungsdruck gefährdet. Nicht nachhaltiger und Forstbehörden stellen dafür jedes Jahr etwa eine halbe spielsweise in höhere Lagen ausweichen können. Baum-
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 oftmals illegaler Holzeinschlag – sei es für die industrielle Million Kubikmeter Brennholz zur Verfügung. Dies arten breiten sich mit wenigen Kilometern pro Jahr-
3.12 Massenströme von Holz und Papier Nutzung oder zur Brennholzgewinnung – und Überwei- deckt jedoch gerade einmal 10 Prozent bis 20 Prozent zehnt aus, während sich die Klimazonen im gleichen
in Deutschland und der Schweiz 126 dung schädigen die Wälder und gefährden deren Stabilität. des Verbrauchs. Die fehlende Menge wird illegal und Zeitraum um bis zu 50 Kilometer verschieben werden.253
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 Die Auswirkungen des Klimawandels bringen weitere Her- unkontrolliert eingeschlagen.252
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 ausforderungen mit sich und werden die Bedingungen für
Quellen 135 die meisten im Kaukasus vorkommenden Waldtypen ver-
schlechtern. Tabelle 11: Ursachen für die Gefährdung der kaukasischen Wälder
96 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88 Die kaukasischen Wälder sind reich gemischte Laubwälder
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
2.3.7.3 Lösungen
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101 Um die kaukasischen Wälder zu erhalten, muss zum einen Rechtsdurchsetzung im Forstsektor gestärkt werden. Illega- geschehen, indem alternative Weidegründe angeboten, die
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 die Nutzung auf ein verträgliches Maß reduziert und zum ler Holzeinschlag in größerem Maßstab ist ohne Mitwissen langfristigen Vorteile dieser Maßnahmen kommuniziert und
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 anderen deren Widerstandsfähigkeit gegenüber den Heraus- der lokalen Förster fast unmöglich. Deshalb muss zunächst Arbeitsplätze für die Bevölkerung, beispielsweise bei Zaun-
3.5 Bevölkerungszunahme 107 forderungen des Klimawandels verstärkt werden. Damit dies die Korruption bekämpft werden, die in den meisten Kauka- arbeiten, geschaffen werden.
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 gelingt, müssen unter Einbeziehung aller Interessengrup- susländern ein gravierendes Problem ist.255 Gleichzeitig soll-
pen Lösungen gefunden werden, die neben dem Schutz der te sowohl im Forstsektor als auch in der Zivilgesellschaft das Die wenigen noch ursprünglichen Wälder sollten geschützt
3.7 Green Economy 110
Wälder auch Maßnahmen zur Armutsbekämpfung beinhal- Bewusstsein für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung ge- und erhalten werden. Derzeit befinden sich nur etwa 14 Pro-
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 ten und die Lebensbedingungen der Bevölkerung gerade im schärft sowie die Zusammenarbeit und der Erfahrungsaus- zent der kaukasischen Wälder in Schutzgebieten. Langfris-
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 ländlichen Raum verbessern. tauch in der Region verstärkt tig sollten weitere 10 Prozent der Wälder in der Ökoregion
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 werden. unter Schutz gestellt werden, sodass knapp ein Viertel der
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 Um den Brennholzbedarf mit der nachhaltig zur Verfügung kaukasischen Wälder geschützt wäre.
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 stehenden Versorgungsmenge in Einklang zu bringen, soll- In den ländlichen Regionen
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 ten nationale Energiepläne entwickelt werden, die den tat- des Kaukasus bildet die Vieh- Um gegen die Auswirkungen des Klimawandels gewappnet
sächlichen Brennholzverbrauch berücksichtigen und die haltung die Lebensgrundlage zu sein, müssen Strategien entwickelt und umgesetzt werden,
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 nachhaltige Einschlagsmenge anhand des jährlichen Zu- Im Kaukasus bildet die Vieh- der lokalen Bevölkerung. Um die künstlich angelegte Monokulturen in widerstandsfähige,
3.12 Massenströme von Holz und Papier wachses definieren. Es braucht sozial- und umweltverträg- haltung die Lebensgrundlage die Degradierung der Wälder naturnahe Wälder umzubauen. Dazu muss das Bewusstsein
in Deutschland und der Schweiz 126 liche Alternativen, um das bestehende Defizit zu decken
der ländlichen Bevölkerung. durch Überweidung zu be- gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels auf Wälder
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 und damit auch einkommensschwache Haushalte weiterhin enden, ist eine Trennung von geschärft, praktische Maßnahmen zur Erhöhung der Wider-
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 ihren Energiebedarf für Heizen und Kochen stillen können.
Das verhindert Waldver­ Wald und Weide zwingend er- standsfähigkeit aufgezeigt und Förstern wie auch Waldnut-
Quellen 135 jüngung, und die Wälder forderlich. Dies sollte jedoch zern das nötige Wissen vermittelt werden, um die Maßnah-
Zur Kontrolle des kommerziellen Holzeinschlags muss die lösen sich schleichend auf. im Konsens aller Beteiligten men zum Waldumbau auf andere Bestände zu übertragen.256
97 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
Der WWF fördert Projekte zur Wiederherstellung von kaukasischen Wäldern.
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 Aufgrund der hohen Haustierbestände im Wald kann eine Pflanzung nur dann erfolgreich wachsen, wenn die Flächen gezäunt sind.
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105
3.5 Bevölkerungszunahme 107 2.3.7.4 Das tut der WWF
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108
Der WWF ist bereits seit Anfang der 1990er Jahre in der und der Weltbank mit dem Ziel, die Zivilgesellschaft in den tungspläne für das Forstrevier Chokhatauri in Georgien oder
3.7 Green Economy 110
Kaukasusregion aktiv und konnte ein Netz von Schutzge- Schutz der Biodiversität einzubinden. Der CEPF stellt für die das Ijevan-Reservat in Armenien.
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 bieten aufbauen. Diese bieten wie der 76.000 Hektar große Umsetzung verschiedener Naturschutzprojekte im Kaukasus
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 Borjomi-Kharagauli-Nationalpark Rückzugsgebiete für vom über einen Zeitraum von 4 Jahren 8,5 Millionen US-Dollar Mit finanzieller Unterstützung der EU und der KfW Bank
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten. 2006 wurde zur Verfügung. Vor Ort arbeitet der WWF mit Partnern wie führt der WWF verschiedene Projekte zur Wiederherstel-
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 ein ökoregionaler Naturschutzplan für den Kaukasus (ECP) der Fair Trees Foundation in der Umweltbildung zusammen, lung von degradierten Berg- und Auwäldern sowie zum
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 erstellt, der eine umfangreiche Datengrundlage über die um das Wissen und Verständnis für den Naturschutz zu Waldumbau von Kiefern-Monokulturen durch. Die Flächen
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 Biologische Vielfalt der Kaukasusregion beinhaltet und steigern und unter den Schülern ein Bewusstsein für ihre werden mit Baumarten der natürlichen Waldgesellschaften
Strategien aufzeigt, diese Vielfalt für zukünftige Generatio- Bürgerverantwortung zu schaffen. aufgeforstet, um die Widerstandsfähigkeit gegenüber den
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 nen zu erhalten und nachhaltig zu nutzen. Auswirkungen des Klimawandels zu stärken. In die Projekte
3.12 Massenströme von Holz und Papier Im Rahmen des EU-Aktionsplans FLEGT zur Bekämpfung werden alle Interessengruppen, insbesondere die lokale Be-
in Deutschland und der Schweiz 126 Zur Finanzierung der Projekte arbeitet der WWF mit dem des illegalen Holzeinschlags führt der WWF verschiedene völkerung, eingebunden, indem beispielsweise Arbeitsplätze
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 Critical Ecosystem Partnership Fund (CEPF) zusammen, Projekte durch: zum Beispiel Workshops zu grenzüber- bei Pflanzung und Pflege geschaffen oder Materialien wie
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 einer Initiative der Agence Française de Développement, schreitendem Holzhandel oder freiwilliger Waldzertifizie- Zaunpfosten von lokalen Produzenten gekauft werden.
Quellen 135 Conservation International, der Global Environment Faci- rung, er gibt Empfehlungen für eine funktionale Zonierung
lity, der japanischen Regierung, der MacArthur Foundation der Wälder in Georgien oder entwickelt Waldbewirtschaf-
98 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung
11
12
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3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105
3.5 Bevölkerungszunahme 107
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108
3.7 Green Economy 110
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118
3.10.2 Lacey Act (USA) 121
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123
3.12 Massenströme von Holz und Papier
in Deutschland und der Schweiz 126
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 Nach Rodung des tropischen Regenwaldes wird die Transformation hin Palmöl-Plantage mit der Aufzucht von Setzlingen vorbereitet.
