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UNTERPULVER‐

UNTERPULVER
SCHWEISSEN
Allgemein:
g
Definition:
Das Unterpulver-Schweissen (UP-Schweissen) ist ein mechanisierter
Li htb
Lichtbogenschmelzprozess.
h l
Merkmale:
• Lichtbogen brennt unsichtbar zwischen einer oder mehreren
Elektroden (Zünden durch HF oder Kurzschluss)
• Schutz von Lichtbogen und Schweisszone durch Pulver
• Schweissbad
S h i b d wird idddurch
hSSchlacke
hl k von AtAtmosphäre
hä geschützt
hüt t
Einsatzgebiet:
• Un
Un-,, niedrig
niedrig- und hochlegierte Stähle ab 2mm
• Beschichten (z.B. bandplattieren) und Verbindungsschweissen
• Stahlbau, Maschinenbau, Behälterbau, Schiffsbau
Für Aluminium wird UP-Schweissen industriell nicht verwendet
Vorteile
• Hohe Abschmelzleistung (mehrere Drähte möglich)
• Schweissgut kann durch Pulver, Fülldrähte, Füllbänder
metallurgisch beeinflusst werden
• Hohe Lichtbogenstabilität => hohe Qualität
• Keine Blendwirkung,
Blendwirkung da Lichtbogen abgedeckt
• Kaum Rauch, Gas, Dämpfe

Nachteile
• Beschaffungskosten (Mechanisierung notwendig)
• Bevorzugte Schweissposition PA
PA, ansonsten Zusatzeinrichtungen
notwendig
• Vorversuche mit „Schweissproben“ sind notwendig
Aufbau der Schweissanlage

1. Stromquelle 6. Pulverabsaugung
2 Steuereinheit
2. 7 Drahtrichtrollen
7.
3. Vorschubeinrichtung für Schweiss- 8. Drahtvorschubrollen
kopf oder Schweissteil, Steuerung 9. Schweissstrom und Massenkabel
4. Drahthaspel oder Bandhaspel 10. Stromdüse
5. Pulvertrichter
Aufbau der Schweissanlage

1. Schweissdraht / Schweissband
2. Schweisspulver
3. Flüssige Schlacke
4. Feste Schlacke
5. Pulverüberschuss
6. Schweissgut
7. Schmelzbad
8. Kaverne
9. Schweissrichtung
g
Stromquelle Einstellwerte
Stromquelle,
Stromquelle, Gleich- oder Wechselstromanlage
• Häufig Anlagen mit wählbarer Kennliniencharakteristik
• Drähte bis 3mm Konstantspannung => „MAG/MIG-Prinzip“
• Drähte > 3mm fallende Kennlinie => Spannungsunterschied wird für
Regelung Drahtvorschub verwendet (Äussere bzw- ∆U-Regelung)
langer Lichtbogen => höhere Spannung => höhere Drahtgeschwindigkeit
=> Lichtbogen wird kleiner
kurzer Lichtbogen => kleinere Spannung => geringere Drahtgeschwindigkeit
=> Lichtbogen wird länger
• Elektronische Steuerung
Schweissdaten konstant trotz Störeinflüsse (Netzschwankungen,
Badbewegungen, etc.)
Polung
P l
• Normalerweise Pluspol
• Minuspol reduzierter Einbrand => Bandplattieren (geringe Aufmischung)

Fugenausbildung
Abhängig
g g von
• Grundwerkstoff
• Werkstoffdicke
Einseitiges UP
• *Einseitiges UP-Schweissen
Schweissen mit Badsicherung
• *UP-Schweissen mit Gegenlage
* Es gibt ca. 20 Verfahrensvarianten, Fugenausbildung uns
Schweissparameter aus Fachbücher entnehmen
Einfluss
Ei fl Schweissparameter
S h i
Schweissstrom
• Pro mm Drahtelektrode (Ø) ca. 100 – 200 A
• beeinfluss massgeblich die Abschmelzleistung

Spannung
• 28V – 34V
• beeinfluss Nahtform
• Temperatur Schmelze

typische
i h EiEinstellung:
ll 4
4mm D
Draht
h 600A / 30V / 60
60cm/min
/ i
Schweissvorgang
Einbrandtiefe
• ca. 1mm pro 100A beim Schweissen ohne Anschrägung (I-Naht)
• ca. 0,7mm pro 100A beim Schweissen in Fuge (X-; V-Naht)