Quellen 135 Vielfalt weicht systematischer, artenarmer Regelmäßigkeit.

99 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege


Zusammenfassung und Fazit 2 Wie viele Erden brauchen wir?
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung
11
12
16
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55 Weltweit wird ein Großteil
2.3.1 Amazonas 56 des Holzes als Brennholz ge-
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65 nutzt. Auch die EU setzt auf
2.3.3 Boreale Wälder 71
verstärkte Nutzung von Holz
2.3.4 Kongobecken 77
für Bioenergie.
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
Um unseren Lebensstil aufrechtzuerhalten, verbrauchen wir schen Lebensstil 5 Erden nötig. Auch Deutschland und die
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 von unserem Planeten Erde mehr, als uns nachhaltig zur Schweiz leben weit über ihre Verhältnisse und würden mehr
3.2 Der politische Beitrag 101 Verfügung steht (Abbildung 24). Wir verbrauchen zu viele als 3 Erden benötigen.
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 Rohstoffe, verschmutzen zu viel Wasser, fangen zu viele
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 Fische, essen zu viel Fleisch, schlagen zu viel Holz und pro- Allein um den weltweiten Verbrauch von Holz und Papier
3.5 Bevölkerungszunahme 107 duzieren viel zu viel Kohlendioxid. Der Welterschöpfungstag dauerhaft zu decken, sind fast 2 Milliarden Hektar Wald
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 bezeichnet den Tag, an dem die natürlichen Ressourcen für nötig, also die Hälfte der weltweiten Waldfläche . Weitere
das ganze Jahr aufgebraucht sind. 2017 fiel dieser Tag auf 12 Milliarden Hektar wären jedoch notwendig, um unsere
3.7 Green Economy 110
den 2. August – also 5 Monate vor Ablauf des Jahres. Dies Treibhausgasemissionen zu kompensieren und das CO2 als
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 bedeutet, dass wir 5 Monate des Jahres auf Kosten zukünfti- Kohlenstoff in den Wäldern zu speichern.258 Dies würde dem
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 ger Generationen leben und deren Ressourcen verbrauchen. Dreifachen der derzeitigen weltweiten Waldfläche entspre- Abbildung 24: Anzahl der Erden, die für den Lebensstil in
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 Besorgniserregend ist, dass sich der Welterschöpfungstag chen. Somit müsste die gesamte Landfläche auf unserem verschiedenen Ländern benötigt würde
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 immer weiter nach vorne verschiebt. 1971 war der Welter- Planeten aufgeforstet werden, um den durch Menschen ver-
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 schöpfungstag erst am 21. Dezember erreicht, in den 1990er ursachten Kohlendioxidausstoß dauerhaft in Wäldern zu
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 Jahren im Oktober und seit 2005 im August.257 speichern.

3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 Im weltweiten Durchschnitt würden wir 1,7 Erden benö- Angesichts einer wachsenden Weltbevölkerung und dem be-
3.12 Massenströme von Holz und Papier
in Deutschland und der Schweiz 126
tigen, um unseren derzeitigen Konsum dauerhaft befrie-
digen zu können. Allerdings ist der Ressourcenverbrauch
rechtigten Anspruch der Menschen in den Schwellen- und
Entwicklungsländern, langfristig einen vergleichbaren Le-
Die wichtigste Ursache für
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 sehr unterschiedlich verteilt. Während Inder mit ihrem bensstandard wie die westlichen Industrieländer erreichen den weltweiten Waldverlust
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 Lebensstandard – hochgerechnet auf die Weltbevölkerung zu wollen, müssen dringend Lösungen gefunden werden, um liegt in unserem übermäßigen
Quellen 135 – gerade einmal 60 Prozent der zur Verfügung stehenden die gewünschte Lebensqualität vom steigenden Ressourcen- Verbrauch der natürlichen
Ressourcen verbrauchen, wären für den US-amerikani- verbrauch zu entkoppeln. Ressourcen.
100 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung
11
12
16
3.2 Der politische Beitrag
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88 Die Politik muss verlässlicher
2.3.7 Kaukasus 94 unsere Umwelt schützen und
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99 den Verlust an Waldfläche
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 stoppen und die Qualität der
3.2 Der politische Beitrag 101 Wälder verbessern.
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105
3.5 Bevölkerungszunahme 107
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108
3.7 Green Economy 110
Um den beiden großen globalen Herausforderungen dieses einen legalen Rahmen national schnell bereitzustellen. Abholzungen wieder aufzuforsten. Erfahrungen mit Landre-
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 Jahrhunderts, dem Klimawandel und dem Artensterben, Um zum Ziel der Null-Netto-Entwaldung zu gelangen, wer- gistern in den brasilianischen Bundesstaaten Pará und Mato
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 zu begegnen, sind in erster Linie die Regierungen und die den sowohl politische Maßnahmen zum Schutz und Erhalt Grosso zeigen jedoch, dass zwar anfangs die Entwaldung auf
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 internationale Staatengemeinschaft gefordert, durch eine der Wälder benötigt als auch internationale Initiativen zur dem registrierten Landbesitz zurückging, sich aber bald wie-
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 entsprechende Politik den Verlust an Waldfläche zu stop- Wiederherstellung von Wäldern, wie die zwei folgenden Bei- der der Entwaldungsrate auf nicht registrierten Ländereien
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 pen. Zahlreiche Staaten wie beispielsweise Kolumbien und spiele zeigen. anglich. Zudem forsteten gerade mal 6 Prozent der regist-
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 Paraguay haben sich zu einer „Zero Net Deforestation“, also rierten Landbesitzer illegal abgeholzte Flächen wieder auf.
„Null Netto Entwaldung“, verpflichtet. Dabei handelt es sich Brasilianisches Waldgesetz Offensichtlich reichen die bisherigen Anreize zur Einhaltung
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 um freiwillige Zusagen, bis zu einem bestimmten Zeitpunkt, Brasilien beschloss 2012 ein neues Waldgesetz, um die il- der Waldgesetze nicht aus. Damit der Waldverlust gestoppt
3.12 Massenströme von Holz und Papier je nach Land meist zwischen 2020 und 2050, eine Entwal- legale Abholzung einzudämmen und die Wiederaufforstung werden kann, muss das Landregister mit seinen verbesser-
in Deutschland und der Schweiz 126 dungsrate von 0 Prozent zu erreichen. Netto bedeutet in die- zu fördern. Kernstück ist ein bundesweites Landregister, in ten Kontrollmöglichkeiten genutzt werden, um die Rechts-
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 sem Fall, dass Wiederaufforstung und Plantagen (darüber dem die 394 Millionen Hektar Wälder und Savannen erfasst durchsetzung zu verstärken und illegale Abholzungen kon-
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 wird heftig gestritten) der Entwaldung gegengerechnet wer- werden sollen, die sich in privatem Besitz befinden. Das sequent zu verfolgen. Gleichzeitig müssen die finanziellen
Quellen 135 den. Diese internationalen Zusagen bauen einen gewissen Register soll die Überwachung und die Rechtsdurchsetzung Anreize zur Wiederaufforstung erhöht werden259, wie dies in
Druck auf, entsprechende Maßnahmen, Finanzierung und erleichtern, verbunden mit Anreizen, bereits erfolgte illegale Costa Rica gelungen ist (siehe Beispiel in Kapitel 2.2.2.3).
101 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47 Die Wiederherstellung von
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55 350 Mio. ha Wald würde
2.3.1 Amazonas 56 einen Gesamtnutzen von
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65 170 Mrd. USD netto pro
2.3.3 Boreale Wälder 71 Jahr generieren.
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83 Die Kahlschlagwirtschaft hat dem traditionellen Leben der Indigenen der Talang Mamak auf Hinweisschild auf einem Rastplatz des stadtnahen Waldes bei Dar-es-Salaam mit 4,5 Millio-
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88 Sumatra fast den Garaus gemacht. Sie haben nun damit begonnen, die Flächen mit Petai-Bäu- nen Einwohnern, Tansania. Die Gäste mögen sich so verhalten, dass nichts als ihr Fußabdruck
2.3.7 Kaukasus 94 men wieder zu bepflanzen, um auch in der Zukunft essbare Samenschoten ernten zu können. im Wald zurück bleibe.
Der WWF unterstützt sie dabei. Bukit Tigapuluh, Sumatra, Indonesien.
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101 Forest Landscape Restoration – Wiederherstellung Durch die Wiederherstellung von Waldlandschaften sollen sollen. Die Wiederherstellung von 350 Millionen Hektar
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 von Waldlandschaften auf Landschaftsebene ökologische Funktionen wiedererlangt würde einen Gesamtnutzen von 170 Milliarden US-Dollar
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 Weltweit gibt es mehr als zwei Milliarden Hektar meist und die Lebensbedingungen der Menschen in entwaldeten netto pro Jahr generieren – durch Wasserschutz, Erträge aus
3.5 Bevölkerungszunahme 107 stark erodiertes und unfruchtbares Land, das sich für eine und degradierten Gebieten verbessert werden. Neben dem der Land- und Forstwirtschaft sowie durch die Bindung von
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 Wieder­herstellung von Waldlandschaften anbieten würde – Pflanzen von Bäumen und der Förderung der natürlichen bis zu 1,7 Gigatonnen Kohlendioxidäquivalente jährlich.262
eine Fläche größer als ganz Südamerika. Wiederbewaldung umfasst dies auch Agroforstwirtschaft Die Bonn Challenge ist dabei als praktisches Mittel gedacht,
3.7 Green Economy 110
und eine verbesserte Raumnutzung, die ein Mosaik aus um die existierenden internationalen Verpflichtungen zu
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 Im Rahmen der sogenannten „Bonn Challenge“ haben bisher landwirtschaftlichen Flächen, Schutzgebieten, Wirtschafts- realisieren. Im Rahmen der Biodiversitätskonvention (CBD)
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 45 Länder zugesagt, bis zum Jahr 2020 weltweit 150 Millionen wäldern, Plantagen und anderen Nutzungsformen ermög- verpflichtete sich die Staatengemeinschaft beispielsweise zu
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 Hektar Wald wiederaufzubauen. Diese Initiative wurde 2011 licht.260 dem Ziel, bis 2020 mindestens 15 Prozent der degradierten
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 von der deutschen Bundesregierung zusammen mit Entwi- Ökosysteme wiederherzustellen263, im Rahmen von Rio 20+
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 cklungs- und Schwellenländern, Privatunternehmen und Bis zu einer halben Milliarde Hektar wären für großflächi- dazu, dass netto keine weiteren Flächen mehr degradiert
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 Naturschutzverbänden einschließlich des WWF gestartet. ge Wiederherstellung geschlossener Wälder geeignet. Diese werden264, und im Rahmen von REDD+ dazu, die Emissio-
Flächen befinden sich hauptsächlich in der tropischen und nen aus Entwaldung und Degradierung zu senken und die
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 Der geplante Waldaufbau wird nach Schätzungen der Initia- der temperierten Zone. Zusätzlich gibt es 200 Millionen Kohlenstoffspeicherkapazität der Wälder zu erhöhen.265
3.12 Massenströme von Holz und Papier tive einen Nutzen von 84 Milliarden US-Dollar netto pro Jahr Hektar unbewohnte Gebiete in der nördlichen borealen
in Deutschland und der Schweiz 126 erbringen – durch Wasserschutz, Erträge aus nachhaltiger Zone.261 Unter dem Schirm der Bonn Challenge gibt es regionale
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 Land- und Forstwirtschaft sowie die Bindung von Kohlen- Initiativen wie AFR 100, in der 22 afrikanische Staaten 100
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 stoff. Zugleich werden dabei auch Einkommensmöglichkeiten Weitere 200 Millionen Hektar wurden in der New York De- Millionen Hektar Wald wiederherstellen wollen, oder die
Quellen 135 für die ländliche Bevölkerung geschaffen – zum Beispiel über claration on Forest benannt, die bis 2030 im Sinne einer Initiative 20x20, die 20 Millionen Hektar in Lateinamerika
den Verkauf von Holz und anderen Waldprodukten. multifunktionalen Landschaft wiederhergestellt werden und der Karibik bis 2020 wiederherstellen möchte.
102 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung
11
12
16
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
Wer sich diesem korrupten
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
System widersetzt, wird oft-
2.3.3 Boreale Wälder 71 mals selbst unter fingierten
2.3.4 Kongobecken 77 Vorwürfen Opfer der Straf-
2.3.5 Greater Mekong Region 83 verfolgung.
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
Illegaler Holzeinschlag und Korruption sind eng miteinan- • illegales Holz während der Verarbeitung und Handel • Protektion, bei der Stellen nach Familien- oder Parteizu-
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 der verbunden.266 Großflächiger illegaler Holzeinschlag und durch korrupte Geschäftsvorgänge „gewaschen“, ähnlich gehörigkeit besetzt und so ein korruptes Netzwerk aufge-
3.2 Der politische Beitrag 101 Waldumwandlung bleiben nicht unbemerkt, und sie setzen der Geldwäsche; baut wird;
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 in aller Regel das Wissen und Einverständnis korrupter
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 Amtsträger voraus. Laut Interpol ist illegaler Holzeinschlag • Richter und Staatsanwälte bestochen oder von Regieren- • Interessenkonflikte, wenn Beamte oder deren nahe Fami-
3.5 Bevölkerungszunahme 107 und der damit verbundene Handel mit einem jährlichen den angewiesen, eine Strafverfolgung zu vermeiden oder lienangehörige Unternehmen besitzen, die im Forstsektor
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 Umsatz zwischen 30 und 100 Milliarden US-Dollar das nach abzuschwächen. tätig sind und dann bei öffentlichen Ausschreibungen be-
dem Drogenhandel267 zweitwichtigste Geschäftsfeld der or- vorzugt werden;
3.7 Green Economy 110
ganisierten Kriminalität268 – nach dem Drogenhandel. Orga- Korruption kann sich dabei über alle Ebenen erstrecken, von
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 nisierte Kriminalität und Korruption im Forstsektor ist da- Parteien und Politikern bis hin zu lokalen Amtsträgern. Die • politische Korruption, bei der Parteifunktionäre, Forstbe-
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 bei nicht auf tropische Länder beschränkt, sondern ebenso häufigsten Formen der Korruption im Forstsektor sind … amte und Wirtschaftselite in einem komplexen Netzwerk
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 auf dem Balkan oder in Osteuropa verbreitet. zusammenarbeiten und den Staat für ihre Zwecke ver-
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 • Bestechung von Beamten mit Leitungs- und Kontroll- einnahmen. Dieses System sichert den Parteien Unter-
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 Der Begriff „Korruption“ umfasst eine Vielzahl von Hand- funktionen, damit diese Einschlagsgenehmigungen ertei- stützung und Finanzierung, den Geschäftsleuten lukrative
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 lungen. Unter Korruption versteht man den Missbrauch len, bestimmte Unternehmen und forstliche Dienstleister Verträge, eine wirtschaftsfreundliche Politik und Schutz
eines öffentlichen Amts zu seinem privaten Vorteil. So wer- für Aufträge auswählen oder eine Stelle mit einem be- vor Strafverfolgung und den Staatsdienern Nebeneinkom-
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 den beispielsweise … stimmten Bewerber besetzen; men und eine erfolgreiche Karriere.269 Wer sich diesem
3.12 Massenströme von Holz und Papier korrupten System widersetzt, wird oftmals selbst unter
in Deutschland und der Schweiz 126 • durch Bestechungsgelder und politische Einflussnahme • Erpressung, wenn Offizielle Druck ausüben, um illegale fingierten Vorwürfen Opfer der Strafverfolgung.
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 Einschlagsgenehmigungen erschlichen; Zahlungen zu erhalten, indem sie beispielsweise Geneh-
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 migungen zurückhalten oder überflüssige Kontrollen und
Quellen 135 • Gesetzeshüter bestochen, damit Holzlaster unkontrolliert überzogene administrative Anforderungen die Geschäfts-
passieren können; abläufe behindern.
103 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94 Transparency International
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99 schätzt, dass jährlich 29
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 bis 33 Mrd. USD veruntreut
3.2 Der politische Beitrag 101 werden, die für den Schutz
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 der Wälder vorgesehen
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 waren.