Nahtform
• Hohe Spannung => breite Naht
• Niedrige Spannung => schmale, überwölbte Nat
Zusatzwerkstoffe
Drahtelektroden
• Drahtdurchmesser ab 11,2mm
2mm bis max
max. 12mm
• Bänder 15x1[mm] bis 100x0,5[mm], spez. 300x0,5[mm]
• Achtung: Sauber und trocken lagern

Schweisspulver
Funktion ähnlich Umhüllung Stabelektrode
• Erhöhen Leitfähigkeit
• Schlackenbildung
• Schutzgasstrom bilden
• Desoxydieren und auflegieren
Wahl
W hl Draht/Pulverkombination
D h /P l k bi i
Zusammensetzung des Schweissgutes ist abhängig von:
• Chemische Zusammensetzung Drahtelektrode
• Zusammensetzung Pulver
• Zu- Abbrand Pulver
• A f i h
Aufmischung mit
i G
Grundmaterial
d i l (Ei
(Einlagig
l i bis
bi 70%)
• Schweissparameter beeinflussen zu- bzw. Abbrand
Pulver
2 Arten (Herstellverfahren)
Schmelzpulver
• Herstellung:
− Komponenten mischen
− Schmelzen
− Abkühlen
− brechen
• Vorteil: Herstellung billig, Feuchtigkeitsaufnahme gering
• Nachteil: Hohes Schüttgewicht, hoher Pulververbrauch
Agglomeriertes
A l i Pulver
P l
• Herstellung
− Pulverbestandteile (staubförmig) mischen
− Bindemittel zufügen
− Vorgranulat herstellen
− Granulat verfestigen und Körnung einstellen
− trocknen
− Glühen
− Feuchtigkeitsabweisend verpacken
• Vorteile: Pulverkomponenten reagieren beim Schweissen
Zugabe von Zusatzmetallen möglich
Basisch wirkende Pulver ergeben sehr gute mechanische Werte
Geringes Schüttgutgewicht geringer Pulververbrauch
• Nachteile: teure Pulverherstellung, feuchtigkeitsempfindlich
Varianten UP-Schweissen
Doppeldrahtschweissen
• zwei Drahtelektroden (1
(1,2
2 – 2,4mm)
2 4mm)
• Gleiche Stromdüse
• Eine Stromquelle

Unterscheidung Drahtanordnungen
• P ll ld ht :
Paralleldraht
grössere Spaltüberbrückbarkeit
• Tandemanordnung:g
Höhere Schweissgeschwindigkeit
Unterpulver-Engspaltschweissen
U l E l h i mit
i Doppeldrahtelektrode
D ld h l k d
Weiterentwicklung für Blechdicken ab ca. 50mm

Vorteile gegenüber Eindrahtelektrode

• Wirtschaftlichkeit: Reduziertes Nahtvolumen


Erhöhte Abschmelzleistung
Weniger Lagen
• Technologisch: geringe Wärmeeinbringung

Nachteile / Probleme
• Gefahr von Bindefehler durch nahezu senkrechte Nahtflanken
Mehrdrahtschweissen
M hd h h i / UP-Hochleistungsschweissen
UP H hl i h i
• Mehr als 2 Drahtelektroden
• Mehrere Stromquellen
• Kleiner Abstand Elektroden => eine Schmelze
• Grösserer Abstand Elektrode => jeder Lichtbogen ein Schmelzbad

Vorteile:
• Hohe Schweissgeschwindigkeit
• Hohe Abschmelzleistung
Nachteile
• Gegenseitige magnetische und elektrische Beeinflussung der
Lichtbogen => spezielle Schaltungen, ev. Gleich- und Wechselstrom
notwendig
g
UP-Band-Auftragsschweissen
UP B dA f h i
• Bandförmige Elektrode =>
breite Schweissnaht
• geringe Ausmischung bei
Minuspol-Schweissen

Vorteile
• Cr-Ni-Plattierung mit einer
Lage ergibt ausreichende
Korrosionsbeständigkeit
(geringe
(g g Aufmischung)g)
Heissdrahtzusatz
H i d h
• 1 bis 2 Zusatzdrähte (kein Lichtbogen)
• Widerstandserwärmung bis knapp vor Schmelzpunkt
• Abschmelzen der Zusatzdrähte im Schweissbad

Vorteile:
• Hohe Abschmelzleistung