3.5 Bevölkerungszunahme 107
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108
3.7 Green Economy 110
Durch Korruption wird die Forst- und Umweltpolitik unter- gehen durch die Schattenwirtschaft Einnahmen aus Steuern das Korruptionsrisiko. Forstbehörden sollten technisch und
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 wandert und öffentliche Mittel zweckentfremdet. Nach und Gebühren verloren, die dann wiederum für den Wald- personell entsprechend ausgestattet werden, um ein gere-
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 Schätzung von Transparency International werden jährlich schutz und den Aufbau einer transparenten Forstverwaltung geltes Berichtswesen und eine regelmäßige Überprüfung der
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 29 bis 33 Milliarden USD veruntreut, die für den Schutz der fehlen. Korruption zerstört das Vertrauen in die Repräsen- Bilanzen zu ermöglichen. Ein weiteres Schlüsselinstrument
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 Wälder vorgesehen waren.270 Korruption ist der Nährboden tanten des Rechtsstaates, gefährdet die gesellschaftliche zur Korruptionsbekämpfung ist die Stärkung der Zivilgesell-
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 für unkontrollierten illegalen Holzeinschlag, Landraub und Ordnung und kann letztendlich in rechtsfreien Räumen schaft und deren Einbindung bei der Erstellung der Forst-
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 Degradierung der Wälder, mit den damit verbundenen ne- münden, in denen Waldschützer und andere Gegner des politik, der Überwachung der Wälder und der Waldbewirt-
gativen Auswirkungen auf Artenvielfalt und die Funktionali- korrupten Systems um ihr Leben fürchten müssen.266 schaftung.266
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 tät der Wälder. Korruption untergräbt die freie Marktwirt-
3.12 Massenströme von Holz und Papier schaft und verzerrt die Preisfindung. Darunter leiden vor Um Korruption wirksam zu bekämpfen, müssen vorrangig Im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit initiierten
in Deutschland und der Schweiz 126 allem kleine und mittlere Unternehmen in den betroffenen die Qualität der staatlichen Institutionen verbessert und die die Europäische Union und die Weltbank verschiedene regi-
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 Ländern. Investitionsrisiko und Betriebskosten steigen. Dies Rechtsdurchsetzung verstärkt werden , um das Risiko der onale FLEGT-Prozesse zur Bekämpfung der Korruption und
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 kann zu einem Teufelskreis führen, bei dem immer mehr Entdeckung und Bestrafung von Korruption zu erhöhen.266 Stärkung der Rechtsdurchsetzung im Forstsektor in Afrika,
Quellen 135 Unternehmen sich entweder für korrupte Geschäftsprakti- Eine effiziente und transparente öffentliche Verwaltung Ostasien sowie Europa und Nordasien, die im Folgenden be-
ken entscheiden oder ihren Betrieb einstellen. Dem Staat schafft Vertrauen in staatliche Institutionen und verringert schrieben werden.
104 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung
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3.4 Legalität und Planung im Forstsektor
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 Nach Berechnungen des
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 WWF könnten in den 2000er
3.5 Bevölkerungszunahme 107 Jahren zwischen 7–9 % der
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 Holz- und Papierimporte
3.7 Green Economy 110 nach Deutschland und 6–8 %
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 der Schweizer Importe aus
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 illegalen Quellen stammen.
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118
3.10.2 Lacey Act (USA) 121
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123
3.12 Massenströme von Holz und Papier Illegaler Holzeinschlag und Handel mit Holz aus illegalen oder Papierprodukt – nach Deutschland und in die Schweiz. könnten. Als Folge wurden in den westlichen Absatzmärkten
in Deutschland und der Schweiz 126 Quellen sind neben dem legalen Raubbau eine der Hauptur- Berechnungen des WWF zeigten, dass in den 2000er Jahren politische Maßnahmen ergriffen, um die Einfuhr von illegal
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 sachen für die Zerstörung von Wäldern. Schätzungen zufolge zwischen 7 Prozent und 9 Prozent der Holz- und Papier- eingeschlagenem Holz zu unterbinden und die Herkunfts-
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 werden jedes Jahr über 100 Millionen Festmeter Holz illegal importe nach Deutschland272, 6 Prozent bis 8 Prozent der länder bei der Bekämpfung des illegalen Holzeinschlags zu
Quellen 135 eingeschlagen.271 Ein Teil dieses Holzes gelangt – oftmals Schweizer Importe273 und zwischen 16 Prozent und 19 Pro- unterstützen.
erst nach mehreren Verarbeitungsschritten als fertiges Holz- zent der Importe in die EU274 aus illegalen Quellen stammen
105 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27 Brandrodung und unkontrolliertes Ausbreiten von Feuer Tropischer Regenwald muss Soja-Anbauflächen weichen Die landwirtschaftliche Anbaufläche in Deutschland reicht
2.2.3 Asien 33 zerstört Wald nicht aus für den Futtermittelbedarf inländischer Viehmas-
2.2.4 Australien 40 ten.
2.2.5 Europa 47 3.4.1 Europäische Union (FLEGT)
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56 Die Europäische Kommission hat 2003 einen Aktionsplan Das erste Partnerschaftsabkommen wurde 2009 mit Gha- gliedsstaaten zur Verfügung, sodass eine Priorisierung der
zum Thema „Rechtsdurchsetzung, Politikgestaltung und na unterzeichnet. Seitdem folgten mit der Republik Kongo, Maßnahmen, besonders hinsichtlich der Partnerschafts-
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65 Handel im Forstsektor (FLEGT)“ vorgestellt. Der Aktions- Kamerun, Indonesien, der Zentralafrikanischen Republik abkommen, nach Ansicht des Europäischen Rats dringend
2.3.3 Boreale Wälder 71 plan sieht insbesondere eine Reihe freiwilliger, aber ver- und Liberia weitere Länder. Mit der Elfenbeinküste, der De- notwendig ist.277 Andernfalls könnte Korruption ins System
2.3.4 Kongobecken 77 bindlicher Partnerschaftsvereinbarungen (VPA – Voluntary mokratischen Republik Kongo, Gabun, Guyana, Honduras, Einzug halten. Zudem gilt mittlerweile die Ausweitung
2.3.5 Greater Mekong Region 83 Partnership Agreements) mit Holz produzierenden Ländern Laos, Malaysia und Thailand werden Verhandlungen ge- der Landwirtschaft als Hauptursache für den Waldverlust,
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88 und Regionen vor. führt. Das Partnerschaftsabkommen mit Vietnam steht kurz sodass die Maßnahmen der EU über den Forst- und Holz­
2.3.7 Kaukasus 94 vor der Unterzeichnung. Als erstes Land begann Indonesien sektor hinausgehen müssen, um das Ziel zu erreichen, die
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99 Teil dieser Partnerschaft ist eine Lizenzregelung (FLEGT im November 2015 mit der Erteilung von FLEGT-Lizenzen.275 Entwaldung zu stoppen.278
Licensing Scheme) zwischen der EU und den Partnerlän-
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 dern, die vorschreibt, dass alle Holzausfuhren bestimmter Unter dem Schirm von FLEGT gab es weitere Programme Die illegale Waldumwandlung für die industrielle, export-
3.2 Der politische Beitrag 101 Produkte nach Europa legal sind. Die Grundlage für diese wie etwa das ENPI FLEG-Programm „Improving Forest Law orientierte Landwirtschaft hat seit Beginn des 21. Jahrhun-
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 Lizenzregelung bildet eine Definition von Legalität, die von Enforcement and Governance in the European Neighbour- derts dramatisch zugenommen und ist für etwa die Hälfte
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 allen beteiligten Akteuren (Regierung, Industrie, Zivilgesell- hood Policy East Countries and Russia“, das sich an die Län- der Regenwaldzerstörung seit dem Jahr 2000 verantwort-
3.5 Bevölkerungszunahme 107 schaft) gemeinschaftlich entwickelt wird. der der ehemaligen Sowjetunion Armenien, Aserbaidschan, lich. 75 Prozent der illegalen Waldumwandlung in kommer-
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 Weißrussland, Georgien, Moldawien, Russland und die Uk- zielle Agrarflächen fand in Brasilien und Indonesien statt.279
Durch die bilateralen Abkommen werden vor allem auch raine richtete. Das Programm, in dem auch der WWF, die Die Europäische Union ist ein bedeutender Absatzmarkt
3.7 Green Economy 110
Reformen im Forstsektor der Holz produzierenden Länder Weltnaturschutzunion IUCN und die Weltbank eingebunden für landwirtschaftliche Produkte, die aus illegaler Waldum-
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 unterstützt, um einerseits den illegalen Holzeinschlag vor waren, war mit einem Budget von 6,75 Millionen Euro aus- wandlung stammen. 2012 importierte die EU für 6 Milliar-
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 Ort einzudämmen und andererseits die Ursachen für illega- gestattet und sollte Behörden, Zivilgesellschaft und den pri- den Euro Produkte wie Soja, Rindfleisch, Leder und Palmöl,
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 len Holzeinschlag zu bekämpfen (z. B. Korruption, unklare vaten Sektor in den beteiligten Ländern bei der Entwicklung die auf illegal gerodeten Regenwaldflächen angebaut wurden
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 Gesetzeslage). Dies beinhaltet auch Aufbau und Ausbau von einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung und der Bekämp- – beinahe ein Viertel der weltweit gehandelten Menge.280
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 Kapazitäten auf Verwaltungs- und Umsetzungsebene und fung des illegalen Holzeinschlags unterstützen.276 Dies macht einen Teil der Verbesserungen zunichte, die bei
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 in der Zivilgesellschaft, um Systeme zur Überprüfung der der Bekämpfung des illegalen Holzeinschlags erzielt wurden.
Legalität des Holzeinschlags und zur Durchsetzung gelten- Die Programme und freiwilligen Partnerschaftsabkommen Diese Thematik anzugehen erfordert mehr politisches En-
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 den Rechts zu entwickeln und zu kontrollieren. Politische haben sich als ein wertvolles Instrument zur Förderung gagement, da es starke wirtschaftliche Anreize für die legale
3.12 Massenströme von Holz und Papier Reformen im Forstsektor werden gefördert, sowohl um Me- der Rechtsdurchsetzung im Forstsektor erwiesen, da sie und illegale Waldumwandlung gibt. So sollten beispielsweise
in Deutschland und der Schweiz 126 thoden des Holzeinschlages nachhaltiger zu machen und effektive Prozesse zur Teilhabe der verschiedenen Interes- die Produzenten-Länder bei der Entwicklung und Durch-
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 Transparenz bei der Vergebung von Konzessionen und dem sengruppen schufen, politische Reformen anstießen, die setzung von Gesetzen zur Landnutzungsplanung unterstützt
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 Einschlag selbst zu verbessern, als auch um eine einheitliche Transparenz vergrößerten und das Bewusstsein schärften. werden und der Handel mit Agrarprodukten, die aus illega-
Quellen 135 regulatorische Basis zu schaffen und eine von allen Akteuren Allerdings stehen für den Aktionsplan nur begrenzte per- ler Waldumwandlung stammen, eingeschränkt werden.281
akzeptierte Definition von Legalität von Holz zu entwickeln. sonelle und finanzielle Ressourcen der EU und ihrer Mit-
106 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung
11
12
16
3.5 Bevölkerungszunahme
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101 Immer mehr Menschen verbrauchen immer mehr Ressourcen. Omari Mtaula und Hussein Dege, Tansania: Das Pflanzen
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 von Bäumen ist angesichts des steigenden Ressourcenver-
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 brauchs besonders wichtig.
3.5 Bevölkerungszunahme 107
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 Derzeit leben auf der Erde knapp 7,5 Milliarden Menschen. destens verdoppeln. In Angola, Burundi, Niger, Somalia, len Bevölkerungswachstum sogar ein Rückgang der Land-
Bis 2050 prognostiziert die UN einen Anstieg der Weltbe- Tansania und Sambia wird sie sich bis 2100 sogar verfünf- bevölkerung prognostiziert, da die vermehrt in die Städte
3.7 Green Economy 110
völkerung auf 9,7 Milliarden Menschen. Bis 2100 könnten fachen.282 abwandern wird. Der Waldverlust steht jedoch Korrelation
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 in einem mittleren Entwicklungsszenario 11,2 Milliarden mit dem Bevölkerungswachstum und deren Holzverbrauch
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 Menschen auf der Erde leben. Während die Bevölkerung Mit der wachsenden Bevölkerung steigt der Flächenbedarf in den Städten ebenso wie mit dem Export von landwirt-
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 in Deutschland und der EU leicht zurückgeht, findet das für Nahrungsmittelproduk- schaftlichen Produkten. Offenbar trägt vor allem die Nach-
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 stärkste Wachstum in den Entwicklungs- und Schwellen- tion, Siedlungen und Infra- frage der Städte und der internationalen Märkte zum Wald-
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 ländern statt. Nach der UN-Prognose werden 10 Länder für struktur. Auswertungen der verlust bei. Die Abwanderung der ländlichen Bevölkerung
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 über die Hälfte des Bevölke- Waldverluste in 41 tropischen in die Städte erhöht, anders als gedacht, den Druck auf die
rungswachstums verantwort- Ländern konnten jedoch kei- tropischen Wälder.283 Um dem Waldverlust Einhalt zu bie-
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 lich sein, darunter hinter dem Der Waldverlust steht in nen Zusammenhang zwischen ten, wird der Schwerpunkt in Zukunft mehr darauf gelegt
3.12 Massenströme von Holz und Papier Spitzenreiter Indien, Nigeria, Korrelation mit dem Bevölke- der Entwaldungsrate und der werden müssen, die Rodung der Wälder für eine industriel-
in Deutschland und der Schweiz 126
Die UN prognostiziert die Demokratische Republik rungswachstum, dem Holzver- Bevölkerungsentwicklung im le, exportorientierte Landwirtschaft zu verhindern, während
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 Kongo, Äthiopien, Tansania, ländlichen Raum feststellen. gleichzeitig Maßnahmen ergriffen werden, nicht bewaldete
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130
einen Anstieg der Welt- Uganda und Indonesien. In brauch in den Städten ebenso Für über die Hälfte der unter- Brachflächen wieder urbar zu machen und die Erträge auf
Quellen 135 bevölkerung auf 9,7 Mrd. 26 afrikanischen Staaten wird wie mit dem Export landwirt- suchten tropischen Länder vorhandenen Agrarflächen zu steigern, um den Bedarf nach
Menschen bis 2050. sich die Bevölkerung min- schaftlicher Produkte. wird trotz starkem nationa- landwirtschaftlichen Produkten zu befriedigen.
107 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung
11
12
16
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55 Die energetische Nutzung Über 70 % des Holzein- Auch in Deutschland und der
2.3.1 Amazonas 56 von Biomasse, hauptsächlich schlags in Asien und sogar Schweiz bestehen bei der energetischen
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65 Holz, deckt knapp 15 % des über 90 % in Afrika werden Verwertung von Holz noch erhebliche
2.3.3 Boreale Wälder 71 weltweiten Energiebedarfs. als Brennholz genutzt. Potenziale zur Effizienzsteigerung.
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83 Traditionelle Holzkohleherstellung in Rumänien Der WWF fördert die Herstellung und den Verkauf von effi- Der Großteil des in Deutschland geernteten Holzes wird
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88 zienteren Kochöfen in der Demokratischen Republik Kongo. energetisch verwendet.
2.3.7 Kaukasus 94
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99 Die energetische Nutzung von Biomasse, hauptsächlich Um den globalen Klimawandel zu begrenzen, der vor allem Auch in Deutschland und der Schweiz bestehen bei der ener-
Holz, deckt knapp 15 Prozent des weltweiten Energiebe- durch den Verbrauch fossiler Energieträger angetrieben getischen Verwertung von Holz noch erhebliche Potenziale
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 darfs. Mit einem Anteil von über 75 Prozent ist Bioenergie wird, ist es das Ziel des WWF, den globalen Energiebedarf zur Effizienzsteigerung. So lässt sich etwa bei der Stromer-
3.2 Der politische Beitrag 101 die wichtigste erneuerbare Energie. Für über 2 Milliarden zu senken und bis 2050 zu 100 Prozent aus erneuerbaren zeugung aus Biomasse die Effizienz erheblich steigern, wenn
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 Menschen, hauptsächlich in Entwicklungsländern, ist Holz Energien zu decken. Die Nutzung von Bioenergie ist dabei man auch die anfallende Wärme nutzt. Selbst in modernen
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 die wichtigste Energiequelle. Über 70 Prozent des Holzein- Ultima Ratio, wenn andere erneuerbare Energien nicht rea- Großanlagen werden nur 30 Prozent bis 40 Prozent der
3.5 Bevölkerungszunahme 107 schlags in Asien und sogar über 90 Prozent des Holzein- lisierbar sind. Dennoch würde sich der weltweite Bedarf an produzierten Energie in Elektrizität umgewandelt. Durch
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 schlags in Afrika werden als Brennholz genutzt . In Europa Bioenergie bis 2050 verdoppeln. Damit sich dies nicht zum Kraft-Wärme-Kopplung können jedoch Wirkungsgrade
sind es nur etwa 20 Prozent. Nachteil der Wälder wendet, müssen einerseits die Effizienz von bis zu 80 Prozent erreicht werden, wenn für die bei der
3.7 Green Economy 110
bei der energetischen Verwertung gesteigert und anderer- Stromerzeugung anfallende Wärme Abnehmer zur Verfü-
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 Neben der traditionellen Biomassenutzung von Holz nimmt seits Kriterien für eine nachhaltige Biomassenutzung gefun- gung stehen.
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 in den letzten Jahren die Bedeutung flüssiger Biokraftstoffe den werden.
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 zu. Derzeit werden diese Biokraftstoffe aus Zuckerrohr und Daneben lässt sich die Effizienz der Holznutzung durch eine
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 Ölpflanzen wie Raps oder Palmöl gewonnen. Sie stehen da- Weltweit nutzen 2,6 Milliarden Menschen Biomasse, vor kaskadische Nutzung steigern. Dabei wird Holz zunächst
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 mit in Konkurrenz zur Produktion von Nahrungsmitteln allem Holz und Holzkohle, zum Kochen. Doch zwei Drittel stofflich in Massivholzprodukten genutzt, dann in span- und
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 und können die Umwandlung von Wäldern in Agrarflächen dieser Menschen besitzen keine effizienten Öfen. Mehr Zeit faserbasierten Produkten wie Holzwerkstoffplatten oder
vorantreiben. Die zweite Generation von Biokraftstoffen soll und Anstrengung fürs Brennholzsammeln müssen daher Papier wiederverwertet und erst am Ende des Lebenszyklus
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 durch die Umwandlung von pflanzlicher Zellulose und Lig- darauf verwendet werden, um ihren Holzverbrauch zu de- energetisch verwertet. Der kaskadischen Nutzung von Holz
3.12 Massenströme von Holz und Papier nin hergestellt werden. Als Rohstoffe kämen dann alle For- cken. Das treibt die Degradierung der Wälder voran, und der sind jedoch Grenzen gesetzt, da für die stoffliche Nutzung
in Deutschland und der Schweiz 126 men von Holz, Gras und Stroh sowie organische Abfälle in Rauch aus der Holzverbrennung führt zu schweren Gesund- nur sauberes Holz verwendet werden kann, das nicht mit
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 Frage. Die Produktion in größerem Maßstab ist jedoch noch heitsschäden, an denen jährlich bis zu 2 Millionen Men- schädlichen chemischen Stoffen behandelt wurde. Auch
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 nicht wirtschaftlich umsetzbar. Als dritte Generation wird schen sterben. im heimischen Ofen darf aus Umweltschutzgründen neben
Quellen 135 die Herstellung von Biokraftstoffen aus Algen bezeichnet, trockenem Brennholz nur garantiert unbehandeltes Altholz
die derzeit noch erforscht wird. verbrannt werden.
108 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71 Die energetische Nutzung
2.3.4 Kongobecken 77 von Holz ist nicht
2.3.5 Greater Mekong Region 83 klimaneutral.
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94
Zur energetischen Nutzung werden vor allem frisches Holz Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Kalium sind in Na- Die Umwandlung von Torfregenwäldern in Ölpalmplanta-
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
aus der Forstwirtschaft verwendet. deln, Blätter und Reisig überproportional enthalten, die bei gen führt zu verheerenden Waldbränden mit hoher Kohlen-
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 Ganzbaumnutzung dem Waldbestand entzogen werden. stofffreisetzung
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 Neben Altholz und sogenannten Sägenebenprodukten wie Kronenteile, die bei der Holzernte neben dem Stammholz Ernte und Transport sowie durch die Aufbereitung der
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 Sägespäne werden zur energetischen Nutzung vor allem anfallen, stehen dann für die energetische Nutzung zur Ver- Biomasse zu einem Brennstoff)
3.5 Bevölkerungszunahme 107 frisches Holz aus der Forstwirtschaft oder aus speziellen fügung. Ein besonderes Augenmerk ist dabei auf den Nähr-
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 Plantagen verwendet. Energieholzplantagen können den stoffhaushalt zu richten. Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor • dem Betrachtungszeitraum (die Bewirtschaftung unbe-
Nutzungsdruck auf die Wälder reduzieren. Entscheidend für und Kalium sind in Nadeln, Blätter und Reisig überpropor- rührter Naturwälder zu Biomassenutzung kann erhöhte
3.7 Green Economy 110
die ökologische Bewertung und die Klimabilanz ist dabei, tional enthalten. Bei einer Ganzbaumnutzung werden diese Treibhausgasemissionen zur Folge haben, die sich erst im
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 welche vorherige Landnutzungsform durch die Plantagen er- Nährstoffe dem Waldbestand entzogen, was auf nährstoffar- Laufe der Zeit verringern)
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 setzt wurde und ob es zum Einsatz von Pestiziden kam. Auf men Standorten zu einem empfindlichen Zuwachsverlust im
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 ehemals intensiv genutzten Ackerflächen und artenarmem verbleibenden Bestand führen kann. • dem Energieträger, der durch die Biomasse ersetzt wird
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 Grünland können sich Energieholzplantagen positiv auf den
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 Schutz des Bodens, den Wasserhaushalt und die Artenviel- Die energetische Nutzung von Holz ist nicht klimaneutral, Werden zum Beispiel die kohlenstoffreichen Torfwälder
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 falt auswirken. Die Umwandlung von Wäldern und artenrei- auch wenn in der Theorie nur so viel Kohlenstoff bei der Indonesiens in Palmölplantagen umgewandelt, kann der
chem Grünland in Energieholzplantagen hat hingegen nega- Verbrennung als CO2 freigesetzt wird, wie die Pflanze zuvor daraus produzierte Biokraftstoff den Kohlenstoffverlust und
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 tive ökologische Auswirkungen. während ihres Wachstums aus der Atmosphäre aufgenom- die damit verbundenen Treibhausgasemissionen erst in
3.12 Massenströme von Holz und Papier men hat. In der Praxis hängt die Klimabilanz der Biomasse über 400 Jahren wieder ausgleichen. Auch die Nutzung der
in Deutschland und der Schweiz 126 In der Forstwirtschaft ist die Erzeugung von Holz zur Ener- jedoch von folgenden Faktoren ab: Baumstümpfe als Biomasse, wie sie teilweise in Finnland
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 giegewinnung meist ein Nebenprodukt. Vorrangiges Ziel der praktiziert wird, hat eine ebenso schlechte Klimabilanz wie
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 meisten Forstbetriebe ist es, hochwertiges Stammholz zu • den Treibhausgasemissionen bei der Produktion von Bio- die Nutzung fossiler Brennstoffe.
Quellen 135 produzieren, das zu einem entsprechend hohen Preis an die masse (durch direkte und indirekte Änderung der Land-
Säge- und Furnierindustrie verkauft werden kann. Äste und nutzung, durch Bodenbearbeitung und Düngung, durch
109 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2 Klimawandel
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10 Unversehrtheit Aussterberate
Belastung
2.1 Die globale Waldentwicklung
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung
11
12
16
3.7 Green Economy der Biosphäre
Verlust ökologischer
durch Chemikalien

2.1.3 Lösungen 17 Funktionen


2.1.4 Das tut der WWF 18 Abbildung 25: Die planetaren Grenze –
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19 innerer hervorgehobener Kreis
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
Landnutzungs- Ozonabbau in
2.2.4 Australien 40 der Stratosphäre
2.2.5 Europa 47 wandel
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88 Aerosole in
2.3.7 Kaukasus 94 Süßwasser- der Atmosphäre
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99 verbrauch
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100
3.2 Der politische Beitrag 101
Eine Green Economy sieht
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 sich einem Wachstumsideal
verpflichtet, das die ökolo- Phosphor
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 Versauerung
3.5 Bevölkerungszunahme 107 gischen Belastungsgrenzen
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 der Erde respektiert. Biogeochemische Stickstoff der Ozeane
3.7 Green Economy 110 Kreisläufe
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 Unter „Green Economy“ versteht man die Verbindung von Kernelemente der Green Economy sind die Dekarboni- Viele namhafte Unternehmen, Marken, Einzelhandelsketten
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 Ökonomie und Ökologie zu einer Wirtschaftsweise, die pro- sierung, also der Umstieg von endlichen fossilen Energie- und Investoren haben sich in den letzten Jahren unter dem
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 fitabel und wettbewerbsfähig ist, aber gleichzeitig auch um- trägern auf erneuerbare Energien, die Verwendung von Begriff „deforestation-free supply chains“ dazu verpflichtet,
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 welt- und sozialverträglich. Die „grüne Wirtschaft“ soll dazu Rohstoffen und Produkten aus ökologisch und sozial ver- den globalen Waldverlust durch ihre Wirtschaftsweise nicht
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 beitragen, die globale politische Herausforderung unserer antwortlicher Produktion sowie die Valorisierung (Wertsi- weiter voranzutreiben. Diese freiwilligen Selbstverpflichtun-
Zeit zu bewältigen: die Armut zu beseitigen und innerhalb cherung) von Biodiversität, ökosystemaren Dienstleistungen gen werden aber bisher oft wenig konsequent umgesetzt und
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 der ökologischen Grenzen unseres Planeten die Lebensqua- und natürlichen Ressourcen wie Wasser und Luft, aber auch unterscheiden sich zudem in der Definition von „deforestati-
3.12 Massenströme von Holz und Papier lität aller Menschen zu verbessern (Abbildung 25). Um diese der Verzicht auf ein Wachstum, das die ökologischen Belas- on-free“ sowie dem Umfang (Scope) der Verpflichtungen.297
in Deutschland und der Schweiz 126 Ziel zu erreichen, sind neben einer grundlegenden Verän- tungsgrenzen unseres Planeten sprengt . Diese Ziele können Um die Glaubwürdigkeit zu gewährleisten, sollte die Um-
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 derung unserer Wirtschaftsweise und der Entwicklung neue nur in einem ganzheitlichen Ansatz erreicht werden, da setzung durch unabhängige Dritte verifiziert und der Fort-
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 Technologien politische Reformen sowie ein Wandel hin zu es sonst zu Rebound-Effekten kommen kann, etwa wenn schritt transparent kommuniziert werden.298
Quellen 135 nachhaltigen Produktions- und Verbrauchsmustern nötig.296 fossiles Erdöl durch Biokraftstoffe ersetzt wird, für dessen
Produktion Regenwälder gerodet werden.
110 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33 Investoren und Kreditgeber
2.2.4 Australien 40 beeinflussen mit ihren In-
2.2.5 Europa 47 Nötig ist eine Entwicklung, vestitionsentscheidungen
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55 die den Ressourcenver- die wirtschaftliche Ent-
2.3.1 Amazonas 56 brauch der Industrieländer wicklungsrichtung – pro oder
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65 drastisch reduziert. kontra Green Economy.
2.3.3 Boreale Wälder 71 Nordkalimantan – Modell für die Grüne Wirtschaft
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88 Zu den Vorreitern bei der Verpflichtung zu entwaldungsfrei- Investoren und Kreditgeber wie Banken und Fonds sowie die zu einer angemessenen Bewertung führen, damit nicht,
2.3.7 Kaukasus 94 en Lieferketten gehören Unternehmen aus dem Holz- und Versicherungskonzerne können mit ihren Investitionsent- wie beispielsweise beim Emissionshandel aufgrund von
schwachen Vorgaben ein Überangebot entsteht, das zu
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99 Papiersektor sowie aus dem Palmölsektor, auch aufgrund scheidungen die wirtschaftliche Entwicklung hin zu einer
der etablierten Zertifizierungssysteme in diesen Bereichen. Green Economy beeinflussen. Sie können beispielsweise die einem Preisverfall bei den Verschmutzungsrechten führt.
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 Bei anderen Agrarprodukten wie Soja und Rindfleisch ist Waldzerstörung als Risikofaktor betrachten und Schutz- Letztendlich muss aber eine grüne Wirtschaftsweise auch
3.2 Der politische Beitrag 101 die Zahl der Unternehmen mit einer solchen freiwilligen maßnahmen ergreifen, damit ihre Investitionen die Zerstö- anerkennen, dass unbegrenztes Wachstum auf einem Pla-
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 Verpflichtung deutlich geringer, obwohl deren Produktion rung und Degradierung der Wälder nicht weiter vorantreibt. neten mit begrenzten Ressourcen nicht möglich ist. Nach-
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 erheblich zur globalen Waldzerstörung beträgt.299 Gerade Gleichzeitig eröffnen sich in einer Green Economy neue haltiges Wirtschaften und Effizienzsteigerungen durch neue
3.5 Bevölkerungszunahme 107 die Selbstverpflichtung von Einzelhandelsketten hat oft- Investitionsmöglichkeiten, beispielsweise im Bereich der Technologien können die Grenzen des Wachstums ver-
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 mals einen Multiplikatoreffekt. So änderten etwa die beiden Forest Landscape Restauration. Hier gilt es, in einer Part- schieben, aber nicht aufheben. Um das Ziel zu erreichen, die
führenden deutschen Discounter nach deren schlechtem nerschaft zwischen Politik, Landbesitzern und Investoren Lebensqualität aller Menschen innerhalb der ökologischen
3.7 Green Economy 110
Abschneiden in den WWF Palmöl-Scorecard 2010 ihre Ein- Projekte zur Wiederherstellung der Wälder auf Landschafts- Grenzen unseres Planeten zu verbessern, ist daher langfris-
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 kaufspolitik und forderten von ihren Lieferanten die Um- ebene zu entwickeln, die die Lebensumstände der Menschen tig eine grundlegende Änderung unserer Wirtschaftsweise
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 stellung auf RSPO-zertifizierte Palmrohstoffe, was eine vor Ort verbessern, aber den Investoren auch Renditemög- und unseres Konsumverhaltens notwendig, weg von einem
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 Welle an RSPO-Zertifizierungen in der deutschen Lebens- lichkeiten bieten. Wirtschaftssystem, in dem Gewinne hauptsächlich über
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 mittelindustrie auslöste. Zertifizierungssysteme wie FSC bei die verkaufte Stückzahl der Produkte erzielt werden und
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 Holz und Papier oder RSPO bei Palmöl sind trotz mancher Als erster Schritt hin zu einer grünen Finanzwelt sollte der der übermäßige, nicht nachhaltige Konsum durch entspre-
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 Schwächen ein wichtiges Instrument, um ökologisch und Wert von Biodiversität, ökosystemaren Dienstleistungen und chende Werbemaßnahmen immer weiter gesteigert wird.
sozial verantwortliche Produktion ohne Waldzerstörung zu natürlichen Ressourcen anerkannt und finanziell bewertet Um allen Menschen auf der Welt ein angemessenes Leben
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 gewährleisten, da es angesichts der komplexen Liefer- und werden. Erste Ansätze dazu werden beispielsweise inter- auf Grundlage der nachhaltigen Nutzung der vorhandenen
3.12 Massenströme von Holz und Papier Verarbeitungsketten ansonsten oftmals kaum mehr mög- national im Rahmen von REDD+ entwickelt, bei dem wald- Ressourcen zu ermöglichen, müssen Modelle entwickelt und
in Deutschland und der Schweiz 126 lich ist, den Ursprung der Rohstoffe zu bestimmen. Daneben reiche Entwicklungs- und Schwellenländer finanziell dafür umgesetzt werden, die den Ressourcenverbrauch vor allem
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 sollte aber auch, wo es möglich ist, auf die Regionalität der honoriert werden, ihre Wälder zu erhalten und damit einen in den westlichen Industrieländern drastisch reduzieren,
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 Rohstoffe und Produkte geachtet werden, denn kurze Trans- wesentlichen Beitrag für den globalen Klimaschutz zu leisten. ohne den gewohnten Lebensstandard einbüßen zu müssen.
Quellen 135 portwege sind ebenfalls ein Nachhaltigkeitskriterium. Hier ist auch die Politik gefragt, Regularien zu entwickeln, Schlagworte sind hier Suffizenz-Gesellschaft, Sharing Eco-
nomy, Up-Cycling und Circular Economy.
111 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung
11
12
16
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65
2.3.3 Boreale Wälder 71
2.3.4 Kongobecken 77
2.3.5 Greater Mekong Region 83
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94 Eine naturnahe, nachhaltige Waldwirtschaft erhält den
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99 gesamten Lebenszyklus des Waldes im kleinräumigen Mosaik mit
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 seinem Strukturreichtum und seinen davon abhängigen Arten.
3.2 Der politische Beitrag 101
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 Wir als Verbraucher sollten uns darüber im Klaren sein, dass unser Konsum von Holz- und Papierprodukten Auswirkungen Im Zuge der Kooperation zwischen WWF und IKEA wurde
3.5 Bevölkerungszunahme 107 auf die Wälder und deren Bewohner anderenorts hat, hier auf die des Kongobeckens. Der Kauf legal gefällten Holzes aus nach- im Distrikt Phu Loc, Vietnam, ein FSC-trainiertes Team für
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 haltiger Waldbewirtschaftung stärkt den Schutz der wertvollen Wälder des Kongo. die Holzfällereiarbeiten herangezogen.
3.7 Green Economy 110
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 Da der Großteil der Wälder weltweit in irgendeiner Form Arten. Der Boden wird geschont (keine Bodenbearbeitung), dest kontrollierten Quellen stammen. Die Zertifizierung der
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 von Menschen genutzt wird, kommt der nachhaltigen und und der naturnahe Wasserhaushalt wird großräumig er- Wälder hat sich in den letzten 25 Jahren als das wohl erfolg-
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 verantwortungsvollen Nutzung bei der Erhaltung der Wäl- halten oder wieder hergestellt. Nur diese Art der Forstwirt- reichste marktwirtschaftliche Instrument erwiesen, um die
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 der erhebliche Bedeutung zu. Nachhaltigkeit bedeutet dabei schaft ist auch ökologisch nachhaltig . verantwortungsvolle Nutzung der Wälder voranzutreiben.
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 weit mehr, als für einen gefällten Baum einen neuen Baum Mittlerweile gibt es allerdings eine Vielzahl von Zertifizie-
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 zu pflanzen. Vielmehr sollen bei einer nachhaltigen Wald- Als Verbraucher sieht man einem Stück Holz oder Papier rungssystemen mit unterschiedlich strengen Standards.
nutzung alle ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen nicht an, ob es aus Raubbau oder aus verantwortungsvoller Während die Anforderungen der in Deutschland verbrei-
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 Funktionen eines Waldes erhalten bleiben. Dies ist vielfach Waldbewirtschaftung stammt. Durch die Waldzertifizierung teten PEFC-Zertifizierung kaum über die gesetzlichen Vor-
3.12 Massenströme von Holz und Papier nicht der Fall, wenn z. B. artenreiche Naturwälder durch die soll sichergestellt werden, dass die Bewirtschaftung der zer- gaben hinausgehen und pauschal allen Waldbesitzern einer
in Deutschland und der Schweiz 126 Forstwirtschaft in Monokulturen verwandelt werden. tifizierten Wälder einem festgelegten Standard entspricht. Region die Konformität bescheinigt wird, stellen Waldzerti-
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 Daran gekoppelt ist eine Produktkettenzertifizierung (Chain fizierungssysteme wie Naturland oder der 1992 gegründete
3.14 Die persönliche Waldbilanz oder was ich selbst tun kann 130 Eine naturnahe, nachhaltige Waldwirtschaft erhält den ge- of Custody oder CoC), die über alle Verarbeitungsschritte Forest Stewardship Council (FSC) deutlich höhere Ansprü-
Quellen 135 samten Lebenszyklus des Waldes im kleinräumigen Mosaik hinweg gewährleisten soll, dass die Holzrohstoffe für ein che, deren Einhaltung auf Forstbetriebsebene jedes Jahr
mit seinem Strukturreichtum und seinen davon abhängigen zertifiziertes Produkt aus zertifizierten Wäldern oder zumin- durch unabhängige Zertifizierer überprüft wird.
112 | Die schwindenden Wälder der Welt Zustand, Trends und Lösungswege
Zusammenfassung und Fazit 2
1 Warum wir den Wald brauchen 7
2 Waldzerstörung und -degradierung 10
2.1 Die globale Waldentwicklung 11
2.1.1 Zustand – Zahlenwerk 12
2.1.2 Ursachen der Waldzerstörung 16
2.1.3 Lösungen 17
2.1.4 Das tut der WWF 18
2.2 Waldentwicklung der verschiedenen Kontinente 19
2.2.1 Afrika 20
2.2.2 Amerika 27
2.2.3 Asien 33
2.2.4 Australien 40
2.2.5 Europa 47
2.3 Waldentwicklung in WWF-Schwerpunktregionen 55
2.3.1 Amazonas 56
2.3.2 Atlantischer Regenwald / Gran Chaco / Chocó-Darién 65 Nur 4 % der FSC-zertifizier-
2.3.3 Boreale Wälder 71 ten Wälder befinden sich
2.3.4 Kongobecken 77 in Afrika, nur 7 % in Latein-
2.3.5 Greater Mekong Region 83 amerika und 5 % in Asien.
2.3.6 Indonesien mit Borneo, Neuguinea, Sumatra 88
2.3.7 Kaukasus 94 FSC-Hauptversammlung 2017 in Vancouver, Kanada Langlebige, zertifizierte Holz- und Rattanprodukte FSC-Zertifizierung in einem peruanischen Wald
3 Waldwachstum in einer erschöpften Welt 99
3.1 Leben jenseits der ökologischen Belastungsgrenzen 100 Mitte 2017 waren weltweit knapp 200 Millionen Hektar Damit ist es Wirtschaft und Verbrauchern möglich, bewusst des wie Kautschuk, Guarana oder Paranüsse. So ließen bei-
3.2 Der politische Beitrag 101 Waldfläche FSC300- und 300 Millionen Hektar PEFC301-zer- Rohstoffe und Produkte aus einer umwelt- und sozialver- spielsweise Kayapó-Indianer ihr Gebiet mit einer Größe von
3.3 Die destabilisierenden Folgen der Korruption 103 tifiziert. Zusammen decken die beiden führenden Wald- träglicheren Waldbewirtschaftung zu beziehen. 1,5 Millionen Hektar FSC-zertifizieren. Ihr Hauptprodukt
3.4 Legalität und Planung im Forstsektor 105 zertifizierungssystem 429 Millionen Hektar, beziehungs- sind Paranüsse, die sie verstärkt auf den internationalen
3.5 Bevölkerungszunahme 107 weise 10,7 Prozent der globalen Waldfläche ab, da etwa 16 Waldzertifizierungssysteme wie der FSC wurden gegründet, Märkten anbieten wollen.303 Im Rahmen von WWF-Projek-
3.6 Energetische Nutzung und fehlende Kaskadennutzung 108 Prozent der weltweit zertifizierten Waldfläche nach beiden um der Waldzerstörung, die vor allem in den Tropen statt- ten wurden in Laos304 und auf Borneo305 Wälder zur nach-
Standards zertifiziert sind.302 In Deutschland waren Anfang findet, durch die Förderung einer verantwortlichen Wald- haltigen Rattannutzung FSC-zertifiziert. Als Kletterpflanze
3.7 Green Economy 110
Juli 2017 mit 1,15 Millionen Hektar etwas über 10 Prozent bewirtschaftung Einhalt zu gebieten. Tatsächlich befinden braucht Rattan Bäume, um zu wachsen. Es liegt somit im
3.8 Waldzertifizierung und naturnahe Waldwirtschaft 112 der Waldfläche FSC-zertifiziert.300 Die PEFC-zertifizierte sich jedoch 83 Prozent der FSC-zertifizierten Waldfläche in Interesse der kleinbäuerlichen Rattanproduzenten, die Wäl-
3.9 Schutzgebiete und Landwirtschaft 114 Waldfläche ist aufgrund der pauschalen Regionenzertifizie- Nordamerika und Europa – einschließlich Russland.300 In der zu schützen und zu erhalten. Da die Rattanbauern nur
3.10 Gesetze zur Kontrolle des illegalen Holzhandels 117 rung größer und beträgt knapp 7,4 Millionen Hektar. Dies den Tropen, wo der massivste Waldverlust stattfindet, stößt wenig Geld für ihr Produkt bekommen, geben viele auf und
3.10.1 Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR) 118 entspricht zwei Drittel der deutschen Waldfläche.301 In der die Zertifizierung hingegen häufig auf Schwierigkeiten. So wandeln ihre Wälder in Ölpalmplantagen oder andere Ag-
3.10.2 Lacey Act (USA) 121 Schweiz sind die Verhältnisse umgekehrt. Hier sind 613.000 befinden sich nur 4 Prozent der FSC-zertifizierten Wälder In rarflächen um. Die FSC-Zertifizierung ermöglicht es ihnen,
3.10.3 Illegal Logging Prohibition Act (Australien) 122 Hektar und damit über die Hälfte der Schweizer Waldfläche Afrika, 7 Prozent in Lateinamerika und 5 Prozent in Asien.300 höhere Preise zu erzielen und durch die nachhaltige Bewirt-
FSC-zertifiziert.300 Die PEFC zertifizierte Fläche beträgt dort Damit der Erhalt und die Wiederherstellung tropischer Wäl- schaftung der Rattanwälder ihren Lebensunterhalt zu si-
3.11 Wald- und Holznutzung Deutschlands (und der Schweiz) 123 209.000 Hektar.301 der auf Landschaftsebene gelingen kann, muss neben der chern. Um derartige Projekte zu unterstützen, hat der WWF
3.12 Massenströme von Holz und Papier Ausweisung von unberührten Wäldern als Schutzgebiete mit dem WWF Global Forest and Trade NetworkA
in Deutschland und der Schweiz 126 Gemeinsam mit Vertretern der Wirtschaft und anderen auch die verantwortungsvolle Bewirtschaftung der bereits bereits 1991 eine Plattform ins Leben gerufen, in der sich
3.13 Maßnahmen zur Senkung des Fußabdrucks 128 Nichtregierungsorganisationen hat der WWF bereits 1992 genutzten Wälder gefördert werden. Dab